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Pressemitteilungen

 

 

Ösophagusatresie: Expert:innen vieler Fachrichtungen arbeiten erfolgreich Hand in Hand für optimale Behandlung in jedem Alter<img alt="Expert&#58;innen verschiedener Fachrichtungen arbeiten am UKL eng zusammen, um Menschen, die an der seltenen Erkrankung Ösophagusatresie leiden, bestmöglich zu behandeln (v.l.n.r.)&#58; Dr. Jürgen Feisthammel (Zentrale Endoskopie), Oberärztin PD Dr. Steffi Mayer (Kinderchirurgie), Prof. Ines Gockel (Viszeralchirurgie), Oberarzt Dr. Freerk Prenzel (Kinderpneumologie), Oberarzt Dr. Gunter Flemming (Kindergastroenterologie), Prof. Holger Stepan (Geburtsmedizin), Prof. Ulrich Thome (Neonatologie) und Prof. Martin Lacher (Kinderchirurgie)." src="/presse/PressImages/pic_20220705101841_b2e203234d.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-07-04T22:00:00ZLeipzig. Als Ösophagusatresie bezeichnen Mediziner:innen eine angeborene Fehlbildung der Speiseröhre. Nur sehr wenige Kliniken in Deutschland behandeln betroffene Kinder und Erwachsene mit dieser seltenen Erkrankung auf höchstem Niveau. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ist nun von der Selbsthilfeorganisation KEKS e.V. in vier von vier möglichen Modulen zertifiziert worden. Am UKL können Kinder und Erwachsene aller Altersgruppen bestmöglich versorgt werden. <p>KEKS steht für &quot;Patienten- und Selbsthilfeorganisation für <strong>K</strong>inder und <strong>E</strong>rwachsene mit <strong>k</strong>ranker <strong>S</strong>peiseröhre&quot;. Neben dem UKL ist bislang mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) nur ein weiteres Klinikum in Deutschland zertifiziert worden.&#160;</p> <p>Das UKL erhielt die Qualitätsbescheinigungen in den Modulen&#160;</p> <ul> <li>&quot;Pränatale Versorgung&quot; (<a href="/einrichtungen/geburtsmedizin">Abteilung für Geburtsmedizin</a>),</li> <li>&quot;Erstversorgung des Neugeborenen mit Ösophagusatresie&quot; (<a href="/einrichtungen/neonatologie">Abteilung für Neonatologie</a>, <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</a>),&#160;</li> <li>&quot;Nachsorge des Kindes mit Ösophagusatresie&quot; (<a href="/einrichtungen/kinderklinik">Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin</a>, Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie) sowie&#160;</li> <li>&quot;Nachsorge des Erwachsenen mit Ösophagusatresie&quot; (<a href="/einrichtungen/vttg/viszeralchirurgie/viszeralchirurgie">Viszeralchirurgie</a>).</li> </ul> <p>Bei einer Ösophagusatresie besitzt die Speiseröhre keine Verbindung zum Magen und endet blind oder mündet in die Luftröhre. Auch sind starke Verengungen möglich, so dass keine Nahrung durch die Speiseröhre gelangen kann.</p> <p>&quot;Die Krankheit ist selten. Etwa 15 Fälle pro Jahr werden in Sachsen gezählt, in Deutschland sind es etwa 250 bis 300&quot;, berichtet Prof. Martin Lacher, Direktor der UKL-Kinderchirurgie, der sich gemeinsam mit seinen Kolleg&#58;innen der anderen beteiligten Fachrichtungen über die Zertifizierung freut. Denn er weiß&#58; &quot;Die Behandlungsergebnisse sind nicht überall gut, betroffene Kinder sind oftmals nicht optimal operiert worden.&quot; Wie so oft, gelte auch hier&#58; In Kliniken, in denen die Erkrankung häufiger behandelt werde, seien auch die Ergebnisse besser.&#160;</p> <p>Die oftmals unbefriedigenden Resultate einer Behandlung waren es, die KEKS als bundesweit tätige Selbsthilfeorganisation veranlassten, ein Zertifizierungsverfahren aufzubauen. So soll eine &quot;transparente und belastbare Grundlage&quot; geschaffen werden, &quot;um Empfehlungen aussprechen zu können&quot;, schrieb die Organisation in ihrer Mitgliederzeitung &quot;Krümelchen&quot;. Orientiert hat sich KEKS dabei an den Kolleg&#58;innen von &quot;Muko e.V.