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Pressemitteilungen

 

 

Weltweit erste Fall-Serie von Smartphone-bezogenen Unfällen bei Kindern und Jugendlichen veröffentlicht<img alt="Prof. Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL, befürchtet eine Zunahme von Smartphone-bezogenen Unfällen bei Kindern und Jugendlichen." src="/presse/PressImages/pic_20190417110752_965b21b396.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-04-16T22:00:00ZLeipzig. Ärzte der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) haben die weltweit erste Fall-Serie von Smartphone-bezogenen Unfällen bei Kindern und Jugendlichen veröffentlicht. Die Ergebnisse sind nun in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Pediatric Emergency Care" veröffentlicht worden. Untersucht wurden Fälle von Kindern und Jugendlichen, die am UKL behandelt wurden, aus den Jahren 2008 bis 2018. Ein erster Fall trat 2012 auf. Seitdem mussten am UKL zehn Mädchen und Jungen nach Smartphone-Unfällen stationär behandelt werden. Für Klinikdirektor Prof. Martin Lacher gestaltet sich dabei die jüngste Zunahme Besorgnis erregend. Er befürchtet sogar bald den ersten Todesfall in Deutschland. <p>Man nennt sie auch &quot;Smombies&quot; - ein Kunstwort aus den Begriffen &quot;Smartphone&quot; und &quot;Zombie&quot;. Gemeint sind Menschen, die durch den ständigen Blick auf ihr Telefon so stark abgelenkt sind, dass sie ihre Umgebung kaum noch wahrnehmen. 2015 wurde es von einer Jury bereits einmal zum &quot;Jugendwort des Jahres&quot; gewählt.<br>Doch es klingt lustiger, als es in Wirklichkeit ist. Denn den &quot;Smombies&quot; fehlt auch der Blick für mögliche Gefahren zum Beispiel im Straßenverkehr. &quot;Schlimmer noch&#58; 'Smombies' werden selbst zur Gefahr. Sie stoßen mit anderen Fußgängern oder Radfahrern zusammen oder laufen, ohne den Blick zu heben, über die Straße&quot;, erklärt Prof. Martin Lacher, Direktor der <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL</a>.<br>In ihrer Studie untersuchten die Kinderchirurgen alle Fälle, in denen das Smartphone eine Rolle spielte. Acht der zehn Fälle geschahen erst 2016 oder später. Denn immer mehr Kinder und Jugendliche besitzen schon in jungen Jahren ein eigenes Mobiltelefon.</p> <p><strong>Mädchen stärker gefährdet</strong><br>Die Patienten wurden in der Studie auch dahingehend eingeteilt, ob ihre Rolle beim Unfall aktiv oder passiv war. Neben nur zwei Passiv-Fällen, in denen Kleinstkinder leichte Blessuren erlitten, weil ihre Eltern sie mit dem Smartphone verletzten, stehen acht Fälle mit aktiver Rolle zu Buche.<br>Mehrere Mädchen erlitten dabei schwere Verletzungen&#58; Ein glücklicherweise nur mit 30 Kilometer pro Stunde fahrendes Auto erfasste eine 12-Jährige, die die Straße überquerte und dabei ausschließlich auf ihr elektronisches &quot;Spielzeug&quot; schaute - Diagnose Beckenringfraktur. Und eine 16-Jährige fiel in einer Silvesternacht durch ein Glasdach, als sie gerade ein Foto von sich selbst machte. Sie erlitt ein schweres Wirbelsäulentrauma (multiple Wirbelkörperfrakturen) und Schnitte an der Hand. Einem weiteren Mädchen, ebenfalls 16, rollte ein Auto über die Hand, als sie ihr Smartphone von der Straße aufheben wollte.</p> <p>Dass laut Studien dabei eher Mädchen einer gewissen Smartphone-Sucht verfallen, war auch bei der Fall-Serie der Leipziger Kinderchirurgen zu beobachten&#58; Nur bei zwei der zehn Fälle stand ein Junge im Zentrum des Geschehens.<br>Beim Blick auf die mögliche Entwicklung derartiger Unfälle zeigt sich Prof. Lacher eher pessimistisch&#58; &quot;Bald werden wir den ersten Todesfall in Deutschland erleben. Da bin ich mir ziemlich sicher&quot;, so der UKL-Klinikdirektor.