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Pressemitteilungen

 

 

Erfahrung bei seltenen Krebsfällen<img alt="Privatdozent Dr. Sigmar Stelzner (Mi.), Stellvertretender Bereichsleiter Viszeralchirurgie, am Bett einer Patientin, die mit dem Verfahren HIPEC behandelt wurde. Das UKL ist nun eines von bundesweit sieben zertifizierten „Kompetenzzentren für die Chirurgie der bösartigen Erkrankungen des Peritoneums“." src="/presse/PressImages/pic_20240325103911_900fe92840.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2024-03-24T23:00:00ZLeipzig. Der Bereich Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ist gemeinsam mit vielen Partnern des Universitären Krebszentrums Leipzig erfolgreich als "Kompetenzzentrum für die Chirurgie der bösartigen Erkrankungen des Peritoneums" zertifiziert worden. Das UKL ist damit eines von nur sieben solcher Zentren bundesweit und das einzige in den ostdeutschen Bundesländern. Die Zertifizierung ergänzt die im Krebszentrum gebündelte onkologische Expertise am UKL um einen weiteren wichtigen Baustein. Gebraucht wird diese Kompetenz bei Krebserkrankungen mit Beteiligung des Bauchfells. Die Ausbreitung der Krebserkrankung über eine große Organfläche führt oftmals zu erheblichen körperlichen Beschwerden und einer kritischen Prognose. <p>Krebserkrankungen im Bereich des Peritoneums, also des Bauchfells, sind eine interdisziplinäre Aufgabe, an der viele medizinische Fächer beteiligt sind. Treten Tumoren am Bauchfell auf, ist die Krebserkrankung in der Regel bereits fortgeschritten und nur noch selten heilbar.&#160;<br>Allerdings stehen den Krebsmedizinern inzwischen Verfahren zur Verfügung, die die Erkrankung stoppen und kontrollieren können. &quot;Dabei nutzen wir eine Kombination aus Operation und einer lokalen Chemotherapie, die während der Operation eingesetzt wird&quot;, erläutert <a href="/einrichtungen/vttg">Privatdozent Dr. Sigmar Stelzner</a>. Der Viszeralchirurg hat große Erfahrungen im Einsatz des HIPEC genannten Verfahrens und hat in den vergangenen anderthalb Jahren erfolgreich daran gearbeitet, das UKL zu einem Kompetenzzentrum für diese besonderen Fälle aufzubauen.&#160;<br>Dass dies gelungen ist, wurde jetzt durch eine Zertifizierung seitens der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) bestätigt. Das Universitätsklinikum Leipzig ist damit eines von nur sieben solcher Zentren bundesweit, an die sich Patient&#58;innen mit Tumoren des Peritoneums wenden können, um eine qualitativ hochwertige und nach neustem technologischem Standard durchgeführte Therapie zu erhalten.</p> <p>&quot;Wir wissen inzwischen aus Studien, dass wir mit dem Einsatz von HIPEC vielen Betroffenen helfen können,&quot;, führt Dr. Stelzner aus. Das Ziel ist es, Lebenszeit bei einer guten Lebensqualität zu schenken, was im Schnitt mit etwa zwei zusätzlichen Jahren gelingt. &quot;Bei etwa jedem vierten Fall kommt der Krebs auch nach fünf Jahren nicht wieder, womit auch eine Heilung möglich wird&quot;, so Stelzner. &#160; &#160;</p> <p><br>Wichtig sei die genaue individuelle Prüfung, ob das komplexe Verfahren für die jeweiligen Patient&#58;innen geeignet sei. Denn die oft zehnstündigen Operationen sind eine Herausforderung für den Organismus. Während des Eingriffs wird zum einen das von Tumorzellen befallene Gewebe entfernt, und zum anderen direkt am Gewebe eine erwärmte Chemotherapielösung, die hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC), angewandt. &quot;Das kommt vor allem dann in Frage, wenn die Tumorerkrankungen noch nicht zu Metastasen an anderen Organen geführt haben und der Allgemeinzustand einen solchen großen Eingriff möglich erscheinen lässt&quot;, führt PD Sigmar Stelzner weiter aus.