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Erkrankungen der Nebenniere

Die zwei Nebennieren liegen links und rechts im sogenannten Retroperitoneum am oberen Pol der Nieren und sind etwa 3 cm groß. Sie produzieren mehrere lebenswichtige Hormone. Nebennierenerkrankungen sind selten und meist gutartig.

​Anatomische Lage der Nebennieren


Eine Operation an der Nebenniere ist notwendig bei Überproduktion der Hormone oder bei  großen Tumoren (> 4cm) mit Krebsverdacht. Die Hormonüberproduktion führt zu folgenden Symptomen:

  • Hoher Blutdruck, Herzrasen, Kopfschmerzen (sogenanntes Phäochromozytom mit Überproduktion von Adrenalin und Noradrenalin)
  • Hoher Blutdruck, Kaliummangel (sogenanntes Conn-Syndrom mit Überproduktion von Aldosteron)
  • Gewichtszunahme, Vollmondgesicht, Hautveränderungen (sogenanntes Cushing-Syndrom mit Überproduktion von Cortisol) 

Die notwendigen Untersuchungen werden meist von den Kollegen der Endokrinologie veranlasst. Diese umfassen spezielle Blutuntersuchungen und  eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), um Knoten in der Nebenniere sichtbar zu machen. Beim Conn-Syndrom ist oft eine weitere radiologische Untersuchung notwendig, um die Hormonproduktion seitengetrennt in beiden Nebennieren zu bestimmen. 

In unserer endokrin-chirurgischen Sprechstunde besprechen wir mit Ihnen die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und planen dann ggf. eine Operation. Bei einem Vorstellungsgespräch werden Sie ausführlich über mögliche operative, aber auch alternative Therapiemöglichkeiten aufgeklärt.

Welche Vorbereitung ist nötig?

​Die Vorbereitung zur Operation erfolgt ambulant einige Tage vor dem Operationstermin. Sie umfasst eine Blutentnahme  und ein Aufklärungsgespräch mit dem Narkosearzt. Sie werden dann am Morgen der Operation stationär aufgenommen. Bei einem Phäochromozytom muss meist eine medikamentöse Vorbehandlung ambulant erfolgen, um eine Blutdruckkrise während der Operation zu vermeiden.

 

Wie wird die Operation durchgeführt?

​Die Operation erfolgt in Vollnarkose minimal-invasiv mit der Schlüssellochtechnik. Während der Operation wird mittels Ultraschalluntersuchung entschieden, ob nur der Tumorknoten oder die gesamte Nebenniere entfernt wird. Dies hängt vor allem von der Lage des Knotens ab. Nur bei Verdacht auf Nebennierenkrebs bei sehr großen Tumoren sollte eine offene Operation erfolgen, um den Tumor möglichst radikal zu entfernen.

Die Operation erfordert viel Erfahrung und muss sehr sorgfältig erfolgen, um Verletzungen von anderen Organen und die Verletzung der Nebennierenkapsel zu vermeiden. Zum Verschluss der Wunde benutzen wir Fäden, die sich von allein auflösen, damit ist kein Fadenzug erforderlich.

Was passiert nach der Operation?

​Nach kurzem Aufenthalt (2 Stunden) im Aufwachraum werden Sie auf die Normalstation gebracht. Dort dürfen Sie aufstehen, essen und trinken und auch bereits Besuch empfangen. Die meisten Patienten entwickeln lediglich leichte bis mittelschwere Wundschmerzen. Diese werden mit Schmerzmitteln behandelt und dauern in der Regel nur zwei Tage an, genauso wie ein eventuell entstehendes Völlegefühl. 

Am ersten Tag nach der Operation werden die Blutwerte kontrolliert. Beim Phäochromozytom normalisiert sich schon während der Operation der Hormonspiegel und der Blutdruck, beim Conn-Syndrom und Cushing-Syndrom dauert es mehrere Wochen, bis die Hormonwerte ausgeglichen sind und die Symptome verschwinden. Am zweiten Tag bis vierten Tag erfolgt die Entlassung.

Welche Langzeitfolgen sind zu erwarten?

​Eine dauerhafte Medikamenteneinnahme ist in der Regel nicht notwendig, da die zweite Nebenniere genügend Hormon produziert. Sie sollten aber in der ersten Zeit nach der Operation regelmäßig zu Ihrem Endokrinologen zur Nachsorge gehen.

 

Sprechstunde Endokrine Chirurgie

​Informationen zur Sprechstunde Endokrine Chirurgie finden Sie hier.

Literatur

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