Sie sind hier: Skip Navigation LinksInstitut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik

Untersuchungsspektrum

​Unser Labor arbeitet mit akkreditierten Methoden. Die Qualität der Analytik wird durch externe Ringversuche belegt.

Laborkatalog

Information zum Drogenscreening im Urin 

Labormedizinischer Konsiliardienst

​Bereich​Ansprechpartner​Telefon
​Gerinnung, Hämatologie​PD Dr. med. Thorsten Kaiser​0341 - 97 22490
​Endokrinologie​Prof. Dr. rer.nat. Jürgen Kratzsch​0341 - 97 22241
​Immunologie, Liquordiagnostik​PD Dr. med. Thorsten Kaiser​0341 - 97 22490
​Drug Monitoring, päd. Stoffwechseldiagnostik​Prof. Dr. rer. nat. Uta Ceglarek​0341 - 97 22460
​Fettstoffwechsel​Prof. Dr. rer. nat. Uta Ceglarek​0341 - 97 22460
​Allergie​PD Dr. med. Thorsten Kaiser​0341 - 97 22490
​Molekulare Diagnostik​PD Dr. med. Thorsten Kaiser​0341 - 97 22490
​Präanalytik, Serumchemie, Tumormarker, Pädiatr.​Dr. rer. nat. Anja Willenberg​0341 - 97 22485
​Studien​Prof. Dr. rer. nat. Uta Ceglarek​0341 - 97 22460
​Qualitätsmanagement​Dr. rer. nat. Christoph Weisbrich​0341 - 97 22213
​EDV, Dokumentation, Abrechnung​Dipl. Ing. Thomas Thalheim​0341 - 97 22470

 

HIT 4-T-Score

Die Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT), früher auch HIT 2, ist eine unerwünschte Arzneimittelwirkung nach Gabe von Heparin. Durch Bildung von Antikörpern gegen den Plättchenfaktor-4-Heparin-Komplex kommt es zu einer Aktivierung von Thrombozyten mit konsekutiver Entstehung von thrombembolischen Komplikationen. Ein vermehrter Verbrauch und Abbau von Plättchen führt zu einem Abfall der Thrombozytenzahl. Die Diagnose ergibt sich aus den klinischen Symptomen Thrombose und Thrombozytopenie im charakteristischen zeitlichen Abstand zur Gabe von Heparin und nach Ausschluss anderer Ursachen für eine Thrombozytopenie, v.a. EDTA-induzierter Pseudothrombozytopenie.
Die Labordiagnostik bietet neben der Thrombozytenzählung im EDTA- und Citratblut einen Antigentest an, der Antikörper gegen den PF4-Heparin-Komplex nachweist. Im Weiteren kann der Funktionstest HIPA (Heparin-induzierte Plättchenaggregation) durchgeführt werden, welcher an Spenderthrombozyten die funktionelle Wirkung von diesen Antikörpern nachweist.

Nur aus der Kombination von klinischen und labordiagnostischen Kriterien kann auf das Vorliegen einer HIT geschlossen werden, da beide labordiagnostische Methoden weder absolut sensitiv noch spezifisch sind.
Um die Vortestwahrscheinlichkeit zu erhöhen, erbitten wir die Berechnung des 4T-Scores und Beauftragung des Antigentest nur bei einem Score von >=4. Die Indikationsstellung für die Durchführung des Funktionstest HIPA liegt beim Laborarzt in Absprache mit dem betreuenden Arzt.

Punkte

Thrombozytopenie

- Niedrigster Wert ≥ 20 GPT und > 50 Prozent Abfall
- Niedrigster Wert 10-19 GPT oder 30 - 50 Prozent Abfall 
- Niedrigster Wert < 10 GPT oder < 30 Prozent Abfall



​2
1
0

​Tag des Auftretens des Thrombozytenabfalls

- Tag 5 - 10 oder ≤ 1 Tag bei früherer Heparintherapie innerhalb der letzten 30 Tage
- Unbekannt, aber könnte zur HIT passen bzw. > Tag 10 bzw. ≤ Tag 1 bei früherer Heparintherapie innerhalb der letzten 30-99 Tage
- Tag < 4 (ohne frühere Heparintherapie)



2

1

0

​Thrombosen oder andere Komplikationen

- Gesicherte neue Thrombose, Hautnekrosen, anaphylaktische Reaktion (nach Heparinbolus)
- Fortschreitende oder rezidivierende Thrombose, Verdacht auf Thrombose (noch nicht bestätigt) oder nicht nekrotisierende Hautläsionen
- Keine Komplikationen



​2

1

0

​Andere Gründe für Thrombozytenabfall

- Keine 
- Denkbar 
- Definitiv


​2
1
0

 

Mögliche Ergebnisse

0 - 3: geringe Wahrscheinlichkeit für eine HIT (< 5 Prozent)
4 - 5: mittlere Wahrscheinlichkeit für eine HIT (10 bis 30 Prozent)
6 - 8: hohe Wahrscheinliczhkeit für eine HIT (20 bis 80 Prozent, abhängig von Klinik und Erfahrung des Untersuchers)

Andere Ursachen einer Thrombozytopenie

  • Pseudothrombopenie (EDTA-induziert)
  • Sepsis
  • Hämatologische Grunderkrankungen
  • Immunthrombopenie
  • Post-transfusionelle Purpura
  • Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura
  • Medikamente (neben Heparin können auch Paracetamol, Diclofenac, Chinin, Chinidin, Co-Trimoxazol, Rifampicin oder Carbamazepin zu einer Thrombozytopenie führen)

Literatur

Thiele T, Althaus K, Greinacher A. [Heparin-induced thrombocytopenia]. Internist 2010; 51(9):1127-32, 1134-5

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