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Aktuelles aus der Kinderchirurgie

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„Ausge­­­zeichnet. FÜR KINDER“

Qualitätssicherung für die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen - Klinik für Kinderchirurgie erhält Qualitätssiegel „Ausge­­­zeichnet. FÜR KINDER“ (Pressemeldung 16.03.2020)

 

 

Seit über 30 Jahren im Dienste exzellenter tumorchirurgischer VersorgungUniversitätsklinikum Leipzig B Schnelle Hilfe im Notfall Paul-List-Straße 27, Haus 4.1 04103 Leipzig Liebigstraße 20a, Haus 6 04103 Leipzig Pro Sitzung werden rund 30 Fälle <img alt="Von den 15 spezialisierten Tumorboards am UKL besteht das Sarkomboard am längsten. Pro Sitzung werden rund 30 Fälle besprochen." src="/presse/PressImages/20260113-L-UKL-800-Sarkomboard-19770-69b92ac2ebf34.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2026-03-16T23:00:00ZLeipzig. Unlängst fand am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) das 800. Sarkomboard statt. Einmal pro Woche besprechen hier Experten verschiedener Fachrichtungen grundsätzliche Diagnostik- und Behandlungsschritte bei Tumoren des Bindegewebes und der Knochen sowie von Metastasen an Extremitäten und dem Stammskelett. Seit mehr als drei Jahrzehnten steht das im Jahr 1995 als „Tumororthopädische Konferenz“ ins Leben gerufene Gremium für die Tradition der muskoloskelettalen Tumorchirurgie in Leipzig, vor allem aber auch für gelebte interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit innerhalb des Sarkomzentrums, für wissenschaftliche Exzellenz und eine kontinuierlich verbesserte Versorgung von Patient:innen mit Knochen- und Weichteiltumoren.<p>„Sarkome gehören zu den seltensten Tumorarten“, sagt Prof. Christian Kleber. Der Leiter der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/oup/weitere-schwerpunkte">Tumororthopädie </a>und der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/oup/unfallchirurgie">Unfallchirurgie am UKL</a> sowie des Überregionalen Traumazentrums leitet seit Mai vergangenen Jahres auch das <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/sarkomzentrum">Sarkomzentrum</a>.&#160;<br><br>Als bösartige Wucherungen betreffen Sarkome das so genannte mesenchymale Gewebe, also beispielsweise Knochen, Muskeln, Fett- und Bindegewebe, aber auch Blut- und Lymphgefäße beziehungsweise Nerven- und Sehnenscheiden. Kennzeichnend ist ihre große Vielfalt. Man unterscheidet rund 70 Sarkom-Subtypen, von denen jeder einzelne sehr selten vorkommt. Bei Erwachsenen machen sie weniger als ein Prozent aller Krebserkrankungen aus.<br><br>Umso wichtiger ist der interdisziplinäre und interprofessionelle Ansatz bei der Diskussion jedes einzelnen Falls. In der täglichen Praxis bedeutet das, dass sich die unterschiedlichen Fachrichtungen gegenseitig mit ihrer Expertise unterstützen und ergänzen.&#160;<br><br><strong>Funktionalität von Gliedmaßen und damit Lebensqualität erhalten&#160;</strong><br><br>Im Mittelpunkt steht dabei immer, die bestmögliche Lösung für die Patient&#58;innen zu finden. Blieb früher oft nur die Amputation als einzige Lösung, lässt sich heutzutage das entfernte krankhafte Gewebe dank besserer Bildgebung, präziserer OP-Techniken und Rekonstruktionen mit Endoprothesen oder Knochentransplantaten immer häufiger ersetzen. Der Erhalt funktionierender Gliedmaßen bedeutet ein klares Plus an Lebensqualität für die Patient&#58;innen. Und die Entwicklung geht weiter. So wurde bespielsweise in jüngster Vergangenheit das psychoonkologische Screening ausgeweitet und die Integration in das <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https&#58;//www.mitteldeutsches-krebszentrum.de/">Mitteldeutsche Krebszentrum (CCCG</a>) vorangetrieben, wobei insbesondere die Zusammenarbeit mit dem <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https&#58;//www.uniklinikum-jena.de/">Universitätsklinikum Jena </a>ausgeweitet wurde.