| Erste Patientin mit neuem Alzheimer-Medikament behandelt | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Am UKL wurde jetzt die erste | <img alt="Am UKL wurde jetzt die erste Infusion mit dem neuen Alzheimer-Medikament angewendet." src="/presse/PressImages/20251106-L-UKL-Demenz-Infusion-reduziert-69130769a2ec2.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-11-10T23:00:00Z | Leipzig. Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) wurde jetzt die erste Patientin mit einer frühen Alzheimerkrankheit mit der neuen Antikörpertherapie behandelt. Das kürzlich zugelassene Medikament mit dem Wirkstoff Lecanemab ist das erste, mit dem das Fortschreiten dieser neurogenerativen Erkrankung in einem Frühstadium wirksam verlangsamt werden kann. Nach umfangreichen Vorbereitungen haben die Neurolog:innen am UKL die neue, aufwändige Therapie nun etabliert. Ab sofort können geeignete Patient:innen von der neuen Behandlung profitieren. | <p>„Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt diese Therapie der Leipziger Bevölkerung anbieten können“, sagt die behandelnde Ärztin Prof. Dr. Dorothee Saur. Die Oberärztin der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neurologie">Klinik für Neurologie am UKL</a> hat gemeinsam mit einem großen interdisziplinären Team aus verschiedenen Fachabteilungen in den letzten Monaten die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die neue Behandlungsmethode den Patient:innen zur Verfügung gestellt werden kann. “Das ist ein sehr großer Schritt für uns, denn bisher gab es für die Alzheimerkrankheit keine Therapie, die den Verlauf der Krankheit wirksam gebremst hätte“, so Prof. Saur.<br>Nun steht erstmals ein Mittel zur Verfügung, das bei einer Gruppe von Betroffenen die Alzheimerkrankheit aufhalten kann. Bedingung dafür ist unter anderem, dass die Krankheit in einem frühen Stadium diagnostiziert wird. So wie bei der ersten Leipziger Patientin. Die 66-Jährige ist mit ersten Anzeichen bisher sehr leicht betroffen. Damit dies so bleibt, und sie sich ihre Selbstständigkeit im Alltag weiterhin bewahren kann, erhält sie nun 14-tägig eine Infusion, über einen Zeitraum von zunächst einem Jahr. In der ersten Phase der Behandlung wird diese durch mehrere MRT-Untersuchungen begleitet, um sicherzustellen, dass es nicht zu einer überschießenden Entzündungsreaktion im Gehirn kommt. Zudem gehören zur Behandlung auch mehrere Untersuchungen mittels PET, der Positronen-Emissions-Tomographie. Dabei wird überprüft, ob die Behandlung erfolgreich verläuft. „Ist das der Fall, sehen wir das an einem Rückgang der krankhaften Amyloid-Plaques im Gehirn, die das Vorhandsein der Alzheimerkrankheit anzeigen“, erklärt Neurologin Saur.</p><p>Das sei in dieser Kombination eine sehr aufwändige und umfangreiche Behandlungsmethode, die in der Zusammenführung von verschiedenen Fachbereichen wie der Neurologie, der Neuroradiologie und der Nuklearmedizin eine große Herausforderung für alle Beteiligten darstellt. „Wir begleiten die Patient:innen dabei über viele Monate, in denen wir regelmäßig im ambulanten Setting die Infusionen, MRT- und PET-Untersuchungen durchführen“, so Saur weiter. Schlägt die Therapie gut an, wird diese zunächst beendet. „Da wir die Veränderungen im Gehirn nicht rückgängig machen können, sondern nur verlangsamen, müssen wir auch anschließend beobachten, ob sich die Symptome wieder verstärken – dann müsste die Therapie möglicherweise wieder aufgenommen werden“, beschreibt Prof. Saur das weitere Vorgehen.</p><p>Nach der ersten Anwendung stehen nun im interdisziplinären Demenz-Board am UKL die Entscheidungen über die nächsten möglichen Patient:innen an, weitere werden gerade voruntersucht. „Nicht alle an Alzheimer Erkrankten kommen für diese nicht ganz risikolose Behandlung in Frage“, so Saur. Nach Abwägung von Nutzen und Risiko sei nur eine kleine Gruppe dafür geeignet, obwohl das Interesse hoch ist. Pro Woche erhält die Demenzsprechstunde am UKL ca. 50 Anrufe von Menschen, die Hoffnung in die neue Behandlung setzten. Nach Lecanemab steht mit Donanemab ab sofort der zweite Wirkstoff zur Behandlung der frühen Alzheimerkrankheit zur Verfügung. „Ich würde mir wünschen, dass wir bald noch weitere und andere Möglichkeiten haben, mehr dieser Menschen helfen zu können. Die Chancen dafür stehen derzeit sehr gut.