&#160;</p> <p>20 solcher Fälle konnten 2023 am UKL behandelt werden, wobei jeweils ein großes Team beteiligt war. &quot;Wir sind sehr stolz, dass wir jetzt mit der Zertifizierung als Kompetenzzentrum die Bestätigung für die hohe Qualität unserer Arbeit erhalten haben&quot;, sagt Prof. Florian Lordick, Direktor der <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2">Klinik für Onkologie, Gastroenterologie, Hepatologie und Pneumologie</a> und Leiter des <a href="/einrichtungen/uccl">Universitären Krebszentrums (UCCL)</a> am UKL. &quot;Damit vervollständigen wir unsere onkologische Expertise um einen wichtigen Baustein, wovon unsere schwer kranken Patient&#58;innen ganz unmittelbar profitieren&quot;. &#160;</p>
Inkontinenz und was dagegen hilft2024-03-14T23:00:00ZLeipzig: Immer mehr Menschen in Deutschland haben Schwierigkeiten, die Funktion ihrer Blase oder ihres Darms zu kontrollieren. Schätzungen der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e. V. zufolge sind davon derzeit rund 10 Millionen Männer, Frauen und Kinder betroffen – Tendenz steigend, was an der zunehmenden Alterung der Gesellschaft, vor allem aber daran liegt, dass das Bewusstsein für die Erkrankung wächst. In der Folge gestehen sich immer mehr Menschen ein, selbst auch von Inkontinenz betroffen zu sein. Hilfe und Unterstützung finden sie in Einrichtungen wie dem Kontinenzzentrum des Universitätsklinikums Leipzig (UKL), welches am Samstag, den 23. März 2024, seine Türen für Interessierte öffnet: Beim 12. Patiententag können sie sich informieren und individuell beraten lassen. Angebote aus den Bereichen Ernährungstherapie, Physiotherapie, Industrie und Pflege runden die Veranstaltung ab. <p>Verstopfung, unkontrollierbarer Harndrang, Stuhlverlust - das Spektrum der Funktionsstörungen von Darm und Blase ist groß, ebenso das der Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten. Diese aufzuzeigen sei Anliegen des Patiententags des <a href="/einrichtungen/kontinenzzentrum">Kontinenzzentrums des UKL</a>, sagt der Leiter der Einrichtung Dr. med. Andreas Gonsior. &quot;In diesem Jahr werfen wir einen Blick auf die involvierten Nervenbahnen sowie auf moderne Schrittmachersysteme für die Harnblase und zur Behandlung von Stuhlinkontinenz. Wir geben Einblicke in das Thema Harnwegsinfektion und welche Möglichkeiten der Prophylaxe die pflanzliche Medizin hier bietet. Darüber hinaus zeigen wir aktuelle Trends bei konservativen und operativen Therapieverfahren.&quot;&#160;</p> <p>Unterstützt werden Dr. med. Andreas Gonsior und sein Team dabei von den Expert&#58;innen der im Kontinenzzentrum engagierten Fachbereiche <a href="/einrichtungen/urologie">Urologie</a>, <a href="/einrichtungen/frauenheilkunde">Gynäkologie</a> und <a href="/einrichtungen/vttg">Chirurgie</a>, <a href="/einrichtungen/physikalische-therapie">Physiotherapie</a> und Pflege. Erstmals in diesem Jahr wird auch das <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-3/Seiten/ernaehrungsteam.aspx">Ernährungsteam</a> des UKL vertreten sein. &quot;Von diesem werden wir erfahren, welchen Einfluss der Lebensstil und die Ernährung eines Menschen auf die Funktion seiner Blase oder seines Darms haben kann.