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Pressemitteilungen

 

 

Ein Schutzraum für Kinder, der gebraucht wird<img alt="Seit einem Jahr besteht am UKL Deutschlands erstes Childhood-Haus, ein Schutzraum für die medizinische und juristische Aufarbeitung von Gewalt- und Missbrauchsfällen bei Kindern und Jugendlichen. Leider belegen steigende Zahlen, dass die Einrichtung dringend benötigt wird." src="/presse/PressImages/pic_20190930134513_3b9c7c18ec.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-09-29T22:00:00ZLeipzig. Vor einem Jahr wurde am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) das erste Childhood-Haus in Deutschland eröffnet. In dieser besonderen Einrichtung werden Kinder und Jugendliche, die Gewalt und Missbrauch erfahren haben, auf eine neue Art umfassend betreut. Das Leipziger Childhood-Haus ist ein Gemeinschaftsprojekt des UKL und der World Childhood Foundation, die weltweit Projekte unterstützt. <p>Das <a href="/Seiten/childhood-haus-leipzig.aspx" rel="ext" target="_blank">Childhood-Haus</a> bietet Kindern und Jugendlichen nach traumatisierenden Ereignissen einen Schutzraum, in dem die medizinische und juristische Aufarbeitung von Gewalt- und Missbrauchsfällen so schonend wie möglich erfolgt. Dafür verbindet die am Universitätsklinikum beheimatete Einrichtung ärztliche Untersuchungsräume mit Befragungszimmern. Zur Betreuung eines Falls kommt hier speziell geschultes Personal aus Medizin, Justiz, Polizei und Ämtern zusammen. Das Ziel ist, den Opfern wiederholte Aussagen und Untersuchungen zu ersparen.</p> <p>Zwölf Monate nach der feierlichen Eröffnung durch Königin Silvia von Schweden, der Gründerin der World Cildhood Foundation, hat sich die Notwendigkeit eines solchen Schutzraumes bestätigt. &quot;Wir sind davon ausgegangen, dass wir etwa 300 Kinder und Jugendliche im Jahr hier betreuen werden&quot;, erklärt Dr. Matthias Bernhard, Oberarzt an der <a href="/einrichtungen/kinderklinik" rel="ext" target="_blank">UKL-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin</a> und ärztlicher Leiter des Childhood-Hauses. &quot;Unsere ersten Erfahrungen bestätigen diese Einschätzung&quot;, ergänzt Dr. Petra Nickel, die psychologische Leiterin. Jede Woche werden mehrere junge Patienten im Childhood-Haus betreut, Tendenz steigend. In 27 Prozent der Fälle handele sich dabei um einen Verdacht auf sexuellen Missbrauch.<br>Dazu erklärt der sächsische Staatsminister der Justiz Sebastian Gemkow&#58; &quot;Diese Zahlen belegen, wie wichtig das Childhood-Haus ist und sie unterstreichen die Bedeutung eines solchen interdisziplinären und behördenübergreifenden Kompetenzzentrums, in dem Untersuchung, Behandlung und juristische Aufarbeitung miteinander vereint werden.&quot;</p> <p>Wird ein Fall an das Childhood-Team gemeldet, setzt sich die Kette der eng verbundenen Institutionen zwischen Klinik Ämtern, Gericht und Polizei in Bewegung. An erster Stelle stehen dabei die medizinische Versorgung und damit die Sicherung des körperlichen und seelischen Wohls der Betroffenen. &quot;Das ist möglich, weil das Childhood-Haus in Leipzig erstmals direkt in ein Klinikum integriert wurde,&quot; erklärt Andrea Möhringer, Geschäftsführerin der World Childhood Foundation. &quot;Das skandinavische Barnahus-Konzept, auf dem wir hier aufgebaut haben, war bisher nicht so direkt an medizinische Strukturen angebunden.&quot; In Leipzig ergab sich die neue Form durch das große Engagement von Prof. Wieland Kiess, der als Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum das Projekt wesentlich ermöglicht hat. &quot;Das war ein großes Glück, denn auf diese Weise haben wir ein Modell entwickelt, um das uns nun andere Länder beneiden&quot;, sagt Andrea Möhringer. In Deutschland hat das Leipziger Modell schon Nachahmer gefunden - vor wenigen Tagen eröffnete das zweite Childhood-Haus in Heidelberg. Auch in Sachsen soll eine zweite Einrichtung in Dresden folgen. <br>Staatsminister der Justiz Sebastian Gemkow&#58; &quot;Das Staatsministerium der Justiz ist dankbar für Bestrebungen, die gewinnbringende enge örtliche und fachliche Zusammenarbeit auszuweiten. Das Projekt, das den Schutz der schwächsten Mitglieder in unserer Gesellschaft ganz deutlich verbessert, verdient auch künftig die Unterstützung der Sächsischen Staatsregierung.&quot;</p>
