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Pressemitteilungen

 

 

Fünf Fragen und fünf Experten-Antworten rings um Krach, Musik und Kindergeschrei<img alt="„Stille in unserer Industriegesellschaft selten geworden“&#58; Prof. Michael Fuchs leitet die Sektion Phoniatrie und Audiologie am UKL." src="/presse/PressImages/pic_20210426112053_616758da43.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-04-25T22:00:00ZLeipzig. Am "Tag gegen Lärm" wird seit über 20 Jahren jeweils im April auf Ursachen und Auswirkungen von schädigender Schallintensität aufmerksam gemacht. Denn Lärm kann das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden von Menschen nachhaltig beeinträchtigen, betont Prof. Dr. Michael Fuchs, Leiter der Sektion Phoniatrie und Audiologie an der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Leipzig. <p>Hier einige Fragen an den Experten für <a href="/einrichtungen/phoniatrie">Stimme, Sprechen und Hören</a> und seine Antworten&#58;<br><br></p> <p><strong>Frage&#58; Ab wieviel Dezibel schädigen Geräusche das Gehör?&#160;</strong><br>Ab 80 bis 85 Dezibel ist eine hörschädigende Wirkung von Geräuschen bekannt. Das heißt&#58; Ab dieser Schallintensität besteht die Gefahr, dass die Haarzellen im Innenohr - also die Sinneszellen, die die Schallwellen in Nervenimpulse umwandeln - geschädigt werden. Auch Lärm geringerer Intensität kann krankmachen. Allerdings nicht durch Schädigungen im Ohr, sondern durch Auswirkungen auf die Psyche oder auf Herz und Kreislauf. Neben der Schallintensität spielt aber auch die Einwirkungszeit eine Rolle. <br>So ist erwiesen, dass bei einer Lärmbelastung am Arbeitsplatz ab 85 Dezibel bei acht Stunden am Tag die Gefahr besteht, dass sich mit den Jahren eine Lärmschwerhörigkeit entwickelt. Deshalb müssen den Arbeitnehmern ein kostenloser Gehörschutz zur Verfügung gestellt und Vorsorgeuntersuchungen angeboten werden. Zudem gilt&#58; Je lauter es am Arbeitsplatz ist, desto kürzer ist die zulässige Einwirkzeit.&#160;<br><br></p> <p><em>Eine Übersicht&#58;<br><br></em></p> <p>Lautstärke &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160;zulässige Einwirkzeit</p> <p>85dB &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160;8 Stunden</p> <p>88 dB &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; 4 Stunden</p> <p>91 dB &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; 2 Stunden</p> <p>95 dB &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; 48 Minuten</p> <p>100 dB &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; 15 Minuten</p> <p>105 dB &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; 4,8 Minuten</p> <p><br><strong>Müssen Kinderohren besonders geschützt werden?</strong><br>Die Ohren von Kindern sind nicht empfindlicher als die Ohren von Erwachsenen. Aber&#58; Je früher durch Lärm ein Schaden am Ohr entsteht, desto schlechter für den Betreffenden. Denn Hörminderung, Ohrgeräusche, körperliche Stressreaktionen, Schlafstörungen - das alles wirkt sich ungünstig auf das Lernen und Großwerden der Kinder aus. Wir sollten also als Erwachsene den Kindern einen achtsamen Umgang mit Lärm vorleben und ihnen zeigen, wie sie sich schützen können.<br><br></p> <p><strong>Anhaltender Lärm kann nicht nur das Gehör schädigen, sondern auch Hirn, Herz und Kreislauf stressen. Was passiert da im Körper?</strong><br>Laute Geräusche signalisierten unseren Vorfahren Gefahr. Deshalb reagiert unser Körper heute immer noch mit einer Stressreaktion&#58; Das Herz rast, der Blutdruck steigt, Blut wird in Muskeln und Hirn gepumpt, um eine Kampf- oder Fluchtreaktion vorzubereiten. Wenn das hin und wieder passiert, ist das kein Problem. Aber wenn der Körper ständig diesen Alarmmechanismus aktiviert, wirkt sich das auf Herz und Kreislauf aus, auf die Konzentrationsfähigkeit oder auf die Entspannungsbereitschaft, führt zu Bluthochdruck, Schlafstörungen und kann sogar eine Diabeteserkrankung verschlechtern.