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Pressemitteilungen

 

 

Hoffnung für Leberpatienten<img alt="Mit der Gründung des neuen Zentrums am UKL wollen die Mediziner jetzt zum Beispiel den an Leberzirrhose Erkrankten wirksamer als bisher helfen." src="/presse/PressImages/pic_20200805105734_ed33392d3a.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-08-04T22:00:00ZLeipzig. Jährlich müssen in Deutschland mehrere tausend Menschen aufgrund eines Leberversagens in Krankenhäusern behandelt werden. Bis zu 20.000 versterben hierzulande jedes Jahr an den Folgen einer Leberzirrhose. Um das Expertenwissen für die Behandlung und Erforschung dieser Erkrankungen zu bündeln und so den Betroffenen besser helfen zu können, wurde am UKL nun ein spezialisiertes Zentrum gegründet. <p>Im interdisziplinären Forschungs- und Behandlungszentrum für Leberversagen am UKL kommen alle für die Therapie und Diagnostik der Lebererkrankungen relevanten Fachbereiche zusammen&#58; Neben der <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/hepatologie">Hepatologie</a> sind dies die <a href="/einrichtungen/internistische-intensivmedizin">Internistische Intensivmedizin</a>, die <a href="/einrichtungen/vttg/hepatobiliäre-chirurgie-viszerale-transplantation">Transplantationschirurgie</a>, die <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/gastroenterologie">Gastroenterologie</a>, die <a href="/einrichtungen/radiologie">Radiologie</a> und die <a href="/einrichtungen/labormedizin">Laboratoriumsmedizin</a> . Sie alle sind Teil eines Expertennetzes, das Patienten helfen will, deren Leber versagt. Eine solche schwerwiegende Funktionsstörung tritt ein, wenn das Organ infolge einer akuten Erkrankung, zum Beispiel einer Infektion oder einer Vergiftung, nicht mehr richtig arbeiten kann. Sie kann aber auch als Verschlechterung einer chronischen Lebererkrankung im Sinne eines Akut-auf-chronischen Leberversagens (&quot;acute-on-chronic liver failure&quot;, ACLF) auftreten. &quot;In allen Fällen ist es wichtig, das Problem rasch zu erkennen, um entsprechend mit Therapiemaßnahmen beginnen zu können&quot;, erklärt Prof. Thomas Berg die medizinische Herausforderung im Fall eines Leberversagens. Der Hepatologe leitet das neugegründete Zentrum am UKL. &quot;Es ist eine Frage der Zeitspanne, die zwischen dem Auftreten der Störung und dem Behandlungsbeginn vergeht, ob und wie wir den Patienten helfen können&quot;, so Berg.&#160;</p> <p>Denn letztlich bleibt bei einem Leberversagen eine Organübertragung oft die einzige Option auf Heilung. &quot;Damit können wir derzeit aber nur einem Bruchteil unserer Patienten helfen&quot;, sagt Prof. Thomas Berg. &quot;Im vergangenen Jahr wurden in ganz Deutschland 813 Lebern transplantiert - aber es starben bis zu 20.000 Menschen an den Folgen einer Leberzirrhose, und damit einem Versagen dieses lebenswichtigen Organs.&quot;&#160;</p> <p>Mit der Gründung des neuen Zentrums am UKL wollen die Mediziner um Prof. Berg jetzt dieser besonderen Patientengruppe wirksamer als bisher helfen. &quot;Leberzirrhose wird immer noch als eine Erkrankung betrachtet, die nicht heilbar ist&quot;, beschreibt Berg. Das sei allerdings nicht so. &quot;Neue Behandlungsansätze bieten Hoffnung für unsere Patienten, mit der Möglichkeit, die Erkrankung langfristig zu stabilisieren oder die Zirrhoseentwicklung sogar rückgängig zu machen&quot;, so der Leberexperte.</p> <p>Dazu gehören Therapien der Grunderkrankung, der Leberregeneration, Verfahren der interventionellen Radiologie, wie die TIPS Anlage, aber vor allem auch Verfahren zur Leberunterstützung (sogenannte Leberdialyse bzw. Plasmapherese), um die gefährlichen Prozesse bei einem Leberversagen zu stoppen und die Patienten wieder zu stabilisieren. Das sei erforderlich, um eine anschließende Transplantation zu ermöglichen. &quot;Bei einem akuten oder akut-auf-chronischem Leberversagen haben wir nur ein sehr kleines Zeitfenster, in dem wir die Chance haben, mit einer Transplantation das Leben des Patienten zu retten&quot;, so Berg. &quot;Dieses Fenster müssen wir nutzen und, wenn möglich, vergrößern, um mehr Patienten eine Überlebenschance durch eine Transplantation bieten zu können&quot;.