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Pressemitteilungen

 

 

Erstes Krankenkassen-finanziertes Therapie-Programm für Patienten mit Adipositas am UKL<img alt="Koordinatorin Sarah Victoria Frenzel (re.) bei der Erfassung des Verlaufsgewichtes einer Patientin des Programms nach dem ersten Therapiejahr" src="/presse/PressImages/pic_20200709102036_f3c5d0c366.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-07-08T22:00:00ZLeipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) und die AOK PLUS haben einen Vertrag zur integrierten Versorgung (IV-Vertrag) über ein konservatives Adipositas-Therapieprogramm für Patienten mit starkem Übergewicht geschlossen, zu dem jetzt die Ergebnisse des ersten Behandlungsjahres vorliegen. Fazit: Das Programm wirkt. <p>Die AOK PLUS, die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen, hat als erste Krankenkasse mit dem Universitätsklinikum Leipzig einen Vertrag zur integrierten Versorgung (IV-Vertrag) über ein insgesamt vierjähriges &quot;konservatives&quot; Behandlungsprogramm für AOK PLUS-versicherte Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem Body-Maß-Index (BMI) von mehr als 35 kg/m² abgeschlossen. Der BMI ist die Maßzahl zur Bewertung des Körpergewichts eines Menschen im Verhältnis zur Körpergröße. Normalgewichtige Personen haben einen BMI zwischen 19 und 25 kg/m².</p> <p>Im Unterschied zur chirurgischen Behandlung findet bei der rein konservativen Behandlung keine &quot;Magen-Operation&quot; statt, der Fokus liegt stattdessen auf Bewegungsprogrammen, gesunder Ernährung und psychologischer Betreuung mit Verhaltenstraining und Beratung bei Problemen wie beispielsweise &quot;Frustessen&quot;. Das Programm wird durch das <a href="https&#58;//www.ifb-adipositas.de/">Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen</a> der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und der <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-3">Klinik und Poliklinik für Endokrinologie, Nephrologie, Rheumatologie</a> des UKL wissenschaftlich begleitet und evaluiert.&#160;</p> <p>Patienten mit ausgeprägter Adipositas - starkem Übergewicht - sind besonders gefährdet, schwere gesundheitliche Probleme durch Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herzinfarkt und andere Gefäßerkrankungen zu erleiden. Ganz aktuell zeigt sich dies durch das höhere Risiko für einen schwereren Verlauf bei SARS-CoV-2-Infektionen&#58; Patienten mit Adipositas haben zum Beispiel ein bis zu siebenfach erhöhtes Risiko im Vergleich zu normalgewichtigen Patienten, bei einer COVID-19-Erkrankung beatmet werden zu müssen, wie aktuelle Studien zeigen.&#160;<br>&quot;Eine Gewichtsabnahme ist generell die beste Methode, das Risiko für Begleiterkrankungen des Übergewichtes zu reduzieren. Allerdings ist eine langfristige Gewichtsabnahme ohne professionelle Unterstützung schwierig&quot;, sagt Dr. Haiko Schlögl (Foto), Facharzt für Innere Medizin an der Klinik und Poliklinik für Endokrinologie, Nephrologie, Rheumatologie.</p> <p><strong>Lebensqualität der Teilnehmer erhöht sich</strong><br>Jetzt liegen die Studien-Ergebnisse mit den ersten 243 erwachsenen Patienten vor, die ihr erstes Behandlungsjahr abgeschlossen haben&#58; Die Teilnehmer erreichten eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von fünf Kilogramm beziehungsweise vier Prozent ihres Ausgangsgewichts. Diabetes- und Cholesterinwerte verbesserten sich ebenso.<br>&quot;Die Teilnahme am Programm führte außerdem zu einer Erhöhung der Lebensqualität&quot;, betont Dr. Schlögl. Denn einhergehend mit der Gewichtsabnahme und der Verbesserung der körperlichen Fitness seien auch die Zufriedenheit der Teilnehmer und das Energielevel für ihr tägliches Leben gestiegen.