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Pressemitteilungen

 

 

Immundefekte, Bluterkrankungen oder Tumoren: 17 Mal neue Hoffnung und neues Leben für kleine Patienten<img alt="Oberarzt Dr. Jörn-Sven Kühl (Mi.), von der Abteilung für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie am UKL, bespricht mit Dr. Sven Starke und Schwester Franziska Herrmann die weitere Behandlung der Patienten." src="/presse/PressImages/pic_20191227103835_8d69f40906.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-12-26T23:00:00ZLeipzig. Vor etwas mehr einem Jahr, im Herbst 2018, ist das pädiatrische Transplantationsprogramm am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) neu aufgestellt worden und seither in ärztlicher Verantwortung unter Leitung von Dr. Jörn-Sven Kühl. Seit Anfang Januar 2019 sind nun bereits 17 Kinder transplantiert worden. In den Jahren zuvor waren es durchschnittlich fünf bis acht gewesen. Auch stehen seitdem vier stationäre Betten für die kleinen Patienten zur Verfügung. <p>Dr. Kühl, Oberarzt der Abteilung für <a href="/einrichtungen/kinderonkologie" rel="ext" target="_blank">Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie </a>am UKL, ist mit dieser Entwicklung sehr zufrieden&#58; &quot;Die vier Betten auf der Station J 1.1 im neuen Haus 7 hier am UKL reichen schon kaum mehr, was ja gleichzeitig eine gute und eine weniger gute Nachricht ist. Unsere Warteliste ist gefüllt.&quot; Dies sei zu entscheidenden Teilen nur möglich gewesen durch die konsequente Unterstützung durch Prof. Holger Christiansen. &quot;Er hat die richtigen und wichtigen Weichen gestellt&quot;, bedankt sich Kühl beim Leiter der <a title="Kinderonkologie" href="/einrichtungen/kinderonkologie" rel="ext" target="_blank">UKL-Kinderonkologie</a>.<br><br>Kurz vor Weihnachten stand nun die 14. allogene Stammzelltransplantation dieses Jahres an. Als allogene Transplantationen bezeichnen die Ärzte die &quot;klassischen&quot; Gewebeverpflanzungen mit entweder einem Geschwisterspender oder unverwandten, freiwilligen Spendern mit passenden Gewebemerkmalen.<br>Hinzu kommen drei autologe Transplantationen, bei denen körpereigenes Material&#160; - Vorteil&#58; keine Immununverträglichkeitsreaktionen -&#160; verwendet wird. Hier konnten zwei Tumorerkrankungen behandelt werden, sowie im Sommer der erste kleine Patient in Deutschland, bei dem eine Gentherapie angewendet wurde, die dem Jungen wohl das Leben rettete.<br><br>Dr. Jörn-Sven Kühl ist Arzt für Kinder-Hämatologie und -Onkologie und &quot;gelernter Kindertransplanteur&quot;, wie er selbst sagt. 2017 wechselte er von der Berliner Charité ans Leipziger Universitätsklinikum. Sein Ziel ab 2020 ist es, 15 bis 20 Transplantationen pro Jahr durchzuführen.&#160;Seine Patienten sind zwischen null und 18 Jahren alt. &quot;Für einen Transplanteur oder einen Onkologen ist es kein Tagesgeschäft, Neugeborene mit einem Gewicht von vielleicht nur fünf Kilogramm zu versorgen. Doch das ist eben auch das Spannende an diesem Bereich&quot;, sagt Dr. Kühl.<br><br>Knapp die Hälfte der Transplantationen erfolgen auf Grund schwerwiegender, allerdings nicht-bösartiger angeborener Erkrankungen, die aber kein Krebs oder Leukämie sind. Doch auch solche Krankheiten könnten tödlich sein, betont der Kinderarzt, und berichtet von einem im Sommer im UKL aufgenommenen Kleinkind, nur wenige Wochen alt, mit einem angeborenen schweren Immundefekt. Dieser Defekt war über das Neugeborenen-Screening entdeckt worden. Im Oktober wurde es transplantiert und kann nun bald entlassen werden. Kühl&#58; &quot;Es geht ihm gut, doch ohne die Transplantation hätte das Kleine eine Lebenserwartung von nur einigen Monaten gehabt.