<br><br>&#160;In Zukunft wird es zunehmend möglich sein, Tumoroperationen per Datenbrille, die den Operateur&#58;innen alle notwendigen Informationen live einblenden, noch präziser und schneller durchzuführen. Am UKL wurde dazu im vergangenen November gemeinsam mit der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neurochirurgie">Klinik für Neurochirurgie</a> das Forschungsprojekt „Spatial Computing – Datenbrillen in der Chirurgie“ gestartet. Angestrebt wird darüber hinaus die Zertifizierung des Sarkomzentrums durch die <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https&#58;//www.krebsgesellschaft.de/">Deutsche Krebsgesellschaft (DKG</a>).&#160;<br><br><strong>Über Jahre hinweg gewachsene Interdisziplinarität</strong><br><br>&#160;Auch die Arbeit im Sarkomboard hat sich gewandelt&#58; Ins Leben gerufen wurde es vor über 30 Jahren von Prof. Georg Freiherr von Salis-Soglio als „Tumororthopädische Konferenz“. Ziel war es bereits damals, die am UKL auf diesem Gebiet vorhandene umfangreiche Expertise in Diagnostik und Therapie zu bündeln. Ein wesentlicher Meilenstein beim Übergang vom Tumor- zum Sarkomzentrum war die in den Jahren 2016/17 erfolgte Einbeziehung viszeraler Sarkome sowie sogenannter gastrointestinaler Stromatumoren (GIST), bei denen es sich um seltene, meist bösartige Bindegewebstumoren (Sarkome) des Magen-Darm-Trakts handelt. Wesentlich befördert wurde dies durch Prof. Ines Gockel, seinerzeit Leiterin der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/vttg">Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTTG) am UKL</a> und Prof. Christoph Josten. Der heutige <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/wir-ueber-uns-ukl/der-vorstand">Medizinische Vorstand des UKL</a> hatte die Leitung des Sarkomboards im Jahr 2016 von Prof. Torsten Prietzel, dem Nachfolger von Prof. von Salis-Soglio, übernommen.&#160;<br><br>Prof. Daniel Seehofer, heutiger Geschäftsführender Direktor der Klinik und Poliklinik für VTTG, sieht darin die eigentliche Geburtsstunde des Sarkomboards in seiner heutigen Form&#58; „Unsere Klinik deckt das gesamte Spektrum der Chirurgie der inneren Organe, insbesondere des Bauch- und Brustraumes, sowie der Gefäße ab. Die Einbeziehung dieser unterschiedlichen Fachbereiche hat wesentlich zu einer weiteren Vertiefung der Interdisziplinarität und in der Fokussierung auf individuelle Versorgungskonzepte im Sarkomboard geführt.“ Seit dieser Zeit bildet die Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTTG) neben der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/oup">Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie (OUP)</a> und dem <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/uccl">Universitären Krebszentrum (UCCL)</a> die dritte wesentliche Säule im Spektrum des Sarkomboard.&#160;<br><br>„Das Sarkomboard steht exemplarisch für den Mehrwert echter Interdiszipilinarität in der modernen Onkologie“, betont Prof. Florian Lordick, Direktor des Universitären Krebszentrums Leipzig (UCCL). „Durch die enge, strukturierte Zusammenarbeit aller beteiligter Fachdisziplinen wird jeder Patient individuell und umfassend diskutiert, so dass therapeutische Chancen bestmöglich genutzt werden können.