| UKL setzt Kryoablation bei Trichterbrust-Korrekturen erfolgreich zur Schmerzreduktion ein | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Dies führt in manchen Fällen zu | <img alt="Kontrolltermin nach erfolgreicher Trichterbrust-Operation mit Kryoablation der Interkostalnerven: Tom Wilke (l.) im Gespräch mit den behandelnden Ärzten Dr. Oliver Deffaa (m) und Dr. Sebastian Krämer (r.)." src="/presse/PressImages/I-20260827079997-6a913db935199.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2026-08-27T22:00:00Z | Leipzig. Bei einer minimal-invasiven Trichterbrust-Korrektur wird am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) seit einem Jahr routinemäßig eine Kryoablation der Interkostalnerven durchgeführt. Durch extreme Kältebehandlung werden dabei die zwischen den Rippen verlaufenden Schmerzfasern gezielt und kontrolliert temporär unterbrochen, bis sich die Nerven vollständig regeneriert haben. Die klinische Erfahrung nach einem Jahr zeigt, dass die Patient:innen durch die Anwendung dieses speziellen Verfahrens nach der Operation deutlich geringere Schmerzen empfinden, dadurch weniger schmerzreduzierende Medikamente benötigen und sich außerdem die Dauer ihres stationären Aufenthalts signifikant verkürzt. Das UKL gehört deutschlandweit zu den wenigen Kliniken, bei denen dieses innovative Verfahren standardmäßig zum Einsatz kommt. | <p>Bei der Trichterbrust handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung der vorderen Brustwand, bei der das Brustbein und die angrenzenden Rippen nach innen in den Brustraum einsinken. Neben den negativen psychischen Folgen, die eine solche Deformation bei den Betroffenen auslösen kann, besteht die Gefahr, dass bei einer starken Vertiefung Druck auf Herz oder Lunge entsteht. Dies führt in manchen Fällen zu schneller Ermüdbarkeit, Luftnot bei Belastung, Herzrasen oder anderen Beschwerden.</p><p> </p><p>Bei starken körperlichen Einschränkungen oder hohem Leidensdruck kommt deshalb eine operative Korrektur infrage. Diese erfolgt am UKL in Form eines minimal-invasiven Eingriffs nach der modifizierten Nuss-Methode (MIRPE – Minimally Invasive Repair of Pectus Excavatum). Bei dieser Methode, die der US-amerikanische Kinderchirurg Dr. Donald Nuss erstmals im Jahr 1987 vorgenommen hat, werden ein oder mehrere passgenaue Metallbügel durch seitliche kleine Schnitte unter das Brustbein geschoben. Auf diese Weise wird der Brustkorb von innen angehoben und die normale Form stabilisiert.</p><p> </p><p><strong>Sehr gute Schmerzreduktion direkt nach dem Eingriff</strong></p><p> </p><p>„Dieser Eingriff gilt heute als das modernste und am häufigsten genutzte Standardverfahren, um eine eingedrückte Brustwand ohne großen Schnitt zu beheben“, erläutert Dr. Oliver Deffaa, Oberarzt an der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</a> am UKL. „Nach der Operation treten jedoch üblicherweise relevante Schmerzen auf. Seit Einführung der Kryoablation beobachten wir bei unseren Patientinnen und Patienten eine sehr gute Schmerzreduktion nach dem Eingriff. Viele benötigen deutlich weniger schmerzstillende Medikamente und können früher mobilisiert und entlassen werden“, erklärt Dr. Deffaa.</p><p> </p><p>Bei der Kryoablation der Interkostalnerven wird eine spezielle Sonde mit extrem tiefen Temperaturen von annähernd minus 80 Grad gezielt und kontrolliert an die Zwischenrippennerven geführt, wodurch die Schmerzleitung des Nervs vorübergehend unterbrochen wird, während gleichzeitig seine Schutzhülle unversehrt bleibt. Dadurch wird die Schmerzweiterleitung aus dem Operationsgebiet für mehrere Wochen bis Monate reduziert, bis sich die Nerven vollständig regeneriert haben. Dieses Verfahren ermöglicht eine deutlich effektivere frühe Schmerzkontrolle in den Wochen nach der Operation.