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Pressemitteilungen

 

 

500-Gramm-Extrem-Frühchen mit Fehlbildung der Speiseröhre erfolgreich behandelt<img alt="Kinderchirurg Prof. Martin Lacher, Geburtsmediziner Prof. Holger Stepan und Neonatologe Prof. Ulrich Thome (v.r.n.l.) freuen sich mit den Eltern Annika und Simon Trümper, dass Sonja gesund ist und ein normales Leben führen können wird." src="/presse/PressImages/pic_20180413114925_3e8ef51817.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2018-04-12T22:00:00ZLeipzig. Den Kinderchirurgen des UKL um Klinikdirektor Prof. Martin Lacher ist es gelungen, eine Ösophagusatresie bei einem extremen Frühchen zu behandeln. Als Ösophagusatresie bezeichnen Mediziner eine angeborene Erkrankung, bei der die Speiseröhre (Ösophagus) nicht durchgängig ist. Wird ein Baby damit geboren, kann nichts vom Mund in den Magen gelangen, weder Nahrung noch Speichel. Nur eine anspruchsvolle Operation kann diesen Kindern helfen. <p>Ein Neugeborenes mit einer solchen Fehlbildung hat aber sehr oft noch ein anderes Problem&#58; eine Verbindung zwischen Luft- und Speiseröhre, eine so genannte tracheo-ösophageale Fistel. Dadurch kann Magensaft in die Lunge gelangen.</p> <p><strong>Erste Operation am zweiten Lebenstag</strong><br>Die kleine Sonja Trümper aus Leipzig lebt, konnte kürzlich ihren ersten Geburtstag feiern und wird auch weiterhin ein normales Leben führen. Danach sah es am Tag ihrer Geburt Anfang März des vergangenen Jahres nicht aus. Sonja kam als extremes Frühchen in der 25. Schwangerschaftswoche zur Welt, wog nur 510 Gramm und litt an einer Ösophagusatresie. &quot;Bei einer Kombination aus dieser Krankheit und dem geringen Gewicht ist ein Überleben in der internationalen Fachliteratur bisher nicht beschrieben&quot;, erklärt Prof. Lacher. <br> Trotz dieser Ausgangslage entschloss sich der Spezialist für <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie" rel="ext" target="_blank">Speiseröhrenchirurgie </a>zu einer riskanten Operation. Nach Stabilisierung des Kindes durch die Neonatologen um Prof. Ulrich Thome wurde Sonja bereits an ihrem zweiten Lebenstag operiert, die Fistel durch einen Clip unterbunden. &quot;Diese gefährliche Verbindung zwischen Speise- und Luftröhre muss in den ersten Lebenstagen schnell gekappt werden&quot;, erläutert der Kinderchirurg, &quot;der Eingriff ist schon bei reifen Kindern anspruchsvoll.&quot;<br>Nach künstlicher Ernährung auf der Neugeborenen-Intensivstation erhielt Sonja in einer zweiten Operation etwa drei Wochen später mittels einer künstlich gelegten Fistel einen direkten Zugang von außen in den Magen, über den sie ernährt wurde.</p> <p><strong>Chirurgische &quot;Hochseilartistik&quot;</strong><br>Geschehen solche Eingriffe normalerweise im Operationssaal, musste in Sonjas Fall ihr kleiner Brustkorb von den UKL-Spezialisten im Inkubator geöffnet werden. Für den Operationstisch wäre das Frühchen viel zu instabil gewesen und vielleicht gestorben. Lacher&#58; &quot;Eine Operation im Inkubator ist besonders riskant, war jedoch hier die einzige Option. Dieser Eingriff war wie 'Hochseilartistik' - &#160;sowohl der Neonatologen, die gleichzeitig die Narkose durchführten, als auch der Chirurgen, es musste sehr schnell gehen und jeder Handgriff sitzen&quot;.</p> <p>Anfang Juni 2017 stand dann bei 2500 Gramm Körpergewicht die dritte OP an. Beide Stümpfe der Speiseröhre wurden über eine Brustkorbspiegelung (Thorakoskopie) minimal-invasiv aneinander genäht. Nach den multiplen Operationen musste eine Enge der Speiseröhrennaht über Wochen hinweg aufgedehnt werden - letztlich aber erfolgreich. Auch die Ernährungsfistel konnte nach der letzten Operation wieder entfernt werden. Heute kann Sonja normal atmen, essen und schlucken.