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Aktuelles auf der Kinderchirurgie

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„Ausge­­­zeichnet. FÜR KINDER“

Qualitätssicherung für die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen - Klinik für Kinderchirurgie erhält Qualitätssiegel „Ausge­­­zeichnet. FÜR KINDER“ (Pressemeldung 16.03.2020)

 

 

Kinderchirurgie des UKL ist „Ausgezeichnet. FÜR KINDER“<img alt="Bei ihnen sind Kinder und Jugendliche jeden Alters in guten Händen&#58; Prof. Martin Lacher (5.v.l., mit Zertifikat), Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, und sein Team freuen sich über die Auszeichnung. Nur für das Foto nahmen alle ihre noch immer im Klinikum obligatorischen FFP2-Masken ab." src="/presse/PressImages/pic_20220509105249_3c17d596f4.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-05-08T22:00:00ZLeipzig. Bereits zum zweiten Mal hat die Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) das Qualitätssiegel "Ausgezeichnet. FÜR KINDER" erhalten. Dafür müssen besondere Kriterien erreicht werden. <p>&quot;Wir sind stolz, sowohl mit unserer hochspezialisierten fachlichen als auch mit unserer kindgerechten Versorgung die Bewertungskommission überzeugt zu haben&quot;, so <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinikdirektor Prof. Dr. Martin Lacher</a>. Ausgezeichnet werden diejenigen Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie, die sich der Überprüfung ihrer Strukturqualität freiwillig unterzogen haben und die hohen Anforderungen erfüllen</p> <p>Beworben um die begehrte Auszeichnung hatten sich in diesem Jahr 28 kinderchirurgische Kliniken und 125 pädiatrische Kliniken. Wie die Schirmherrin des Qualitätssiegels, die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz Petra Grimm-Benn sagte, sei es das Anliegen aller in der Kinder- und Jugendmedizin Tätigen, die Qualität der stationären Behandlung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu erhalten und möglichst noch weiter zu verbessern. Aus diesem Grund haben die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. (GKinD), die Bundesarbeitsgemeinschaft Kind und Krankenhaus (BaKuK) und die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DAKJ) zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) 2009 das Gütesiegel 'Ausgezeichnet. FÜR KINDER' entwickelt.</p> <p>Privatdozentin Dr. Steffi Mayer, Oberärztin in der UKL-Kinderchirurgie, erläutert, dass kein anderes Fachgebiet der Kindermedizin ein so breites Spektrum abdeckt wie die Kinderchirurgie&#58; von kleinsten Frühgeborenen bis hin zu Jugendlichen, von hoch spezialisierter Fehlbildungschirurgie bis hin zu der Versorgung von Mehrfachbehinderten und krebskranken Kindern. &quot;Eine optimale Behandlung der Kinder und Jugendlichen ist die Voraussetzung für ihre bestmögliche Gesundheit als erwachsene Menschen. Daher sind wir täglich bestrebt, an uns höchste Ansprüche bei der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu setzen.&quot; Prof. Lacher ergänzt&#58; &quot;Dabei steht die gesamte Familie im Mittelpunkt. Jeder Patient unserer universitären Klinik wird nach national und international höchsten Standards behandelt und betreut. Durch kurze Nüchternzeiten vor OPs, die ambulante Durchführung von Operationen, die Mitaufnahme eines Elternteils und die kindgerechte Betreuung durch unsere Kinderkrankenpflege sorgen wir dafür, dass jeder Krankenhausaufenthalt bei uns so kindgerecht wie möglich wird&quot;, so der Klinikdirektor erfreut&#58; &quot;Unsere Bemühungen werden heute durch das Gütesiegel belohnt.&quot;</p> <p>&#160;</p>
