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Pressemitteilungen

 

 

Mit modernsten Methoden gegen Fehlbildungen des Brustkorbes<img alt="Das Universitätsklinikum Leipzig&#58; Hier treffen sich Experten zum Austausch über Thoraxwanddeformitäten." src="/presse/PressImages/pic_20190820104722_16882e007c.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-08-19T22:00:00ZDie konservative und operative Behandlung von angeborenen und erworbenen Fehlbildungen des Brustkorbs gehört zu den zentralen Aufgaben der Kinderchirurgie. Am Mittwoch, 21. August, diskutieren renommierte internationale Mediziner und Experten des UKL bei einem Symposium über Diagnose und Therapie dieser so genannten Thoraxwanddeformitäten. <p>Kielbrust, Trichterbrust und andere Fehlbildungen des Brustkorbes betreffen glücklicherweise zwar nur wenige Kinder. &quot;Doch der Leidensdruck für die Betroffenen - ich denke nur an den Sportunterricht oder das Freibad - kann im Jugendalter sehr groß werden&quot;, so Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</a> am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). &quot;Durch den pubertären Wachstumsschub werden die Fehlbildungen deutlicher. Die Betroffenen trauen sich nicht mehr, das T-Shirt auszuziehen oder gehen nicht mehr an den See. Mit speziellen Operationsmethoden kann den Jugendlichen und jungen Erwachsenen geholfen werden. Dafür arbeiten an unserem Klinikum die Kinderchirurgen und die Thoraxchirurgen eng zusammen. Die Patienten, die sich zwischen Kindheit und Erwachsenenalter befinden, profitieren von unseren Erfahrungen.&quot;</p> <p>Nachdem diese angeborenen Fehlbildungen noch vor wenigen Jahren nur in anderen deutschen Zentren korrigiert wurden, werden mittlerweile am UKL jährlich sechs bis zehn Operationen vorgenommen. &quot;Wir sehen aber weitaus mehr betroffene Kinder und Jugendliche in unserer wöchentlichen Spezialsprechstunde. Hinzu kommen noch junge Erwachsene aus der Sprechstunde der <a href="/einrichtungen/vttg" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie</a> von Oberarzt Dr. Sebastian Krämer, mit dem es viel Freude macht, zusammenzuarbeiten &quot;, so Prof. Lacher. &quot;Die Mehrheit der Betroffenen kann konservativ behandelt werden. Die Entscheidung ist aber eine sehr individuelle. Mit unseren Operationen erreichen wir eine überaus hohe Zufriedenheit der Patienten. Und uns macht froh, dass die jungen Leute sich nicht mehr verstecken müssen, wieder schwimmen gehen und Freund oder Freundin finden.&quot;</p> <p>Am Mittwoch, 21. August, werden renommierte internationale Mediziner und Experten des UKL bei einem Symposium mit interessierten Kollegen über Diagnose und Therapie von Thoraxwanddeformitäten diskutieren. Mit dabei&#58; Prof. Hans Kristian Pilegaard aus Aarhus in Dänemark, der mehr als 2000 minimal-invasive Operationen nach dem NUSS-Verfahren und über 250 Operationen nach der Ravitch-Methode ausgeführt hat, und Dr. Sergio Sesia aus Bern, der sichbesonderes mit den konservativen Therapieverfahren beschäftigt. Dazu werden vom UKL der Orthopäde Prof. Christoph-E. Heyde als Leiter des <a href="/einrichtungen/oup/wirbelsäulenchirurgie" rel="ext" target="_blank">Kinderwirbelsäulenzentrums</a> über die komplexen Zusammenhänge zwischen Wirbelsäulen- und Thoraxfehlbildungen und der Kinderchirurg Dr. Peter Zimmermann über individuell angefertigte Bügel aus Titan zur Korrektur der Fehlbildungen sprechen.</p> <p><strong>Info&#58;</strong><br>Fach-Symposium &quot;Thoraxwanddeformitäten&#58; Diagnose und Therapie&quot;<br>Mittwoch, 21.08.2019, von 15 bis 17.30 Uhr<br>Anmeldung unter&#58; <a href="mailto&#58;manuela.bischoff@uniklinik-leipzig.de">manuela.bischoff@uniklinik-leipzig.de</a></p>
