Sie sind hier: Skip Navigation LinksInstitut für Transfusionsmedizin Stammzellspenderdatei Leipzig

Stammzellspende - eine besondere Hilfeleistung

​Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 13.700 Menschen an einer schweren Blutkrankheit, z.B. an Leukämie oder einer ähnlichen Krankheit.

Schlägt eine medikamentöse Behandlung nicht mehr an, hilft nur noch die Übertragung gesunder Blutstammzellen. Entscheidend für den Erfolg einer Stammzelltransplantation ist eine möglichst genaue Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Spender und Empfänger. Etwa ein Drittel der deutschen Patienten findet einen Spender im unmittelbaren Verwandtenkreis. Die Familien in Deutschland werden aufgrund geringerer Geburtenzahlen jedoch immer kleiner, so dass bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten immer häufiger nach einem geeigneten nicht verwandten Fremdspender gesucht werden muss.

stammzellspender-herr-wiegand-blutbank-uniklinikum-leipzig.jpgInzwischen gibt es weltweit über 34 Millionen Spendewillige, davon in Deutschland mehr als 8,5 Millionen. Auch das UKL hat eine Stammzellspenderdatei. Bisher sind hier mehr als 11.000 freiwillige Spender registriert, von denen viele gleichzeitig auch regelmäßig Blut spenden.

Informieren Sie sich hier über die Stammzellspende. Wir freuen uns, wenn Sie helfen wollen und sich als potentieller Stammzellspender registrieren lassen.

Was sind Blutstammzellen?

​Die im menschlichen Blut vorhandenen Zellen, die für den Sauerstofftransport (Erythrozyten), die Immunabwehr (Leukozyten) und die Blutgerinnung (Thrombozyten) verantwortlich sind, werden aus gemeinsamen Vorläuferzellen gebildet. Diese so genannten Blutstammzellen befinden sich normalerweise im Knochenmark.

Bei gesunden Personen werden die Zellen des Blutes ständig erneuert. Leichte Blutverluste können schnell ausgeglichen werden. Dieses hohe Regenerationsvermögen erlaubt es uns, nicht nur regelmäßig Blut, sondern im Bedarfsfall auch einen Teil dieser Stammzellen für kranke Menschen zu spenden.

Knochenmark- und Blutstammzellspende

​Erkrankungen des blutbildenden Systems, vor allem Leukämien, sind lebensbedrohende Erkrankungen, die durch langwierige medikamentöse Therapien einer Heilung zugeführt werden können. Beim Versagen aller medikamentösen Behandlungsversuche besteht eine Heilungsmöglichkeit in der Übertragung von Knochenmark- bzw. Blutstammzellen eines gewebeidentischen gesunden Spenders. Die Übertragung von Knochenmark bzw. peripheren Blutstammzellen gilt heute als gesicherte Therapie für fast alle Leukämien im Erwachsenenalter, für einen Teil der kindlichen Leukämien, für Knochenmarkversagen, für angeborene schwere Immundefekte sowie eine Reihe weiterer Bluterkrankungen.

Voraussetzung für eine Knochenmark- und Stammzellspende ist das Vorhandensein eines gewebeidentischen Spenders, damit das gesunde Knochenmark bzw. die Blutstammzellen vom Empfängerorganismus angenommen werden. Für Patienten, die über keinen passenden Geschwisterspender verfügen, werden gesunde unverwandte Stammzellspender gesucht.

Wie wird man Stammzellspender?

​In Deutschland gibt es verschiedene regionale und überregionalen Spenderdateien. Die Spender aller Dateien werden im Zentralen Knochenmarkspender Register Deutschlands (ZKRD) erfasst. Im Falle einer Spendersuche wird unter all diesen Spendern der geeignetste ausgewählt. Sollte man innerhalb Deutschlands keinen geeigneten Spender finden, ist es gut zu wissen, dass das ZKRD Spendersuchen und -vermittlungen auch im Austausch mit internationalen Datenbanken durchführt.

