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Pressemitteilungen

 

 

Kein zweiter Bruch: UKL führt Weiterbehandlungskonzept FLS ein<img alt="Ziel sei, so Prof. Andreas Roth, den Patienten nach überstandener Fraktur qualifizierten Ärzten außerhalb des Krankenhauses für eine medikamentöse Therapie zu übergeben, um einen weiteren Bruch zu verhindern." src="/presse/PressImages/pic_20191017105722_49a1c356bf.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-10-16T22:00:00ZLeipzig. Der 20. Oktober ist Welt-Osteoporose-Tag. Osteoporose bezeichnet eine Alterserkrankung der Knochen. Diese werden dann anfälliger für Frakturen, also für Brüche. Das Problem: Tritt einmal eine osteoporotische Fraktur auf, ist das Risiko eines weiteren Bruchs sehr hoch. Mit einer medikamentösen Therapie könnten Folgefrakturen effektiv verhindert werden. In Deutschland erhalten diese allerdings viel zu wenige Patienten. Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) soll daher nun das so genannte FLS-System (fracture liaison service) eingeführt werden, ein international bereits erprobtes Weiterbehandlungskonzept für den Zeitraum, wenn die Patienten nach der Behandlung ihrer Fraktur das Krankenhaus verlassen haben. <p>&quot;Hinter FLS steckt die Grundidee, sich vom Krankenhaus aus zu kümmern, dass der Patient eine adäquate osteologische Nachbehandlung erhält&quot;, erläutert Prof. Andreas Roth, Leiter des <a href="/einrichtungen/oup/endoprothetik-orthopädie" rel="ext" target="_blank">Bereichs Endoprothetik / Orthopädie</a> an der <a href="/einrichtungen/oup" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie</a> des UKL. &quot;Wir sind dabei, ein Netzwerk aufzubauen mit niedergelassenen Kollegen&quot;, erklärt er das Prinzip, &quot;das sind dann aber nicht nur Orthopäden, sondern auch Endokrinologen, Allgemeinmediziner, Hausärzte - Voraussetzung&#58; Sie sind osteologisch qualifiziert.&quot; Osteologie meint dabei die Lehre von den Knochen und &quot;Osteologe&quot; bezeichnet eine Zusatzqualifikation, die fast alle medizinischen Fachbereiche erwerben können.<br>Das Ziel sei, den Patienten nach überstandener Fraktur qualifizierten Ärzten außerhalb des Krankenhauses für eine medikamentöse Therapie zu übergeben, um einen weiteren Bruch zu verhindern.</p> <p>Die Methode ist einfach, aber wirkungsvoll&#58; Mit Zustimmung des Patienten suchen Orthopäden oder Unfallchirurgen des UKL mehrere in Frage kommende Ärzte aus, meist wohnortnah. Der Patient wählt einen für sich aus, und das Klinikum stellt anschließend den Kontakt her und übermittelt alle relevanten Daten. &quot;Wir werden das Ganze zudem wissenschaftlich begleiten, um nachzuweisen, dass die Zahl der erneuten Frakturen tatsächlich sinkt&quot;, sagt Prof. Roth.</p> <p><strong>Immer mehr Menschen werden älter als 100 Jahre</strong><br>Anlässlich des Welt-Osteoporose-Tages am Sonntag, 20. Oktober, verweist Orthopäde Roth ausdrücklich auf die Tatsache, dass Deutschland im europäischen Maßstab das Schlusslicht bilde, was medikamentöse Osteoporose-Behandlungen betreffe. Dabei sei deren Wirksamkeit, Folgefrakturen zu verhindern, wissenschaftlich belegt.