&quot;, die bereits vor über 20 Jahren einen ähnlichen Prozess gestartet hatten und die Zertifizierung &quot;Muko Cert&quot; etablierten.</p> <p>&#160;</p> <p>&quot;Weil wir Kinderchirurgen mit der Erwachsenenchirurgie und der Endoskopie eng kooperieren, können wir an unserem Klinikum Kinder und Erwachsene aller Altersstufen mit Ösophagusatresie behandeln&quot;, hebt Prof. Lacher hervor. Da die Patient&#58;innen häufig &quot;viele Baustellen&quot; hätten, zum Beispiel im Bereich der Atemwege, könne sie kein Arzt, keine Ärztin allein versorgen. &quot;Es braucht ein Team aus operativen und nicht-operativen Fachbereichen, um optimale Ergebnisse zu erzielen&quot;, erklärt der leitende UKL-Kinderchirurg mit Blick auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit. &quot;Unsere Behandlungsergebnisse und die Zufriedenheit der Eltern geben uns recht&quot;, sagt er.&#160;</p> <p>Seine Klinik ist zudem Referenzzentrum des Europäischen Referenznetzwerks (ERN) für Menschen mit Ösophgusatresie. &quot;Wir haben viele überregionale Patient&#58;innen und behandeln derzeit schon mehr Kinder als vor der Corona-Pandemie, vielleicht auch dank der Möglichkeit unserer Videosprechstunde.&quot; Denn der erste Kontakt zu neuen Patient&#58;innen bahnt sich oftmals nach dieser virtuellen Sprechstunde an&#58; &quot;Geben die ersten Gespräche Anhaltspunkte für eine mögliche Behandlung, werden nachfolgend alle Expert&#58;innen der benötigten Fachrichtungen eingeschaltet&quot;, so Prof. Martin Lacher. <br>Das KEKS-Zertifikat bestätigt&#58; Am Leipziger Universitätsklinikum ist für Patienten mit angeborenen Fehlbildungen der Spreiseröhre eine Rundum-Versorgung für alle Altersgruppen auf qualitativ höchster Stufe sicher.</p>
Wenn die Wehen Monate zu früh einsetzen<img alt="„Die großen Klippen haben wir umschifft“&#58; Oberärztin Dr. Lena Wronski-Löffelbein (re.) ist sehr zufrieden mit der Entwicklung der als extreme Frühchen geborenen Zwillinge Timo und John Fischer, die mit ihren Eltern Anna und Stefan Fischer zur Nachuntersuchung ans Leipziger Uniklinikum gekommen sind. Prof. Ulrich Thome (2.v.r.), Leiter der Abteilung Neonatologie, untersucht den Zusammenhang zwischen Lockdown und Frühchenrate." src="/presse/PressImages/pic_20220224102710_be278a9e02.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-02-23T23:00:00ZLeipzig. Prof. Ulrich Thome, Leiter der Abteilung für Neonatologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), sieht die Rate an Frühgeborenen in Leipzig in Zukunft weiterhin leicht steigen – schon aus statistischen Gründen, weil die Stadt weiterhin wächst. Dies zeigte sich auch im vergangenen Jahr, in dem das spezielle Wissen und Können der neonatologischen Expert:innen des UKL oft gefragt war: 48 der hier behandelten Frühchen wogen weniger als 1000 Gramm und 88 weniger als 1500 Gramm. In beiden Fällen lagen diese Zahlen deutlich über denen des Jahres 2020. Prof. Thome und weitere Mediziner untersuchen nun einen möglichen Zusammenhang zwischen Lockdown und der Anzahl von Zu-früh-Geborenen. Die Betreuung solch kleiner Säuglinge ist extrem zeit- und personalaufwändig und kann mehrere Monate dauern. <p>Ursachen für eine zu frühe Geburt kennt der UKL-Experte viele&#58; &quot;Manchmal muss die Schwangerschaft beendet werden, um die Mutter zu schützen, Stichwort Schwangerschaftsvergiftung. In anderen Fällen müssen wir das Kind bewahren vor Unterernährung und Sauerstoffmangel, wenn die Plazenta der Mutter schlecht funktioniert.