Avatera-OP-Roboter im ersten klinischen Einsatz<img alt="Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie des UKL, bei einem Eingriff mit dem Avatera-OP-Robotersystem." src="/presse/PressImages/pic_20220420095630_3b92cd507f.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-04-19T22:00:00ZLeipzig. Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ist das OP-Robotersystem Avatera erstmals klinisch in der Routineversorgung in der Urologie eingesetzt worden. Das neue System ist eine deutsche Eigenentwicklung und soll das bestehende Angebot an OP-Robotersystemen ergänzen. Während des mehrwöchigen Einsatzes soll das in der robotergestützten Chirurgie erfahrene Team der Klinik für Urologie zunächst 25 Eingriffe vornehmen. <p>Minimal-invasive Chirurgie bietet viele Vorteile&#58; Die erforderlichen Schnitte sind sehr klein, umliegende Gewebe und Strukturen wie Nerven und Gefäße können auf diese Weise besser geschont werden. Es folgen weniger Schmerzen und Bewegungseinschränkungen und eine geringere Infektionsgefahr. Die Erholungs- und Heilungszeiten sind kürzer und die so operierten Patienten kommen schneller wieder auf die Beine.</p> <p>Kommt bei solch einem Eingriff zudem ein OP-Robotersystem zum Einsatz, sitzt der Chirurg an einer Konsole und steuert drei sehr kleine Instrumente mit den Roboterarmen sowie eine Kamera, die das Innere des Patienten mit einer bis zu 10-fachen Vergrößerung zeigt. So wird eine OP noch präziser, zielgenauer und sicherer - denn der Chirurg kann das zu operierende Gebiet millimetergenau sehen und mit den Instrumenten kleinste Bewegungen ohne jede Einschränkung ausführen lassen - besser, als es allein mit der Hand möglich wäre.</p> <p>Der einzige bisher weltweit verbreitete OP-Roboter dieser Art ist der daVinci Telemanipulator. Auf Grund der vielen Vorteile operieren am UKL die <a href="/einrichtungen/urologie">Urologen</a> bereits seit 2011 mit Hilfe des daVinci, seit 2017 nutzen auch andere Fachbereiche wie die <a href="/einrichtungen/frauenheilkunde">Gynäkologie</a>, <a href="/einrichtungen/vttg">Viszeral- und Thoraxchirurgie</a> oder die <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Kinderchirurgie</a> das Gerät, um komplizierte Eingriffe sicher und für die Patient&#58;innen schonend durchführen zu können.</p> <p>Inzwischen sind am UKL zwei &quot;daVinci&quot;-Operationsroboter für komplexe operative Eingriffe im Einsatz, seit 2019 auch ein Gerät der neuesten Generation der &quot;Xi&quot; Serie.</p> <p>Über 500 Mal im Jahr wird mit dem daVinci operiert - damit gehören die Leipziger Urologen zu den erfahrensten Roboter-Operateuren in Europa. Basierend auf dieser Expertise entstand hier 2021 das <a href="/einrichtungen/zrnc/beteiligte-kliniken-und-institute">Zentrum für roboter-assistierte und navigierte Chirurgie</a>. Dessen Aufgabe&#58; interdisziplinär die Entwicklung auf diesem Gebiet zu begleiten und Innovationen zu unterstützen.</p> <p>Die Erfahrung mit dem Einsatz von OP-Robotern wird jetzt um eine weitere ergänzt&#58; Derzeit ist am UKL das in Mitteldeutschland entwickelte OP-Robotersystem Avatera in einem ersten klinischen Einsatz. Operiert wird damit in der Urologie. Bereits zehn Mal kam das neue Gerät zum Einsatz, sowohl bei Nierentumoren als auch bei Prostatakrebsoperationen, Komplikationen gab es bisher keine, alle Operationen konnten erfolgreich beendet werden.</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Zukünftig soll mehr Kliniken der Einsatz eines OP-Roboters zugänglich gemacht werden</strong></p> <p>Nach Meinung des Vorstands des UKL gehört die Zukunft den OP-Robotersystemen&#58; Immer mehr Fachgebiete setzen diese inzwischen ein, die Zahl der Patient&#58;innen, für die ein solcher Eingriff geeignet ist, steigt stetig. Doch Anschaffung und Betrieb eines OP-Roboters wie dem daVinci sind sehr kostenintensiv, was den Kliniken aktuell Grenzen setzt. Das im thüringischen Jena entwickelte Avatera-System soll eine Alternative bieten. Das System greift die bewährten Lösungen auf und entwickelt diese weiter. Dazu gehört, anders als bei den bisherigen Geräten, der Einsatz von Einmal-Instrumenten. Das soll die Sicherheit erhöhen und den Kliniken aufwändige Sterilisationslösungen ersparen.