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Pressemitteilungen

 

 

Effektivste Vorsorgemaßnahme in der Kinderheilkunde<img alt="Im Labor am UKL werden im Neugeborenenscreening Bluttropfen auf Hinweise für derzeit 17 Erkrankungen untersucht. Ab 1. Oktober 2021 kommen zwei weitere hinzu." src="/presse/PressImages/pic_20210928100019_bc10d8a74d.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-09-27T22:00:00ZLeipzig. Vor 30 Jahren nahm das Leipziger Neugeborenenscreening-Labor seine Arbeit auf. Damit setzte sich eine Erfolgsgeschichte der Medizin fort, die inzwischen eine der effektivsten Vorsorgemaßnahmen in der Kinderheilkunde ist. Beginnend mit einer Reihen-Blutuntersuchung auf damals zunächst vier angeborene Stoffwechselstörungen, umfasst dieses Vorsorgeprogramm heute bereits das Screening auf 17 gefährliche Erkrankungen, zwei weitere werden ab 1. Oktober dazukommen. Für die Betroffenen bedeutet das jeweils den Unterschied zwischen einem normalen Leben oder schweren Behinderungen bis hin zum frühen Tod. <p>Eine Million Neugeborene aus Sachsen und Thüringen wurden seit dem Start des Leipziger Labors im Jahr 1991 hier untersucht. Mehr als 700 kleine Patienten mit einer angeborenen Erkrankung konnten so rechtzeitig diagnostiziert werden.&#160;</p> <p>Ein Tropfen Blut aus der Ferse macht dabei den Unterschied&#58; So viel ist nötig, um großes Leid und Folgeschädigungen zu verhindern. Möglich macht dies eine hoch effektive Reihenuntersuchung - das Neugeborenenscreening, eine Erfolgsgeschichte moderner Medizin. Gestartet ist das Programm in den 60er Jahren mit einer angeborenen Erkrankung, der Phenylketonurie. Unbehandelt führt diese Stoffwechselstörung zu schweren körperlichen und geistigen Schäden. Wird die PKU genannte Erkrankung jedoch rechtzeitig erkannt, kann dies mit Hilfe einer strengen Diät verhindert werden. Es gibt nur eine Bedingung&#58; Damit muss sofort nach der Geburt begonnen werden. So wie bei der PKU kommt es auch bei anderen der 17 im Neugeborenenscreening untersuchten Erkrankungen manchmal auf Stunden an. Daher arbeitet das<a href="/einrichtungen/screeningzentrum-sachsen/Seiten/30-jahre-neugeborenenscreening.aspx"> Screeningzentrum</a> rund um die Uhr, an jedem Tag. Liegt das Ergebnis vor, werden die einsendenden Kliniken umgehend informiert, damit mit den Therapien sofort begonnen werden kann. Allein in Sachsen profitieren davon jährlich 20 bis 30 Kinder. &#160;<br><br></p> <p>Bei allen handelt es sich um Patienten mit sehr seltenen Erkrankungen, deren Diagnose ohne Screening oft langwierig und schwierig wäre. &quot;Dabei sind die Erkrankungen gut behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt werden&quot;, erklärt <a href="/einrichtungen/screeningzentrum-sachsen/Seiten/prof-kiess.aspx">Prof. Wieland Kiess,</a> Direktor der <a href="/einrichtungen/kinderklinik">Kinderklinik</a> am Universitätsklinikum Leipzig. &quot;In meiner beinahe 40-jährigen Tätigkeit als Kinderarzt war und ist daher das Neugeborenenscreening ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit.&quot;<br><br></p> <p>Dank der schnellen Therapie noch vor dem Auftreten erster Symptome können sich betroffene Kinder gesund und normal entwickeln und sind nicht mehr wie früher lebenslang schwer krank. &quot;Unsere größte Herausforderung ist heute, die Kinder, Jugendlichen und auch deren Eltern von der Lebensnotwendigkeit der lebenslang erforderlichen Präventionsmaßnahmen zu überzeugen, denn erfreulicherweise empfinden sich die allermeisten Patienten, deren Diagnose im Screening nach der Geburt gestellt wurde, nicht als krank, sondern als gesund&quot;, ergänzte <a href="/einrichtungen/screeningzentrum-sachsen/Seiten/dr-beblo.aspx">Dr. Skadi Beblo</a>. Die Kinderärztin betreut viele der im Neugeborenenscreening erkannten Patienten in der UKL-Kinderklinik. Bei elf der im Screening diagnostizierten Erkrankungen erfolgt die Therapie mittels einer hochspezialisierten Diät. Bei anderen kommen Medikamente zum Einsatz. Oder Hilfsmittel, wie im Fall des seit 2009 integrierten Hörscreenings. Damit werden angeborene Schädigungen des Gehörs bei Kindern bereits am 2. oder 3. Lebenstag entdeckt und können so sehr früh versorgt werden. &quot;Für das Sprechenlernen ist Hören sehr entscheidend&quot;, erklärt der Kinder-Audiologe <a href="/einrichtungen/screeningzentrum-sachsen/Seiten/prof-fuchs.aspx">Prof. Michael Fuchs.</a> &quot;Dafür gibt es nur ein Zeitfenster in der frühen Kindheit. Je früher wir daher Kinder mit Hörschädigungen finden und behandeln können, umso besser sichern wir ihre Fähigkeit, sprechen zu können.&quot; &#160;<br><br></p> <p>&#160;</p> <p>In diesem Jahr werden ab dem 1. Oktober zwei weitere Erkrankungen in das Neugeborenen Screening aufgenommen - die Sichelzellanämie und Spinale Muskelatrophie. Und weitere werden folgen, davon ist <a href="/einrichtungen/screeningzentrum-sachsen/Seiten/prof-ceglarek.aspx">Prof. Uta Ceglarek</a>, die Leiterin des Leipziger Screeninglabors, überzeugt. &quot;Das wird möglich, weil wir heute mit modernsten massenspektrometrischen und molekularbiologischen Methoden arbeiten&quot;, so die Klinische Chemikerin. &quot;Vor 30 Jahren wurden aus vier Trockenbluttropfen vier Erkrankungen untersucht. Heute suchen wir in acht 3 Millimeter großen Blut-Spots nach 19 Zielerkrankungen.&quot;&#160;<br><br></p> <p>In der Zukunft werden sich sicher noch präzisere, umfassendere und schnellere Labormethoden für das Neugeborenenscreening entwickeln lassen&#58; Insbesondere genetische Hochdurchsatzverfahren, die eine große Zahl von Proben in sehr kurzer Zeit bearbeiten können, werden es noch ergänzen und revolutionieren. Damit ist die Früherkennung von vielen weiteren angeborenen Erkrankungen und Störungen der kindlichen Gesundheit möglich - und die Fortschreibung einer Erfolgsgeschichte moderner Medizin. &#160;</p> <p>&#160;</p> <p><a href="https&#58;//youtu.be/Re_h9-8h9Q0%20">Warum das Neugeborenen-Screening wichtig ist - ein Videobeitrag&#160;</a></p> <p><br>Mehr zum <a href="/einrichtungen/screeningzentrum-sachsen/Seiten/30-jahre-neugeborenenscreening.aspx">Screeningzentrum Sachsen</a></p> <p>&#160;</p>
Prof. Uta Ceglarek steht der Deutschen Gesellschaft für das Neugeborenenscreening (DGNS) vor<img alt="Prof. Dr. rer. nat. Uta Ceglarek, UKL, wurde zur Präsidentin der DGNS gewählt." src="/presse/PressImages/pic_20210622160440_2161242827.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-06-22T22:00:00ZLeipzig. Prof. Dr. Uta Ceglarek, stellvertretende Direktorin des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik, steht jetzt der DGNS vor. Die Leipziger Expertin wurde auf der diesjährigen Jahrestagung zur Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für das Neugeborenenscreening gewählt. <p>Ich freue mich sehr über diese Wahl und die damit verbundenen Aufgaben zur Weiterentwicklung des Neugeborenenscreenings&quot;, so Prof. Uta Ceglarek. Sie wird der DGNS für die kommenden drei Jahre vorstehen und damit die Umsetzung der Erweiterung des Screenings auf 19 Zielerkrankungen, ergänzt um Sichelzellanämie und Spinale Muskelatrophie, begleiten. &quot;Unsere Aufgabe wird es auch sein, zu klären, wie wir noch weitere Erkrankungen in das Screening einbinden und so weiteren Kindern und deren Eltern frühzeitig helfen können&quot;, so Ceglarek. &#160;</p> <p>Die DGNS agiert als Fachgesellschaft an der Schnittstelle der Labormedizin mit der Pädiatrie und der Epidemiologie. &#160;Ziel ist eine möglichst umfassende frühe Diagnose &#160;angeborener schwerer Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen sowie Immundefekte bei Neugeborenen, um so durch eine vorbeugende Behandlung Folgeschäden zu vermeiden.