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Pressemitteilungen

 

 

Neugeborenenscreening wird erweitert<img alt="Experten des Uniklinikums Leipzig leiten die aktuelle Jahrestagung der DGNS, bei der auch über die Erweiterung des Neugeborenenscreenings - hier eine Aufnahme aus dem UKL- berichtet wird." src="/presse/PressImages/pic_20210609092815_0160709701.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-06-08T22:00:00ZDie Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für das Neugeborenenscreening (DGNS) am 11. und 12. Juni wird von Leipziger Experten vorbereitet und geleitet. "Die Veranstaltung wird online stattfinden", so Prof. Dr. Uta Ceglarek, Vizepräsidentin der DGNS und stellvertretende Direktorin des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik am Universitätsklinikum Leipzig. Sie sowie die Professoren Kiess (UKL-Kinderklinik) und Isermann (UKL-Labormedizin) sind Tagungspräsidenten. "Im Mittelpunkt steht ein schönes Jubiläum: 30 Jahre besteht das Neugeborenenscreening in Sachsen und 25 Jahre die DGNS. Und wir werden uns mit der demnächst anstehenden Erweiterung des Screenings beschäftigen. Dabei ist besonders der Test auf Spinale Muskelatrophie wegweisend." <p>Wie Prof. Ceglarek erläutert, gab es natürlich auch zu Zeiten der DDR ein Screening der Neugeborenen. Jedoch war dies in Greifswald zentralisiert. Erst nach der Wende konnten sich in Sachsen eigene Screeninglabore dem Thema widmen. Das waren und sind die Labor-Institute der Unikliniken in Leipzig und Dresden. &quot;1991 haben wir mit Tests auf vier Erkrankungen angefangen&quot;, blickt die Leipziger Chemikerin zurück.&#160; &quot;In 30 Jahren Neugeborenenenscreening konnten wir über 500 Kindern in Sachsen und Thüringen vor schweren Erkrankungen bis hin zum Tod bewahren. Heute testen wir in Leipzig jährlich etwa 38 000 Babys aus Sachsen und Thüringen auf demnächst 19 angeborene Erkrankungen. Denn wir stehen kurz vor der Einführung des <a href="/einrichtungen/screeningzentrum-sachsen/informationen-für-eltern/erweitertes-neugeborenenscreening">Neugeborenscreenings</a> auf Sichelzellanämie und Spinale Muskelatrophie.&quot;<br><br></p> <p>Bei der Spinalen Muskelatrophie (SMA) erkranken durch einen Gendefekt sogenannte Motoneuronen im Rückenmark. Diese Nervenzellen leiten Impulse an die Muskulatur weiter, was die Babys zum Krabbeln, Laufen und zur Kopfkontrolle brauchen. &quot;Nun gibt es erstmals eine Möglichkeit, den erkrankten Kindern zu helfen&quot;, so Prof. Ceglarek. &quot;Mit dem gegenwärtig teuersten Medikament der Welt namens Zolgensma kann per Gentherapie die Krankheit geheilt werden. Das ist eine völlig neue Dimension. Denn bei den anderen Krankheiten, auf die die Neugeborenen getestet werden, müssen die Kinder meist lebenslang Medikamente nehmen oder Diät halten.&quot; Kurz vor Ostern wurde am<a href="/presse/Seiten/Pressemitteilung_7283.aspx"> UKL diese SMA-Gentherapie</a> erfolgreich an einem Baby eingesetzt.<br><br></p> <p>Auf der Jahrestagung des <a href="https&#58;//www.screening-dgns.de/">DGNS</a>, für die renommierte Referenten gewonnen werden konnten, werden auch die medizinischen und methodischen Aspekte der erweiterten Screeninginhalte diskutiert.<br><br></p> <p>Mehr Informationen&#58; <a href="https&#58;//dgns-kongress.de/">Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neugeborenenscreening</a></p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p>
Was ein einziger Bluttropfen erzählen kann<img alt="Am 14. Oktober live im Internet&#58; Prof. Berend Isermann mit der Antwort auf die Frage, was ein Bluttropfen alles verraten kann." src="/presse/PressImages/pic_20201006115225_cf1d8d2f36.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-10-05T22:00:00ZLeipzig. Bluttropfen können viel verraten, vor allem über die Gesundheit derjenigen, von denen sie stammen. Diese spezielle Eigenschaft des "ganz besonderen Saftes" ist Thema der kommenden Vorlesung in der Reihe "Medizin für Jedermann" am Uniklinikum Leipzig - wieder frei zugänglich für alle Interessierten im Online-Livestream. <p>Zwei Drittel aller Diagnosen, die Ärzte in Deutschland stellen, beruhen ausschließlich oder zumindest wesentlich auf Analysen von Labormedizinern. &quot;Das zeigt den Stellenwert, den unsere Arbeit hat. Auch wenn wir nicht direkt am Patienten arbeiten, sondern eher im Hintergrund&quot;, so Prof. Dr. Berend Isermann, Direktor des <a href="/einrichtungen/labormedizin">Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik</a> am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). &quot;Wenn man jede Laboruntersuchung als Patientenkontakt betrachten würde, hätten die nur 1200 Labormediziner neben den Hausärzten in Deutschland aber die meisten Patientenkontakte.&quot;<br><br>Innerhalb der Vortragsreihe &quot;<a href="/Seiten/medizin-fuer-jedermann-bluttropfen.aspx">Medizin für Jedermann</a>&quot; wird er am 14. Oktober - wegen der Corona-Pandemie per Internet über die Webseite des UKL - erläutern, was ein einziger Blutstropfen erzählen kann. Wobei ein einziger Blutstropfen meist nicht ausreichen würde&#58; &quot;Für die Diagnose eines Patienten, der in die Notfallaufnahme kommt, braucht es eine Reihe von Laboruntersuchungen, um den Brandherd zu identifizieren. Für dieses breite Spektrum ist natürlich auch mehr Blut nötig. Dennoch sind die Blutmengen, die dem Patienten abgenommen werden, im Vergleich zu früheren Zeiten deutlich gesunken.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p>Bestimmte Biomarker geben dann dem Fachmann Auskunft über die Funktion der einzelnen Organe. So helfen die Labormediziner den behandelnden Ärzten und damit natürlich den Patienten von der Vorsorge über die Diagnostik bis hin zur Therapieüberwachung. &quot;Von der pränatalen Diagnostik bis hin zur Behandlung im hohen Alter - die Labormedizin ist ein wichtiger Baustein im Gesundheitswesen. Das will ich bei meinem Vortrag verdeutlichen.&quot;<br><br></p> <p><a href="/Seiten/medizin-fuer-jedermann-bluttropfen.aspx">--&gt; Zugang zum Livestream</a></p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Medizin für Jedermann</strong><br>Thema&#58; &quot;Was ein einziger Bluttropfen alles erzählen kann&quot;<br>Mittwoch, 14.10.2020<br>18.15 bis 19.30 Uhr</p> <p>&#160;</p>
Hochmodernes Laborsystem am UKL in Betrieb genommen<img alt="Am Universitätsklinikum Leipzig wurde ein hochmodernes Laborsystem mit vollautomatischer Probenbearbeitung in Betrieb genommen." src="/presse/PressImages/pic_20200813125105_cd78264cf2.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-08-12T22:00:00ZLeipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat am Donnerstag, 13. August, ein hochmodernes Perianalytiksystem im Institut für Laboratoriumsmedizin feierlich in Betrieb genommen und verfügt damit jetzt über eines der modernsten Zentrallabore in Deutschland. <p>Die neue Anlage bearbeitet rund um die Uhr alle Schritte der Probenuntersuchung von der Annahme bis zum Befund vollautomatisiert. Auf diese Weise können die täglich mehr als 2800 Blut- und Urinproben aus dem UKL und <a href="http&#58;//www.medvz-leipzig.de/startseite.html">MedVZ</a> schneller und präziser bearbeitet und ausgewertet werden.&#160;<br>Neu ist zudem eine direkte Probenzuführung aus der <a href="/einrichtungen/notaufnahme">Zentralen Notfallaufnahme</a> des Klinikums in das Laborsystem, die so eine noch schnellere Bearbeitung dieser dringenden Laboranforderungen ermöglicht. Künftig wird dort ein &quot;Blutbild&quot; nach nur acht Minuten vorliegen.