&quot;</p> <p>Der Tradition der vergangenen Jahre folgend, stehen Dr. med. Andreas Gonsior und Kolleg&#58;innen im Anschluss an die Vorträge für individuelle Fragen zur Verfügung. Zudem bietet der Patiententag den Teilnehmer&#58;innen verschiedene Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden - sei es in der Diskussion mit Expert&#58;innen und Betroffenen oder auf der Aktionsfläche der Physiotherapie. &#160;&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>12. Patiententag im Kontinenzzentrum des Universitätsklinikums Leipzig&#160;</strong><br>Samstag, 23. März 2024<br>10.00 - 14.00 Uhr<br>Haus 1&#58; Seminarraum 8/9<br><a href="/veranstaltungen/Seiten/Veranstaltung_5998.aspx">www.uniklinikum-leipzig.de/veranstaltungen/Seiten/Veranstaltung_5998.aspx&#160;</a></p>
Dritter „da Vinci“-OP-Roboter am Universitätsklinikum Leipzig in vollem Routineprogramm<img alt="Prof. Martin Lacher (re.), Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am UKL, und Oberarzt Dr. Gabriel Götz operieren mit dem dritten „da Vinci“-OP-Roboter sogar kleine Kinder. Sicherheit für die kleinsten Patient&#58;innen hat dabei immer oberste Priorität." src="/presse/PressImages/pic_20240313103924_28c3938b66.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2024-03-12T23:00:00ZLeipzig. Im April 2019 ging am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) der zweite "da Vinci"-Operationsroboter in Betrieb. Rund fünf Jahre später steht nun den Chirurg:innen der verschiedenen Fachdisziplinen ein weiterer hochmoderner maschineller Assistent zur Verfügung. Damit erweitern sich die Kapazitäten für roboterassistierte Operationen, zum Beispiel in der Kinderchirurgie oder der Viszeralchirurgie, erheblich. Gut für die Patient:innen: Eine noch größere Anzahl an Eingriffen kann nun schonender und schneller durchgeführt werden. <p>Auch &quot;da Vinci&quot; Nummer drei gehört zur neuesten Generation der OP-Roboter. Seit März 2024 ist er zu 100 Prozent in der Routinenutzung. Mehrere Disziplinen teilen sich die Maschine. Vor allem die <a href="/einrichtungen/vttg">Viszeralchirurgie</a>, die <a href="/einrichtungen/frauenheilkunde">Gynäkologie</a>, die <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Kinderchirurgie</a>, aber auch die <a href="/einrichtungen/vttg">Thoraxchirurgie</a> werden den neuen OP-Roboter nutzen.&#160;<br>Andere Disziplinen wie die <a href="/einrichtungen/urologie">Urologie</a>, am UKL unter ihrem Leiter Prof. Jens-Uwe Stolzenburg Vorreiter bei roboter-assistierten OPs, verzeichnet bereits seit Jahren einen hohen Prozentsatz an Eingriffen, die durch den &quot;da Vinci&quot; unterstützt werden können.&#160;<br>&quot;Für mehrere Bereiche werden sich nun die Einsatzmöglichkeiten spürbar erhöhen&quot;, freut sich Prof. Daniel Seehofer, Geschäftsführender Direktor Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, deren Bereiche zum Beispiel stark profitieren.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Eingriffe an Speiseröhre nun zu 100 Prozent robotisch-assistiert möglich</strong><br>Vor allem komplexe Eingriffe würden von der Unterstützung des Roboters profitieren, sagt Prof. Seehofer, zum Beispiel bei komplexen Leber-OPs, aber auch bei chirurgischen Eingriffe an der Speiseröhre, am Enddarm, der Bauchspeicheldrüse oder dem Brustkorb.