&#160;</p> <p>Allein im sächsischen <a href="/einrichtungen/screeningzentrum-sachsen/informationen-für-eltern/erweitertes-neugeborenenscreening">Screeningzentrum in Leipzig</a> werden jährlich etwa 38.000 Babys aus Sachsen und Thüringen untersucht. Bundesweit erfasst das Neugeborenenscreening, für das wenige Tage nach der Geburt eine Blutprobe aus der Ferse entnommen wird, jährlich etwa 780.000 Säuglinge. 2018 wurden bei diesen Reihenuntersuchungen 755 bestätigte Diagnosen registriert.</p> <p>&#160;</p> <p>Mehr zum Thema <a href="https&#58;//www.screening-dgns.de/">Neugeborenenscreening</a></p> <p>&#160; &#160;</p>
Hochmodernes Laborsystem am UKL in Betrieb genommen<img alt="Am Universitätsklinikum Leipzig wurde ein hochmodernes Laborsystem mit vollautomatischer Probenbearbeitung in Betrieb genommen." src="/presse/PressImages/pic_20200813125105_cd78264cf2.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-08-12T22:00:00ZLeipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat am Donnerstag, 13. August, ein hochmodernes Perianalytiksystem im Institut für Laboratoriumsmedizin feierlich in Betrieb genommen und verfügt damit jetzt über eines der modernsten Zentrallabore in Deutschland. <p>Die neue Anlage bearbeitet rund um die Uhr alle Schritte der Probenuntersuchung von der Annahme bis zum Befund vollautomatisiert. Auf diese Weise können die täglich mehr als 2800 Blut- und Urinproben aus dem UKL und <a href="http&#58;//www.medvz-leipzig.de/startseite.html">MedVZ</a> schneller und präziser bearbeitet und ausgewertet werden.&#160;<br>Neu ist zudem eine direkte Probenzuführung aus der <a href="/einrichtungen/notaufnahme">Zentralen Notfallaufnahme</a> des Klinikums in das Laborsystem, die so eine noch schnellere Bearbeitung dieser dringenden Laboranforderungen ermöglicht. Künftig wird dort ein &quot;Blutbild&quot; nach nur acht Minuten vorliegen.<br><br>&quot;Das ist eine enorme Verbesserung der labordiagnostischen Möglichkeiten für das Universitätsklinikum&quot;, zeigt sich Prof. Berend Isermann, Direktor des <a href="/einrichtungen/labormedizin">UKL-Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik</a>, begeistert von der neuen Anlage. Diese wird intensiv genutzt werden, denn fast jedem stationär oder ambulant am UKL behandelten Patienten wird - oft sogar mehrmals - Blut für ein &quot;Blutbild&quot; abgenommen. Die Befunde entscheiden über die Diagnose und anschließende Therapie. &quot;Wir sehen immer komplexere und komplizierte Erkrankungen, die auch hohe Anforderungen an die Diagnostik stellen&quot;, erläutert der Direktor des Instituts die Herausforderungen der Labormedizin. &quot;Auch die neuen Medikamente, die in der individualisierten Medizin zum Einsatz kommen, stellen hohe Ansprüche an Diagnostik im Labor. Die Labordiagnostik ist häufig die Grundlage für eine zielgerichtete und damit wirksame Therapie&quot;, so Prof. Isermann.