<br><br>&quot;Das ist eine enorme Verbesserung der labordiagnostischen Möglichkeiten für das Universitätsklinikum&quot;, zeigt sich Prof. Berend Isermann, Direktor des <a href="/einrichtungen/labormedizin">UKL-Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik</a>, begeistert von der neuen Anlage. Diese wird intensiv genutzt werden, denn fast jedem stationär oder ambulant am UKL behandelten Patienten wird - oft sogar mehrmals - Blut für ein &quot;Blutbild&quot; abgenommen. Die Befunde entscheiden über die Diagnose und anschließende Therapie. &quot;Wir sehen immer komplexere und komplizierte Erkrankungen, die auch hohe Anforderungen an die Diagnostik stellen&quot;, erläutert der Direktor des Instituts die Herausforderungen der Labormedizin. &quot;Auch die neuen Medikamente, die in der individualisierten Medizin zum Einsatz kommen, stellen hohe Ansprüche an Diagnostik im Labor. Die Labordiagnostik ist häufig die Grundlage für eine zielgerichtete und damit wirksame Therapie&quot;, so Prof. Isermann.&#160;<br>An dieser Stelle ermöglicht das neue System nun noch schnellere und bessere Ergebnisse als zuvor. In nur fünf Monaten wurde dafür eine insgesamt 200 Quadratmeter große Anlage mit einer sogenannten Laborstraße in die bestehenden Räume des Instituts eingebaut. Da die Analysensysteme rund um die Uhr laufen, musste für die Dauer des Umbaus das UKL-Zentrallabor bei laufendem Betrieb in den eigenen Räumen in ein Interim umziehen. &quot;Das war ein großer Kraftakt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts, der großartig gemeistert wurde&quot;, betonte zur feierlichen Eröffnung der Medizinische Vorstand des UKL, Prof. Christoph Josten. &quot;Wir danken allen sehr für ihr großes Engagement an dieser Stelle.&quot;&#160;</p> <p>Nach planmäßiger Fertigstellung verfügt das UKL damit nun über eines der modernsten Laborsysteme in Deutschland, auch europaweit nutzen lediglich vier weitere universitäre Standorte schon dieses System. Finanziert wurde der Umbau mit 2,34 Millionen Euro Gerätekosten sowie 1,4 Millionen Euro an Baukosten aus Mitteln des Freistaats Sachsen sowie Eigenmitteln des UKL und der Medizinischen Fakultät. Teil der Modernisierung ist auch die neuartige Einbindung eines Biobankingmoduls, die ebenfalls rund um die Uhr die vollautomatische Bioprobengewinnung aus der Patientenversorgung für die Klinischen Studien der Universitätsmedizin ermöglicht.&#160;</p> <p>&quot;Damit haben wir jetzt erfolgreich ein Vorhaben abgeschlossen, das vom ersten Antrag bis heute fast acht Jahre in Anspruch nahm&quot;, zeigt sich Prof. Uta Ceglarek, stellvertretende Direktorin des Instituts und Projektleiterin, erleichtert. Sie hat diesen Prozess von Beginn an begleitet. &quot;Es ist großartig, jetzt das Ergebnis sehen zu können. Unsere Arbeit wird dank der neuen technischen Möglichkeiten nicht nur schneller, sondern auch effektiver, so dass wir sogar neue Kapazitäten schaffen.&quot; Das Institut analysiert bereits seit Jahren auch Proben anderer Kliniken und des Medizinischen Versorgungszentrums. &quot;Hier können wir künftig auch noch besser unterstützen als bisher&quot;, so Ceglarek. &#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p>
Hoffnung für Leberpatienten<img alt="Mit der Gründung des neuen Zentrums am UKL wollen die Mediziner jetzt zum Beispiel den an Leberzirrhose Erkrankten wirksamer als bisher helfen." src="/presse/PressImages/pic_20200805105734_ed33392d3a.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-08-04T22:00:00ZLeipzig. Jährlich müssen in Deutschland mehrere tausend Menschen aufgrund eines Leberversagens in Krankenhäusern behandelt werden. Bis zu 20.000 versterben hierzulande jedes Jahr an den Folgen einer Leberzirrhose. Um das Expertenwissen für die Behandlung und Erforschung dieser Erkrankungen zu bündeln und so den Betroffenen besser helfen zu können, wurde am UKL nun ein spezialisiertes Zentrum gegründet. <p>Im interdisziplinären Forschungs- und Behandlungszentrum für Leberversagen am UKL kommen alle für die Therapie und Diagnostik der Lebererkrankungen relevanten Fachbereiche zusammen&#58; Neben der <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/hepatologie">Hepatologie</a> sind