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Pressemitteilungen

 

 

Prof. Christian Kleber übernimmt Leitung des Bereichs Unfallchirurgie<img alt="Prof. Christian Kleber leitet den Bereich für Unfallchirurgie in der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und plastische Chirurgie (OUP) am UKL." src="/presse/PressImages/pic_20211126090413_0608743660.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-11-25T23:00:00ZLeipzig. Prof. Christian Kleber leitet seit dem 1. November den Bereich Unfallchirurgie der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und plastische Chirurgie (OUP) am UKL. Der 43-Jährige Spezialist für schwerste Verletzungen wechselt vom Uniklinikum Dresden nach Leipzig. <p>Prof. Kleber übernimmt mit der neuen Aufgabe die Nachfolge von Prof. Christoph Josten, der bis zu seiner Bestellung als Medizinischer Vorstand des UKL im Oktober 2019 die Klinik und später den Bereich für <a href="/einrichtungen/oup/unfallchirurgie">Unfallchirurgie</a> 22 Jahre leitete. &quot;Wir freuen uns sehr, Prof. Kleber für die Leitung der Unfallchirurgie gewonnen zu haben,&quot; so Prof. Josten. &quot;Er ist ein exzellenter Spezialist und leidenschaftlicher Chirurg, der das Team der Klinik hervorragend vervollständigt.&quot; &#160;</p> <p>Kleber wechselt vom Universitätsklinikum Dresden, wo er zuletzt als leitender Oberarzt am UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- und Plastische Chirurgie tätig war. Zuvor war er Oberarzt für Traumatologie und septische Chirurgie am Centrum für Muskoloskeletale Chirurgie der Charité. Berlin war für den gebürtigen Regensburger die erste berufliche Station nach dem Medizinstudium. Für den Arztberuf begeisterte er sich während seines Zivildienstes im Rettungsdienst, an den er eine Ausbildung als Rettungsassistent anschloss.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Sein Schwerpunkt in der klinischen wie auch der wissenschaftlichen Arbeit liegt in der lückenlosen Versorgung von Schwerstverletzten, also der sogenannten Polytraumata, von der Erstversorgung am Unfallort bis zur Rehabilitationsbehandlung. &quot;Das Herzstück unserer unfallchirurgischen Arbeit ist der Schockraum in den Notfallaufnahmen&quot;, so Prof. Kleber. &quot;Hier entscheidet sich in kurzer Zeit, ob und wie wir dem Patienten nach dem Transport in die Klinik helfen können&quot;. Ein wesentlicher Teil der Arbeit ist da bereits erfolgt - die Versorgung am Unfallort sowie während des Transportes.</p> <p>&#160;</p> <p>&quot;Schwerstverletztenversorgung ist Teamarbeit, nicht nur zwischen den Berufsgruppen, sondern auch zwischen Klinik und Rettungsdienst&quot;, beschreibt der Unfallchirurg, der sich auch im Katastrophenschutz engagiert. Daher ist ihm die Nähe zum Rettungsdienst ein extrem wichtiges Anliegen. Als Hubschrauberarzt ist er neben seiner Arbeit in der Klinik bis zur Berufung nach Leipzig regelmäßig zu Rettungseinsätzen unterwegs gewesen. In der Corona-Pandemie hat Kleber das Leitstellen-Konzept zur Koordination der Cluster-Kliniken in den sächsischen Regionen maßgeblich entwickelt und umgesetzt, zudem war er für die Verlegungen von COVID-Patienten nach dem sogenannten Kleeblatt-Prinzip zum Jahreswechsel 2020/2021 verantwortlich.&#160;</p> <p>Diese Aufgabe hat er mit dem Wechsel ans UKL an Prof. Sebastain Stehr, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, abgegeben. Auch wenn sein Start in Leipzig in eine angespannte Zeit steigender Infektionszahlen fällt, ist er begeistert von dem Empfang, der ihm am UKL bereitet wurde. &quot;Ich treffe hier auf viele offene Türen und ein tolles Kollegenteam, sowohl unter den Bereichsleitern der Klinik als auch seitens der Mitarbeiter meines Bereichs und den Kollegen anderer Fachdisziplinen&quot;, so Kleber.