&quot; Und von einem ebenfalls ganz jungen Geschwisterspender kann er berichten&#58; &quot;Ein nur 15 Monate altes Kind hat für sein älteres Geschwisterkind Stammzellen gespendet. Auch diesem geht es wieder gut.&quot;<br><br>Zwei bis drei Monate liegt ein Patient im Durchschnitt auf der Station. Bei den bisherigen Fällen traten nur wenige Komplikationen auf. &quot;Keiner der frisch Transplantierten musste auf die Kinder-Intensivstation verlegt werden&quot;, so der UKL-Experte.<br>Die Zusammenarbeit mit dem Bereich von Prof. Uwe Platzbecker, der für die Transplantationen bei Erwachsenen zuständig ist, funktioniere sehr gut, sagt Dr. Kühl. Sein Dank gelte ebenfalls dem von Prof. Reinhard Henschler geleiteten Institut für Transfusionsmedizin (ITM), das seiner Arbeit viel Unterstützung liefere.</p> <p><strong>Seltene Erkrankung ALD im Fokus</strong><br>Einen Schwerpunkt der weiteren Arbeit von Oberarzt Kühl stellt die Behandlung von Kindern mit Adrenoleukodystrophie (ALD) dar, denn hier gibt es europaweite Anfragen von Patienten. <a href="/einrichtungen/kinderonkologie/der-aufenthalt-bei-uns" rel="ext" target="_blank">ALD</a> ist eine erbliche Stoffwechselkrankheit und gehört zur Gruppe der Seltenen Erkrankungen. Ungefähr 1 von 17.000 Neugeborenen ist betroffen, meistens Jungen. Durch einen genetischen Fehler können bestimmte Fettsäuren nicht abgebaut werden. Sie schädigen das Gehirn und das Rückenmark sowie die Nebennieren. Dieser Gendefekt führt zur Zerstörung der &quot;weißen Gehirnsubstanz&quot;, des Myelins. Unbehandelt ist die Krankheit meist tödlich, da im weiteren Verlauf wichtige Nervenfunktionen ausfallen können. &quot;Unter den Seltenen Erkrankungen ist ALD eigentlich gar nicht so selten&quot;, meint Dr. Kühl, der in Europa zu den erfahrensten Experten für diese Krankheit zählt.</p> <p>&#160;</p>
Ein Schutzraum für Kinder, der gebraucht wird<img alt="Seit einem Jahr besteht am UKL Deutschlands erstes Childhood-Haus, ein Schutzraum für die medizinische und juristische Aufarbeitung von Gewalt- und Missbrauchsfällen bei Kindern und Jugendlichen. Leider belegen steigende Zahlen, dass die Einrichtung dringend benötigt wird." src="/presse/PressImages/pic_20190930134513_3b9c7c18ec.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-09-29T22:00:00ZLeipzig. Vor einem Jahr wurde am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) das erste Childhood-Haus in Deutschland eröffnet. In dieser besonderen Einrichtung werden Kinder und Jugendliche, die Gewalt und Missbrauch erfahren haben, auf eine neue Art umfassend betreut. Das Leipziger Childhood-Haus ist ein Gemeinschaftsprojekt des UKL und der World Childhood Foundation, die weltweit Projekte unterstützt. <p>Das <a href="/Seiten/childhood-haus-leipzig.aspx" rel="ext" target="_blank">Childhood-Haus</a> bietet Kindern und Jugendlichen nach traumatisierenden Ereignissen einen Schutzraum, in dem die medizinische und juristische Aufarbeitung von Gewalt- und Missbrauchsfällen so schonend wie möglich erfolgt. Dafür verbindet die am Universitätsklinikum beheimatete Einrichtung ärztliche Untersuchungsräume mit Befragungszimmern. Zur Betreuung eines Falls kommt hier speziell geschultes Personal aus Medizin, Justiz, Polizei und Ämtern zusammen. Das Ziel ist, den Opfern wiederholte Aussagen und Untersuchungen zu ersparen.</p> <p>Zwölf Monate nach der feierlichen Eröffnung durch Königin Silvia von Schweden, der Gründerin der World Cildhood Foundation, hat sich die Notwendigkeit eines solchen Schutzraumes bestätigt. &quot;Wir sind davon ausgegangen, dass wir etwa 300 Kinder und Jugendliche im Jahr hier betreuen werden&quot;, erklärt Dr. Matthias Bernhard, Oberarzt an der <a href="/einrichtungen/kinderklinik" rel="ext" target="_blank">UKL-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin</a> und ärztlicher Leiter des Childhood-Hauses. &quot;Unsere ersten Erfahrungen bestätigen diese Einschätzung&quot;, ergänzt Dr. Petra Nickel, die psychologische Leiterin. Jede Woche werden mehrere junge Patienten im Childhood-Haus betreut, Tendenz steigend. In 27 Prozent der Fälle handele sich dabei um einen Verdacht auf sexuellen Missbrauch.