“ Heute arbeiten im Sarkomboard Expert&#58;innen vieler Fachrichtungen eng zusammen – der Hals- Nasen- Ohrenkunde ebenso wie der Kinderchirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Radiologie, Nuklearmedizin, Dermatologie, Pathologie, Strahlentherapie, Onkologie und Hämatologie. Hinzu kommen Kooperationspartner wie beispielsweise Psychoonkologie, Onkologische Pflege, Physiotherapie und Ernährungsberatung.&#160;<br><br><strong>Starke Zunahme der pro Board diskutierten Fälle</strong><br><br>Anfangs traf man sich einmal im Monat, später 14-tägig und seit 2017 wöchentlich. Rund 25 Jahre lang fanden das Tumor- und das daraus hervorgegangene Sarkomboard in Präsenz statt. Es war der damalige Leiter des Sarkomboards, Prof. Georg Osterhoff, der den Umstieg in ein virtuelles Format seit Mai 2020 maßgeblich vorantrieb. Dadurch wurde zum einen die Fortsetzung der Arbeit des Boards unter Pandemiebedingungen gesichert. Zum anderen eröffnete es die Möglichkeit, mehr Teilnehmer aus unterschiedlichen Fachdisziplinen hinzuzuziehen und die Zeiten bis zu einem Beschluss des Gremiums zu verkürzen. Im Ergebnis hat sich seitdem die Zahl der diskutierten Fälle pro Zusammenkunft deutlich erhöht&#58; von durchschnittlich zwölf Fällen im Jahr 2017 über 20 Fälle im Jahr 2020 bis zu rund 30 Fällen – in der Spitze sogar mehr als 40 – im vergangenen Jahr. In Summe wurden 2025 in allen 51 Sarkomboards insgesamt 1.582 Fälle besprochen. Dies erfordert von allen Beteiligten während der rund einstündigen Zusammenkunft konzentriertes Arbeiten und eine fokussierte Diskussion. Anschließend erfolgt eine fünf- bis sechsstündige Nachbearbeitung einschließlich der Information der Patient&#58;innen und der zuweisenden Ärzt&#58;innen. Parallel dazu wuchs die Zahl der Sarkom-Resektionen am UKL in den vergangenen Jahren – von 21 im Jahr 2019 auf 70 im Jahr 2025. Wesentliche Voraussetzung dafür war, dass seit dem Jahr 2020 am UKL ein eigener Operationssaal für Biopsien und Tumor-Operationen zur Verfügung steht.&#160;<br><br><strong>Eines von 15 spezialisierten Tumorboards am UKL</strong><br><br>Anlässlich des 800. Sarkomboards dankte Prof. Christian Kleber all seinen Vorgängern für die geleistete Arbeit&#58; „Jeder einzelne hat dazu beigetragen, dass das Board heute eine große Wertschätzung erfährt und über die Grenzen Leipzigs hinaus ausstrahlt, wie unter anderem Nennungen in der Ärzte- bzw. Klinikliste des Focus zeigen. Auch die aktive Arbeit in der Arbeitsgemeinschaft Knochentumoren trägt dazu bei.“&#160;<br><br>Rückblickend auf die lange und erfolgreiche Tradition des Sarkomboards verweist Prof. Florian Lordick auf einen weiteren Aspekt&#58; „Es hat maßgeblich dazu beigetragen, dass am UKL heute zahlreiche Organtumorboards etabliert sind, in denen Behandlungsentscheidungen konsequent evidenz- und leitlinienbasiert getroffen werden.“ Derzeit gibt es am UKL 15 spezialisierte Tumorboards beziehungsweise strukturierte interdisziplinäre Fallbesprechungen, die eine breite Palette an Organbereichen und Tumorentitäten abdecken – vom endokrinen Tumorboard über Boards für Lebertumore, gynäkologische, urologische beziehungsweise gastrointensinale Tumore bis zum molekularen Tumorboard und dem interdisziplinären Hämatologie-Board.</p>