&quot; Oder es seien einfach zu früh einsetzende Wehen, zum Beispiel bei Zwillingen. Prof. Ulrich Thome&#58; &quot;Der Körper schafft es nicht länger. Die Last ist zu groß.&quot;</p> <p>Die meisten Frühchen gehen nach etwa drei bis dreieinhalb Monaten in der Klinik nach Hause. In schwierigeren Fällen dauert es länger. &quot;Je kleiner die Frühchen, desto aufwändiger die Behandlung&quot;, beschreibt es Prof. Thome.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>17 Wochen zu früh auf die Welt gekommen - doch Lebenswille siegt</strong></p> <p>Ein solcher Fall waren die Zwillinge Timo und John der Familie Fischer aus Gröditz bei Riesa. Die beiden Jungen sind seit etwas mehr als elf Monaten auf der Welt - ihr sogenanntes korrigiertes Alter beträgt aber erst siebeneinhalb Monate, denn Timo und John sind Frühchen. 17 Wochen kamen sie im vergangenen Jahr zu früh auf die Welt, ein mehrmonatiger Kampf um Leben und Tod auf der Intensivstation der UKL-Neonatologie begann. Doch der starke Lebenswille der beiden Kleinen, die nie erschöpfte Hoffnung der Eltern Anna und Stefan Fischer und die engagierte Arbeit Tag für Tag der Ärzt&#58;innen und Pflegenden auf der Station gewannen schließlich die Oberhand.</p> <p>&#160;</p> <p>Bei einer routinemäßigen &quot;Entwicklungsneurologischen Nachsorgesprechstunde&quot; sind sie jüngst ein weiteres Mal von Dr. Lena Wronski-Löffelbein untersucht worden. Die Oberärztin der <a href="/einrichtungen/neonatologie">Abteilung für Neonatologie am UKL</a> betreut die Familie bereits von Anfang an. Am 11. März 2021 sind die beiden Jungen geboren worden - am 7. Juli wäre das geplante Geburtsdatum gewesen. Harte Wochen und Monate liegen hinter allen. Doch nun freut sich Dr. Wronski-Löffelbein, welche Entwicklung Timo und John zeigen. Beim Termin sieht sich die UKL-Expertin zwei aufgeweckten Jungen mit ordentlich Gewichtszunahme gegenüber. &quot;Im Februar 2021 haben wir erfahren, dass es Frühgeborene werden,&quot; erzählt Stefan Fischer, &quot;dann begann eine stressige Phase.&quot; Bei ihrer Geburt im März wog John 565 Gramm, Timo gar nur 465 Gramm. Ihre Lungen waren in keiner Weise bereit gewesen, selbst zu atmen. Die Intensivbehandlung auf der UKL-Neonatologie begann, inklusive Operationen und durchgemachten Infektionen.</p> <p>&#160;</p> <p>&quot;John und Timo waren so schwer krank, sie brauchten im Wortsinn intensive Betreuung.&quot; Zwischenzeitlich, so Dr. Wronski-Löffelbein, habe es tatsächlich auf der Kippe gestanden, ob sie es schaffen würden. &quot;Wir hatten alles an Therapie aufgeboten, was hier haben&quot;, erklärt sie, &quot;doch den Rest mussten die Kleinen mit ihrem eigenen Lebenswillen aufbringen. Und das&quot;, sagt die Ärztin und schaut Kinder und Eltern an, &quot;haben uns die beiden aber toll gezeigt!&quot; Auch Mutter und Vater hätten nie den Mut verloren, bescheinigt ihnen die Medizinerin anerkennend. Am Ende der Untersuchung zeigt sich die Oberärztin zufrieden&#58; &quot;Ich hatte gehofft, dass unser Termin heute so sein wird. Die großen Hürden haben wir genommen, aber die Frühgeburt wird weiter ein Thema für die Kinder bleiben.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Zusammenhang Lockdown - Frühchenrate?</strong></p> <p>Den Jahresbeginn 2022 beschreibt Prof. Ulrich Thome in Sachen Frühchen als eher ruhig - &quot;vielleicht auch wegen der Corona-Einschränkungen.&quot; Wenn das öffentliche Leben wieder stärker geöffnet werde, steige auch die Frühchenrate wieder, ist sich der Experte sicher. Den Zusammenhang zwischen Lockdown und der Anzahl der Zu-früh-Geborenen untersuchen Thome und weitere Mediziner aktuell&#58; &quot;Wir wollen wissen, welche Mechanismen für Frühgeburten von derart gesellschaftlich übergreifenden Maßnahmen wie einem Lockdown beeinflusst werden.&quot; Die Experten arbeiten dabei mit Datensätzen des Jahres 2020, denn da galten strengere Regelungen als im vergangenen Jahr. Die Auswertung der erhobenen Daten ist für das erste Halbjahr ´22 geplant.</p>