<br><br></p> <p><strong>Kann Stille genauso gefährlich sein wie Lärm?</strong><br>Organisch nicht. Denn Stille kann das Ohr nicht schädigen. Allerdings ist Stille in unserer Industriegesellschaft selten geworden. Mancher verbindet Stille mit Einsamkeit und schaltet deshalb Radio oder Fernseher ein, nur um sich nicht allein zu fühlen. Stille kann also negativ auf unsere Psyche wirken, weil fortwährend Geräusche zu unserem Leben gehören. Irgendwo piept, quietscht oder rattert immer etwas. Das würde ich schon als Lärmverschmutzung bezeichnen. Und wir machen uns leider viel zu selten bewusst, dass wir dieser Verschmutzung fast ständig ausgesetzt sind - und uns an sie gewöhnt haben.<br><br></p> <p><strong>Wenn ständig nebenher das Radio läuft oder der Fernseher - schadet das dem Gehör und dem Nervenkostüm?</strong><br>Bei angemessener Lautstärke schadet eine solche Dauerberieselung dem Gehör nicht. Aber&#58; Sinneszellen und Gehirn arbeiten, auch ohne, dass wir das bewusst merken, fortwährend, wenn Radio oder Fernseher laufen. Das kostet dem Körper Kraft und erschöpft uns vielleicht mehr, als uns die Musik entspannt. Aber das mag bei jedem anders sein. Denn auch das Empfinden, was Lärm überhaupt ist, unterscheidet sich&#58; Laute Musik und dröhnende Motoren können Spaß machen. Andererseits können das Summen einer Fliege oder der brummende Kühlschrank stören. <br>Dahinter steckt die subjektive emotionale Bewertung von Geräuschen, der wir uns nicht entziehen können. Bei manchen rufen wummernden Bässe Glücksgefühle hervor, während andere das als Zumutung sehen. Oder&#58; Wenn ich den Nachbarn nicht leiden kann, stört selbst das kleinste Geräusch. Wenn ich mich mit dem Nachbarn aber gut verstehe, stört auch das Geschrei eines Kindergeburtstages nicht. Also&#58; Nicht immer ist es die Lautstärke, sondern oft das subjektive Lautheitsempfinden, das Geräusche zu Lärm macht.</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p>
Patiententag für Kehlkopfoperierte findet online statt<img alt="Prof. Michael Fuchs (hinten links), Leiter der Sektion Phoniatrie und Audiologie an der HNO-Klinik des UKL, und Ulrike Sievert, Ulrike Sievert (Foto), Fachtherapeutin für Laryngektomierte, im Beratungsgespräch mit einem Patienten nach einer Kehlkopf-Totaloperation." src="/presse/PressImages/pic_20210318113440_f3d014eead.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2021-03-17T23:00:00ZLeipzig. Zum 4. Patiententag lädt die Sektion Phoniatrie und Audiologie an der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Leipzig alle Kehlkopfoperierten und deren Angehörige am 24. März ein. Die Veranstaltung sollte schon im vergangenen Jahr stattfinden, sie fiel aber der Corona-Pandemie zum Opfer. Auch jetzt kann sie nicht als persönliche Begegnung von Ärzten, Therapeuten und Patienten stattfinden, sondern nur online. "Damit unsere Patienten nicht noch länger warten müssen, haben wir uns entschlossen, die öffentliche Veranstaltung übers Internet durchzuführen", so Ulrike Sievert, Fachtherapeutin für Laryngektomierte an der Klinik. <p>Informiert wird bei der Online-Veranstaltung über neue Forschungen an Ersatzstimmen. &quot;Bei Kehlkopfkrebs muss entweder ein Teil oder der ganze Kehlkopf entfernt werden&quot;, erläutert die Klinische Sprechwissenschaftlerin. &quot;Die einen können dann noch sprechen, die anderen müssen den Umgang mit einer ganz neuen Sprechstimme lernen. Das kann die Speiseröhrenstimme sein oder das Sprechen mit Hilfe einer Stimmprothese oder einer elektronischen Sprechhilfe. Unser erster Referent wird uns einen Einblick in hochaktuelle Forschungen zu elektronischen Stimmprothesen geben, die vielleicht eine Ersatzstimme der Zukunft darstellen können. Das ist noch ein weiter Weg, aber immerhin beschäftigt sich eine Professur für Sprachtechnologie an der TU Dresden damit - das macht optimistisch.