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Aktuelles auf der Kinderchirurgie

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„Ausge­­­zeichnet. FÜR KINDER“

Qualitätssicherung für die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen - Klinik für Kinderchirurgie erhält Qualitätssiegel „Ausge­­­zeichnet. FÜR KINDER“ (Pressemeldung 16.03.2020)

 

 

Führende Ärzte des Universitätsklinikums Leipzig erwarten weniger Silvester-Verletzungen durch Böllerverbot<img alt="Solche Böller sollten zu diesem Jahreswechsel möglichst keine Verletzungen verursachen - das hoffen zumindest Ärzte des UKL mit Blick auf das aktuelle Böllerverbot." src="/presse/PressImages/pic_20211227113351_369853df76.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-12-26T23:00:00ZLeipzig. Nach 2020 wird auch in diesem Silvestertag ein Jahreswechsel ohne große Böllerei über die Bühne gehen und Feiern auf öffentlichen Plätzen sind in diesem Jahr sachsenweit nicht gestattet – damit auch Feuerwerk und das Anzünden von Knallern. <p>&quot;Und das ist auch gut so&quot;, bekräftigt der Kinderchirurg Prof. Dr. Martin Lacher. &quot;Denn jedes Silvester haben zehn bis 20 Kinder aus der Region Leipzig durch Böller schwere Verletzungen davongetragen, die nicht selten lebenslange Folgen hatten. Außer im vergangenen Jahr&#58; Da hatten wir durch das coronabedingte Böllerverbot keinen einzigen Fall.&quot; Der Direktor der <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</a> am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) begrüßt deshalb, dass auch in diesem Jahr die große Knallerei zu Silvester und Neujahr ausfällt&#58; &quot;Zugespitzt könnte man sagen&#58; Die Corona-Pandemie ist gut für die Kinderhände. Denn bei den normalen Jahreswechseln vor Covid-19 hatten wir regelmäßig Unfälle, bei denen Kindern ein oder mehr Finger abgerissen wurden.&quot;&#160;</p> <p>Solche schwerwiegenden Verletzungen können am UKL zum Glück für die Betroffenen sehr gut versorgt werden, weil die Kinderchirurgen mit ihren Kollegen vom Bereich<a href="/einrichtungen/oup/plastische-ästhetische-spezielle-handchirurgie"> Plastische, Ästhetische und Spezielle Handchirurgie</a> um Prof. Dr. Stefan Langer interdisziplinär zusammenarbeiten. So kam so mancher Finger zwar wieder dorthin, wo er hingehört. Aber eine Funktion wie vor dem Unfall könne aufgrund der Verletzungsschwere oft nicht erreicht werden.&#160;</p> <p>Wobei in der eigentlichen Silvesternacht Kinder und Jugendliche meist nur leichte Verbrennungen davontrugen, beispielsweise durch das unsachgemäße Anzünden von Raketen. &quot;Die schlimmsten Verletzungen entstanden immer am Neujahrstag&quot;, erzählt. Prof. Lacher. &quot;Da liegen die Eltern noch müde im Bett, und Kinder und Jugendliche nutzen das, um auf die Suche nach Blindgängern zu gehen. Diese Feuerwerkskörper sind hundsgemein gefährlich, weil es wegen der kurzen Zündschnur oft keine Zündverzögerung gibt und die Knaller oder Raketen sofort losgehen - mit den entsprechenden Folgen.&quot;</p> <p>Welche schlimme Auswirkungen Feuerwerkskörper haben können, davon kann auch der Augenarzt Prof. Dr. Focke Ziemssen ein Lied singen. &quot;In den Vor-Corona-Jahren hatten wir allein in Leipzig jeweils zwölf bis 16 Betroffene mit zum Teil schweren Verletzungen. Im letzten Jahr aber gab es nur vier Patienten mit leichten Ausprägungen&quot;, sagt der Direktor der <a href="/einrichtungen/augenheilkunde">Uni-Augenklinik</a>. 