“</p><p> </p><p>Erfahren Sie mehr über die neue Therapie und die Entwicklungen in der Neurologie im <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/presse/Seiten/Pressemitteilung_7778.aspx">Interview mit Prof. Dorothee Saur</a> oder im <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.youtube.com/watch?v=ZTq9vs3j1oY">Podcast</a>.</p> |
| Mit KI die Akutbehandlung des Schlaganfalls verbessern | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Wenn Patienten mit dem Verdacht auf | <img alt="Gemeinsam gegen den Schlaganfall: Marie-Sophie von Braun, Dr. Kristin Marie Starke, Prof. Dorothee Saur und Jun.-Prof. Cindy Richter ( v.l.n.r.) und ihr interdisziplinäres Team entwickeln eine KI-gestützte Entscheidungshilfe für die Akutbehandlung." src="/presse/PressImages/20250604-L-UKL-Radiologie-CT-KI-28180-klein-68492414c731e.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-06-10T22:00:00Z | Leipzig. Bei einem Schlaganfall läuft die Zeit – je schneller die erforderlichen Maßnahmen durchgeführt werden, desto größer ist die Chance, dass die Betroffenen ohne bleibende Schäden gesund werden können. Ein interdisziplinäres Team um UKL-Neurologin Prof. Dorothee Saur hat ein KI-Modell entwickelt, das im Akutfall bei der Entscheidung für oder gegen eine invasive Therapie die behandelnden Ärzt:innen unterstützt. Die Leipziger Eigenentwicklung wertet dazu Bilddaten und klinische Informationen aus und verknüpft diese zu einer patientenspezifischen Vorhersage. Das vielversprechende Projekt, dessen Ergebnisse gerade in der Zeitschrift Brain veröffentlicht wurden, erhält nun eine Förderung von 250.000 Euro, um in die klinische Anwendung überführt zu werden. | <p>Wenn Patienten mit dem Verdacht auf einen Schlaganfall in eine Klinik kommen, beginnt ein Rennen gegen die Zeit. Innerhalb kurzer Zeit müssen die Diagnose gestellt und wichtige Entscheidungen gefällt werden: Liegt ein Gefäßverschluss im Gehirn vor? Welche Bereiche sind betroffen? Wie schwer ist die Schädigung und ist noch Hirngewebe zur retten? Und schließlich – welche Behandlung ist die beste? Für zentrale Therapiemaßnahmen wie die Thrombektomie, eine minimalinvasive Gefäßeröffnung durch Bergung eines Blutgerinnsels, ist eine Behandlung in einem Schlaganfallzentrum erforderlich. Nicht alle Krankenhäuser verfügen über diese hochspezialisierten Einheiten. Da stellt sich dann oft auch die Frage – ist eine Verlegung nötig? „Diese Entscheidungen werden oft unter Zeitdruck vor Ort getroffen, von Kolleg:innen, die nicht in jedem Fall Schlaganfallspezialisten sind“, beschreibt Junior-Professorin Cindy Richter aus dem <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neuroradiologie">Institut für Neuroradiologie</a> am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) die Herausforderungen des klinischen Alltags. „Nicht jeder Schlaganfallpatient muss aber automatisch die Maximalbehandlung erhalten“, so die UKL-Neuroradiologin. Hier gelte es zu entscheiden, wer tatsächlich davon profitieren würde.</p><p> </p><p>Um dafür eine verlässliche Basis zu schaffen, hat Professorin Dorothee Saur, stellvertretende Direktorin der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neurologie">Klinik für Neurologie am UKL,</a> zusammen mit Partnern aus dem Institut für Neuroradiologie sowie dem<a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://scads.ai/"> Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz ScaDS.AI Dresden/Leipzig</a> an der Universität Leipzig ein sogenanntes Deep-Learning-Modell als klinische Entscheidungsunterstützung entwickelt.