| 29. Leipziger Schlaganfalltag Akutversorgung und Nachsorge im Fokus | Universitätsklinikum Leipzig
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Schnelle Hilfe im Notfall Paul-List-Straße 27, Haus 4.1
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04103 Leipzig Prof. Dr. Dominik Michalski vor dem | <img alt="Prof. Dr. Dominik Michalski vor dem Eingang zur Stroke Unit. Auf dieser Spezialstation werden Schlaganfallpatientinnen und -patienten bestmöglich versorgt." src="/presse/PressImages/Prof-Michalski-69fae0eb17fc1.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2026-05-07T22:00:00Z | Leipzig. Anlässlich des diesjährigen bundesweiten „Tags gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai ruft die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe das Motto „Ich spüre was, was Du nicht siehst“ aus. Damit soll auf die oft „unsichtbaren“ Folgen eines Schlaganfalls aufmerksam gemacht werden. Bereits einen Tag vor dem großen Aktionstag lädt das Universitätsklinikum Leipzig zum 29. Leipziger Schlaganfalltag ein. | <p>Die meisten Schlaganfälle entstehen, wenn ein Blutgefäß im Gehirn plötzlich verstopft. In der Akutphase kommt es darauf an, dieses Gefäß so schnell wie möglich wieder zu öffnen. Entscheidend ist dabei jede Minute. Nach der akuten Versorgung stehen viele Betroffene vor unerwarteten Herausforderungen im Alltag. Umso wichtiger ist eine umfassende und gut koordinierte Nachsorge.</p><p> </p><p><strong>Moderne Medizin rettet Leben – Nachsorge sichert Lebensqualität</strong></p><p> </p><p>Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) werden jährlich über 1.000 Schlaganfallpatient:innen behandelt. Für die Akutversorgung steht das gesamte moderne Therapiespektrum zur Verfügung. „Das sind komplexe Verfahren, bei denen verschiedene Bereiche und Disziplinen eng zusammenarbeiten. Hierzu gehören neben der Notfallaufnahme und Neurologie insbesondere die Neuroradiologie und Anästhesiologie sowie in bestimmten Situationen auch die Neurochirurgie“, erklärt Prof. Dr. Dominik Michalski, Oberarzt der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neurologie">Klinik und Poliklinik für Neurologie</a> am UKL. „Eine weitere Herausforderung beginnt jedoch danach: die Nachsorge.“ Ein Schlaganfall ist mit dem Klinikaufenthalt nämlich nicht abgeschlossen. „Es geht darum, Betroffene längerfristig bei den vielen aufkommenden Fragen zu unterstützen und bestmöglich einen weiteren Schlaganfall zu verhindern,“ fügt Prof. Dr. Joseph Claßen, Direktor der Klinik, hinzu.</p><p> </p><p><strong>Schlaganfalllotsinnen: Orientierung im Alltag</strong></p><p>Genau hier setzt ein besonderes Angebot am UKL an: die Schlaganfalllotsinnen. Wie Schiffslotsinnen geben speziell ausgebildete Expertinnen den Patient:innen Orientierung im schwierigen ersten Jahr nach dem Schlaganfall.</p><p>„Wir lernen die Patientinnen und Patienten schon auf der Akutstation kennen und bauen eine Beziehung auf“, beschreibt Schlaganfalllotsin Daniela Geisler ihre Arbeit. „Nach der Rehabilitation schauen wir gemeinsam, was im Alltag gebraucht wird.“</p><p>Die Lotsinnen helfen bei organisatorischen Fragen, unterstützen bei Anträgen, etwa zum Pflegegrad oder Schwerbehindertenausweis, und vermitteln Kontakte zu weiterführenden Angeboten. Gleichzeitig haben sie auch weniger sichtbare Probleme im Blick. „Viele Betroffene entwickeln Ängste oder depressive Verstimmungen.“, weiß Viola Solluntsch aus Erfahrung. „Angehörige fragen dann oft: ‚Was ist denn noch mit dir? Der Schlaganfall ist doch längst vorbei!‘ Wir erkennen diese ‚unsichtbaren‘ Probleme und wissen, dass sie häufig die Lebensqualität besonders beeinträchtigen.“</p><p>Die Lotsinnen können Rückmeldungen an Hausärztinnen und Hausärzte geben und zum Beispiel auf den Bedarf nach psychologischer Unterstützung hinweisen. Das Schlaganfalllotsen-Konzept ist bundesweit noch nicht flächendeckend etabliert und stellt im Großraum Leipzig ein besonderes Angebot dar.