Gesund Aufwachsen im Stadtteil<img alt="Eine der vielfältigen Aktionen von „Grünau bewegt sich“&#58; Bunt markierte Wege sorgen für mehr Spielgelegenheiten im Alltag." src="/presse/PressImages/pic_20190923134835_867d6557b8.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-09-22T22:00:00ZLeipzig. Für seinen innovativen Ansatz zur Kindergesundheitsförderung wurde das Leipziger Projekt "Grünau bewegt sich" von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) mit dem Präventionspreis ausgezeichnet. Das Projekt zielt darauf, die Entwicklungschancen von Kindern durch Veränderungen in ihrem direkten Lebensumfeld zu verbessern und dabei Bewohnerinnen und Bewohner miteinzubeziehen. Modellhaft erprobt wird der Ansatz seit fünf Jahren im Leipziger Stadtteil Grünau. Die Sozialwissenschaftlerin Dr. Ulrike Igel von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) nahm den Preis während der 35. Jahrestagung der DAG am 19. September 2019 in Kiel entgegen. <p>Der mit 1.000 Euro dotierte Präventionspreis wird seit 2010 an Projekte verliehen, die ein gesundes Körpergewicht bei Kindern und Jugendlichen fördern und deren Ansatz auf andere Städte übertragbar ist. &quot;Grünau bewegt sich&quot; erfüllt diese Kriterien in besonderer Weise und wurde daher - gemeinsam mit einem weiteren Projekt - von einer unabhängigen Jury aus 15 Bewerbungen ausgewählt. &quot;Die Auszeichnung bestätigt uns in unserem eingeschlagenen Weg und ist gleichzeitig ein wichtiges Signal für alle, die wie wir an der Verbesserung der Lebensbedingungen für Kinder und Familien arbeiten&quot;, freut sich Prof. Wieland Kieß, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig und einer der zwei Projektleiter von &quot;Grünau bewegt sich&quot;.<br><br>Laut aktuellen Studien ist beinahe jedes zehnte Vorschulkind übergewichtig. Je nach Wohnort und Stadtteil sind die Chancen für ein gesundes Aufwachsen unterschiedlich ausgeprägt. Allerdings erreichen traditionelle Strategien zur Gesundheitsförderung Familien in schwierigen sozialen Lagen in der Regel nicht. &quot;Grünau bewegt sich&quot; hat daher einen Ansatz gewählt, der vom Gemeinwesen ausgeht. Das bedeutet&#58; Das Wissenschaftlerteam hat die Interessen und Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils erkundet, berücksichtigt und daraus Handlungsmöglichkeiten abgeleitet. &quot;Die Anerkennung besonderer Lebens- und Arbeitssituationen und die Stärkung von Selbstwirksamkeit sind elementar für nachhaltige gesundheitsförderliche Veränderungen. Das betrifft alle Beteiligte, also sowohl verantwortliche Akteure - wie Eltern, Erzieher, Lehrer oder Nachbarn - als auch die Kinder selbst&quot;, so Projektleiterin Prof. Gesine Grande von der HTWK Leipzig.<br><br>Im Rahmen von &quot;Grünau bewegt sich&quot; entstanden unterschiedliche Anregungen für mehr Bewegung im Alltag und für eine bessere Ernährung bei Kindern. Beispielsweise markierte das Projektteam gemeinsam mit Grundschulkindern mehrere Wege bunt, um mehr Spielgelegenheiten im Stadtalltag zu bieten. Außerdem entwickelte das Projektteam gemeinsam mit den Kindertagesstätten im Quartier verschiedene Aktionen, die Vorschulkinder spielerisch über gesunde und ungesunde Lebensmittel informieren.