<br>&quot;Der Roboter ersetzt eben nicht nur konventionelle minimal-invasive Chirurgie, sondern auch teilweise die offene Chirurgie&quot;, so Prof. Seehofer. So ist es zum Beispiel möglich, dank des &quot;da Vinci&quot; den Anteil von minimal-invasiven Leber-Operationen in Zukunft weiter zu erhöhen. Auch komplexe Leberoperationen, die sonst mit geöffneter Bauchdecke erfolgen mussten, können nun schonender durchgeführt werden. &quot;Oder nehmen wir die Speiseröhre&quot;, nennt der UKL-Experte ein weiteres prägnantes Beispiel, &quot;Eingriffe können durch die Erhöhung der robotischen Kapazitäten nun zu 100 Prozent robotisch erfolgen - ein enormer Vorteil für die Patienten, bei diesem komplexen so genannten Zwei-Höhlen-Eingriff in Bauch- und Brustraum&quot;, erklärt Prof. Daniel Seehofer.&#160;</p> <p>Die Kinderchirurgie ist einer der weiteren Bereiche am UKL, die ihren Anteil an Roboter-OPs weiter ausbauen können.&#160; Hierzu meint Prof. Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie&#58; &quot;&quot;Wir haben mit über 50 Operationen gezeigt, dass die robotische Chirurgie im Kindesalter hervorragend einsetzbar ist. Nun geht es darum, das Spektrum der Operationen, die sich für eine Roboter-assistierte OP eignen, zu erweitern. Hier wird es spannend sein, zu beobachten, wie gut durchführbar die OPs bei Kindern zwischen drei und acht Kilogramm Körpergewicht sind. In großen internationalen Zentren sind diesbezügliche Ergebnisse vielversprechend. Was das untere Körpergewicht angeht, werden uns auf jeden Fall sehr langsam herantasten, denn die Sicherheit für unsere kleinen Patient&#58;innen hat immer oberste Priorität.&quot;</p> <p>Auch die UKL-Gynäkologie kann nun ihre Kapazitäten ausbauen und &quot;da Vinci&quot;-assistierte Operationen in weiteren Organgebieten einsetzen. &quot;Die roboter-assistierte Chirurgie in der Gynäkologie ermöglicht unter optimierter Sicht präzisere Bewegungen und somit schonendere Operationen. Bei viele Patientinnen können Bauchschnitte vermieden werden, was zu schnellerer Erholung, weniger Schmerzen und Komplikationen führt. Besonders Patientinnen mit hohem Übergewicht profitieren, da der Body-Mass-Index für die Operabilität weniger relevant wird&quot;, beschreibt Klinikdirektorin Prof. Bahriye Aktas.</p> <p>Ein OP-Roboter vereint viele Vorteile in sich. &quot;Er arbeitet jedoch niemals allein&quot;, betont Prof. Seehofer, &quot;sondern übersetzt die Bewegungen der speziell geschulten Operateur&#58;innen technisch perfekt mithilfe seiner vier Roboterarme, die in der Lage sind, unnötige menschliche Bewegungen herauszufiltern.&quot; Durch die Doppelkonsole können zwei Chirurg&#58;innen gleichzeitig agieren, die Visualisierung ist viel besser und flexibler. &quot;Die beweglichen Gelenke in den Instrumenten der Arme ermöglichen uns viel größere Freiheitsgrade&quot;, sagt Chirurg Seehofer, &quot;nähen geht zum Beispiel viel leichter und schneller als bei der konventionellen laparoskopischen Chirurgie.&quot;&#160;<br>Für ihn liegen die Vorteile robotisch-assistierter Operationen für die Patient&#58;innen klar auf der Hand&#58; &quot;Die Eingriffe werden schonender, Blutverluste werden geringer, die Liegezeiten nach einer OP werden kürzer&quot;, fasst er zusammen.