IMG_0889.JPGAuch Sie können Spender werden: Lassen Sie sich in einer Datei Ihrer Region registrieren, zum Beispiel im RAhmen einer Vollblutspende an usnerem Institut oder auch bei einer eventuell gerade in Ihrer Nähe stattfindenden Typisierungsaktion.

Wenn Sie mindestens 18 Jahre und nicht älter als 49 Jahre alt sind, können Sie sich in der Stammzellspenderdatei Leipzig am Institut für Transfusionsmedizin am UKL registrieren lassen. Gern können Sie bereits das Aufnahmeformular vorab ausfüllen und dann zur Typisierung mitbringen. Bitte lesen Sie sich auch unseren Aufklärungsbogen in Ruhe durch. Die Abnahme von 2 Blutprobenröhrchen a 1,6 ml erfolgt bei uns in der Regel direkt im Rahmen einer Blutspende. Idealerweise sind oder werden Sie regelmäßiger Blutspender bei uns.

Warum sollte man bereits Blutspender sein?

​Der akute Blutverlust bei der Knochenmarkentnahme beträgt etwa 1,5 Liter, so dass eine vorherige Eigenblutspende Voraussetzung ist. Auch die Blutstammzellspende, bei der der Spender 4 bis 5 Stunden an einen Zellseparator angeschlossen ist, ist leichter zu absolvieren, wenn man bereits Erfahrung als Blutspender gesammelt hat. Darüber hinaus werden Blutspender regelmäßig auf ihre Spendetauglichkeit untersucht und bei gesundheitlicher Gefährdung von der Spende rechtzeitig ausgeschlossen. Für die Versorgung transplantierter Patienten werden auch Blutplättchenspenden benötigt, die nach den Gewebemerkmalen ausgewählt werden müssen. Für diese Fälle werden immer ausreichend untersuchte Spender benötigt, die wir auch unter unseren Stammzellspendern suchen.

Zwei Wege der Stammzellgewinnung

​Die periphere Stammzellentnahme

Bei der Entnahme peripherer Stammzellen erfolgt die Gewinnung direkt aus der Blutzirkulation des Spenders. Voraussetzung dafür ist eine Mobilisierung der Stammzellen aus dem Knochenmark in das periphere Blut. Das erfolgt durch die Stimulation des Spenders mit dem Wachstumsfaktor G-CSF, einem Medikament, welches bis zu einer Woche lang täglich unter die Haut gespritzt werden muss. Dadurch wird das Knochenmark angeregt und die Stammzellen in die Zirkulation ausgeschwemmt. Dieser Wachstumsfaktor entsteht auch auf natürliche Weise im menschlichen Organismus, z. B. bei Infektionen.

Bei der Stammzellentnahme werden über eine Maschine innerhalb von 4 bis 5 Stunden in einem ständigen Kreislauf aus dem Venenblut die benötigten Stammzellen abgesammelt, während der Spender alle anderen Blutbestandteile zurückerhält. Dabei sind kein Krankenhausaufenthalt und keine Narkose notwendig.

Risiken und Nebenwirkungen

Typische Nebenwirkungen des Medikaments zur Mobilisation sind vor allem Knochen- und Gliederschmerzen, ähnlich wie bei einer Grippe. Diese Symptome klingen nach der Spende rasch ab. In seltenen Fällen können bei der Gewinnung der Stammzellen aus dem Blut sogenannte Zitratreaktionen oder allergische Reaktionen hervorgerufen werden. Andere unerwünschte Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt.

Die Knochenmarkentnahme

Der Spender wird im Regelfall ein bis zwei Tage vor der geplanten Entnahme in eine Klinik aufgenommen, die über langjährige Erfahrungen mit der Knochenmarkentnahme verfügt und möglichst nahe am Wohnort des Spenders liegt. Die Entnahme von 1 bis 1,5 Liter Knochenmark, vermischt mit Blut, erfolgt unter Vollnarkose durch mehrere Punktionen des Beckenkammes. Zum Ausgleich des Blutverlustes transfundiert man dem Spender seine Eigenblut-Konserve, die ihm 2 bis 3 Wochen zuvor abgenommen wurde, zurück.

Die Entnahme stellt für den Spender keine besondere Gefährdung dar, da das Knochenmark schnell wieder nachwächst. In der Regel kann der Spender die Klinik bereits am nächsten Tag verlassen.

