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Pressemitteilungen der Neurologie

 

 

Digitale Helfer könnten Vor- und Nachsorge von Schlaganfällen unterstützen, ersetzen jedoch nicht den persönlichen Kontakt<img alt="Auf Schlaganfall-Spezialstationen wie der „Stroke Unit“ am UKL können digitale Helfer auch bei der Nachsorge nach einem Schlaganfall sinnvoll sein und die Arbeit der Ärzte unterstützen. Im Bild&#58; Prof. Dominik Michalski (re.) stimmt mit Dr. Johann Pelz die weitere Behandlung eines Schlaganfall-Patienten ab." src="/presse/PressImages/pic_20200507115512_738a8f6fab.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-05-06T22:00:00ZLeipzig. In diesem Jahr steht der bundesweite Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai unter dem Motto "Die digitalen Helfer kommen". Laut "Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe", dem Ausrichter des Tages, gibt es mittlerweile rund 140.000 Apps in den Bereichen Medizin, Gesundheit und Fitness. Digitale Anwendungen ersetzen keinen Arztbesuch, könnten aber durchaus sinnvoll für die Vor- und Nachsorge von Schlaganfällen sein. Auch am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) werden in einem laufenden Projekt digitale Lösungen für den Schlaganfallbereich entwickelt. Doch nützen alle technischen und elektronischen Helfer nichts, nehmen Menschen erste Anzeichen für einen Schlaganfall – eventuell aus Furcht vor Ansteckung mit dem Coronavirus – nicht ernst. Treten Symptome auf, braucht es in jedem Fall unverzügliche ärztliche Hilfe. <p>Mittels digitaler Helfer lassen sich klassische Risikofaktoren für einen Schlaganfall wie Bluthochdruck, Diabetes oder Ernährungsgewohnheiten besser kontrollieren, &quot;Doch auch in der Nachsorge, das heißt in der Betreuung nach dem oft einschneidenden Ereignis, könnten sie bei der Kontrolle dieser Risikofaktoren hilfreich sein&quot;, sagt Prof. Dominik Michalski, Oberarzt der <a href="/einrichtungen/neurologie">Klinik und Poliklinik für Neurologie</a> am UKL. &quot;Digitale Anwendungen könnten sogar einmal dabei helfen, den Herzrhythmus hinsichtlich spezieller Rhythmusstörungen zu analysieren, die zu den Hauptrisikofaktoren für weitere Schlaganfälle gehören.&quot; Zusammen mit Informatikern und Kollegen der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig entwickelt Michalski in einem bereits seit über einem Jahr laufenden Projekt ein patientenorientiertes, digitales System für eine koordinierte Langzeitbetreuung von Schlaganfallpatienten. Beim &quot;PostStroke-Manager&quot;, so der Name des geplanten Systems, stehen neben digitalen Anwendungen auch Schlaganfalllotsen im Vordergrund, die beispielsweise bei der Organisation von Heilmitteln helfen, auf die regelmäßige Medikamenteneinnahme hinweisen sowie für Fragen zu Versorgungsleistungen und Hilfsangeboten zur Verfügung stehen. Als das Projekt startete, war noch nicht absehbar, dass es einmal zusätzliche Bedeutung gewinnen könnte, wenn persönliche Kontakte durch äußere Umstände schwieriger sein würden. &#160;</p> <p><strong>Bei Symptomen nicht zögern, den Arzt zu rufen</strong><br>&quot;Auch wenn für die Nachsorge digitale Anwendungen sinnvoll erscheinen&#58; In der akuten Notsituation, wenn neue Symptome auftreten, müssen Betroffene in jedem Fall den Notarzt rufen. Der entscheidet dann über die Einweisung in ein Krankenhaus&quot;, appelliert Prof. Michalski. Denn auf einer Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit), wie es sie am UKL gibt, werden Akutbehandlungen durchgeführt. Auch Risikofaktoren werden überprüft und Medikamente des Patienten entsprechend angepasst. Auf diese Weise sollen weitere Ereignisse vermieden werden.