</p> <p>Für Rainer Striebel, Vorstand der AOK PLUS, zeigt die Evaluation, dass das Engagement der Gesundheitskasse gemeinsam mit dem UKL ein Schritt in die richtige Richtung ist. &quot;Seit 2014 haben wir mit dem UKL diesen integrierten Versorgungsvertrag geschlossen und ein so langfristiges konservatives Behandlungsvorhaben voll finanziert. Unsere Versicherten können durch das Programm ihre gesundheitlichen Probleme nachhaltig verringern und so auch ihre Lebensqualität erhöhen. Nun hoffen wir, dass sich auch andere Krankenkassen dieser Partnerschaft anschließen. Denn nur so können wir erreichen, dass dieses Programm möglichst bald als Kassenleistung und somit mehr Betroffenen zur Verfügung steht.&quot;&#160;</p> <p>Auch Prof. Michael Stumvoll, Direktor der Klinik und Poliklinik für Endokrinologie, Nephrologie, Rheumatologie des UKL, betont die Aktualität der gewonnenen Erkenntnisse&#58; &quot;Gerade im Hinblick der gegenwärtig in Deutschland und in Europa geführten Debatte, ob Adipositas als Erkrankung anerkannt und die Therapie kassenfinanziert werden soll, halten wir diese Daten für sehr wichtig. Die in der aktuellen Publikation berichteten sehr positiven Ergebnisse des Behandlungsprogramms sollten ein wichtiger Anschub auch für andere Krankenkassen sein, in die konservative Behandlung ihrer Patienten mit Adipositas zu investieren.&quot;</p> <p><strong>Original-Publikation&#58;<br></strong>Frenzel et al. (2020) Deutsche Medizinische Wochenschrift, efirst (<a href="https&#58;//eref.thieme.de/print/section/1439-4413_efirst/10.1055-a-1134-1896.pdf">https&#58;//eref.thieme.de/print/section/1439-4413_efirst/10.1055-a-1134-1896.pdf</a>)</p> <p><strong>Adipositas-Programm&#58;<br></strong><a href="https&#58;//www.ifb-adipositas.de/Behandlung">www.IFB-Adipositas.de/Behandlung</a> &#160;&#160;&#160;</p> <p><strong>AOK PLUS&#58;&#160;</strong><br><a href="https&#58;//www.aok.de/pk/plus/inhalt/adipositastherapie/">www.aok.de/pk/plus/inhalt/adipositastherapie &#160;</a></p> <p>&#160;</p>
Verlässlicher Schutz für Patienten und Mitarbeiter: Aufnahmescreening auf Corona wird verstetigt<img alt="Am UKL werden seit dem 1. April alle Patienten bei Aufnahme auf eine Sars-CoV-2-Infektion gescreent." src="/presse/PressImages/pic_20200511102959_9c397afa34.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-05-10T22:00:00ZLeipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat als wahrscheinlich erstes Krankenhaus in Deutschland bereits am 1. April mit einem flächendeckenden Screening der geplant stationär aufgenommenen erwachsenen Patienten auf eine Sars-CoV-2 Infektion begonnen. Damit wurde frühzeitig ein umfassender Schutz für Patienten ebenso wie für die Beschäftigten des UKL sichergestellt. Ende April wurde das Screening auch auf ambulant operierte Patienten ausgeweitet. Die in der ersten Phase gewonnenen Daten haben die Experten des UKL jetzt in einer ersten Studie zusammengefasst. Die Ergebnisse liefern Grundlagen für eine Umsetzung von Screeningprogrammen an Kliniken. <p>In dem kurz nach dem Lockdown einführten umfassenden Screening am Universitätsklinikum Leipzig wurden allein im April ca. 2000 Patientinnen und Patienten, die für eine planbare stationäre Behandlung im UKL aufgenommen wurden, untersucht. Dazu gehörten auch Schwangere, die zur Entbindung in die Geburtsmedizin kamen. &quot;Mit dem sehr frühen flächendeckenden Screening unserer aufgenommenen Patienten waren wir Vorreiter in Deutschland&quot;, konstatiert Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, mit Blick auf oft erst kürzlich gestartete Screeningpogramme an anderen Kliniken. &quot;Für uns war dies eine extrem wichtige Maßnahme, um unsere Patienten und Mitarbeiter vor Übertragungen durch asymptomatische Infizierte zu schützen&quot;, so Josten weiter.