</p> <p><strong>Höhere Dunkelziffer vermutet</strong><br>Was gegen ein weiteres Ansteigen der Unfallzahlen helfen könnte, ist für den Kinderchirurgen eigentlich klar&#58; Weniger oft auf das Gerät schauen und mehr Aufmerksamkeit durch Erziehungsberechtigte, die ihre Vorbildrolle auch ernst nähmen, sei das Eine. Lacher hat jedoch noch andere Maßnahmen im Blick&#58; &quot;Im US-Bundesstaat Hawaii ist es illegal, eine Straße zu überqueren, während man auf das Smartphone schaut. Wäre das auch für unser Land gut&quot;, fragt er. Mit China, den USA, Belgien und Litauen gibt es zudem vier Länder, in denen eigene &quot;Smombie-Pfade&quot; eingerichtet wurden, spezielle Fußwege für unaufmerksame Smartphone-Nutzer. In den Niederlanden finden sich hingegen bereits zwei Städte, in denen Fußgängerampeln am Erdboden montiert sind. Gerade die letztgenannte Idee findet durchaus Anklang bei Prof. Lacher.</p> <p>Eines ist ihm und seinen Kollegen nach der Erhebung klar&#58; Die Dunkelziffer von Smartphone-bezogenen Unfällen bei Kindern und Jugendlichen dürfte wesentlich höher sein, denn viele Verletzte gingen nicht zum Arzt oder würden das Mobiltelefon nicht als Grund der Verletzung angeben.</p> <p>&#160;</p>
Kinderchirurgen am UKL behandeln bis zu 50 Tierbissverletzungen im Jahr<img alt="&quot;Tiere sind keine Spielzeuge&quot;, sagt Prof. Martin Lacher, Klinikdirektor der UKL-Kinderchirurgie. Ein Mal jede Woche behandeln er und seine Mitarbeiter Tierbissverletzungen bei kleinen Kiindern." src="/presse/PressImages/pic_20190124120827_4ef9c39b30.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-01-23T23:00:00ZLeipzig. Im Durchschnitt ein Mal pro Woche behandeln die Kinderchirurgen am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ein kleines Kind, welches von einem Tier gebissen wurde. Meist sind es Hunde oder Katzen, die für oft schmerzhafte Wunden sorgen, welche sich zudem auch noch entzünden können, wenn sie nicht ärztlich behandelt werden. Doch es gibt auch drastischere Fälle: Einem anderthalb Jahre alten Jungen biss ein Esel einen Teil des Zeigefingers ab. Eltern müssten ihre Kinder im Umgang mit Tieren stärker sensibilisieren, rät der Klinikdirektor. <p><span style="color&#58;#000000;">In mehr als einem Drittel aller Haushalte in Deutschland werden Tiere gehalten. 75 Prozent aller Bissverletzungen geschehen so auch durch Hunde und Katzen. Statistiken zeigen, Mädchen werden eher von Katzen gebissen, Jungen hingegen von Hunden. Fast immer ist es der eigene oder ein bekannter Hund. <br><span style="color&#58;#000000;">Rund 50 Tierbisse zählten Prof. Martin Lacher, Direktor der <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL</a>, und sein Team im Jahr 2018. Im Jahr davor sahen die Zahlen ähnlich aus. Hunde führen die Rangliste klar an, gefolgt von Katzen. In den vergangenen Jahren vertreten waren auch Wildschwein, Marder, Ratten, Hasen, Meerschweinchen, sogar ein Pinguin im Zoo - und eben auch Pferde und ein Esel. </span></span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">&quot;Im Herbst des vergangenen Jahres hatten wir den drastischen Fall eines anderthalb Jahre alten Jungen, der einen Esel füttern wollte und dabei seine Finger regelrecht ins Maul des Tieres steckte&quot;, erinnert sich Prof. Lacher. Der Esel biss dem Kleinkind das Endglied des Zeigefingers ab. &quot;Die Eltern brachten das abgebissene Fingerglied zwar mit, dieses wurde auch gemeinsam mit den Kollegen des Bereichs 'Plastische, Ästhetische und spezielle Handchirurgie' replantiert, doch angewachsen ist er leider nicht mehr&quot;, erläutert Lacher. Gerade in Streichelgehegen, so der Kinderchirurg, müssten Eltern ihren kleinen Kindern unbedingt zeigen, wie man zum Beispiel die Hand zum Füttern richtig hält. </span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">&quot;Vergleicht man die verletzten Körperteile, ist es beispielsweise nicht so sehr die Katze, die in die Hand beißt, tragisch wird es hingegen bei einem Hund, der das Gesicht des jüngeren Kleinkinds erwischt, denn beide treffen sich sozusagen auf Augenhöhe&quot;, hebt Prof. Lacher hervor. Bisse in die Wangen, die Augenbereiche und die Augenlider sind die Folgen. Bei älteren und damit größeren Kindern sind oft der Hals und der Nacken sowie Arme und Beine betroffen.