&quot;</p> <p>Weiter im Mittelpunkt steht das Schlucken. Ein Betroffener wird berichten, wie er das wieder lernte. Übrigens will er ein persönliches Kochbuch schreiben, das die Phasen des Lernens wiedergibt und verrät&#58; Was konnte er wann wieder essen?</p> <p>Zudem wird Kristin Poser, stellvertretende Leiterin des <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-3/Seiten/ernaehrungsteam.aspx">Ernährungsteams</a> am UKL, erläutern, welche Ernährung während und nach einer Krebstherapie angeraten ist. Denn mit den richtigen Zutaten kann der Patient den Körper beim Kampf gegen den Krebs bestmöglich unterstützen.</p> <p>&quot;Wir hoffen, dass unsere Patienten das Online-Format unserer Veranstaltung annehmen&quot;, bekräftigt auch Prof. Dr. Michael Fuchs, Leiter der <a href="/einrichtungen/phoniatrie">Sektion Phoniatrie und Audiologie</a>. &quot;Denn man braucht nicht mehr als einen Computer mit Lautsprecher oder Kopfhörer und einen Internetzugang. Vielleicht können die Patienten den Patiententag aber auch gemeinsam mit dem behandelnden Therapeuten verfolgen. Wenn es Fragen gibt, stehen wir gern zur Verfügung, damit möglichst viele dabei sein können.&quot;<br><br></p> <p><strong>Webcast&#58; 4. Patiententag für Kehlkopfoperierte</strong><br>Mittwoch, 24.03.2021<br>14 bis 17 Uhr<br>Teilnahme unter&#58; <a href="http&#58;//www.ukl-live.de/kehlkopfoperierte">www.ukl-live.de/kehlkopfoperierte</a></p>
Wenn das Hörgerät nicht mehr ausreicht<img alt="" src="/presse/PressImages/pic_20201127101927_3168e6a2e6.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-11-26T23:00:00ZDie nächste Vorlesung der Reihe "Medizin für Jedermann" beschäftigt sich mit dem Thema Hörverlust. Die digitale Vorlesung am 2. Dezember ist offen für alle Interessierten - online zu finden unter www.uniklinikum-leipzig.de. <p>Ein Hörgerät hilft Menschen mit mittel- bis höhergradiger Schwerhörigkeit hervorragend, sich weiter an den Schallsignalen dieser Welt zu erfreuen&quot;, sagt Prof. Dr. Michael Fuchs, Leiter der <a href="/einrichtungen/phoniatrie">Sektion Phoniatrie und Audiologie der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde</a> am Universitätsklinikum Leipzig. &quot;Das Funktionsprinzip der Hörgeräte ist dabei immer das gleiche&#58; Der ankommende Schall wird aufgenommen, verstärkt und dann ans Ohr weitergegeben. Bei einer sehr hochgradigen oder einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit sind indes die Möglichkeiten des Hörgeräts ausgereizt. Dann können nur noch Hörimplantate helfen. Auch für diejenigen, die ein Hörgerät nicht verwenden können, weil es chronische Entzündungen im Ohr verursacht, hilft ein solches Implantat.&quot;</p> <p>Innerhalb der Veranstaltungsreihe &quot;<a href="/Seiten/medizin-fuer-jedermann.aspx">Medizin für Jedermann</a>&quot; am Universitätsklinikum wird Prof. Fuchs am 2. Dezember erläutern, wie all denen geholfen werden kann, bei denen das Hörgerät nicht mehr ausreicht. Dabei wird er verschiedene Implantatsysteme vorstellen, deren internes Teil operativ ins Ohr des Patienten eingesetzt wird. &quot;Diese Systeme stellen fortgeschrittene technische Lösungen dar, die sowohl für Kinder als auch Erwachsene geeignet sind, die unter gravierenden Hörminderungen und speziellen Arten von Schwerhörigkeit leiden&quot;, so der Leipziger Phoniater und Audiologe. &quot;Unser Ziel ist es, für den einzelnen Patienten genau die richtige Lösung zu finden. Mein Internet-Vortrag wird auch erläutern, wie wir Mediziner gemeinsam mit den Hörakustikern und vielen anderen Fachrichtungen zusammenarbeiten, damit das beste Ergebnis für den Patienten erreicht wird.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p>Info&#58;</p> <p>Medizin für Jedermann</p> <p>Thema&#58; &quot;Wenn das Hörgerät versagt&quot;</p> <p>am Mittwoch, 02.12.2020, von 18.15 bis 19.30 Uhr</p> <p>im Internet unter&#58; <a href="/">www.uniklinikum-leipzig.de</a></p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p>