30 bis 40 Prozent der schweren Verletzungen durch Feuerwerkskörper hätten leider Kinder und Jugendliche als Zuschauer und Passanten betroffen. &quot;Die positiven Effekte, also vermiedene Erblindungen sind aus Ländern wie Schweden, Finnland oder den Niederlanden durch Verbote vor Corona bekannt. Letztes Jahr haben sich die schützenden Verbote auch im Register unserer Fachgesellschaft mit einem Rückgang um 80 Prozent bewährt.&quot;</p> <p>Auch die <a href="/einrichtungen/notaufnahme">Zentrale Notfallaufnahme (ZNA)</a> des UKL kann über sinkende Zahlen durch den vergangenen böllerfreien Jahreswechsel berichten. &quot;Während wir 2018 zu 2019 und 2019 zu 2020 jeweils rund 200 Patienten zu versorgen hatten, waren es beim Jahreswechsel 2020 zu 2021 nur 153&quot;, so Prof. Dr. André Gries, Ärztlicher Leiter der ZNA. &quot;Wobei dieser Rückgang nicht nur mit Böllern zusammenhängt. Wir hatten auch weniger Betrunkene, die sich bei Stürzen verletzten, weniger Schlägereien und weniger Schnittverletzungen. Alle Mitarbeiter der Notaufnahme würden sich freuen, wenn dieser Jahreswechsel wieder etwas ruhiger verlaufen würde. Denn durch die Corona-Pandemie haben wir ohnehin schon voll zu tun.&quot;</p>
Jedes Jahr erleiden mehr als 50 Kinder in Leipzig schwere Brandwunden<img alt="„Gerade kleine Kinder haben eine sehr zarte Haut, die durch heiße Flüssigkeit stark geschädigt werden kann“, warnt Kinderchirurgie-Klinikdirektor Prof. Martin Lacher (Foto)." src="/presse/PressImages/pic_20211207112919_8a83eeb494.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-12-06T23:00:00ZLeipzig. "Advent, Advent – es brennt", so lautet in diesem Jahr das Motto des bundesweiten "Tages des brandverletzten Kindes" am 7. Dezember, den die Initiative Paulinchen e.V. ins Leben gerufen hat. "Die kalte Jahreszeit führt immer wieder dazu, dass sich Kinder verbrennen oder verbrühen", sagt Privatdozentin Dr. Steffi Mayer. Die Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat sich auf diese oft sehr schmerzhaften und folgenschweren Fälle spezialisiert und erlebt jedes Jahr, dass Kerzen, heiße Flüssigkeiten und heiße Flächen besonders in der Advents- und Weihnachtszeit große Gefahrenquellen für Kinder darstellen. <p>&quot;Häufig sind die Kleinsten betroffen, wenn sie bei den Eltern auf dem Schoß sitzend nach der Tasse mit dem heißen Kaffee oder Tee greifen und sich damit übergießen&quot;, erzählt die Kinderchirurgin. &quot;Die Kleinkinder erkunden ja schon selbst die Wohnung, und auch dabei ist die Vorweihnachtszeit mit Gefahren gespickt&#58; Das Fenster des Kamins, durch das das Feuer zu sehen ist, oder der hell erleuchtete Backofen hat ungeheure Anziehungskraft. Auch alles, was auf dem Herd geschieht und so herrlich riecht, ist verlockend. Die Schulkinder wiederum können durch gut gemeinte Behandlungen gefährdet werden&#58; Wenn die Nase verstopft ist und Husten dazukommt, kann das Inhalieren Erleichterung bringen. Wenn aber die Schüssel mit dem heißen Wasser umkippt, kann das böse Folgen haben.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p>Wie <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Klinikdirektor Prof. Dr. Martin Lacher</a> erklärt, muss eine Flüssigkeit nicht kochen, um Verbrühungen auszulösen. Schon bei 52 Grad - das wäre ein frischer Kaffee oder Tee - sind die Folgen furchtbar. Zumal die Menge einer Tasse bei Kleinkindern ausreicht, um 30 Prozent ihrer zu verbrühen und sie damit lebensgefährlich zu verletzen. &quot;Gerade die kleinen Kinder haben ja eine sehr zarte Haut, die durch die heiße Flüssigkeit stark geschädigt wird&quot;, sagt der Kinderchirurg.