</span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">Kommt ein Kind mit einem Tierbiss in die Kinderchirurgische Klinik, wird neben der Wundversorgung vor allem auf den Impfstatus geschaut - bei Mensch (Tetanus) und beim Tier (Tollwut). Neben dem Säubern und Spülen der Wunde wird bei der Erstversorgung auch das so genannte Debridement durchgeführt&#58; Gewebe, welches nicht mehr durchblutet wird (&quot;avital&quot;), wird dabei entfernt. Gerade nach Gesichtsverletzungen bleiben oft Narben und Keloide (Wulstnarben) zurück. Deren Nachbehandlung erfolgt dann ebenso durch die Experten am UKL.</span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">Oft unterschätzt wird laut Klinikdirektor Lacher das Risiko einer Infektion der Tierbisswunde. Eine solche muss mit speziellen Antibiotika behandelt werden, da die Mundhöhle der Tiere ein besonderes Spektrum von seltenen Bakterien ausweist. Ein besonderes hohes Infektionsrisiko besteht bei Bissverletzungen der Hand durch Katzen.&#160; <br><span style="color&#58;#000000;">Kinderchirurg Lacher sieht Eltern stärker in der Pflicht, ihre Kinder zu sensibilisieren. &quot;Tiere sind keine Spielzeuge. Die Kleinen sollten wissen, wie und wann man sich einem Tier nähert und wann besser nicht.&quot;</span></span></p>
Jedes Jahr rund 30 Silvesterunfälle mit oft tragischen Folgen am UKL behandelt<img alt="Eine kleine Sammlung legaler und illegaler Silvesterknaller. Manche der illegalen Böller, wie zum Beispiel der dritte von rechts, enthalten mehr Schwarzpulver als die gesamte legale Vierer-Packung China-Böller im Vordergrund." src="/presse/PressImages/pic_20181227102945_d63a3eec33.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2018-12-26T23:00:00ZSie sind für den kommenden Jahreswechsel gerüstet: Prof. Dr. Andre Gries, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig, Prof. Stefan Langer, Bereichsleiter Plastische, ästhetische und spezielle Handchirurgie, und Prof. Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie. "Eigentlich reichen die normalen Not- und Unfälle schon", sagt Prof. Gries freimütig. "Aber zu Silvester kommen immer wieder auch Stürze von Balkonen, Verkehrsunfälle, Verbrennungen und Explosionsverletzungen durch Feuerwerkskörper dazu – mit zum Teil tragischen Folgen." <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;">Der Jahreswechsel mit Alkohol und Partystimmung führt leider immer wieder zu Verhaltensweisen, die mehr als fahrlässig sind. &quot;Beim Verwenden von Böllern ohne CE-Zeichen wird oft an leichtsinnige Jugendliche gedacht. Aber es sind auch Familienväter, die aus Jux ihre Gesundheit und die Zukunft der Familie aufs Spiel stellen&quot;, erzählt Prof. Langer. &quot;Vergangenes Jahr hatten wir so einen Fall&#58; Beim Zünden eines illegalen Feuerwerkskörpers wurden einem Mann zwei Finger der linken Hand abgerissen. Wir haben einen Replantationsversuch unternommen, doch war am Ende der Verlust des Zeigefingers nicht zu verhindern. Der Mittelfinger ist ohne Gefühl und in der Beweglichkeit eingeschränkt. Der Mann wird Zeit seines Lebens damit klarkommen müssen.&quot; </span></span></p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;">&#160;</p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;">Vor allem, wenn Kinder beteiligt sind, kann es ganz tragisch werden. &quot;Vor einem Jahr hatten wir zwei Kinder mit sehr schweren Silvesterverletzungen&quot;, erinnert sich Prof. Lacher. &quot;Von seinem großen Bruder bekam ein Junge einen Feuerwerkskörper überreicht; er &quot;sollte ihn mal halten&quot;. Am Ende konnten wir den zerstörten Daumen zwar an sich retten, aber Sehnen und Nerven waren so geschädigt, dass der Patient den Daumen nicht mehr benutzen kann. Ein anderer Junge versuchte, einen angezündeten, illegal aus dem nahen Ausland eingeführten Böller auszutreten. Der explodierte aber unter seinem Schuh mit solcher Wucht, dass durch die Schuhsohle hindurch der Fuß schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das Fersenbein war zerborsten. Mit allen chirurgischen Fachdisziplinen am UKL haben wir alles wieder rekonstruiert, aber für den Jungen bedeutete das, ein halbes Jahr Krankenhausaufenthalt und ein Jahr nicht laufen können.