Warum Ertrinken nicht immer nach Ertrinken aussieht<img alt="Prof. Ulf Bühligen, Leiter der Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL, sagt, Kinder müssten unbedingt schwimmen lernen." src="/presse/PressImages/pic_20190624115650_00e5e6a7ce.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-06-23T22:00:00ZLeipzig. Sommerzeit – Badezeit. Doch gerade bei Kindern, die nicht oder nicht gut schwimmen können, birgt der Spaß im Schwimmbad oder am See auch immer die Gefahr, dass sie ertrinken könnten. Es geht schneller, als viele denken und wird oft noch nicht einmal bemerkt, bevor es dann zu spät ist. Für ihre Aktionswoche zur Unfallprävention vom 24. bis 30. Juni hat sich die Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL in diesem Jahr für das Thema "Vorbereitet für den Badespaß? Warum Ertrinken nicht nach Ertrinken aussieht!" entschieden. Zusammen mit der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) als Partner lädt sie innerhalb dieser Woche Kinder und ihre Eltern, Lehrer und Erzieher zu einem Aktionstag am Donnerstag, 27. Juni, ein. <p>&quot;Kinder ertrinken anders als Erwachsene, ganz leise nämlich. Sie verschwinden plötzlich, weil sie nicht um Hilfe schreien können. Das Problem ist die Schockstarre&quot;&#58; Mit diesen drastischen, doch aussagekräftigen Worten beschreibt Prof. Ulf Bühligen, Leiter der <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie" rel="ext" target="_blank">Poliklinik für Kinderchirurgie</a> am UKL, jenes Szenario, welches möglichst nie eintreten sollte. &quot;Die Verhütung von Kinderunfällen ist uns ein wichtiges Anliegen, da wir uns in der täglichen Arbeit immer wieder mit deren Folgen auseinandersetzen müssen&quot;, erklärt der Mediziner.<br>Eine Woche lang weist eine besondere Ausstellung im Atrium von Haus 6 auf mögliche Gefahren für Kinder im und am Wasser hin. &quot;Richtiges Verhalten an Teichen, Seen und Wasserstellen in heimischer Umgebung kann Unfälle verhindern&quot;, erläutert dazu Prof. Bühligen.</p> <p>Am Aktionstag selbst gibt es von 9 Uhr bis zirka 11.30 Uhr in zwei Runden ein Kinderprogramm, zum Beispiel mit spielerischer Aufklärung über Baderegeln, sowie eines für die erwachsenen Begleiter. Hier berichtet Volker Hippe, UKL-Arzt und im DLRG als sächsischer Landesverbandsarzt tätig, woran man aus der Ferne erkennt, ob jemand ertrinkt. Prof. Bühligen selbst spricht anschließend über Unfallprophylaxe, gefolgt von Frank Irmler, 2. Vorsitzender DLRG, Bezirk Leipzig, der unter dem Titel &quot;Seepferdchen für alle&quot; Ratschläge zur Schwimmausbildung gibt. Ein Boot und ein Fahrzeug der DLRG stehen als Einsatztechnik zum Anschauen und Anfassen im Klinikpark bereit.<br>Etwa 100 Kinder aus Leipziger Schulen und Kitas sind mit ihren Eltern und Erziehern bereits angemeldet. Für Runde 2 ab 10.25 Uhr sind für Kurzentschlossene noch Plätze frei.</p> <p><strong>In Badewannen und Regentonnen kann es passieren</strong><br>Fünf ertrunkene Kinder registrieren Prof. Bühligen und seine Kollegen im Durchschnitt jährlich am UKL. Auch wenn sie es überlebt haben sollten - die schlimme Folge eines solchen Unfalls ist oftmals ein irreversibler Hirnschaden, an dem das betroffene Kind ein Leben lang leiden wird.<br>In ganz Deutschland bewegten sich laut einer Statistik der DLRG die Todesfälle durch Ertrinken (nicht nur Kinder) von 1993 und 2018 immer zwischen 338 und 775. Bühligen plädiert daher für eine konsequente Schwimmausbildung in Schulen und Kindereinrichtungen.</p> <p>Häufige Schauplätze sind neben dem Meer, Seen und Schwimmbädern auch die eigene Badewanne, Gartenteiche oder sogar Regenwassertonnen. Daher genauso wichtig aus seiner Sicht&#58; &quot;Den eigenen Teich oder Pool sichern! Denn nicht die Wassertiefe, sondern die leichte Zugänglichkeit des Gewässers stellt das höchste Risiko dar&quot;, betont Kinderchirurg Bühligen. Eltern und Großeltern werden es nicht gern hören, aber meist geschieht es in ihrer Anwesenheit, die sich dann aber durch mangelnde oder fehlende Aufmerksamkeit auszeichnete. Ursachen für das Ertrinken sind oftmals Selbstüberschätzung, Übermut und Leichtsinn oder die völlige Unkenntnis über mögliche Gefahren.