Richtige Ernährung nach Kehlkopf-OP: Nicht nur gesund, sondern auch heilungsfördernd?<img alt="Prof. Michael Fuchs, Leiter der Sektion Phoniatrie und Audiologie am UKL, begrüßt am 11. März Patienten, Angehörige und Therapeuten zum 4. Patiententag für Kehlkopfoperierte." src="/presse/PressImages/pic_20200309101706_3805671920.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-03-08T23:00:00ZLeipzig. Zu ihrem vierten Patiententag kommen am Mittwoch, 11. März, Kehlkopfoperierte, deren Angehörige und Therapeuten zusammen. Thematische Schwerpunkte sind "Stimme 2.0" und Ernährung. <p>Die wissenschaftliche Leitung liegt in den Händen von Prof. Michael Fuchs, Leiter der <a href="/einrichtungen/phoniatrie">Sektion Phoniatrie und Audiologie</a> an der <a href="/einrichtungen/hno">Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde</a> des UKL. Den Stand der aktuellen Forschung zu einer völlig neuen Art von Ersatzstimme nach Kehlkopfoperation wird ein Experte der TU Dresden vorstellen. Diese beruht unter anderem auf der Sprechbewegungsmessung und artikulatorischer Sprachsynthese in Echtzeit. Im Anschluss wird dann die Frage nach einer &quot;sinnvollen, gesunden, eventuell gar heilungsfördernden Ernährung&quot;, so Prof. Fuchs, von zwei Experten aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.&#160;<br>Ausdrücklich eingeladen sind nach Aussage der Organisatoren die behandelnden Therapeuten, die zusammen mit ihren Patienten die Veranstaltung besuchen sollen.</p> <p><strong>4. Patiententag für Kehlkopfoperierte&#160;</strong><br>Mittwoch, 11. März<br>14 bis 17 Uhr<br>Universitätsklinikum Leipzig<br>Hörsaal im Haus 1<br>Liebigstraße 14<br>04103 Leipzig</p>
In die Tiefe des Organs: Kehlkopf-Spiegelung in 3-D<img alt="Prof. Michael Fuchs (Mitte), Leiter der Sektion Phoniatrie und Audiologie, führt Studierenden das moderne Gerät vor, welches erstmals dreidimensionale Bilder des Kehlkopfes liefert. Um den Effekt wahrnehmen zu können, tragen alle Beteiligten 3-D-Brillen." src="/presse/PressImages/pic_20180508103553_46c260d715.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2018-05-07T22:00:00ZLeipzig. Als eine von nur drei Uniklinika in Deutschland nutzen die Experten der Sektion für Phoniatrie und Audiologie am UKL ein hochmodernes System zur Spiegelung des Kehlkopfes in 3-D. Es ermöglicht völlig neue Einblicke in das Organ, verbessert bei Eingriffen die Patientensicherheit und eröffnet neue Möglichkeiten bei Lehre und Weiterbildungen von Medizinstudenten und angehenden Fachärzten. <p>Prof. Michael Fuchs ist Leiter der <a href="http&#58;//phoniatrie-audiologie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Sektion Phoniatrie und Audiologie </a>der&#160; <a href="/einrichtungen/hno" rel="ext" target="_blank">Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde</a>. Er ist begeistert von den neuen Möglichkeiten&#58; &quot;Uns als spezialisiertes Zentrum bringt das extrem weiter. Wir haben eine Dimension hinzugewonnen. Auch für einen Spezialisten ist der 3-D-Eindruck toll.&quot; Ähnlich wie im Kino braucht es eine besondere Brille, um die Effekte im Hirn entstehen zu lassen.</p> <p>Die Kehlkopfspiegelung ist für Fachärzte für Sprach-, Stimm- und frühkindliche Hörstörungen, wie Phoniater und Pädaudiologen korrekt bezeichnet werden, das zentrale diagnostische Instrument. Sie brauchen ein Bild vom Ort, wo die Stimme entsteht - also innerhalb des Kehlkopfes an den Stimmlippen. <br> Für die Spiegelung, Fachausdruck Laryngoskopie, gibt es zwei Varianten, die indirekte für die ambulante Sprechstunde, wo im Rachen mittels Linsen sozusagen &quot;um die Ecke&quot; geschaut wird, sowie die direkte. Diese ist allerdings nur unter Vollnarkose auf dem OP-Tisch möglich. Das dreidimensionale System kann als Neuerung bei beiden Varianten angewandt werden.&#160; &#160;</p> <p>Bisher sehen die Ärzte den Kehlkopf in 2-D. An der Spitze der Endoskope, der Optik, sitzen ein Kamerachip und eine Lichtquelle. &quot;Das produziert gute Ergebnisse&quot;, so Prof. Fuchs, &quot;wir konnten den Kehlkopf gut ausleuchten, organische Veränderungen bemerken und die Schwingungen der Stimmlippen wahrnehmen.