</p><p>Diese im Leipziger Team um die Informatikerin Marie-Sophie von Braun entwickelte künstliche Intelligenz kann sowohl das Ausmaß des zu erwartenden Gewebeschadens als auch den klinischen Behandlungserfolg einer <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thrombektomie">Thrombektomie</a> mit hoher Genauigkeit vorhersagen. Dazu wertet die KI die Computertomographie-Bilddaten aus der Diagnostik aus und verknüpft diese mit klinischen Informationen. „Auf diese Weise erhalten wir eine patientenspezifische Einschätzung, welche Schäden zu erwarten sind und ob diese mit einer Intervention verhindert werden können“, erklärt Prof. Saur. „Unser Ziel bei einem akuten ischämischen Schlaganfall ist es, wichtige Gehirnfunktionen so weit wie möglich zu erhalten. Das neue Modell hilft uns zu erkennen, wie dies im jeweils konkreten Fall am besten gelingen kann“. Das Modell wurde mit ca. 400 Fällen aus dem UKL trainiert und in zwei unabhängigen Datensätzen aus den Unikliniken Leipzig und Dresden getestet. Die Ergebnisse wurden jetzt in der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://academic.oup.com/brain/advance-article/doi/10.1093/brain/awaf013/7961471">Fachzeitschrift <i>Brain</i></a> veröffentlicht. Sie sind so überzeugend, dass das Projekt nun seitens der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://sab.sachsen.de/">Sächsischen Aufbaubank </a>250.000 Euro für die Weiterentwicklung zur klinischen Umsetzung erhalten hat. „Als Informatikerin begeistert es mich, wenn aus technisch anspruchsvollen Algorithmen reale Lösungen entstehen. Gerade die enge Zusammenarbeit mit der Medizin zeigt, wie viel gesellschaftlicher Nutzen in interdisziplinärer Forschung steckt“, unterstreicht Marie-Sophie von Braun vom ScaDS.AI Dresden/Leipzig.</p><p> </p><p>„Unsere nächsten Schritte werden eine Validierung unserer Ergebnisse anhand weiterer Daten sein, mit dem Ziel, die von uns entwickelte Anwendung zu lizensieren und anderen spezialisierten Teams für den klinischen Einsatz verfügbar zu machen“, erklärt Prof. Saur. Die Leipziger gehören zu den internationalen Vorreitern in diesem Feld. Am Ende des Projektes soll eine Software stehen, die auch auf mobilen Endgeräten allen Akteuren bei der Schlaganfallversorgung Hilfestellungen für eine schnelle und sichere Entscheidung liefert. „Unsere Hoffnung ist, dass wir mittels KI in der Schlaganfallmedizin die Prozesse beschleunigen und gleichzeitig eine personalisierte Medizin ermöglichen, indem individuelle Konstellationen und potentielle Behandlungsergebnisse genauer eingeschätzt werden können“, skizziert Dorothee Saur ihre Vision. In drei bis fünf Jahren könnte es soweit sein.</p><p> </p><p><strong>Zu den wichtigsten Partnern:</strong></p><p>In dem Projekt arbeiten Neurologen und Neuroradiologen vom UKL mit Informatikern des ScaDS.AI Dresden/Leipzig, Center for Scalable Data Analytics and Artificial Intelligence Dresden/Leipzig (Universität Leipzig), zusammen.</p><p>Das ScaDS.AI Dresden/Leipzig ist ein Kompetenzzentrum für Data Science, Künstliche Intelligenz und Big Data mit Standorten in Dresden und Leipzig. Es ist eines der fünf neuen KI-Zentren in Deutschland, die im Rahmen der KI-Strategie der Bundesregierung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie vom Freistaat Sachsen gefördert werden. Das Zentrum ist als dauerhafte Forschungseinrichtung an beiden Standorten etabliert und eng mit den örtlichen Universitäten – der Technischen Universität Dresden (TUD) und der Universität Leipzig – verbunden.</p><p> </p><p><strong>Originalpublikation</strong></p><p>Die Publikation ist unter dem Titel „<i>Prediction of tissue and clinical thrombectomy outcome in acute ischaemic stroke using deep learning</i>“ von Braun et al. in der Fachzeitschrift <i>Brain</i> online veröffentlicht.</p><p>Link zur Publikation: <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://academic.oup.com/brain/advance-article/doi/10.1093/brain/awaf013/7961471">https://academic.oup.com/brain/advance-article/doi/10.1093/brain/awaf013/7961471</a></p><p> </p><p> </p><p> </p><p> </p><p> </p> |