<br>Um ein solches Szenario zu vermeiden, brauche es die Unterstützung von Eltern und pädagogischen Kräften, sagt Prof. Bühligen. &quot;Sie müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein, die Gefährdung ihrer oder anderer Kinder früh zu erkennen und - besser noch - vorbeugend einzugreifen&quot;, so der Leiter der Leiter der Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL.</p> <p><strong>Aktionstag am UKL</strong><br>Donnerstag, 27. Juni,<br>9 Uhr bis 11.30 Uhr,<br>Universitätsklinikum Leipzig,<br>Haus 6, Atrium,<br>Liebigstraße 20a,<br>04103 Leipzig.</p>
Weltweit erste Fall-Serie von Smartphone-bezogenen Unfällen bei Kindern und Jugendlichen veröffentlicht<img alt="Prof. Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL, befürchtet eine Zunahme von Smartphone-bezogenen Unfällen bei Kindern und Jugendlichen." src="/presse/PressImages/pic_20190417110752_965b21b396.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-04-16T22:00:00ZLeipzig. Ärzte der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) haben die weltweit erste Fall-Serie von Smartphone-bezogenen Unfällen bei Kindern und Jugendlichen veröffentlicht. Die Ergebnisse sind nun in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Pediatric Emergency Care" veröffentlicht worden. Untersucht wurden Fälle von Kindern und Jugendlichen, die am UKL behandelt wurden, aus den Jahren 2008 bis 2018. Ein erster Fall trat 2012 auf. Seitdem mussten am UKL zehn Mädchen und Jungen nach Smartphone-Unfällen stationär behandelt werden. Für Klinikdirektor Prof. Martin Lacher gestaltet sich dabei die jüngste Zunahme Besorgnis erregend. Er befürchtet sogar bald den ersten Todesfall in Deutschland. <p>Man nennt sie auch &quot;Smombies&quot; - ein Kunstwort aus den Begriffen &quot;Smartphone&quot; und &quot;Zombie&quot;. Gemeint sind Menschen, die durch den ständigen Blick auf ihr Telefon so stark abgelenkt sind, dass sie ihre Umgebung kaum noch wahrnehmen. 2015 wurde es von einer Jury bereits einmal zum &quot;Jugendwort des Jahres&quot; gewählt.<br>Doch es klingt lustiger, als es in Wirklichkeit ist. Denn den &quot;Smombies&quot; fehlt auch der Blick für mögliche Gefahren zum Beispiel im Straßenverkehr. &quot;Schlimmer noch&#58; 'Smombies' werden selbst zur Gefahr. Sie stoßen mit anderen Fußgängern oder Radfahrern zusammen oder laufen, ohne den Blick zu heben, über die Straße&quot;, erklärt Prof. Martin Lacher, Direktor der <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL</a>.<br>In ihrer Studie untersuchten die Kinderchirurgen alle Fälle, in denen das Smartphone eine Rolle spielte. Acht der zehn Fälle geschahen erst 2016 oder später. Denn immer mehr Kinder und Jugendliche besitzen schon in jungen Jahren ein eigenes Mobiltelefon.</p> <p><strong>Mädchen stärker gefährdet</strong><br>Die Patienten wurden in der Studie auch dahingehend eingeteilt, ob ihre Rolle beim Unfall aktiv oder passiv war. Neben nur zwei Passiv-Fällen, in denen Kleinstkinder leichte Blessuren erlitten, weil ihre Eltern sie mit dem Smartphone verletzten, stehen acht Fälle mit aktiver Rolle zu Buche.<br>Mehrere Mädchen erlitten dabei schwere Verletzungen&#58; Ein glücklicherweise nur mit 30 Kilometer pro Stunde fahrendes Auto erfasste eine 12-Jährige, die die Straße überquerte und dabei ausschließlich auf ihr elektronisches &quot;Spielzeug&quot; schaute - Diagnose Beckenringfraktur. Und eine 16-Jährige fiel in einer Silvesternacht durch ein Glasdach, als sie gerade ein Foto von sich selbst machte. Sie erlitt ein schweres Wirbelsäulentrauma (multiple Wirbelkörperfrakturen) und Schnitte an der Hand. Einem weiteren Mädchen, ebenfalls 16, rollte ein Auto über die Hand, als sie ihr Smartphone von der Straße aufheben wollte.