&quot; Schon kleinste Veränderungen an den Stimmlippen führten nämlich zu Stimmstörungen. <br> Das neue Gerät hingegen ist nun fähig, die dritte Dimension abzubilden. In seiner Optik sitzen zwei Linsenkanäle statt einer und nehmen jeweils zwei Bilder auf. Fuchs&#58; &quot;Dadurch entsteht ein dreidimensionales Bild vom Kehlkopf. Wir erhalten nun einen Eindruck von der Tiefe des Organs.&quot;</p> <p>Diese zusätzliche Dimension hilft nach Ansicht von Prof. Fuchs bei vielen diagnostischen und therapeutischen Fragen und Entscheidungen weiter&#58; &quot;Organische Veränderungen werden deutlicher sichtbar. Wo wachsen sie genau, wie dehnen sie sich aus? Für die Diagnose von Tumoren ist es eine große Hilfe. Wir sehen, wie der Tumor wächst und sich über die Stimmlippen hinaus im Kehlkopf oder Rachen ausbreitet.&quot;</p> <p>Auch bei der Erkennung und Behandlung von Papillomen, die traubenartige Strukturen auf der Schleimhaut des Kehlkopfes ausbilden, hilft die neue Technik. Papillome sind virusbedingte, gutartige Wucherungen, die aber ab einer gewissen Größe zu Schwierigkeiten bei Atmung und Stimme führen können. &quot;Wir können nun eine OP zur Entfernung dieser Wucherungen besser vorbereiten, weil wir ganz genau wissen, wo sie sitzen. Auch dem Patienten können wir vorher exakt erläutern, wo eventuell Narben entstehen werden. Es erleichtert also auch die Beratungsgespräche, zumal sich die Patienten die Bilder mit 3-D-Brille auch selbst anschauen können&quot;, erklärt der UKL-Experte. <br> Leider kämen Papillome leicht zurück, sagt Michael Fuchs, manche Patienten habe er schon über 50 Mal operieren müssen, auch Kinder. &quot;Die Intervalle zwischen den OPs sollen natürlich möglichst lang sein. Und auch für diese Entscheidung ist die neue 3-D-Darstellung vorteilhaft. Sie versetzt mich zum Beispiel in die Lage, dem Patienten zu sagen, man kann noch warten.&quot;</p> <p>Ebenso hilft das System bei indirekten Eingriffen. Der Patient sitzt auf dem Behandlungsstuhl, der Kehlkopf ist örtlich betäubt, der Arzt operiert mit den gebogenen Instrumenten durch den Mund im Kehlkopf. &quot;Hier hilft mir die dritte Dimension ebenfalls extrem weiter, weil ich nun ganz genau sehe, auf welcher Höhe innerhalb des Organs ich mich bewege&quot;, begründet Prof. Fuchs. Dies schaffe größere Feinheiten der Manipulationen an den Stimmlippen und mache operative Eingriffe sicherer, also ein Plus an Patientensicherheit.</p> <p>Eine weitere Einsatzmöglichkeit und nicht unwichtig für Menschen, die auf ihre Stimme extrem angewiesen sind - wie Sänger -, &#160;ist die verbesserte Analyse der Stimmlippenschwingungen. Mit der neuen Technik können nun auch vertikale Schwingungsanteile beschrieben und untersucht werden. Die Fachleute nennen dies die Randkantenschwingung.<br>&quot;Stimmlippen besitzen neben einer gewissen Dicke auch eine Randkante, die nach unten in den Kehlkopf hineingeht und mitschwingt. Je besser diese Schwingung ist, desto besser klingt die Stimme&quot;, beschreibt der Sprach- und Stimmspezialist. Je mehr sie schwingt, desto mehr Obertöne besitze die Stimme, umso reichhaltiger sei der Stimmklang. Gerade für Sänger eine nicht unwichtige Tatsache. Diese Randkantenschwingungen seien mit 3-D-Einsatz deutlich besser zu beurteilen, hebt Prof. Fuchs hervor.</p> <p>&quot;Wir sind sehr dankbar, dass wir dieses nicht gerade kostengünstige Gerät erwerben durften. Unsere Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältigster Art&quot;, freut sich der Leipziger Facharzt. Neben den Patienten profitiere nun auch der Ärztenachwuchs davon, denn auch die Studierenden und die Kollegen in der Facharztweiterbildung bekämen nun erstmalig einen echten Kehlkopf in dreidimensionaler Ausführung zu sehen, so Prof. Michael Fuchs.</p> <p>&#160;</p>

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