</p><p> </p><p><strong>Schlaganfalltag: Wissen, Austausch und neue Perspektiven</strong></p><p>Beim 29. Leipziger Schlaganfalltag informieren Expertinnen und Experten über aktuelle Entwicklungen in der Schlaganfallbehandlung. Dabei geht es unter anderem darum, wie verschlossene Blutgefäße heute noch gezielter behandelt werden können und welche neuen Medikamente helfen, weitere Schlaganfälle zu verhindern.</p><p>Auch die Nachsorge gehört in diesem Jahr zu den Schwerpunkten: Wie lassen sich Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte besser behandeln? Und welche Unterstützung brauchen Betroffene, um langfristig gut versorgt zu sein und in ihren Alltag zurückzufinden? Die Veranstaltung bietet Fachvorträge, Diskussionen und die Möglichkeit zum Austausch.<br> </p><p>Der 29. Leipziger Schlaganfalltag findet am Samstag, 9. Mai 2026, von 9 bis 14 Uhr im Mediencampus Villa Ida sowie online statt. Die Liveübertragung erreicht man am Veranstaltungstag unter <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="http://www.ukl-live.de/schlaganfalltag">www.ukl-live.de/schlaganfalltag</a>.</p><p>Die Teilnahme ist kostenfrei.</p> |
| Teilhabe, Therapie und Empathie | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Mit dem Projekt LoTTE geht das UKL | <img alt="Das Team LoTTE kümmert sich um eine moderne, altersgerechte chirurgische Versorgung am UKL: Valeska-Shalane Hüttig, Cornelia Friedrich, Stephanie Helm und Melinda Adam (v. l.)." src="/presse/PressImages/I-20260108079270-69e60202aeb74.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2026-04-20T22:00:00Z | Leipzig. Immer mehr ältere und hochbetagte Menschen benötigen eine stationäre Behandlung – und stellen Kliniken vor neue Herausforderungen. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) begegnet dieser Entwicklung mit dem Projekt LoTTE: einem strukturierten, interdisziplinären Versorgungskonzept, das die Abläufe rund um eine Operation gezielt an den besonderen Bedürfnissen von Patient:innen über 65 Jahren mit mehreren Vorerkrankungen ausrichtet. Es umfasst eine frühzeitige, umfassende Vorbereitung auf den Eingriff, begleitet den gesamten stationären Aufenthalt und schließt auch die Phase nach der Entlassung ein. Im Mittelpunkt stehen dabei gleichermaßen die Patient:innen selbst und ihre Angehörigen. | <p>Nach Angaben des <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.statistik.sachsen.de/">Statistischen Landesamtes Sachsen</a> waren bereits im Jahr 2022 von den rund 840.000 Patient:innen, die in sächsischen Krankenhäusern behandelt wurden, mehr als die Hälfte 65 Jahre oder älter. Auch der Anteil hochbetagter Menschen unter den Krankenhauspatient:innen steigt kontinuierlich. Während im Jahr 2005 im Freistaat etwa 13 Prozent der Krankenhausfälle auf Menschen über 80 Jahre entfielen, lag ihr Anteil 2023 bereits bei rund 25 Prozent. Das bedeutet, dass mittlerweile jeder vierte Krankenhauspatient in Sachsen mindestens 80 Jahre alt ist. Die Gruppe der Hochbetagten ist damit die am schnellsten wachsende Patientengruppe in den sächsischen Kliniken.<br><br>„Der demografische Wandel ist längst im Klinikalltag angekommen. Viele ältere Patient:innen leiden unter mehreren chronischen Erkrankungen. Das erfordert neue Versorgungsstrukturen und rückt das Thema einer individuellen und ganzheitlichen Begleitung dieser Patientengruppe vor, während und nach einer Operation zunehmend in den Blickpunkt. Mit LoTTE erproben wir, wie eine moderne, altersgerechte chirurgische Versorgung konkret aussehen kann“, bestätigt Prof. Hans-Michael Tautenhahn, stellvertretender Bereichsleiter <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/vttg/hepatobiliäre-chirurgie-viszerale-transplantation">Hepatobiliäre Chirurgie und Viszerale Transplantation am UKL</a> und Initiator des <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/vttg/Seiten/Gerontochirurgie.aspx">Projekts LoTTE.