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Aktuelles auf der Kinderchirurgie

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„Ausge­­­zeichnet. FÜR KINDER“

Qualitätssicherung für die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen - Klinik für Kinderchirurgie erhält Qualitätssiegel „Ausge­­­zeichnet. FÜR KINDER“ (Pressemeldung 16.03.2020)

 

 

Warum Trampoline nicht nur gefährlich sind und ob Verletzungen durch wildes Hüpfen in der Pandemie zugenommen haben<img alt="Prof. Martin Lacher, Kinderchirurgie, (re.) zusammen mit Prof. Franz Wolfgang Hirsch, Kinderradiologie, bei der Diskussion von Patientenaufnahmen." src="/presse/PressImages/pic_20210726100906_c3cf77d528.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-07-25T22:00:00ZLeipzig. Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig, beantwortet die Fragen, ob es im Lockdown mehr Trampolinunfälle gab, wann und wie die Hüpfgeräte gefährlich werden können und warum er das sichere Springen auf jeden Fall trotzdem empfiehlt. <p><strong>These 1&#58; &#160;Während der Pandemie wurden Trampoline stärker genutzt, entsprechend stieg die Zahl der Trampolinunfälle.</strong> &#160;&#160;</p> <p><em><strong>Prof. Martin Lacher, UKL&#58;</strong></em> Das können wir so nicht mit Sicherheit sagen. Unsere Daten zeigen zumindest keinen Anstieg in den Corona-Monaten. Im ersten Quartal 2019, also vor der Pandemie, haben wir 31 Kinder aufgrund eines Trampolinunfalls zum Röntgen geschickt, dabei wurden 13 Brüche festgestellt. Im ersten Quartal 2021 waren es 33 Kinder und 14 Brüche - also keine Veränderung. Es gibt zwar Studien, wonach es in den Corona-Monaten vermehrt Trampolinunfälle gab, aber wir hier in Leipzig können das so nicht bestätigen. Trampoline sind sehr populäre Sportgeräte, deren Beliebtheit stark gestiegen ist. Vor 15 Jahren gab es daher ganz klar weniger Verletzungen durch das Springen auf Trampolinen. Heute stehen diese Geräte ja in jedem Hinterhof, und entsprechend häufig führt exzessives Hüpfen auch mal zu uns in die <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Kinderchirurgie.&#160;</a></p> <p>&#160;</p> <p><strong>These 2. Trampolinspringen ist generell riskant und verursacht viele Unfälle.&#160;</strong></p> <p><em><strong>Prof. Martin Lacher&#58;</strong></em> Ich würde eher sagen, Trampolinspringen ist ein kalkuliertes Risiko. Wir alle kennen die Gefahren, die damit verbunden sein können, aber auch, wie wir damit umgehen müssen. Um keine ernsten Unfälle zu riskieren, sollte man es langsam angehen lassen und sich einüben. Drei von vier Unfällen passieren in den ersten 15 Minuten, in 40 Prozent der Fälle ist etwas gebrochen. Es kann dabei auch komplizierte Brüche geben, Verletzungen am Oberarm, Sprunggelenk oder Ellenbogen. Viele der Verletzungen sind aber gut behandelbar, vor allem in einem spezialisierten Unfall-Zentrum wie dem unseren. Wir als Kinderchirurgen werden dabei unterstützt von unseren hervorragenden <a href="/einrichtungen/kinderradiologie">Kinderradiologen im Team von Prof. Franz Wolfgang Hirsch</a>, die sehr erfahren sind bei der Diagnose des wachsenen Skeletts von Kindern und Jugendlichen.&#160;</p> <p>Übrigens verletzen sich Mädchen deutlich häufiger beim Trampolinspringen, nur ein Drittel dieser Patienten sind Jungen. Dafür ist bei denen dann eher auch etwas gebrochen. Vermutlich sind Jungen risikobereiter und springen eher intensiver - mit den entsprechenden Folgen.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>These 3&#58; Trampoline sind vor allem für kleine Kinder gefährlich.