<br>Die Hälfte der in den Industriestaaten nach dem Jahr 2000 geborenen Kinder werde statistischen Schätzungen zufolge über 100 Jahre alt. Dadurch steige zwangsläufig die Zahl der durch Knochenalterung verursachten Brüche. Das Problem sei aber eben, so der UKL-Experte, wenn erst eine Fraktur aufgetreten sei, dann sei das Risiko einer weiteren sehr hoch, vor allem bei der Altersgruppe 70 plus. Die Knochen werden fragiler, bruchanfälliger. Risikofaktoren wie Lebensstil und Lebensbedingungen entfalten stärker ihre Wirkungen.</p> <p>&quot;Bei einer Wirbelkörperfraktur besteht ein erhöhtes Risiko, in den darauffolgenden drei Jahren eine zweite zu erleiden. Bei einer Schenkelhalsfraktur ist es sogar ziemlich wahrscheinlich, dass es innerhalb eines Jahres wieder geschieht&quot;, nennt Prof. Roth markante Beispiele.<br>Auch angesichts der demografischen Entwicklung werde es daher immer wichtiger, Weiterbehandlungskonzepte wie FLS für Patienten mit Osteoporose-bedingten Frakturen zu entwickeln. Das Universitätsklinikum Leipzig sieht er dabei auf einem guten Weg.</p>
Fachgesellschaft erklärt Plastische Chirurgie am UKL zur besten deutschen Weiterbildungsstätte 2019<img alt="Prof. Stefan Langer (3.v.li.) und sein Team&#58; Die Plastische Chirurgie am UKL wurde zur besten deutschen Weiterbildungsstätte 2019 gewählt." src="/presse/PressImages/pic_20191015102648_37cd73a314.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-10-14T22:00:00ZLeipzig. "Ich habe zufriedene Mitarbeiter, die sehr gern hier in der Klinik arbeiten", sagt Prof. Stefan Langer von der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie (OUP) des Universitätsklinikums Leipzig (UKL). Eine nun verliehene Auszeichnung gibt ihm Recht: Der von Prof. Langer geleitete Bereich Plastische, Ästhetische und spezielle Handchirurgie wurde von der Fachgesellschaft DGPRÄC zur "Besten Weiterbildungsstätte Deutschland 2019" gewählt. <p>Die Assoziierten Mitglieder der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) erklärten auf der Jahrestagung der Fachgesellschaft die <a href="/einrichtungen/oup/Seiten/plastische-chirurgie.aspx" rel="ext" target="_blank">UKL-Klinik</a> zur Einrichtung mit der besten Weiterbildungsqualität in der Kategorie &quot;Kliniken/Praxen mit bis zu drei Assoziierten Mitgliedern in Weiterbildung&quot;.<br>Bewertet wurde die hohe Qualität bei der internen theoretischen und praktischen Weiterbildung, der externen Weiterbildung, den allgemeinen Arbeitsbedingungen und vorhandenen Forschungsmöglichkeiten.<br>&quot;Meine Mitarbeiter sind extrem gut ausgebildet&quot;, freut sich Prof. Langer, &quot;das kann ich in unserem kleinen Team von sechs, sieben Leuten sehr gut realisieren.&quot; Die Arbeit der Patientenversorgung sei außerordentlich anspruchsvoll, so der UKL-Chirurg, &quot;doch wenn es Spaß macht, kann sich auch jede und jeder selbst verwirklichen und arbeitet gern erfolgreich an einer Hochleistungs-Klinik wie der unsrigen.&quot;</p>
Neue Schmerztagesklinik öffnet am 2. September<img alt="Oberärztin Dr. Swantje Mescha (li.), Leiterin der neuen Schmerztagesklinik am UKL, und Dr. Theresa Völker, Fachärztin für Anästhesie, behandeln zusammen mit ihrem interdisziplinären Team ab Montag, 2. September, die ersten Patienten im „Haus am Park“." src="/presse/PressImages/pic_20190830095638_030afbb3a8.