Stabile Geburtenzahlen auch im Pandemiejahr 2021<img alt="Stabile Geburtenzahlen am UKL auch in 2021." src="/presse/PressImages/pic_20220102144619_57d4839992.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-01-01T23:00:00ZLeipzig. Auch im zweiten Pandemiejahr verzeichnet das UKL weiterhin stabil hohe Geburtenzahlen. Bei 2560 Geburten halfen die Geburtsmediziner 2658 Kindern auf die Welt, 114 davon wurden im neu etablierten Hebammenkreissaal betreut. Das erste Baby des Jahres 2022 am UKL wurde am 1. Januar um 3:26 Uhr begrüßt. <p>Das erste Baby 2022 am UKL erblickte um 3&#58;26 Uhr das Licht der Welt und heißt Alfred. Das letzte Kind 2021 wurde um 15&#58;43 Uhr geboren. Es war die 2560. Geburt des Jahres und das 2658. Kind.&#160;<br><br></p> <p>Damit wurden am Universitätsklinikum Leipzig im zweiten Pandemiejahr wieder genauso viele Geburten betreut wie 2020. &quot;Corona hatte für uns keinen erkennbaren Effekt - weder gab es einen Babyboom noch weniger Entbindungen&quot;, konstatiert Prof. Holger Stepan, Leiter der <a href="/einrichtungen/geburtsmedizin">Geburtsmedizin am UKL</a>. &quot;Und wir sind sehr stolz, dass wir trotz der durchaus auch schwierigen äußeren Umstände den Kreißsaalbetrieb durch die gesamte bisherige Pandemie ohne Einschränkungen aufrechterhalten konnten.&quot; Sogar ein Novum wurde in diesen Monaten eingeführt&#58; Der erste <a href="/einrichtungen/geburtsmedizin/Seiten/hebammenkreißsaal.aspx">hebammengeführte Kreißsaal</a> wurde Ende 2020 etabliert und sehr gut angenommen. Insgesamt 114 Frauen nutzten diese Möglichkeit einer Geburt unter Anleitung der Hebammen und, wenn es keine Komplikationen gab, ganz ohne ärztliche Intervention. Sollten diese doch eintreten, stand und steht sofort das gesamte Team &#160;eines Perinatalzentrums der höchsten Stufe zur Verfügung - eine Sicherheit, die viele werdende Eltern zu schätzen wissen.<br><br></p> <p>Dieses spezielle Können und Wissen war auch 2021 wieder ganz besonders für die Neugeborenen gefragt&#58; Am UKL wurden viele sehr kleine Frühchen geboren und in der <a href="/einrichtungen/neonatologie">Neonatologie</a> betreut. 48 wogen weniger als 1000 Gramm und 88 weniger als 1500 Gramm. In beiden Fällen lagen diese Zahlen deutlich über denen des letzten Jahres. Das kleinste betreute Frühgeborene wog nur 305 Gramm. Die Betreuung solch kleiner Säuglinge ist extrem zeit- und personalaufwändig, dauert viele Monate und fordert so die Neonatologie-Experten in besonderem Maße. Erfreulich oft sind die Anstrengungen von Erfolg gekrönt, und die Kinder entwickeln sich dank der aufopferungsvollen Arbeit des neonatologischen Teams gut. Dafür brauchen sie am Anfang für mehrer Monate medizinische Unterstützung. &quot;Vor diesem Hintergrund konnten im zweiten Halbjahr nicht alle Frühgeborenen übernommen werden. Deren Mütter wurden daher zur Entbindung teilweise an andere Perinatalzentren verwiesen, da unsere Neonatologie mehr als ausgelastet war und ist&quot;, beschreibt der Leiter der Neonatologie, Prof. Ulrich Thome die damit verbundenen Herausforderungen. &quot;Es ist für uns eine selbstverständliche Aufgabe, immer die bestmögliche Versorgung für Mutter und Kind sicherzustellen - auch wenn diese dann vielleicht nicht immer ganz wohnortnah erfolgen kann.&quot; &#160; &#160;</p>