</p> <p><strong>Für die Eltern ist es wie ein Wunder</strong><br>&quot;Dass ein Frühgeborenes mit einer solchen Erkrankung überlebt und sich nun normal entwickeln kann, ist ein großer Erfolg für unser <a href="http&#58;//geburtsmedizin.uniklinikum-leipzig.de/ufkgeburt.site%2cpostext%2cperinatalzentrum_neo.html?PHPSESSID=1u30fmt36fteoekbt1628b3rp3" rel="ext" target="_blank">Perinatalzentrum</a>&quot;, freut sich Prof. Lacher. &quot;Hier ist ein perfektes Zusammenspiel aller beteiligten Fachdisziplinen nötig. Dies fängt mit einer schonenden Geburt durch die Abteilung von <a href="http&#58;//geburtsmedizin.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Prof. Holger Stepan</a> an und setzt sich in der anspruchsvollen Versorgung der extremen Frühgeburt durch die <a href="http&#58;//neonatologie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Neonatologie</a>-Abteilung von Prof. Ulrich Thome fort&quot;, hebt er hervor. &quot;Allein ein 510 Gramm schweres Kind ohne weitere Fehlbildungen durchzubringen, wäre schon bemerkenswert gewesen.&quot;</p> <p>Für Sonjas Eltern Annika und Simon Trümper ist das Ganze nach eigenen Aussagen &quot;ein kleines Wunder&quot;. &quot;Als sie geboren wurde, so klein war und das Problem mit der Speiseröhre hatte, haben wir nicht an ihr Überleben geglaubt&quot;, erinnert sich Annika Trümper. &quot;Erst nach der ersten OP, als wir erfuhren, dass alles gut lief, konnten wir beginnen, für Sonja zu hoffen.&quot; Allein auf der Intensivstation lag sie 111 Tage lang. &quot;Sie gehörte schon zum Inventar&quot;, kann ihre Mutter heute lachend erzählen. &quot;Damals haben wir uns gewünscht, dass mal eine Zeit käme, in der wir auf all das zurückblicken könnten, weil alles gut gegangen wäre. Und dieser Moment war kürzlich zu Sonjas erstem Geburtstag da gewesen.&quot;</p> <p><strong>UKL ist Zentrum für Speiseröhrenchirurgie in Sachsen</strong><br>Für die Nachbehandlung der kleinen Patienten arbeitet das UKL eng mit der Elterninitiative &quot;KEKS&quot; (Patienten- und Selbsthilfeorganisation für Kinder und Erwachsene mit kranker Speiseröhre) zusammen, Prof. Lacher ist einer von fünf Professoren des wissenschaftlichen Beirats.<br>Das Leipziger Universitätsklinikum stellt ein Zentrum für Speisenröhrenchirurgie bei Kindern in Sachsen dar. Von jährlich etwa 15 neuen Fällen von Ösophagusatresie in Sachsen wurden 2017 allein neun am UKL behandelt. <em>&#160;</em></p> <p>&#160;</p>
FamSurg-Preis 2017 für Prof. Nada Rayes<img alt="Prof. Nada Rayes erhält den FamSurg-Preis 2017 in Hamburg aus den Händen von Prof. Markus Kleemann (UKSH, Campus Lübeck)." src="/presse/PressImages/pic_20171221101357_eb6e75fdde.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2017-12-20T23:00:00ZLeipzig. Prof. Nada Rayes, Oberärztin und Leiterin des Bereichs endokrine Chirurgie an der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, ist mit dem renommierten FamSurg-Preis 2017 ausgezeichnet worden. "FamSurg" ist ein Projekt zur Förderung von Frauen und familienfreundlichen Strukturen in der Chirurgie. Nominiert worden war sie in der Kategorie "Vorbildhafter und den weiblichen Nachwuchs motivierender Karriereverlauf von Chirurginnen". Mit dem Preis sollen nach Maßgabe der Stifter Chirurginnen geehrt werden, deren Lebensläufe beispielhaft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf darstellen und die so durch ihre Vorbildfunktion einen wichtigen Beitrag zur Karriereförderung von Frauen in der Chirurgie leisten. Prof. Rayes habilitierte 2004 an der Berliner Charité und leitet seit 2016 den Bereich endokrine Chirurgie am UKL. Wichtig sei eine innere Einstellung pro Kinder, sagt die zweifache Mutter. <p>Die Auszeichnung nahm Prof. Rayes Anfang des Monats im Rahmen der 200. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Chirurgen in Hamburg entgegen, vorgeschlagen wurde sie von einer ihrer Assistenzärztinnen. Ihr Lebenslauf und die Empfehlungsschreiben überzeugten die Jury. Rayes habilitierte am Campus Virchow Klinikum der Berliner Charité für das Fach Chirurgie als eine von nur drei Frauen unter mehr als 30 männlichen Habilitanden im der gleichen Ära. Alle drei Frauen haben den Karriereweg bis zur Professur durchlaufen, Prof. Rayes ist jedoch die einzige, die ihre akademische Karriere noch immer an einem Universitätsklinikum fortsetzt. Seit August 2016 ist sie am <a href="https&#58;//chirurgie2.uniklinikum-leipzig.de/ck2.site%2cpostext%2cendokrine-chirurgie.html" rel="ext" target="_blank">UKL </a>tätig.</p> <p>&quot;Es ist immer noch schwierig, beide Wege - Kinder und Karriere - zu verbinden&quot;, sagt sie. Damit es gelinge, müsste auf jeden Fall die innere Einstellung zu Kindern stimmen, es brauche weiterhin einen verständnisvollen Partner und nicht zuletzt ordentliche Betreuungsmöglichkeiten. &quot;Doch auch die Strukturen innerhalb der Klinik müssen es erlauben&quot;, betont die Chirurgin. Von Vorteil sei ein größeres eigenes Organisationstalent, und man müsse &quot;auch mal Nein sagen können.&quot; 2002 wurde ihre Tochter geboren, 2007 ihr Sohn. &quot;Mit einer eigenen Familie verändert sich der Blick und der Grad der Empathie zugunsten der Sorgen der Patienten&quot;, meint Prof. Rayes.</p> <p>Gern gibt sie ihre Erfahrungen an jüngere Kollegen weiter - &quot;nicht nur an Frauen&quot;, wie sie betont. &quot;Dieser Preis ist auch deswegen toll, weil früher in der Chirurgie wenig auf die Vereinbarkeit von&#160; Beruf und Familie geachtet wurde.&quot; Heute sei es hingegen schon normal, dass auch Väter in Elternzeit gingen. &quot;Es werden immer mehr Frauen in der Chirurgie&quot;, so Prof. Rayes, &quot;dadurch entsteht auch so etwas wie ein positiver Druck für Veränderungen.&quot;</p> <p>Bereits 2015 erhielt eine UKL-Chirurgin den FamSurg-Preis. Damals wurde Dr. Steffi Mayer von der <a href="http&#58;//kinderchirurgie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</a> als Vorbild für weiblichen Nachwuchs ausgezeichnet.</p>
„Besser Ohren zuhalten“: Leipziger Schüler erfahren Sprengkraft illegaler Böller<img alt="Eine Auswahl der demonstrierten Böller." src="/presse/PressImages/pic_20171208164018_ba3b6fd5d1.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2017-12-06T23:00:00ZLeipzig. Jedes Jahr erleiden Kinder zu Silvester und Neujahr schwere Verletzungen, weil sie mit Knallkörpern spielen oder diese unsachgemäß entzünden wollen. Die Folgen können dramatisch sein: ausgedehnte Verletzungen zum Beispiel der Hände, große Schmerzen, lange Krankenhausaufenthalte, viele Operationen. Zum "Tag des brandverletzten Kindes" am Donnerstag, 7. Dezember, richtete die Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie des UKL einen Aktionstag für Leipziger Schüler aus. Sie durften unter anderem erleben, welche Schäden ein nicht zugelassener und damit illegaler Knallkörper anrichten kann. Eine unüberhörbare Demonstration – mit nachhallendem Effekt bei den jungen Zuschauern, so hoffen es die Organisatoren um Prof. Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, und Fachärztin Dr. Steffi Mayer. <p>Die Aktion stand unter dem Motto &quot;Prävention von Knallkörperverletzungen bei Kindern und Jugendlichen in Leipzig&quot;. Eingeladen worden waren jeweils drei 7. Klassen der Thomasschule und des Evangelischen Schulzentrums aus Leipzig.<br>Die Veranstaltung war Teil des bundesweiten &quot;Tages des brandverletzten Kindes&quot; von Paulinchen e.V., der Initiative für brandverletzte Kinder.</p> <p>Prof. Lacher begrüßte die Schüler und ihre Lehrer. Er erhofft sich von dieser Aktion einen langfristigen Lerneffekt&#58; &quot;Wenn wir dadurch auch nur ein verletztes Kind weniger behandeln müssen, hat sich dieser Tag bereits gelohnt.&quot;</p> <p><strong>Sogar Druckwelle spürbar<br></strong><br>&quot;Wenn ich euch sage, haltet jetzt die Ohren zu, dann macht das auch besser.&quot; Nur Augenblicke nach diesem Ratschlag der professionellen Pyrotechniker Katrin Schwarz und Thomas Fechteler aus Rositz bei Altenburg wissen alle, warum es besser war, ihm auch Folge zu leisten. Ein ohrenbetäubender Knall hallt über den Innenhof auf dem Gelände des UKL, sogar eine leichte Druckwelle ist spürbar. Die Mädchen und Jungen sind erkennbar beeindruckt von der Detonation eines so genannten &quot;Polen-Böllers&quot;, also eines illegal nach Deutschland eingeführten und hier nicht zugelassenen Knallkörpers. Er zerfetzt fast die an eine Holzlatte befestigte Schweinepfote, ein weiterer Böller schleudert den Schuh, in dem er steckte, viele Meter weit. &quot;Schweinepfoten eignen sich als Demonstrationsobjekt, weil ihre Gewebestruktur der eines menschlichen Unterarms sehr ähnlich ist&quot;, erläutert Katrin Schwarz. Alle Stationen und Einrichtungen des UKL in unmittelbarer Nähe waren vorab natürlich über die Aktion und den entstehenden Lärm informiert worden.<br>Nach der Vorführung haben die ebenfalls anwesenden Feuerwehrleute der Branddirektion Leipzig und ihr Fahrzeug die volle Aufmerksamkeit der Schüler. Auch sie können viel berichten, was sie rund um Silvester erleben.</p> <p><strong>Gleichaltriger erzählt von seiner schweren Verletzung<br></strong><br>Die Vorführung mit Knalleffekt war aber nur eine von drei Stationen. Um den gewünschten Effekt tiefer ins Bewusstsein der Schüler dringen zu lassen, erhielten sie von Mitarbeitern des Arbeiter-Samariter-Bundes eine Einführung in Erste-Hilfe-Maßnahmen, sollte es doch zu einer Verletzung gekommen sein. Station Drei übernahm Organisatorin Dr. Mayer selbst und konfrontierte die Heranwachsenden in Wort und Bild mit den Folgen von Knallkörperverletzungen.</p> <p>Und dann war da noch Nico. Der Junge war als besonders schwerer Fall so etwas wie der Ehrengast der Veranstaltung. Im gleichen Alter wie die übrigen Schüler, tat er zum Jahreswechsel 2015/16 genau das, was man auf keinen Fall machen sollte&#58; Er versuchte einen &quot;Polen-Böller&quot; mit dem Fuß auszutreten. Der Böller explodierte in jenem Moment. Nicos Schuh blieb heil, sein Fuß nicht. Es folgten drei Monate Krankenhausaufenthalt, 15 Operationen und noch immer Kontrolluntersuchungen. Bei derart komplexen Verletzungen war eine interdisziplinäre Versorgung verschiedener chirurgischen Abteilungen des UKL nötig. Die operativen Eingriffe zur Wiederherstellung des Fußes wurden daher nicht nur von der<a title="Kinderchirurgie" href="http&#58;//kinderchirurgie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank"> Kinderchirurgischen Klinik</a> sondern auch maßgeblich durch Prof. Christoph Josten (<a title="Unfallchirurgie" href="http&#58;//kinderchirurgie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Klinik für Unfallchirurgie</a>) sowie Prof. Stefan Langer (Klinik für plastische Chirurgie) durchgeführt.