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Erfahrungen gebündelt&#58; &quot;Zentrum für roboterassistierte und navigierte Chirurgie&quot;</strong><br>Das Leipziger Universitätsklinikum setzt bereits seit etlichen Jahren auf den Einsatz moderner Technik im Operationssaal, um die Eingriffe präziser und für Patienten schonender umsetzen zu können. Anfang des Jahres 2021 wurde am UKL das erste &quot;Zentrum für roboterassistierte und navigierte Chirurgie&quot; in Sachsen gegründet. In ihm ist die große, am UKL vorhandene Expertise im Einsatz von roboter-, navigations- und IT-gestützten Systemen im Operationssaal gebündelt und verbindet so Spezialist&#58;innen aus vielen Fachgebieten. &quot;Gemeinsames Ziel ist eine kontinuierliche und einheitliche Entwicklung dieser zukunftsorientierten Chirurgie, um vor allem die Patientensicherheit und die Zahl der Therapieerfolge stetig zu erhöhen und Synergieeffekte in der Behandlungseffektivität wirksam zu nutzen&quot;, erklärt Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der urologischen Klinik des UKL und Zentrumsleiter.&#160;</p> <p>&#160;</p>
Lungentransplantation erfolgreich wieder aufgenommen<img alt="Andreas Pachan (m.) hat die erste Lunge nach Wiederaufnahme des Transplantationsprogramms in Leipzig erhalten. Kurz vor seiner Entlassung trafen seine Ärzte und Betreuer nochmals zusammen (v.l.n.r.)&#58; Prof. Michael Borger, Prof. Hubert Wirtz, Dr. Alexey Dashkevich, Dr. Alexandra Wald, Christine Herber, Prof. Matthias Steinert." src="/presse/PressImages/pic_20240115125221_60f6b0d129.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2024-01-14T23:00:00ZLeipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) und das Herzzentrum Leipzig haben das gemeinsame Lungentransplantationsprogramm wieder aufgenommen. Nach einer fünfjährigen Unterbrechung sind seit dem Neustart im September 2023 von dem neu formierten gemeinsamen Team aus Expert:innen des Herzzentrums und des UKL bereits drei Patienten erfolgreich transplantiert worden. Der Erste kann das Krankenhaus jetzt bereits wieder verlassen. <p>Für Andreas Pachan standen Mitte 2023 die Zeichen nicht sehr gut&#58; Eine seltene Lungenerkrankung, die pulmonale Langerhans-Zell-Histiozytose, hatte seit der Diagnose 1992 unaufhaltsam das Gewebe seiner Lunge zerstört. Eine Transplantation war die letzte Chance für den 52-Jährigen, der seit Jahren am Universitätsklinikum Leipzig in Behandlung war. Seine Lungenfunktion hatte sich in dieser Zeit immer weiter verschlechtert. Dem einst sportlichen Mann fehlte für alles die Luft, selbst das Schuhebinden. An Joggen, Radfahren oder eine Arbeitstätigkeit war gar nicht zu denken. Eine Transplantation in einem weit entfernten Zentrum erschien dem Erfurter nicht machbar. So war es seine Chance, dass die behandelnden Ärzte um Prof. Hubert Wirtz und Dr. Alexandra Wald in der <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/pneumologie">Pneumologie am UKL</a> im September 2023 zusammen mit den Thoraxchirurgen am Uniklinikum und dem <a href="https&#58;//www.helios-gesundheit.de/standorte-angebote/kliniken/leipzig-herzzentrum/">Herzzentrum</a> das ruhende Lungentransplantationsprogramm in Leipzig reaktivierten.&#160;</p> <p>Pachan wurde der 1. Patient, der hier seit fünf Jahren eine neue Lunge erhielt. Sieben Wochen musste er warten, dann kam am 14. November der Anruf, dass ein Organ gefunden wurde. Am selben Abend wurde er im Herzzentrum operiert. Am OP-Tisch stand ein gemischtes Team aus Ärzten beider Kliniken.