| Schlaganfallrisiken Bluthochdruck und Vorhofflimmern | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Auf dem Bild von links: Prof. Tom | <img alt="Auf dem Bild von links: Prof. Tom Lindner, Prof. Dominik Michalski, Prof. Rolf Wachter." src="/presse/PressImages/I-20250508077964-681c7ff70d19c.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-05-07T22:00:00Z | Leipzig. In Deutschland erleiden jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Laut Statistik sterben bis zu 40 Prozent der Betroffenen innerhalb des ersten Jahres, bis zu 60 Prozent sind auch ein Jahr nach dem Schlaganfall auf Therapien oder Pflege angewiesen. Damit zählt der Schlaganfall zu den sogenannten Volkskrankheiten. Dabei gehen die Expert:innen davon aus, dass ein großer Teil der Schlaganfälle vermieden werden könnte. | <p style="text-align:justify;">Um für die Erkrankung zu sensibilisieren, stellt die <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/start">Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe</a> den diesjährigen bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai unter das Motto „Stopp den Schlaganfall“ und fokussiert dabei auf typische Risikofaktoren der Erkrankung. Hierzu zählen neben anderen der Bluthochdruck und das Vorhofflimmern. Beide gelten als wesentliche Ursachen für einen Schlaganfall – nicht zuletzt, weil sie oft zu spät erkannt und nicht konsequent behandelt werden. Diese Erfahrung machen auch Prof. Dr. Dominik Michalski, Oberarzt der Schlaganfallspezialstation der Klinik und <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neurologie">Poliklinik für Neurologie</a>, Prof. Dr. Tom Lindner, Leiter des <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/medizinische-klinik-3/bereich-nephrologie">Bereichs Nephrologie</a>, und Prof. Dr. Rolf Wachter, stellvertretender Direktor der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/kardiologie">Klinik und Poliklinik für Kardiologie</a>, die am <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/">Universitätsklinikum Leipzig (UKL)</a> gemeinsam Betroffene behandeln.</p><p style="text-align:justify;"><br><strong>Was genau passiert bei einem Schlaganfall?</strong><br> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Prof Michalski:</strong> Bei einem Schlaganfall liegt meist ein plötzlich auftretender Gefäßverschluss vor, der zu einer Mangelversorgung des Gehirns mit Blut und Sauerstoff führt. Folge ist eine gestörte Funktion oder sogar ein Absterben der Nervenzellen innerhalb des betroffenen Hirngebiets, was zu Symptomen wie beispielsweise halbseitigen Gefühlsstörungen und Lähmungen, aber auch Sprach- bzw. Sprechstörungen führen kann. Der zu Grunde liegende Gefäßverschluss entsteht entweder durch Veränderungen in den Gefäßwänden, die sogenannte Arteriosklerose, die sich über einen längeren Zeitraum ausgebildet haben, oder ein Blutgerinnsel, welches über die Blutbahn transportiert wird und in dieser steckenbleibt. Bei einer anderen Form des Schlaganfalls, der sogenannten Hirnblutung, kommt es dagegen zu einem Einriss eines Gefäßes innerhalb des Gehirns. Dadurch tritt Blut aus, was zu einer Beeinträchtigung der Nervenzellen führt.</p><p style="text-align:justify;"> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Welche Risikofaktoren für Schlaganfälle gibt es?</strong><br> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Prof. Michalski:</strong> Es existieren vielfältige Risikofaktoren für einen Schlaganfall, die bei Betroffenen individuell in unterschiedlichem Ausmaß ausgeprägt sein können. Neben dem Rauchen, der fehlenden körperlichen Bewegung und dem Übergewicht sowie Störungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels sind das vor allem der Bluthochdruck und das Vorhofflimmern, eine besondere Form der Herzrhythmusstörung.</p><p style="text-align:justify;"> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Warum nehmen der Bluthochdruck und das Vorhofflimmern eine so besondere Rolle ein?