Roboter-gestützte Kinderchirurgie am UKL: „Patientensicherheit von Kind an – eine Investition fürs Leben“Universitätsklinikum Leipzig B Schnelle Hilfe im Notfall Paul-List-Straße 27, Haus 4.1 04103 Leipzig Liebigstraße 20a, Haus 6 04103 Leipzig Im Robotischen Zentrum des UKL sind <img alt="Roboter-gestützte Operationen bei Kindern steigern die Sicherheit der Eingriffe, wissen die Kinderchirurgen des UKL aus großer Erfahrung." src="/presse/PressImages/I-20231120072569-68c272968ec53.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2025-09-10T22:00:00ZLeipzig. Zum Welttag der Patientensicherheit rückt das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) die Sicherheit der jüngsten Patienten in den Fokus und macht deutlich, wie moderne Technik die Sicherheit von Eingriffen bei Kindern entscheidend erhöht: Durch den konsequenten Einsatz roboterassistierter Operationssysteme können Eingriffe mit höchster Präzision, minimal-invasiv und damit besonders schonend durchgeführt werden.<p>Mit inzwischen über 140 solcher Eingriffe in den vergangenen vier Jahren nimmt die Kinderchirurgie des UKL bundesweit eine Spitzenstellung ein – keine andere kinderchirurgische Klinik in Deutschland verfügt über vergleichbare Erfahrungen. Im Robotischen Zentrum des UKL sind täglich mitlerweile drei &#160;„da Vinci“-Operationssysteme im Einsatz, die auch bei den kleinsten Patientinnen und Patienten maximale Präzision ermöglichen.</p><p>&#160;</p><p>Das Team um Prof. Martin Lacher, den Direktor der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinik für Kinderchirurgie</a>, nutzt diese Technologie seit 2021 besonders in der Kinder-Urologie und bei viszeralchirurgischen rekonstruktiven Eingriffen, bei denen feine Strukturen genäht werden müssen.</p><p>Die roboterassistierte Technik erlaubt millimetergenaue Bewegungen, eine hochauflösende dreidimensionale Sicht und die Nutzung besonders feiner Instrumente. So lassen sich Operationen in der engen Anatomie des kindlichen Bauchraums sicherer durchführen, das Gewebe wird schonender präpariert, Komplikationen treten seltener auf und die Genesung der Kinder verläuft schneller.</p><p>&#160;</p><p>„Minimal-invasive Operationen bei Kindern fordern die Operierenden häufig in besonderer Weise&quot;, erklärt Prof. Martin Lacher, &quot;das liegt daran, dass der kindliche Körper und damit der OP-Raum im Bauch nun einmal um ein Vielfaches &#160;kleiner ist als der bei Erwachsenen.“ Der bisher jüngste mittels Roboter-Unterstützung am UKL operierte Patient war erst 13 Monate alt und wog nur fünf Kilogramm. Gerade in der Kinderchirurgie sei daher absolute Präzision entscheidend. „Mit Hilfe der OP-Roboter können wir selbst bei unseren kleinsten Patienten Eingriffe auf höchstem Sicherheitsniveau durchführen. Das bedeutet weniger Belastung, schnellere Heilung und vor allem eine sichere Versorgung von Anfang an“, betont Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL.</p><p>&#160;</p><p>Um diese Kompetenz langfristig zu bündeln, hat das UKL im Frühjahr 2021 das „<a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/zrnc">Zentrum für roboterassistierte und navigierte Chirurgie</a>“ etabliert. Dort arbeiten Experten aus verschiedenen chirurgischen Disziplinen eng zusammen, um innovative Verfahren sicher in die klinische Routine zu überführen. Das Ziel&#58; Patientensicherheit von Beginn an garantieren und durch Innovation die Versorgung kontinuierlich verbessern.</p><p>„Wir werden zusammen mit den anderen Kliniken im Zentrum für roboterassistierte und navigierte Chirurgie unsere Erfahrung konsequent weiter ausbauen – mit dem Ziel, noch mehr Kindern Zugang zu dieser sicheren und modernen Technik zu ermöglichen“, so Prof. Lacher abschließend.</p><p>&#160;</p><p><strong>Hintergrund</strong></p><p>Der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https&#58;//www.tag-der-patientensicherheit.de/">Welttag der Patientensicherheit</a> — einer der globalen Gesundheitstage der WHO — findet seit 2019 am&#160;17. September&#160;statt. Das WHO-Motto zum diesjährigen Welttag für Patientensicherheit&#160;lautet „Safe care for every newborn and every child“.