&#160;</strong></p> <p><em><strong>Prof. Martin Lacher&#58;</strong> </em>Unsere Patienten sind zwischen 2 und 17 Jahre alt, aber eher älter als 6 Jahre. Eine Häufung bei den Kleinsten gibt es nicht. Generell wird bei Kindern, die jünger sind als sechs, vom Trampolinspringen abgeraten, einfach, weil kleinere Kinder noch eher Schwierigkeiten mit der erforderlichen Koordination haben. Aber auch das ist Übungssache. Als Vater weiß ich aus Erfahrung - wenn es ältere Geschwister gibt, lässt sich das jüngere Kind faktisch nicht vom Trampolin fernhalten, es ist einfach unwiderstehlich. Da muss man abwägen und mit gesundem Menschenverstand entscheiden, wie weit die Kinder gehen können. Und die grundsätzlichen Sicherheitsregeln sollten eingehalten werden - das Sicherheitsnetz muss intakt sein und der Reißverschluss verschlossen. Denn wenn die Kinder rausfallen, tut es richtig weh und kann deutlich ernster werden. Es sollte nichts auf die Sprungfläche mitgenommen werden, keine Spielsachen und keine Getränke. Außerdem gilt&#58; Barfuß in der Mitte springen, idealerweise einzeln. Das Unfallrisiko steigt um das 14-fache, wenn mehrere Personen auf einem Gerät sind. Wird natürlich trotzdem gemacht, denn das macht so richtig Spaß. Wichtig auch dann&#58; In der Mitte bleiben, nicht zu wild hüpfen und vor allem&#58; keine Salti! Denn gerade ältere Kinder verunfallen vor allem dann, wenn sie einen Salto versuchen.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>These 4. Trampolinspringen ist gesund. &#160; &#160;</strong> &#160; &#160; &#160;&#160;</p> <p><em><strong>Prof. Martin Lacher</strong></em>&#58; Es ist auf jeden Fall sehr förderlich. Das Hüpfen hilft großartig beim Stressabbau, daher wurde vermutlich im Lockdown tatsächlich mehr gesprungen. Trampoline werden zudem bei verschiedenen Erkrankungen auch gezielt in der Therapie eingesetzt, vor allem bei motorischen Entwicklungsverzögerungen oder Hirnschäden. Insgesamt verbessert Trampolinspringen das Körpergefühl und die Koordinationsfähigkeit, stärkt die Muskeln und steigert als Ganzkörpertraining die Fitness. Das reduziert dann wieder die Unfallgefahr im Alltag - und das wieder freut uns Kinderchirurgen. &#160;&#160;</p>
UKL-Kinderchirurg: Fahrradfahren ohne Helm ist lebensgefährlich<img alt="Prof. Martin Lacher wirbt eindringlich für Fahrradhelme bei Kindern&#58; “Wir sehen leider viele Kinder mit ernsten Kopfverletzungen. Es sollte aber gar nicht erst zu diesen schrecklichen Verletzungen kommen. Und dafür müssten die Kinder nur einen Fahrradhelm aufsetzen.“" src="/presse/PressImages/pic_20210607130651_e389847678.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-06-06T22:00:00ZAn mindestens 20 schwer verletzte Leipziger Kinder, die beim Fahrradfahren schwer verunglückten, kann sich Prof. Dr. Martin Lacher erinnern. "Und alle hatten keinen Helm auf", sagt Chef der Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). "In den schlimmsten Fällen sind die Kinder gestorben. Andererseits haben wir kleine Patienten behandelt, auf die das gleiche Unfallmuster zutraf – die aber einen Helm aufhatten und mit einer Gehirnerschütterung davonkamen. Meine Mahnung ist deshalb an alle verantwortungsvollen Eltern: Lassen Sie Ihre Kinder nicht ohne Helm aufs Fahrrad." <p>Der UKL-<a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Kinderchirurg</a> verdeutlicht das mit einigen Beispielen&#58; Ein elfjähriges Mädchen kam mit ihrem Rad aus einer Seitenstraße und wurde von einem Auto erfasst. Dabei schlug ihr ungeschützter Kopf auf die Windschutzscheibe. &quot;Sie wurde sehr schwer verletzt&quot;, so Prof. Lacher. &quot;Schädel-Hirn-Trauma, Fraktur einer Augenhöhle mit Augapfel Prellung, Fraktur der Stirnhöhle, durch den Gegenstoß des Aufpralls eine Hirnblutung am Hinterhaupt, dazu eine Skalpierungsverletzung und ein Schienbeinbruch - es hat lange gedauert, bis wir das alles mit den Kollegen der <a href="/einrichtungen/neurochirurgie">Neurochirurgie</a> und <a href="/einrichtungen/mkg">Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie</a> versorgt hatten und die Verletzungen geheilt waren.