&#160;<br>An dieser Stelle ermöglicht das neue System nun noch schnellere und bessere Ergebnisse als zuvor. In nur fünf Monaten wurde dafür eine insgesamt 200 Quadratmeter große Anlage mit einer sogenannten Laborstraße in die bestehenden Räume des Instituts eingebaut. Da die Analysensysteme rund um die Uhr laufen, musste für die Dauer des Umbaus das UKL-Zentrallabor bei laufendem Betrieb in den eigenen Räumen in ein Interim umziehen. &quot;Das war ein großer Kraftakt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts, der großartig gemeistert wurde&quot;, betonte zur feierlichen Eröffnung der Medizinische Vorstand des UKL, Prof. Christoph Josten. &quot;Wir danken allen sehr für ihr großes Engagement an dieser Stelle.&quot;&#160;</p> <p>Nach planmäßiger Fertigstellung verfügt das UKL damit nun über eines der modernsten Laborsysteme in Deutschland, auch europaweit nutzen lediglich vier weitere universitäre Standorte schon dieses System. Finanziert wurde der Umbau mit 2,34 Millionen Euro Gerätekosten sowie 1,4 Millionen Euro an Baukosten aus Mitteln des Freistaats Sachsen sowie Eigenmitteln des UKL und der Medizinischen Fakultät. Teil der Modernisierung ist auch die neuartige Einbindung eines Biobankingmoduls, die ebenfalls rund um die Uhr die vollautomatische Bioprobengewinnung aus der Patientenversorgung für die Klinischen Studien der Universitätsmedizin ermöglicht.&#160;</p> <p>&quot;Damit haben wir jetzt erfolgreich ein Vorhaben abgeschlossen, das vom ersten Antrag bis heute fast acht Jahre in Anspruch nahm&quot;, zeigt sich Prof. Uta Ceglarek, stellvertretende Direktorin des Instituts und Projektleiterin, erleichtert. Sie hat diesen Prozess von Beginn an begleitet. &quot;Es ist großartig, jetzt das Ergebnis sehen zu können. Unsere Arbeit wird dank der neuen technischen Möglichkeiten nicht nur schneller, sondern auch effektiver, so dass wir sogar neue Kapazitäten schaffen.&quot; Das Institut analysiert bereits seit Jahren auch Proben anderer Kliniken und des Medizinischen Versorgungszentrums. &quot;Hier können wir künftig auch noch besser unterstützen als bisher&quot;, so Ceglarek. &#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p>
Hoffnung für Leberpatienten<img alt="Mit der Gründung des neuen Zentrums am UKL wollen die Mediziner jetzt zum Beispiel den an Leberzirrhose Erkrankten wirksamer als bisher helfen." src="/presse/PressImages/pic_20200805105734_ed33392d3a.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-08-04T22:00:00ZLeipzig. Jährlich müssen in Deutschland mehrere tausend Menschen aufgrund eines Leberversagens in Krankenhäusern behandelt werden. Bis zu 20.000 versterben hierzulande jedes Jahr an den Folgen einer Leberzirrhose. Um das Expertenwissen für die Behandlung und Erforschung dieser Erkrankungen zu bündeln und so den Betroffenen besser helfen zu können, wurde am UKL nun ein spezialisiertes Zentrum gegründet. <p>Im interdisziplinären Forschungs- und Behandlungszentrum für Leberversagen am UKL kommen alle für die Therapie und Diagnostik der Lebererkrankungen relevanten Fachbereiche zusammen&#58; Neben der <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/hepatologie">Hepatologie</a> sind dies die <a href="/einrichtungen/internistische-intensivmedizin">Internistische Intensivmedizin</a>, die <a href="/einrichtungen/vttg/hepatobiliäre-chirurgie-viszerale-transplantation">Transplantationschirurgie</a>, die <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/gastroenterologie">Gastroenterologie</a>, die <a href="/einrichtungen/radiologie">Radiologie</a> und die <a href="/einrichtungen/labormedizin">Laboratoriumsmedizin</a> . Sie alle sind Teil eines Expertennetzes, das Patienten helfen will, deren Leber versagt. Eine solche schwerwiegende Funktionsstörung tritt ein, wenn das Organ infolge einer akuten Erkrankung, zum Beispiel einer Infektion oder einer Vergiftung, nicht mehr richtig arbeiten kann. Sie kann aber auch als Verschlechterung einer chronischen Lebererkrankung im Sinne eines Akut-auf-chronischen Leberversagens (&quot;acute-on-chronic liver failure&quot;, ACLF) auftreten. &quot;In allen Fällen ist es wichtig, das Problem rasch zu erkennen, um entsprechend mit Therapiemaßnahmen beginnen zu können&quot;, erklärt Prof. Thomas Berg die medizinische Herausforderung im Fall eines Leberversagens. Der Hepatologe leitet das neugegründete Zentrum am UKL. &quot;Es ist eine Frage der Zeitspanne, die zwischen dem Auftreten der Störung und dem Behandlungsbeginn vergeht, ob und wie wir den Patienten helfen können&quot;, so Berg.&#160;</p> <p>Denn letztlich bleibt bei einem Leberversagen eine Organübertragung oft die einzige Option auf Heilung. &quot;Damit können wir derzeit aber nur einem Bruchteil unserer Patienten helfen&quot;, sagt Prof. Thomas Berg. &quot;Im vergangenen Jahr wurden in ganz Deutschland 813 Lebern transplantiert - aber es starben bis zu 20.000 Menschen an den Folgen einer Leberzirrhose, und damit einem Versagen dieses lebenswichtigen Organs.&quot;&#160;</p> <p>Mit der Gründung des neuen Zentrums am UKL wollen die Mediziner um Prof. Berg jetzt dieser besonderen Patientengruppe wirksamer als bisher helfen. &quot;Leberzirrhose wird immer noch als eine Erkrankung betrachtet, die nicht heilbar ist&quot;, beschreibt Berg. Das sei allerdings nicht so. &quot;Neue Behandlungsansätze bieten Hoffnung für unsere Patienten, mit der Möglichkeit, die Erkrankung langfristig zu stabilisieren oder die Zirrhoseentwicklung sogar rückgängig zu machen&quot;, so der Leberexperte.</p> <p>Dazu gehören Therapien der Grunderkrankung, der Leberregeneration, Verfahren der interventionellen Radiologie, wie die TIPS Anlage, aber vor allem auch Verfahren zur Leberunterstützung (sogenannte Leberdialyse bzw. Plasmapherese), um die gefährlichen Prozesse bei einem Leberversagen zu stoppen und die Patienten wieder zu stabilisieren. Das sei erforderlich, um eine anschließende Transplantation zu ermöglichen. &quot;Bei einem akuten oder akut-auf-chronischem Leberversagen haben wir nur ein sehr kleines Zeitfenster, in dem wir die Chance haben, mit einer Transplantation das Leben des Patienten zu retten&quot;, so Berg. &quot;Dieses Fenster müssen wir nutzen und, wenn möglich, vergrößern, um mehr Patienten eine Überlebenschance durch eine Transplantation bieten zu können&quot;.&#160;</p> <p>Ein Problem besteht aktuell darin, dass das &#160;Leberversagen oft zu spät erkannt wird. Hier soll das Zentrum dazu beitragen, das Wissen um dieses Krankheitsbild stärker zu vermitteln und Ärzte dafür zu sensibilisieren.&#160;</p> <p>Eine weitere Aufgabe des Zentrums wird darin bestehen, mehr Patienten den Zugang zu klinischen Studien zu ermöglichen, in denen neue Medikamente und Verfahren zur Verfügung stehen. Auch dafür ist der interdisziplinäre Verbund der Spezialisten im Zentrum ein Garant. &quot;Hier kommen alle zusammen, die das erforderliche Wissen um diese besondere Erkrankung mitbringen und entsprechend reagieren können&quot;, so Berg. Dieses Wissen stellen die Leipziger Mediziner gern allen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung - zum einen in Weiterbildung, zum anderen aber auch als Ansprechpartner für Fragen bei ganz konkreten Fällen. &quot;Hier stehen wir jederzeit zur Verfügung, um zu unterstützen und den Betroffenen schnell helfen zu können&quot;, betont Prof. Berg.&#160;</p>