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-08-29T22:00:00ZLeipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) erweitert sein Angebot für Patienten mit chronischen Schmerzen: Am Montag, 2. September, eröffnet eine neue Schmerztagesklinik. Die Patienten kommen jeden Morgen zur Behandlung und erhalten nach einem individuellen Behandlungsplan ihre Therapien. In Seminaren erfahren sie Wissenswertes über krankheits- und schmerzbezogene Themen. Am Nachmittag gehen die Patienten dann wieder nach Hause. Sie bleiben somit in ihrem häuslichen Umfeld integriert – mit allen Aufgaben und Belastungen – und können beispielsweise ihre Angehörigen weiter versorgen. Das Angebot schließt eine Lücke zwischen ambulanter und stationärer Versorgung im Schmerzbereich. In Sachsen gibt es nur wenige solcher Einrichtungen. <p>Besonders geeignet ist die vierwöchige Behandlung in der Schmerztagesklinik für Menschen, die bereits an langjährigen chronischen Schmerzen leiden, verbunden mit einem langen Leidensweg und stark eingeschränkter Lebensqualität. Doch auch Betroffene mit Schmerzen, die erst seit etwa sechs Monaten andauern und immer wiederkehren, wie zum Beispiel Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen oder Kopfschmerzen, sollen frühzeitig mit diesem Angebot angesprochen und erreicht werden. &quot;Gerade Menschen, die von Schmerzen betroffen und eigentlich berufstätig sind, können von dieser speziellen aktivierenden Therapie profitieren. Ziel ist, ihnen die Rückkehr ins Arbeits- und Berufsleben zu ermöglichen&quot;, erläutert die Expertin für Schmerztherapie und <a href="http&#58;//www.kai-uniklinik-leipzig.de/index.php/de/schmerztherapie/neu-imst" rel="ext" target="_blank">Leiterin der Schmerztagesklinik</a>, Oberärztin Dr. Swantje Mescha. &quot;Diese meist jüngeren Patienten wollen wir erreichen und aufrufen, sich frühzeitig zu melden, um zu vermeiden, dass der Schmerz chronisch wird.&quot;</p> <p>Mehrere Millionen Deutsche leiden unter länger andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen. Eigentlich als Warnung für den Körper gedacht, verliert sich diese Funktion, wenn der Schmerz längere Zeit ohne adäquaten Auslöser anhält. Es entsteht eine eigene Krankheit - chronischer Schmerz. Er kann über Monate oder Jahre andauern. Mit der neuen Tagesklinik bietet das UKL eine intensive und nachhaltige Behandlung chronischer Schmerzen in Form einer teilstationären &quot;Interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie&quot; (IMST) an - zusätzlich zu bereits bestehenden stationären und ambulanten Angeboten. In der Einrichtung wird interdisziplinär und interprofessionell zusammengearbeitet. Alle Mitarbeiter sind hervorragend schmerztherapeutisch aus- und weitergebildet.<br>Die Tagesklinik ist ein Gemeinschaftsprojekt der Klinik und Poliklinik für <a href="http&#58;//www.kai-uniklinik-leipzig.de/index.php/de/" rel="ext" target="_blank">Anästhesiologie und Intensivtherapie</a>, der <a href="/einrichtungen/oup" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie</a>, der <a href="http&#58;//psychsom.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie</a> sowie der <a href="/einrichtungen/physikalische-therapie" rel="ext" target="_blank">Zentralen Einrichtung Physikalische Therapie und Rehabilitation</a> am UKL.