<br>Dazu erklärt der sächsische Staatsminister der Justiz Sebastian Gemkow&#58; &quot;Diese Zahlen belegen, wie wichtig das Childhood-Haus ist und sie unterstreichen die Bedeutung eines solchen interdisziplinären und behördenübergreifenden Kompetenzzentrums, in dem Untersuchung, Behandlung und juristische Aufarbeitung miteinander vereint werden.&quot;</p> <p>Wird ein Fall an das Childhood-Team gemeldet, setzt sich die Kette der eng verbundenen Institutionen zwischen Klinik Ämtern, Gericht und Polizei in Bewegung. An erster Stelle stehen dabei die medizinische Versorgung und damit die Sicherung des körperlichen und seelischen Wohls der Betroffenen. &quot;Das ist möglich, weil das Childhood-Haus in Leipzig erstmals direkt in ein Klinikum integriert wurde,&quot; erklärt Andrea Möhringer, Geschäftsführerin der World Childhood Foundation. &quot;Das skandinavische Barnahus-Konzept, auf dem wir hier aufgebaut haben, war bisher nicht so direkt an medizinische Strukturen angebunden.&quot; In Leipzig ergab sich die neue Form durch das große Engagement von Prof. Wieland Kiess, der als Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum das Projekt wesentlich ermöglicht hat. &quot;Das war ein großes Glück, denn auf diese Weise haben wir ein Modell entwickelt, um das uns nun andere Länder beneiden&quot;, sagt Andrea Möhringer. In Deutschland hat das Leipziger Modell schon Nachahmer gefunden - vor wenigen Tagen eröffnete das zweite Childhood-Haus in Heidelberg. Auch in Sachsen soll eine zweite Einrichtung in Dresden folgen. <br>Staatsminister der Justiz Sebastian Gemkow&#58; &quot;Das Staatsministerium der Justiz ist dankbar für Bestrebungen, die gewinnbringende enge örtliche und fachliche Zusammenarbeit auszuweiten. Das Projekt, das den Schutz der schwächsten Mitglieder in unserer Gesellschaft ganz deutlich verbessert, verdient auch künftig die Unterstützung der Sächsischen Staatsregierung.&quot;</p>
Gesund Aufwachsen im Stadtteil<img alt="Eine der vielfältigen Aktionen von „Grünau bewegt sich“&#58; Bunt markierte Wege sorgen für mehr Spielgelegenheiten im Alltag." src="/presse/PressImages/pic_20190923134835_867d6557b8.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-09-22T22:00:00ZLeipzig. Für seinen innovativen Ansatz zur Kindergesundheitsförderung wurde das Leipziger Projekt "Grünau bewegt sich" von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) mit dem Präventionspreis ausgezeichnet. Das Projekt zielt darauf, die Entwicklungschancen von Kindern durch Veränderungen in ihrem direkten Lebensumfeld zu verbessern und dabei Bewohnerinnen und Bewohner miteinzubeziehen. Modellhaft erprobt wird der Ansatz seit fünf Jahren im Leipziger Stadtteil Grünau. Die Sozialwissenschaftlerin Dr. Ulrike Igel von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) nahm den Preis während der 35. Jahrestagung der DAG am 19. September 2019 in Kiel entgegen. <p>Der mit 1.000 Euro dotierte Präventionspreis wird seit 2010 an Projekte verliehen, die ein gesundes Körpergewicht bei Kindern und Jugendlichen fördern und deren Ansatz auf andere Städte übertragbar ist. &quot;Grünau bewegt sich&quot; erfüllt diese Kriterien in besonderer Weise und wurde daher - gemeinsam mit einem weiteren Projekt - von einer unabhängigen Jury aus 15 Bewerbungen ausgewählt. &quot;Die Auszeichnung bestätigt uns in unserem eingeschlagenen Weg und ist gleichzeitig ein wichtiges Signal für alle, die wie wir an der Verbesserung der Lebensbedingungen für Kinder und Familien arbeiten&quot;, freut sich Prof. Wieland Kieß, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig und einer der zwei Projektleiter von &quot;Grünau bewegt sich&quot;.