</p> <p>&#160;</p> <p>Am Kamin ist das Fenster selten per Doppelverglasung gegen die Hitze isoliert. &quot;Hier können sich neugierige Kinder ihre Hände schwer verbrennen. Denn dort herrschen bis zu 700 Grad, also besonders hohe Temperaturen&quot;, so PD Mayer. &quot;Bei solchen Temperaturen entstehen schnell schwere Schädigungen mit starker Narbenbildung, was das Kind dauerhaft beeinträchtigen kann.&quot; Der Backofen hat zwar meist eine Doppelverglasung, so dass nicht derart hohe Temperaturen am Fenster anliegen. Doch die langsam braun werdenden Plätzchen verführen leider so manches Kind, ganz nah an den heißen Ofen zu kommen. Auch dann sind schmerzhafte Verbrennungen möglich.</p> <p>Rund 7500 Kinder unter 15 Jahren verbrennen oder verbrühen sich in Deutschland jedes Jahr so schwer, dass sie in Kliniken stationär behandelt werden müssen. Die Kinderchirurgie des UKL, als Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder in der Region Leipzig zertifiziert, versorgt jährlich rund 50 Kinder mit Verbrennungen oder Verbrühungen stationär. &quot;Dabei ist jeder Fall furchtbar für das Kind, die Angehörigen und auch für uns. Dabei lassen sich 60 Prozent dieser Unfälle durch Vorbeugung vermeiden. Also&#58; Heißes immer außer Reichweite des Kindes stellen und es von heißen Flächen wie Herdplatten, Kamin und Backöfen fernhalten. Auch Vorsicht vor erreichbaren Tassen, Kabeln, Tischdecken und Topfgriffen, an denen Kinder ziehen können und dann durch heiße Flüssigkeiten oder gefährliche Gegenstände wie Bügeleisen getroffen werden können.&quot;&#160;</p> <p>Sollte es doch zu einer Brandverletzung kommen, empfehlen die Experten die betroffene Stelle höchstens zehn Minuten mit handwarmem Wasser kühlen, den Notruf zu wählen oder einen Kinderchirurgen oder Kinderarzt aufzusuchen. &#160;<br><br></p> <p><strong>Hintergrund Paulinchen-Tag&#58;</strong></p> <p>Der Paulinchen e.V. wurde von Müttern verletzter Kinder gegründet, um Erwachsene zu sensibilisieren, Kinder und Jugendliche vor Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen zu schützen und Betroffenen zu helfen. Der Name des Vereins geht auf einer Struwwelpeter-Geschichte zurück, in der ein Kind (Paulinchen) verhängnisvoll mit einem Feuerzeug spielt. Seit zehn Jahren richtet der Verein den Paulinchen-Tag aus.<br>Beratungshotline des Paulinchen e.V.&#58; täglich von 8 bis 20 Uhr unter 0800 0 112 123</p>
Warum Trampoline nicht nur gefährlich sind und ob Verletzungen durch wildes Hüpfen in der Pandemie zugenommen haben<img alt="Prof. Martin Lacher, Kinderchirurgie, (re.) zusammen mit Prof. Franz Wolfgang Hirsch, Kinderradiologie, bei der Diskussion von Patientenaufnahmen." src="/presse/PressImages/pic_20210726100906_c3cf77d528.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-07-25T22:00:00ZLeipzig. Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig, beantwortet die Fragen, ob es im Lockdown mehr Trampolinunfälle gab, wann und wie die Hüpfgeräte gefährlich werden können und warum er das sichere Springen auf jeden Fall trotzdem empfiehlt. <p><strong>These 1&#58; &#160;Während der Pandemie wurden Trampoline stärker genutzt, entsprechend stieg die Zahl der Trampolinunfälle.</strong> &#160;&#160;</p> <p><em><strong>Prof. Martin Lacher, UKL&#58;</strong></em> Das können wir so nicht mit Sicherheit sagen. Unsere Daten zeigen zumindest keinen Anstieg in den Corona-Monaten. Im ersten Quartal 2019, also vor der Pandemie, haben wir 31 Kinder aufgrund eines Trampolinunfalls zum Röntgen geschickt, dabei wurden 13 Brüche festgestellt. Im ersten Quartal 2021 waren es 33 Kinder und 14 Brüche - also keine Veränderung. Es gibt zwar Studien, wonach es in den Corona-Monaten vermehrt Trampolinunfälle gab, aber wir hier in Leipzig können das so nicht bestätigen. Trampoline sind sehr populäre Sportgeräte, deren Beliebtheit stark gestiegen ist. Vor 15 Jahren gab es daher ganz klar weniger Verletzungen durch das Springen auf Trampolinen. Heute stehen diese Geräte ja in jedem Hinterhof, und entsprechend häufig führt exzessives Hüpfen auch mal zu uns in die <a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Kinderchirurgie.