&#160;<br>&quot;Schlaganfall-Mediziner nehmen mit Sorge den in einigen Regionen Deutschlands beobachteten Rückgang von Notfallpatienten wahr&quot;, so Prof. Michalski, &quot;wir vermuten, dass dahinter die Angst vor der Ansteckung mit dem Coronavirus steckt.&quot; Doch jede Minute des Zögerns erhöhe das Risiko, dass dauerhafte Beeinträchtigungen entstünden, betont der UKL-Experte. &quot;Nur wenn rechtzeitig gehandelt wird, können sich durch gezielte Behandlung dauerhafte halbseitige Lähmungen und Gefühlsstörungen, Sprach- und Verständnisstörungen oder auch Langzeitfolgen wie Depressionen vermeiden oder abmildern lassen&quot;, betont Oberarzt Michalski.</p> <p>&#160;</p>
Schwierige Situation für Erwachsene mit Behinderung und ihre Familien<img alt="Dank eines Anrufs aus dem MZEB bei der Familie von Marcel Siebert (rechts) wurde ein dringendes Problem bei dem 36-Jährigen erkannt. Vor Ort am UKL konnte Oberarzt Wolfgang Köhler (li.) die Störung gezielt behandeln. Vater Uwe Siebert (hinten, Mi.) betreut seinen Sohn zusammen mit seiner Frau im Moment rund um die Uhr." src="/presse/PressImages/pic_20200427121121_ec04cb3912.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-04-26T22:00:00ZLeipzig. Erwachsene mit Behinderungen haben in der Corona-Krise besonders zu leiden, weil sie meist dauerhafte und intensive Betreuung benötigen und viele Angebote in der derzeitigen Lage weggefallen sind. In den vergangenen Tagen haben die Mitarbeiter des Medizinischen Zentrums für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) sich der Sorgen dieser Menschen telefonisch angenommen. Der Telefonmarathon hat sich gelohnt. Neben Mut machenden Gesprächen konnten auch kritische Fälle entdeckt werden. <p>&quot;Alle reden - völlig berechtigt natürlich - von geschlossenen Kitas und Schulen und den erheblichen Belastungen, die durch die Corona-Krise auf berufstätige Eltern lasten&quot;, sagt Wolfgang Köhler, Oberarzt an der <a href="/einrichtungen/neurologie">Klinik und Poliklinik für Neurologie</a> des UKL und <a href="/einrichtungen/neurologie/Seiten/mzeb.aspx">Leiter des MZEB Leipzig</a>. &quot;Doch wie geht es eigentlich Menschen mit schweren Behinderungen und deren Familien&quot;, fragt er. Betreuungseinrichtungen und Werkstätten für Behinderte könnten ihre Arbeit nur mit Notbetreuung fortsetzen, Wohnheime hätten verschärfte Besucherregelungen, ambulantes Wohnen könne nur noch eingeschränkt betreut werden und Pflegedienste stünden vor enormen hygienischen Herausforderungen, erläutert Oberarzt Köhler. Auch die Versorgung durch das MZEB Leipzig sei zurzeit nur in ganz besonders kritischen Fällen möglich. &quot;Wir versuchen, trotz allem den Kontakt zu unseren Patienten und ihren Familien durch regelmäßige Telefonate aufrechtzuerhalten. Die Menschen sind darüber außerordentlich dankbar und fühlen sich ernst genommen. Wir wollen verhindern, dass gravierende Probleme unerkannt entstehen und dabei helfen, dass wenigstens kleine Probleme auch gelöst werden können.