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Pressemitteilungen der Neurologie

 

 

Dr. Jörn-Sven Kühl, Stammzell-Transplantationsexperte des UKL: „ALD sollte ins Neugeborenen-Screening aufgenommen werden“<img alt="Das UKL ist eines der wenigen Zentren, an denen nicht nur Kinder, sondern auch an den Folgen der Adrenoleukodystrophie leidende Erwachsene behandelt werden können&#58; Oberarzt Dr. Wolfgang Köhler (li.) von der Klinik und Poliklinik für Neurologie betreut die erwachsenen Patienten mit ALD und anderen Leukodystrophien. Privatdozent Dr. Jörn-Sven Kühl (re.) ist ein europaweit anerkannter pädiatrischer Experte für Stammzelltransplantation." src="/presse/PressImages/pic_20220802103626_4d3af69a34.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-08-01T22:00:00ZLeipzig. ALD – Adrenoleukodystrophie – ist eine Krankheit, die so selten wie heimtückisch ist. Mindestens eins von 17000 Neugeborenen ist betroffen, meistens Jungen. Unerkannt und unbehandelt führt sie in aller Regel zu Invalidität und Tod. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ist eines der wenigen Zentren in Deutschland, in dem die Erkrankung in interdisziplinärer Zusammenarbeit behandelt werden kann, unter anderem mit Stammzelltransplantation (SCT) und anderen modernen therapeutischen Ansätzen. "Leider wird die ALD jedoch häufig zu spät erkannt", stellt Privatdozent Dr. Jörn-Sven Kühl, ein europaweit anerkannter pädiatrischer SCT-Experte fest: "Sie muss daher ins Neugeborenen-Screening aufgenommen werden. Dies würde die Chance bei vielen Betroffenen auf rechtzeitige Diagnose und Therapie stark verbessern." <p>ALD ist eine erbliche Stoffwechselkrankheit und gehört zur Gruppe der Seltenen Erkrankungen. Durch einen genetischen Fehler können bestimmte Fettsäuren nicht abgebaut werden. Sie schädigen das Gehirn und das Rückenmark sowie die Nebennieren. Dieser Gendefekt führt bei Jungen über eine akute Entzündung häufig zur Zerstörung der &quot;weißen Gehirnsubstanz&quot;, des Myelins. Unbehandelt ist die Krankheit oft tödlich, da im weiteren Verlauf wichtige Nervenfunktionen ausfallen können. In Deutschland gibt es nur wenige spezialisierte Zentren für eine ALD-Transplantation. &quot;Pro Jahr transplantieren wir so zwei bis drei Kinder, im vergangenen Jahr sogar vier, und damit geschätzt zwei Drittel aller deutschlandweiten Transplantationen&quot;, sagt PD Dr. Kühl, Leiter der pädiatrischen Stammzelltransplantation an der <a href="/einrichtungen/kinderonkologie">Abteilung für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie</a> des UKL. Inzwischen liegen bereits Erfahrungen bei 50 transplantierten Kindern vor. Die klinische Betreuung der Kinder in Leipzig erfolgt in Zusammenarbeit mit der <a href="/einrichtungen/kinderklinik/Seiten/neuropaediatrie.aspx">UKL-Neuropädiatrie</a> um Prof. Andreas Merkenschlager. Überregional besteht seit vielen Jahren eine enge Kooperation mit den Neurologen der Göttinger Universitätskinderklinik.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Transplantation kann Verlauf der Entzündung stoppen</strong></p> <p>Die schwere Verlaufsform trifft praktisch nur Jungen, weil es eine sogenannte X-chromosomale Erkrankung ist. &quot;Ein Drittel aller Jungen bis zum 10. Lebensjahr entwickeln Merkmale, was wir die 'kindlich zerebrale Verlaufsform der Adrenoleukodystrophie' nennen&quot;, beschreibt der UKL-Experte. &quot;Es sind bis zum Ausbruch der Erkrankung in der Regel völlig unauffällige Kinder mit einer normalen Entwicklung&quot;, so Kühl. Manchmal falle es auf, wenn bei Betroffenen eine Nebennierenrindeschwäche (Morbus Addison) festgestellt wird. Doch auch diese Erkrankung sei schwer zu diagnostizieren und wird deshalb oft spät - zu spät - erkannt.