&#160;</p> <p>Ein Problem besteht aktuell darin, dass das &#160;Leberversagen oft zu spät erkannt wird. Hier soll das Zentrum dazu beitragen, das Wissen um dieses Krankheitsbild stärker zu vermitteln und Ärzte dafür zu sensibilisieren.&#160;</p> <p>Eine weitere Aufgabe des Zentrums wird darin bestehen, mehr Patienten den Zugang zu klinischen Studien zu ermöglichen, in denen neue Medikamente und Verfahren zur Verfügung stehen. Auch dafür ist der interdisziplinäre Verbund der Spezialisten im Zentrum ein Garant. &quot;Hier kommen alle zusammen, die das erforderliche Wissen um diese besondere Erkrankung mitbringen und entsprechend reagieren können&quot;, so Berg. Dieses Wissen stellen die Leipziger Mediziner gern allen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung - zum einen in Weiterbildung, zum anderen aber auch als Ansprechpartner für Fragen bei ganz konkreten Fällen. &quot;Hier stehen wir jederzeit zur Verfügung, um zu unterstützen und den Betroffenen schnell helfen zu können&quot;, betont Prof. Berg.&#160;</p>
Die Patientensicherheit im Fokus – Ein Jahr AMPEL-Projekt<img alt="PD Dr. Thorsten Kaiser (2.v.r.) und sein Team ziehen nach einem Jahr AMPEL-Projekt eine erste positive Zwischenbilanz." src="/presse/PressImages/pic_20200113160317_21d187a8e1.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-01-09T23:00:00ZLeipzig. Ampeln sind nicht nur im Straßenverkehr wichtig, sie können das Leben auch im Krankenhaus sicherer machen. Denn AMPEL steht hier für "Analyse- und Meldesystem zur Verbesserung der Patientensicherheit durch Echtzeitintegration von Laborbefunden". So soll erreicht werden, dass kein lebenswichtiger Laborwert im medizinischen Alltag untergeht. Ein Forschungsprojekt der UKL-Labormedizin in Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Bereich Informationsmanagement sowie den Muldentalkliniken GmbH und der Xantas AG beschäftigt sich seit Dezember 2018 genau mit diesem Ziel. <p>Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie die Informationen aus dem <a href="http&#58;//ilm.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Labor</a> ohne Umwege den Arzt erreichen können und wie dieser bei der angemessenen medizinischen Reaktion unterstützt werden kann.<br>Zu Beginn wurde untersucht, wann und wie AMPEL besonders sinnvoll eingesetzt werden kann. Dabei wurden die folgenden Krankheitsbilder und Komplikationen herausgearbeitet&#58; gestörte Blutsalzzusammensetzung und Nierenfunktion, Infektionen, Blutvergiftung (Sepsis) und Herzinfarkt. Erste Vorteile konnte das System bereits für die Behandlung von Patienten mit schwerem Kaliummangel zeigen. Wird dieser nicht rechtzeitig behoben, drohen lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen.</p> <p>Bei welchem labormedizinischen Grenzwert und in welcher Weise AMPEL dann Alarm schlägt, muss verbindlich in Regelwerken definiert und an die Patientenversorgung angepasst werden. Daran arbeiteten Mediziner sowie Softwarespezialisten gemeinsam und überführten erste Meldesysteme bereits in die Praxis.<br>Verschiedene Alarmierungswege stellen sicher, dass die relevanten Informationen die zuständigen Ärzte und Pflegekräfte zeitgerecht erreichen. So erhalten die Kliniker die notwendigen Hinweise über die elektronische Stationsübersicht im Krankenhausinformationssystem, über das Laborsystem, alternativ per E-Mail oder auch unmittelbar per Telefon. Damit geht kein wichtiger Befund verloren. Ob auch eine Reaktion erfolgte, wird ebenfalls durch die Regelwerke von AMPEL geprüft.