</p> <p>Dafür wurden in kürzester Zeit neue Strukturen eines Aufnahmescreenigs an den verschiedenen stationären Aufnahmeorten des UKL geschaffen. Besetzt und fachlich betreut wurden diese Screening-Stationen von den Experten der Infektiologie, die auch die Corona-Ambulanz am UKL aufgebaut hatten. Diese öffnete als erste in Leipzig bereits am 2. März. Schon am 22. Januar hatte das Institut für Virologie am UKL als eines der ersten Labore den Test auf das Sars-CoV-2 Virus eingeführt. Dank der so vorhandenen Erfahrungen und Kapazitäten konnte auch das Patientenscreening früh etabliert werden. Dessen Umsetzung sorgte dafür, dass die Gefahr einer Infektionseintragung extrem reduziert wurde.&#160;</p> <p>&quot;Die Ergebnisse haben uns durchaus überrascht&#58; In allen 2000 Proben war kein einziger positiver Corona-Fall&quot;, erklärt Dr. Amrei von Braun. Zusammen mit ihren Kollegen betreut die Infektiologin die Screening-Einheiten des UKL und hat die Daten der letzten fünf Wochen ausgewertet. Die ersten 15 Tage sind dabei auch in einer ersten Studie erfasst worden. &quot;Die dabei von uns untersuchte Gruppe wies ein überdurchschnittlich hohes Risiko auf, denn die Patienten litten alle unter Vorerkrankungen, waren im Schnitt 64 Jahre alt und oftmals immungeschwächt&quot;, so die Ärztin. &quot;Dass darunter niemand mit einer Infektion war, ist ein sehr erfreuliches Ergebnis.&quot; Auch während der anschließenden stationären Behandlung entwickelte keiner der Patienten eine Corona-Infektion.&#160;<br>Das ist ein Hinweis darauf, dass es offenbar dank der umfassenden gesamtgesellschaftlichen Maßnahmen gelungen ist, die Übertragung des Virus auf die besonders verletzlichen Gruppen zu verhindern und diese so zu schützen. &quot;Für die Arbeit im Klinikum bedeutet dies auch, dass bei der Betreuung der getesteten Patienten die Standard-Hygiene ohne nennenswertes Risiko eingesetzt werden konnte und wir nicht flächendeckend die erweiterten Corona-Maßnahmen anwenden mussten, die für Patienten und Mitarbeiter auch eine Belastung darstellen&quot;, so Braun weiter. Die Leipziger Ergebnisse können nun als Grundlage für Überlegungen zu einer Etablierung und Umsetzung von Screeningprogrammen an Kliniken insgesamt dienen. Am UKL wurde inzwischen das Screening auch auf Patienten ausgeweitet, die das Klinikum für einen ambulanten Eingriff aufsuchen.</p>
Netzwerk am UKL begleitet transsexuelle Personen auf dem Weg zu sich selbst<img alt="Die Regenbogenfahne weht am UKL in der Liebigstraße." src="/presse/PressImages/pic_20200330114020_ba9580871b.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-03-29T22:00:00ZLeipzig. Ein Netzwerk mit den verschiedensten medizinischen Fachbereichen wurde am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) für die Therapie von transgeschlechtlichen Personen aufgebaut. Ärzte und Wissenschaftler helfen mit ihrem Wissen und Können den Betroffenen, ihr empfundenes Geschlecht und ihren Körper in Einklang zu bringen. Der 31. März wird seit einigen Jahren als "International Transgender Day of Visibility" (Internationaler Tag der Trans* Sichtbarkeit) begangen. <p>Die zentrale Anlaufstelle am UKL ist <a>Dr. Kurt Seikowski</a>, Psychologe und Psychotherapeut. &quot;Ich erhebe eine Diagnose&quot;, erklärt er. &quot;Heißt diese am Ende Transsexualität, können von Ärzten und Patienten gemeinsam die sinnvollsten Methoden gewählt werden, den Leidensdruck zu nehmen.&quot; Der Leipziger Psychologe hat im Jahr 2018 rund 420 Transsexuelle, im vergangenen Jahr sogar 605 betreut.</p> <p><a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-3">Endokrinologen</a> wie Dr. Haiko Schlögl stehen den Patienten vertrauensvoll bei der Hormontherapie zur Seite. Denn diese ist keineswegs nur eine einfache Verschreibung von Medikamenten ist. &quot;Die gegengeschlechtliche Hormon-Therapie ist ein erheblicher Eingriff, der zu weitreichenden und meist irreversiblen Konsequenzen führt und deshalb auch Risiken birgt&quot;, sagt er.