&#160;</p> <p>&quot;Werden bei betroffenen Kindern bestimmte Verhaltensauffälligkeiten festgestellt, ist es für eine Transplantation meistens schon zu spät, weil das Gehirn bereits großen Schaden genommen hat&quot;, erläutert Dr. Kühl. &quot;Denn die Transplantation von Stammzeilen repariert nichts. Was im Hirn kaputt ist, bleibt kaputt. Aber sie kann die Entzündung stoppen, die zum Abbau von Gehirnsubstanz führt.&quot; Da dieser Prozess aber Monate dauern kann, ist eine Transplantation bei fortgeschrittenen Patienten nicht mehr sinnvoll.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Kein Spendenmangel</strong></p> <p>&quot;Wir bräuchten ein Neugeborenen-Screening&quot;, betont Oberarzt Kühl und weiß, dass dies von vielen kritisch gesehen wird, eben, weil nicht alle betroffenen Kinder erkranken. Es gebe so sichere Transplantations-Verfahren heutzutage, hebt er hervor. Wenn früh genug bei Erkrankungsbeginn transplantiert würde, sei es erwiesenermaßen eine wirksame Therapie mit sehr guten Chancen für die Patienten. &quot;Aber wir können es viel zu Wenigen anbieten, weil ohne das Screening und regelmäßige MRT-Kontrollen eine rechtzeitige Diagnostik fast unmöglich ist&quot;, verdeutlicht der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin.&#160;</p> <p>Die Folgen können dramatisch sein&#58; &quot;Innerhalb von fünf Jahren entwickeln sich Behinderungen schwersten Grades, Bettlägerigkeit, bei sehr vielen führt die Krankheit zum frühen Tod.&quot; Ohne Screening von Neugeborenen komme daher für rund die Hälfte dieser Patienten eine mögliche Behandlung zu spät.&#160;</p> <p>Dabei besteht - ganz im Gegensatz zur Organspende - an gespendeten Stammzellen in Deutschland kein Mangel. &quot;Obwohl Spenden weltweit gesucht werden, können wir in der Regel auf solche aus Deutschland zurückgreifen&quot;, sagt Dr. Kühl</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Betreuung für alle Altersgruppen am UKL</strong></p> <p>Am Leipziger Universitätsklinikum werden nicht nur Kinder, sondern auch an den Folgen der Erkrankung leidende Erwachsene behandelt. Oberarzt Dr. Wolfgang Köhler von der <a href="/einrichtungen/neurologie">Klinik und Poliklinik für Neurologie</a> betreut die erwachsenen Patienten mit ALD und anderen Leukodystrophien. In enger Zusammenarbeit mit Prof. Uwe Platzbecker, Direktor der <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-1">UKL-Hämatologie</a> und seinem Team ist im UKL ein deutschlandweit fast einzigartiges Transplantations-Zentrum für Männer mit einer zerebralen ALD entstanden. &quot;Die ersten Transplantationen bei erwachsenen wurden bereits 2018 im UKL begonnen - mit tatkräftiger Unterstützung von Prof. Dietger Niederwieser, der bis 2018 die Hämatologie am UKL führte&quot;, betont Dr. Kühl, &quot;inzwischen arbeiten wir gemeinsam an neuen gentherapeutischen Ansätzen und neuen Medikamenten um die Situation für die Patienten zu verbessern.&quot;&#160;</p>
Bewegungsmuffel aufgepasst: Laufen, Rad fahren oder schwimmen kann das Risiko für Schlaganfälle senken<img alt="Prof. Joseph Claßen, Direktor der Klinik für Neurologie, Prof. Dominik Michalski, Oberarzt auf der Schlaganfallspezialstation – Stroke Unit –, Assistenzärztin Alhuda Dabbagh und Gesundheits- und Krankenpflegerin Samantha Aust (v.l.n.r.) am Bett einer Patientin." src="/presse/PressImages/pic_20220506101005_cdbc4f504a.