</p> <p>&#160;</p> <p><strong>12 Stunden operieren für die neue Lunge&#160;</strong></p> <p>&quot;Der Patient war mehrfach voroperiert, dadurch wurde es eine eher komplizierte und damit überdurchschnittlich lange Operation&quot;, berichtet Prof. Matthias Steinert, Leiter des <a href="/einrichtungen/vttg/thoraxchirurgie">Bereichs Thoraxchirurgie</a> am UKL. Der Thoraxchirurg stand mit den Kollegen zwölf Stunden im Operationssaal, um das neue Organ optimal zu übertragen. &quot;Aber die OP verlief planmäßig, nach fünf Stunden hatten wir den entscheidenden ersten Teil geschafft und wussten, die Lunge funktioniert&quot;, so Steinert, der vor seinem Wechsel 2020 nach Leipzig bereits Lungen transplantiert hatte. Jetzt arbeitete er dabei erstmals Hand in Hand mit Dr. Alexey Dashkevich aus dem Herzzentrum. Der Herzchirurg kam 2023 nach Leipzig und brachte ebenfalls große Erfahrungen auf diesem Gebiet mit. &#160; &#160; &#160;&#160;</p> <p>&quot;In diesem Fall haben verschiedene Vorerkrankungen sowie eine schwierige präoperative körperliche Konstitution des Patienten die Transplantation erschwert&quot;, beschreibt er die risikoreiche Situation. &quot;Der Eingriff war daher sehr anspruchsvoll und herausfordernd für alle Beteiligten. Umso erfreulicher ist für uns das positive Ergebnis&quot;, so der Leitender Oberarzt der Universitätsklinik für<a href="https&#58;//www.helios-gesundheit.de/standorte-angebote/kliniken/leipzig-herzzentrum/fachbereiche/herzchirurgie/"> Herzchirurgie</a> am Herzzentrum und Leiter des Herztransplantations(HTX)- und Kunstherz(VAD)-Programm.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Auch für den Patienten war der Eingriff anstrengend&#58; Vier Wochen wurde Andreas Pachan intensivmedizinisch behandelt, erholte sich aufgrund seines vorherigen schlechten Zustands nur langsam und mit kleineren Rückschlägen. Unter anderem muss er jetzt verlorene Muskelmasse wieder aufbauen, das Laufen wieder üben - daher geht es nach dem Klinikaufenthalt auch nicht nach Hause, sondern, wie immer nach einer Lungentransplantation, in eine Rehabilitationsklinik.</p> <p>&quot;Ich hoffe, dass sich meine Beine schnell erholen und ich mein neues Leben nach der Transplantation dann auch richtig genießen kann&quot;, blickt Andreas Pachan nach vorn. Dafür hat er viele Pläne&#58; Ein Fahrrad kaufen und mit seinem Bruder ausfahren. &quot;Und ich möchte mit meinen Töchtern an die Ostsee und am Strand spazieren gehen.&quot;</p> <p>Die Chancen dafür stehen gut, Patienten mit einer neuen Lunge können viele weitere Lebensjahre ganz ohne oder nur mit wenigen Einschränkungen gewinnen. Viele der 240 bisher in Leipzig transplantierten Patient&#58;innen sieht Prof. Hubert Wirtz, Leiter der Pneumologie am UKL, noch heute regelmäßig bei der Nachsorge. &quot;Einer kommt seit 20 Jahren&quot;, so der Lungenexperte, der 1999 mit Chirurgen aus dem Herzzentrum das Leipziger Lungentransplantationsprogramm begonnen hat. &quot;Das ist zwar nicht die Norm, aber auch eine Option, wie das Leben mit dem neuen Organ gerade bei jüngeren Transplantierten verlaufen kann.&quot; Auf jeden Fall werden die Leipziger Ärzte Andreas Pachan auf seinem weiteren Weg begleiten - alle drei Monate wird er künftig zur Nachbetreuung ins Uniklinikum kommen.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Programm gut angelaufen&#160;</strong></p> <p>&quot;Das war die erste Lungentransplantation, die wir seit fünf Jahren am Herzzentrum Leipzig durchgeführt haben. Die gelungene Transplantation ist das Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Leipzig. Durch die interdisziplinäre und klinikübergreifende Kooperation konnten wir dem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen lassen&quot;, resümiert Prof. Michael Borger, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie am Herzzentrum Leipzig, den OP-Erfolg.