&#160;</p> <p>Wird eine geschlechtsangleichende Operation von den Patienten gewünscht und wird diese von der jeweiligen Krankenkasse genehmigt, können Prof. Stefan Langer, <a href="/einrichtungen/oup/plastische-ästhetische-spezielle-handchirurgie">Leiter der plastischen und ästhetischen Chirurgie</a> am UKL, und Prof. Bahriye Aktas, Direktorin der <a href="/einrichtungen/frauenheilkunde">Universitäts-Frauenklinik</a>, aktiv werden. &quot;Es sind alles sehr anspruchsvolle Operationen, auch weil wir Vertreter einer sehr patientenfreundlichen Chirurgie sind&quot;, so Prof. Langer. &quot;Deshalb erfolgt beispielsweise für Transfrauen die Penis-zu-Scheide-Umgestaltung bei uns mit zwei Operationen im Abstand von drei Monaten.&quot; Wird es gewünscht, kann eine weibliche Brust durch die Einlage von Implantaten aufgebaut werden. Für Transmänner hingegen ist es wichtig, die Brüste zu verlieren. Im Genitalbereich kann Prof. Langer einen künstlichen Penis aufbauen.&#160;</p> <p>Zwei- bis dreimal im Monat werden von Prof. Langer geschlechtsangleichende Operationen vorgenommen. &quot;Es ist schon erstaunlich, was durch die Operationen, die übrigens von den Krankenkassen voll bezahlt werden, an neuem Körpergefühl und Selbstwert entsteht&quot;, so Prof. Langer. Wie er erzählt, stehen am UKL bei Bedarf weitere medizinische Fachbereiche den Transsexuellen auf ihrem Weg zu sich selbst zur Seite, beispielsweise wenn es um die Änderung der Stimmhöhe oder die Entfernung von Gesichtshaar geht.</p> <p>&#160;</p>
Jahrestagung der Spezialisten für Nebennieren in Leipzig<img alt="Prof. Nada Rayes leitet den Bereich Endokrine Chirurgie am Universitätsklinikum Leipzig. Sie organisiert und veranstaltet das Treffen der Spezialisten für Erkrankungen der Nebenniere." src="/presse/PressImages/pic_20200129103923_9eba34671b.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-01-28T23:00:00ZLeipzig. Spezialisten für Erkrankungen der Nebenniere treffen sich am 1. und 2. Februar in Leipzig zur 14. Deutschen Nebennierenkonferenz. "Wir erwarten bis zu 100 Endokrinologen aus dem deutschsprachigen Raum", so Prof. Dr. Nada Rayes, Leiterin des Bereichs Endokrine Chirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) und Tagungspräsidentin. Die Nebenniere ist an der Produktion verschiedenster Hormone beteiligt und steuert so viele Stoffwechselvorgänge. Deshalb haben Funktionsstörungen der Nebenniere einen erheblichen Einfluss auf unterschiedlichste Körperfunktionen. <p>&quot;Erkrankungen der Nebenniere treten sehr selten auf, da sie aber im Zusammenhang mit Bluthochdruck, Diabetes oder gar Krebs stehen können, ist es wichtig, sie behandeln zu können. Unsere alle zwei Jahre stattfindenden Konferenzen bieten den entsprechenden Ärzten und Wissenschaftlern die Gelegenheit, ihre Erfahrungen auszutauschen und Zusammenarbeit zu organisieren, damit im Verbund eine Expertise entsteht, mit der spezielle Therapien erarbeitet werden können&quot;, so Prof. Rayes.Da eine Krebserkrankung der Nebenniere eine sehr schlechte Prognose für den Patienten hat, ist das Ziel der Endokrinologen vor allem, die Früherkennung zu verbessern. Zudem sollen für die Betroffenen individuelle Therapien entwickelt werden.</p> <p>Ausrichter der 14. Deutschen Nebennierenkonferenz ist die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, Sektion Nebenniere, Steroide und Hypertonie. Organisiert und veranstaltet wird die wissenschaftliche Tagung im Universitätsklinikum Leipzig vom <a href="/einrichtungen/vttg/viszeralchirurgie/endokrine-chirurgie" rel="ext" target="_blank">Bereich Endokrine Chirurgie</a>&#160;zusammen mit der <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-3" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Endokrinologie, Nephrologie und Rheumatologie</a> des UKL.</p>