</p> <p>Schnelles Weitergeben von dringenden labormedizinischen Resultaten funktioniert allerdings nur mit schneller Informationstechnologie. Die notwendige Infrastruktur - eine sogenannte In-Memory-Datenbank, die Daten nahezu in Echtzeit weiterleiten kann - wurde sowohl im UKL als auch in den Muldentalkliniken geschaffen. Erste Praxistests verliefen vielversprechend.</p> <p>Dem Erfolg trägt das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Rechnung und bestätigte die Förderzusage bis Ende 2020. Damit können die bestehenden Regelwerke präzisiert, auf weitere Krankheitsbilder ausgedehnt und im klinischen Stationsalltag umfangreich getestet werden, um dann schließlich in den Routinebetrieb überführt zu werden.<br>AMPEL ist ein Entwicklungsprojekt der digitalen Labormedizin innerhalb der sächsischen Förderrichtlinie &quot;eHealthSax&quot; mit unmittelbarem Bezug zur klinischen Krankenversorgung. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.</p> <p>Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf <a href="http&#58;//ampel.care">http&#58;//ampel.care</a>. &#160;</p>
Prof. Berend Isermann leitet das Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik<img alt="Prof. Berend Isermann ist neuer leitender Labormediziner am UKL. Der 51-Jährige wechselte im August vom Universitätsklinikum Magdeburg nach Leipzig." src="/presse/PressImages/pic_20190902111650_d59701b347.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-08-26T22:00:00ZLeipzig. Prof. Dr. Berend Isermann leitet seit dem 1. August das Institut für Labormedizin am Universitätsklinikum Leipzig. Der neu auf den Leipziger Lehrstuhl berufene Labormediziner wechselt vom Universitätsklinikum Magdeburg, wo er seit 2011 das dortige Institut leitete. Isermann folgt damit auf Prof. Joachim Thiery, der in den letzten 19 Jahren an der Spitze des UKL-Instituts stand. <p>Mit der Leitung des <a href="http&#58;//ilm.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik</a> übernimmt Prof. Dr. Berend Isermann die Verantwortung für die zentralen Bestandteile der Labordiagnostik am Universitätsklinikum und damit für eine der wichtigsten Grundlagen für Therapieentscheidungen. Als dreifacher Facharzt - für Innere Medizin, Endokrinologie und Labormedizin - betrachtet der 51-jährige gebürtige Kieler die Labormedizin aus unterschiedlichen Perspektiven. &quot;Wir sind ein Dienstleister für andere Fachdisziplinen und ein Querschnittsfach&quot;, sagt Isermann. &quot;Wir unterstützen die Arbeit der Kliniken durch unsere Analysen und Auswertungen und funktionieren letztlich auch nur gemeinsam&quot;. Sein Ziel ist eine enge Zusammenarbeit mit den Kliniken und den anderen Diagnostikern. &quot;Unsere Aufgabe ist es, den Kollegen ihre Arbeit am Patienten möglichst zu erleichtern und die aktuellen Entwicklungen in der Medizin durch die geeigneten Diagnoseverfahren zu ergänzen.&quot;</p> <p>So müssen die neuen, aufwändigen und sehr teuren Medikamente zum Beispiel in der Krebsmedizin so zielgenau wie möglich eingesetzt werden. &quot;Dazu müssen wir mit unseren Verfahren vorher genau identifizieren, für welche Patienten diese Therapie tatsächlich geeignet und erfolgversprechend ist&quot;, so der Diagnostikexperte. Ebenso wie die Behandlungsverfahren werde daher auch die Labormedizin immer individueller. So kommen zum Beispiel Methoden zur sehr genauen Diagnostik auf Zellebene vermehrt zum Einsatz. Für diese Präzisions-Diagnostik sollen am Leipziger Institut neue Technologien etabliert und schon vorhandene stärker in die Alltagsdiagnostik integriert werden. &quot;Wir erleben in der Medizin gerade eine sehr spannende Zeit, in der die Ergebnisse der Arbeit aus den letzten 50 bis 70 Jahren als neue Therapien sichtbar werden&quot;, zeigt sich Isermann begeistert. Um hier entsprechend schritthalten zu können, sieht er das UKL-Institut gut aufgestellt. Die in Leipzig sehr gut entwickelte Stoffwechseldiagnostik, die auch ein Schwerpunkt seiner klinischen Arbeit ist, soll fortgeführt und weiter ausgebaut werden, ebenso wie die Diagnostik von Gerinnungsstörungen.