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>An seinem neuen Arbeitsplatz schätzt er die guten Möglichkeiten, Patienten eine optimale Versorgung bieten zu können. &quot;Dazu gehört unter anderem das westsächsische Trauma-Netzwerk, dass vor genau zehn Jahren hier am UKL mit einer Zertifizierung als erstes mitteldeutsches und damals größtes Netzwerk bundesweit ins Leben gerufen wurde&quot;, so Kleber. Daran beteiligen sich 29 Kliniken, die alle über die für die Versorgung Schwerverletzter erforderliche Infrastruktur und Spezialisierung verfügen. Diese Zusammenarbeit möchte Prof. Christian Kleber fortführen und ausbauen, im Interesse einer optimalen Rettungskette. &quot;Wir haben beste Voraussetzungen, von denen unsere Patienten auch künftig profitieren werden. Die gilt es zu erhalten und weiter zu entwickeln. Darauf freue ich mich.&quot;&#160;</p>
Laufen unter Laborbedingungen<img alt="Jeder Schritt wird aufgezeichnet&#58; Mit Hilfe von Infrarot- und Videokameras erstellt Dr. Klaus Sander im neuen Ganglabor eine detaillierte Analyse des Gangs von Patientin Andrea Schlicke." src="/presse/PressImages/pic_20211125103813_930eecd019.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-11-24T23:00:00ZLeipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) verfügt seit kurzem über ein Ganglabor, einem speziellen Raum für 3D-Untersuchungen des Bewegungszyklus' von Patienten. Diese Ganganalysen werden zur Diagnostik und zur Dokumentation von Veränderungen des Gehens eingesetzt, um Auswirkungen von Operationen und anderen Therapien zu untersuchen. Dabei werden Marker an standardisierten Positionen am Körper platziert, um die Bewegungen der entsprechenden Körperteile aufzuzeichnen. Nach mehrmaligem Ablaufen der Gehstrecke durch den Patienten entsteht ein 3D-Computer-Modell des Gangs. <p>&quot;Und bitte!&quot;&#58; Dr. Klaus Sander gibt Andrea Schlicke ein Zeichen. Daraufhin beginnt die Leipzigerin, in einem ihr angenehmen Tempo die Gehstrecke auf und ab zu laufen. An ihren Beinen bis zu ihrer Hüfte sind 17 Marker mit kugelrunden silbergrauen Aufsätzen befestigt. Diese reflektieren das Licht, welches die zehn an den Wänden des Raumes befestigten Infrarot-Kameras abgeben. So werden dreidimensional die Ortskoordinaten beim Gehen erfasst. Zusammen mit den Aufnahmen der zwei Videokameras für die Erfassung des Gangs von vorn und von der Seite entstehen die notwendigen Daten für eine sogenannte instrumentelle 3D-Ganganalyse. &quot;Das ist der Goldstandard für die Gangmessung&quot;, erklärt Dr. Sander.</p> <p>Der Ingenieur aus Thüringen - sein &quot;Doktor&quot; ist kein medizinischer, sondern ein &quot;Dr. Ing.&quot; - &#160;hat viele Jahre in der Orthopädischen Klinik in Eisenberg das dortige Ganglabor betreut. Seit Februar 2021 eigentlich im Ruhestand, ist er von Prof. Andreas Roth, Leiter des Bereichs <a href="/einrichtungen/oup/endoprothetik-orthopädie">Endoprothetik / Orthopädie</a> an der <a href="/einrichtungen/oup">Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie des UKL</a>, gebeten worden, einmal in der Woche die Betreuung des neuen Ganglabors in Leipzig zu übernehmen. Beide kennen sich gut, so hat Dr. Sander diese Aufgabe übernommen.<br><br></p> <p>Ungefähr in der Mitte der Laufstrecke sind im Boden zwei Kraftmessplatten eingebaut. Diese müssten die Patienten möglichst genau treffen, um optimale Daten zu erzeugen. Da sie aber gleichzeitig mit einer selbstgewählten und für sie normalen Gehgeschwindigkeit laufen sollen, wird das Ganze mindestens zehn Mal wiederholt. So auch bei Andrea Schlicke. Sie leidet an einer angeborenen Hüftdysplasie, erhielt 2016 eine Hüftprothese. Bei einer OP konnten drei Zentimeter Beinlängendifferenz ausgeglichen werden. Doch noch immer hat die Leipzigerin Schmerzen. Die Analyse ihres Gangs im neuen Labor soll nun bei der Klärung der Frage helfen, woher die Schmerzen kommen und ob eventuell eine weitere Operation notwendig sein könnte.