</p> <p><strong>Anleitungen für Umgang mit Schmerz im Alltag</strong><br>Behandelt werden chronische Rücken- oder Nervenschmerzen sowie solche des Muskel- und Bewegungsapparates, zum Beispiel im Knie, in der Schulter oder im Hüftgelenk. Mögliche Therapien werden individuell und nach einem Behandlungsplan entwickelt. &quot;Alle Behandlungen sind speziell auf chronische Schmerzen ausgelegt und daran angepasst, was der einzelne Patient erreichen möchte&quot;, erläutert Dr. Theresa Völker, Fachärztin für Anästhesie. Sie ist als Projektleiterin zudem für die organisatorischen Abläufe beim Aufbau der Schmerztagesklinik verantwortlich.<br>Neben medikamentöser Versorgung unter ärztlicher Anleitung und Beratung erhalten die Patienten in Schulungen zum Beispiel auch theoretisches Wissen rund um das Thema Schmerz vermittelt. &quot;Unter professioneller Anleitung bekommen die Betroffenen zudem gezeigt, wie sie schmerzverstärkende Bewegungen in ihrer Alltagsroutine im Haushalt und Beruf erkennen und vermeiden können. Weiterhin erlernen sie verhaltenstherapeutische Verfahren zur Schmerzbewältigung und Ablenkung. Die Möglichkeit, in Einzelgesprächen mit Psychologen ihre Belastungs- und Stressfaktoren herauszufiltern, komplettiert das interdisziplinäre multimodale Behandlungskonzept&quot;, erläutert Dr. Völker.</p> <p><strong>Behandlung in Kleingruppen</strong><br>Einziehen wird die Schmerztagesklinik in das Haus 7.2 (Haus am Park). Die ersten Patienten kommen ab 2. September. Behandelt wird immer nur in Kleingruppen von sechs bis acht Personen. Für die Dauer von vier Wochen erhalten die Patienten montags bis freitags zwischen 8 und 15.30 Uhr eine ständige ärztliche und therapeutische Betreuung. Durch die tägliche Rückkehr nach Hause bleibt der Bezug zum persönlichen Alltag bestehen. Nach etwa drei Monaten folgen zwei erneute Behandlungstage, die so genannten &quot;Boostertage&quot;, wo das erlernte Hausübungsprogramm aufgefrischt wird und der Patient seinen eigenen Eindruck zu seinem Wohlbefinden und seinen Erfahrungen der vergangenen Wochen vorbringen kann.<br>Die Behandlungskosten in der Schmerztagesklinik werden durch die Krankenkassen übernommen. Der Aufnahme geht ein ausführliches interdisziplinäres Aufnahmegespräch voraus, in dem alle Befunde und die teilweise sehr langen Krankheitsverläufe zusammengefasst werden. Im Anschluss daran wird im Team die Entscheidung zur Aufnahme in die tagesklinische Schmerztherapie getroffen. Die Einweisung kann durch den behandelnden Arzt, zum Beispiel den Hausarzt, durch Neurologen, Rheumatologen und andere niedergelassene Fachärzte erfolgen.</p> <p>Mehr Information erhalten Ärzte und Patienten unter der Telefonnummer 0341 / 97-17716, per Email (<a href="mailto&#58;schmerztagesklinik@medizin.uni-leipzig.de">schmerztagesklinik@medizin.uni-leipzig.de</a>) oder auf der Homepage der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie des UKL (<a href="http&#58;//www.kai-uniklinik-leipzig.de" rel="ext" target="_blank">http&#58;//www.kai-uniklinik-leipzig.de</a>).</p> <p>&#160;</p>
UKL entwickelt eigenes Bewertungssystem für Sturzrisiko der Patienten<img alt="Ein am UKL entwickeltes Bewertungssystem für das Sturzrisiko jedes einzelnen Patienten berücksichtigt zum Beispiel zum ersten Mal, ob die Person auch an Seh- und/oder Hörbeeinträchtigungen leidet, was sofort zu einer Einteilung in die höchste Gefährdungsstufe führt." src="/presse/PressImages/pic_20190823105205_01272ee79c.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-08-22T22:00:00ZLeipzig. Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) haben Ärzte der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie zusammen mit dem Zentralen Patientenmanagement des UKL einen klinikeigenen Sturzrisiko-Score entwickelt. Mit dessen Hilfe kann das individuelle Sturzrisiko jedes neu in die Klinik aufgenommenen Patienten sofort einheitlich erfasst werden. Eine wichtige, zusätzlich aufgenommene Kategorie unterscheidet ihn von anderen Modellen. Unter einem "Score" versteht man in der Medizin einen Punktwert, der anhand vieler verschiedener diagnostischer Parameter bestimmt wird. Er ermöglicht eine Einordnung des Zustandes eines Patienten in einer Skala. Der Sturzrisiko-Score arbeitet dabei mit dem Ampelfarbenprinzip und teilt Patienten in drei Risikokategorien von "niedrig" (grün) über "hoch" (gelb) bis zu "sehr hoch" (rot) ein. Diese Einteilung und darauf aufbauende Maßnahmen sollen helfen, Stürze und sturzbedingte Verletzungen während des Klinikaufenthaltes zu verhindern. <p>Stürze gelten als eine der wichtigsten Ursachen für eine reduzierte Lebensqualität bei älteren Menschen. Mit fortschreitendem Lebensalter nehmen Risikofaktoren und die Zahl der Stürze zu. So fällt Studien zufolge jeder Dritte im Alter von über 65 Jahren einmal im Jahr, bei über 85-Jährigen ist es bereits jeder Zweite.<br>Die Folgen solcher Stürze können gravierend sein. Oft müssen sie in einem Krankenhaus behandelt werden. Doch auch in den Kliniken selbst fallen viele Patienten aus unterschiedlichsten Gründen. So haben Arzneimittel einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Sturzrisiko. Ebenso zählen ein unsicherer Gang und Schwindel und nicht zuletzt auch Schmerzen zu den Ursachen.</p> <p><strong>Mit Seh- und/oder Hörbeeinträchtigungen&#58; Sofort &quot;Rot&quot;</strong><br>Der am UKL im Rahmen einer Studie unter Leitung von Dr. Christian Lycke, Assistenzarzt für Orthopädie/Unfallchirurgie, entwickelte Score, der im gesamten Klinikum Anwendung findet, fußt zwar auf einem existierenden Modell, wurde jedoch um eine sehr wichtige Kategorie erweitert und somit entscheidend weiterentwickelt&#58; Der Erfassungsbogen berücksichtigt neben dem Alter des Patienten die Anzahl der eingenommenen Medikamente, kognitive Fähigkeiten, Mobilität, Alkoholkonsum, Kontinenzverhalten und die persönliche Sturzhistorie, für die jeweils eine bestimmte Punkteanzahl vergeben werden. &quot;Als zusätzliche Kategorie haben wir jedoch 'Seh- und/oder Hörbeeinträchtigungen' eingeführt&quot;, erläutert Birgit Feindt, Leiterin des Zentralen Patientenmanagements am UKL. Diese erhielt eine so hohe Gewichtung, dass ein &quot;Ja&quot; in dieser Kategorie - unabhängig von der übrigen Punktzahl - eine sofortige Einstufung in die höchste Risikogruppe nach sich zieht, weil diese Patienten als besonders sturzgefährdet angesehen werden.</p> <p>Der validierte Score gibt nun bereits bei der stationären Aufnahme eines Patienten eine gute Einschätzung über dessen Risiko, während seines Klinikaufenthaltes zu stürzen. &quot;Wir haben damit nun ein funktionierendes Werkzeug für die Frage 'Wer ist gefährdet?' Mit einem überschaubaren, standardisierten Aufwand wird durch das Pflegepersonal klargestellt, wie hoch das Sturzpotential des Patienten ist. Wenn der Patient zu mir kommt, ist er bereits einer Risikokategorie zugeordnet&quot;, zeigt sich Prof. Andreas Roth (Foto), <a href="/einrichtungen/oup/endoprothetik-orthopädie" rel="ext" target="_blank">Bereichsleiter Orthopädie</a> am UKL, von den neuen Möglichkeiten begeistert. &quot;Wir identifizieren gefährdete Menschen mit einer einfachen Methode und können von Beginn an die richtigen Maßnahmen einleiten&quot;, ergänzt Birgit Feindt.