</p> <p>Dieses Thema ist der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit von Berend Isermann, der dazu nach seinem Medizinstudium in Würzburg, Bristol und Yale unter anderem mehr als vier Jahre im Blood Research Institut in Milwaukee (USA) forschte. Dabei beschäftigt er sich insbesondere mit den zellulären Effekten des Gerinnungssystems auf andere Körperfunktionen, die zum Beispiel bei Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen zu relevanten Komplikationen führen können. Für seine Forschung auf diesem Gebiet hatte Isermann an der Universität Magdeburg ein Graduiertenkolleg eingeworben Obwohl letzteres in Magdeburg verbleiben muss, ziehen 15 Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern mit ihm nach Leipzig um. &quot;Ich freue mich schon sehr auf die vielen interessanten Kooperationsmöglichkeiten, die wir hier in Leipzig für unsere wissenschaftliche Arbeit vorfinden - im Bereich der Stoffwechsel- und Diabetesforschung zum einen, aber auch in der Erforschung neuronaler Defekte und vaskulärer Erkrankungen&quot;, so Isermann. Neben dem spannenden wissenschaftlichen Umfeld haben den vierfachen Familienvater auch die lebendige Stadt und sein neues Institut für den Wechsel begeistert. &quot;Das Universitätsklinikum Leipzig ist ein sehr moderner Standort, mit einem gut ausgestatteten und leistungsfähigen Labor&quot;, sagt Isermann. &quot;Ich habe hier ein eingespieltes und erfahrenes Team, mit dem wir die vor uns liegenden Aufgaben sehr gut meistern und Neues erfolgreich umsetzen werden.&quot;</p>
„Medizinische Kompetenz im Labor bedeutet Sicherheit für den Patienten“<img alt="Prof. Dr. Joachim Thiery leitete 19 Jahre lang das Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik am UKL." src="/presse/PressImages/pic_20190726104027_0f5edad9ac.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-07-25T22:00:00ZLeipzig. Prof. Dr. Joachim Thiery, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik, verlässt nach 19 Jahren altersbedingt das Universitätsklinikum Leipzig. In dieser Zeit stand er ab 2008 für zwei Wahlperioden als Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig vor. Bis zuletzt war er zudem Senator der Universität Leipzig. Auch nach seinem Ausscheiden am UKL erwartet ihn kein Ruhestand: Der 66-Jährige wird ab April 2020 hauptamtlicher Dekan der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Sprecher der Campusdirektion Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Seine Nachfolge am Leipziger Institut tritt ab 1. August 2019 Prof. Dr. Berend Isermann an, der von Magdeburg nach Leipzig wechselt. <p>Prof. Dr. Joachim Thiery kam im Jahr 2000 vom Uniklinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität in München nach Leipzig, um die Leitung des <a href="http&#58;//ilm.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik</a> zu übernehmen. &quot;Auf mich wartete die nicht gerade leichte Aufgabe, 16 über den Klinikcampus verstreute Labore mit weit über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ohne Brüche für die Krankenversorgung in einem Institut zusammenzuführen und dann auch noch schnell wettbewerbsfähig zu werden&quot;, blickt Prof. Thiery auf seinen Anfang in Leipzig zurück. Dennoch war der Ruf nach Leipzig damals für ihn die spannendste Herausforderung. &quot;Es herrschte eine unglaublich mitreißende Aufbruchsstimmung. Es gab bereits erste Pläne für einen kleinen Neubau, aber hier in der Paul-List-Straße, wo die Labormedizin jetzt unter den vielleicht besten Bedingungen in Deutschland arbeiten kann, befand sich damals nur ein wilder Parkplatz, ein altes Gefahrstofflager und eine stillgelegte Baracke.