&#160;</p> <p>&quot;Wir haben durch die sehr gute Zusammenarbeit und Abstimmung &#160;mit dem Herzzentrum Leipzig hier ein fachlich hervorragendes und optimal eingespieltes Team bilden können, das eine solche Kooperation über Einrichtungsgrenzen hinweg möglich macht&quot;, ergänzt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des UKL. &quot;Damit ist das Spektrum der Transplantationen in Sachsen wieder vollständig. Ich bin sicher, dass sich an diesen guten Start viele weitere Organübertragungen anschließen werden, mit denen wir den Menschen hier vor Ort, aber auch überregional helfen können. Die aktuelle Entwicklung stimmt da optimistisch - inzwischen haben wir bereits die dritte Transplantation durchführen können,&quot; so Josten. &#160;</p>
30 Jahre Organtransplantation am Universitätsklinikum Leipzig<img alt="Zum Festakt anlässlich des 30. Jubiläums des Transplantationszentrums am UKL waren neben Angehörigen von Organspendern auch viele Empfänger von Organen anwesend, die sich mit Plakaten für die geschenkten Lebensjahre bedankten." src="/presse/PressImages/pic_20230925150828_0fd26a243f.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2023-09-24T22:00:00ZLeipzig. 30 Jahre Organtransplantation am Universitätsklinikum Leipzig - 30 Jahre Hoffnung für schwerstkranke Menschen. 1993 begann die Geschichte der Transplantation von Lebern und Nieren am UKL. 2513 Organe wurden seitdem verpflanzt, 2513-mal erhielt ein Mensch eine neue Lebenschance. Diese geschenkten Leben wurden möglich durch das Können der Mediziner und vieler weiterer Mitarbeiter, aber vor allem durch die Bereitschaft von Menschen, als Organspender anderen zu helfen. Dieser Aspekt stand daher auch im Mittelpunkt der Feier zum 30. Jubiläum am 25. September 2023. <p>Zusammen mit etwa 150 geladenen Gästen, darunter Ministerpräsident Michael Kretschmer und Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow, beging das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) den Jahrestag im Paulinum der Universität Leipzig.&#160;Unter den Gästen waren auch viele Patient&#58;innen, denen mit einer Organtransplantation am UKL geholfen wurde, sowie deren Angehörige. Ebenfalls anwesend waren Angehörige von Organspendern, deren Bereitschaft zu einer Organentnahme die Betroffenen ihr Überleben verdanken.&#160;</p> <p><img src="/PublishingImages/Seiten/UKL/Tx-Zentrum/30-jahre-tx-zentrum-2-uniklinikum-leipzig.jpg?RenditionID=15" class="ukl-rtePosition-2" alt="" style="margin&#58;5px;width&#58;280px;height&#58;420px;" />&quot;Eine Organspende ist das größte Geschenk, dass ein Mensch einem anderen machen kann&quot;, sagte <strong>Prof. Christoph Josten,</strong> Medizinischer Vorstand des UKL. Wir sind denen, die diesen Schritt gehen, zu großem Dank verpflichtet. Denn die enormen Möglichkeiten der heutigen Transplantationsmedizin sind nichts, wenn es keine gespendeten Organe gibt. Unsere Therapie hängt unmittelbar von der Entscheidung ab, nach dem Tode Fremden ein Weiterleben zu ermöglichen. In einigen Fällen ist eine Lebendspende möglich - auch das ist ein gewichtiger Schritt, den zu gehen viel Mut erfordert.