</strong><br> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Prof. Michalski:</strong> Beide Risikofaktoren können über einen längeren Zeitraum unentdeckt bleiben, weil sie für sich genommen nicht unbedingt Beschwerden verursachen. Genau hier liegt die Gefahr, denn oft werden beide Risikofaktoren erst im Rahmen medizinischer Untersuchungen oder sogar erst nach dem eingetretenen Schlaganfall erkannt.</p><p style="text-align:justify;"> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Prof. Lindner: </strong>Hinzu kommt, dass der Blutdruck zu den gut beeinflussbaren Risikofaktoren gehört, sodass mit einer konsequenten Therapie ein echter Beitrag zur Verhinderung von Schlaganfällen geleistet werden kann.</p><p style="text-align:justify;"> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Prof. Wachter:</strong> Beim Vorhofflimmern ist es ähnlich – einmal nachgewiesen, gibt es effektive Methoden, die zu einer Senkung des Risikos für einen Schlaganfall führen. Hierzu zählt in erster Linie die Anwendung sogenannter Antikoagulanzien, die, vereinfacht gesagt, zu einer Blutverdünnung führen und damit die Bildung von Gerinnseln verhindern sollen.</p><p style="text-align:justify;"> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Wie kann man vor diesem Hintergrund einem Schlaganfall am besten vorbeugen?</strong><br> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Prof. Lindner: </strong>Für den Blutdruck gilt, dass er regelmäßig gemessen werden sollte. Dies kann in der betreuenden hausärztlichen Praxis oder auch mit einem eigenen Blutdruckgerät zu Hause erfolgen. Im Optimalfall misst man den Blutdruck morgens und abends jeweils zwei- bis dreimal in sitzender Position nach einer Ruhezeit von circa fünf Minuten. Mit den hierbei aufgeschriebenen Werten und einer eventuell noch ergänzten Langzeit-Blutdruckmessung über einen oder mehrere Tage, wofür entsprechende Geräte existieren, können die betreuenden Hausärzt:innen entscheiden, ob ein Bluthochdruck vorliegt und eine Behandlung notwendig ist.</p><p style="text-align:justify;"> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Prof. Wachter:</strong> Das Vorhofflimmern wird klassischerweise mit einem EKG diagnostiziert, das entweder in der hausärztlichen Praxis oder im Krankenhaus durchgeführt wird. In der Primärprophylaxe, das heißt vor einem Schlaganfall, liegen keine Empfehlungen zur Frage vor, wie oft ein solches EKG bei sonst gesunden Personen erfolgen soll. Bei Beschwerden wie einem Herzstolpern oder einem phasenweise beschleunigten Puls, sollte ein EKG jedoch zur Routinediagnostik gehören. Unklar ist aktuell noch, welchen Stellenwert moderne Technologien in manchen Smart Watches bei der Erkennung des Vorhofflimmerns haben. Sicher ist aber, dass ein häufigeres Suchen nach einem Vorhofflimmern auch mit einem häufigeren Nachweis einhergeht.</p><p style="text-align:justify;"> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Was tun, wenn es doch zu einem Schlaganfall kommt und erhöhte Blutdruckwerte vorliegen bzw. ein Vorhofflimmern festgestellt wird?</strong><br> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Prof. Michalski:</strong> Im Falle eines Schlaganfalls überprüft die behandelnden Schlaganfallspezialstation die typischen Risikofaktoren und ergänzt in Abhängigkeit von den Begleiterkrankungen auch noch eine Suche nach seltenen Ursachen. Meine Kollegen und ich sind uns einig, dass die von den Fachgesellschaften ausgearbeiteten konkreten Empfehlungen zur Behandlung individuell vorliegender Risikofaktoren einen echten medizinischen Fortschritt darstellen. So wird langfristig ein Blutdruck von weniger als 140/90 angestrebt. Bei guter Verträglichkeit kann der Blutdruck sogar auf systolische Werte von 120 bis 130 gesenkt werden, wofür mehrere Präparate innerhalb der Gruppe der sogenannten Antihypertensiva zur Verfügung stehen. Wird ein Vorhofflimmern festgestellt oder ist dieses bereits aus zurückliegenden Untersuchungen bekannt, sollten die bereits erwähnten Antikoagulanzien eingesetzt werden, sofern keine Gründe gegen deren Anwendung vorliegen. Wichtig ist, dass diese Präparate dabei konsequent eingenommen, das heißt nicht vergessen oder unbegründet in einer reduzierten Dosis eingenommen werden, da dies mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle einhergehen kann.</p><p style="text-align:justify;"> </p><p style="text-align:right;"> </p> |