&quot;</p> <p>Die meisten Diagnostiklabore waren damals noch den verschiedensten Kliniken und Instituten zugeordnet. &quot;Wir mussten uns erst einmal um die Hälfte verkleinern und gleichzeitig die Krankenversorgung, Lehre und die Forschung stufenweise nach vorne entwickeln. Aufgrund der Kompetenz vor allem der technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten wir den Wandel zu einem modernen labormedizinischen Institut in relativ kurzer Zeit schaffen&quot;, erinnert sich der renommierte Labormediziner.<br>Heute gehört das Institut zu den modernsten und leistungsstärksten labormedizinischen Universitätsinstituten in Deutschland.</p> <p>Die Zufriedenheit der Kliniken mit den Leistungen des Instituts ist groß, zumal schnell auf neue Bedürfnisse der Kliniken eingegangen werden kann. Rund 1.000 verschiedene Labormethoden wurden etabliert. Jährlich werden rund fünf Millionen Analysen für Patienten des Klinikums und darüber hinaus für das MedVZ vorgenommen. Zudem laufen über 100 klinische Studien über das Institut sowie das Neugeborenen-Screening der Freistaaten Sachsen und Thüringen mit Analysen für etwa 40.000 Neugeborene.</p> <p>In Leipzig wurden unter Thiery die ersten Großstudien zur Genetik der Atherosklerose bei der Maus und später genomweite Analysen zur koronaren Herzerkrankung und der Blutfette durchgeführt. Heute zählt das Institut zu den führenden Standorten der massenspektrometrischen Diagnostik in Deutschland. Über 400 Publikationen in überwiegend hochrangigen Journalen sind entstanden. Nicht zuletzt ist das LIFE-Projekt unter der Ägide von Prof. Thiery entstanden. &quot;Das heutige <a href="http&#58;//life.uni-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationskrankheiten</a> erforscht mithilfe der Gesundheitsdaten und Blutproben von rund 25.000 Leipzigern und Patienten der Universitätsklinik und des Herzzentrums, was uns gegen Volkskrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz und Stoffwechselerkrankungen schützen kann; was uns schadet, wissen wir ja zumeist,&quot; erklärt er das Anliegen des erfolgreichen Projektes.</p> <p>&quot;Die Leipziger Universitätsmedizin insgesamt hat Prof. Joachim Thiery viel zu verdanken&quot;, betont Prof. Michael Stumvoll, kommissarischer Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. &quot;Er hat in seiner Funktion als Institutsdirektor eine hochmoderne Laboratoriumsmedizin mit Leuchtturmcharakter weit über Leipzig hinaus aufgebaut und damit viel für die Qualität der Versorgung sowohl unserer Patienten am UKL als auch der Patienten in der Region getan&quot;, so Stumvoll weiter. Gleichzeitig habe er mit seiner Arbeit viel zur heutigen Leistungsfähigkeit der medizinischen Forschung am Standort Leipzig beigetragen, nicht zuletzt auch in seiner Tätigkeit als Dekan. Durch Besetzung etlicher bedeutender Lehrstühle der Laboratoriumsmedizin im deutschsprachigen Raum aus seinem Institut hat er die &quot;Leipziger Schule&quot; in die Welt getragen. &quot;Es ist daher nur folgerichtig, dass Prof. Thiery sich nicht zur Ruhe setzt, sondern eine neue Aufgabe als Dekan in Kiel übernimmt&quot;, sagt Stumvoll. &quot;Wir bedanken uns bei ihm für seine großartige Arbeit hier in Leipzig und wünschen ihm viel Erfolg für sein neues Amt.&quot;</p>
Millionenförderung für „AMPEL“: Klinisches Forschungsprojekt der digitalen Labormedizin für höhere Patientensicherheit<img alt="Die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (2.v.r.) übergibt in Anwesenheit von UKL-Vorstand Prof. Wolfgang E. Fleig (3.v.r.) und des Dekans der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, Prof. Christoph Josten (re.), den Förderbescheid an Projektleiter Dr. Thorsten Kaiser vom Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik (ILM) des Universitätsklinikums Leipzig. Links im Bild die Projektpartner der Muldentalkliniken gGmbH und der Xantas AG." src="/presse/PressImages/pic_20181217120450_3aeec875c4.