</p> <p>Dass laut Studien dabei eher Mädchen einer gewissen Smartphone-Sucht verfallen, war auch bei der Fall-Serie der Leipziger Kinderchirurgen zu beobachten&#58; Nur bei zwei der zehn Fälle stand ein Junge im Zentrum des Geschehens.<br>Beim Blick auf die mögliche Entwicklung derartiger Unfälle zeigt sich Prof. Lacher eher pessimistisch&#58; &quot;Bald werden wir den ersten Todesfall in Deutschland erleben. Da bin ich mir ziemlich sicher&quot;, so der UKL-Klinikdirektor.</p> <p><strong>Höhere Dunkelziffer vermutet</strong><br>Was gegen ein weiteres Ansteigen der Unfallzahlen helfen könnte, ist für den Kinderchirurgen eigentlich klar&#58; Weniger oft auf das Gerät schauen und mehr Aufmerksamkeit durch Erziehungsberechtigte, die ihre Vorbildrolle auch ernst nähmen, sei das Eine. Lacher hat jedoch noch andere Maßnahmen im Blick&#58; &quot;Im US-Bundesstaat Hawaii ist es illegal, eine Straße zu überqueren, während man auf das Smartphone schaut. Wäre das auch für unser Land gut&quot;, fragt er. Mit China, den USA, Belgien und Litauen gibt es zudem vier Länder, in denen eigene &quot;Smombie-Pfade&quot; eingerichtet wurden, spezielle Fußwege für unaufmerksame Smartphone-Nutzer. In den Niederlanden finden sich hingegen bereits zwei Städte, in denen Fußgängerampeln am Erdboden montiert sind. Gerade die letztgenannte Idee findet durchaus Anklang bei Prof. Lacher.</p> <p>Eines ist ihm und seinen Kollegen nach der Erhebung klar&#58; Die Dunkelziffer von Smartphone-bezogenen Unfällen bei Kindern und Jugendlichen dürfte wesentlich höher sein, denn viele Verletzte gingen nicht zum Arzt oder würden das Mobiltelefon nicht als Grund der Verletzung angeben.</p> <p>&#160;</p>
Kinderchirurgen am UKL behandeln bis zu 50 Tierbissverletzungen im Jahr<img alt="&quot;Tiere sind keine Spielzeuge&quot;, sagt Prof. Martin Lacher, Klinikdirektor der UKL-Kinderchirurgie. Ein Mal jede Woche behandeln er und seine Mitarbeiter Tierbissverletzungen bei kleinen Kiindern." src="/presse/PressImages/pic_20190124120827_4ef9c39b30.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-01-23T23:00:00ZLeipzig. Im Durchschnitt ein Mal pro Woche behandeln die Kinderchirurgen am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ein kleines Kind, welches von einem Tier gebissen wurde. Meist sind es Hunde oder Katzen, die für oft schmerzhafte Wunden sorgen, welche sich zudem auch noch entzünden können, wenn sie nicht ärztlich behandelt werden. Doch es gibt auch drastischere Fälle: Einem anderthalb Jahre alten Jungen biss ein Esel einen Teil des Zeigefingers ab. Eltern müssten ihre Kinder im Umgang mit Tieren stärker sensibilisieren, rät der Klinikdirektor. <p><span style="color&#58;#000000;">In mehr als einem Drittel aller Haushalte in Deutschland werden Tiere gehalten. 75 Prozent aller Bissverletzungen geschehen so auch durch Hunde und Katzen. Statistiken zeigen, Mädchen werden eher von Katzen gebissen, Jungen hingegen von Hunden. Fast immer ist es der eigene oder ein bekannter Hund. <br><span style="color&#58;#000000;">Rund 50 Tierbisse zählten Prof. Martin Lacher, Direktor der <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL</a>, und sein Team im Jahr 2018. Im Jahr davor sahen die Zahlen ähnlich aus. Hunde führen die Rangliste klar an, gefolgt von Katzen. In den vergangenen Jahren vertreten waren auch Wildschwein, Marder, Ratten, Hasen, Meerschweinchen, sogar ein Pinguin im Zoo - und eben auch Pferde und ein Esel. </span></span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">&quot;Im Herbst des vergangenen Jahres hatten wir den drastischen Fall eines anderthalb Jahre alten Jungen, der einen Esel füttern wollte und dabei seine Finger regelrecht