Lipodystrophie-Zentrum gegründet<img alt="Logo des neuen Lipodystrophie-Zentrums" src="/presse/PressImages/pic_20200127102546_e441eec345.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-01-26T23:00:00ZLeipzig. Mit einem besonderen Angebot ergänzt das Universitätsklinikum Leipzig jetzt sein Spektrum im Bereich Stoffwechselerkrankungen. Im neu etablierten Lipodystrophie-Zentrum werden die seit Jahren zur Behandlung der sehr seltenen Stoffwechselstörung Lipodystrophie geschaffenen Strukturen und Expertisen jetzt gebündelt und weiter ausgebaut. Das Zentrum ist das einzige bundesweit und versorgt Patienten aus ganz Deutschland und den Nachbarländern. <p>Lipodystrophie-Syndrome gehören zu den seltenen Erkrankungen. Schätzungen gehen von maximal 500 Betroffenen in ganz Deutschland aus, was eine große zu vermutende Dunkelziffer enthält. Bei dieser Stoffwechselstörung ist Unterhautfettgewebe an Teilen des Körpers oder am gesamten Körper krankhaft vermindert. Teilweise kommt es zu einer ungleichmäßigen Verteilung mit extremem Mangel von Unterhautfett an einigen und übermäßigem Aufbau von Fettpolstern an anderen Körperregionen. Die Betroffenen leiden stark an diesen Veränderungen ihres Äußeren. &quot;Über diese sichtbaren Symptome hinaus ist Lipodystrophie eine schwerwiegende Erkrankung, die mit hohen Blutfettwerten, verminderter Insulinwirkung und daraus resultierenden Gesundheitsschäden einhergeht&quot;, erklärt Dr. Konstanze Miehle, Leiterin des an der <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-3/bereich-endokrinologie" rel="ext" target="_blank">UKL-Endokrinologie</a> beheimateten Zentrums und Expertin für das seltene Erkrankungsbild. <br>Betroffene entwickeln ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Fettleber, Bauchspeicheldrüsenentzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. &quot;Das beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung&quot; so Miehle. Die Leipziger Spezialisten bieten ihren Patienten ein umfassendes Therapiekonzept mit einer individuellen Diagnostik und Behandlung, an der im Zentrum Vertreter vieler Fachgebiete beteiligt sind. Dazu gehören neben Endokrinologen und <a href="/einrichtungen/kinderklinik" rel="ext" target="_blank">Kinderärzten</a> auch die <a href="/einrichtungen/humangenetik" rel="ext" target="_blank">Humangenetiker</a>, denn Lipodystrophie kann sowohl angeboren als auch erworben sein. Im letzteren Fall ist es häufig die Folge einer Autoimmunerkrankung.</p> <p>Aktuell sind 120 Patientinnen und Patienten am Leipziger Zentrum in Behandlung, viele werden von dem interdisziplinären Team schon jahrelang begleitet. Die Ärzte sind kontinuierlich auf der Suche nach neuen Ansätzen für die Therapie und arbeiten dazu auch eng in europäischen Netzwerken mit anderen Experten für Lipodystrophie zusammen. Im Ergebnis profitieren die Patienten von einem schnellen Zugang zu neuesten Erkenntnissen und Verfahren. &quot;Wir konnten beispielsweise unseren Patienten schon sehr frühzeitig eine Behandlung mit dem Proteohormon Leptin anbieten, das regulierend in den Stoffwechsel eingreift und so vor allem das bei der Erkrankung krankhaft gesteigerte Hungergefühl hemmt, die Empfindlichkeit des Körpers auf Insulin verbessert und die Einlagerung von Fett in innere Organe verhindern soll&quot;, beschreibt Dr. Miehle. Das Ziel ist, die Therapie zu verbessern und den gestörten Fettstoffwechsel zu normalisieren. <br>Trotz erster Erfolge bleibt diese extrem seltene Störung eine stetige Herausforderung. &quot;Wir wissen noch immer sehr vieles nicht über diese Erkrankung und wollen daher besser verstehen, was genau die Störungen auslöst, um künftig eher und besser helfend eingreifen zu können&quot;. Das zu ermöglichen wird eine der Aufgaben des neu geschaffenen Zentrums sein.</p>

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