&#160;</p><p>In Deutschland wird dieser Welttag vom <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https&#58;//www.tag-der-patientensicherheit.de/das-aps.html">Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.</a>organisiert, das für dieses Jahr entsprechend den Schwerpunkt auf die sichere Versorgung von Kindern legen – unter dem Slogan&#58;<strong>&#160;</strong>„Patientensicherheit von Kind an – eine Investition fürs Leben“.</p><p>&#160;</p>
Hundebisse im Gesicht: UKL-Kinderchirurg fordert besseren Schutz für KinderUniversitätsklinikum Leipzig B Schnelle Hilfe im Notfall Paul-List-Straße 27, Haus 4.1 04103 Leipzig Liebigstraße 20a, Haus 6 04103 Leipzig Eine Entwicklung, die dem Leiter der <img alt="Prof. Martin Lacher, Leiter der Kinderchirurgie am Uniklinikum Leipzig, möchte Kinder besser vor Hundebissen schützen." src="/presse/PressImages/I-20151008014189-68be92d21a39c.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2025-09-07T22:00:00ZLeipzig. Die Zahl der Beißattacken durch Hunde steigt bundesweit seit Jahren an. Oft und schwer betroffen sind dabei Kinder. Hundebisse treffen sie oft im Gesicht und führen zu gefährlichen Verletzungen und bleibenden Folgen. In der Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig müssen inzwischen zweimal pro Monat schwere Fälle operiert werden. Eine Entwicklung, die dem Leiter der UKL-Kinderchirurgie, Prof. Martin Lacher, große Sorgen bereitet.<p>Es trifft vor allem die Kleinsten&#58; Im Durchschnitt sind die kleinen Kinder, die nach Beißattacken im Uniklinikum Leipzig behandelt werden müssen, sechs Jahre alt. „Am häufigsten betroffen von Bissverletzungen durch große Hunde sind der Kopf und das Gesicht der Kinder, die Wangen, Nasen, Augen, Ohren und Lippen, gefolgt von Wunden an den Händen“, beschreibt Prof. Lacher die Situation.</p><p>Das liege natürlich daran, dass sich die Köpfe der Kinder auf Höhe der Hunde befinden. In diesen Fällen muss meist operiert werden, oftmals zusammen mit HNO-Experten und Gesichtschirurgen, um die kleinen Gesichter aufwändig wiederherzustellen. „Bissverletzungen im Gesicht, insbesondere der Nase, stellen oft eine große Herausforderung an die Chirurgenteams der MKG und HNO“, ergänzt Prof. Andreas Dietz, Direktor der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/hno">HNO-Klinik</a> am UKL. Es bedürfe großer Erfahrung in der Nasenkorrektur, um die Wundversorgung und Rekonstruktion mit einem zufriedenstellenden Ergebnis umzusetzen.</p><p>Auch wenn die moderne Medizin hier viel möglich macht - die entstellenden Narben bleiben ein Leben lang.</p><p>Wie im Fall der beiden Schwestern, die im August in Torgau bei Leipzig von einer Dogge angegriffen wurden. „Das waren großflächige, sehr tiefe Bisswunden mitten im Gesicht“, erinnert sich der Kinderchirurg Lacher. „So etwas sehen auch wir nicht jeden Tag, aber eben leider inzwischen viel zu häufig“. Mit Blick auf 15 Jahre Arbeit als <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Kinderchirurg</a> sieht er eine klare Tendenz&#58; Die Zahl schwerer Hundebissverletzungen bei Kindern steigt.</p><p>&#160;</p><p>In diesem Jahr wurden am UKL bereits 10 Kinder nach Hundebissen stationär behandelt, im Vorjahr waren es 24. „Solche Angriffe traumatisieren die Kinder zutiefst und fügen ihnen bleibende Verletzungen zu“, so Lacher. Die sichtbaren Verletzungen im Gesicht hinterlassen nicht nur Narben, sondern prägen auch das ganze Leben der Kinder – oft verbunden mit seelischen Wunden, die niemals ganz heilen. „Ganz offensichtlich versagen wir beim Schutz unserer Kinder vor solchen Gefahren“, konstatiert der Kinderchirurg.