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2018-12-16T23:00:00ZLeipzig. Einen Förderbescheid über mehr als 2,6 Millionen Euro hat die sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch am Montag, 17. Dezember, an das Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik (ILM) des Universitätsklinikums Leipzig und seine Projektpartner übergeben. Damit kann die Arbeit im weltweit bisher einzigartigen AMPEL-Projekt zum Nutzen der Patienten beginnen. AMPEL steht für "Analyse- und Meldesystem zur Verbesserung der Patientensicherheit durch Echtzeitintegration von Laborbefunden". Es ist ein großangelegtes Entwicklungsprojekt der digitalen Labormedizin innerhalb der sächsischen Förderrichtlinie "eHealthSax" mit unmittelbarem Bezug zur klinischen Krankenversorgung. Die Softwarelösung wird helfen, prä- und postanalytische Probleme früh zu identifizieren und Therapieentscheidungen zu präzisieren. Das Integrations- und Kontrollsystem entlastet ärztliches und Pflegepersonal. So sollen Krankenhausaufenthalte reduziert, Komplikationen verhindert und nicht indizierte therapeutische Maßnahmen vermieden werden. Die Labormedizin des UKL kooperiert dabei mit den Muldentalkliniken gGmbH und der Xantas AG, um perspektivisch eine überregionale Nutzung des AMPEL-Systems für alle Patienten im Freistaat Sachsen zu ermöglichen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. <p><span style="color&#58;#000000;">Eine &quot;beachtliche Höhe&quot; habe der Förderbescheid, so Gesundheitsministerin Klepsch bei der Übergabe. &quot;Doch die medizinische Versorgung zukunftssicher zu gestalten in Sachsen, ist für uns Thema Nummer 1&quot;, erklärte sie. Universitätsklinikum und Universität Leipzig seien dabei immer gute Partner, wenn es um neue Ideen ginge. Klepsch verwies auf den aktuellen und den gerade beschlossenen nächsten Landeshaushalt, in dem jeweils zehn Millionen Euro Landesmittel für die &quot;digitale Medizin&quot; vorgesehen seien. Prof. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des UKL, dankte der Staatsministerin für die persönliche Übergabe des Förderbescheids. Er hob hervor, dass das UKL an vielen Stellen unterwegs sei, &quot;die Digitalisierung in der Medizin zum Wohle und Nutzen der Patienten voranzubringen.&quot;</span></p> <p><span style="color&#58;#000000;"><strong><span style="color&#58;#000000;">Klarer Bedarf für klinische Systeme zur Entscheidungsunterstützung<br></span></strong><span style="color&#58;#000000;"><span style="color&#58;#000000;">&quot;Die Wahl der Biomarker für eine präzise Diagnostik und die Interpretation der Laborbefunde wird zunehmend anspruchsvoller und komplexer. Wir wollen mit dem AMPEL-Projekt eine jederzeit verfügbare elektronische Hilfe für alle Stationen und Ambulanzen anbieten, um Labordiagnostik künftig noch präziser am Problem des Patienten auszurichten und die medizinische Reaktion 'online' zu verfolgen&quot;, sagt der Oberarzt des <a href="http&#58;//ilm.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Instituts</a>, Privatdozent Dr. Thorsten Kaiser, der das AMPEL-Projekt gemeinsam mit dem Institutsdirektor Prof. Joachim Thiery leitet. Er betont&#58; &quot;Man findet in der Medizin - vielleicht abgesehen von der Medikamentenherstellung - keinen Bereich, der annähernd so umfangreich qualitätsgesichert ist, wie die Labormedizin. Fehler in der Analytik sind daher eine Seltenheit im diagnostischen Prozess.&quot; Und dennoch sieht er einen klaren Bedarf für klinische Systeme zur Entscheidungsunterstützung und medizinischen Qualitätssicherung.</span></span></span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">Denn Möglichkeiten für Verbesserungen finden sich an anderen Stellen&#58; bei der Indikationsstellung, bei der Probennahme und vor allem nach der Analytik, wenn die behandelnden Ärzte auf Station die richtigen Schlüsse aus der labordiagnostischen Analytik ziehen müssen. Fast drei Viertel aller therapeutischen Entscheidungen entfallen auf labormedizinische Befunde.