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Perkutane Gastrostomie (PRG)

​Die Perkutane Gastrostomie (PRG) ist ein sicheres unkompliziertes Verfahren zur längerfristigen Ernährung von Patienten, die Nahrung nicht mehr selber schlucken können.

Mit einer PRG wird eine Ernährungssonde durch die Haut direkt in den Magen gelegt. Dies kann notwendig werden, wenn auf absehbare Zeit eine Ernährung auf natürlichem Wege oder über eine (durch Mund oder Nase gelegte) Magensonde nicht möglich ist

Vorgehen

​Zur Anlage einer PRG benötigt der Patient eine Magensonde, die entweder bereits auf Station gelegt wurde, oder während der Behandlung gelegt wird. Im Behandlungsraum wird zur Vorbereitung eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Anschließend erhält der Patient über die Vene ein Schmerzmittel sowie ein Medikament, das die Bewegung im Magen-Darm-Trakt hemmt.

Über die Magensonde wird der Magen mit Kohlenstoffdioxid gefüllt. Dann wird der Punktionsweg von der Haut bis in den Magen mit einer örtlichen Betäubung unempfindsam für Schmerzen  gemacht.

Nun erfolgt unter Röntgenkontrolle die Punktion des Magens, welcher dann an die Bauchwandherangezogen wird, damit sich im Verlauf der folgenden Wochen ein Kanal ausbilden kann. Nach Aufdehnung des Zugangsweges wird die PRG-Sonde in den Magen eingeführt. Durch einen aufblasbaren Ballon wird verhindert, dass die Sonde aus dem Magen rutscht. Von außen wird eine flexible Halteplatte aufgesetzt und zunächst ein Verband angebracht.

Die Sonde wird dann bereits am nächsten Tag benutzt. Dabei wird zunächst nur Tee gegeben. Dann Suppe und schnell dünnbreiige Kost. Am vierten Tag ist die Sonde bereits in vollem Umfang nutzbar.

Nachsorge

​Zur Nachsorge muss Folgendes beachtet werden: Die Fäden zur Befestigung des Magens an der Bauchwand können (müssen aber nicht) nach ca. 10 Tagen entfernt werden. Über die Sonde darf nur ganz fein pürierte Kost, zermörserte Tabletten und Flüssigkeit gegeben werden. Nach jeder Benutzung sollte die Sonde mit mindestens 50, besser 200 ml Flüssigkeit gespült werden.

Sollte es einmal passieren, dass die Sonde herausrutscht (z.B. bei fehlerhafter Benutzung der Blockung) oder verstopft ist, kann dieses Problem unkompliziert innerhalb der nächsten 48 Stunden behoben werden.

Vorbereitung

​Wir benötigen ein kleines Blutbild sowie die Werte der Blutgerinnung. Diese Werte erhalten wir meistens von der Station, auf der der Patient liegt, selten auch vom einweisenden Arzt.

Zusätzlich müssen wir u.a. wissen, ob es folgende Vorerkrankung gibt:
Diabetes, Störungen der Wundheilung, Grüner Star (Glaukom), Herzrhythmusstörungen, vergrößerte Vorsteherdrüse (Prostata), erhöhte Blutungsneigung sowie ansteckende Krankheiten (HIV, Hepatitis oder Tbc).

Zur Behandlung selbst ist eine Nüchternheit über mindestens sechs Stunden Voraussetzung. Sollte Medikamenteneinnahme verordnet worden sein, muss dies im Einzelfall besprochen werden.

Komplikationen

​Die Verletzung von Leber, Dünn- oder Dickdarm sowie größerer Blutgefäße oder Nerven werden durch die Kenntnis der Anatomie, die Ultraschalluntersuchung und den Einsatz der Röntgenstrahlen weitestgehend ausgeschlossen.

 

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