&quot;</p> <p>Auch ein Vierzehnjähriger, der mit BMX-Rad, aber ohne Helm auf einer Cross-Strecke verunglückte, trug schwere Verletzungen davon. Schädel-Hirn-Trauma mit massiver Hirnblutung, AugenhöhlenfrakturStirnhöhlenfraktur und völlig zerschrammte linke Gesichtshälfte - mit Helm wären die Folgen des Sturzes nicht so drastisch gewesen. Denn Prof. Lacher erinnert sich einen 15-Jährigen, der gleichfalls mit dem BMX-Rad auf einer Halfpipe einen Salto riskierte, dabei auf dem Kopf landete und bewusstlos liegenblieb. &quot;Der Junge hatte aber einen Helm auf, war beim Eintreffen des Notarztes schon wieder wach und vierfach orientiert. Damit ist gemeint, dass er sagen konnte, wer er ist, wo er ist, welcher Tag gerade ist und wie er in diese Situation geriet.&quot; Ein weiteres Beispiel, wie gut ein Helm den Kopf schützen kann, ist das eines weiteren 15-Jährigen, der als Radfahrer von einem Auto angefahren wurde und gegen dessen Frontscheibe prallte. Der Junge trug einen Helm, der zwar beim Unfall kaputtging (wie auch die Scheibe), aber den Schädel schützte. Keine nennenswerten äußeren Verletzungen, keine Bewusstlosigkeit, kein Erbrechen, keine Wesensveränderung, allerdings keine Erinnerung an den Unfall - also &quot;nur&quot; eine Gehirnerschütterung.&#160;</p> <p>&quot;Solche Unfälle führen oft zu schweren Verletzungen und schweren Verläufen mit lebenslangen Folgen&quot;, betont Prof. Lacher. &quot;Natürlich haben wir am Uniklinikum für solche Fälle Top-Mediziner und eine Top-Ausrüstung, um den betroffenen Kindern zu helfen. Nicht nur wir Kinderchirurgen, sondern auch Kinderintensivmediziner, <a href="/einrichtungen/kinderradiologie">Kinderradiologen</a>, Kinderneurochirurgen und Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen können rund um die Uhr als interdisziplinäres Team gleich im Schockraum auch sehr komplexe Traumata versorgen. Dafür sind wir auch als einziges Referenzentrum für Kindertraumatologie in Westsachsen da. Aber es sollte gar nicht erst zu diesen schrecklichen Verletzungen kommen. Und dafür müssten die Kinder nur einen Fahrradhelm aufsetzen.&quot;</p> <p>An die Eltern richtet sich eine weitere Bitte des Kinderchirurgen&#58; Oftmals fahren die Kinder in Innenhöfen, wo sie keiner großen Gefahr ausgesetzt sind. Deshalb wird vielleicht nicht darauf bestanden, dass ein Helm aufgesetzt wird. &quot;Dennoch fahren die Kinder irgendwann doch aus dem Innenhof heraus. Weil es die Freunde machen, weil es sie ihre Fertigkeiten auf dem Rad überschätzen oder - das gilt besonders für Jungen - das Risiko suchen und ihren Freunden zeigen wollen, wie toll sie sind. Das sehen die Eltern oft nicht. Und meist geht das auch gut aus. Aber wir behandeln viele Kinder, bei denen es schlecht ausgeht. Und wir sehen dann auch die Eltern, die völlig aufgeregt sind und sich Vorwürfe machen. Also&#58; Lieber immer einen Helm aufsetzen, wenn es aufs Fahrrad geht.&quot;</p>
Erstes Zentrum für roboterassistierte und navigierte Chirurgie in Sachsen am UKL gegründet<img alt="Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der UKL-Klinik für Urologie und Mitinitiator des neuen Zentrums für roboternavigierte Chirurgie, an einem da Vinci-OP-Roboter." src="/presse/PressImages/pic_20210226085050_d8df73a3cf.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-02-25T23:00:00ZLeipzig. Am Universitätsklinikum Leipzig wurde jetzt das erste Zentrum für roboterassistierte und navigierte Chirurgie in Sachsen gegründet. Das Zentrum bündelt die große am UKL vorhandene Expertise im Einsatz von roboter-, navigations- und IT-gestützten Systemen im Operationssaal und verbindet so Spezialisten aus zwölf Fachgebieten. Gemeinsames Ziel ist eine kontinuierliche und einheitliche Entwicklung dieser zukunftsorientierten Chirurgie, um vor allem die Patientensicherheit und Therapieerfolge stetig zu erhöhen und Synergieeffekte in der Behandlungseffektivität wirksam zu nutzen. <p>Das UKL setzt seit Jahren auf den Einsatz moderner Technik im Operationssaal, um die Eingriffe präziser und für Patienten schonender umsetzen zu können. Dafür