&quot;&#160;</p> <p>Erwachsene Behinderte werden nicht selten von Familienmitgliedern in höherem Lebensalter betreut, die so selbst zu einer Corona-Risikogruppe gehören. Andere Betreuer sind im &quot;Home-Office&quot; und haben es jetzt besonders schwer, die akute Versorgung der erwachsenen, doch körperlich und geistig behinderten &quot;Schützlinge&quot; sicherzustellen. Hinzu kommen finanzielle Sorgen der Betreuer und betreuenden Angehörigen vor Kurzarbeit oder sogar die Angst vor dem Verlust der Arbeitsstelle.<br>Für die Menschen mit Behinderung selbst bestehen zusätzliche gesundheitliche Risiken&#58; Geplante Diagnostik und Therapien können häufig nicht wahrgenommen werden, das führt häufig zu therapeutischen Rückschritten. Für Betroffene ist dies in vielen Fällen schwer zu verstehen, da oft Informationen in leichter Sprache fehlen, der Kontakt zu Bezugspersonen in den Einrichtungen fehlt, &#160;Assistenten oder Nachbarschaftshilfen wegfallen.&#160;<br>&quot;Unsere Telefongespräche haben aber auch gezeigt, dass Betreuer und Eltern mit großem Engagement und oft unter Einsatz persönlicher Opfer die Versorgung der Betroffenen aufrechterhalten. Die Hilfsbereitschaft ist großartig! Leider wird das in der Öffentlichkeit überhaupt nicht wahrgenommen&quot;, sagt MZEB-Sozialarbeiterin Brit Froebrich-Andreß, &quot;Wir sind froh, dass wir auch helfen können, die Situation zu meistern.&quot;</p> <p><strong>Eltern betreuen schwerbehinderten Sohn rund um die Uhr</strong><br>In kritischen Fällen sind unter Einhaltung der hygienischen Sicherheitsvorkehrungen auch während der vergangenen Wochen persönliche Vorstellungstermine am UKL möglich gewesen, gerade bei akuten Problemen.&#160;<br>Bei Marcel Siebert gab es ein solches Problem. Der 36-jährige Leipziger leidet an einer schweren Form der Leukodystrophie. &quot;Marcels Erkrankung führt zu einem stetig fortschreitenden Zerfall des Gehirns&quot;, erklärt Oberarzt Köhler. Die Ursache für seine Krankheit ist noch immer unklar. Er sitzt im Rollstuhl, kann sich kaum bewegen und fast nicht mehr sprechen. Seit Wochen ist Marcel nun zu Hause, wo ihn seine Eltern betreuen. Die pädagogische Tageseinrichtung für Erwachsene, in der er sonst tagsüber beschäftigt und gefördert wird, musste wegen der Corona-Krise schließen. &quot;Nach unserem Anruf bei seiner Familie war klar, wir müssen Marcel dringend sehen&quot;, berichtet Köhler. Marcel konnte seinen Speichel nicht mehr schlucken, unentdeckt kann daraus eine Lungenentzündung entstehen. Mit Vater Uwe Siebert ist Marcel nun zur gezielten Behandlung seiner Schluckstörung ans MZEB gekommen. Seine Eltern betreuen ihn seit vielen Jahren rund um die Uhr. &quot;Es ist eine extreme Belastung, aber wir kommen zurecht&quot;, sagt Uwe Siebert. &quot;Ist Marcel sonst in der Tagesbetreuung, haben wir zumindest auch mal ein wenig Zeit für uns, das ist nun weg. Zum Glück können wir uns in unserem Garten bewegen&quot;, erzählt der Vater.&#160;</p> <p>Über die Jahre schritt die Krankheit bei Marcel Siebert immer weiter fort. &quot;In einem weltweiten Netzwerk tauschen wir Erkenntnisse über unklare Myelin-Erkankungen aus&quot;, berichtet Wolfgang Köhler, &quot;wir versuchen, auch in Marcels Fall doch noch die Ursache für seine Krankheit zu finden&quot;, hofft der UKL-Neurologe.&#160;<br>Auf eine baldige Erleichterung ihrer Situation hoffen indes auch die Eltern von Marcel. Bis dahin tauschen sie sich in ihrer Selbsthilfegruppe mit den Eltern anderer Betroffener aus. &#160;</p> <p>&#160;</p>
