
Leben nach Intensivmedizinischer Versorgung! - Dank moderner intensivmedizinischerTherapien und aufwendiger Intensivpflege können viele kritisch Erkrankte die Klinik wieder verlassen. Allerdings sind sowohl die akute Erkrankung, die zur Aufnahme auf die Intensivstation geführt hat, als auch die moderne Intensivtherapie selbst, für betroffene Mitmenschen körperlich und emotional belastend. Die Entlassung bedeutet daher häufig nicht vollständige Genesung. Oftmals verbleiben Beeinträchtigungen der physischen, kognitiven und psychischen Gesundheit. Oft ist die Wiedereingliederung in das Berufsleben kaum möglich. Dazu beobachten wir regelmäßig erneute Erkrankung, wiederholte Klinikaufenthalte und eine höhere Wahrscheinlichkeit zu versterben. Medikamente, welche im Rahmen der Intensivtherapie zur Akuttherapie oder supportiv benötigt wurden, werden nicht selten ohne fortbestehende Begründung eingenommen und bedingen eine hohes Risiko für neben- und Wechselwirkungen. Letztlich besteht ein erheblicher Einfluss auf die die Lebensqualität und auch die soziale Gesundheit der Betroffenen. Aber auch Angehörige können erheblich belastet sein.
Langzeitfolgen nach Intensivtherapie werden unter dem Begriff Post Intensive Care Syndrome (PICS) zusammengefasst. Diese Beeinträchtigungen werden oftmals entweder nicht erkannt oder nicht in Verbindung mit der Intensivmedizin gebracht. Dadurch erfahren Betroffene häufig keine angemessene Versorgung.
Das Team der Interdisziplinären Internistischen Intensivmedizin am UKL möchte seinen Beitrag zur Erkennung und Behandlung dieses komplexen Problems leisten. Dazu bedarf es zuallererst der systematischen Erfassung verbleibender Einschränkungen infolge kritischer Erkrankung. Hierbei sollen sowohl die subjektive Einschätzung Betroffener als auch Ergebnisse geeigneter Untersuchungsverfahren einbezogen werden. Davon abhängig wollen wir gemeinsam mit allen erforderlichen Fachgebieten unterstützende Angebote entwickeln und zur Verfügung stellen. Dafür haben wir unsere Post-ICU-Ambulanz 'LIVe! Nachsorgeambulanz Intensivmedizin' ins Leben gerufen.
Ein solches bereits entwickeltes Angebot ist das auch in unserer Klinik zur Verfügung stehende Intensivtagebuch. Es hat, bereits wissenschaftlich bestätigt, postiven Einfluss auf die mentale Gesundheit nach intensivmedizinischer Versorgung.
Unterstützung für das Leben nach der Intensivstation (Pressemitteilung UKL)