| Erstes Medikament gegen Alzheimer zugelassen – UKL-Neurologen bereiten sich auf Einsatz vor | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Die Neurologen am UKL haben sich | <img alt="Das UKL-Neurologen-Team um Prof. Joseph Claßen und Prof. Dorothee Saur ( 2.v.l.) bereiten sich auf die Umsetzung der neuen Alzheimer-Therapie vor." src="/presse/PressImages/I-20191203049445-67ffa7b0b646d.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-04-15T22:00:00Z | Leipzig. Gute Nachrichten aus der Neurologie: Die EU-Arzneimittel-Agentur hat gestern erstmals ein Medikament gegen Alzheimer in Europa zugelassen. Das Medikament mit dem Wirkstoff Lecanemab kann Frühformen der bisher unheilbaren Erkrankung verlangsamen. Die Neurologen am UKL haben sich lange auf diesen Moment vorbereitet. Mit den ersten Therapien könnte in wenigen Monaten begonnen werden. | <p>„Das ist für uns ein echter Meilenstein in der Alzheimer-Therapie“, freut sich Prof. Dorothee Saur, stellvertretende Direktorin der Klinik für Neurologie am UKL, über die jetzt erfolgte Zulassung. „Darauf haben wir lange gewartet. Wir können zwar damit die bei Alzheimer im Gehirn auftretenden Schäden nicht rückgängig machen, aber wir können jetzt das Voranschreiten wirksam verlangsamen.“<br> </p><p>Erforderlich wäre aber eine frühzeitige und umfassende Diagnostik, um die Patient:innen zu identifizieren, die von der neuen Therapie profitieren können. Denn bisher kommt die neue Behandlungsoption nur für eine recht kleine Gruppe Betroffener im frühen Stadium in Frage, zudem muss das Vorliegen der Erkrankung im Nervenwasser oder Hirn-PET nachgewiesen sein.<br> </p><p>Ab sofort laufen die Vorbereitungen für den klinischen Einsatz auf Hochtouren: „Wir werden jetzt die Zeit bis zur Verfügbarkeit des Medikaments nutzen, um uns mit allen an der Therapie Beteiligten weiter abzustimmen und die erforderlichen Kapazitäten zu schaffen“, so Prof. Joseph Claßen, Direktor der Klinik für Neurologie. Die Anwendung des neuen Medikaments ist mit einem hohen Aufwand verbunden: Alle 14 Tage erfolgt eine Infusion und therapiebegleitend sind regelmäßige MRT-Kontrollen notwendig. In Europa ist zudem eine genetische Testung auf Risikogene erforderlich.<br> </p><p>„Wir am UKL sind gut vorbereitet, unter anderem wurden bereits zusammen mit den Neuroradiologen erste Schulungen dazu durchgeführt“, ergänzt Prof. Saur. Nun bleibt abzuwarten, ob es weitere Richtlinien für die Anwendung geben wird, die zusätzlich berücksichtigt werden müssen. Auf jeden Fall ist der Einsatz in greifbarer Nähe: „Im Sommer rechnen wir mit den ersten Therapien in der Klinik“, ist Prof. Dorothee Saur überzeugt.</p><p><br><br><br><br> </p><p> </p><p>Mehr zu den neuen Möglichkeiten im Kampf gegen Alzheimer im<br> </p><p>-> <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/presse/Seiten/Pressemitteilung_7778.aspx">Interview mit Prof. Dorothee Saur, stellv. Klinikdirektorin Neurologie</a></p><p>- > <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.youtube.com/watch?v=ZTq9vs3j1oY">Podcast Demenzerkrankungen mit Prof. Saur- Radio Leipzig</a></p> |