Unter einer Decke: Eltern und Frühgeborene können am UKL nun noch viel entspannter „känguruhen“<img alt="Entspannt genießen Mutter und Kind die Kuschel-Momente – sicher und warm eingehüllt in die neu entwickelte Frühchen-Decke der UKL-Neonatologie." src="/presse/PressImages/pic_20210729114142_9d36f808f1.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-07-28T22:00:00ZLeipzig. Zu viel kuscheln gibt es bekanntlich nicht: Engen Hautkontakt zu Mutter und Vater braucht jedes neugeborene Kind – für Frühchen ist dies allerdings geradezu lebenswichtig. Bei der auch an der Neonatologie des Leipziger Universitätsklinikums (UKL) angewendeten "Känguru-Methode" wird das nur mit einer Windel bekleidete Neugeborene auf die nackte Brust von Mama oder Papa gelegt. Um diese Momente noch intensiver und sicherer zu gestalten, ist am Haptik-Forschungslabor der Uni Leipzig (HFL) eine neuartige Frühchen-Decke entwickelt worden – basierend auf einer Idee und Skizzen von Schwester Gabriele Koch, Bereichsleiterin Pflege der UKL-Neonatologie. Nun können Eltern und Baby noch entspannter "känguruhen". <p>Die Geburt eines Frühchens bedeutet für die Eltern in jeder Beziehung eine extreme Ausnahmesituation, das permanente Pendeln zwischen Krankenhaus und dem Zuhause oder die ständigen Wechselbäder an Gefühlen zwischen Hoffnung und Ängsten belasten. Manche Eltern scheuen sich, ihr Kind zu berühren, in der - falschen - Annahme, dem zerbrechlich wirkenden Früh- oder Neugeborenen weh zu tun. Dabei lässt häufiges &quot;Känguruhen&quot; die Kinder nachweislich erholsamer schlafen, stabiler atmen und ihren Stresspegel sinken.&#160;<br>Um diese intimen &quot;Kuschel-Zeiten&quot; für beide Seiten noch entspannter zu gestalten, entwickelte Schwester Gabriele (Foto) die Idee einer Decke, die um den Körper von Eltern und Kindern gewickelt wird und sicher und einfach fixiert werden kann.&#160;<br>&quot;Ich wollte etwas schaffen, was für Mutter und Vater gleich gut nutzbar und für alle Körpergrößen passt und leicht zu handhaben ist&quot;, berichtet sie. &quot;Die bisherige Lösung mit Handtüchern hat gerade Väter sehr oft verunsichert.&quot;&#160;<br><br></p> <p>Auf der Grundlage ihrer Skizzen entwickelte das Team des Haptik-Forschungszentrums Leipzig (HFZ) unter Leitung von Prof. Martin Grunwald innerhalb von nur vier Monaten einen Prototyp, der dann am UKL getestet wurde. In der Entwicklungsphase ermittelten die Leipziger Haptik-Experten zusammen mit Koch als erfahrener Krankenschwester die notwendige Deckengröße, analysierten Stoffproben nach mehreren 100-Grad-Waschvorgängen, testeten mehrere Nähbetriebe und legten schließlich endgültig das Material und die Größen fest. Die Anforderungen an den Stoff waren hoch&#58; keine Schadstoffe im Material und den Farben, waschbar bei hohen Temperaturen, dehnbare und weiche Oberfläche, elternfreundliche Farben und Muster. Am Ende dieses Prozesses entstand die Leipziger Frühchen-Decke aus Öko-Baumwoll-Jersey, zwei Meter lang und 37 Zentimeter breit.&#160;<br><br></p> <p>100 Decken stehen nun zur Verfügung, genäht in einer Leipziger Näherei. Auch gewaschen werden sie in einer lokalen Wäscherei. Der Stoff ist niederländischer Herkunft.&#160;280 Euro kostet eine Decke in der Herstellung.&#160;Finanzielle Unterstützung für das Projekt Frühchen-Decke erfolgte durch das Haptik-Forschungszentrum Leipzig und durch die Firma Beiersdorf über ihre Marke &quot;Nivea&quot;.