ins Maul des Tieres steckte&quot;, erinnert sich Prof. Lacher. Der Esel biss dem Kleinkind das Endglied des Zeigefingers ab. &quot;Die Eltern brachten das abgebissene Fingerglied zwar mit, dieses wurde auch gemeinsam mit den Kollegen des Bereichs 'Plastische, Ästhetische und spezielle Handchirurgie' replantiert, doch angewachsen ist er leider nicht mehr&quot;, erläutert Lacher. Gerade in Streichelgehegen, so der Kinderchirurg, müssten Eltern ihren kleinen Kindern unbedingt zeigen, wie man zum Beispiel die Hand zum Füttern richtig hält. </span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">&quot;Vergleicht man die verletzten Körperteile, ist es beispielsweise nicht so sehr die Katze, die in die Hand beißt, tragisch wird es hingegen bei einem Hund, der das Gesicht des jüngeren Kleinkinds erwischt, denn beide treffen sich sozusagen auf Augenhöhe&quot;, hebt Prof. Lacher hervor. Bisse in die Wangen, die Augenbereiche und die Augenlider sind die Folgen. Bei älteren und damit größeren Kindern sind oft der Hals und der Nacken sowie Arme und Beine betroffen.</span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">Kommt ein Kind mit einem Tierbiss in die Kinderchirurgische Klinik, wird neben der Wundversorgung vor allem auf den Impfstatus geschaut - bei Mensch (Tetanus) und beim Tier (Tollwut). Neben dem Säubern und Spülen der Wunde wird bei der Erstversorgung auch das so genannte Debridement durchgeführt&#58; Gewebe, welches nicht mehr durchblutet wird (&quot;avital&quot;), wird dabei entfernt. Gerade nach Gesichtsverletzungen bleiben oft Narben und Keloide (Wulstnarben) zurück. Deren Nachbehandlung erfolgt dann ebenso durch die Experten am UKL.</span></p> <p><span style="color&#58;#000000;">Oft unterschätzt wird laut Klinikdirektor Lacher das Risiko einer Infektion der Tierbisswunde. Eine solche muss mit speziellen Antibiotika behandelt werden, da die Mundhöhle der Tiere ein besonderes Spektrum von seltenen Bakterien ausweist. Ein besonderes hohes Infektionsrisiko besteht bei Bissverletzungen der Hand durch Katzen.&#160; <br><span style="color&#58;#000000;">Kinderchirurg Lacher sieht Eltern stärker in der Pflicht, ihre Kinder zu sensibilisieren. &quot;Tiere sind keine Spielzeuge. Die Kleinen sollten wissen, wie und wann man sich einem Tier nähert und wann besser nicht.&quot;</span></span></p>
Jedes Jahr rund 30 Silvesterunfälle mit oft tragischen Folgen am UKL behandelt<img alt="Eine kleine Sammlung legaler und illegaler Silvesterknaller. Manche der illegalen Böller, wie zum Beispiel der dritte von rechts, enthalten mehr Schwarzpulver als die gesamte legale Vierer-Packung China-Böller im Vordergrund." src="/presse/PressImages/pic_20181227102945_d63a3eec33.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2018-12-26T23:00:00ZSie sind für den kommenden Jahreswechsel gerüstet: Prof. Dr. Andre Gries, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig, Prof. Stefan Langer, Bereichsleiter Plastische, ästhetische und spezielle Handchirurgie, und Prof. Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie. "Eigentlich reichen die normalen Not- und Unfälle schon", sagt Prof. Gries freimütig. "Aber zu Silvester kommen immer wieder auch Stürze von Balkonen, Verkehrsunfälle, Verbrennungen und Explosionsverletzungen durch Feuerwerkskörper dazu – mit zum Teil tragischen Folgen." <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;">Der Jahreswechsel mit Alkohol und Partystimmung führt leider immer wieder zu Verhaltensweisen, die mehr als fahrlässig sind. &quot;Beim Verwenden von Böllern ohne CE-Zeichen wird oft an leichtsinnige Jugendliche gedacht. Aber es sind auch Familienväter, die aus Jux ihre Gesundheit und die Zukunft der Familie aufs Spiel stellen&quot;, erzählt Prof. Langer. &quot;Vergangenes Jahr hatten wir so einen Fall&#58; Beim Zünden eines illegalen Feuerwerkskörpers wurden einem Mann zwei Finger der linken Hand abgerissen. Wir haben einen Replantationsversuch unternommen, doch war am Ende der Verlust des Zeigefingers nicht zu verhindern. Der Mittelfinger ist ohne Gefühl und in der Beweglichkeit eingeschränkt. Der Mann wird Zeit seines Lebens damit klarkommen müssen.