</p><p> </p><p>„Wir gehören deutschlandweit zu den wenigen Kliniken, die dieses innovative Verfahren im Rahmen der Trichterbrust-Korrektur routinemäßig einsetzen“, hebt Prof. Martin Lacher, Leiter der Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig, hervor. „Die bisherigen Ergebnisse bestätigen unseren Weg, moderne schmerztherapeutische Konzepte konsequent in die klinische Versorgung zu integrieren.</p><p> </p><p><strong>Patient berichtet: Positive Erwartungen wurden erfüllt</strong></p><p> </p><p>Zu den Patient:innen, bei denen am UKL eine MIPRE-Operation der Trichterbrust mit Kryoablation erfolgreich durchgeführt wurde, gehört Tom Wilke. Der heute 20-Jährige klagte im Alter von 18 Jahren zunehmend über Atemprobleme. Mit der Diagnose Trichterbrust stand die weitere sportliche Karriere des Nachwuchsfußballers aus Magdeburg plötzlich auf der Kippe. „Durch Recherche im Internet sind wir auf die Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig gestoßen und waren von Dr. Deffaa und seinem Team sofort überzeugt“, sagt Toms Vater Thomas Wilke<i>.</i> „Einfühlsam, kompetent und bis ins Detail wurde uns erklärt, wie der Eingriff ablaufen soll und vor allem welche Methode zur Schmerzlinderung nach der Operation vorgesehen ist“, so der 56-Jährige, der selbst im Gesundheitswesen tätig ist. „Damals wurde uns eine deutlich verkürzte Genesung in Aussicht gestellt. Rückblickend können wir sagen, dass alles genauso positiv verlaufen ist wie wir gehofft hatten.“ Dank des Einsatzes der Kryoablation konnte Tom bereits kurz nach der Operation das Bett verlassen und war schon nach wenigen Tagen so gut wie schmerzfrei.<br>„Besonders schätze ich, dass ich sehr zügig in Abstimmung mit meiner Hausärztin die Schmerzmittel mit ihren möglichen unerwünschten Nebenwirkungen nach und nach absetzen konnte“, sagt Tom Wilke, der zurzeit mit Atemübungen und ersten leichten Belastungseinheiten wieder zur gewohnten körperlichen Leistungsfähigkeit zurückkehren möchte. „Dank der sehr guten Behandlung und umfassenden Betreuung im Universitätsklinikum Leipzig bin ich sehr optimistisch, dass Tom das gelingen wird“, sagt sein Vater. Zumal sein Sohn seit der Operation auch deutlich offener und selbstbewusster auftritt. „Die Operation hat ihn also nicht nur von einem körperlichen Leiden befreit, sondern ihm ein ganz neues, positives Lebensgefühl gegeben.“</p><p> </p><p><strong>Ergebnis erfolgreicher interdisziplinärer Zusammenarbeit</strong></p><p> </p><p>Der erfolgreiche Einsatz der Kryoablation bei der MIPRE-Operation der Trichterbrust ist auch das Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit der Kinderchirurgie mit der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/vttg/thoraxchirurgie">Thoraxchirurgie</a> am UKL, vertreten durch den Geschäftsführenden Oberarzt PD Dr. Sebastian Krämer, sowie den Kolleg:innen der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/kai">Anästhesiologie</a>, vertreten durch Prof. Tobias Piegeler. Ziel dieser interdisziplinären Kooperation ist es, die Expertise im Bereich der Trichterbrust-Korrektur zu bündeln, kontinuierlich weiterzuentwickeln und sämtliche Abläufe rund um die operative Versorgung – von der präoperativen Planung über die Schmerztherapie bis zur Nachsorge – fortlaufend zu optimieren.</p><p>Das Universitätsklinikum Leipzig unterstreicht damit seinen Anspruch, innovative Verfahren frühzeitig in die klinische Routine zu integrieren und die Behandlung von Patient:innen mit Thoraxwanddeformitäten stetig zu verbessern.</p> |