</a><br><br><strong>Ganzheitlicher Blick auf ältere Patient:innen</strong><br><br>Die fünf Buchstaben in LoTTE stehen für <strong>L</strong>ebensqualität <strong>o</strong>ptimieren durch <strong>T</strong>eilhabe, <strong>T</strong>herapie und <strong>E</strong>mpathie. Kernelemente des Programms sind eine individuelle Vorbereitung auf die Operation und eine ganzheitliche Einschätzung des Gesundheitszustands der Patient:innen. Dabei werden medizinische, funktionelle und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. „Bei älteren Menschen entscheidet nicht allein die eigentliche Erkrankung über den Behandlungserfolg“, so Prof. Tautenhahn weiter. „Mobilität, kognitive Fähigkeiten, aber auch das soziale Umfeld spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.“ Durch strukturierte Assessments können eventuelle Risiken wie Gebrechlichkeit, Sturzgefahr oder ein Delir – ein akuter, plötzlich auftretender Verwirrtheitszustand, der gerade bei älteren Patient:innen im Zusammenhang mit Klinikaufenthalten und Operationen auftreten kann – frühzeitig erkannt werden. Ziel ist es, Komplikationen wie Delirien zu reduzieren, die Mobilität zu erhalten und die Selbstständigkeit der Patient:innen schneller wiederherzustellen. Auf dieser Grundlage entwickeln Ärzt:innen, Pflegekräfte und Therapeut:innen individuelle Behandlungspläne.<br><br>Hinzu kommt die persönliche Begleitung während des gesamten Behandlungsweges. Bisher erhalten alle Patient:innen über 65 Jahre mit mindestens fünf Vorerkrankungen in der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/vttg">Viszeral- und Thorax-Chirurgie</a>, der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neurochirurgie">Neurochirurgie </a>sowie der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/urologie">Urologie</a>, denen eine Operation am UKL bevorsteht, eine feste Ansprechpartnerin aus dem Team LoTTE. Dieses besteht derzeit aus vier Pflegekräften. „Sie übernehmen die Begleitung von der Ambulanz über den stationären Aufenthalt bis zur Entlassung“, erläutert die Pflegerische Koordinatorin Melinda Adam. Eine zeitnahe Erweiterung des Personenkreises auf Patient:innen der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/hno">Hals-, Nasen- Ohren-</a> sowie der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/mkg">Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie </a>sowie der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/oup/endoprothetik-orthopädie">Endoprothetik </a>ist geplant.<br><br>„Indem wir die Patient:innen von Anfang an kennen, können wir ein Vertrauensverhältnis zu ihnen aufbauen und beispielsweise Wesensveränderungen, die auf einen Delir hinweisen könnten, leichter erkennen“, fügt sie hinzu. Über spezielle Fragebögen werden beispielsweise ein erhöhtes Sturzrisiko und der Ernährungszustand erhoben. Je nach Bedarf können sich daran eine Ernährungsberatung durch das <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/medizinische-klinik-3/Seiten/ernaehrungsteam.aspx">UKL-Ernährungsteam</a> und spezielle Atemtrainings und Physiotherapie in der postoperativen Phase anschließen.<br><br>"Ein früher Beginn ist entscheidend“, betont Melinda Adam. Die Vorbereitung auf eine Operation beginnt daher bereits rund zwei Wochen vor der stationären Aufnahme. Ausführliches Informationsmaterial über die Zeit vor, während und nach der Operation, Flyer und Checklisten zählen ebenso dazu wie der enge Kontakt zu den Angehörigen, da diese oftmals die wichtigsten Bezugspersonen für die Patient:innen sind.<br>„Ein Krankenhausaufenthalt ist für viele ältere Menschen ein kritischer Einschnitt. Deshalb ist es wichtig, Behandlung und Versorgung mit allen Beteiligten frühzeitig zu planen und gut zu koordinieren“, ergänzt die pflegerische Koordinatorin des LoTTE-Teams. Dabei hilft auch der regelmäßige telefonische Austausch in den letzten 14 Tagen vor dem OP-Termin. „Durch die individuelle Betreuung, eine sichere Behandlungsumgebung und ein auf die älteren Patient:innen abgestimmtes Konzept schaffen wir bestmögliche Voraussetzungen, um Komplikationen während des Krankenhausaufenthalts zu vermeiden, die Mobilität der Patient:innen möglichst lange zu erhalten, ihre Selbstständigkeit zu fördern und ihnen eine schnelle Rückkehr in den Alltag zu ermöglichen.