</p><p>&#160;</p><p><strong>Kinder besser schützen und schnell behandeln</strong></p><p>Er appelliert an die Erwachsenen, ihre Verantwortung mehr wahrzunehmen. „Gerade Kleinkinder sind überproportional oft betroffen, denn sie verstehen die Grenzen von Hunden oftmals noch nicht“. Aber auch wenn die Kinder geübt sind, eine Chance gegen einen aggressiven Hund haben sie nicht&#58; „Ein 60 Kilogramm schwerer Hund, der ein achtjähriges Mädchen angreift, ist haushoch überlegen, und oft auch durch den Besitzer nicht zu halten“, bringt Prof. Lacher ein drastisches Beispiel.</p><p>Daher seien Schutzmaßnahmen so wichtig - Regeln für Kinder im Umgang mit Hunden, aber auch Schulungen für Hundebesitzer, vor allem von Familienhunden, zur Steigerung der ‚Hund-Kind-Kompetenz‘.</p><p>&#160;</p><p><strong>Bisswunden ärztlich versorgen lassen</strong></p><p>Auf jeden Fall müssten Bissverletzungen immer ärztlich abgeklärt werden, betont Prof. Martin Lacher, „Auch kleine Bisswunden können zu schweren Infektionen führen. Und bei Verletzungen am Gesicht oder den Händen sollte frühzeitig ein Facharzt hinzugezogen werden, um die Spätfolgen zumindest zu verringern.“ Ebenfalls wichtig&#58; Sämtliche durch einen Biss abgetrennte Gewebeanteile müssen unbedingt zur Notversorgung mitgebracht werden.</p><p>&#160;</p>
Prof. Martin Lacher mit Verdienstorden der Bundesrepublik geehrtUniversitätsklinikum Leipzig B Schnelle Hilfe im Notfall Paul-List-Straße 27, Haus 4.1 04103 Leipzig Liebigstraße 20a, Haus 6 04103 Leipzig Hier habe sich der Direktor der <img alt="Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (r.) übergab am 27. Mai 2025 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig." src="/presse/PressImages/20250527170033-SK-6836bb18c76fe.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2025-05-27T22:00:00ZLeipzig. Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), ist am 27. Mai 2025 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.<p>Der von <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https&#58;//www.bundespraesident.de/DE/startseite/startseite_node.html">Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier </a>verliehene Orden wurde in einem Festakt in der Sächsischen Staatskanzlei überreicht durch den <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https&#58;//www.ministerpraesident.sachsen.de/index.html">Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer.</a><br>&#160;</p><p>Der 50-jährige Kinderchirurg Lacher erhält die Auszeichnung „für sein humanitäres Engagement für Kinder und die Ausbildung von Kinderchirurgen im Ausland“. Hier habe sich der Direktor der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/kinderchirurgie">UKL-Kinderchirurgie</a> große Verdienste erworben. Prof. Lacher leistete wiederholt humanitäre Hilfe, darunter in China, Vietnam, Nepal, Nordkorea, Guinea-Bissau und Tanzania. Weil die medizinische Versorgung, gerade wenn es um komplexe Operationen von Kindern geht, in manchen Ländern an Grenzen stößt, initiierte Prof. Lacher vor mehr als zehn Jahren die gemeinnützige <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https&#58;//www.stiftung-kinderchirurgie.de/">Stiftung Kinderchirurgie</a> in Leipzig. Regelmäßig sind Ärzte der Stiftung im Hilfseinsatz – ehrenamtlich und ohne Behandlungshonorar.