</p> <p>&quot;Für die Zukunft brauchen wir sehr viel mehr roboter-assistierte Chirurgie in vielen Fachgebieten, Systeme, die weltweit und nicht nur in den hoch entwickelten Industrieländern eingesetzt werden können, um die Behandlung der Patienten anhaltend weiter zu verbessern&quot;, sagt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig.</p>
Führende Ärzte des Universitätsklinikums Leipzig erwarten weniger Silvester-Verletzungen durch Böllerverbot<img alt="Solche Böller sollten zu diesem Jahreswechsel möglichst keine Verletzungen verursachen - das hoffen zumindest Ärzte des UKL mit Blick auf das aktuelle Böllerverbot." src="/presse/PressImages/pic_20211227113351_369853df76.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-12-26T23:00:00ZLeipzig. Nach 2020 wird auch in diesem Silvestertag ein Jahreswechsel ohne große Böllerei über die Bühne gehen und Feiern auf öffentlichen Plätzen sind in diesem Jahr sachsenweit nicht gestattet – damit auch Feuerwerk und das Anzünden von Knallern. <p>&quot;Und das ist auch gut so&quot;, bekräftigt der Kinderchirurg Prof. Dr. Martin Lacher. &quot;Denn jedes Silvester haben zehn bis 20 Kinder aus der Region Leipzig durch Böller schwere Verletzungen davongetragen, die nicht selten lebenslange Folgen hatten. Außer im vergangenen Jahr&#58; Da hatten wir durch das coronabedingte Böllerverbot keinen einzigen Fall.&quot; Der Direktor der <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</a> am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) begrüßt deshalb, dass auch in diesem Jahr die große Knallerei zu Silvester und Neujahr ausfällt&#58; &quot;Zugespitzt könnte man sagen&#58; Die Corona-Pandemie ist gut für die Kinderhände. Denn bei den normalen Jahreswechseln vor Covid-19 hatten wir regelmäßig Unfälle, bei denen Kindern ein oder mehr Finger abgerissen wurden.&quot;&#160;</p> <p>Solche schwerwiegenden Verletzungen können am UKL zum Glück für die Betroffenen sehr gut versorgt werden, weil die Kinderchirurgen mit ihren Kollegen vom Bereich<a href="/einrichtungen/oup/plastische-ästhetische-spezielle-handchirurgie"> Plastische, Ästhetische und Spezielle Handchirurgie</a> um Prof. Dr. Stefan Langer interdisziplinär zusammenarbeiten. So kam so mancher Finger zwar wieder dorthin, wo er hingehört. Aber eine Funktion wie vor dem Unfall könne aufgrund der Verletzungsschwere oft nicht erreicht werden.&#160;</p> <p>Wobei in der eigentlichen Silvesternacht Kinder und Jugendliche meist nur leichte Verbrennungen davontrugen, beispielsweise durch das unsachgemäße Anzünden von Raketen. &quot;Die schlimmsten Verletzungen entstanden immer am Neujahrstag&quot;, erzählt. Prof. Lacher. &quot;Da liegen die Eltern noch müde im Bett, und Kinder und Jugendliche nutzen das, um auf die Suche nach Blindgängern zu gehen. Diese Feuerwerkskörper sind hundsgemein gefährlich, weil es wegen der kurzen Zündschnur oft keine Zündverzögerung gibt und die Knaller oder Raketen sofort losgehen - mit den entsprechenden Folgen.&quot;</p> <p>Welche schlimme Auswirkungen Feuerwerkskörper haben können, davon kann auch der Augenarzt Prof. Dr. Focke Ziemssen ein Lied singen. &quot;In den Vor-Corona-Jahren hatten wir allein in Leipzig jeweils zwölf bis 16 Betroffene mit zum Teil schweren Verletzungen. Im letzten Jahr aber gab es nur vier Patienten mit leichten Ausprägungen&quot;, sagt der Direktor der <a href="/einrichtungen/augenheilkunde">Uni-Augenklinik</a>. 