&quot; </span></span></span></span></p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;">&#160;</p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;">&quot;Natürlich stehen zu Silvester mit der <a href="/einrichtungen/notaufnahme" rel="ext" target="_blank">Zentralen Notaufnahme</a>, den <a href="/einrichtungen/oup/Seiten/plastische-chirurgie.aspx" rel="ext" target="_blank">Handchirurgen</a> und <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie" rel="ext" target="_blank">Kinderchirurgen</a> sowie allen anderen Fachdisziplinen des Universitätsklinikums ein großes interdisziplinär und Hand in Hand arbeitendes Team parat&quot;, verdeutlicht Prof. Gries. &quot;Es sind zum Glück nicht Hunderte von Verletzten, die zu behandeln sind, aber rund 30 Personen bezahlen jedes Jahr ihre Fahrlässigkeit im Umgang mit Feuerwerkskörpern und mit Alkohol mit ihrer Gesundheit. Da werden nicht nur illegale Böller verwendet, sondern auch selbst Sprengkörper gebaut, oder es wird mit Raketen aufeinander geschossen. Das führt zur ersten 'Spitze' der Silvester-Vorfälle. Die zweite Spitze der Unfallzahlen entsteht dadurch, dass Kinder und Jugendliche am Neujahrsmorgen auf 'Blindgängersuche' gehen, um diese dann irgendwie zur Explosion zu bringen. Alles verdammt gefährlich, alles verdammt unnötig.&quot; </span></span></span></span></p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;">&#160;</p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;">Die drei Ärzte des Universitätsklinikums Leipzig bitten deshalb vor allem die Eltern, zu Silvester auf riskante &quot;Heldentaten&quot; zu verzichten. Zudem sollten Kinder und Jugendliche aufgefordert werden, die Finger von nicht explodierten Feuerwerkskörpern zu lassen. Diese könnten beim erneuten Zündversuch sofort detonieren, so dass es keine Chance gibt auszuweichen. &quot;Wir sind Silvester im Dienst, damit für den Fall der Fälle schnell und präzise geholfen werden kann. Aber alle Ärzte und Schwestern würden sich sehr freuen, wenn sie nicht für Silvesterunfälle gebraucht würden&quot;, so Prof. Gries.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</span></span></span></span></p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;">&#160;</p>
Kleine Kinder – große Gefahren<img alt="Die „Riesen-Küche“&#58; Die einer realen Küche nachempfundenen überdimensionierten Möbelstücke helfen Erwachsenen, Alltagsgefahren aus der Perspektive ihrer Kinder zu erleben." src="/presse/PressImages/pic_20181205110420_0f8f6b940d.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2018-12-04T23:00:00ZLeipzig. Jedes Jahr müssen allein in Deutschland mehr als 30.000 Mädchen und Jungen unter 15 Jahren mit Verbrennungen und Verbrühungen ärztlich versorgt werden. Etwa 6000 verletzen sich dabei so schwer, dass sie stationär behandelt werden müssen. Um auf die Folgen aufmerksam zu machen, ruft der Verein "Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder" jährlich am 7. Dezember zum bundesweiten "Tag des brandverletzten Kindes" auf. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) beteiligt sich auch in diesem Jahr daran und lädt ab sofort Kinder und ihre Eltern ins Foyer von Haus 6 ein. Dort werden häufige Alltagsgefahren in einer "Riesen-Küche" erlebbar gemacht. <p><span style="color&#58;#000000;">Unter dem Motto &quot;Noch ganz klein -&#160; </span><span style="color&#58;#000000;">schon brandverletzt&quot; wird der Aktionstag bereits zum neunten Mal am UKL begangen. Warum diesem Thema so viel Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, erläutert Prof. Martin Lacher, Direktor der <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL</a>&#58; &quot;Mädchen und Jungen unter fünf Jahren zählen zur so genannten Hochrisikogruppe bei Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen, welche praktisch immer im häuslichen Umfeld in Obhut der Familie passieren. Um diese Unfälle zu vermeiden, wollen wir vor allem Eltern erreichen und auf Risikofaktoren, Verletzungen und deren Folgen aufmerksam machen.