</p> <p><strong>Ursachen, die zu Stürzen führen können, beseitigen</strong><br>Als eine Maßnahme wurde daher die &quot;Verfahrensanweisung Sturzprophylaxe&quot; etabliert. So sollen potentielle Sturzfaktoren durch die Pflegefachkräfte minimiert werden. Dazu gehört unter anderem, rollende Möbel festzustellen, für ausreichende Beleuchtung zu sorgen, Gehhilfen bereitzustellen und die Funktionsfähigkeit von Prothesen und Brillen zu gewährleisten. Auch die an der Behandlung des Patienten beteiligten Disziplinen werden intensiver hinzugezogen und eingebunden, unter anderem Physiotherapeuten und Apotheker. So können beispielsweise an das jeweilige individuelle Sturzrisiko angepasste Physiotherapien entwickelt werden, etwa mit Gleichgewichtsübungen oder Gangschulungen. Die am UKL eingesetzten Stationsapotheker wiederum können schon bei Aufnahme die Medikation des Betroffenen auf bekannte sturzfördernde Arzneimittel untersuchen und diese gegebenenfalls absetzen beziehungsweise anpassen.</p> <p>Entwickler und Anwender des Bewertungssystems sind vom Erfolg dieses Werkzeugs zur Erhöhung der Patientensicherheit überzeugt. Längerfristig erwarten sie deshalb auch einen signifikant bemerkbaren Rückgang der Sturzzahlen von Patienten am UKL.</p> <p>&#160;</p>
Innovative 3D-Druckmodelle helfen Patienten mit Aortenaneurysmen<img alt="Dr. Daniela Branzan, Gefäßchirurgin am Universitätsklinikum Leipzig, mit einer Prothese aus dem 3D-Drucker, die bei einem Aortenaneurysma – ganz individuell angepasst – eingesetzt werden kann." src="/presse/PressImages/pic_20190822145938_d4a6d0563e.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-08-21T22:00:00ZLeipzig. Bereits sieben Menschen konnten die Gefäßmediziner am Universitätsklinikum Leipzig dank eines Gefäßmodells aus dem 3D-Drucker helfen und damit deren Leben retten. Denn ein individuell erstelltes Kunststoffmodell hilft den Ärzten, bei einer lebensgefährlichen Aussackung der Aorta, der Hauptschlagader, eine genau passende Prothese zu erstellen und zu implantieren. Das dabei genutzte einzigartige Verfahren wurde von einer Forschergruppe am Leipziger Universitätsklinikum entwickelt und nun erfolgreich in der Praxis angewendet. Dafür wurde das Projekt jetzt mit dem lokalen IQ Innovationspreis der Stadt Leipzig ausgezeichnet. <p>Bildet sich bei einem Patienten ein Aortenaneurysma, also eine Aussackung der Hauptschlagader, hilft nur eine rechtzeitige Operation. Denn es droht ein Riss der durch die Aufweitung zu dünnen Gefäßwände - eine Situation, die extrem lebensgefährlich ist. Je größer das Aneurysma ist, umso schneller muss operiert werden. &quot;Wir setzen dann an der aufgedehnten Stelle eine Prothese ein, die das Gefäß stabilisiert&quot;, erklärt Dr. Daniela Branzan, <a href="/einrichtungen/vttg/gefäßchirurgie" rel="ext" target="_blank">Gefäßchirurgin</a> am Universitätsklinikum Leipzig. &quot;Damit diese Prothese bestmöglich passt, müssen wir diese bei komplizierten Fällen im Vorfeld ganz individuell anpassen&quot;, so