<br><br>&quot;Grünau bewegt sich&quot; ist ein Verbundprojekt in Trägerschaft der Stadt Leipzig, das unter Leitung von Prof. Dr. Gesine Grande (HTWK Leipzig) und Prof. Dr. Wieland Kieß (Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig) von vier Mitarbeiterinnen der Universitätsmedizin Leipzig und der HTWK Leipzig von Januar 2015 bis Dezember 2019 umgesetzt wird. Es wird von der AOK PLUS gefördert und von IKK classic und Knappschaft unterstützt. Die Stadt Leipzig wird die Weiterführung der Angebote im kommenden Jahr durch eigene Finanzmittel ermöglichen.</p> <p>&#160;</p> <p class="Default"><strong>Ansprechpartnerin&#58;</strong></p> <p>Ruth Gausche<br>Universitätsmedizin Leipzig<br>Projektkoordination &quot;Grünau bewegt sich&quot;<br>Tel.&#58; +49 341 9726-148<br>E-Mail&#58;&#160;<a style="background-color&#58;transparent;font-size&#58;1em;" href="mailto&#58;ruth.gausche@medizin.uni-leipzig.de">ruth.gausche@medizin.uni-leipzig.de</a></p> <p><strong style="background-color&#58;transparent;font-size&#58;1em;"><br>Pressekontakt&#58;</strong></p> <p>Maria Garz<br>Universitätsmedizin Leipzig<br>Projektkommunikation &quot;Grünau bewegt sich&quot;<br>Tel.&#58; +49 341 9726-144<br>E-Mail&#58; <a style="background-color&#58;transparent;font-size&#58;1em;" href="mailto&#58;maria.garz@medizin.uni-leipzig.de">maria.garz@medizin.uni-leipzig.de</a></p> <p>Dr. Rebecca Schweier<br>HTWK Leipzig, Forschungskommunikation <br>Tel.&#58; +49 341 3076-6385 <br>E-Mail&#58; <a style="background-color&#58;transparent;font-size&#58;1em;" href="mailto&#58;rebecca.schweier@htwk-leipzig.de">rebecca.schweier@htwk-leipzig.de</a></p>
Prof. Kiess: Kinder und ihre Erkrankungen sind etwas Besonderes<img alt="Prof. Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig (UKL)." src="/presse/PressImages/pic_20190912102159_6515dcd99e.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-09-11T22:00:00ZLeipzig. Weil kleinere Kinderkrankenhäuser oft nicht mehr finanzierbar seien, bestehe derzeit die Tendenz, Kinder wieder häufiger in nicht dafür ausgelegten Kliniken für Erwachsene zu behandeln. Dies sei ein Rückschritt ins 18. Jahrhundert, betont Prof. Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), zum Tag des Kinderkrankenhauses am 16. September. <p>Einen Rückfall gleich ins vorvergangene Jahrhundert sieht Prof. Kiess deshalb, weil im 19. Jahrhundert erkannt worden sei, dass Kinder und ihre Erkrankungen etwas Besonderes seien und damals dann die ersten medizinischen<br>Einrichtungen für die Kleinsten gegründet wurden.<br>Nach Ansicht von Prof. Kiess weisen Kinderkrankenhäuser Besonderheiten auf&#58; &quot;Kinder kommen in der Regel mit ihren Eltern, das heißt, Pflegende und Ärzte haben mehr Ansprechpartner und benötigen mehr Zeit.&quot; Auch seien Kinder schwieriger zu untersuchen, meist verstünden sie noch nicht, worum es gehe. &quot;Zudem müssen Kinderärzte oftmals andere Geräte für die gleichen Untersuchungen wie ihre Kollegen aus der Erwachsenenmedizin nutzen, man denke hier nur an eine Magenspiegelung bei einem Säugling oder an eine Magnetresonanztomographie, die MRT. Hier brauchen wir bei unseren Patienten zum Teil sogar eine Narkose&quot;, so der UKL-Klinikdirektor weiter. &quot;Diese und andere Dinge machen ein Kinderkrankenhaus aus&quot;, betont er.<br>Kinderärzte, so Kiess, arbeiteten in der Regel interdisziplinär&#58; &quot;Die Breite an Erkrankungen ist höher als in Einzelkliniken im Erwachsenenbereich, daher muss eine Kinderklinik eigentlich alle medizinischen Fächer abbilden&quot;, erklärt er.<br>Im derzeitigen Krankenhausfinanzierungssystem werde dieser Mehraufwand nur ungenügend dargestellt, sagt Prof. Kiess. Dies könne dann eben zur Aufgabe kleinerer Häuser und zu seiner Befürchtung führen, die Errungenschaften des 19. Jahrhunderts - das Besondere an Kindern und ihren Krankheiten zu erkennen - wieder mehr und mehr aufzugeben.</p>
