Sie sind hier: Skip Navigation LinksKlinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin

Childhood-Haus Leipzig

An der Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Leipzig ist Kinderschutz ein integrierter Teil des medizinischen Leistungsauftrags. Seit 1999 arbeitet unsere interdisziplinäre Kinderschutzgruppe, 2012 wurde die Kinderschutzambulanz etabliert und seit 2018 besteht das Childhood-Haus Leipzig.

In unserer entsprechend dem skandinavischen "Barnahus"- Konzept konzipierten Einrichtung werden Kinder und Jugendliche betreut, die Gewalt und Missbrauch erfahren oder erlebt haben.

Das gemeinsame Projekt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig und der World-Childhood-Foundation bietet diesen Kindern einen Schutzraum. Durch die enge Zusammenarbeit von Ärzten und Psychologen mit der Polizei und Justiz sollen den Betroffenen z.B. wiederholte körperliche Untersuchungen und mehrfache Befragungen und Aussagen vor Gericht erspart werden. Dazu vereint das Childhood-Haus Besprechungs- und ärztliche Untersuchungsräume sowie Befragungsräume, in denen richterliche und polizeiliche Befragungen stattfinden können.

In unserem Childhood-Haus gibt es daher vier verschiedene Funktionsbereiche, die die dafür vorgesehenen Räumlichkeiten nutzen können:

  • Gericht und Polizei
  • Medizin
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychologie
  • Kinderschutz und Jugendamt/ASD

Zugleich gibt es im Childhood-Haus Besprechungsräume, in denen sich Fachkräfte aus allen Bereichen zu jeder Zeit austauschen können.

Sächsisches Wissenschaftsministerium finanziert Koordinatorenstelle im Childhood-Haus Leipzig

Mit einem Geschenk in den Händen hat Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow am 06. Oktober 2021 das vor rund drei Jahren gegründete Childhood-Haus in Leipzig besucht.

Zur vollständigen Pressemitteilung​​

Warum es das Childhood-Haus gibt

  • Es ist nachgewiesen, dass bei Kindern und Jugendlichen, die von einem sexuellen Missbrauch und/oder von körperlicher Gewalt betroffen sind, die erhöhte Gefahr besteht, dass sie u.a. durch mehrfache Untersuchungen und wiederholte Befragungen psychoemotional zusätzlich zu dem Erlebten stark belastet oder gar retraumatisiert werden.
  • Nachweisliche Zunahme von Belastungsstörungen/PTBS durch wiederholte Befragungen und Untersuchungen
  • Zahlreiche Befragungen vor einem gerichtlichen Prozess erhöhen das Problem der „Unglaubwürdigkeit" der Zeugen (= Opfer)
  • Untersuchungs- und Befragungszahl eines Opfers erhöht nicht die Professionalität des Ergebnisses

Wem wir helfen

Kindern und Jugendlichen aus Leipzig und Umgebung, die von Gewalt und Missbrauch betroffen sind.

Das Childhood-Haus Leipzig richtet sich damit als Ort der Untersuchung und Befragung an betroffene Kinder und Jugendliche nach

  • Körperlicher Misshandlung
  • Sexuellen Missbrauch
  • Vernachlässigung
  • Psychischer Missbrauch
  • Psychiatrisch erkrankte/drogenabhängige Eltern

Zugangswege zum Childhood-Haus

​Eine Vorstellung ist möglich:

nach telefonischer Terminvereinbarung (siehe Kontaktdaten) sowie nach Vorstellung in der Notaufnahme der Kinderklinik und/oder Kinderchirurgie …

  • mit den Eltern oder Bezugspersonen des Kindes oder Jugendlichen
  • durch Überweisung vom Kinder-/Bereitschaftsarzt
  • Vorstellung über bzw. durch den ASD
  • über die Rechtsmedizin
  • über die Polizei
  • bei Jugendlichen auch als eigenständige Vorstellung

Die Weiterleitung ins Childhood-Haus erfolgt entweder direkt über die Notfallaufnahme, durch einen zuvor vereinbarten ambulanten Termin oder aufgrund einer Meldung von einer unserer kinderführenden Stationen am Departments für Frauen- und Kindermedizin. Aufgrund laufender Untersuchungen bitten wir Sie, sich nicht selbst in den Räumen des Childhood-Hauses zu melden.

Geschichte / Entstehung des Childhood-Hauses Leipzig

Seit 1999 existiert an der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Department für Frauen- und Kindermedizin des Universitätsklinikums Leipzig unsere interdisziplinäre Kinderschutzgruppe, die stetig aufgebaut und entsprechend den strukturellen und qualitativen Anforderungen weiter entwickelt wurde.