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-05-05T22:00:00ZLeipzig. Treppe statt Fahrstuhl, Fahrrad statt Auto: Den bundesweiten "Tag gegen den Schlaganfall" am 10. Mai stellt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe unter das Motto "Bewegung im Alltag wirkt Wunder". UKL-Schlaganfallexperten bestätigen: Bewegung dient der Prävention und kann das Risiko eines Schlaganfalls verringern. <p>Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) stehen die Neurologen im engen Austausch mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Von daher kann Prof. Dominik Michalski, Oberarzt der <a href="/einrichtungen/neurologie/informationen-für-patienten/struktur-der-klinik#Intensivtherapiestation%20und%20Schlaganfallspezialstation">Stroke Unit, der Schlaganfall-Spezialstation</a> der Klinik und Poliklinik für Neurologie, dem von der Stiftung gesetzten Motto nur zustimmen&#58; &quot;Bewegungsmangel ist ein erheblicher Risikofaktor für die Entstehung von Schlaganfällen&quot;, sagt er, &quot;und die Situation während der Corona-Pandemie verstärkt dieses Risiko wahrscheinlich noch.&quot; Mit Blick auf die Patientinnen und Patienten auf der UKL-Stroke Unit wird er noch konkreter&#58; &quot;Bei einigen Betroffenen auf unserer Station hätte der Schlaganfall durch mehr Bewegung im früheren Alltag wahrscheinlich verhindert werden können.&quot;</p> <p>Das oft gehörte Argument, man habe durch den Beruf oder die Pandemie keine Zeit für Bewegung, lässt Prof. Michalski nicht gelten, denn&#58; &quot;Der Alltag bietet jedem viele versteckte Situationen, um sich zu bewegen, und sei es nur das Benutzen der Treppe statt des Lifts.&quot;&#160;</p> <p>Trotzdem rät er, auch sportliche Aktivitäten in den Alltag einzubauen, beispielsweise laufen, Rad fahren oder schwimmen. &quot;Empfohlen werden mindestens drei, besser fünf Mal 20 bis 60 Minuten moderater Ausdauersport pro Woche&quot;, so der UKL-Neurologe. Nach Informationen der Schlaganfall-Stiftung könne so das Risiko, einen &quot;Schlag&quot; zu erleiden, um bis zu 50 Prozent gesenkt werden.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Dem Thema Prävention widmet sich einige Tage zuvor auch der &quot;25. Leipziger Schlaganfalltag&quot;, der von Prof. Joseph Claßen, Direktor der <a href="/einrichtungen/neurologie">Neurologie am UKL,</a> und Prof. Michalski ausgerichtet wird. Auf dieser Fachveranstaltung am 7. Mai beschäftigen sich die Expert&#58;innen auch mit Risikofaktoren, die über den Bewegungsmangel hinausgehen, zum Beispiel Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck oder bestimme Herz-Rhythmus-Störungen. Als Vortragende konnten überregional anerkannte Expert&#58;innen gewonnen werden. So spricht unter anderem Dr. Michael Brinkmeier, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, zum aktuellen Stand und den Perspektiven der Schlaganfallprävention.&#160;</p> <p>In einem zweiten großen thematischen Block erhalten die Teilnehmenden der Veranstaltung einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Akutbehandlung. &quot;Hier nimmt der Rettungsdienst eine wichtige Rolle ein&quot;, erklärt Prof. Claßen und fügt hinzu&#58; &quot;Ein Schlaganfall muss unmittelbar erkannt und die Betroffenen zügig ins Krankenhaus eingewiesen werden, um schnell eine Therapie einleiten zu können&quot;. Ebenfalls von großer Wichtigkeit&#58; die Vernetzung der Kliniken, wie sie beispielsweise über das neurovaskuläre Netzwerk INNSA realisiert wird, um die Akutversorgung auch flächendeckend optimal zu gestalten.&#160;</p> <p>Um möglichst vielen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen, findet die Fachveranstaltung im Hybrid-Format statt&#58; in Präsenz vor Ort im Mediencampus Villa Ida und online unter <a href="https&#58;//www.ukl-live.de/schlaganfalltag/">https&#58;//www.ukl-live.de/schlaganfalltag/</a>. &#160;</p> <p>&#160;</p>
