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Barrett-Ösophagus und ösophageales Adenokarzinom (EAC)

​Die Inzidenz des Barrett-Karzinoms ist in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen. Das Barrett-Karzinom macht ca. 2 Prozent aller Krebsneuerkrankungen in Deutschland aus und ist somit eine relativ seltene Tumorerkrankung. Allerdings ist es auch von einer starken Aggressivität geprägt, da es oft erst in den fortgeschrittenen Stadien T3/4 diagnostiziert wird.

Ein bekannter Risikofaktor für die Entwicklung eines ösophagealen Adenokarzinoms (EAC) ist der Barrett-Ösophagus, eine Metaplasie des Epithels des distalen Ösophagus. Diese wird mit einer langen Historie eines gastroösophagealen Refluxes in Verbindung gebracht.

Im Rahmen unserer aktuellen Forschungsarbeiten zum Barrett-Ösophagus und -Karzinom interessieren wir uns für Aberrationen in einzelnen, den Barrett-Ösophagus charakterisierende Signalwege (Wnt-Signalweg www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26297437; www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24481601 und Keap1-Nrf2-Signalweg). Beide Signalwege sind im Barrett-Ösophagus  und im -Karzinom stark aktiviert. Dies trägt zum einen zu einem unkontrollierten Wachstum der Karzinomzellen und zur Ausprägung von Resistenzmechanismen bei. Ein Vergleich der beiden EAC Zelllinien OE33 und OE19 zeigt, dass die Zelllinie OE19 5-FU-resistent ist. Nach Inhibition von Nrf2 mittels Trigonellin lässt sich der IC50 für 5-FU auf  5,70µM senken.

Begleitet werden diese Studien durch eine umfangreiche epidemiologische, genetische und molekularbiologische Erfassung von Patienten mit Barrett-Ösophagus und -Karzinom, um die Pathogenese und die Progression dieser Erkrankung besser zu verstehen. Zentraler Bestandteil dieser Untersuchungen ist das g4b Projekt ("genes for barrett‘s"), in dem mittels genomweiten Assoziations-Analyse (GWAS) nach genetischen Risikovarianten des Barrett-Ösophagus und -karzinom gefahndet wird. Es handelt sich dabei um das weltweit größte Projekt dieser Art und es konnten bis jetzt über 4.000 Patienten mit Barrett-Ösophagus oder -Karzinom eingeschlossen werden.

Die hierbei für das EAC und den Barrett-Ösophagus identifizierten Risikovarianten gilt es nun molekularbiologisch einzuordnen und in bekannte und neue Pathogenitätsmodelle zu überführen. Zu den kürzlich identifizierten Risikogenen gehören u.a. HTR3C und ABCC5 www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27527254

Ein weiterer Schwerpunkt unserer aktuellen Fragestellungen liegt darin, eine Barrett-Biobank mit korrespondierenden Blut- und Gewebeproben (Metaplasie / Dysplasie / EAC) und gesundem Kontrollbiopsien aus ein und dem selben Patienten zu sammeln. Des weiteren erfolgt eine umfangreiche Dokumentierung des Krankheitsverlaufs, der Lebensgewohnheiten und -umstände, um Mediatoren der Transition der Barrett-Metaplasie hin zum Karzinom zu verstehen. Hierbei wird den Patienten auch ein umfangreiches Schulungsmaterial und ein Selbsthilfeportal zur Verfügung gestellt.

 

 

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