<br>&quot;Nico ist so mutig, uns zu erzählen, was damals passiert ist&quot;, kündigte ihn Dr. Mayer an. Seine Schilderungen waren eindrucksvoll und zeigten große Wirkung bei seinen Zuhörern.<br>&quot;Gefährdet sind vor allem Jungen&quot;, meint auch Klinikdirektor Lacher, &quot;gerade an Neujahr suchen sie nach Blindgängern und versuchen diese anzuzünden.&quot; Das Gefahrenbewusstsein bei Kindern sei im für diese Verletzungen typischen Alter von 10 bis 14 Jahren oft nicht da&quot;, sagt er, im Vordergrund der kindlichen Gedanken stünden natürlich Abenteuer und Spannung. Was sie riskierten, seien offene Verletzungen durch die Druckwelle und schlimme Verbrennungen durch das Schwarzpulver.</p> <p>Dr. Steffi Mayer redete den sehr aufgeschlossenen und interessierten Schülerinnen und Schülern zum Abschluss noch einmal ins Gewissen&#58; &quot;Ihr habt heute viel gelernt. Achtet darauf, dass euch nichts passiert. Am liebsten ist es uns, wenn wir keinen von euch zum Jahreswechsel wieder sehen müssten.&quot;</p> <p>&#160;</p>
„Kein Kind sollte dauerhaft inkontinent sein“2017-10-12T22:00:00Z <p>Zum zweiten Male lädt die <a title="Kinderchirurgie" href="http&#58;//kinderchirurgie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</a> am Universitätsklinikum Leipzig zu einem Patienten-Informationstag zur Inkontinenz bei Kindern ein. &quot;Wir wollen am 21. Oktober die Möglichkeiten vorstellen, gegen Harn- und Stuhlinkontinenz vorzugehen&quot;, so Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Klinik. &quot;Oft haben wir es mit Eltern zu tun, deren Kinder noch nicht optimal versorgt sind und die sich schon mit einer dauerhaften Inkontinenz abgefunden haben. Wir haben das Know-how, die Expertise und die Methoden, dass kein Kind zum Außenseiter werden muss. Auch in sehr schweren Fällen, beispielsweise wenn im Rahmen einer Fehlbildung der Schließmuskel kaum vorhanden ist, können wir bei fast allen Kindern durch Medikamente oder Darmspülungen zumindest eine soziale Kontinenz erreichen. Kein Schulkind sollte noch mit Windeln oder täglich verschmutzter Unterwäsche rumlaufen müssen.&quot;<br><br>Im Kontinenzzentrum für Kinder des Universitätsklinikums Leipzig werden jedes Jahr über 800 Kinder ambulant betreut. Die Kinderchirurgische Klinik ist auf die Korrektur von angeborenen Fehlbildungen im Enddarmbereich spezialisiert. Auch nach der Operation werden die Patienten vom Kontinenzzentrum weiterbetreut, da Fehlbildungen einer oft lebenslangen Nachsorge bedürfen.<br>&quot;Ich werde die aktuellen Methoden vorstellen, mit denen wir den Kindern helfen können&quot;, kündigt Prof. Lacher an. &quot;Ein weiteres wichtiges Thema sind neurogene Blasenfunktionsstörungen. Hier werden wir den Eltern Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten erläutern. Bei Morbus Hirschsprung werde ich unsere OP-Methode erläutern, die mit Hilfe der Laparoskopie sehr schonend für die kleinen Patienten vorgenommen wird. Zudem werden wir über gute Erfahrungen mit bestimmten Abführungsmitteln berichten, die ohne Probleme angewendet werden können. Wir freuen uns, dass PD Dr. Matthias Krause von der Klinik für Neurochirurgie über die Behandlung des tethered cord, auch als &quot;gefesseltes Rückenmark&quot; bezeichnet, referiert. Diese krankhafte Anheftung im unteren Bereich des Rückenmarks, die einen starken Zug auf die Nervenfasern verursacht, ist häufig mit anorektalen Malformationen assoziiert und beeinflusst die Kontinenz ebenfalls.