Projekt PostStroke-Manager: Im Mittelpunkt steht die Nachsorge<img alt="Sie bringen den PostStroke-Manager auf den Weg (v.l.n.r)&#58; Dr. Jean-Baptiste Tylcz (ICCAS), Prof. Joseph Claßen (Neurologie), Max Schreiber (ICCAS), Prof. Dominik Michalski (Neurologie), Daniela Geisler (Neurologie), Daniela Urban (Neurologie), Richard Schmidt (Neurologie)" src="/presse/PressImages/pic_20220216105206_464f78f1b3.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-02-15T23:00:00ZLeipzig. Erstmals in Deutschland haben Mediziner:innen und Forschende der Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) und des Innovationszentrums für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig ein innovatives Konzept für eine digital-gestützte Schlaganfallnachsorge entwickelt. Das Projekt PostStroke-Manager stellt die einzelnen Patient:innen ins Zentrum der meist vielfältigen Nachsorgeinhalte und hilft auf verschiedene Weise, mit der neuen Lebenssituation bestmöglich umzugehen. Nach mehr als zwei Jahren Entwicklung hat nun innerhalb des Projekts eine Machbarkeitsstudie begonnen, in der das Konzept erprobt wird. <p>&quot;Das Konzept ist einzigartig in Deutschland. Im Mittelpunkt steht die verbesserte Nachsorge nach einem Schlaganfall. Erstmals werden digitale Anwendungen eingesetzt, deren Chancen bisher ungenutzt blieben&quot;, berichtet Prof. Dominik Michalski, Oberarzt der <a href="/einrichtungen/neurologie/informationen-für-patienten/struktur-der-klinik#Intensivtherapiestation%20und%20Schlaganfallspezialstation">Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit)</a> der <a href="/einrichtungen/neurologie">Klinik und Poliklinik für Neurologie am UKL</a>. Das Projekt PostStroke-Manager leitet er gemeinsam mit Klinikdirektor Prof. Joseph Claßen und Prof. Galina Ivanova vom ICCAS.&#160;</p> <p>Zusammen mit dem von Prof. Ivanova geleiteten technologischen Team &quot;Biomedizinische Datenanalyse&quot; des <a href="https&#58;//www.iccas.de/">ICCAS</a> entwickelten die UKL-Schlaganfallexpert&#58;innen den PostStroke-Manager - ein patientenzentriertes, digitales System, welches Patient&#58;innen in der oft schwierigen Zeit nach dem Schlaganfall unterstützt und ihnen eine koordinierte Langzeitbetreuung ermöglicht.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Einsatz in Kliniken, Praxen und zu Hause geplant</strong></p> <p>&quot;Die Ausgangslage ist klar&quot;, sagt Prof. Michalski und fasst zusammen&#58; &quot;Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. In vielen Fällen entwickelt sich daraus eine chronische Erkrankung mit anhaltenden Symptomen wie beispielsweise Lähmungen. Nach dem Aufenthalt im Akutkrankenhaus erfolgt die Weiterbehandlung im Wesentlichen durch Hausärzte, Logopäden, Ergo- und Physiotherapeut&#58;innen sowie Rehabilitationseinrichtungen.&quot; Aber er fügt hinzu&#58; &quot;In Deutschland ist die Schlaganfallnachsorge inhaltlich und strukturell noch nicht hinreichend ausgestaltet. Auch wird das Potential digitaler Technologien bisher nicht genutzt.&quot;&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Mit Hilfe des von Leipziger Mediziner&#58;innen und IT-Spezialist&#58;innen entwickelten Konzepts soll sich dies jetzt ändern. &quot;Obwohl die Digitalisierung in der Medizin rasch voranschreitet, stellt der PostStroke-Manager deutschlandweit das erste Projekt dar, das auf die Versorgungssituation von Schlaganfallpatienten fokussiert ist und hierfür moderne eHealth- und mHealth-Technologien nutzt&quot;, erklärt Prof. Ivanova.</p> <p>Wichtigstes Projektziel ist die Entwicklung eines digital-gestützten Nachsorgekonzepts für Schlaganfallpatienten - &#160;interdisziplinär und intersektoral. Letzterer Begriff bedeutet, dass das System des PostStroke-Managers nicht nur im Akutkrankenhaus, sondern auch in Praxen niedergelassener Ärzt&#58;innen, Rehabilitationseinrichtungen und vor allem im Wohnumfeld der Patient&#58;innen eingesetzt werden kann. Es integriert die verschiedenen an der Nachsorge beteiligten Gruppen und schafft die Basis für innovative digitale Angebote und neue Versorgungsformen. Die Studie soll jetzt zeigen, ob das System praxistauglich ist.