30 bis 40 Prozent der schweren Verletzungen durch Feuerwerkskörper hätten leider Kinder und Jugendliche als Zuschauer und Passanten betroffen. &quot;Die positiven Effekte, also vermiedene Erblindungen sind aus Ländern wie Schweden, Finnland oder den Niederlanden durch Verbote vor Corona bekannt. Letztes Jahr haben sich die schützenden Verbote auch im Register unserer Fachgesellschaft mit einem Rückgang um 80 Prozent bewährt.&quot;</p> <p>Auch die <a href="/einrichtungen/notaufnahme">Zentrale Notfallaufnahme (ZNA)</a> des UKL kann über sinkende Zahlen durch den vergangenen böllerfreien Jahreswechsel berichten. &quot;Während wir 2018 zu 2019 und 2019 zu 2020 jeweils rund 200 Patienten zu versorgen hatten, waren es beim Jahreswechsel 2020 zu 2021 nur 153&quot;, so Prof. Dr. André Gries, Ärztlicher Leiter der ZNA. &quot;Wobei dieser Rückgang nicht nur mit Böllern zusammenhängt. Wir hatten auch weniger Betrunkene, die sich bei Stürzen verletzten, weniger Schlägereien und weniger Schnittverletzungen. Alle Mitarbeiter der Notaufnahme würden sich freuen, wenn dieser Jahreswechsel wieder etwas ruhiger verlaufen würde. Denn durch die Corona-Pandemie haben wir ohnehin schon voll zu tun.&quot;</p>
Jedes Jahr erleiden mehr als 50 Kinder in Leipzig schwere Brandwunden<img alt="„Gerade kleine Kinder haben eine sehr zarte Haut, die durch heiße Flüssigkeit stark geschädigt werden kann“, warnt Kinderchirurgie-Klinikdirektor Prof. Martin Lacher (Foto)." src="/presse/PressImages/pic_20211207112919_8a83eeb494.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-12-06T23:00:00ZLeipzig. "Advent, Advent – es brennt", so lautet in diesem Jahr das Motto des bundesweiten "Tages des brandverletzten Kindes" am 7. Dezember, den die Initiative Paulinchen e.V. ins Leben gerufen hat. "Die kalte Jahreszeit führt immer wieder dazu, dass sich Kinder verbrennen oder verbrühen", sagt Privatdozentin Dr. Steffi Mayer. Die Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat sich auf diese oft sehr schmerzhaften und folgenschweren Fälle spezialisiert und erlebt jedes Jahr, dass Kerzen, heiße Flüssigkeiten und heiße Flächen besonders in der Advents- und Weihnachtszeit große Gefahrenquellen für Kinder darstellen. <p>&quot;Häufig sind die Kleinsten betroffen, wenn sie bei den Eltern auf dem Schoß sitzend nach der Tasse mit dem heißen Kaffee oder Tee greifen und sich damit übergießen&quot;, erzählt die Kinderchirurgin. &quot;Die Kleinkinder erkunden ja schon selbst die Wohnung, und auch dabei ist die Vorweihnachtszeit mit Gefahren gespickt&#58; Das Fenster des Kamins, durch das das Feuer zu sehen ist, oder der hell erleuchtete Backofen hat ungeheure Anziehungskraft. Auch alles, was auf dem Herd geschieht und so herrlich riecht, ist verlockend. Die Schulkinder wiederum können durch gut gemeinte Behandlungen gefährdet werden&#58; Wenn die Nase verstopft ist und Husten dazukommt, kann das Inhalieren Erleichterung bringen. Wenn aber die Schüssel mit dem heißen Wasser umkippt, kann das böse Folgen haben.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p>Wie <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinikdirektor Prof. Dr. Martin Lacher</a> erklärt, muss eine Flüssigkeit nicht kochen, um Verbrühungen auszulösen. Schon bei 52 Grad - das wäre ein frischer Kaffee oder Tee - sind die Folgen furchtbar. Zumal die Menge einer Tasse bei Kleinkindern ausreicht, um 30 Prozent ihrer zu verbrühen und sie damit lebensgefährlich zu verletzen. &quot;Gerade die kleinen Kinder haben ja eine sehr zarte Haut, die durch die heiße Flüssigkeit stark geschädigt wird&quot;, sagt der Kinderchirurg.</p> <p>&#160;</p> <p>Am Kamin ist das Fenster selten per Doppelverglasung gegen die Hitze isoliert. &quot;Hier können sich neugierige Kinder ihre Hände schwer verbrennen. Denn dort herrschen bis zu 700 Grad, also besonders hohe Temperaturen&quot;, so PD Mayer. &quot;Bei solchen Temperaturen entstehen schnell schwere Schädigungen mit starker Narbenbildung, was das Kind dauerhaft beeinträchtigen kann.