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Behandlungsspektrum

Behandlung auf der Station

​Die kleinen Patienten werden in Inkubatoren oder Wärmebetten gepflegt. Wichtiger Bestandteil der Behandlung ist die Frühförderung (inkl. Krankengymnastik), in die auch die Eltern frühzeitig durch Mitbeteiligung an Pflege und Betreuung je nach Gesundheitszustand des Kindes einbezogen werden. Die Betreuung der Kinder erfolgt so weit wie möglich unter Einbeziehung der Eltern, um eine gute Entwicklung der Eltern-Kind-Beziehung zu ermöglichen.

Für eine optimale Diagnostik und Behandlung von Neugeborenen arbeiten wir interdisziplinär mit allen Kliniken und Instituten der Universitätsklinikums zusammen und folgen den aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften. Wenn nötig werden auch intensivmedizinische Methoden und Organersatzverfahren eingesetzt. Insbesondere bei Fehlbildungen arbeiten wir eng mit den Kollegen der Kinderchirurgie zusammen und sind Teil des Fetalzentrums. Durch eine psychosoziale Betreuung stärken wir die Eltern der Kinder auf diesem manchmal schwierigen Weg.

Zu unserem Team gehören über 100 ausgebildete Kinderkrankenschwestern, die zu einem großen Teil auch die Fachweiterbildung Intensivpflege besitzen. Außerdem dabei sind ausgebildete Laktationsberaterinnen (Alles zum Thema Stillen) - bitte informieren Sie uns bei Gesprächsbedarf. Fast alle Schwestern besitzen eine Ausbildung zum Thema Kinästhetik - Infant handling.

Die Kinder werden von mehreren Physiotherapeuten betreut und eine Sozialpädagogin sowie eine Psychologin übernehmen die Betreuung der Eltern bei Sorgen und Näten. Zwei Neonatalbegleiterinnen und zwei Casemanager helfen ihnen bei der Versorgung ihrer Kinder zuhause. Dies wird im Rahmen der Neonatal-Nachsorge organisiert (nur für Kinder, welche Bedarf anzeigen und in der Nähe von Leipzig wohnen).

Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO)

​Durch eine Kooperation mit dem Herzzentrum Leipzig steht ECMO auch für Leipziger Neugeborene zur Verfügung.

Der Übergang zur Luftatmung ist eines der einschneidensten Ereignisse im Leben eines Menschen. Nun muss die Lunge die Versorgung mit Sauerstoff sicher stellen. Das geht nur, wenn viel Blut durch sie hindurchströmen kann, um den Sauerstoff aufzunehmen. Die Lunge ist jedoch daran nicht gewöhnt. Vor Geburt pumpt das Herz eines 3 kg schweren Kindes etwa 1200 ml Blut pro Minute, und davon strömen nur 21 Prozent, also ca. 250 ml, durch die Lunge. Nach der Geburt, Verschluss der Nabelschnur und Wegfall des Mutterkuchens pumpt das Herz zwar nur noch 750 ml pro Minute, aber diese Menge muss zu 100 Prozent durch die Lunge, was eine Steigerung aus Sicht der Lunge um den Faktor 3 bedeutet.

Eine gesunde Lunge steckt das problemlos weg. Bei Vorliegen einer schweren Erkrankung oder Fehlbildung kann die Lunge diese Blutmenge jedoch nicht so schnell aufnehmen. Das Blut staut sich vor der Lunge, und das Kind bekommt Schwierigkeiten mit der Sauerstoffversorgung und der Durchblutung der übrigen Organe. Das nennt man eine pulmonale Hypertension und es kann sehr gefährlich werden. Wenn konservative Behandlungsmaßnahmen nicht mehr greifen, ist der letzte Ausweg die Lungenersatztherapie, genannt extrakorporale Membranoxigenierung (ECMO). Je nach Situation ist dabei auch eine gleichzeitige Unterstützung der Herzfunktion möglich.

Dieses Verfahren gibt dem Patienten und seiner Lunge die Zeit, die für eine Erholung und eine schrittweise Verbesserung der Lungendurchblutung notwendig ist, während die Lunge selbst geschont werden kann. Oft können ohne ECMO unbehandelbare Patienten nach einiger Zeit erfolgreich von der ECMO entwöhnt werden und normal atmen.

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