“<br><br><strong>Interprofessionelle Zusammenarbeit als Schlüssel</strong><br><br>Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen: Medizinisches Personal, Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie und Sozialdienst stimmen sich im Rahmen von LoTTE besonders eng ab. „Die Versorgung älterer Patientinnen und Patienten ist immer Teamarbeit“, betont Melinda Adam. „Durch regelmäßige Fallbesprechungen und eine strukturierte Zusammenarbeit können wir schneller auf Veränderungen reagieren und Behandlungen besser aufeinander abstimmen.“<br><br>Neben der Versorgung während des Klinikaufenthalts nimmt das Projekt auch die Zeit danach in den Blick. Gerade ältere Menschen benötigen nach einer stationären Behandlung häufig weitere medizinische oder pflegerische Unterstützung. Durch eine verbesserte Abstimmung zwischen Klinik, ambulanter Versorgung und Pflegeeinrichtungen soll eine kontinuierliche Betreuung gewährleistet und unnötige Wiederaufnahmen ins Krankenhaus möglichst vermieden werden.<br><br>„Von den Patient:innen haben wir bisher nur positive Rückmeldungen erhalten“, bilanziert Melinda Adam. Diese würden immer wieder hervorheben, dass sie sich als Teil der Behandlung auf Augenhöhe fühlen. Zur weiteren Verbesserung der Arbeit wertet Team LoTTE verschiedene Parameter der Behandlung wie Mobilität, Liegedauer und Pflegebedarf sowie die Feedbacks der Patient:innen aus. Künftig sollen datenbasierte Auswertungen – perspektivisch auch mit Methoden der Künstlichen Intelligenz – helfen, Risikokonstellationen noch früher zu erkennen.<br><br><strong>Erste Absolvent:innen der Zusatzqualifikation „Geriatrie“</strong><br><br>Um die Versorgung älterer Patient:innen weiter zu verbessern, wurde am UKL zum ersten Mal die Zusatzqualifikation „Geriatrie“ angeboten, bei der an neun Tagen verschiedene medizinische und pflegerelevante Inhalte im geriatrischen Kontext auf dem Plan standen. Dreizehn Pflegefachkräfte und zwei Medizinische Fachangestellte konnten die Zusatzausbildung, die unter anderem vom Team LoTTE initiiert und mit der<a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/akademie"> Akademie für berufliche Qualifizierung am UKL</a> konzipiert worden war, vor Kurzem erfolgreich abschließen. Damit wird die interprofessionelle Betreuung älterer Patient:innen am <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/">Universitätsklinikum Leipzig </a>gezielt weiterentwickelt und nachhaltig gestärkt.</p> |
| Seit über 30 Jahren im Dienste exzellenter tumorchirurgischer Versorgung | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Pro Sitzung werden rund 30 Fälle | <img alt="Von den 15 spezialisierten Tumorboards am UKL besteht das Sarkomboard am längsten. Pro Sitzung werden rund 30 Fälle besprochen." src="/presse/PressImages/20260113-L-UKL-800-Sarkomboard-19770-69b92ac2ebf34.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2026-03-16T23:00:00Z | Leipzig. Unlängst fand am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) das 800. Sarkomboard statt. Einmal pro Woche besprechen hier Experten verschiedener Fachrichtungen grundsätzliche Diagnostik- und Behandlungsschritte bei Tumoren des Bindegewebes und der Knochen sowie von Metastasen an Extremitäten und dem Stammskelett. Seit mehr als drei Jahrzehnten steht das im Jahr 1995 als „Tumororthopädische Konferenz“ ins Leben gerufene Gremium für die Tradition der muskoloskelettalen Tumorchirurgie in Leipzig, vor allem aber auch für gelebte interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit innerhalb des Sarkomzentrums, für wissenschaftliche Exzellenz und eine kontinuierlich verbesserte Versorgung von Patient:innen mit Knochen- und Weichteiltumoren. | <p>„Sarkome gehören zu den seltensten