stehen den Operateuren heute bereits zwei &quot;da Vinci&quot;-Operationsroboter für komplexe operative Eingriffe in der <a href="/einrichtungen/urologie">Urologie</a>, <a href="/einrichtungen/frauenheilkunde">Gynäkologie</a> und Chirurgie zur Verfügung. In der Neurochirurgie, der <a href="/einrichtungen/oup/wirbelsäulenchirurgie">Wirbelsäulen- und Gelenkchirurgie</a> und der Traumatologie ist die navigierte Chirurgie seit langem fest etabliert. In den vergangenen Jahren konnten so mehrere tausend Eingriffe minimal-invasiv mit Hilfe dieser unterstützenden Technik durchgeführt werden. In Kürze wird am UKL ein drittes innovatives Roboter-System innerhalb eines OP-Neubaus eingerichtet. &quot;Mit dem Neubau von drei Operationssälen, die im Jahr 2022 für die Versorgung zu operierender Patienten zur Verfügung stehen, wird eine neue Dimension in der Versorgung unserer Patienten erreicht&quot;, beschreibt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. Innerhalb des Neubauprojektes entstehen drei Hybrid-Operationssäle, einer davon mit integrierter angiografischer Bildgebung, ein weiterer mit eingebautem Computertomographen und Navigationssoftware sowie ein Saal mit einem MRT-Gerät. &quot;Diese Erweiterung wurde angesichts steigender Patientenzahlen und des medizinischen Fortschritts notwendig und vervollständigt jetzt unsere Möglichkeiten in der modernen Chirurgie&quot;, so Josten.&#160;<br><br></p> <p>Auch für die Arbeit des neu gegründeten Zentrums stellt diese Erweiterung eine wichtige Ergänzung dar. Dank innovativer intraoperativer Bildgebung mit Echtzeitkontrolle und Möglichkeiten der navigierten 3D-Rekonstruktion bieten die roboterassistierten und navigierten neuen operative Verfahren den Patienten eine höhere Sicherheit und eine Verringerung der mit der Operation verbundenen Belastung. &#160;&#160;<br><br></p> <p>&quot;Wir arbeiten bereits seit 2011 mit dem OP-Roboter da Vinci&quot;, berichtet Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der UKL-Klinik für Urologie. &quot;Aufbauend auf diesen guten Erfahrungen setzen wir unseren Weg mit der Zentrumsgründung jetzt konsequent fort.&quot; Die Assistenz des Robotersystems führe die minimal-invasive Chirurgie zu höchster Präzision. &quot;Durch die geringe Größe der Eintrittsstellen sinkt die operationsbedingte Infektionsgefahr&quot;, so der Mitinitiator des neuen Zentrums. Dank der schonenden OP-Methode erhole sich der Patient zudem rascher und kann schneller in den Alltag zurückkehren.&#160;</p> <p>Stolzenburg sieht die Notwendigkeit eines interdisziplinären Zentrums, um dem steigenden Bedarf an roboter-assistierter und navigierter Chirurgie gerecht zu werden&#58; &quot;Die Zahl und das Spektrum der Patienten, die für eine solche innovative Behandlung in Frage kommen, erweitert sich stetig, auch, weil mit der Zahl der beteiligten Fachgebiete die Interdisziplinarität steigt&quot;, so der UKL-Urologe.&#160;<br><br></p> <p>&quot;Es gilt zukünftig sowohl die roboterassistierte Chirurgie als auch die navigierte Chirurgie weiter zu entwickeln und beides zusammen zu führen. Das Universitätsklinikum Leipzig sieht es als eine originäre Aufgabe, die Einführung neuester medizinischer Technik klinisch und wissenschaftlich im Rahmen eines interdisziplinären Zentrums zu begleiten, um letztendlich unseren Patienten die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen&quot;, so Prof. Meixensberger, Direktor der UKL-Klinik für <a href="/einrichtungen/neurochirurgie">Neurochirurgie</a> und einer der Mitinitiatoren der Neugründung. &#160;<br><br></p> <p>Neben der Urologie und der Neurochirurgie gehören dem Zentrum folgende Fachbereiche des UKL an&#58; Gelenkchirurgie, Gynäkologie, Hals-Nasen- Ohrenheilkunde, Kinderchirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neuroradiologie, Radiologie, Transplantationschirurgie, Unfallchirurgie, Viszeralchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie sowie das an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig beheimatete <a href="https&#58;//www.iccas.de/">Innovationszentrum für Computer-assistierte Chirurgie (ICCAS)</a> an.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p>
