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Ureterabgangsstenose

​Als "Ureterabgangsstenose" wird eine Einengung des Überganges vom Nierenbecken in den Harnleiter bezeichnet.

Erkrankung

​Die Ureterabgangsstenose (UAS) ist eine Verengung am Übergang vom Nierenbecken in den Harnleiter. Dadurch kann der Urin nicht ungestört aus der Niere über den Harnleiter in die Harnblase abfließen und staut sich im Nierenbecken, welches sich erweitert (dilatiert).

Die UAS kommt mit einer Häufigkeit von 1:1000 - 1:4000 vor, Jungen sind häufiger als Mädchen betroffen.

Eine UAS kann verschiedene Ursachen haben. So kann die Enge durch eine veränderte Wandstruktur des Harnleiters bedingt sein (sogenannte „fibromuskuläre Dysplasie"). Auch kann ein zu hoher Abgang des Harnleiters den Abfluss erschweren. Ferner kann ein großes Blutgefäß (sogenanntes „aberrierendes Gefäß" oder „unteres Polgefäß") von außen auf den Harnleiterabgang drücken.

Der Verdacht auf eine UAS kann schon vor der Geburt des Kindes per Ultraschall im Rahmen der Vorsorge gestellt werden. Andere Kinder fallen erst in höherem Alter durch klinische Beschwerden wie z.B. durch Flankenschmerzen oder gehäufte Harnwegsinfekte auf. Eine operative Therapie ist bei klinischen Beschwerden sowie einem in der „Szintigraphie" (siehe unten) nachgewiesenen verzögerten Abfluß der betroffenen Niere notwendig.

Unser Behandlungskonzept

​Diagnostik

Zur Basisdiagnostik gehört der Ultraschall (Sonographie), welcher bei der UAS eine Erweiterung des Nierenbeckens mit nicht erweitertem Harnleiter und unauffälliger Blase zeigt. Per Ultraschall kann somit das Ausmaß der Harnstauung klassifiziert und das Nierengewebe („Parenchym") der Niere beurteilt werden.

Bei ausgeprägter Harnstauung wird zur Darstellung des Abflusses aus dem Nierenbecken sowie zur Beurteilung der Nierenfunktion eine nuklearmedizinische Untersuchung (sog. „99mTc-MAG3-Szintigraphie") durchgeführt. Diese erfolgt in der Regel nicht direkt nach der Geburt sondern nach 4 - 6 Wochen.

Wenn die Szintigraphie keine relevante Abflussstörung zeigt, die Funktion der betroffenen Niere ausreichend (> 45 Prozent) und Ihr Kind beschwerdefrei ist, muss zunächst nicht operiert werden. Dann folgen regelmäßige Kontrollen sowohl per Ultraschall als auch ggf. szintigraphisch, um eine eventuelle Verschlechterung des Abflusses oder der Nierenfunktion rechtzeitig zu erkennen.

Falls die Szintigraphie eine relevante Abflussstörung zeigt bzw. die Funktion der Niere deutlich eingeschränkt ist, ist eine operative Therapie notwendig.

Therapie

Die klassische Behandlung der Harnleiterabgangsstenose besteht in einer Nierenbeckenplastik (sog. „Pyeloplastik") nach Anderson-Hynes (Abb.1).

Abb. 1: Ein Teil des gestauten Nierenbeckens wird entfernt und eine sogenannte "Pyeloplastik" durchgeführt (Modifiziert aus: Robert E. Gross, Atlas der Kinderchirurgie, Schattauer Verlag, 1982)


Diese Operation wird in unserem Hause in jedem Lebensalter minimal-invasiv über eine Bauchspiegelung (laparoskopisch) in Vollnarkose durchgeführt.

Hierbei werden über drei kleine Hautschnitte dünne Röhrchen (Trokare) in der Bauchdecke platziert. Durch einen Trokar wird eine Kamera eingebracht, unter Sicht werden dann zwei weitere Arbeitskanäle (Trokare) platziert. In alle Arbeitskanäle können die für die Operation notwendigen Instrumente eingebracht werden. Die Engstelle am Übergang zwischen Nierenbecken und Harnleiter wird entfernt und das Nierenbecken trichterförmig mit dem Harnleiter verbunden (sog. „Anastomose")(Abb.2).

Abb. 2: Der Harnleiter wird trichterförmig mit dem "neuen" Nierenbecken verbunden (sog. "Anastomose") (Modifiziert aus: Robert E. Gross, Atlas der Kinderchirurgie, Schattauer Verlag, 1982)


Im Anschluss werden die Arbeitsgeräte und Trokare entfernt und die Hautschnitte wieder verschlossen.

Als Schienung und zur Urinableitung wird einen kleiner Plastikschlauch in Höhe der Niere aus der Haut herausgeleitet und mit einem Urinbeutel verbunden (Abb.3).

Abb. 3: Die eingelegte Harnleiterschiene dient neben der Schienung auch der postoperativen Urinableitung durch die Haut (Modifiziert aus: Robert E. Gross, Atlas der Kinderchirurgie, Schattauer Verlag, 1982)


Der Plastikschlauch wird eine Woche später wieder entfernt, was keine Schmerzen bereitet. Wenn sich Ihr Kind erholt hat und Sie den Umgang mit dem Urinbeutel beherrschen, kann Ihr Kind zwischenzeitlich auch nach Hause entlassen werden und kommt lediglich zum Entfernen des Schlauchs noch einmal auf die Station zurück. Dabei entscheiden Sie selber, ob Sie das Fast-track-Angebot nutzen möchten oder eine kontinuierliche stationäre Betreuung bevorzugen.

Nachbehandlung

​Bis 1 Woche nach Entfernung der Schienung empfehlen wir eine Befreiung Ihres Kindes von der Kita/Schule, 4 Wochen lang sollte eine Sportbefreiung erfolgen.

6 Wochen nach der Operation wird eine Kontroll-Szintigraphie durchgeführt, hier sollte sich ein verbesserter Abfluss des Harns aus dem Nierenbecken zeigen.  

Im Verlauf werden Sie für Kontrolltermine an unsere kinderurologische Sprechstunde angebunden, hierüber werden auch eventuell notwendige sonographische und ggf. szintigraphische Kontrolluntersuchungen ambulant organisiert.

Veröffentlichungen unserer Mitarbeiter

Zoeller C, Lacher M, Ure B, Petersen C, Kuebler JF. Double J or transrenaltransanastomotic stent in laparoscopic pyeloplasty in infants and children: a comparative study and our technique. J LaparoendoscAdvSurg Tech A. 2014Mar;24(3):205-9

Kontakt

​Sie möchten Ihr Kind bei uns vorstellen oder sich über unsere Klinik informieren? 

​Anfragen (jederzeit):    Gabriel.Goetz@medizin.uni-leipzig.de


Terminvereinbarung in der kinderurologischen Sprechstunde (9 - 15 Uhr):
0341 - 97 26703

Liebigstr. 20a, Haus 6
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 26400 (Chefsekretariat)
Termine:
0341 - 97 26953 (Mo-Do, 9-12 Uhr)
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