<br><br></p> <p>Die Ganganalyse hilft, Veränderungen, Verbesserungen oder eben auch Verschlechterungen zu erkennen. &quot;Auf den Kraftmessplatten erfassen wir den sogenannten Doppelschritt&quot;, erklärt Dr. Sander, &quot;das heißt, vom Fersenaufsetzen jeweils eines Beines bis zum wiederholten Aufsetzen der Ferse desselben Beines, mit Standphase und Schwungphase.&quot; In der Standphase werde die Bodenreaktionskraft auf den Platten gemessen. So seien objektiv Beeinträchtigungen bei den Gelenkbelastungen zu erkennen. Unabhängig von der Kraftmessung ließen sich so die Gelenkwinkel bestimmen, sagt Sander.</p> <p>Eine Anlage wie diese koste 180.000 Euro, erklärt er, und die Auswertungen der erhobenen Daten sei aufwändig. Eine Messung dauere rund eine Stunde, die Auswertung dann noch mal drei bis vier Stunden. Daher seien es hauptsächlich die orthopädischen Fachbereiche von Uniklinika, die ein derartiges Ganglabor besäßen und besonders für Studienzwecke nutzten.<br><br></p> <p><strong>Auswertungsmöglichkeiten sind vielfältig</strong><br>Eine Ganganalyse kommt für Menschen in Frage, die an Knie oder Hüfte operiert wurden oder die vor einer OP stehen. Doch auch nach erfolgter Prothesenimplantation kann so herausgefunden werden, wo und warum die Betroffenen noch Probleme haben oder weiterhin Schmerzen erleiden. &quot;Ein Ganglabor wie dieses hier ist allerdings noch vielfältiger einsetzbar&quot;, erklärt Dr. Sander. So könnten auch Menschen mit Erkrankungen der Wirbelsäule oder neurologische Patienten von dieser Einrichtung profitieren.<br><br></p> <p>Mit Begeisterung berichtet Klaus Sander von den vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten, die eine solche Anlage böte&#58; &quot;Möglich ist die Erstellung eines Gangbildes vor und nach einer OP, es zeigt dann deutlich die Veränderungen zum Guten. Aber die Ärzte sehen eben auch ganz deutlich, wo noch Defizite sind.&quot; Eine große Rolle spielten auch die sogenannten Verlaufskontrollen. &quot;Wir können den Gang vor der Operation und zum Beispiel vier Wochen nach der OP, dann sechs Monate oder auch ein Jahr danach analysieren. Über 100 Parameter stehen uns hierfür zur Verfügung.&quot;</p> <p>Doch eben, weil es so viele Auswertungsmöglichkeiten gibt und die Analyse zeitaufwändig ist, wird die Ganganalyse nur bei ausgewählten Patienten eingesetzt. &quot;Dem Wunsch, bei einem Ziehen in der Hüfte oder einem Stechen im Knie mal eben den eigenen Gang analysiert zu bekommen, können wir also nicht nachkommen&quot;, erklärt Dr. Sander.<br><br></p> <p>Andrea Schlicke hat gelernt, mit ihren Schmerzen zu leben. Schon während des Ablaufens der Analysestrecke sind sie wieder zu spüren. Doch werden die hier im Ganglabor erstellten Analysen Prof. Andreas Roth möglicherweise helfen, bei ihr den sprichwörtlichen Hebel noch effektiver anzusetzen und ihr soweit wie möglich schmerzfreies Fortbewegen zu ermöglichen. &#160;</p> <p>&#160;</p>
Mit Kunstgelenk: Schnelle Mobilisation beschleunigt Heilungsprozess<img alt="" src="/presse/PressImages/pic_20211124113527_1c15925884.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-11-23T23:00:00ZLeipzig. Zur letzten Veranstaltung der Vortragsreihe "Medizin für Jedermann" in diesem Jahr spricht UKL-Orthopäde Prof. Andreas Roth über das Thema "Kunstgelenke – Genesung auf der Überholspur". Sein Vortrag kann live im Internet verfolgt werden. <p>Am Anfang der Endoprothetik stand völlig zurecht viel Vorsicht&#58; Die Prothesen waren noch relativ einfach, auch fehlten die Erfahrungen bei den Operationen. &quot;Komplikationen sollten vermieden werden. Deshalb gab es eine Reihe von Vorschriften&quot;, erzählt Prof. Dr. Andreas Roth, <a href="/einrichtungen/oup/endoprothetik-orthopädie">Bereichsleiter Endoprothetik</a> in der <a href="/einrichtungen/oup">Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie</a> des Universitätsklinikums Leipzig (UKL). &quot;Dann wurden die Prothesen immer besser, ebenso die Operationen - aber die alten Verhaltensregeln für die Patienten blieben&#58; fein im Bett bleiben, nicht auf die Seite drehen, nicht bücken, nicht so viel laufen. Die Situation schrie förmlich nach Veränderung. Darüber werde ich am 1. Dezember bei meinem Vortrag in der Reihe Medizin für Jedermann ausführlich sprechen.