Vom Advents-Tee in die chirurgische Notaufnahme: Heiße Gefahren für Kinder mit lebenslangen Folgen<img alt="Prof. Martin Lacher ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL. Die Einrichtung gehört zu den wenigen zertifizierten Zentren für brandverletzte Kinder in Deutschland." src="/presse/PressImages/pic_20201207092722_e8ca836c96.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-12-06T23:00:00Z&#160; <p>&quot;Praktisch jede Woche muss bei uns ein Kind stationär mit Brandverletzungen behandelt werden. Es ist für die betroffenen Familien jedes Mal katastrophal&quot;, erzählt Privatdozentin Steffi Mayer. Die Oberärztin der Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat sich auf diese oft sehr schmerzhaften und folgenschweren Fälle spezialisiert. Die <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</a> gehört zu den wenigen zertifizierten Zentren für brandverletzte Kinder in Deutschland. Am &quot;Tag des brandverletzen Kindes&quot;, der am 7. Dezember zum 10. Male begangen wird, appelliert sie wie die Initiative Paulinchen e.V. an Eltern, Großeltern und alle Erwachsenen&#58; &quot;Vorsicht heiß!&quot;. Denn die Unfälle finden fast immer im häuslichen Milieu im Beisein Erwachsener statt.<br><br>Rund 30 000 Kinder erleiden pro Jahr sogenannte thermische Verletzungen. &quot;Nach Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten sind Verbrennungen an heißen Gegenständen wie Bügeleisen, Öfen oder Herdplatten häufig&quot;, so Dr. Mayer. 7500 Kinder mit diesen Verletzungen müssen in Deutschland stationär behandelt werden - am UKL sind es etwa 50 im Jahr. &quot;Hauptsächlich treten Verbrühungen die Verletzungsursache auf, vor allem Kleinkinder sind betroffen. Eine Tasse mit 50 Grad heißer Flüssigkeit - also ein frischer Kaffee oder Advents-Tee - reicht aus, um 30 Prozent der Körperoberfläche eines Kleinkindes zu verbrühen und damit lebensgefährlich zu verletzen. Gerade die kleinen Kinder haben ja eine sehr zarte Haut, die durch die heiße Flüssigkeit stark geschädigt wird&quot;, so Klinikdirektor Prof. Martin Lacher.<br><br>Besonders gefährlich sind Tassen, die vom Tisch, oder Kochtöpfe, die vom Herd heruntergezogen werden und dann das Kind großflächig übergießen. Bei den Kontaktverbrennungen an heißen Oberflächen wie Bügeleisen und ähnlichen Geräten wirken besonders hohe Temperaturen meist auf die Hände ein und können das Kind dauerhaft beeinträchtigen.<br><br>&quot;Die Behandlung der sehr schmerzhaften Verletzungen bedeuten häufig einen langen Krankenhausaufenthalt und mehrere Narkosen. Die entstandenen Narben brauchen zudem eine monate-, oft jahrelange Betreuung und viel Engagement von Eltern und Ärzten. All das ist eine große Belastung für die gesamte Familie. Und es gibt keine Garantie, dass alles wieder gut wird&#58; Nicht selten bleiben aus einem Moment der Unachtsamkeit schlimme Narben fürs ganze Leben zurück&quot;, so die Leipziger Kinderchirurgen. &quot;Dabei lassen sich 60 Prozent dieser Unfälle durch Vorbeugung vermeiden&#58; Heißes immer außer Reichweite des Kindes stellen und es von heißen Flächen wie Herdplatten, Kaminöfen und Backöfen fernhalten. Vorsicht vor erreichbaren Kabeln, Tischdecken und Topfgriffen.&quot; <br><br>Sollte es doch zu einer Brandverletzung kommen, empfehlen die Experten die betroffene Stelle höchstens 10 Minuten mit handwarmem Wasser kühlen, den Notruf zu wählen oder einen Kinderchirurgen oder Kinderarzt aufzusuchen. <br>&#160;<br>Hintergrund Paulinchen-Tag&#58;</p> <p>Der Paulinchen e.V. wurde von Müttern verletzter Kinder gegründet, um Erwachsene zu sensibilisieren, Kinder und Jugendliche vor Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen zu schützen und Betroffenen zu helfen. Der Name des Vereins geht auf einer Struwwelpeter-Geschichte zurück, in der ein Kind (Paulinchen) verhängnisvoll mit einem Feuerzeug spielt. Seit zehn Jahren richtet der Verein den Paulinchen-Tag aus.</p> <p>Beratungshotline des Paulinchen e.V.&#58; täglich von 8 bis 20 Uhr 0800 0 112 123</p>