Sprachstörungen nach Schlaganfall: Netzwerke im Gehirn helfen einander, Schaden zu kompensieren<img alt="„Uns hat interessiert, wie sich das gestörte Netzwerk reorganisiert, um die Störung zu kompensieren“, sagt Prof. Dorothee Saur (re.), Leitende Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Neurologie des UKL, hier mit Erstautorin Dr. Anika Stockert." src="/presse/PressImages/pic_20200323103539_a5c79b1eaf.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-03-22T23:00:00ZLeipzig. Nach Schlaganfällen leiden viele Betroffene an Sprachstörungen. Im Gehirn sind Funktionen wie Sprache in Netzwerken verortet. Nach einem Schlaganfall sind diese Netzwerke dann gestört. In einer aktuellen Studie haben Neurologen des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) um Prof. Dorothee Saur untersucht, wie das menschliche Gehirn diesen Schaden kompensiert. Die Arbeit ist in der März-Ausgabe der Fachzeitschrift "BRAIN" erschienen, einem der weltweit wichtigsten Fachblätter für Neurologie. <p>Die Ergebnisse der Studie aus der Arbeitsgruppe um Prof. Saur, Leitende Oberärztin an der <a href="/einrichtungen/neurologie">Klinik und Poliklinik für Neurologie</a> des UKL, und Dr. Anika Stockert als Erstautorin eröffnen ein neues Verständnis für die Spracherholung nach einem Schlaganfall.&#160;<br>&quot;Uns hat besonders interessiert, wie sich das gestörte Netzwerk reorganisiert, um die Störung zu kompensieren&quot;, beschreibt Prof. Saur. Auf der Schlaganfall-Spezialstation des UKL wurden dafür Patienten mit Aphasie, also einer Sprachstörung, in den ersten Tagen nach einem Schlaganfall mit einer so genannten funktionellen MRT untersucht&#58; &quot;Das bedeutet, die Patienten erhalten von uns während der MRT-Untersuchung einfache Sätze zum Zuhören. So können wir sehen, welche Hirnregionen aktiv miteinander kommunizieren, während die Patienten diese Sätze hören&quot;, erläutert die Neurologin.&#160;<br>Nicht nur die Struktur, sondern auch Funktionen des Gehirns lassen sich so darstellen. Geschieht dies auch zu einem frühen Zeitpunkt, können die Ärzte nicht nur die Störungen in den Netzwerken, sondern auch deren Veränderung erkennen. &quot;Nach zwei Wochen und nach einem halben Jahr wiederholen wir das Ganze und sehen dann die Entwicklung und Erholung&quot;, sagt Prof. Saur.&#160;<br>Der Aufwand für die Studie war beträchtlich. 34 ausgewählte Fälle kamen in die abschließende Auswertung, jeder Patient musste in den genannten Zeiträumen drei Mal untersucht werden.&#160;</p> <p>Interessant war vor allem, was dabei im Zeitverlauf nach dem Schlaganfall beobachtet werden konnte&#58; &quot;Im akuten Zustand erkennen wir erhebliche Netzwerkstörungen, abhängig davon, wo im Gehirn der Infarkt stattfand. Dies führt dazu, dass Netzwerke, die nicht vom Infarkt zerstört wurden, mobilisiert werden&quot;, schildert sie. &quot;Sogar solche, die nicht einmal für Sprache verantwortlich sind, helfen bei der Erholung.&quot; Hirngewebe nahe am Infarkt erholt sich erst im späteren Verlauf nach einigen Monaten. &quot;Dieses Verständnis ist ganz entscheidend&quot;, so Prof. Saur, &quot;denn nur wenn wir die Hirnregionen kennen, die für die Erholung wichtig sind, können wir sie gezielt anregen und so die Heilung fördern.