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Ein wichtiges Ziel&#58; Erneute Schlaganfälle verhindern</strong></p> <p>Die Entwickler&#58;innen des Konzepts haben typische Problemfelder in der Schlaganfallnachsorge aufgegriffen. &quot;Aus Patientensicht verfolgen wir daher mehrere Ziele, zum Beispiel das Abmildern noch bestehender Schlaganfallsymptome durch eine individualisierte Therapie oder auch das frühzeitige Erkennen von Folgezuständen mit der Möglichkeit, die Behandlung entsprechend anzupassen&quot;, erläutert Prof. Michalski und benennt weitere Ziele&#58; &quot;Indem Risikofaktoren wie der Blutdruck engmaschig überprüft werden und so die individuelle Medikation durch die betreuenden Hausärzt&#58;innen bestmöglich angepasst werden kann, sollen erneute Schlaganfälle verhindert werden. Außerdem möchten wir über die Vermittlung individuell relevanter Informationen und der Erarbeitung eines Krankheitsmodells die Gesundheitskompetenz der Patient&#58;innen stärken.&quot;&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Die Patienten werden nun innerhalb einer Studie im ersten Jahr nach dem Schlaganfall parallel durch das digitale System sowie durch speziell geschulte Schlaganfalllotsen begleitet. Anschließend soll die individualisierte Nachsorge über digitale Angebote gewährleistet werden. Seit Oktober 2021 lief eine klinische Vortestphase. Im Januar 2022 war nun der Start der Machbarkeitsstudie, in der das ausgearbeitete Nachsorgekonzept, bestehend aus einer neu entwickelten App, Portalen für die Behandler und einer Begleitung durch Schlaganfalllotsen, über einen Zeitraum von einem Jahr untersucht werden soll.</p> <p>&quot;Wegen der vielen Alleinstellungsmerkmale des Systems gibt es jetzt bereits großes, auch überregionales Interesse an dem Konzept&quot;, sagt Prof. Ivanova vom ICCAS. Der erste Test nun bedeute daher eine große Herausforderung. Sie hob dabei die enge Zusammenarbeit der am Projekt beteiligten Partner hervor&#58; &quot;Es findet eine sehr enge Zusammenarbeit statt. Wir besprechen uns nahezu täglich.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p>Das Projekt wird durch öffentliche Mittel des Freistaates Sachsen im Rahmen der Richtlinie &quot;eHealthSax&quot; gefördert. Es besteht eine Kooperation mit der <a href="https&#58;//home.uni-leipzig.de/~allgemeinmedizin/">Selbstständigen Abteilung für Allgemeinmedizin</a> der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Weitere Informationen&#58;&#160;</strong><br><a href="https&#58;//www.iccas.de/poststroke/">https&#58;//www.iccas.de/poststroke/</a></p>
Seltene Erkrankung: Lebensqualität von Frauen mit X-ALD verbessern<img alt="Sie planen und organisieren die individuell abgestimmte Betreuung von Frauen, die an der seltenen Erkrankung X-ALD leiden (v.l.n.r.)&#58; Psychologin Lisa Schäfer, Dr. Astrid Unterlauft und Dr. Wolfgang Köhler von der Klinik und Poliklinik für Neurologie. Die Studie SMART-ALD wird komplett online durchgeführt." src="/presse/PressImages/pic_20210809104103_58bbbdef94.