<br><span style="color&#58;#000000;">Doch weil die Komplexität der Anforderungen an Stationspersonal und Klinikärzte genauso steigt wie die Zahl möglicher individueller Therapieoptionen, existieren zahlreiche Fehlerquellen. Das Risiko von Informationsverlusten wird im Alltag einer Station größer. Ziel müsse jedoch die am Problem des Patienten und dem Laborbefund präzise ausgerichtete Therapie sein, so der UKL-Experte. Pathologische Befundkonstellationen dürften auch im Routinealltag nicht übersehen werden oder verloren gehen.</span></span></p> <p><span style="color&#58;#000000;"><strong><span style="color&#58;#000000;">Mehrstufige Alarmierung und direkte Kommunikation zwischen Labor und Arzt <br></span></strong><span style="color&#58;#000000;"><span style="color&#58;#000000;">Bisher beschränkt sich die postanalytische Qualitätssicherung auf eine telefonische Sofortalarmierung bei Lebensgefahr. Oberarzt Kaiser&#58; &quot;Den einzelnen Patienten danach systematisch labormedizinisch weiterzubetreuen, ist im Labor aktuell auf Grund der großen Zahl von Befunden nicht möglich.&quot; </span></span></span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">Hier setzt das Leipziger AMPEL-Projekt an. Mit Hilfe des in einem Förderzeitraum von 24 Monaten zu entwickelnden AMPEL-Systems sollen prä- und postanalytische Probleme früh identifiziert und individuell patientenorientierte Therapieentscheidungen präzisiert werden. Das Integrations- und Kontrollsystem wird auch helfen, das Klinikpersonal zu entlasten. &quot;Wesentliches Ziel des AMPEL-Systems ist, für jeden einzelnen Patienten eine präzise Krankenversorgung zu ermöglichen und die Therapiesicherheit zu erhöhen&quot;, stellt Prof. Thiery fest. </span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">Basis des AMPEL-Systems ist die Echtzeitanalyse von Laborbefunden zusammen mit Informationen aus dem Klinikinformationssystem. In der ersten Entwicklungsstufe prüft das mit einer Art künstlicher Intelligenz ausgestattete System zum Beispiel folgende Krankheitsbilder&#58; Herzinfarkt, Sepsis, Nierenversagen und Gerinnungsstörungen. &quot;Gibt es Hinweise, dass sich aufgrund des pathologischen Laborbefunds notwendige medizinische Maßnahmen verzögern, kommt es zu einer mehrstufigen Alarmierung im Krankhausinformationssystem bis hin zur direkten Rücksprache zwischen Labormediziner und dem zuständigen Stationsarzt - 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche&quot;, erläutert Dr. Kaiser, der selbst auch Facharzt für Innere Medizin ist und somit die praktische Situation auf Station genau kennt. Zusätzlich stellt das AMPEL-System am Diagnostikbefund ausgerichtete Behandlungsleitlinien und Empfehlungen bereit. Alle Abläufe und Reaktionen würden selbstverständlich gemeinsam mit den Kliniken wissenschaftlich überprüft und bewertet, betont der Projektleiter. </span></p> <p><span style="color&#58;#000000;"><strong><span style="color&#58;#000000;">Konkrete Ziele&#58; Reduzierte Liegezeiten, weniger Komplikationen und Todesfälle<br></span></strong><span style="color&#58;#000000;"><span style="color&#58;#000000;">Die Ziele hinter dem Projekt AMPEL sind für Oberarzt Kaiser und Prof. Thiery klar&#58; &quot;Wir reduzieren Krankenhausaufenthalte und Liegezeiten. Wir verhindern Komplikationen und Todesfälle. Nicht indizierte diagnostische und therapeutische Maßnahmen werden vermieden, was wiederum Ressourcen spart.&quot; Möglich erscheine durch das Projekt sogar eine Vorreiterrolle in der postanalytischen Qualitätssicherung von Labordiagnostik. </span></span></span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">&#160;</span></p>

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