Risiken und Nebenwirkungen

Hier muss zunächst eine Klarstellung vorgenommen werden: Es wird Knochenmark und nicht Rückenmark entnommen. Neben dem allgemeinen Narkoserisiko ist das Risiko einer Wundinfektion nach der Entnahme zu nennen. Beide Risiken sind ausgesprochen niedrig und werden durch die strenge Voruntersuchung und entsprechende Nachsorge minimiert. Nach der Entnahme treten Schmerzen im Bereich der Einstichstellen und der Gesäßmuskulatur auf.

Beide Entnahmemöglichkeiten können in unserer Einrichtung organisiert und durchgeführt werden. Die Entscheidung welche Form der Entnahme gewählt wird, richtet sich nach dem Auftrag der transplantierenden Klinik in Abhängigkeit von den Wünschen und Möglichkeiten des Spenders.

Ablauf einer Knochenmark- / Blutstammzellspende

Wurde ein geeigneter Spender im Rahmen der Spendersuche gefunden, erfolgt eine Kontaktaufnahme mit dem Spender durch die Spenderdatei, bei welcher der Spender registriert ist. Das Transplantationszentrum fordert einige Milliliter Blut zur Überprüfung der Untersuchungsergebnisse an. Die erneute Kontaktaufnahme erfolgt nach Akzeptanz des Spenders. Es werden die Termine für die Voruntersuchung und die Spende festgelegt. Je nach Art der Spende werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, um den Gesundheitszustand des Spenders zu überprüfen - zum Schutz des Spenders und des Empfängers. Bei erfolgreicher Voruntersuchung wird zum vereinbarten Termin die Spende in unserem Institut durchgeführt. Unmittelbar im Anschluss wird das Transplantat einem Kurier des Transplantationszentrums zum Transport übergeben.

Ablauf einer Knochenmark- / Blutstammzelltransplantation

​Etwa 7 - 14 Tage vor der Transplantation beginnt die Vorbehandlung des Patienten mit Bestrahlung und Chemotherapie, um sein krankes Knochenmark zu zerstören. Das vom Spender gewonnene Knochenmark bzw. die peripheren Blutstammzellen werden per Kurier sofort zur Transplantationsklinik des Patienten gebracht und dem Patienten wie eine normale Bluttransfusion verabreicht. Die gesunden Stammzellen des Spenders siedeln sich im Knochenmark des Patienten an und beginnen sich zu vermehren. Nach einem Zeitraum von einer bis mehreren Wochen sollten die neuen gesunden Stammzellen im Blut des Patienten nachweisbar sein.
In der Zwischenzeit wird der Patient mit Blut- und Thrombozyten- (Blutplättchen) Präparaten anderer gesunder Blutspender versorgt.

Wird die Knochenmark- / Blutstammzellspende vergütet?

​Außer der Erstattung seiner Aufwendungen erhält der Spender keine Vergütung. Es soll vermieden werden, dass jemand aus einer finanziellen Notlage heraus spendet oder aus der Notlage des Patienten Kapital schlägt. Die humanitäre Entscheidung zur Spende ist freiwillig und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen widerrufen werden.

Wo ist der Spender versichert?

​Zunächst automatisch bei der jeweiligen Gemeindeunfallversicherung. Bei einer geplanten Knochenmark- bzw. Blutstammzellentnahme wird für den Spender eine zusätzliche Versicherung durch die Spenderdatei abgeschlossen.

Kontakt

​Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

admininistrative Leiterin der Stammzellspenderdatei Leipzig:
Dr. rer. nat. Claudia Lehmann
Adresse:​Johannisallee 32
04103 Leipzig
​Telefon:​0341 - 97 25350

Koordinationsbüro Stammzellspenderdatei Leipzig: Sarah Mattheß
​Telefon:​0341 - 97 25435

E-Mail:       MB-TRA-Stammzellspenderdatei@medizin.uni-leipzig.de

Johannisallee 32, Haus 8
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 25393 (Spendermanagement)
Fax:
0341 - 97 25369
Map