<br><br>Laut aktuellen Studien ist beinahe jedes zehnte Vorschulkind übergewichtig. Je nach Wohnort und Stadtteil sind die Chancen für ein gesundes Aufwachsen unterschiedlich ausgeprägt. Allerdings erreichen traditionelle Strategien zur Gesundheitsförderung Familien in schwierigen sozialen Lagen in der Regel nicht. &quot;Grünau bewegt sich&quot; hat daher einen Ansatz gewählt, der vom Gemeinwesen ausgeht. Das bedeutet&#58; Das Wissenschaftlerteam hat die Interessen und Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils erkundet, berücksichtigt und daraus Handlungsmöglichkeiten abgeleitet. &quot;Die Anerkennung besonderer Lebens- und Arbeitssituationen und die Stärkung von Selbstwirksamkeit sind elementar für nachhaltige gesundheitsförderliche Veränderungen. Das betrifft alle Beteiligte, also sowohl verantwortliche Akteure - wie Eltern, Erzieher, Lehrer oder Nachbarn - als auch die Kinder selbst&quot;, so Projektleiterin Prof. Gesine Grande von der HTWK Leipzig.<br><br>Im Rahmen von &quot;Grünau bewegt sich&quot; entstanden unterschiedliche Anregungen für mehr Bewegung im Alltag und für eine bessere Ernährung bei Kindern. Beispielsweise markierte das Projektteam gemeinsam mit Grundschulkindern mehrere Wege bunt, um mehr Spielgelegenheiten im Stadtalltag zu bieten. Außerdem entwickelte das Projektteam gemeinsam mit den Kindertagesstätten im Quartier verschiedene Aktionen, die Vorschulkinder spielerisch über gesunde und ungesunde Lebensmittel informieren.<br><br>&quot;Grünau bewegt sich&quot; ist ein Verbundprojekt in Trägerschaft der Stadt Leipzig, das unter Leitung von Prof. Dr. Gesine Grande (HTWK Leipzig) und Prof. Dr. Wieland Kieß (Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig) von vier Mitarbeiterinnen der Universitätsmedizin Leipzig und der HTWK Leipzig von Januar 2015 bis Dezember 2019 umgesetzt wird. Es wird von der AOK PLUS gefördert und von IKK classic und Knappschaft unterstützt. Die Stadt Leipzig wird die Weiterführung der Angebote im kommenden Jahr durch eigene Finanzmittel ermöglichen.</p> <p>&#160;</p> <p class="Default"><strong>Ansprechpartnerin&#58;</strong></p> <p>Ruth Gausche<br>Universitätsmedizin Leipzig<br>Projektkoordination &quot;Grünau bewegt sich&quot;<br>Tel.&#58; +49 341 9726-148<br>E-Mail&#58;&#160;<a style="background-color&#58;transparent;font-size&#58;1em;" href="mailto&#58;ruth.gausche@medizin.uni-leipzig.de">ruth.gausche@medizin.uni-leipzig.de</a></p> <p><strong style="background-color&#58;transparent;font-size&#58;1em;"><br>Pressekontakt&#58;</strong></p> <p>Maria Garz<br>Universitätsmedizin Leipzig<br>Projektkommunikation &quot;Grünau bewegt sich&quot;<br>Tel.&#58; +49 341 9726-144<br>E-Mail&#58; <a style="background-color&#58;transparent;font-size&#58;1em;" href="mailto&#58;maria.garz@medizin.uni-leipzig.de">maria.garz@medizin.uni-leipzig.de</a></p> <p>Dr. Rebecca Schweier<br>HTWK Leipzig, Forschungskommunikation <br>Tel.&#58; +49 341 3076-6385 <br>E-Mail&#58; <a style="background-color&#58;transparent;font-size&#58;1em;" href="mailto&#58;rebecca.schweier@htwk-leipzig.de">rebecca.schweier@htwk-leipzig.de</a></p>