Teilnehmer an Beratungs-Studie gesucht2019-08-28T22:00:00ZLeiden Kinder oder Jugendliche an einer seltenen Erkrankung, sind alle Familienmitglieder betroffen. "Es muss ja der normale Alltag gemeistert werden, da sind Eltern und Geschwister gefordert", so Henrike Wandrer von der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Leipzig. Um den Angehörigen bei der Bewältigung möglicher Belastungen zu helfen, wird ein spezielles Beratungskonzept für Familien mit Kindern, die von einer seltenen Erkrankung betroffen sind, wissenschaftlich überprüft. "Dafür bitten wir entsprechende Familien um ihre Teilnahme." <p>Die Voraussetzung ist nicht eine diagnostizierte seltene Erkrankung; schon der Verdacht auf eine solche reicht aus. Alle teilnehmenden Familienmitglieder erhalten eine umfangreiche Diagnostik, danach erfolgen regelmäßig Familiengespräche oder Online-Behandlungen. Nur eine kleine Gruppe Familien erhält zwar die Diagnostik, aber keine spezielle Beratung. &quot;Spätestens nach 18 Monaten können wir einschätzen, ob und wie die psychosoziale Versorgung der Familien verbessert wird&quot;, so <a href="/einrichtungen/medizinische-psychologie" rel="ext" target="_blank">Henrike Wandrer</a>.</p> <p>Die Studie wird im Rahmen des deutschlandweiten Verbundprojekts CARE-FAM-NET in Kooperation mit der <a href="http&#58;//kik.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Kinderklinik</a> und dem <a href="/einrichtungen/uzsel" rel="ext" target="_blank">Zentrum für seltene Erkrankungen</a> des Uniklinikums Leipzig durchgeführt. CARE-FAM-NET ist ein Zusammenschluss von Kinderkliniken, Krankenkassen, Selbsthilfeorganisationen, evaluierenden Instituten und psychosozialen Zentren unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Kontakt für Fragen und zur Teilnahmemeldung&#58;</strong></p> <p>E-Mail&#58; <a href="mailto&#58;henrike.wandrer@medizin.uni-leipzig.de">henrike.wandrer@medizin.uni-leipzig.de</a></p> <p>Telefon&#58; 0341/97-15352</p> <p>www.carefamnet.org</p>
Künstliche Bauchspeicheldrüse für Kleinkinder mit Typ 1-Diabetes erfolgreich getestet<img alt="Von „Hybrid closed-loop“, einer Art künstlicher Bauchspeicheldrüse, versprechen sich Diabetologen wie Dr. Thomas Kapellen eine Menge. Der Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKL betreut etwa 400 Kinder und Jugendliche mit Diabetes." src="/presse/PressImages/pic_20190816094209_8267ab848b.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-08-15T22:00:00ZLeipzig. An Diabetes Typ 1 können bereits Kleinkinder unter sieben Jahren erkranken. Ihr Körper kann dann den Blutzuckerspiegel nicht selbst regulieren, die Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin mehr. Daher ist eine lebenslange Insulinbehandlung notwendig. Für Eltern und Betreuer der betroffenen Kinder bedeutet dies eine intensive Betreuung rund um die Uhr. Das EU-finanzierte Projekt "KidsAP" (The artificial pancreas in children aged 1 to 7 years with type 1 diabetes) arbeitet daran, mit einer künstlichen Bauchspeicheldrüse die Behandlung von Typ-1-Diabetes bei Kindern zwischen einem und sieben Jahren grundlegend zu verändern. Beteiligt an einer erfolgreich abgeschlossenen internationalen Pilotstudie war auch das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) mit Dr. Thomas Kapellen, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin und Leiter der Kinderarztpraxis im MedVZ des UKL. Die nun in den Fachzeitschriften "Pediatric Diabetes" und "Diabetes Care" publizierten Ergebnisse könnten nach Ansicht des UKL-Mediziners dazu beitragen, das Leben der sehr jungen Betroffenen und derjenigen Menschen, die sich um sie kümmern, zu erleichtern und zu verbessern. Eine größere Nachfolgestudie startet im Herbst. <p>Dr. Thomas Kapellen betreut am <a href="http&#58;//kik.