&quot; </span></span></p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;">&#160;</p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;">Vor allem, wenn Kinder beteiligt sind, kann es ganz tragisch werden. &quot;Vor einem Jahr hatten wir zwei Kinder mit sehr schweren Silvesterverletzungen&quot;, erinnert sich Prof. Lacher. &quot;Von seinem großen Bruder bekam ein Junge einen Feuerwerkskörper überreicht; er &quot;sollte ihn mal halten&quot;. Am Ende konnten wir den zerstörten Daumen zwar an sich retten, aber Sehnen und Nerven waren so geschädigt, dass der Patient den Daumen nicht mehr benutzen kann. Ein anderer Junge versuchte, einen angezündeten, illegal aus dem nahen Ausland eingeführten Böller auszutreten. Der explodierte aber unter seinem Schuh mit solcher Wucht, dass durch die Schuhsohle hindurch der Fuß schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das Fersenbein war zerborsten. Mit allen chirurgischen Fachdisziplinen am UKL haben wir alles wieder rekonstruiert, aber für den Jungen bedeutete das, ein halbes Jahr Krankenhausaufenthalt und ein Jahr nicht laufen können.&quot; </span></span></span></span></p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;">&#160;</p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;">&quot;Natürlich stehen zu Silvester mit der <a href="/einrichtungen/notaufnahme" rel="ext" target="_blank">Zentralen Notaufnahme</a>, den <a href="/einrichtungen/oup/Seiten/plastische-chirurgie.aspx" rel="ext" target="_blank">Handchirurgen</a> und <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie" rel="ext" target="_blank">Kinderchirurgen</a> sowie allen anderen Fachdisziplinen des Universitätsklinikums ein großes interdisziplinär und Hand in Hand arbeitendes Team parat&quot;, verdeutlicht Prof. Gries. &quot;Es sind zum Glück nicht Hunderte von Verletzten, die zu behandeln sind, aber rund 30 Personen bezahlen jedes Jahr ihre Fahrlässigkeit im Umgang mit Feuerwerkskörpern und mit Alkohol mit ihrer Gesundheit. Da werden nicht nur illegale Böller verwendet, sondern auch selbst Sprengkörper gebaut, oder es wird mit Raketen aufeinander geschossen. Das führt zur ersten 'Spitze' der Silvester-Vorfälle. Die zweite Spitze der Unfallzahlen entsteht dadurch, dass Kinder und Jugendliche am Neujahrsmorgen auf 'Blindgängersuche' gehen, um diese dann irgendwie zur Explosion zu bringen. Alles verdammt gefährlich, alles verdammt unnötig.&quot; </span></span></span></span></p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;">&#160;</p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;"><span style="font-size&#58;12pt;"><span style="color&#58;#000000;font-family&#58;Calibri;">Die drei Ärzte des Universitätsklinikums Leipzig bitten deshalb vor allem die Eltern, zu Silvester auf riskante &quot;Heldentaten&quot; zu verzichten. Zudem sollten Kinder und Jugendliche aufgefordert werden, die Finger von nicht explodierten Feuerwerkskörpern zu lassen. Diese könnten beim erneuten Zündversuch sofort detonieren, so dass es keine Chance gibt auszuweichen. &quot;Wir sind Silvester im Dienst, damit für den Fall der Fälle schnell und präzise geholfen werden kann. Aber alle Ärzte und Schwestern würden sich sehr freuen, wenn sie nicht für Silvesterunfälle gebraucht würden&quot;, so Prof. Gries.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</span></span></span></span></p> <p style="margin&#58;0cm 0cm 0pt;line-height&#58;normal;">&#160;</p>

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