| Gemeinsam stark nach dem Schlaganfall | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig In diesem Jahr stellt die Stiftung | <img alt="Prof. Dominik Michalski (li.) und Prof. Joseph Claßen im fachlichen Austausch mit Daniela Geisler, einer der Schlaganfall-Lotsinnen am UKL." src="/presse/PressImages/pic_20241025110436_26df67e811.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2024-10-24T22:00:00Z | Leipzig: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an einem Schlaganfall zu erkranken – mit teils gravierenden Folgen: Sie reichen von dauerhaften Lähmungen, über Sprach-, Sprech- und Gedächtnisstörungen bis hin zur Harninkontinenz. Hinzukommt eine große emotionale Belastung der betroffenen Patient:innen und ihrer Angehörigen. Um das Bewusstsein für die Erkrankung in der Bevölkerung zu erhöhen, hat die Welt-Schlaganfall-Organisation 2006 den Welt-Schlaganfalltag ins Leben gerufen. Er wird jährlich am 29. Oktober mit wechselnden nationalen Schwerpunkten und Aktionen begangen. In diesem Jahr stellt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe die Nachsorge in den Fokus – ein Thema, welches auch den Schlaganfall-Expert:innen des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) am Herzen liegt. Sie laden daher Betroffene, Angehörige und Interessierte zum Austausch ein. | <p>Die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu überleben, ist in den vergangenen Jahren gewachsen. "Das liegt vor allem an den Möglichkeiten der modernen Medizin. Und dennoch muss sich noch vieles ändern," sagt Prof. Dominik Michalski, Oberarzt der Schlaganfallspezialstation der <a href="/einrichtungen/neurologie">Klinik und Poliklinik für Neurologie des UKL</a> und ergänzt: "Das betrifft insbesondere die Nachsorge nach einem Schlaganfall. Dieses Thema ist sehr komplex, weil es sich in der Regel über einen sehr langen Zeitraum erstreckt und neben medizinischen auch jede Menge soziale Fragen beinhaltet." <br><br>Um die Nachsorge der am <a href="/">Universitätsklinikum Leipzig</a> behandelten Patient:innen zu verbessern, kommen untern anderem Schlaganfall-Lotsinnen zum Einsatz. Sie helfen zum Beispiel, den Übergang der Patient:innen vom Krankenhaus in die Rehabilitation und später in die ambulante Betreuung abzufedern. Prof. Joseph Claßen, Direktor der der Klinik und Poliklinik für Neurologie des UKL, erklärt hierzu: "Die Nachsorge beginnt bereits im Krankenhaus mit der Feststellung der Risikofaktoren, die den Schlaganfall verursacht haben - seien es Diabetes, Bluthochdruck, eine Herzrhythmus-, Gerinnungs- oder eine Stoffwechselstörung. Und auch in der stationären Rehabilitation werden Schlaganfall-Patient:innen engmaschig betreut. Im Übergang in die ambulante Nachsorge jedoch besteht oft eine Lücke, die wir mit dem Einsatz unserer Lotsinnen zu schließen versuchen."<br><br>Einer aktuellen Befragung der <a href="https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/start">Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe</a> nach fühlen sich auch Angehörige häufig mit den entstehenden Herausforderungen allein gelassen. Deshalb beziehen die am UKL tätigen Schlaganfall-Lotsinnen Angehörige in ihre Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten im Alltag, Ansprechpartner:innen für individuelle Fragen und Probleme in der häuslichen Umgebung mit ein. "Oberstes Ziel dabei ist es", sagt Prof. Dominik Michalski, "die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und das Risiko eines weiteren Schlaganfalls und von Folgeerkrankungen wie Angststörungen und Depressionen zu verringern."  <br><br>Welche konkreten Unterstützungsmöglichkeiten es für betroffene Patient:innen und Angehörige nach einem Schlaganfall gibt und welche Maßnahmen unternommen werden können, um weiteren Schlaganfällen vorzubeugen, sind Inhalt der Informationsveranstaltung des UKL anlässlich des diesjährigen Welt-Schlaganfalltags. Gezeigt wird auch der Dokumentarfilm "Alles auf Anfang", der verdeutlichen soll, wie vielfältig die Probleme nach einem Schlaganfall sind. Darüber hinaus laden Prof. Dominik Michalski und Kolleg:innen dazu ein, mit ihnen, den Lotsinnen und Vertreter:innen von Selbsthilfegruppen zum Thema Schlaganfall-Nachsorge ins Gespräch zu kommen. <br><br><strong>Gemeinsam stark nach dem Schlaganfall - Informationsveranstaltung am UKL<br></strong>Dienstag, 29.10.2024<br>17:30 Uhr - 19:30 Uhr<br>Haus 1, Seminarraum 8/9<br><a href="/">www.uniklinikum-leipzig.de</a></p>
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