Nachhaltig und genauso gut: UKL-Kinderchirurgen favorisieren Gips aus Holz<img alt="Auch äußerlich ist der Holzgips als solcher zu erkennen, den sich hier Prof. Martin Lacher (li.), Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, probehalber über den Unterarm legt. Genauso stabil und aus natürlichen Ressourcen geformt, wird er nun standardmäßig am UKL genutzt. Auf der Wärmeplatte können die Holzstreifen erwärmt und angepasst werden. Studienleiter Dr. Ilya Martynow (re.), zeigt den herkömmlichen Gips aus Plastikfasern. Dieser besitzt eine schlechtere Umweltbilanz." src="/presse/PressImages/pic_20201028120604_3c95acb3f4.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-10-27T23:00:00ZLeipzig. Dieser Gips kann nach Gebrauch in der Biotonne entsorgt werden, denn er ist aus Holz. Die Kinderchirurgen des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) haben in einer Studie den klassischen Gips aus Plastikfasern mit einem aus Holzchips bestehenden Gips verglichen. Fazit: Der Holzgips ist genau so stabil und enthält keine potenziell gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffe. Die Ergebnisse der Studie sind nun im renommierten Fachmagazin "Bone & Joint Journal" veröffentlicht worden. In der UKL-Kinderchirurgie ist der hölzerne Gips auch dank seiner besseren Umweltbilanz nun zum Standard geworden. <p>Von Juni 2017 bis September 2019 verglichen Prof. Martin Lacher, Direktor der <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</a> des UKL, und seine Kollegen um Studienleiter Dr. Illya Martynov und den Oberärzten Dr. Roland Böhm und Dr. Peter Zimmermann in einer randomisierten Studie den herkömmlichen Plastikgips (&quot;Dynacast&quot;) mit einem Holzgips (&quot;Woodcast&quot;). Sie kooperierten dabei mit Werkstoffkundlern und Chemikern der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK).&#160;</p> <p>170 Kinder mit Unterarmfrakturen, die im Durchschnitt acht Jahre alt waren, wurden in die Studie eingeschlossen. Sie erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder den Plastik- oder den Holzgips und erhielten eine standardisierte Nachsorge nach einem, fünf, zehn, 14 und 21 beziehungsweise 28 Tagen. Beide Gipsarten wurden von den HTWK-Experten zudem chemisch und biomechanisch untersucht. &quot;Dabei fanden sie heraus, dass der Plastikgips Isozyanate enthält&quot;, berichtet Klinikdirektor Prof. Lacher, &quot;Studien haben gezeigt, dass diese Stoffe Hautirritationen und Atemprobleme beim Träger auslösen können.&quot; Der Holzgips, so die Ergebnisse der gemeinsamen Untersuchung von UKL und HTWK, weise die gleiche Stabilität wie der Plastikgips auf und enthalte keine potenziell gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffe. Erhitzt auf 65 Grad auf einer speziellen Wärmeplatte lässt sich der hölzerne Gips formen und an die individuelle Form des Arms anpassen.&#160;</p> <p>&quot;Dieses Medizinprodukt ist vollkommen biologisch abbaubar. Wenn die Fraktur verheilt ist, können Sie es in die Biotonne oder auf den Komposthaufen werfen oder auch im heimischen Kamin verbrennen&quot;, zeigt sich Klinikdirektor Lacher begeistert. &quot;Zudem passt es hervorragend zum Ziel des Universitätsklinikums, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in den klinischen Alltag zu integrieren.&#160;<br><br></p> <p><a href="https&#58;//online.boneandjoint.org.uk/doi/abs/10.1302/0301-620X.102B10.BJJ-2020-0236.R3">https&#58;//online.boneandjoint.org.uk/doi/abs/10.1302/0301-620X.102B10.BJJ-2020-0236.R3</a></p>

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