&quot;</p> <p>Dieser Idee folgend entwickeln die UKL-Neurologen nun in Kooperation mit Privatdozentin Dr. Gesa Hartwigsen und der gemeinsamen Doktorandin Sandra Martin vom benachbarten Max-Planck-Institut (MPI) für Kognitions- und Neurowissenschaften eine Studie, in der die für die Spracherholung kritischen Netzwerke bei Schlaganfallpatienten mit chronischer Aphasie mit Magnetstimulation angeregt werden. &quot;Wir sehen in der &#160;Anwendung solcher individualisierter Netzwerktherapien zusätzlich zur Sprachtherapie ein großes Potential für die Neurorehabilitation&quot;, ist Prof. Saur optimistisch.</p> <p><a href="https&#58;//academic.oup.com/brain/advance-article/doi/10.1093/brain/awaa023/5739979?guestAccessKey=a04f8eb1-d146-4812-a10f-13a381897264%20">LInk zur Publikation</a></p>
„Demenzkranke gehören zu unserer Gesellschaft“<img alt="Prof. Dorothee Saur (Mi.), Leitende Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Neurologie, leitet die Spezialsprechstunde „Demenzerkrankungen“ am UKL. Gemeinsam mit Logopädin Ines Kunis (li.) betreut sie Patienten mit Demenz oder dem Verdacht auf diese Erkrankung." src="/presse/PressImages/pic_20200214102711_20fa060328.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-02-12T23:00:00ZLeipzig. "Die optimale Versorgung Demenzkranker ist in einer älter werdenden Gesellschaft eine große Herausforderung", sagt Prof. Dr. Dorothee Saur, Leitende Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). "Einfach gesagt: Es gibt immer mehr Patienten. Deshalb haben wir vor anderthalb Jahren mit einer Spezialsprechstunde begonnen; die Nachfrage gibt uns recht." <p>&quot;Wir behandeln auf Zuweisung von Hausärzten oder Neurologen, wo aus fachlicher Sicht bereits ein Demenzverdacht besteht&quot;, so Prof. Saur. &quot;Denn die, die von sich aus zu einer solchen Sprechstunde kommen würden, haben häufig keine Demenz, sondern spüren eben, dass das Alter auch mit nachlassenden geistigen Fähigkeiten verbunden ist.&quot;</p> <p>Wächst bei einem zuweisenden Arzt der Verdacht, dass bei seinem Patienten eine Demenz vorliegen könnte, ist der betroffene Patient in der Sprechstunde für Demenzerkrankungen gut aufgehoben. Hier wird gemeinsam mit Patienten und Angehörigen entschieden, ob eine ausführlichere stationäre Diagnostik in der Klinik für Neurologie notwendig ist. Bei den Tests der Hirnleistung geht es vor allem um das Gedächtnis, denn bei diesem deuten bestimmte Einschränkungen auf eine Alzheimererkrankung. Aber auch Aufmerksamkeit, Sprachvermögen, Konzentration und räumliche Orientierung werden geprüft, die bei der Alzheimererkrankung ebenfalls betroffen sein können, bei selteneren Demenzerkrankungen sogar zuallererst.<br>&quot;Die Diagnostik ermöglicht es dann festzustellen, beispielsweise durch Untersuchung des Nervenwassers oder auch mit nuklearmedizinischen Untersuchungen, ob bestimmte krankhafte Ablagerungen im Gehirn vorhanden sind&quot;, erklärt die Neurologin. &quot;Damit kann man schon relativ frühzeitig eine Alzheimerdemenz diagnostizieren.&quot;</p> <p><strong>Die Krankheit stoppen ist noch nicht möglich</strong><br>Während es technisch ausgefeilte und erkenntnisreiche Diagnosemöglichkeiten gibt, sind die Therapiemöglichkeiten beschränkt. &quot;Es gibt derzeit leider keine zugelassene verlaufsmodifizierende Behandlung&quot;, so Prof. Saur. &quot;Wir können zwar mit Medikamenten etwas helfen, die kognitiven Leistungen zu verbessern. Aber den Krankheitsverlauf stoppen oder gar zurückdrehen, das ist derzeit noch nicht möglich.