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">UKL</a> etwa 400 Kinder und Jugendliche mit Diabetes. Die meisten von ihnen nutzen eine Insulinpumpe, eine geringere Anzahl den &quot;Pen&quot;, eine Art Stift zum täglichen Spritzen. &quot;Die Diabetes-Technologie hat sich weiterentwickelt&quot;, sagt er, &quot;moderne Insulinpumpen kommunizieren heute über Funk mit Sensoren, die im Unterhaut-Fettgewebe liegen und dort eine kontinuierliche Glukosemessung vornehmen.&quot; Anhand dieser Sensordaten könne die neueste Geräte-Generation Entscheidungen treffen, um Unterzuckerungen zu vermeiden und beispielsweise die Insulin-Dosis zu reduzieren.</p> <p><strong>Drei Komponenten&#58; Pumpe, Sensor, Smartphone</strong><br>Die künstliche Bauchspeicheldrüse geht einen Schritt weiter. Vorstellen kann man es sich als ein tragbares medizinisches System, welches mittels digitaler Technologie die Insulinverabreichung vollautomatisch übernimmt. Zu Pumpe und Sensor kommt als dritte Komponente nun noch ein Smartphone mit einer speziellen App hinzu. Sie enthält einen Algorithmus, der mittels der Sensordaten die Insulindosis berechnet, die Pumpe steuert und somit die Basalrate, also den Grundbedarf an Insulin, reduzieren, aber eben auch erhöhen kann. &quot;Hybrid closed-loop&quot; heißt dieses System, von dem sich Diabetologen wie Dr. Kapellen einen Riesengewinn versprechen. &quot;In Ruhephasen, in der Nacht und zwischen den Mahlzeiten arbeitet das System völlig autark&quot;, erläutert der UKL-Experte, &quot;nur zu den Mahlzeiten muss der Anwender selbst noch aktiv werden, deswegen der Zusatz 'hybrid'.&quot;</p> <p><strong>Kein verdünntes Insulin nötig</strong><br>&quot;Erstmals ist diese Art des Systems nun bei einer so jungen Altersgruppe getestet worden&quot;, hebt Kapellen hervor. Kinder in diesem Alter hätten einen sehr niedrigen Insulinbedarf, auch bestünden enorm hohe Sicherheitsanforderungen wegen des geringen Alters der Studienteilnehmer, nennt er als Gründe hierfür. Die von Prof. Roman Hovorka von der University of Cambridge (Großbritannien) geleitete Pilotstudie sollte herausfinden, ob für die Verwendung der künstlichen Bauchspeicheldrüse bei Kleinstkindern das Insulin verdünnt werden müsste. Dafür wurden 24 Mädchen und Jungen zwischen 18 Monaten und sieben Jahren in Großbritannien, Luxemburg, Österreich und am Leipziger Universitätsklinikum rekrutiert. Sie erhielten mittels des &quot;Closed-loop&quot;-Systems jeweils drei Wochen lang verdünntes Insulin und drei Wochen lang solches in Standardstärke. Ergebnis&#58; Es gibt keine Unterschiede. Kinder, welche die künstliche Bauchspeicheldrüse verwendeten, benötigen kein verdünntes Insulin - ein großer Vorteil, da Insulin mit Standardstärke sicherer und einfacher überwacht werden kann, und ein wichtiges Vorergebnis für die Nachfolgestudie.</p> <p><strong>System entlastet Eltern</strong><br>Auch Eltern und Betreuer von erkrankten Kindern würden von solch einem System in hohem Maß profitieren, müssen sie im Moment doch beispielsweise selbst in der Nacht zum Teil mehrfach nach den Zuckerwerten schauen. &quot;Die Eltern der 24 Probanden in unserer Pilotstudie haben dem System vertraut&quot;, berichtet Dr. Kapellen, &quot;sie schliefen besser und mussten nicht ständig aufstehen.&quot; Bei Kindern der untersuchten Altersgruppe ändere sich der Insulinbedarf außerdem von Stunde zu Stunde, so der Diabetologe, auch dafür sei das System optimal, da es sich daran anpassen könne, egal, wo sich die Kinder gerade aufhielten.</p> <p>Die zweite, größere und ebenfalls EU-finanzierte &quot;KidsAP&quot;-Nachfolgestudie mit dann 84 Kindern und einer Dauer von einem Jahr ist in Cambridge bereits gestartet, am UKL als einzigem deutschen Studienzentrum geht es im Herbst los. &quot;Wir haben viele interessierte Patienten&quot;, sagt Dr. Kapellen, &quot;und alle Eltern aus der Pilotstudie wollen sowieso wieder mitmachen.&quot;</p>

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