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-08-08T22:00:00ZLeipzig. Mit dem Projekt "SMART-ALD" legt die neurologische Klinik am UKL eine Studie zur Verbesserung der Lebensqualität bei Frauen mit X-ALD auf. Ziel ist, das körperliche und psychische Wohlbefinden von Frauen, die an dieser seltenen Erkrankung leiden, zu verbessern. Die X-chromosomale Adrenoleukodystrophie (X-ALD) ist eine erbliche Stoffwechselkrankheit, die Nerven im Gehirn und Rückenmark abbaut. Die Erkrankung ist nicht heilbar. Von der "European Leukodystrophy Association" (ELA International) erhielt die UKL-Klinik nun die Zusage über eine Förderung in Höhe von 240.000 Euro. <p>Leukodystrophien sind Erbkrankheiten, die die Myelinentwicklung im zentralen Nervensystem betreffen. Die Myelinschicht baut sich entweder nicht richtig auf oder geht nach und nach verloren. Das Myelin ist eine isolierende Hülle aus Cholesterin und anderen Fetten sowie Proteinen, die sich in vielen Schichten um die Nervenfasern windet, ähnlich einer Kunststoffisolation bei einem elektrischen Kabel. Ohne diese werden die Signale zwischen Nervenzellen und ihren Zielorganen nicht oder nur schlecht weitergeleitet. Es entstehen Störungen bei Bewegungen und Sinneswahrnehmungen. Bei der X-ALD sind Männer schwer betroffen; oft wird jedoch vergessen, dass auch Frauen erkranken können.</p> <p>Für Dr. Wolfgang Köhler, Leiter der Arbeitsgruppe Leukodystrophie und andere Myelinerkrankungen an der <a href="/einrichtungen/neurologie" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Neurologie</a> des UKL, ist daher eine intensivere Betreuung aus mehreren Gründen wichtig&#58; &quot;Betroffene Frauen haben zwar meist nur leichtere Symptome, verdrängen diese aber oft oder bemerken sie nicht&quot;, erklärt er. In der Folge seien viele Frauen gezwungen, mit beispielsweise chronischen Schmerzen, Gangstörungen, Depressionen oder psychischem Stress zu leben. &quot;Ihre Symptome müssen ernst genommen werden&quot;, betont Dr. Köhler.<br><br></p> <p>SMART-ALD ist als sogenannte Lifestyle-Intervention angelegt. &quot;Das bedeutet, dass die Betroffenen nicht nur ärztlich neurologisch betreut werden, sondern multiprofessionelle Begleitung erfahren&quot;, berichtet Lisa Schäfer, Psychologin und Projektleiterin von &quot;SMART-ALD&quot;. Auch Psychologen, Sozialarbeiter und - da es sich um eine Stoffwechselstörung handelt - Ernährungsberater mit langjähriger X-ALD-Expertise planen und organisieren die Bausteine für eine individuelle Betreuung, die zum Beispiel ebenso ein Fitnessprogramm umfasst.</p> <p>Das Programm der Studie wird mittels videogestützter Gespräche und Interventionen komplett online durchgeführt, die Teilnahme erfolgt von zu Hause aus. Über ein vorbereitendes Projekt zusammen mit ELA International konnten bereits an die 100 Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum gefunden werden. Der Beginn für SMART-ALD ist für Januar 2022 vorgesehen.</p>
UKL-Experten warnen: Corona-Einsamkeit plus ungesunde Lebensweise kann Schlaganfall-Risiko erhöhen<img alt="Prof. Joseph Claßen (li.), Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie, und Prof. Dominik Michalski, Oberarzt der Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit), warnen vor den Folgen Corona-bedingter Einsamkeit. In Kombination mit ungesunder Lebensweise könne dies das Schlaganfall-Risiko erhöhen." src="/presse/PressImages/pic_20210503110559_00ed5ed4ae.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-05-02T22:00:00ZLeipzig. "Einsamkeit" in Zeiten amtlich angeordneter Isolation oder auch als Folge allgemeiner Kontaktbeschränkungen: Geht sie einher mit der Vernachlässigung einer gesunden Lebensweise, erhöht sich das Risiko für einen Schlaganfall! Darauf weisen die Experten des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) anlässlich des "Tages gegen den Schlaganfall" am 10. Mai hin. Die bundesweite Initiative stellt in diesem Jahr "Einsamkeit" als eine Folge der Corona-Pandemie mit gravierenden Auswirkungen auf die Erkrankung ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Mit