&quot;</p> <p>Patienten und Angehörige sind dennoch dankbar, dass die Neurologen des UKL etwas anbieten können, auch wenn damit nur ein geringer Effekt erreicht wird. &quot;Wichtig ist aus meiner Sicht, dass der Patient möglichst lange in einem stimulierenden Umfeld bleibt. Also in seiner Familie, in seiner vertrauten Wohnung. Dabei sind körperliche und geistige Aktivität von Bedeutung, ebenso wie die Teilnahme am tagesaktuellen Geschehen und die Pflege von Hobbys und sozialen Kontakten.&quot;</p> <p>So schwer eine Demenzerkrankung für den Betroffenen ist&#58; Die Angehörigen haben meist die größte Bürde zu tragen, ist sich die Leipziger Neurologin sicher. &quot;Die Familienangehörigen begegnen sich durch die Krankheit nicht mehr auf Augenhöhe. Die Gesunden müssen für den Kranken immer mehr mitdenken und mithandeln. Das ist eine enorme Belastung. Und immer wieder stehen die Angehörigen vor der Frage&#58; Wie lange halte ich das noch aus? Das verstehen wir Ärzte. Auch wenn es unser oberstes Ziel ist, dass der Patient so lange wie möglich zu Hause mit den gewohnten Abläufen lebt&#58; Man muss immer individuelle Entscheidungen fällen.&quot;</p> <p><strong>UKL nimmt an europaweiter Studie zur Erprobung einer Behandlung teil&#160;</strong><br>Demenzkranke gehören zu unserer Gesellschaft, genauso wie schreiende Babys und trotzige Jugendliche, betont Prof. Saur. &quot;Leider können viele Menschen nicht gut damit &#160;umgehen. Wenn in einem Zugabteil ein Baby schreit, nervt das zwar, aber die meisten halten das aus, wenn sie sehen, wie sich die Mutter bemüht. Wenn aber ein rüstiger älterer Herr zum wiederholten Mal fragt, wohin der Zug fährt, fangen die meisten an, mit den Augen zu rollen oder zu murren.&quot;</p> <p>Für die wachsende Zahl von Patienten mit Demenzerkrankungen müssen aus der Sicht der Ärztin Strukturen aufgebaut werden - und die Spezialsprechstunde in der Klinik und Poliklinik für Neurologie am UKL ist hierfür ein kleiner Baustein. &quot;Natürlich ist es für unsere Patienten von Vorteil, dass sie hier teilhaben können an den neuesten Therapieentwicklungen&quot;, sagt Prof. Saur. &quot;Dazu zählt eine Studie, bei der europaweit eine verlaufsmodifizierende Behandlung der Alzheimererkrankung erprobt wird. Wir sind eines der Studienzentren, in dem mit ärztlicher Begleitung ein Medikament erprobt wird, das die Nervenzellen vor den krankhaften Ablagerungen schützen und die Kommunikation zwischen den Nervenzellen anregen soll. Teilnehmen an dieser Studie können Patienten im frühen Verlauf der Alzheimererkrankung.&quot;&#160;</p> <p><strong>Spezialsprechstunde für Demenz</strong><br>Klinik und Poliklinik für Neurologie<br>Terminvereinbarung&#58; Telefon 0341 / 97-24302</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p>
UKL-geleitete Studie untersucht Qualität von Langzeitprognosen nach Hirnblutungen<img alt="Dr. Katja Wartenberg, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Neurologie und Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik für Neurochirurgie des UKL, untersuchen, wie es Patienten, die eine Hirnblutung erlitten haben, auf lange Sicht geht und wie die genaueren Langzeitprognosen erstellt werden können – mittels Prognose-Skalen oder doch besser durch Einschätzungen der behandelnden Ärzte und Pflegenden." src="/presse/PressImages/pic_20200114085833_f5f6ad95cc.