&quot; <br><span style="color&#58;#000000;">Die im Foyer von Haus 6 aufgebaute &quot;Riesen-Küche&quot; ist dabei nicht nur lustig anzuschauen. &quot;Die einer realen Küche nachempfundenen überdimensionierten Möbelstücke sollen Erwachsenen helfen, Alltagsgefahren wie den heißen Topf auf dem Herd, den sprudelnden Wasserkocher oder die reizvolle Backofenscheibe aus der Perspektive ihrer Kinder zu erleben. Zudem geben wir wichtige Informationen, wie im Notfall schnell und richtig gehandelt wird, wenn es doch einmal zu einer Verbrühung kommt.&quot;, erklärt Prof. Lacher. </span></span></p> <p><span style="color&#58;#000000;"><span style="color&#58;#000000;">Zum Aktionstag am Freitag, 7. Dezember, führt um 9 Uhr, 10 Uhr und 11 Uhr der Klinikclown durch die &quot;Riesen-Küche&quot; und zeigt eingeladenen Kindergartengruppen und Besucherkindern mit viel Witz, was passieren kann, wenn man nicht aufpasst. Darüber hinaus stellen die Klinikärzte nützliche Präventionsmaßnahmen auf Postern vor. <br></span><span style="color&#58;#000000;"> Die &quot;Riesen-Küche&quot; bleibt bis 14. Dezember aufgebaut.</span></span></p> <p><span style="color&#58;#000000;"><span style="text-decoration&#58;underline;"><span style="color&#58;#000000;">Tag des brandverletzten Kindes</span></span></span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">&quot;Riesen-Küche&quot; bis 14.Dezember,<br><span style="color&#58;#000000;">Universitätsklinikum Leipzig,<br><span style="color&#58;#000000;">Haus 6, Foyer,<br><span style="color&#58;#000000;">Liebigstraße 20a,<br><span style="color&#58;#000000;">04103 Leipzig</span></span></span></span></span></p>
Weg mit dem X: Kleiner Eingriff mit großem Effekt<img alt="Das Trio gegen X-Beine&#58; Prof. Ulf Bühligen (li.), Leiter der Poliklinik an der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, wendet gemeinsam mit den Kinderorthopäden Dr. Magdalena Wojan und Dr. Eckehard Schumann von der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL, die minimal-invasive Methode seit vielen Jahren erfolgreich an." src="/presse/PressImages/pic_20181123105250_bb240d23ce.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2018-11-22T23:00:00ZLeipzig. X-Beine kommen bei kleinen Kindern häufig vor, Statistiken sprechen von 20 Prozent. Sie sind in der Regel nichts Besorgniserregendes. Meist verwachsen sie sich im Lauf der ersten Lebensjahre. Geschieht dies jedoch nicht und führen konservative Therapien zu keiner Verbesserung, hilft oft nur noch ein operativer Eingriff. Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) wird von Kinderchirurgen und Kinderorthopäden seit mehr als zehn Jahren eine minimal-invasive Methode sehr erfolgreich angewendet. Dabei werden kleine Platten mit jeweils zwei Schrauben an der Wachstumsfuge in die Knochen implantiert. Sie bremsen das Wachstum auf der einen Seite, die andere Seite wächst normal weiter. Dadurch verändert sich der Gelenkwinkel, die X-Beine verschwinden. <p><span style="color&#58;#000000;">Schon im Herbst 2007 begannen die Ärzte des UKL als eine der ersten, die Methode einzusetzen. Fachleute bezeichnen sie als &quot;wachstumslenkende Operation mit Implantaten&quot;. Aktuell ist sie die am häufigsten angewandte kinderorthopädische Operation. Eine häufige Ursache von X-Beinen ist Übergewicht. Weil es immer mehr übergewichtige Kinder gibt, nimmt die Anzahl von Kindern mit X-Beinen und Knick-Senkfüßen zu.