&#160;</a></p> <p>&#160;</p> <p><strong>These 2. Trampolinspringen ist generell riskant und verursacht viele Unfälle.&#160;</strong></p> <p><em><strong>Prof. Martin Lacher&#58;</strong></em> Ich würde eher sagen, Trampolinspringen ist ein kalkuliertes Risiko. Wir alle kennen die Gefahren, die damit verbunden sein können, aber auch, wie wir damit umgehen müssen. Um keine ernsten Unfälle zu riskieren, sollte man es langsam angehen lassen und sich einüben. Drei von vier Unfällen passieren in den ersten 15 Minuten, in 40 Prozent der Fälle ist etwas gebrochen. Es kann dabei auch komplizierte Brüche geben, Verletzungen am Oberarm, Sprunggelenk oder Ellenbogen. Viele der Verletzungen sind aber gut behandelbar, vor allem in einem spezialisierten Unfall-Zentrum wie dem unseren. Wir als Kinderchirurgen werden dabei unterstützt von unseren hervorragenden <a href="/einrichtungen/kinderradiologie">Kinderradiologen im Team von Prof. Franz Wolfgang Hirsch</a>, die sehr erfahren sind bei der Diagnose des wachsenen Skeletts von Kindern und Jugendlichen.&#160;</p> <p>Übrigens verletzen sich Mädchen deutlich häufiger beim Trampolinspringen, nur ein Drittel dieser Patienten sind Jungen. Dafür ist bei denen dann eher auch etwas gebrochen. Vermutlich sind Jungen risikobereiter und springen eher intensiver - mit den entsprechenden Folgen.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>These 3&#58; Trampoline sind vor allem für kleine Kinder gefährlich.&#160;</strong></p> <p><em><strong>Prof. Martin Lacher&#58;</strong> </em>Unsere Patienten sind zwischen 2 und 17 Jahre alt, aber eher älter als 6 Jahre. Eine Häufung bei den Kleinsten gibt es nicht. Generell wird bei Kindern, die jünger sind als sechs, vom Trampolinspringen abgeraten, einfach, weil kleinere Kinder noch eher Schwierigkeiten mit der erforderlichen Koordination haben. Aber auch das ist Übungssache. Als Vater weiß ich aus Erfahrung - wenn es ältere Geschwister gibt, lässt sich das jüngere Kind faktisch nicht vom Trampolin fernhalten, es ist einfach unwiderstehlich. Da muss man abwägen und mit gesundem Menschenverstand entscheiden, wie weit die Kinder gehen können. Und die grundsätzlichen Sicherheitsregeln sollten eingehalten werden - das Sicherheitsnetz muss intakt sein und der Reißverschluss verschlossen. Denn wenn die Kinder rausfallen, tut es richtig weh und kann deutlich ernster werden. Es sollte nichts auf die Sprungfläche mitgenommen werden, keine Spielsachen und keine Getränke. Außerdem gilt&#58; Barfuß in der Mitte springen, idealerweise einzeln. Das Unfallrisiko steigt um das 14-fache, wenn mehrere Personen auf einem Gerät sind. Wird natürlich trotzdem gemacht, denn das macht so richtig Spaß. Wichtig auch dann&#58; In der Mitte bleiben, nicht zu wild hüpfen und vor allem&#58; keine Salti! Denn gerade ältere Kinder verunfallen vor allem dann, wenn sie einen Salto versuchen.