dem 24. Leipziger Schlaganfalltag bringt das UKL am 8. Mai Experten der Akutbehandlung und Nachsorge zusammen und ermöglicht den Austausch zu aktuellen Herausforderungen in der Versorgung. <p>Die &quot;Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe&quot; stellt den bundesweiten &quot;Tag gegen den Schlaganfall&quot; in diesem Jahr unter das Motto &quot;Einsamkeit&quot; und richtet den Fokus damit auf eine Folge der Corona-Pandemie, die im medizinischen Kontext bisher wenig Beachtung findet&#58; Ungesunder Lebensstil plus Einsamkeit erhöht das Risiko eines &quot;Schlages&quot;. <br>&quot;Hinzu kommt, dass Schlaganfälle teilweise zu spät bemerkt oder gar nicht behandelt werden&quot;, erklärt Prof. Dominik Michalski, Oberarzt der <a href="/einrichtungen/neurologie/informationen-für-patienten/struktur-der-klinik#Intensivtherapiestation%20und%20Schlaganfallspezialstation">Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit)</a> am UKL, &quot;da geringe Symptome nicht ernst genommen werden oder aus einer vermeintlichen Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus es nicht zu einer Vorstellung im Krankenhaus kommt.&quot; Neben diesen coronabedingten Auswirkungen auf die Akutbehandlung von Schlaganfällen, führt Einsamkeit auch zu Nachteilen für das Leben nach einem Schlaganfall&#58; &quot;In der Schlaganfallnachsorge sind Kontakte mit Therapeuten sowie regelmäßige ärztliche Verlaufsbeurteilungen wichtig, um weiter bestehende Einschränkungen wie Lähmungen zu reduzieren und die Therapie anpassen zu können&quot;, betont Prof. Michalski. &quot;Auch helfen derartige Kontakte, die Probleme, die sich durch Einsamkeit ergeben, zu erkennen und abzumildern&quot;, so der UKL-Experte.&#160;<br><br></p> <p><strong>&quot;Leipziger Schlaganfalltag&quot;&#58; Neurovaskuläres Netzwerk INNSA wird vorgestellt</strong><br>Einreihen in die bundesweite Initiative wird sich der &quot;Leipziger Schlaganfalltag&quot; am Sonnabend, 8. Mai, den die Klinik und Poliklinik für Neurolgie des UKL bereits zum 24. Mal durchführt. Prof. Joseph Claßen, Direktor der <a href="/einrichtungen/neurologie">Klinik und Poliklinik für Neurologie</a>, und Prof. Dominik Michalski laden dann zu einer Online-Veranstaltung ein, bei der sich Mediziner und Wissenschaftler zum Stand der Akutversorgung des Schlaganfalls austauschen. Ein weiteren Schwerpunkt soll die Schlaganfallnachsorge sein. Die Gesprächsthemen reichen dabei von der optimalen Bludruck- und Blutzuckereinstellung bis hin zur struktrurierten Nachsorge. &quot;Ein vielfältiges Programm mit überregional anerkannten Rednern und unter Einbeziehung des Rettungsdienstes des Bereichs Leipzig&#58; So möchten wir das Thema Schlaganfall umfassend abbilden und die Herausforderungen der Corona-Pandemie diskutieren&quot;, so die Profs. Claßen und Michalski. Gerade weil in Zeiten wie diesen eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Behandlungszentren wichtig sei, um eine optimale Versorgung flächendeckend zu gewährleisten, gebe es auf der Veranstaltung auch einen Überblick über das seit Dezember 2020 arbeitende Neurovaskuläre Netzwerk (INNSA), ergänzt Klinikdirektor Prof. Claßen.&#160;</p> <p>Eingeladen zur Teilnahme am virtuellen &quot;Leipziger Schlaganfalltag&quot; sind alle an der Schlaganfallversorgung im ambulanten und stationären Bereich Mitwirkenden.,&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>24. Leipziger Schlaganfalltag<br></strong>Sonnabend, 8. Mai 2021<br>10 bis 14 Uhr,&#160;<br><a href="https&#58;//ukl-live.de/schlaganfalltag">https&#58;//ukl-live.de/schlaganfalltag</a> ​ &#160;</p> <p>Eine Anmeldung vorab ist nicht erforderlich.</p>

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