Branzan weiter. Bisher erfolgte diese Anpassung entweder aufwändig und mit eingeschränkter Genauigkeit von Hand anhand der 2D-Bilder oder längerfristig und präziser durch eine externe Firma, die individuelle Prothesen fertigte. Für die Patienten bedeutete das Unsicherheit oder zwei bis drei Monate Wartezeit. &quot;Bei Notfällen haben wir diese Zeit aber nicht&quot;, so Branzan. Deshalb war die Gefäßmedizinerin begeistert, als sie auf ein Projekt im eigenen Haus stieß&#58; Eine Forschergruppe arbeitete an Anwendungen von 3D-Druckmodellen in der <a href="/einrichtungen/neurochirurgie" rel="ext" target="_blank">Neurochirurgie</a>.</p> <p>Grundlage dafür war die von UKL-Ärzten und Wissenschaftlern gemeinsam mit dem Fraunhofer IWU entwickelte Technologieplattform &quot;next3D&quot;. Diese Plattform beinhaltet eine softwaregestützte Prozesskette, die medizinisches Bildmaterial auswertet und in dreidimensionale Druckvorlagen überträgt. Das erste hier am UKL entwickelte Produkt war ein individuell passendes System für neurochirurgische Eingriffe, ein sogenannter Steroetaxie-Rahmen. Mit Hilfe dieses Geräts werden Elektroden hochpräzise im Gehirn platziert. Für die Forscher lagen die weiteren Anwendungsmöglichkeiten der Methode auf der Hand&#58; &quot;Wir waren uns sicher, dass wir mit unserem Verfahren auch schnell und hochpräzise Gefäßmodelle der Aorta auf der Grundlage von Computertomografiedaten herstellen können&quot;, beschreibt Dr. Ronny Grunert, Leiter der Forschungsgruppe. Das Ergebnis gibt ihm recht&#58; Mit dem neuen Verfahren können die <a href="/einrichtungen/gefaesszentrum" rel="ext" target="_blank">Leipziger Gefäßmediziner</a> jetzt innerhalb von 24 Stunden ein individuelles Gefäßmodell aus Kunststoff mit dem 3D-Drucker herstellen. Die Prothese kann auf dieses Modell wie auf eine Schablone aufgezogen und an Gefäßabzweigungen genau angepasst werden. Damit erhöhen sich die Chancen für eine erfolgreiche Operation des lebensgefährlichen Aneurysmas, denn die Behandlungszeit wird deutlich verkürzt. Die Prothesen sitzen sofort perfekt und stabilisieren die gefährdete Stelle, ohne andere Gefäße zu behindern. Bereits sieben Mal kam die neue Methode in den letzten zehn Monaten bei Hochrisikopatienten, für die keine andere Behandlungsoption mehr bestand, zum Einsatz. Allen Patienten geht es heute gut. &quot;Mit größter Wahrscheinlichkeit verdanken diese Patienten dem neuen Verfahren ihr Leben&quot;, sagt Dr. Branzan.</p> <p>Über diese erfreulichen Ergebnisse eines Einsatzes des 3D-Drucks in der Gefäßmedizin hat die Forschungsgruppe bereits in der renommierten Fachzeitschrift &quot;JACC&quot; sowie auf mehreren Kongressen berichtet. &quot;Wir wissen daher, dass es außer uns derzeit nur ein weiteres Team in Seattle gibt, das ein teilweise ähnliches Verfahren einsetzt&quot;, resümiert Gefäßchirurgin Branzan. Die Leipziger Methode ist damit einmalig, ein Patent ist bereits angemeldet. Im Juni wurde das Projekt zudem beim 15. IQ Innovationspreis Mitteldeutschland mit dem Preis der Stadt Leipzig ausgezeichnet.