dies die <a href="/einrichtungen/internistische-intensivmedizin">Internistische Intensivmedizin</a>, die <a href="/einrichtungen/vttg/hepatobiliäre-chirurgie-viszerale-transplantation">Transplantationschirurgie</a>, die <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/gastroenterologie">Gastroenterologie</a>, die <a href="/einrichtungen/radiologie">Radiologie</a> und die <a href="/einrichtungen/labormedizin">Laboratoriumsmedizin</a> . Sie alle sind Teil eines Expertennetzes, das Patienten helfen will, deren Leber versagt. Eine solche schwerwiegende Funktionsstörung tritt ein, wenn das Organ infolge einer akuten Erkrankung, zum Beispiel einer Infektion oder einer Vergiftung, nicht mehr richtig arbeiten kann. Sie kann aber auch als Verschlechterung einer chronischen Lebererkrankung im Sinne eines Akut-auf-chronischen Leberversagens (&quot;acute-on-chronic liver failure&quot;, ACLF) auftreten. &quot;In allen Fällen ist es wichtig, das Problem rasch zu erkennen, um entsprechend mit Therapiemaßnahmen beginnen zu können&quot;, erklärt Prof. Thomas Berg die medizinische Herausforderung im Fall eines Leberversagens. Der Hepatologe leitet das neugegründete Zentrum am UKL. &quot;Es ist eine Frage der Zeitspanne, die zwischen dem Auftreten der Störung und dem Behandlungsbeginn vergeht, ob und wie wir den Patienten helfen können&quot;, so Berg.&#160;</p> <p>Denn letztlich bleibt bei einem Leberversagen eine Organübertragung oft die einzige Option auf Heilung. &quot;Damit können wir derzeit aber nur einem Bruchteil unserer Patienten helfen&quot;, sagt Prof. Thomas Berg. &quot;Im vergangenen Jahr wurden in ganz Deutschland 813 Lebern transplantiert - aber es starben bis zu 20.000 Menschen an den Folgen einer Leberzirrhose, und damit einem Versagen dieses lebenswichtigen Organs.&quot;&#160;</p> <p>Mit der Gründung des neuen Zentrums am UKL wollen die Mediziner um Prof. Berg jetzt dieser besonderen Patientengruppe wirksamer als bisher helfen. &quot;Leberzirrhose wird immer noch als eine Erkrankung betrachtet, die nicht heilbar ist&quot;, beschreibt Berg. Das sei allerdings nicht so. &quot;Neue Behandlungsansätze bieten Hoffnung für unsere Patienten, mit der Möglichkeit, die Erkrankung langfristig zu stabilisieren oder die Zirrhoseentwicklung sogar rückgängig zu machen&quot;, so der Leberexperte.</p> <p>Dazu gehören Therapien der Grunderkrankung, der Leberregeneration, Verfahren der interventionellen Radiologie, wie die TIPS Anlage, aber vor allem auch Verfahren zur Leberunterstützung (sogenannte Leberdialyse bzw. Plasmapherese), um die gefährlichen Prozesse bei einem Leberversagen zu stoppen und die Patienten wieder zu stabilisieren. Das sei erforderlich, um eine anschließende Transplantation zu ermöglichen. &quot;Bei einem akuten oder akut-auf-chronischem Leberversagen haben wir nur ein sehr kleines Zeitfenster, in dem wir die Chance haben, mit einer Transplantation das Leben des Patienten zu retten&quot;, so Berg. &quot;Dieses Fenster müssen wir nutzen und, wenn möglich, vergrößern, um mehr Patienten eine Überlebenschance durch eine Transplantation bieten zu können&quot;.&#160;</p> <p>Ein Problem besteht aktuell darin, dass das &#160;Leberversagen oft zu spät erkannt wird. Hier soll das Zentrum dazu beitragen, das Wissen um dieses Krankheitsbild stärker zu vermitteln und Ärzte dafür zu sensibilisieren.&#160;</p> <p>Eine weitere Aufgabe des Zentrums wird darin bestehen, mehr Patienten den Zugang zu klinischen Studien zu ermöglichen, in denen neue Medikamente und Verfahren zur Verfügung stehen. Auch dafür ist der interdisziplinäre Verbund der Spezialisten im Zentrum ein Garant. &quot;Hier kommen alle zusammen, die das erforderliche Wissen um diese besondere Erkrankung mitbringen und entsprechend reagieren können&quot;, so Berg. Dieses Wissen stellen die Leipziger Mediziner gern allen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung - zum einen in Weiterbildung, zum anderen aber auch als Ansprechpartner für Fragen bei ganz konkreten Fällen. &quot;Hier stehen wir jederzeit zur Verfügung, um zu unterstützen und den Betroffenen schnell helfen zu können&quot;, betont Prof. Berg.&#160;</p>