| Seit über 30 Jahren im Dienste exzellenter tumorchirurgischer Versorgung | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Pro Sitzung werden rund 30 Fälle | <img alt="Von den 15 spezialisierten Tumorboards am UKL besteht das Sarkomboard am längsten. Pro Sitzung werden rund 30 Fälle besprochen." src="/presse/PressImages/20260113-L-UKL-800-Sarkomboard-19770-69b92ac2ebf34.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2026-03-16T23:00:00Z | Leipzig. Unlängst fand am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) das 800. Sarkomboard statt. Einmal pro Woche besprechen hier Experten verschiedener Fachrichtungen grundsätzliche Diagnostik- und Behandlungsschritte bei Tumoren des Bindegewebes und der Knochen sowie von Metastasen an Extremitäten und dem Stammskelett. Seit mehr als drei Jahrzehnten steht das im Jahr 1995 als „Tumororthopädische Konferenz“ ins Leben gerufene Gremium für die Tradition der muskoloskelettalen Tumorchirurgie in Leipzig, vor allem aber auch für gelebte interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit innerhalb des Sarkomzentrums, für wissenschaftliche Exzellenz und eine kontinuierlich verbesserte Versorgung von Patient:innen mit Knochen- und Weichteiltumoren. | <p>„Sarkome gehören zu den seltensten Tumorarten“, sagt Prof. Christian Kleber. Der Leiter der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/oup/weitere-schwerpunkte">Tumororthopädie </a>und der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/oup/unfallchirurgie">Unfallchirurgie am UKL</a> sowie des Überregionalen Traumazentrums leitet seit Mai vergangenen Jahres auch das <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/sarkomzentrum">Sarkomzentrum</a>. <br><br>Als bösartige Wucherungen betreffen Sarkome das so genannte mesenchymale Gewebe, also beispielsweise Knochen, Muskeln, Fett- und Bindegewebe, aber auch Blut- und Lymphgefäße beziehungsweise Nerven- und Sehnenscheiden. Kennzeichnend ist ihre große Vielfalt. Man unterscheidet rund 70 Sarkom-Subtypen, von denen jeder einzelne sehr selten vorkommt. Bei Erwachsenen machen sie weniger als ein Prozent aller Krebserkrankungen aus.<br><br>Umso wichtiger ist der interdisziplinäre und interprofessionelle Ansatz bei der Diskussion jedes einzelnen Falls. In der täglichen Praxis bedeutet das, dass sich die unterschiedlichen Fachrichtungen gegenseitig mit ihrer Expertise unterstützen und ergänzen. <br><br><strong>Funktionalität von Gliedmaßen und damit Lebensqualität erhalten </strong><br><br>Im Mittelpunkt steht dabei immer, die bestmögliche Lösung für die Patient:innen zu finden. Blieb früher oft nur die Amputation als einzige Lösung, lässt sich heutzutage das entfernte krankhafte Gewebe dank besserer Bildgebung, präziserer OP-Techniken und Rekonstruktionen mit Endoprothesen oder Knochentransplantaten immer häufiger ersetzen. Der Erhalt funktionierender Gliedmaßen bedeutet ein klares Plus an Lebensqualität für die Patient:innen. Und die Entwicklung geht weiter. So wurde bespielsweise in jüngster Vergangenheit das psychoonkologische Screening ausgeweitet und die Integration in das <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.mitteldeutsches-krebszentrum.de/">Mitteldeutsche Krebszentrum (CCCG</a>) vorangetrieben, wobei insbesondere die Zusammenarbeit mit dem <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.uniklinikum-jena.de/">Universitätsklinikum Jena </a>ausgeweitet wurde.<br><br> In Zukunft wird es zunehmend möglich sein, Tumoroperationen per Datenbrille, die den Operateur:innen alle notwendigen Informationen live einblenden, noch präziser und schneller durchzuführen. Am UKL wurde dazu im vergangenen November gemeinsam mit der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neurochirurgie">Klinik für Neurochirurgie</a> das Forschungsprojekt „Spatial Computing – Datenbrillen in der Chirurgie“ gestartet. Angestrebt wird darüber hinaus die Zertifizierung des Sarkomzentrums durch die <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.krebsgesellschaft.de/">Deutsche Krebsgesellschaft (DKG</a>). <br><br><strong>Über Jahre hinweg gewachsene Interdisziplinarität</strong><br><br> Auch die Arbeit im Sarkomboard hat sich