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Kielbrust

Erkrankung

​Die Ursachen von Brustwandveränderungen sind nicht geklärt. In ca. einem Drittel der Fälle liegt eine familiäre Häufung vor. Jungen sind 3-4-mal häufiger betroffen als Mädchen. Nicht selten bestehen andere Veränderungen an Muskeln oder Knochen wie z.B. eine Verkrümmung der Wirbelsäule (sog. Skoliose).

Mit 5% ist die Kielbrust (Pectus carinatum, „pigeon chest") nach der Trichterbrust die zweithäufigste Brustwanddeformität. Dabei findet sich ein nach außen gewölbtes Brustbein.

Brustwandveränderungen haben selten einen eindeutigen Krankheitswert. Jedoch berichten Patienten gehäuft von Herzklopfen, Kurzatmigkeit, verminderter Belastbarkeit, sowie Brust- oder Rückenschmerzen. Im Vordergrund steht bei den meisten Jugendlichen der durch die Andersartigkeit hervorgerufene psychische Leidensdruck. Dieser bestimmt das grundsätzliche diagnostische und therapeutische Vorgehen.

Unser Behandlungskonzept

​Die Kielbrust kann meist konservativ therapiert werden. Eine individuell angepasste Pelotte („Brace"), welche über mehrere Stunden am Tag getragen wird, erzielt gute Ergebnisse und ist daher die Therapie der Wahl.

Die operative Korrektur der Kielbrust ist Einzelfällen vorbehalten. Während sich bei der Trichterbrust der minimal-invasive Ansatz in der operativen Versorgung sicher durchgesetzt hat, ist es bei einer Kielbrust schwerer, eine eindeutige Empfehlung für die eine oder andere Methode zu geben. Bei einer minimal-invasiven Korrektur nach dem NUSS-Prinzip findet der Metallbügel seinen Platz nicht unter dem Brustbein sondern darüber (Operation nach Abramson bzw. „Reversed-Nuss-Operation"). Ein Verrutschen des Bügels verhindert man mit verankernden, seitlichen Stabilisatoren. Zudem sind offenen Verfahren z.B. nach Ravitch zu diskutieren.

Schmerztherapie

Für unsere Patienten, die an einer Brustwanddeformität operiert werden, haben wir zusammen mit der Klinik für Anästhesie ein spezielles Konzept entwickelt, um die mit dem Eingriff verbundenen Schmerzen und Ängste optimal behandeln zu können. Dazu gehören gängige (z.B. Ibuprofen, Metamizol) und spezielle Schmerzmittel (z.B. Pregabalin), welche als Tropfen, Tabletten oder über die Venen gegeben werden. Zudem erfolgt eine örtliche Betäubung während des Eingriffes. Des Weiteren empfehlen wir unseren Patienten die Anlage einer Schmerzpumpe (Periduralanästhesie, PDA), um Beschwerden am Brustkorb auch in den ersten Tagen nach der Operation effektiv lindern zu können.

Physiotherapie

Auch unabhängig von einer Operation und des Tragens des Braces bei einer Kielbrust kann durch Übungen viel erreicht werden. Manchmal ist sie allein der wichtigste Schritt zu einem besseren Körpergefühl. Durch das Team der Physiotherapie am Universitätsklinikum Leipzig wurde ein Übungskatalog erstellt, der durch Stärkung der Atemhilfs-, Brust- und Rückenmuskulatur, eine Verbesserung des Erscheinungsbildes, der Haltung sowie der Belastbarkeit ermöglicht.

Nachbehandlung

​Regelmäßige ambulante Kontrollen gewährleisten eine kontinuierliche Überprüfung des Erfolges der Brace-Therapie. Bei ausbleibendem Erfolg oder anhaltendem Leidensdruck kann zudem die Indikation zur operativen Versorgung diskutiert und ggf. geplant werden.

Kontakt

Wir sind immer mittwochs in unserer Sprechstunde für Brustwanddeformitäten in der Poliklinik der Kinderchirurgie für Sie da. Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit unserem Case Management und bringen Sie zum Termin, soweit vorhanden, erhobene Befunde, Arztbriefe, Röntgenbilder o.ä. sowie einen Überweisungsschein vom Kinderarzt / Hausarzt mit.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung und freuen uns auf Ihren Besuch.

Universitätsklinikum Leipzig AöR
Universitäre Sprechstunde für Brustwanddeformitäten
Case Management Kinderchirurgie
Frau Ulrike Knauf
Liebigstraße 20a, Haus 6
04103 Leipzig
Telefon: 0341 – 97 20043
Fax: 0341 9726-729
E-Mail: trichterbrust@medizin.uni-leipzig.de
www.trichterbrustexperten.de

Liebigstr. 20a, Haus 6
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 26400
Fax:
0341 - 97 26409
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