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>These 4. Trampolinspringen ist gesund. &#160; &#160;</strong> &#160; &#160; &#160;&#160;</p> <p><em><strong>Prof. Martin Lacher</strong></em>&#58; Es ist auf jeden Fall sehr förderlich. Das Hüpfen hilft großartig beim Stressabbau, daher wurde vermutlich im Lockdown tatsächlich mehr gesprungen. Trampoline werden zudem bei verschiedenen Erkrankungen auch gezielt in der Therapie eingesetzt, vor allem bei motorischen Entwicklungsverzögerungen oder Hirnschäden. Insgesamt verbessert Trampolinspringen das Körpergefühl und die Koordinationsfähigkeit, stärkt die Muskeln und steigert als Ganzkörpertraining die Fitness. Das reduziert dann wieder die Unfallgefahr im Alltag - und das wieder freut uns Kinderchirurgen. &#160;&#160;</p>
UKL-Kinderchirurg: Fahrradfahren ohne Helm ist lebensgefährlich<img alt="Prof. Martin Lacher wirbt eindringlich für Fahrradhelme bei Kindern&#58; “Wir sehen leider viele Kinder mit ernsten Kopfverletzungen. Es sollte aber gar nicht erst zu diesen schrecklichen Verletzungen kommen. Und dafür müssten die Kinder nur einen Fahrradhelm aufsetzen.“" src="/presse/PressImages/pic_20210607130651_e389847678.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-06-06T22:00:00ZAn mindestens 20 schwer verletzte Leipziger Kinder, die beim Fahrradfahren schwer verunglückten, kann sich Prof. Dr. Martin Lacher erinnern. "Und alle hatten keinen Helm auf", sagt Chef der Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). "In den schlimmsten Fällen sind die Kinder gestorben. Andererseits haben wir kleine Patienten behandelt, auf die das gleiche Unfallmuster zutraf – die aber einen Helm aufhatten und mit einer Gehirnerschütterung davonkamen. Meine Mahnung ist deshalb an alle verantwortungsvollen Eltern: Lassen Sie Ihre Kinder nicht ohne Helm aufs Fahrrad." <p>Der UKL-<a href="/einrichtungen/kinderchirurgie">Kinderchirurg</a> verdeutlicht das mit einigen Beispielen&#58; Ein elfjähriges Mädchen kam mit ihrem Rad aus einer Seitenstraße und wurde von einem Auto erfasst. Dabei schlug ihr ungeschützter Kopf auf die Windschutzscheibe. &quot;Sie wurde sehr schwer verletzt&quot;, so Prof. Lacher. &quot;Schädel-Hirn-Trauma, Fraktur einer Augenhöhle mit Augapfel Prellung, Fraktur der Stirnhöhle, durch den Gegenstoß des Aufpralls eine Hirnblutung am Hinterhaupt, dazu eine Skalpierungsverletzung und ein Schienbeinbruch - es hat lange gedauert, bis wir das alles mit den Kollegen der <a href="/einrichtungen/neurochirurgie">Neurochirurgie</a> und <a href="/einrichtungen/mkg">Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie</a> versorgt hatten und die Verletzungen geheilt waren.&quot;</p> <p>Auch ein Vierzehnjähriger, der mit BMX-Rad, aber ohne Helm auf einer Cross-Strecke verunglückte, trug schwere Verletzungen davon. Schädel-Hirn-Trauma mit massiver Hirnblutung, AugenhöhlenfrakturStirnhöhlenfraktur und völlig zerschrammte linke Gesichtshälfte - mit Helm wären die Folgen des Sturzes nicht so drastisch gewesen. Denn Prof. Lacher erinnert sich einen 15-Jährigen, der gleichfalls mit dem BMX-Rad auf einer Halfpipe einen Salto riskierte, dabei auf dem Kopf landete und bewusstlos liegenblieb. &quot;Der Junge hatte aber einen Helm auf, war beim Eintreffen des Notarztes schon wieder wach und vierfach orientiert. Damit ist gemeint, dass er sagen konnte, wer er ist, wo er ist, welcher Tag gerade ist und wie er in diese Situation geriet.&quot; Ein weiteres Beispiel, wie gut ein Helm den Kopf schützen kann, ist das eines weiteren 15-Jährigen, der als Radfahrer von einem Auto angefahren wurde und gegen dessen Frontscheibe prallte. Der Junge trug einen Helm, der zwar beim Unfall kaputtging (wie auch die Scheibe), aber den Schädel schützte. Keine nennenswerten äußeren Verletzungen, keine Bewusstlosigkeit, kein Erbrechen, keine Wesensveränderung, allerdings keine Erinnerung an den Unfall - also &quot;nur&quot; eine Gehirnerschütterung.