gewandelt: Ins Leben gerufen wurde es vor über 30 Jahren von Prof. Georg Freiherr von Salis-Soglio als „Tumororthopädische Konferenz“. Ziel war es bereits damals, die am UKL auf diesem Gebiet vorhandene umfangreiche Expertise in Diagnostik und Therapie zu bündeln. Ein wesentlicher Meilenstein beim Übergang vom Tumor- zum Sarkomzentrum war die in den Jahren 2016/17 erfolgte Einbeziehung viszeraler Sarkome sowie sogenannter gastrointestinaler Stromatumoren (GIST), bei denen es sich um seltene, meist bösartige Bindegewebstumoren (Sarkome) des Magen-Darm-Trakts handelt. Wesentlich befördert wurde dies durch Prof. Ines Gockel, seinerzeit Leiterin der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/vttg">Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTTG) am UKL</a> und Prof. Christoph Josten. Der heutige <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/wir-ueber-uns-ukl/der-vorstand">Medizinische Vorstand des UKL</a> hatte die Leitung des Sarkomboards im Jahr 2016 von Prof. Torsten Prietzel, dem Nachfolger von Prof. von Salis-Soglio, übernommen. <br><br>Prof. Daniel Seehofer, heutiger Geschäftsführender Direktor der Klinik und Poliklinik für VTTG, sieht darin die eigentliche Geburtsstunde des Sarkomboards in seiner heutigen Form: „Unsere Klinik deckt das gesamte Spektrum der Chirurgie der inneren Organe, insbesondere des Bauch- und Brustraumes, sowie der Gefäße ab. Die Einbeziehung dieser unterschiedlichen Fachbereiche hat wesentlich zu einer weiteren Vertiefung der Interdisziplinarität und in der Fokussierung auf individuelle Versorgungskonzepte im Sarkomboard geführt.“ Seit dieser Zeit bildet die Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTTG) neben der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/oup">Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie (OUP)</a> und dem <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/uccl">Universitären Krebszentrum (UCCL)</a> die dritte wesentliche Säule im Spektrum des Sarkomboard. <br><br>„Das Sarkomboard steht exemplarisch für den Mehrwert echter Interdiszipilinarität in der modernen Onkologie“, betont Prof. Florian Lordick, Direktor des Universitären Krebszentrums Leipzig (UCCL). „Durch die enge, strukturierte Zusammenarbeit aller beteiligter Fachdisziplinen wird jeder Patient individuell und umfassend diskutiert, so dass therapeutische Chancen bestmöglich genutzt werden können.“ Heute arbeiten im Sarkomboard Expert:innen vieler Fachrichtungen eng zusammen – der Hals- Nasen- Ohrenkunde ebenso wie der Kinderchirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Radiologie, Nuklearmedizin, Dermatologie, Pathologie, Strahlentherapie, Onkologie und Hämatologie. Hinzu kommen Kooperationspartner wie beispielsweise Psychoonkologie, Onkologische Pflege, Physiotherapie und Ernährungsberatung. <br><br><strong>Starke Zunahme der pro Board diskutierten Fälle</strong><br><br>Anfangs traf man sich einmal im Monat, später 14-tägig und seit 2017 wöchentlich. Rund 25 Jahre lang fanden das Tumor- und das daraus hervorgegangene Sarkomboard in Präsenz statt. Es war der damalige Leiter des Sarkomboards, Prof. Georg Osterhoff, der den Umstieg in ein virtuelles Format seit Mai 2020 maßgeblich vorantrieb. Dadurch wurde zum einen die Fortsetzung der Arbeit des Boards unter Pandemiebedingungen gesichert. Zum anderen eröffnete es die Möglichkeit, mehr Teilnehmer aus unterschiedlichen Fachdisziplinen hinzuzuziehen und die Zeiten bis zu einem Beschluss des Gremiums zu verkürzen. Im Ergebnis hat sich seitdem die Zahl der diskutierten Fälle pro Zusammenkunft deutlich erhöht: von durchschnittlich zwölf Fällen im Jahr 2017 über 20 Fälle im Jahr 2020 bis zu rund 30 Fällen – in der Spitze sogar mehr als 40 – im vergangenen Jahr. In Summe wurden 2025 in allen 51 Sarkomboards insgesamt 1.582 Fälle besprochen. Dies