Tumorarten“, sagt Prof. Christian Kleber. Der Leiter der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/oup/weitere-schwerpunkte">Tumororthopädie </a>und der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/oup/unfallchirurgie">Unfallchirurgie am UKL</a> sowie des Überregionalen Traumazentrums leitet seit Mai vergangenen Jahres auch das <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/sarkomzentrum">Sarkomzentrum</a>. <br><br>Als bösartige Wucherungen betreffen Sarkome das so genannte mesenchymale Gewebe, also beispielsweise Knochen, Muskeln, Fett- und Bindegewebe, aber auch Blut- und Lymphgefäße beziehungsweise Nerven- und Sehnenscheiden. Kennzeichnend ist ihre große Vielfalt. Man unterscheidet rund 70 Sarkom-Subtypen, von denen jeder einzelne sehr selten vorkommt. Bei Erwachsenen machen sie weniger als ein Prozent aller Krebserkrankungen aus.<br><br>Umso wichtiger ist der interdisziplinäre und interprofessionelle Ansatz bei der Diskussion jedes einzelnen Falls. In der täglichen Praxis bedeutet das, dass sich die unterschiedlichen Fachrichtungen gegenseitig mit ihrer Expertise unterstützen und ergänzen. <br><br><strong>Funktionalität von Gliedmaßen und damit Lebensqualität erhalten </strong><br><br>Im Mittelpunkt steht dabei immer, die bestmögliche Lösung für die Patient:innen zu finden. Blieb früher oft nur die Amputation als einzige Lösung, lässt sich heutzutage das entfernte krankhafte Gewebe dank besserer Bildgebung, präziserer OP-Techniken und Rekonstruktionen mit Endoprothesen oder Knochentransplantaten immer häufiger ersetzen. Der Erhalt funktionierender Gliedmaßen bedeutet ein klares Plus an Lebensqualität für die Patient:innen. Und die Entwicklung geht weiter. So wurde bespielsweise in jüngster Vergangenheit das psychoonkologische Screening ausgeweitet und die Integration in das <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.mitteldeutsches-krebszentrum.de/">Mitteldeutsche Krebszentrum (CCCG</a>) vorangetrieben, wobei insbesondere die Zusammenarbeit mit dem <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.uniklinikum-jena.de/">Universitätsklinikum Jena </a>ausgeweitet wurde.<br><br> In Zukunft wird es zunehmend möglich sein, Tumoroperationen per Datenbrille, die den Operateur:innen alle notwendigen Informationen live einblenden, noch präziser und schneller durchzuführen. Am UKL wurde dazu im vergangenen November gemeinsam mit der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neurochirurgie">Klinik für Neurochirurgie</a> das Forschungsprojekt „Spatial Computing – Datenbrillen in der Chirurgie“ gestartet. Angestrebt wird darüber hinaus die Zertifizierung des Sarkomzentrums durch die <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.krebsgesellschaft.de/">Deutsche Krebsgesellschaft (DKG</a>). <br><br><strong>Über Jahre hinweg gewachsene Interdisziplinarität</strong><br><br> Auch die Arbeit im Sarkomboard hat sich gewandelt: Ins Leben gerufen wurde es vor über 30 Jahren von Prof. Georg Freiherr von Salis-Soglio als „Tumororthopädische Konferenz“. Ziel war es bereits damals, die am UKL auf diesem Gebiet vorhandene umfangreiche Expertise in Diagnostik und Therapie zu bündeln. Ein wesentlicher Meilenstein beim Übergang vom Tumor- zum Sarkomzentrum war die in den Jahren 2016/17 erfolgte Einbeziehung viszeraler Sarkome sowie sogenannter gastrointestinaler Stromatumoren (GIST), bei denen es sich um seltene, meist bösartige Bindegewebstumoren (Sarkome) des Magen-Darm-Trakts handelt. Wesentlich befördert wurde dies durch Prof. Ines Gockel, seinerzeit Leiterin der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/vttg">Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTTG) am UKL</a> und Prof. Christoph Josten. Der heutige <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/wir-ueber-uns-ukl/der-vorstand">Medizinische Vorstand des UKL</a> hatte die Leitung des Sarkomboards im Jahr 2016 von Prof. Torsten Prietzel, dem Nachfolger von Prof. von Salis-Soglio, übernommen. <br><br>Prof. Daniel Seehofer, heutiger Geschäftsführender Direktor der Klinik und Poliklinik für VTTG, sieht darin die eigentliche Geburtsstunde des Sarkomboards in seiner heutigen Form: „Unsere Klinik deckt das gesamte Spektrum der Chirurgie der inneren Organe, insbesondere des Bauch- und Brustraumes, sowie der Gefäße ab. Die Einbeziehung dieser unterschiedlichen Fachbereiche hat wesentlich zu einer weiteren Vertiefung der Interdisziplinarität und in der Fokussierung auf individuelle Versorgungskonzepte im Sarkomboard geführt.