Die Patientensicherheit im Fokus – Ein Jahr AMPEL-Projekt<img alt="PD Dr. Thorsten Kaiser (2.v.r.) und sein Team ziehen nach einem Jahr AMPEL-Projekt eine erste positive Zwischenbilanz." src="/presse/PressImages/pic_20200113160317_21d187a8e1.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-01-09T23:00:00ZLeipzig. Ampeln sind nicht nur im Straßenverkehr wichtig, sie können das Leben auch im Krankenhaus sicherer machen. Denn AMPEL steht hier für "Analyse- und Meldesystem zur Verbesserung der Patientensicherheit durch Echtzeitintegration von Laborbefunden". So soll erreicht werden, dass kein lebenswichtiger Laborwert im medizinischen Alltag untergeht. Ein Forschungsprojekt der UKL-Labormedizin in Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Bereich Informationsmanagement sowie den Muldentalkliniken GmbH und der Xantas AG beschäftigt sich seit Dezember 2018 genau mit diesem Ziel. <p>Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie die Informationen aus dem <a href="http&#58;//ilm.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Labor</a> ohne Umwege den Arzt erreichen können und wie dieser bei der angemessenen medizinischen Reaktion unterstützt werden kann.<br>Zu Beginn wurde untersucht, wann und wie AMPEL besonders sinnvoll eingesetzt werden kann. Dabei wurden die folgenden Krankheitsbilder und Komplikationen herausgearbeitet&#58; gestörte Blutsalzzusammensetzung und Nierenfunktion, Infektionen, Blutvergiftung (Sepsis) und Herzinfarkt. Erste Vorteile konnte das System bereits für die Behandlung von Patienten mit schwerem Kaliummangel zeigen. Wird dieser nicht rechtzeitig behoben, drohen lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen.</p> <p>Bei welchem labormedizinischen Grenzwert und in welcher Weise AMPEL dann Alarm schlägt, muss verbindlich in Regelwerken definiert und an die Patientenversorgung angepasst werden. Daran arbeiteten Mediziner sowie Softwarespezialisten gemeinsam und überführten erste Meldesysteme bereits in die Praxis.<br>Verschiedene Alarmierungswege stellen sicher, dass die relevanten Informationen die zuständigen Ärzte und Pflegekräfte zeitgerecht erreichen. So erhalten die Kliniker die notwendigen Hinweise über die elektronische Stationsübersicht im Krankenhausinformationssystem, über das Laborsystem, alternativ per E-Mail oder auch unmittelbar per Telefon. Damit geht kein wichtiger Befund verloren. Ob auch eine Reaktion erfolgte, wird ebenfalls durch die Regelwerke von AMPEL geprüft.</p> <p>Schnelles Weitergeben von dringenden labormedizinischen Resultaten funktioniert allerdings nur mit schneller Informationstechnologie. Die notwendige Infrastruktur - eine sogenannte In-Memory-Datenbank, die Daten nahezu in Echtzeit weiterleiten kann - wurde sowohl im UKL als auch in den Muldentalkliniken geschaffen. Erste Praxistests verliefen vielversprechend.</p> <p>Dem Erfolg trägt das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Rechnung und bestätigte die Förderzusage bis Ende 2020. Damit können die bestehenden Regelwerke präzisiert, auf weitere Krankheitsbilder ausgedehnt und im klinischen Stationsalltag umfangreich getestet werden, um dann schließlich in den Routinebetrieb überführt zu werden.<br>AMPEL ist ein Entwicklungsprojekt der digitalen Labormedizin innerhalb der sächsischen Förderrichtlinie &quot;eHealthSax&quot; mit unmittelbarem Bezug zur klinischen Krankenversorgung. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.</p> <p>Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf <a href="http&#58;//ampel.care">http&#58;//ampel.care</a>. &#160;</p>

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