erfordert von allen Beteiligten während der rund einstündigen Zusammenkunft konzentriertes Arbeiten und eine fokussierte Diskussion. Anschließend erfolgt eine fünf- bis sechsstündige Nachbearbeitung einschließlich der Information der Patient:innen und der zuweisenden Ärzt:innen. Parallel dazu wuchs die Zahl der Sarkom-Resektionen am UKL in den vergangenen Jahren – von 21 im Jahr 2019 auf 70 im Jahr 2025. Wesentliche Voraussetzung dafür war, dass seit dem Jahr 2020 am UKL ein eigener Operationssaal für Biopsien und Tumor-Operationen zur Verfügung steht. <br><br><strong>Eines von 15 spezialisierten Tumorboards am UKL</strong><br><br>Anlässlich des 800. Sarkomboards dankte Prof. Christian Kleber all seinen Vorgängern für die geleistete Arbeit: „Jeder einzelne hat dazu beigetragen, dass das Board heute eine große Wertschätzung erfährt und über die Grenzen Leipzigs hinaus ausstrahlt, wie unter anderem Nennungen in der Ärzte- bzw. Klinikliste des Focus zeigen. Auch die aktive Arbeit in der Arbeitsgemeinschaft Knochentumoren trägt dazu bei.“ <br><br>Rückblickend auf die lange und erfolgreiche Tradition des Sarkomboards verweist Prof. Florian Lordick auf einen weiteren Aspekt: „Es hat maßgeblich dazu beigetragen, dass am UKL heute zahlreiche Organtumorboards etabliert sind, in denen Behandlungsentscheidungen konsequent evidenz- und leitlinienbasiert getroffen werden.“ Derzeit gibt es am UKL 15 spezialisierte Tumorboards beziehungsweise strukturierte interdisziplinäre Fallbesprechungen, die eine breite Palette an Organbereichen und Tumorentitäten abdecken – vom endokrinen Tumorboard über Boards für Lebertumore, gynäkologische, urologische beziehungsweise gastrointensinale Tumore bis zum molekularen Tumorboard und dem interdisziplinären Hämatologie-Board.</p> |
| Roboter-gestützte Kinderchirurgie am UKL: „Patientensicherheit von Kind an – eine Investition fürs Leben“ | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Im Robotischen Zentrum des UKL sind | <img alt="Roboter-gestützte Operationen bei Kindern steigern die Sicherheit der Eingriffe, wissen die Kinderchirurgen des UKL aus großer Erfahrung." src="/presse/PressImages/I-20231120072569-68c272968ec53.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-09-10T22:00:00Z | Leipzig. Zum Welttag der Patientensicherheit rückt das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) die Sicherheit der jüngsten Patienten in den Fokus und macht deutlich, wie moderne Technik die Sicherheit von Eingriffen bei Kindern entscheidend erhöht: Durch den konsequenten Einsatz roboterassistierter Operationssysteme können Eingriffe mit höchster Präzision, minimal-invasiv und damit besonders schonend durchgeführt werden. | <p>Mit inzwischen über 140 solcher Eingriffe in den vergangenen vier Jahren nimmt die Kinderchirurgie des UKL bundesweit eine Spitzenstellung ein – keine andere kinderchirurgische Klinik in Deutschland verfügt über vergleichbare Erfahrungen. Im Robotischen Zentrum des UKL sind täglich mitlerweile drei  „da Vinci“-Operationssysteme im Einsatz, die auch bei den kleinsten Patientinnen und Patienten maximale Präzision ermöglichen.</p><p> </p><p>Das Team um Prof. Martin Lacher, den Direktor der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinik für Kinderchirurgie</a>, nutzt diese Technologie seit 2021 besonders in der Kinder-Urologie und bei viszeralchirurgischen rekonstruktiven Eingriffen, bei denen feine Strukturen genäht werden müssen.</p><p>Die roboterassistierte Technik erlaubt millimetergenaue Bewegungen, eine hochauflösende dreidimensionale Sicht und die Nutzung besonders feiner Instrumente. So lassen sich Operationen in der engen Anatomie des kindlichen Bauchraums sicherer durchführen, das Gewebe wird schonender präpariert, Komplikationen treten seltener auf und die Genesung der Kinder verläuft schneller.