&quot; Der Backofen hat zwar meist eine Doppelverglasung, so dass nicht derart hohe Temperaturen am Fenster anliegen. Doch die langsam braun werdenden Plätzchen verführen leider so manches Kind, ganz nah an den heißen Ofen zu kommen. Auch dann sind schmerzhafte Verbrennungen möglich.</p> <p>Rund 7500 Kinder unter 15 Jahren verbrennen oder verbrühen sich in Deutschland jedes Jahr so schwer, dass sie in Kliniken stationär behandelt werden müssen. Die Kinderchirurgie des UKL, als Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder in der Region Leipzig zertifiziert, versorgt jährlich rund 50 Kinder mit Verbrennungen oder Verbrühungen stationär. &quot;Dabei ist jeder Fall furchtbar für das Kind, die Angehörigen und auch für uns. Dabei lassen sich 60 Prozent dieser Unfälle durch Vorbeugung vermeiden. Also&#58; Heißes immer außer Reichweite des Kindes stellen und es von heißen Flächen wie Herdplatten, Kamin und Backöfen fernhalten. Auch Vorsicht vor erreichbaren Tassen, Kabeln, Tischdecken und Topfgriffen, an denen Kinder ziehen können und dann durch heiße Flüssigkeiten oder gefährliche Gegenstände wie Bügeleisen getroffen werden können.&quot;&#160;</p> <p>Sollte es doch zu einer Brandverletzung kommen, empfehlen die Experten die betroffene Stelle höchstens zehn Minuten mit handwarmem Wasser kühlen, den Notruf zu wählen oder einen Kinderchirurgen oder Kinderarzt aufzusuchen. &#160;<br><br></p> <p><strong>Hintergrund Paulinchen-Tag&#58;</strong></p> <p>Der Paulinchen e.V. wurde von Müttern verletzter Kinder gegründet, um Erwachsene zu sensibilisieren, Kinder und Jugendliche vor Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen zu schützen und Betroffenen zu helfen. Der Name des Vereins geht auf einer Struwwelpeter-Geschichte zurück, in der ein Kind (Paulinchen) verhängnisvoll mit einem Feuerzeug spielt. Seit zehn Jahren richtet der Verein den Paulinchen-Tag aus.<br>Beratungshotline des Paulinchen e.V.&#58; täglich von 8 bis 20 Uhr unter 0800 0 112 123</p>
Warum Trampoline nicht nur gefährlich sind und ob Verletzungen durch wildes Hüpfen in der Pandemie zugenommen haben<img alt="Prof. Martin Lacher, Kinderchirurgie, (re.) zusammen mit Prof. Franz Wolfgang Hirsch, Kinderradiologie, bei der Diskussion von Patientenaufnahmen." src="/presse/PressImages/pic_20210726100906_c3cf77d528.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-07-25T22:00:00ZLeipzig. Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig, beantwortet die Fragen, ob es im Lockdown mehr Trampolinunfälle gab, wann und wie die Hüpfgeräte gefährlich werden können und warum er das sichere Springen auf jeden Fall trotzdem empfiehlt. <p><strong>These 1&#58; &#160;Während der Pandemie wurden Trampoline stärker genutzt, entsprechend stieg die Zahl der Trampolinunfälle.</strong> &#160;&#160;</p> <p><em><strong>Prof. Martin Lacher, UKL&#58;</strong></em> Das können wir so nicht mit Sicherheit sagen. Unsere Daten zeigen zumindest keinen Anstieg in den Corona-Monaten. Im ersten Quartal 2019, also vor der Pandemie, haben wir 31 Kinder aufgrund eines Trampolinunfalls zum Röntgen geschickt, dabei wurden 13 Brüche festgestellt. Im ersten Quartal 2021 waren es 33 Kinder und 14 Brüche - also keine Veränderung. Es gibt zwar Studien, wonach es in den Corona-Monaten vermehrt Trampolinunfälle gab, aber wir hier in Leipzig können das so nicht bestätigen. Trampoline sind sehr populäre Sportgeräte, deren Beliebtheit stark gestiegen ist. Vor 15 Jahren gab es daher ganz klar weniger Verletzungen durch das Springen auf Trampolinen. Heute stehen diese Geräte ja in jedem Hinterhof, und entsprechend häufig führt exzessives Hüpfen auch mal zu uns in die <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Kinderchirurgie.