Grundsätzlich befasst sich die interdisziplinäre Kinderschutzgruppe mit der Abklärung naheliegender Verdachtsfälle und gesicherter Fälle, bei denen Säuglinge, Kinder und Jugendliche Opfer einer körperlichen Misshandlung, sexuellen Missbrauchs und bedrohlicher Vernachlässigung geworden sind. Orientiert an den bundesweiten qualitativen medizinischen Standards erfüllen wir mit dieser Behandlung in unserer kinderführenden Klinik einen verbindlichen, ganzheitlich orientierten ärztlichen, pflegerischen und psychologisch-psychosozialen Versorgungsauftrag zur Sicherung des umfassenden körperlichen und seelischen Wohles der betroffenen Minderjährigen. Dabei wirken kontinuierlich Fachkräfte aus den Bereichen Kinderheilkunde, Kinderchirurgie, Gynäkologie, Rechtsmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Erwachsenenpsychiatrie, Psychologie und Sozialarbeit/-pädagogik mit.

Seit 2012 besteht zusätzlich eine Kinderschutzambulanz als Arbeitsstruktur innerhalb der Kinderschutzgruppe. In der Ambulanz werden Kinder und Jugendliche nach einem stationären Aufenthalt oder ambulanter Vorstellung infolge einer Kindeswohlgefährdung, Misshandlung und sexuellen Missbrauch sowie entwicklungsgefährdete Babys infolge mütterlichen Drogenkonsums in der Schwangerschaft langfristig betreut. Auf diese Weise wird der Übergang in den ambulanten Bereich mit den notwendigen Hilfemaßnahmen aktiviert und koordiniert.

In Anlehnung an das schwedische Barnahus-Konzept wurde in Zusammenarbeit mit der von der schwedischen Königin Sylvia gegründeten World Childhood Foundation ab August 2016 die Planung des ersten Childhood-Hauses in Deutschland vorangetrieben. Zum Konzept des Childhood-Hauses.

Am 8. Oktober 2016 wurde von I.M. Königin Sylvia auf dem Deutschen Juristentag in Leipzig das Vorhaben offiziell angekündigt. Das Childhood-Haus wurde in das ab 2017 gestarteten Neubau des Hauses 7 am UKL integriert. Dadurch gelang es - weltweit in dieser Form erstmalig - das Childhood-Haus Leipzig räumlich unmittelbar an ein Kinderzentrum der medizinischen Maximalversorgung anzubinden und zugleich Räumlichkeiten so zu gestalten, dass den Kindern und Jugendlichen ein ruhiger und sicherer Ort geboten wird, der die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt. 

Am 27. September 2018 wurden die Räumlichkeiten des Childhood-Hauses von I.M. Königin Sylvia von Schweden feierlich eingeweiht. Seit März 2019 finden regelmäßig die Untersuchungen und Vernehmungen der betroffenen Kinder und Jugendlichen statt.

Kontaktdaten

Childhood-Haus Leipzig:

Adresse: Liebigstr. 22, Haus 7.1, 04103 Leipzig

Das Childhood-Haus ist von Montag bis Freitag von 9.00-15.00 Uhr durch die Kinderschutzkoordination besetzt.

E-Mail:  Childhood-Haus.Leipzig@uniklinik-leipzig.de 
Telefon: 0341 - 97 26073 (Kinderschutzkoordination)
Telefon: 0341 - 97 26242 (Leitstelle der Kinderklinik)

Bei dringlichen Anfragen außerhalb dieser Dienstzeiten bzw. bei Nichterreichbarkeit der Koordinatorin wenden Sie sich bitte direkt an:

Leitstelle der Pädiatrischen Notfall- und Allgemeinen Ambulanz, Liebigstr. 20a, Haus 6, 04103 Leipzig

Tel. 0341 / 97 26242 (24 h besetzt)

Fax: 0341 / 97 26229

Die Kinderschutzgruppe und das Childhood-Haus Leipzig werden von Frau Dipl.-Psych. Dr. rer. nat. Petra Nickel und Herrn Dr. med. Matthias Bernhard geleitet. Die interdisziplinäre Kinderschutzgruppe des Departments für Frauen- und Kindermedizin des Universitätsklinikums AöR ist durch die Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM) zertifiziert.

Flyer-Childhood-Haus (PDF)

 

 Bilderreise durch das Childhood-Haus Leipzig

 

Liebigstraße 20a, Haus 6
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 26242 (Leitstelle)
Fax:
0341 - 97 26229
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