&#160;In diesem Jahr konnten dank solcher Entscheidungen am UKL 30 Lebern und 35 Nieren transplantiert werden. Dafür danken wir im Namen unserer Patient&#58;innen.&quot;</p> <p>&quot;Sachsen steht für Spitzenmedizin und ein wichtiger Teil davon ist das Transplantationszentrum am Universitätsklinikum Leipzig,&quot; betonte <strong>Ministerpräsident Michael Kretschmer.</strong> &quot;Das 30-jährige Jubiläum des Programms ist beeindruckendes Zeugnis dafür, wie hier durch Wissenschaft, Forschung und die herausragende Leistung des medizinischen Teams unzählige Leben gerettet werden konnten. Doch auch die besten Ärzte und Pflegekräfte können nur helfen, wenn es ausreichend Transplantationsorgane gibt. Deswegen verdienen auch diejenigen Menschen, die sich entschließen, ihre Organe zu spenden, unsere größte Anerkennung. Solidarität bleibt hier der zentrale Weg für die Chance auf ein neues Leben. Die Anzahl von Organbedürftigen steigt weiter. Nur mit einer höheren Spendebereitschaft in der Bevölkerung wird es gelingen, ihnen zeitnah eine Organtransplation zu ermöglichen.&quot;</p> <p><strong>Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow</strong> ergänzt&#58; &quot;Ich gratuliere der Universitätsmedizin Leipzig zu den beeindruckenden Fortschritten in der Transplantationsmedizin in den vergangenen 30 Jahren. Erstklassige Mediziner und eine hervorragende Forschungsinfrastruktur im Verbund von Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig haben die Entwicklung möglich gemacht. Ich danke allen Beteiligten für ihren unermüdlichen Einsatz. Es zeigt sich einmal mehr, dass unsere Investitionen in die Universitätsmedizin in den vergangenen Jahren richtig und wichtig waren.&quot;</p><p><img src="/PublishingImages/Seiten/UKL/Tx-Zentrum/30-jahre-tx-zentrum-uniklinikum-leipzig.jpg?RenditionID=14" alt="" style="margin&#58;5px;" />&#160;</p> <p>&quot;Die Gründung des Transplantationszentrums im Jahr 1993 war ein ganz entscheidender Schritt, um Patienten mit einem Organversagen der Leber oder der Niere in Sachsen helfen zu können&quot;, betonte <strong>Prof. Daniel Seehofer</strong>, Leiter des Transplantationszentrums am Universitätsklinikum Leipzig. &quot;Seither konnten mehr als 2500 Patient&#58;innen, Kinder und Erwachsene, eine neue Niere, eine neue Leber oder eine neue Bauchspeicheldrüse erhalten, und damit die Chance auf ein neues Leben. Einige von Ihnen sind auch heute anwesend, so dass Sie sich alle von den außergewöhnlichen Erfolgen der Transplantationsmedizin überzeugen können. Beispielhaft erfreuen sich sowohl der erste in Leipzig Nierentransplantierte als auch der erste lebertransplantierte Patient 30 Jahre später bester Gesundheit.</p> <p>Wir haben in den letzten 30 Jahren viel erreicht, viel Hoffnung und Lebensqualität zurückbringen können. Trotzdem bleibt es eine Herausforderung, auch in Zukunft all jenen zu helfen die auf eine Organtransplantation angewiesen sind. Jede Unterstützung, jede Entscheidung hilft uns - jeder möge bei sich selbst anfangen auch eingedenk der Tatsache, dass es jeden von uns irgendwann treffen kann, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein …. Wir sorgen weiterhin dafür, dass sie dann an der Universitätsmedizin Leipzig gut aufgehoben sind, ohne Organspender können wir allerdings nur wenig ausrichten. Organtransplantation bleibt daher Gemeinschaftsaufgabe, gestern, heute und morgen.&quot;</p>

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