&quot;</p> <p>Heute wird im UKL schon vor der Operation auf eine optimale Vorbereitung Wert gelegt. So lernt der Patient Schwestern und Therapeuten kennen, läuft auch schon mal ein Stück an Stützen, die er nach der OP anfangs braucht. &quot;Wir wollen, dass der Patienten nach OP nicht in eine völlig neue Welt eintauchen muss, sondern einiges schon kennt&quot;, so Prof. Roth. &quot;Und wir wollen ihm Vertrauen in seine Prothese geben. Deshalb läuft er schon drei Stunden nach der OP das erste Mal. Es hat sich ja herausgestellt, dass eine frühe Mobilisation sehr wichtig ist. Sie hilft, Thrombosen zu vermeiden und beschleunigt den Heilungsprozess.&quot;</p> <p>Zudem wird Prof. Roth in seinem Vortrag, der wieder auf der Internetseite des UKL zu verfolgen ist, auf Aspekte moderner Operationsmethoden eingehen, die es beispielsweise ermöglichen, auf eine Drainage zu verzichten. Ebenfalls für den Patienten angenehmer ist es, wenn Schmerzmittel lokal gegeben werden oder ein neuartiger Wundverschluss angewendet wird.</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Vortragsreihe des UKL &quot;Medizin für Jedermann&quot;</strong></p> <p>Thema&#58; &quot;Kunstgelenke - Genesung auf der Überholspur&quot;</p> <p>Referent Prof. Dr. Andreas Roth</p> <p>1. Dezember 2021</p> <p>18.15 bis 19.30 Uhr</p> <p>im Internet unter&#58; <a>www.uniklinikum-leipzig.de</a></p>
36 Stolpersteine und 2 Stolperschwellen am UKL mahnen, nicht zu vergessen<img alt="Vertreter der DGU kamen heute mit Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des UKL und Unfallchirurg (mitte), vor dem Haupteingang des UKL zusammen, um die Stolpersteine zu putzen und der von Nationalsozialisten verfolgten Mitglieder der DGU zu gedenken." src="/presse/PressImages/pic_20211109135257_becf26e9f3.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-11-08T23:00:00ZLeipzig. Seit November 2017 erinnern 36 Stolpersteine und 2 Stolperschwellen vor dem Haupteingang des Universitätsklinikums Leipzig an die Schicksale im Nationalsozialismus verfolgter jüdischer Unfallchirurgen. Initiiert wurde der Gedenkort von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU), die damit am Ort der Gründung im Jahr 1922 an ihre ehemaligen Mitglieder erinnert. <p>Wie jedes Jahr gedachten heute, am 9. November, hier Vertreter der <a href="https&#58;//www.dgu-online.de/">Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie</a> sowie des UKL der Opfer, indem die Steine poliert und Blumen niedergelegt wurden.&#160;Damit die hier genannten Menschen in Erinnerung bleiben, wurden die Lebensläufe der ehemaligen Kollegen verlesen.&#160;Auf den zehn mal zehn Zentimeter großen, mit einer Messingplatte bedeckten <a href="http&#58;//www.stolpersteine.eu/">Stolpersteinen</a> ist jeweils Name, Jahrgang und Schicksal dieser Ärzte eingraviert. Sie wurden während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 gedemütigt und entrechtet, indem man ihnen teils die Promotion, Approbation bzw. die Kassenzulassung entzog oder ihnen ein Lehrverbot erteilte. Viele von ihnen flohen ins Ausland, einige in den Tod, fünf wurden deportiert, drei ermordet.&#160;</p> <p>Die 36 ehemaligen Mitglieder kamen aus allen Teilen des damaligen Deutschlands - darunter Orten wie Berlin, Hamburg, Köln und Leipzig. Sie dienten nicht nur ihrem Land und ihren Patienten, sondern engagierten sich ehrenamtlich unter anderem als Schriftführer, Schatzmeister oder 1. Vorsitzender der DGU. Sechs von ihnen waren Gründungsmitglieder, als die DGU am 23.9.1922 im Auditorium der Universität Leipzig unter der damaligen Bezeichnung Deutsche Gesellschaft für Unfallheilkunde, Versicherungs- und Versorgungsmedizin gegründet wurde. Anlass war die hundertjährige Tagung der Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte (DGNÄ).</p>
