Die Dauer der Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Art der zugrunde liegenden Erkrankung, für die die Neuromodulation angewendet wird, der individuellen Reaktion des Patienten auf die Therapie als auch die gewählten bzw. erforderlichen „Ströme“, die im Rahmen der Therapie angewandt werden. Prinzipiell kann die Neuromodulation als langfristige oder sogar lebenslange Therapieoption betrachtet werden, insbesondere wenn sie wirksam ist und zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität führt.
Chronische Schmerzerkrankungen: Bei Patient:innen mit chronischen neuropathischen Schmerzen, bei denen andere Therapieoptionen nicht ausreichend wirksam sind, kann die spinal cord stimulation (SCS, Rückenmarkstimulation) als langfristige Schmerzmanagementstrategie in Betracht gezogen werden. In wenigen Fällen konnten wir beobachten, dass nach Jahren der erfolgreichen Stimulation diese fernerhin nicht mehr erforderlich ist, da sich das „normale“ Schmerzniveau neuerlich eingestellt hat. Dies ist jedoch nicht die Regel, sondern stellt einen positive Ausnahmefall dar.
Bewegungsstörungen: Bei bestimmten Bewegungsstörungen wie der Parkinson-Krankheit bzw. dem Tremor kann die tiefe Hirnstimulation (DBS) dazu beitragen, Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität zu verbessern. In diesen Fällen kann die Neuromodulation als langfristige bis lebenslange Behandlungsoption betrachtet werden.
Konsens besteht dahingehend, dass die Wirksamkeit der Neuromodulation individuell variiert. Einige Patient:innen erleben möglicherweise eine anhaltende Linderung ihrer Symptome, während andere möglicherweise nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen. Darüber hinaus können sich im Laufe der Zeit neue medizinische Entwicklungen ergeben, die alternative Therapieansätze ermöglichen oder kann es auch dazu kommen, dass zusätzliche Störungen Symptome ändern bzw. diese verstärken. Eine generelle Vorhersagbarkeit ist somit nicht gegeben und nicht realistisch.