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-01-13T23:00:00ZLeipzig. Hirnblutungen treten im Bereich des Gehirns oder der Hirnhäute auf. Sie können lebensbedrohlich sein. Viele Betroffene müssen neurointensivmedizinisch behandelt werden. So genannte Langzeitprognosen geben dabei Auskunft, ob diese Patienten in der Zukunft wieder arbeiten werden, laufen oder ihren Alltag bewältigen können. In einem wissenschaftlichen Projekt untersuchen Dr. Katja Wartenberg, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Neurologie und Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL), wie nun eigentlich die genaueren Einschätzungen erstellt werden können, ob mittels mathematisch-nüchterner Prognose-Skalen, so genannter Scores, oder doch eher durch die behandelnden Ärzte und Pflegekräfte, die den Patienten Tag für Tag beobachten, behandeln und betreuen. Die Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) fördert die Arbeit mit 30.000 Euro. <p>Im Mittelpunkt der Studie mit dem Titel &quot;Prognostische Indikatoren bei Subarachnoidal- und intrazerebralen Blutungen&#58; Vergleich von Prognosescores und der Einschätzung des behandelnden Teams&quot; steht demnach die Langzeitprognose von Patienten, die eine Hirnblutung erlitten haben. &quot;Wie geht es diesen Patienten auf lange Sicht? Können sie nach Hause entlassen werden? Wie sind die Einschränkungen in der Alltagsbewältigung? Leiden sie an kognitiven Störungen&quot;, umreißt Dr. Wartenberg die Fragen, die sich dann stellen.</p> <p>Prognoseskalen - Scores - umfassen etliche Faktoren, wie zum Beispiel das Alter des Patienten, die Größe der Blutung oder den klinischen Schweregrad. Diese Angaben werden bei der stationären Aufnahme des Patienten erfasst. &quot;Die Prognoseskalen wurden dafür entwickelt, den sogenannten funktionellen Status des Betroffenen vorherzusagen, ob er bettlägerig oder gehfähig ist, ob er den Alltag bewältigen kann oder nicht&quot;, erläutert die <a href="/einrichtungen/neurologie" rel="ext" target="_blank">UKL-Neurologin</a>.<br>Was diese Scores jedoch nicht berücksichtigen, ist der Verlauf des stationären Aufenthaltes und ob Komplikationen wie beispielsweise Lungenentzündungen oder weitere Blutungen auftreten. Sie betrachten ebenfalls oft nicht, ob der Patient vor der Hirnblutung bereits beeinträchtigt war, also beispielsweise bereits Demenz oder einen Schlaganfall erlitten hatte. Zudem erfassen sie alle Parameter nur zu einem Zeitpunkt, nämlich dem der Aufnahme ins Krankenhaus.</p> <p>Hier setzt Dr. Wartenbergs Projekt an&#58; &quot;In unserer Studie werden wir verschiedene Prognoseskalen zu drei verschiedenen Zeitpunkten erfassen&quot;, erklärt sie, &quot;eben zur Aufnahme und zusätzlich nach sieben und nach 14 Tagen.&quot; Diese sollen ergänzt werden um die Einschätzung des medizinischen und pflegerischen Personals zu eben jenen Zeitpunkten.<br>Die Studie ist auf eine Dauer von fünf Jahren angelegt. Acht medizinische Zentren in Deutschland beteiligen sich, die Leitung liegt beim Leipziger Universitätsklinikum. Am Ende sollen über 1000 Patienten in die Studie eingeschlossen sein. Mit den 30.000 Euro Forschungsförderung durch die DGNI ist eine internet-basierte Datenbank erstellt worden, mit der die demographischen, klinischen und prognostischen Daten der Patienten aller beteiligten Zentren dokumentiert und statistisch ausgewertet werden.</p>

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