Ursache unbekannt: Wenn die Hüftgelenke schleichend kaputtgehen<img alt="Prof. Andreas Roth verzeichnet am UKL pro Jahr zwischen zehn und 35 Patienten mit einer Hüftkopfnekrose." src="/presse/PressImages/pic_20211018112605_7a5feca4ce.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-10-17T22:00:00ZLeipzig. Dass es auch den besten Ärzten trotz modernster Medizin heutzutage nicht immer gelingt, die Ursache für eine Erkrankung zu finden, zeigt das Beispiel der Femurkopfnekrose. Bei dieser Erkrankung, auch bekannt als Hüftkopfnekrose, stirbt bei Erwachsenen ein Teil des knöchernen Oberschenkelknochenkopfes in Folge von Durchblutungsstörungen ab. "Oftmals bleibt die Ursache dafür unbekannt", sagt UKL-Experte Prof. Andreas Roth anlässlich des Welt-Osteoporose-Tages 2021 am 20. Oktober. Mit Kollegen anderer Kliniken arbeitet er derweil an neuen Behandlungsmethoden. <p>Prof. Andreas Roth ist Bereichsleiter <a href="/einrichtungen/oup/endoprothetik-orthopädie">Endoprothetik / Orthopädie</a> an der Klinik und Poliklinik für <a href="/einrichtungen/oup">Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie</a> des Universitätsklinikums Leipzig (UKL). Früher seien die Risikofaktoren für die Femurkopfnekrose leichter auszumachen gewesen, meint er&#58; Alkohol, Chemotherapien, Behandlungen mit Cortison. Zwar seien diese Ursachen nicht verschwunden, sagt Roth, doch träten heutzutage bei den 30- bis 50-Jährigen vermehrt Fälle auf, bei denen der Hüftkopf kaputtgehe, ohne dass es eine augenfällige Erklärung dafür gebe. &quot;Das ist ein neues Phänomen&quot;, erklärt der Orthopäde.</p> <p>&#160;</p> <p>Die Krankheit äußert sich in akuten oder schleichend auftretenden Schmerzen im Bereich der Hüfte, oftmals länger als sechs Wochen lang. &quot;Ohne Therapie führt die Femurkopfnekrose meist in zwei Jahren beidseitig zu kaputten Hüften&quot;, erklärt Prof. Roth, &quot;in der Regel heißt das also, bei Nichtbehandlung hilft nur noch ein Kunstgelenk.&quot;</p> <p>Deshalb arbeiten die UKL-Experten an neuen Behandlungsmethoden, um das Hüftgelenk zu retten. &quot;Es ist eine Erkrankung, die wir heute besser als vor 30 Jahren feststellen können&quot;, sagt Roth. Je eher diese diagnostiziert werde, desto höher seien die Erfolgschancen einer Therapie, ob medikamentös oder operativ. &quot;Die Magnetresonanztomografie, also die MRT, ist bei der Diagnose ein sehr wichtiges Werkzeug&quot;, betont Prof. Roth. Mit diesen modernen Methoden der Bildgebung ließe sich feststellen, wie groß zum Beispiel der Defekt sei oder wie fortgeschritten die Erkrankung. Auch eine bessere Unterscheidung zu ähnlichen Erkrankungen wie dem reinen Knochenmarködem sei Dank MRT möglich.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Bei einem operativen Eingriff wird dann die Nekrose angebohrt, um den Stoffwechsel anzuregen und eine Druckentlastung hervorzurufen. Kombiniert wird dies am UKL mit der Gabe spezieller Medikamente, um den Knochenmarkabbau zu stoppen und die Durchblutung zu fördern.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Zwischen zehn und 35 Patienten werden pro Jahr wegen einer Hüftkopfnekrose am UKL behandelt. Die Suche nach den oftmals unklaren Ursachen geht für Prof. Andreas Roth weiter&#58; &quot;Bei Arthroskopien, also Gelenkspiegelungen, finden wir in nicht wenigen Fällen einen unentdeckten Schaden im Hüftgelenk. Das könnte die Ursache für eine Femurkopfnekrose sein. Wir gehen dieser Theorie nach und arbeiten zusammen mit mehreren Kliniken in Deutschland an diesem Thema.&quot;</p>

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