</span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">Prof. Ulf Bühligen, Leiter der Poliklinik an der <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</a>, nutzt die Implantate von Beginn an und ist nach über zehn Jahren von ihrem Erfolg überzeugt&#58; &quot;Es ist eine minimal-invasive Methode mit starkem Effekt und Korrekturpotential. Durch ihren Einsatz werden große und belastende Korrekturoperationen vermieden&quot;, sagt er. Das kann Kinderorthopäde Dr. Eckehard Schumann von der <a href="http&#58;//oup.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie</a> nur bestätigen&#58; &quot;X-Beine verursachen eine Fehlbelastung des Knies. Die Kniescheibe kann sogar ausgerenkt werden. Mit einer solchen Operation kann das reduziert oder sogar vermieden werden&quot;, erläutert er. Dies wiederum würde helfen, vorzeitigem Gelenkverschleiß - Arthrose - vorzubeugen und auf den späteren Einsatz künstlicher Ersatzgelenke verzichten zu können, sind sich die beiden UKL-Experten einig. Interdisziplinär behandeln sie mit dieser Methode in beiden Kliniken zusammen jährlich etwa 40 bis 50 Kinder, mehrheitlich operieren dabei die Kinderorthopäden. </span></p> <p><span style="color&#58;#000000;"><strong><span style="color&#58;#000000;">Nach rund einem Jahr werden Effekte sichtbar</span></strong></span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">Geschehen muss der Eingriff in der Wachstumsphase des Kindes. &quot;Allerdings sollte nicht zu früh damit begonnen werden. Manchmal ist es besser, noch ein Jahr zu warten&quot;, weiß Dr. Schumann. Ideal sei ein Alter von elf, zwölf oder 13 Jahren. Befürchtungen, die eingesetzten Schrauben würden durch den Druck des wachsenden Knochens brechen, können die Fachärzte zerstreuen&#58; &quot;Die Schrauben biegen sich im Wachstum auf, brechen aber nicht&quot;, betont Dr. Schumann, &quot;in all den Jahren gab es keine einzige Lockerung oder Bruch bei uns.&quot; <br><span style="color&#58;#000000;">Alle drei Monate kommen die Kinder zur Kontrolle. Sind die Erfolge bereits sichtbar, müssen die Platten auch zügig entfernt werden, um so genannte Überkorrekturen zu vermeiden. Im Durchschnitt wird ziemlich genau ein Jahr benötigt, um den gewünschten Effekt zu erzielen. <br><span style="color&#58;#000000;">Wer nun fürchtet, diese Zeit arg eingeschränkt verbringen zu müssen, den kann Prof. Bühligen beruhigen&#58; &quot;Die Kinder können alles machen, es gibt keine Einschränkungen. Beine und Knie sind voll belastbar, auch Sport ist möglich&quot;, erklärt er. Und selbst die Narbe sei später so klein, dass sie nicht gleich als solche erkannt werde. </span></span></span></p> <p><span style="color&#58;#000000;"><strong><span style="color&#58;#000000;">Weitere Anwendungsgebiete sind hinzugekommen </span></strong></span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">Nach dem gleichen Prinzip können auch die viel seltener auftretenden O-Beine behandelt werden. Hier muss das Wachstum auf der im Vergleich zu den X-Beinen gegenüberliegenden Knochenseite gebremst werden. <br><span style="color&#58;#000000;">Seit einigen Jahren und gestützt von den großen Erfahrungen beim &quot;X&quot; sind weitere Anwendungsgebiete für die Schraubsystem-Implantate hinzugekommen. Dazu gehören Korrekturen am Ellenbogen und am Knöchel &quot;Gerade in jüngster Zeit haben wir die Implantate häufiger an Innenknöcheln eingesetzt. Das hat einen großen Effekt auf die Behebung der Plattfüßigkeit&quot;, erläutert Dr. Schumann. Und Kinder mit angeborenen körperlichen Einschränkungen, die ihre Knie nicht voll durchdrücken können, erhielten eine Platte vorn auf den Oberschenkel. &quot;Das zeigt beeindruckende Ergebnisse&quot;, meint er. <br><span style="color&#58;#000000;">Ihre Erfahrungen bei der Anwendung der Methode veröffentlichten Prof. Bühligen und Dr. Schumann zusammen mit weiteren UKL-Kollegen im November 2017 auch in einem Artikel in der Fachzeitschrift &quot;BMC Musculoskelet Disorders&quot;.</span></span></span></p>

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