<br><br><br>Schwerpunkt ist die Unterstützung medizinischer Einrichtungen und der Ärzte vor Ort. So bildet das Team von Prof. Lacher in Hawassa in Äthiopien nach dem „Training of Trainers“-Konzept angehende Kinderchirurgen aus, die später ebenfalls wieder neue Fachärzte ausbilden können. Zugleich sorgte die Stiftung dort für Bau und Ausstattung von mehreren OP-Sälen sowie der Intensivstation für Neugeborene. Derzeit befinden sich im Rahmen eines umfangreichen Projekts drei Seecontainer mit vorgefertigten Operationssälen auf dem Weg über Dschibuti nach Äthiopien.<br>&#160;</p><p>Prof. Martin Lacher ist seit 2015 Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig. Sein Schwerpunkt liegt auf der Behandlung angeborener Fehlbildungen, mit besonderer Expertise in minimalinvasiven Operationen – selbst bei Früh- und Neugeborenen. Mit viel Herzblut engagiert er sich für die Arbeit der von ihm gegründeten Stiftung, aber auch für Projekte wie einen durch Spenden finanzierten Flügel für das Atrium des Frauen- und Kinderzentrums am UKL, an dem seitdem regelmäßig für Besucher und Patient&#58;innen musiziert wird.&#160;<br>Er ist Honorarprofessor an der Universität Hawassa sowie an der School of Medicine der Addis Abeba Universität – eine besondere Anerkennung seines langjährigen Engagements für die chirurgische Versorgung von Kindern in Ostafrika.<br>&#160;</p><p>„Die Auszeichnung für unseren Kollegen Martin Lacher freut uns sehr und macht uns stolz,“ gratuliert Prof. Dr. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. &quot;Es ehrt ihn sehr, dass er neben seiner herausfordernden täglichen Arbeit die Energie und Empathie aufbringt, nicht zu vergessen, dass es Kinder in anderen Ländern ungleich schwerer haben, eine gute medizinischen Versorgung zu erhalten. Seine Arbeit trägt viel dazu bei, dies zu ändern und Kindern ein Leben in Gesundheit zu ermöglichen, die sonst diese Chance nicht hätten“, so Josten. „Viele unserer Ärztinnen und Ärzte engagieren sich in ähnlicher Weise in Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen oder Hilfsprojekten außerhalb Europas und leisten so einen ehrenamtlichen Beitrag, der in Geld nicht aufzuwiegen ist. Das macht uns als Klinikum immer wieder sehr stolz.“</p><p>&#160;</p><p>„Ich freue mich sehr über diese hohe Auszeichnung“, sagt Prof. Martin Lacher. „Wir haben als Menschen und Mediziner in einem wohlhabenden Land die Mittel und die Verantwortung, Menschen in weniger privilegierten Regionen zu helfen. Besonders als Kinderchirurgen haben wir das große Privileg, mit nur einer Operation Kindern mit angeborenen Fehlbildungen die Chance auf ein möglichst normales Leben zu ermöglichen – ein Eingriff, der oft alles verändert. Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, dass unsere Stiftung – dank vieler engagierter Unterstützer – genau das möglich macht. Es ist mir eine Ehre, diesen Weg auch weiterhin gehen zu dürfen.“</p>
Silvesterunfälle: Erneut zahlreiche Hand- und Kopfverletzungen in der Notaufnahme des Uniklinikums LeipzigUniversitätsklinikum Leipzig B Schnelle Hilfe im Notfall Paul-List-Straße 27, Haus 4.1 04103 Leipzig Liebigstraße 20a, Haus 6 04103 Leipzig – Rund um den Jahreswechsel 2024/25 <img alt="Blick auf die Zentrale Notaufnahme des Universitätsklinikums Leipzig." src="/presse/PressImages/pic_20250102135650_db2e204010.