&#160;</a></p> <p>&#160;</p> <p><strong>These 2. Trampolinspringen ist generell riskant und verursacht viele Unfälle.&#160;</strong></p> <p><em><strong>Prof. Martin Lacher&#58;</strong></em> Ich würde eher sagen, Trampolinspringen ist ein kalkuliertes Risiko. Wir alle kennen die Gefahren, die damit verbunden sein können, aber auch, wie wir damit umgehen müssen. Um keine ernsten Unfälle zu riskieren, sollte man es langsam angehen lassen und sich einüben. Drei von vier Unfällen passieren in den ersten 15 Minuten, in 40 Prozent der Fälle ist etwas gebrochen. Es kann dabei auch komplizierte Brüche geben, Verletzungen am Oberarm, Sprunggelenk oder Ellenbogen. Viele der Verletzungen sind aber gut behandelbar, vor allem in einem spezialisierten Unfall-Zentrum wie dem unseren. Wir als Kinderchirurgen werden dabei unterstützt von unseren hervorragenden <a href="/einrichtungen/kinderradiologie">Kinderradiologen im Team von Prof. Franz Wolfgang Hirsch</a>, die sehr erfahren sind bei der Diagnose des wachsenen Skeletts von Kindern und Jugendlichen.&#160;</p> <p>Übrigens verletzen sich Mädchen deutlich häufiger beim Trampolinspringen, nur ein Drittel dieser Patienten sind Jungen. Dafür ist bei denen dann eher auch etwas gebrochen. Vermutlich sind Jungen risikobereiter und springen eher intensiver - mit den entsprechenden Folgen.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>These 3&#58; Trampoline sind vor allem für kleine Kinder gefährlich.&#160;</strong></p> <p><em><strong>Prof. Martin Lacher&#58;</strong> </em>Unsere Patienten sind zwischen 2 und 17 Jahre alt, aber eher älter als 6 Jahre. Eine Häufung bei den Kleinsten gibt es nicht. Generell wird bei Kindern, die jünger sind als sechs, vom Trampolinspringen abgeraten, einfach, weil kleinere Kinder noch eher Schwierigkeiten mit der erforderlichen Koordination haben. Aber auch das ist Übungssache. Als Vater weiß ich aus Erfahrung - wenn es ältere Geschwister gibt, lässt sich das jüngere Kind faktisch nicht vom Trampolin fernhalten, es ist einfach unwiderstehlich. Da muss man abwägen und mit gesundem Menschenverstand entscheiden, wie weit die Kinder gehen können. Und die grundsätzlichen Sicherheitsregeln sollten eingehalten werden - das Sicherheitsnetz muss intakt sein und der Reißverschluss verschlossen. Denn wenn die Kinder rausfallen, tut es richtig weh und kann deutlich ernster werden. Es sollte nichts auf die Sprungfläche mitgenommen werden, keine Spielsachen und keine Getränke. Außerdem gilt&#58; Barfuß in der Mitte springen, idealerweise einzeln. Das Unfallrisiko steigt um das 14-fache, wenn mehrere Personen auf einem Gerät sind. Wird natürlich trotzdem gemacht, denn das macht so richtig Spaß. Wichtig auch dann&#58; In der Mitte bleiben, nicht zu wild hüpfen und vor allem&#58; keine Salti! Denn gerade ältere Kinder verunfallen vor allem dann, wenn sie einen Salto versuchen.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>These 4. Trampolinspringen ist gesund. &#160; &#160;</strong> &#160; &#160; &#160;&#160;</p> <p><em><strong>Prof. Martin Lacher</strong></em>&#58; Es ist auf jeden Fall sehr förderlich. Das Hüpfen hilft großartig beim Stressabbau, daher wurde vermutlich im Lockdown tatsächlich mehr gesprungen. Trampoline werden zudem bei verschiedenen Erkrankungen auch gezielt in der Therapie eingesetzt, vor allem bei motorischen Entwicklungsverzögerungen oder Hirnschäden. Insgesamt verbessert Trampolinspringen das Körpergefühl und die Koordinationsfähigkeit, stärkt die Muskeln und steigert als Ganzkörpertraining die Fitness. Das reduziert dann wieder die Unfallgefahr im Alltag - und das wieder freut uns Kinderchirurgen. &#160;&#160;</p>

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