Prof. Kiess: Kinder und ihre Erkrankungen sind etwas Besonderes<img alt="Prof. Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig (UKL)." src="/presse/PressImages/pic_20190912102159_6515dcd99e.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-09-11T22:00:00ZLeipzig. Weil kleinere Kinderkrankenhäuser oft nicht mehr finanzierbar seien, bestehe derzeit die Tendenz, Kinder wieder häufiger in nicht dafür ausgelegten Kliniken für Erwachsene zu behandeln. Dies sei ein Rückschritt ins 18. Jahrhundert, betont Prof. Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), zum Tag des Kinderkrankenhauses am 16. September. <p>Einen Rückfall gleich ins vorvergangene Jahrhundert sieht Prof. Kiess deshalb, weil im 19. Jahrhundert erkannt worden sei, dass Kinder und ihre Erkrankungen etwas Besonderes seien und damals dann die ersten medizinischen<br>Einrichtungen für die Kleinsten gegründet wurden.<br>Nach Ansicht von Prof. Kiess weisen Kinderkrankenhäuser Besonderheiten auf&#58; &quot;Kinder kommen in der Regel mit ihren Eltern, das heißt, Pflegende und Ärzte haben mehr Ansprechpartner und benötigen mehr Zeit.&quot; Auch seien Kinder schwieriger zu untersuchen, meist verstünden sie noch nicht, worum es gehe. &quot;Zudem müssen Kinderärzte oftmals andere Geräte für die gleichen Untersuchungen wie ihre Kollegen aus der Erwachsenenmedizin nutzen, man denke hier nur an eine Magenspiegelung bei einem Säugling oder an eine Magnetresonanztomographie, die MRT. Hier brauchen wir bei unseren Patienten zum Teil sogar eine Narkose&quot;, so der UKL-Klinikdirektor weiter. &quot;Diese und andere Dinge machen ein Kinderkrankenhaus aus&quot;, betont er.<br>Kinderärzte, so Kiess, arbeiteten in der Regel interdisziplinär&#58; &quot;Die Breite an Erkrankungen ist höher als in Einzelkliniken im Erwachsenenbereich, daher muss eine Kinderklinik eigentlich alle medizinischen Fächer abbilden&quot;, erklärt er.<br>Im derzeitigen Krankenhausfinanzierungssystem werde dieser Mehraufwand nur ungenügend dargestellt, sagt Prof. Kiess. Dies könne dann eben zur Aufgabe kleinerer Häuser und zu seiner Befürchtung führen, die Errungenschaften des 19. Jahrhunderts - das Besondere an Kindern und ihren Krankheiten zu erkennen - wieder mehr und mehr aufzugeben.</p>
Teilnehmer an Beratungs-Studie gesucht2019-08-28T22:00:00ZLeiden Kinder oder Jugendliche an einer seltenen Erkrankung, sind alle Familienmitglieder betroffen. "Es muss ja der normale Alltag gemeistert werden, da sind Eltern und Geschwister gefordert", so Henrike Wandrer von der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Leipzig. Um den Angehörigen bei der Bewältigung möglicher Belastungen zu helfen, wird ein spezielles Beratungskonzept für Familien mit Kindern, die von einer seltenen Erkrankung betroffen sind, wissenschaftlich überprüft. "Dafür bitten wir entsprechende Familien um ihre Teilnahme." <p>Die Voraussetzung ist nicht eine diagnostizierte seltene Erkrankung; schon der Verdacht auf eine solche reicht aus. Alle teilnehmenden Familienmitglieder erhalten eine umfangreiche Diagnostik, danach erfolgen regelmäßig Familiengespräche oder Online-Behandlungen. Nur eine kleine Gruppe Familien erhält zwar die Diagnostik, aber keine spezielle Beratung. &quot;Spätestens nach 18 Monaten können wir einschätzen, ob und wie die psychosoziale Versorgung der Familien verbessert wird&quot;, so <a href="/einrichtungen/medizinische-psychologie" rel="ext" target="_blank">Henrike Wandrer</a>.</p> <p>Die Studie wird im Rahmen des deutschlandweiten Verbundprojekts CARE-FAM-NET in Kooperation mit der <a href="http&#58;//kik.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Kinderklinik</a> und dem <a href="/einrichtungen/uzsel" rel="ext" target="_blank">Zentrum für seltene Erkrankungen</a> des Uniklinikums Leipzig durchgeführt. CARE-FAM-NET ist ein Zusammenschluss von Kinderkliniken, Krankenkassen, Selbsthilfeorganisationen, evaluierenden Instituten und psychosozialen Zentren unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Kontakt für Fragen und zur Teilnahmemeldung&#58;</strong></p> <p>E-Mail&#58; <a href="mailto&#58;henrike.wandrer@medizin.uni-leipzig.de">henrike.wandrer@medizin.uni-leipzig.de</a></p> <p>Telefon&#58; 0341/97-15352</p> <p>www.carefamnet.org</p>

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