<br><br></p> <p><strong>Auch Zwillinge passen darunter</strong><br>Eingehüllt in eine weiche Decke können nun Kinder und Eltern in der <a href="/einrichtungen/neonatologie">Neonatologie am UKL</a> warm und sicher die so wichtigen ersten Momente engen Beisammenseins genießen. &quot;Wir bieten allen Müttern und Vätern das Tuch an und wünschen uns, dass die Eltern es bevorzugt nutzen, um eine stärkere und sichere Bindung zum Kind aufzubauen&quot;, erklärt Schwester Gabriele. Eine Gebrauchsanleitung als kleine Broschüre ist ebenfalls vorhanden und zeigt auf, wie die Decke angelegt wird, erklärt aber auch, dass sie beispielsweise nicht als Tragetuch missverstanden werden darf.&#160;</p> <p>Doch wer die Spezial-Decke sachgemäß anlegt, kann sich nun noch besser auf die Kuschel-Zeit zwischen Eltern und ihrem Frühgeborenen einlassen. &quot;Das Kind kann individuell mit den Händen unter oder über der Decke gehalten werden. Mama oder Papa dürfen zudem bedenkenlos einschlafen, die Decke bietet ausreichend Sicherheit, obwohl bei uns natürlich Eltern und Kind auch bisher nie unbeobachtet waren und sind&quot;, betont die Bereichsleiterin Pflege an der Neonatologie des UKL, &quot;eine zentrale Überwachung zeigt uns ständig die Vitalparameter an.&quot; Selbst Zwillinge könnten gleichzeitig &quot;unter die Decke&quot;. Und auf noch einen Vorteil für die Mütter weist Schwester Gabriele gern hin&#58; &quot;Müttern ist es nun möglich, am Inkubator oder am Bett des Kindes ihre Muttermilch abzupumpen und gleichzeitig durch Kontakt mit dem Kind Sicherheit und Geborgenheit herzustellen. Die Beschaffenheit der Decke ermöglicht dies.&quot;<br><br></p> <p>Prof. Martin Grunwald ist mit dem Ergebnis des Projekts Frühchen-Decke sehr zufrieden&#58; &quot;Auf der Neonatologie des UKL wird alles getan, um den Kontakt zwischen Eltern und Kind so angenehm wie möglich zu gestalten. Wir freuen uns, dass wir dazu einen Beitrag leisten konnten&quot;, sagt er. Sofern weitere Finanzmittel zur Verfügung stünden, könnte sich der Leipziger Haptik-Experte vorstellen, den Einsatz der Frühchen-Decke auch evaluativ-wissenschaftlich zu begleiten.&#160;</p>
Beste Bedingungen für die allerkleinsten Patienten<img alt="„Die Neonatologie ist ein Aushängeschild für das Universitätsklinikum Leipzig.“ UKL-Vorstand Prof. Christoph Josten (Mi.) und Neonatologie-Leiter Prof. Ulrich Thome führen Staatssekretärin Andrea Franke bei einem Rundgang durch die modernisierten Räume." src="/presse/PressImages/pic_20201022113826_3d96fbd5b1.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-10-20T22:00:00ZLeipzig. Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) wurde am Mittwoch, 21. Oktober, nach zweijährigem Umbau die modernisierte und erweiterte Neonatologie eröffnet. In den neuen Räumen stehen jetzt 51 Betten für die Versorgung von Frühchen und kranken Neugeborenen bereit. Damit verfügt das UKL jetzt über eine der größten neonatologischen Einrichtungen in Deutschland. <p>Im vergangenen Jahr betreute die <a href="/einrichtungen/neonatologie">Neonatologie</a> am Universitätsklinikum Leipzig 709 Kinder stationär, darunter &#160;44 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1000 Gramm. Oft verbringen Kinder und Eltern im Laufe der Behandlung mehrere Wochen und Monate auf den Stationen.