&#160;</p> <p>&quot;Solche Unfälle führen oft zu schweren Verletzungen und schweren Verläufen mit lebenslangen Folgen&quot;, betont Prof. Lacher. &quot;Natürlich haben wir am Uniklinikum für solche Fälle Top-Mediziner und eine Top-Ausrüstung, um den betroffenen Kindern zu helfen. Nicht nur wir Kinderchirurgen, sondern auch Kinderintensivmediziner, <a href="/einrichtungen/kinderradiologie">Kinderradiologen</a>, Kinderneurochirurgen und Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen können rund um die Uhr als interdisziplinäres Team gleich im Schockraum auch sehr komplexe Traumata versorgen. Dafür sind wir auch als einziges Referenzentrum für Kindertraumatologie in Westsachsen da. Aber es sollte gar nicht erst zu diesen schrecklichen Verletzungen kommen. Und dafür müssten die Kinder nur einen Fahrradhelm aufsetzen.&quot;</p> <p>An die Eltern richtet sich eine weitere Bitte des Kinderchirurgen&#58; Oftmals fahren die Kinder in Innenhöfen, wo sie keiner großen Gefahr ausgesetzt sind. Deshalb wird vielleicht nicht darauf bestanden, dass ein Helm aufgesetzt wird. &quot;Dennoch fahren die Kinder irgendwann doch aus dem Innenhof heraus. Weil es die Freunde machen, weil es sie ihre Fertigkeiten auf dem Rad überschätzen oder - das gilt besonders für Jungen - das Risiko suchen und ihren Freunden zeigen wollen, wie toll sie sind. Das sehen die Eltern oft nicht. Und meist geht das auch gut aus. Aber wir behandeln viele Kinder, bei denen es schlecht ausgeht. Und wir sehen dann auch die Eltern, die völlig aufgeregt sind und sich Vorwürfe machen. Also&#58; Lieber immer einen Helm aufsetzen, wenn es aufs Fahrrad geht.&quot;</p>
Erstes Zentrum für roboterassistierte und navigierte Chirurgie in Sachsen am UKL gegründet<img alt="Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der UKL-Klinik für Urologie und Mitinitiator des neuen Zentrums für roboternavigierte Chirurgie, an einem da Vinci-OP-Roboter." src="/presse/PressImages/pic_20210226085050_d8df73a3cf.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-02-25T23:00:00ZLeipzig. Am Universitätsklinikum Leipzig wurde jetzt das erste Zentrum für roboterassistierte und navigierte Chirurgie in Sachsen gegründet. Das Zentrum bündelt die große am UKL vorhandene Expertise im Einsatz von roboter-, navigations- und IT-gestützten Systemen im Operationssaal und verbindet so Spezialisten aus zwölf Fachgebieten. Gemeinsames Ziel ist eine kontinuierliche und einheitliche Entwicklung dieser zukunftsorientierten Chirurgie, um vor allem die Patientensicherheit und Therapieerfolge stetig zu erhöhen und Synergieeffekte in der Behandlungseffektivität wirksam zu nutzen. <p>Das UKL setzt seit Jahren auf den Einsatz moderner Technik im Operationssaal, um die Eingriffe präziser und für Patienten schonender umsetzen zu können. Dafür stehen den Operateuren heute bereits zwei &quot;da Vinci&quot;-Operationsroboter für komplexe operative Eingriffe in der <a href="/einrichtungen/urologie">Urologie</a>, <a href="/einrichtungen/frauenheilkunde">Gynäkologie</a> und Chirurgie zur Verfügung. In der Neurochirurgie, der <a href="/einrichtungen/oup/wirbelsäulenchirurgie">Wirbelsäulen- und Gelenkchirurgie</a> und der Traumatologie ist die navigierte Chirurgie seit langem fest etabliert. In den vergangenen Jahren konnten so mehrere tausend Eingriffe minimal-invasiv mit Hilfe dieser unterstützenden Technik durchgeführt werden. In Kürze wird am UKL ein drittes innovatives Roboter-System