</p><p> </p><p>„Minimal-invasive Operationen bei Kindern fordern die Operierenden häufig in besonderer Weise", erklärt Prof. Martin Lacher, "das liegt daran, dass der kindliche Körper und damit der OP-Raum im Bauch nun einmal um ein Vielfaches  kleiner ist als der bei Erwachsenen.“ Der bisher jüngste mittels Roboter-Unterstützung am UKL operierte Patient war erst 13 Monate alt und wog nur fünf Kilogramm. Gerade in der Kinderchirurgie sei daher absolute Präzision entscheidend. „Mit Hilfe der OP-Roboter können wir selbst bei unseren kleinsten Patienten Eingriffe auf höchstem Sicherheitsniveau durchführen. Das bedeutet weniger Belastung, schnellere Heilung und vor allem eine sichere Versorgung von Anfang an“, betont Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL.</p><p> </p><p>Um diese Kompetenz langfristig zu bündeln, hat das UKL im Frühjahr 2021 das „<a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/zrnc">Zentrum für roboterassistierte und navigierte Chirurgie</a>“ etabliert. Dort arbeiten Experten aus verschiedenen chirurgischen Disziplinen eng zusammen, um innovative Verfahren sicher in die klinische Routine zu überführen. Das Ziel: Patientensicherheit von Beginn an garantieren und durch Innovation die Versorgung kontinuierlich verbessern.</p><p>„Wir werden zusammen mit den anderen Kliniken im Zentrum für roboterassistierte und navigierte Chirurgie unsere Erfahrung konsequent weiter ausbauen – mit dem Ziel, noch mehr Kindern Zugang zu dieser sicheren und modernen Technik zu ermöglichen“, so Prof. Lacher abschließend.</p><p> </p><p><strong>Hintergrund</strong></p><p>Der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.tag-der-patientensicherheit.de/">Welttag der Patientensicherheit</a> — einer der globalen Gesundheitstage der WHO — findet seit 2019 am 17. September statt. Das WHO-Motto zum diesjährigen Welttag für Patientensicherheit lautet „Safe care for every newborn and every child“. </p><p>In Deutschland wird dieser Welttag vom <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.tag-der-patientensicherheit.de/das-aps.html">Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.</a>organisiert, das für dieses Jahr entsprechend den Schwerpunkt auf die sichere Versorgung von Kindern legen – unter dem Slogan:<strong> </strong>„Patientensicherheit von Kind an – eine Investition fürs Leben“.</p><p> </p> |
| Hundebisse im Gesicht: UKL-Kinderchirurg fordert besseren Schutz für Kinder | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Eine Entwicklung, die dem Leiter der | <img alt="Prof. Martin Lacher, Leiter der Kinderchirurgie am Uniklinikum Leipzig, möchte Kinder besser vor Hundebissen schützen." src="/presse/PressImages/I-20151008014189-68be92d21a39c.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-09-07T22:00:00Z | Leipzig. Die Zahl der Beißattacken durch Hunde steigt bundesweit seit Jahren an. Oft und schwer betroffen sind dabei Kinder. Hundebisse treffen sie oft im Gesicht und führen zu gefährlichen Verletzungen und bleibenden Folgen. In der Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig müssen inzwischen zweimal pro Monat schwere Fälle operiert werden. Eine Entwicklung, die dem Leiter der UKL-Kinderchirurgie, Prof. Martin Lacher, große Sorgen bereitet. | <p>Es trifft vor allem die Kleinsten: Im Durchschnitt sind die kleinen Kinder, die nach Beißattacken im Uniklinikum Leipzig behandelt werden müssen, sechs Jahre alt. „Am häufigsten betroffen von Bissverletzungen durch große Hunde sind der Kopf und das Gesicht der Kinder, die Wangen, Nasen, Augen, Ohren und Lippen, gefolgt von Wunden an den Händen“, beschreibt Prof. Lacher die Situation.