</p> <p><strong>Weitere Einsatzfelder geplant</strong><br>Derzeit kommt die Methode nur bei Notfällen zum Einsatz, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Bevor das Verfahren regelhaft eingesetzt werden kann, sind noch einige Stufen für die Zulassung und Genehmigung zu nehmen. Die Leipziger um das Forscherteam mit Dr. Ronny Grunert als technischen Leiter und Prof. Dirk Winkler als medizinischen Leiter sind optimistisch, dass sie bald 3D-Druckmodelle auch in anderen Bereichen der Chirurgie nutzen können. So planen die Neurochirurgen, die das Projekt vor zwei Jahren initiierten und die gemeinsam zahlreiche logistische und technische Hürden nehmen mussten, die baldige Anwendung &quot;ihres&quot; Fertigungsprinzips in der Patientenenversorgung anderer Fachrichtungen.</p> <p>Hochinteressant und innovativ sind hierbei die mittels 3D-Druck gefertigten individualisierten Stereotaxie-Systeme für zehntelmillimeter genaue Eingriffe am Gehirn. &quot;Diese Geräte kommen besonders bei Hirnstimulationen, zum Beispiel bei Bewegungsstörungen wie Parkinson, aber auch Sucht und Zwangserkrankungen zum Einsatz und ermöglichen es uns, sehr präzise an bestimmten Stellen im Hirn erkrankte Strukturen mittels wohl dosierten Strömen zu behandeln und den Patienten die Kontrolle über ihre Bewegungen wiederzugeben&quot;, erklärt Prof. Dirk Winkler, Spezialist für <a href="/einrichtungen/neurochirurgie/krankheitsbilder" rel="ext" target="_blank">funktionelle Neurochirurgie am Universitätsklinikum Leipzig</a>. Die herkömmlichen standardisierten Geräte für diese Eingriffe, die am Kopf der Patienten befestigt werden, sind hochkomplex, erfordern eine lange Operationszeit und bieten aufgrund ihres Eigengewichtes von bis zu drei Kilogramm wenig Komfort. &quot;Mit unserem Verfahren stellen wir mit 3D-Druck innerhalb von 24 Stunden ein System her, dass nur noch 193 Gramm wiegt und alle relevanten Kenngrößen und OP-Koordinaten bereits integriert. Die Dauer der Operation, bei der die Patienten wach bleiben müssen, wird enorm verkürzt&quot;, beschreibt Prof. Winkler. &quot;Die Verschmelzung zusätzlicher hochpräziser Operationsinstrumente zu einer solchen '3D-Druck Einheit' ist weltweit absolut einmalig und für jeden Patienten ein Unikat.&quot;</p> <p>Derzeit wird dieses System noch nicht am Patienten eingesetzt, die ersten Anwendungen in der Praxis sind in den kommenden Monaten geplant. Bereits jetzt konnte das Modell bei einer ersten Demonstration anläßlich des Kongresses für funktionelle Neurochirurgien in New York im Juli überzeugen und sorgte für große Anerkennung. Ebenfalls angedacht sind Anwendungen in der Orthopädie und Unfallchirurgie - hier könnten 3D-Modelle von Ellbogen oder Wirbelkörpern den Operateuren die Planung der Eingriffe erleichtern. &quot;Unsere <a href="/einrichtungen/oup" rel="ext" target="_blank">Orthopäden und Unfallchirurgen</a> sind sehr interessiert und mit ersten Versuchen bereits am Projekt beteiligt&quot;, so Dr. Grunert. Grundsätzlich kann er sich sehr viele Anwendungen in der Medizin vorstellen. &quot;Mit 3D-Druck sind wir hochflexibel und können verschiedenste Materialien nutzen, die auch die hohen Anforderung an sterile medizinische Produkte erfüllen&quot;, erklärt der 3D-Druck Spezialist. Auf dieses Weise können Forschungsergebnisse schnell in die Praxis übertragen werden. Zudem findet die bisher im pharmakologischen und vor allem onkologischen Bereich schon Routine gewordene individualisierte Therapie damit dank des 3D-Drucks erstmals auch im chirurgischen Bereich Anwendung.</p>

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