Die Patientensicherheit im Fokus – Ein Jahr AMPEL-Projekt<img alt="PD Dr. Thorsten Kaiser (2.v.r.) und sein Team ziehen nach einem Jahr AMPEL-Projekt eine erste positive Zwischenbilanz." src="/presse/PressImages/pic_20200113160317_21d187a8e1.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-01-09T23:00:00ZLeipzig. Ampeln sind nicht nur im Straßenverkehr wichtig, sie können das Leben auch im Krankenhaus sicherer machen. Denn AMPEL steht hier für "Analyse- und Meldesystem zur Verbesserung der Patientensicherheit durch Echtzeitintegration von Laborbefunden". So soll erreicht werden, dass kein lebenswichtiger Laborwert im medizinischen Alltag untergeht. Ein Forschungsprojekt der UKL-Labormedizin in Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Bereich Informationsmanagement sowie den Muldentalkliniken GmbH und der Xantas AG beschäftigt sich seit Dezember 2018 genau mit diesem Ziel. <p>Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie die Informationen aus dem <a href="http&#58;//ilm.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Labor</a> ohne Umwege den Arzt erreichen können und wie dieser bei der angemessenen medizinischen Reaktion unterstützt werden kann.<br>Zu Beginn wurde untersucht, wann und wie AMPEL besonders sinnvoll eingesetzt werden kann. Dabei wurden die folgenden Krankheitsbilder und Komplikationen herausgearbeitet&#58; gestörte Blutsalzzusammensetzung und Nierenfunktion, Infektionen, Blutvergiftung (Sepsis) und Herzinfarkt. Erste Vorteile konnte das System bereits für die Behandlung von Patienten mit schwerem Kaliummangel zeigen. Wird dieser nicht rechtzeitig behoben, drohen lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen.</p> <p>Bei welchem labormedizinischen Grenzwert und in welcher Weise AMPEL dann Alarm schlägt, muss verbindlich in Regelwerken definiert und an die Patientenversorgung angepasst werden. Daran arbeiteten Mediziner sowie Softwarespezialisten gemeinsam und überführten erste Meldesysteme bereits in die Praxis.<br>Verschiedene Alarmierungswege stellen sicher, dass die relevanten Informationen die zuständigen Ärzte und Pflegekräfte zeitgerecht erreichen. So erhalten die Kliniker die notwendigen Hinweise über die elektronische Stationsübersicht im Krankenhausinformationssystem, über das Laborsystem, alternativ per E-Mail oder auch unmittelbar per Telefon. Damit geht kein wichtiger Befund verloren. Ob auch eine Reaktion erfolgte, wird ebenfalls durch die Regelwerke von AMPEL geprüft.</p> <p>Schnelles Weitergeben von dringenden labormedizinischen Resultaten funktioniert allerdings nur mit schneller Informationstechnologie. Die notwendige Infrastruktur - eine sogenannte In-Memory-Datenbank, die Daten nahezu in Echtzeit weiterleiten kann - wurde sowohl im UKL als auch in den Muldentalkliniken geschaffen. Erste Praxistests verliefen vielversprechend.</p> <p>Dem Erfolg trägt das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Rechnung und bestätigte die Förderzusage bis Ende 2020. Damit können die bestehenden Regelwerke präzisiert, auf weitere Krankheitsbilder ausgedehnt und im klinischen Stationsalltag umfangreich getestet werden, um dann schließlich in den Routinebetrieb überführt zu werden.<br>AMPEL ist ein Entwicklungsprojekt der digitalen Labormedizin innerhalb der sächsischen Förderrichtlinie &quot;eHealthSax&quot; mit unmittelbarem Bezug zur klinischen Krankenversorgung. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.</p> <p>Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf <a href="http&#58;//ampel.care">http&#58;//ampel.care</a>. &#160;</p>

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