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MRT-gestützte Prostata-Biopsie in der Interventionellen Radiologie

Bei Erkrankungen der Prostata muss zwischen einer gutartigen Vergrößerung (benigne Prostatahyperplasie - BPH) und einem bösartigen Zellwachstum (Prostatakrebs / Prostata-Karzinom - Prostata-Ca.) unterschieden werden.

Diese Unterscheidung erfolgt zunächst durch einen Urologen mittels Tast-Untersuchung, Laborwerten und falls notwendig auch einer Punktion. Sollten diese Methoden keine endgültigen Ergebnisse bringen, kann die diagnostische MRT Klarheit bringen. Unsere Klinik kann auch Gewebeproben aus der Prostata unter MRT-Kontrolle entnehmen (MR-gestützte Prostata-Biopsie).

Diagnostik

​Während der diagnostischen Untersuchung liegt der Patient in bequemer Rückenlage und wird mit den Füßen voran in das MRT-Gerät hinein gefahren. Der Kopf ist dabei in der Regel außerhalb der Röhre positioniert ist. Die Untersuchung dauert ungefähr 30 Minuten.

Zur diagnostischen Untersuchung muss der Patient nicht nüchtern sein. Es empfiehlt sich allerdings, unmittelbar vor der Untersuchung noch einmal auf die Toilette zu gehen, um Darm und Blase zu entleeren. Da die sexuelle Aktivität deutlichen Einfluss auf die Bildgebung und ihre Interpretation hat, ist es sinnvoll, zumindest vier Tage vor einer geplanten Untersuchung enthaltsam zu sein.

Generell können MR-Untersuchungen bei Patienten mit Herzschrittmacher nicht durchgeführt werden, in Ausnahmefällen ist eine Untersuchung unter der Überwachung eines Kardiologen möglich. Sind bei Ihnen künstliche Herzklappen oder Innenohrprothesen implantiert worden, muss vor der Untersuchung geklärt werden, ob diese MRT-kompatibel sind. In jedem Fall benötigen wir Ihren Implantatausweis.

Probenentnahme (Punktion / Biopsie)

​Nach erfolgter diagnostischer MRT-Untersuchung der Prostata erfolgt die Auswertung durch unsere Spezialisten. Nach interdisziplinärer Absprache mit der Klinik für Urologie kann an einem anderen Tag eine MRT-gestützte Biopsie verdächtiger Befunde erfolgen. Wie bereits erwähnt, ist die MRT-Biopsie / Punktion vor allem bei wiederholten ergebnislosen Punktionen mit der herkömmlichen Methode und gleichzeitig erhöhtem PSA-Wert sinnvoll. Die MRT-Punktion bietet zusammengefasst folgende Vorteile:

  • Aufspüren auch winziger, tumorverdächtiger Anteile der Prostata
  • zuverlässige Unterscheidung von krankem und gesundem Gewebe
  • Weitere Biopsien sind nach negativem Ergebnis einer MRT Punktion in der Regel nicht mehr notwendig.
  • Durch die allzeit gegebene genaue MRT-Bildgebung kann eine zielgenaue Probengewinnung auch aus kleinsten tumorverdächtigen Anteilen der Prostata durchgeführt werden. Dies hat zur Folge, dass gesundes Prostatagewebe nicht geschädigt wird.
  • Die Durchführung der Punktion ist als ambulante Behandlung möglich.

Was sollten Sie zur Untersuchung mitbringen?

  • ​Gesamt-PSA/ Verlauf des PSA
  • Verhältnis freies/gebundenes PSA
  • Aktuelle Laborwerte (max. 1 Woche): pTT, Thrombozytenanzahl, Quick-Wert

Die MRT-gestützte Punktion dauert mindestens eine Stunde. Im Gegensatz zur einfachen Untersuchung muss der Patient für die Punktion nüchtern sein. Wie bei der Untersuchung sollten Sie kurz vor der Punktion Darm und Blase entleeren, damit der Darm später bei der Punktion nicht zu sehr gefüllt ist. 

Ablauf der MRT-geführten Biopsie

​Die Biopsie der Prostata unter MRT-Kontrolle wird typischerweise nach dem ersten, diagnostischen MRT in einer zweiten MRT-Untersuchung durchgeführt. Dazu werden (unter Bildgebung im MRT) kontrolliert spezielle Punktionsnadeln durch das Rektum in die Prostata geschoben. Durch diesen Zugang und die Bildgebung kann die Prostatapunktion sehr sicher durchgeführt werden, ohne dass es zu einer Verletzung der Blase kommt. Nach Kontrolle der korrekten Lage der Punktionsnadeln im Bereich des vermuteten Tumors (Karzinoms) , erfolgen mehrfache Biopsien mittels einer Biopsiestanze. Nach der Gewinnung der Gewebeproben werden die Punktionsnadeln entfernt und die Einstichstelle wird zur Stillung einer möglichen Nachblutung mittels Tupfern abgedrückt.

Nach einer kurzen Überwachung ist die ambulante Behandlung abgeschlossen.

Das Ergebnis der Zellprobe aus der Pathologie liegt etwa drei bis sieben Tage nach der Biopsie vor.

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