&#160;</p> <p><br>Dafür finden sie nach dem Umbau optimale Bedingungen vor&#58; Die Patientenzimmer wurden zu Ein- und Zwei-Bettzimmern umgebaut, neu entstanden sind zudem Eltern-Kind-Räume, mit einem eigenen Bad für die begleitenden Eltern, die so bequemer rund um die Uhr bei ihren Kindern sein können. Insgesamt hat sich die Neonatologie, deren Patientenzahlen in den letzten Jahren stetig gestiegen sind, um zehn Betten auf nunmehr 51 vergrößert. Erweitert wurden auch die Ärzte- und Pflegeteams. Neu eingestellt wurden neun Ärzte und 19 Pflegekräfte. Rund um die Uhr sind mindestens ein Facharzt mit Schwerpunktbezeichnung Neonatologie (Neugeborenenmedizin) und zwei Assistenzärzte vor Ort verfügbar. Zudem wurde die Station um neue Behandlungs- und Funktionsräume ergänzt. So gibt es jetzt ein spezielles Patientenzimmer, in dem Kinder völlig von den Keimen der Außenwelt abgeschirmt versorgt werden können. Dieses ist durch eine Doppelschleuse von der restlichen Station abgetrennt und kann auch für Neugeborene genutzt werden, die eine Knochenmarktransplantation benötigen.</p> <p>&quot;Wir freuen uns sehr über diese Erweiterungen und Modernisierungen, dank derer wir unsere kleinen und teilweilse sehr schwer kranken Patienten jetzt optimal versorgen können&quot;, freut sich Prof. Ulrich Thome, ärztlicher Leiter der Neonatologie, über die Neuerungen. Benötigt wird das besondere Behandlungszimmer beispielsweise für Kinder mit schweren Immunerkrankungen, die früh eine Stammzellübertagung erhalten, um ohne spätere Schäden zu überleben und sich normal entwickeln zu können. Hier hat das UKL in den letzten Jahren eine besondere Expertise mit einem erfahrenen Expertenteam in der Kinderklinik aufgebaut. &quot;Dank der neuen Räume können die Kinder jetzt durch unsere dafür ausgebildeten Schwestern, Pfleger und Ärzte auf der Neonatologie versorgt werden, statt wie bisher in anderen, teilweise für Erwachsene vorgesehenen Bereichen&quot;, erklärt Prof. Thome die Verbesserungen.&#160;</p> <div class="ms-rtestate-read ms-rte-embedcode ms-rte-embedil ms-rtestate-notify"><iframe width="560" height="315" src="https&#58;//www.youtube.com/embed/TWeNt4-7-50" frameborder="0"></iframe>&#160;</div><p>&#160;<br>Ebenfalls neu sind ein eigener Eingriffsraum für eilige Operationen direkt auf der Station und ein Raum für die Medikamentenherstellung, was von Mitarbeitern der Klinikumsapotheke vorgenommen wird. Auf diese Weise können alle für die Versorgung wichtigen Maßnahmen auf kürzestem Wege und direkt vor Ort erfolgen.&#160;</p> <p>&quot;Für die Kleinen etwas ganz Großes&#58; Der Umbau trägt dem Wachstum unserer Neonatologie Rechnung und verbessert die Situation sowohl für Patienten, Angehörige als auch unsere Beschäftigten&quot;, konstatiert Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des UKL. &quot;Alle profitieren von den geräumigen Zimmern und Stationen sowie den neuen und weiteren Funktionsräumen bis hin zu Aufenthaltsbereichen für das Team. Dafür haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den zurückliegenden zwei Jahren auch viele zusätzliche Belastungen durch den Umbau bei laufendem Betrieb auf sich genommen, wofür wir uns herzlich bedanken.&quot;&#160;</p> <p>&quot;Jede Geburt ist ein Wunder. Oft denken wir, dass eine Geburt eine Selbstverständlichkeit sei&quot;, sagte Staatssekretärin Andrea Franke vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus und Ehrengast der Eröffnung, &quot;Das ist nicht der Fall. 20 von 100 Kindern werden zu früh geboren. Es ist nicht immer einfach, oft gibt es Risiken.&quot;&#160;</p> <p>Der Umbau der Neonatologie, die dafür in ein Interim innerhalb der Klinikgebäude in der Liebigstraße umzog, begann nach der Fertigstellung des Neubaus Haus 7 im Herbst 2018. Seitdem wurden die Flächen im Haus 6 komplett umgebaut. Finanziert wurde das aufwändige und komplexe Bauvorhaben durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes sowie Eigenmitteln des UKL. Der bauliche Investitionsanteil für die Intensivbetten betrug zirka zwei Millionen Euro.&#160;</p>

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