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2025-01-01T23:00:00ZLeipzig, 02. Januar 2025 – Rund um den Jahreswechsel 2024/25 wurden am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) erneut zahlreiche Patient:innen mit Feuerwerksverletzungen behandelt. Neben den üblichen akuten Erkrankungen und Verletzungen dominierten dabei wie in den Vorjahren bei den Verletzungen neben Kopfverletzungen zum Teil schwere Verletzungen der Hände, die nicht selten mit dauerhaften Funktionseinbußen einhergehen. Dies bestätigt auch eine am UKL durchgeführte Studie, die über einen Zeitraum von zehn Jahren silvesterbedingten Verletzungen analysiert hat. <p>Unter den zum Jahreswechsel 2024/25 mit Feuerwerksverletzungen stationär Behandelten befanden sich drei Patient&#58;innen mit schweren Verletzungen der Hände. Einer davon ist ein achtjähriger Junge, der in die Notaufnahme eingeliefert wurde, nachdem ihm ein in der Hand explodierter Feuerwerkskörper mehrere Finger abgerissen hatte. Das Kind hatte den Blindgänger am Neujahrstag aufgehoben, mit nach Hause gebracht und wollte diesen dann nach dem Entzünden aus dem Fenster werfen. &quot;Allein am Neujahrstag wurden der Notaufnahme 137 Patient&#58;innen mit Verletzungen oder akuten Erkrankungen zugeführt, davon ein erheblicher Anteil auch mit silvesterbedingten Verletzungen&quot;, berichtet Prof. André Gries, Leiter der <a href="/einrichtungen/notaufnahme">Zentrale Notaufnahme des UKL</a>. Zahlreiche Patient&#58;innen kamen bis zum Vormittag in die Notaufnahme. &quot;Dies bestätigt unsere Erfahrungen aus den Vorjahren, wonach der Silvestertag noch relativ ruhig verläuft und die Zahl der Patient&#58;innen nach dem Jahreswechsel deutlich ansteigt&quot;, so der Notfallmediziner.&#160;<br><br>Bereits Mitte Dezember lag die Zahl der jährlich in der Zentralen Notaufnahme behandelten Akut- und Notfallpatienten erstmals über der Marke von 40.000 (Stand 10.12.2024&#58; 41.345). &quot;Wir gehen davon aus, dass wir bis Jahresende rund 44.000 Patienten bei uns behandelt haben&quot;, so Prof. Gries. &quot;Dies wäre eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um rund 5500 Patient&#58;innen beziehungsweise 14 Prozent.&quot;<br><br>Die Art und Weise der Erkrankungen und Verletzungen rund um den Jahreswechsel reiche von den &quot;üblichen&quot; Diagnosen über Schädigungen der Hände, sturzbedingte Kopfverletzungen bis zu Vergiftungserscheinungen durch Alkohol beziehungsweise andere Drogen und entspreche somit dem &quot;bekannten feiertagsbedingten Spektrum&quot;, erklärt Prof. Gries.<br><br>Welche erheblichen Gesundheitsrisiken - insbesondere für Handverletzungen - vom unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern rund um Silvester ausgehen können, zeigt auch eine aktuelle Studie der <a href="/einrichtungen/oup">Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie</a> sowie der <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig</a>. Dafür wurden über zehn Jahreswechsel hinweg insgesamt 155 Verletzte untersucht. 80 Prozent von ihnen waren Männer mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren. Am häufigsten von Verletzungen betroffen waren die Hände (53 Prozent). Fast ein Viertel der Fälle (24 Prozent) erforderte operative Eingriffe. Bei knapp der Hälfte (47 Prozent) der operierten Patient&#58;innen führten die Verletzungen zu dauerhaften Funktionseinbußen.<br><br>&quot;Unsere Ergebnisse zeigen, dass Sicherheitsvorschriften oft ignoriert werden, was schwere Verletzungen auch bei der Verwendung frei verkäuflicher Feuerwerkskörper nach sich zieht und eine hohe Belastung für die Notaufnahmen zur Folge hat&quot;, betont Studienleiter Prof. Georg Osterhoff, Stellvertretender Bereichsleiter Unfallchirurgie am UKL.&#160;<br><br>Ausgehend von den Resultaten der Studie fordern die Mediziner verstärkte Präventionskampagnen, um die Risiken zu minimieren und das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerk zu schärfen.</p>

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