&quot;<br><br>Das Pädiatrische Kontinenzzentrum Leipzig ist eines von vier deutschen Kinderchirurgischen Referenzzentren, die von der EU Kommission zertifiziert wurden (eUROGEN - European Reference Network on urogenital diseases and conditions) &quot;Ziel ist die Weiterentwicklung unseres Zentrums. Und ich denke, diese Weiterentwicklung wird nur auf einem europäischen Level funktionieren. Deshalb bin ich stolz, dass unser zertifiziertes Kontinenzzentrum zur europäischen Liga gehört und wir international so gut vernetzt sind&quot;, so Prof. Lacher.<br><br>Beim Patienten-Informationstag wird der Selbsthilfeverein SoMA e.V., der mit der Klinik für Kinderchirurgie zusammenarbeitet, wieder seine Arbeit vorstellen. Der Verein unterstützt Familien mit Kindern, die unter angeborenen Fehlbildungen im Enddarm-Bereich leiden, mit Informationen, Tipps für den Alltag und der Gelegenheit, sich mit anderen Eltern auszutauschen.<br><br></p> <p><strong>2. Patienten-Informationstag &quot; Kontinenzzentrum für Kinder&quot;</strong><br>Samstag, 21. Oktober 2017, 10 bis 14 Uhr<br>Universitätsklinikum Leipzig<br>Haus 6 (Frauen- und Kindermedizin, Kindernotfallaufnahme)<br>Besprechungsraum Cerutti / Trier<br>Liebigstraße 20a, 04103 Leipzig</p>
Durch Rennradfahrer schwer verletzte Kinder müssen am UKL behandelt werden<img alt="Prof. Martin Lacher, Direktor der UKL-Kinderchirurgie." src="/presse/PressImages/pic_20170907100730_ad4174eba1.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2017-09-06T22:00:00ZLeipzig. Innerhalb der vergangenen vier Wochen mussten an der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie zwei kleine Kinder behandelt werden, die am Markkleeberger See von Rennradfahrern angefahren worden waren. Beide Kinder erlitten schwere Verletzungen. Klinikdirektor Prof. Martin Lacher spricht von zunehmendem rücksichtlosen Verhalten mancher Radfahrer: "Die Wege um die Seen – vom Charakter her eher Flaniermeilen – missverstehen einige als Rennstrecken." <p>Anfang August fuhr ein Rennradfahrer am Markkleeberger See einen neunjährigen Jungen an, der zu Fuß unterwegs war. Dieser stürzte dabei. Er erlitt eine komplexe Sprunggelenksfraktur und musste eine Woche im Krankenhaus bleiben. <a href="http&#58;//kinderchirurgie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Prof. Lacher</a> kann nicht ausschließen, dass der Junge mit Langzeitfolgen wie einer Sprunggelenksarthrose zu kämpfen haben wird.<br>Am Dienstag, 5. September, wurde ein fünfjähriges Kind nach einer Kollision mit einem Rennradfahrer ins UKL eingeliefert. Bei dem Jungen, selbst mit einem Rad am Markkleeberger See unterwegs, musste ein schweres Schädelhirntrauma diagnostiziert werden. Er kam zunächst für einen Tag auf die Kinderintensivstation.</p> <p>Lacher mahnt vor allem die Fahrer schneller Räder, die Wege an den Seen nicht als Rennstrecken zu missbrauchen, da sie ebenso von vielen Familien genutzt würden. &quot;Mehr Rücksichtnahme&quot;, fordert der Kinderchirurg, &quot;gerade bei Unfällen mit Kindern entstehen schnell so schwere Verletzungen wie in diesen Fällen.&quot;</p> <p>Das Universitätsklinikum Leipzig ist eines der größten Traumazentren für Kinder in Sachsen. Täglich behandeln die Kinderchirurgen Sport- und Radfahrunfälle. In den Sommermonaten zählen sie 20 bis 30 Radfahrerunfälle pro Woche. 30 bis 40 Mal pro Woche müssen Frakturen operativ behandelt werden.</p>

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