</p><p>Das liege natürlich daran, dass sich die Köpfe der Kinder auf Höhe der Hunde befinden. In diesen Fällen muss meist operiert werden, oftmals zusammen mit HNO-Experten und Gesichtschirurgen, um die kleinen Gesichter aufwändig wiederherzustellen. „Bissverletzungen im Gesicht, insbesondere der Nase, stellen oft eine große Herausforderung an die Chirurgenteams der MKG und HNO“, ergänzt Prof. Andreas Dietz, Direktor der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/hno">HNO-Klinik</a> am UKL. Es bedürfe großer Erfahrung in der Nasenkorrektur, um die Wundversorgung und Rekonstruktion mit einem zufriedenstellenden Ergebnis umzusetzen.</p><p>Auch wenn die moderne Medizin hier viel möglich macht - die entstellenden Narben bleiben ein Leben lang.</p><p>Wie im Fall der beiden Schwestern, die im August in Torgau bei Leipzig von einer Dogge angegriffen wurden. „Das waren großflächige, sehr tiefe Bisswunden mitten im Gesicht“, erinnert sich der Kinderchirurg Lacher. „So etwas sehen auch wir nicht jeden Tag, aber eben leider inzwischen viel zu häufig“. Mit Blick auf 15 Jahre Arbeit als <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Kinderchirurg</a> sieht er eine klare Tendenz: Die Zahl schwerer Hundebissverletzungen bei Kindern steigt.</p><p> </p><p>In diesem Jahr wurden am UKL bereits 10 Kinder nach Hundebissen stationär behandelt, im Vorjahr waren es 24. „Solche Angriffe traumatisieren die Kinder zutiefst und fügen ihnen bleibende Verletzungen zu“, so Lacher. Die sichtbaren Verletzungen im Gesicht hinterlassen nicht nur Narben, sondern prägen auch das ganze Leben der Kinder – oft verbunden mit seelischen Wunden, die niemals ganz heilen. „Ganz offensichtlich versagen wir beim Schutz unserer Kinder vor solchen Gefahren“, konstatiert der Kinderchirurg.</p><p> </p><p><strong>Kinder besser schützen und schnell behandeln</strong></p><p>Er appelliert an die Erwachsenen, ihre Verantwortung mehr wahrzunehmen. „Gerade Kleinkinder sind überproportional oft betroffen, denn sie verstehen die Grenzen von Hunden oftmals noch nicht“. Aber auch wenn die Kinder geübt sind, eine Chance gegen einen aggressiven Hund haben sie nicht: „Ein 60 Kilogramm schwerer Hund, der ein achtjähriges Mädchen angreift, ist haushoch überlegen, und oft auch durch den Besitzer nicht zu halten“, bringt Prof. Lacher ein drastisches Beispiel.</p><p>Daher seien Schutzmaßnahmen so wichtig - Regeln für Kinder im Umgang mit Hunden, aber auch Schulungen für Hundebesitzer, vor allem von Familienhunden, zur Steigerung der ‚Hund-Kind-Kompetenz‘.</p><p> </p><p><strong>Bisswunden ärztlich versorgen lassen</strong></p><p>Auf jeden Fall müssten Bissverletzungen immer ärztlich abgeklärt werden, betont Prof. Martin Lacher, „Auch kleine Bisswunden können zu schweren Infektionen führen. Und bei Verletzungen am Gesicht oder den Händen sollte frühzeitig ein Facharzt hinzugezogen werden, um die Spätfolgen zumindest zu verringern.“ Ebenfalls wichtig: Sämtliche durch einen Biss abgetrennte Gewebeanteile müssen unbedingt zur Notversorgung mitgebracht werden.</p><p> </p> |
| Prof. Martin Lacher mit Verdienstorden der Bundesrepublik geehrt | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Hier habe sich der Direktor der | <img alt="Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (r.) übergab am 27. Mai 2025 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig." src="/presse/PressImages/20250527170033-SK-6836bb18c76fe.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-05-27T22:00:00Z | Leipzig. Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), ist am 27. Mai 2025 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. | <p>Der von <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.bundespraesident.de/DE/startseite/startseite_node.html">Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier </a>verliehene Orden wurde in einem Festakt in der Sächsischen Staatskanzlei überreicht durch den <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.ministerpraesident.sachsen.de/index.html">Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer.</a><br> </p><p>Der 50-jährige Kinderchirurg Lacher erhält die Auszeichnung „für sein humanitäres Engagement für Kinder und die Ausbildung von Kinderchirurgen im Ausland“. Hier habe sich der Direktor der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/kinderchirurgie">UKL-Kinderchirurgie</a> große Verdienste erworben. Prof. Lacher leistete wiederholt humanitäre Hilfe, darunter in China, Vietnam, Nepal, Nordkorea, Guinea-Bissau und Tanzania. Weil die medizinische Versorgung, gerade wenn es um komplexe Operationen von Kindern geht, in manchen Ländern an Grenzen stößt, initiierte Prof. Lacher vor mehr als zehn Jahren die gemeinnützige <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.stiftung-kinderchirurgie.de/">Stiftung Kinderchirurgie</a> in Leipzig. Regelmäßig sind Ärzte der Stiftung im Hilfseinsatz – ehrenamtlich und ohne Behandlungshonorar.<br><br><br>Schwerpunkt ist die Unterstützung medizinischer Einrichtungen und der Ärzte vor Ort. So bildet das Team von Prof. Lacher in Hawassa in Äthiopien nach dem „Training of Trainers“-Konzept angehende Kinderchirurgen aus, die später ebenfalls wieder neue Fachärzte ausbilden können. Zugleich sorgte die Stiftung dort für Bau und Ausstattung von mehreren OP-Sälen sowie der Intensivstation für Neugeborene. Derzeit befinden sich im Rahmen eines umfangreichen Projekts drei Seecontainer mit vorgefertigten Operationssälen auf dem Weg über Dschibuti nach Äthiopien.<br> </p><p>Prof. Martin Lacher ist seit 2015 Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig. Sein Schwerpunkt liegt auf der Behandlung angeborener Fehlbildungen, mit besonderer Expertise in minimalinvasiven Operationen – selbst bei Früh- und Neugeborenen. Mit viel Herzblut engagiert er sich für die Arbeit der von ihm gegründeten Stiftung, aber auch für Projekte wie einen durch Spenden finanzierten Flügel für das Atrium des Frauen- und Kinderzentrums am UKL, an dem seitdem regelmäßig für Besucher und Patient:innen musiziert wird. <br>Er ist Honorarprofessor an der Universität Hawassa sowie an der School of Medicine der Addis Abeba Universität – eine besondere Anerkennung seines langjährigen Engagements für die chirurgische Versorgung von Kindern in Ostafrika.<br> </p><p>„Die Auszeichnung für unseren Kollegen Martin Lacher freut uns sehr und macht uns stolz,“ gratuliert Prof. Dr. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. "Es ehrt ihn sehr, dass er neben seiner herausfordernden täglichen Arbeit die Energie und Empathie aufbringt, nicht zu vergessen, dass es Kinder in anderen Ländern ungleich schwerer haben, eine gute medizinischen Versorgung zu erhalten. Seine Arbeit trägt viel dazu bei, dies zu ändern und Kindern ein Leben in Gesundheit zu ermöglichen, die sonst diese Chance nicht hätten“, so Josten. „Viele unserer Ärztinnen und Ärzte engagieren sich in ähnlicher Weise in Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen oder Hilfsprojekten außerhalb Europas und leisten so einen ehrenamtlichen Beitrag, der in Geld nicht aufzuwiegen ist. Das macht uns als Klinikum immer wieder sehr stolz.“</p><p> </p><p>„Ich freue mich sehr über diese hohe Auszeichnung“, sagt Prof. Martin Lacher. „Wir haben als Menschen und Mediziner in einem wohlhabenden Land die Mittel und die Verantwortung, Menschen in weniger privilegierten Regionen zu helfen. Besonders als Kinderchirurgen haben wir das große Privileg, mit nur einer Operation Kindern mit angeborenen Fehlbildungen die Chance auf ein möglichst normales Leben zu ermöglichen – ein Eingriff, der oft alles verändert. Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, dass unsere Stiftung – dank vieler engagierter Unterstützer – genau das möglich macht. Es ist mir eine Ehre, diesen Weg auch weiterhin gehen zu dürfen.“</p> |