innerhalb eines OP-Neubaus eingerichtet. &quot;Mit dem Neubau von drei Operationssälen, die im Jahr 2022 für die Versorgung zu operierender Patienten zur Verfügung stehen, wird eine neue Dimension in der Versorgung unserer Patienten erreicht&quot;, beschreibt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. Innerhalb des Neubauprojektes entstehen drei Hybrid-Operationssäle, einer davon mit integrierter angiografischer Bildgebung, ein weiterer mit eingebautem Computertomographen und Navigationssoftware sowie ein Saal mit einem MRT-Gerät. &quot;Diese Erweiterung wurde angesichts steigender Patientenzahlen und des medizinischen Fortschritts notwendig und vervollständigt jetzt unsere Möglichkeiten in der modernen Chirurgie&quot;, so Josten.&#160;<br><br></p> <p>Auch für die Arbeit des neu gegründeten Zentrums stellt diese Erweiterung eine wichtige Ergänzung dar. Dank innovativer intraoperativer Bildgebung mit Echtzeitkontrolle und Möglichkeiten der navigierten 3D-Rekonstruktion bieten die roboterassistierten und navigierten neuen operative Verfahren den Patienten eine höhere Sicherheit und eine Verringerung der mit der Operation verbundenen Belastung. &#160;&#160;<br><br></p> <p>&quot;Wir arbeiten bereits seit 2011 mit dem OP-Roboter da Vinci&quot;, berichtet Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der UKL-Klinik für Urologie. &quot;Aufbauend auf diesen guten Erfahrungen setzen wir unseren Weg mit der Zentrumsgründung jetzt konsequent fort.&quot; Die Assistenz des Robotersystems führe die minimal-invasive Chirurgie zu höchster Präzision. &quot;Durch die geringe Größe der Eintrittsstellen sinkt die operationsbedingte Infektionsgefahr&quot;, so der Mitinitiator des neuen Zentrums. Dank der schonenden OP-Methode erhole sich der Patient zudem rascher und kann schneller in den Alltag zurückkehren.&#160;</p> <p>Stolzenburg sieht die Notwendigkeit eines interdisziplinären Zentrums, um dem steigenden Bedarf an roboter-assistierter und navigierter Chirurgie gerecht zu werden&#58; &quot;Die Zahl und das Spektrum der Patienten, die für eine solche innovative Behandlung in Frage kommen, erweitert sich stetig, auch, weil mit der Zahl der beteiligten Fachgebiete die Interdisziplinarität steigt&quot;, so der UKL-Urologe.&#160;<br><br></p> <p>&quot;Es gilt zukünftig sowohl die roboterassistierte Chirurgie als auch die navigierte Chirurgie weiter zu entwickeln und beides zusammen zu führen. Das Universitätsklinikum Leipzig sieht es als eine originäre Aufgabe, die Einführung neuester medizinischer Technik klinisch und wissenschaftlich im Rahmen eines interdisziplinären Zentrums zu begleiten, um letztendlich unseren Patienten die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen&quot;, so Prof. Meixensberger, Direktor der UKL-Klinik für <a href="/einrichtungen/neurochirurgie">Neurochirurgie</a> und einer der Mitinitiatoren der Neugründung. &#160;<br><br></p> <p>Neben der Urologie und der Neurochirurgie gehören dem Zentrum folgende Fachbereiche des UKL an&#58; Gelenkchirurgie, Gynäkologie, Hals-Nasen- Ohrenheilkunde, Kinderchirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neuroradiologie, Radiologie, Transplantationschirurgie, Unfallchirurgie, Viszeralchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie sowie das an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig beheimatete <a href="https&#58;//www.iccas.de/">Innovationszentrum für Computer-assistierte Chirurgie (ICCAS)</a> an.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p>

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