“ Seit dieser Zeit bildet die Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTTG) neben der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/oup">Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie (OUP)</a> und dem <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/uccl">Universitären Krebszentrum (UCCL)</a> die dritte wesentliche Säule im Spektrum des Sarkomboard. <br><br>„Das Sarkomboard steht exemplarisch für den Mehrwert echter Interdiszipilinarität in der modernen Onkologie“, betont Prof. Florian Lordick, Direktor des Universitären Krebszentrums Leipzig (UCCL). „Durch die enge, strukturierte Zusammenarbeit aller beteiligter Fachdisziplinen wird jeder Patient individuell und umfassend diskutiert, so dass therapeutische Chancen bestmöglich genutzt werden können.“ Heute arbeiten im Sarkomboard Expert:innen vieler Fachrichtungen eng zusammen – der Hals- Nasen- Ohrenkunde ebenso wie der Kinderchirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Radiologie, Nuklearmedizin, Dermatologie, Pathologie, Strahlentherapie, Onkologie und Hämatologie. Hinzu kommen Kooperationspartner wie beispielsweise Psychoonkologie, Onkologische Pflege, Physiotherapie und Ernährungsberatung. <br><br><strong>Starke Zunahme der pro Board diskutierten Fälle</strong><br><br>Anfangs traf man sich einmal im Monat, später 14-tägig und seit 2017 wöchentlich. Rund 25 Jahre lang fanden das Tumor- und das daraus hervorgegangene Sarkomboard in Präsenz statt. Es war der damalige Leiter des Sarkomboards, Prof. Georg Osterhoff, der den Umstieg in ein virtuelles Format seit Mai 2020 maßgeblich vorantrieb. Dadurch wurde zum einen die Fortsetzung der Arbeit des Boards unter Pandemiebedingungen gesichert. Zum anderen eröffnete es die Möglichkeit, mehr Teilnehmer aus unterschiedlichen Fachdisziplinen hinzuzuziehen und die Zeiten bis zu einem Beschluss des Gremiums zu verkürzen. Im Ergebnis hat sich seitdem die Zahl der diskutierten Fälle pro Zusammenkunft deutlich erhöht: von durchschnittlich zwölf Fällen im Jahr 2017 über 20 Fälle im Jahr 2020 bis zu rund 30 Fällen – in der Spitze sogar mehr als 40 – im vergangenen Jahr. In Summe wurden 2025 in allen 51 Sarkomboards insgesamt 1.582 Fälle besprochen. Dies erfordert von allen Beteiligten während der rund einstündigen Zusammenkunft konzentriertes Arbeiten und eine fokussierte Diskussion. Anschließend erfolgt eine fünf- bis sechsstündige Nachbearbeitung einschließlich der Information der Patient:innen und der zuweisenden Ärzt:innen. Parallel dazu wuchs die Zahl der Sarkom-Resektionen am UKL in den vergangenen Jahren – von 21 im Jahr 2019 auf 70 im Jahr 2025. Wesentliche Voraussetzung dafür war, dass seit dem Jahr 2020 am UKL ein eigener Operationssaal für Biopsien und Tumor-Operationen zur Verfügung steht. <br><br><strong>Eines von 15 spezialisierten Tumorboards am UKL</strong><br><br>Anlässlich des 800. Sarkomboards dankte Prof. Christian Kleber all seinen Vorgängern für die geleistete Arbeit: „Jeder einzelne hat dazu beigetragen, dass das Board heute eine große Wertschätzung erfährt und über die Grenzen Leipzigs hinaus ausstrahlt, wie unter anderem Nennungen in der Ärzte- bzw. Klinikliste des Focus zeigen. Auch die aktive Arbeit in der Arbeitsgemeinschaft Knochentumoren trägt dazu bei.“ <br><br>Rückblickend auf die lange und erfolgreiche Tradition des Sarkomboards verweist Prof. Florian Lordick auf einen weiteren Aspekt: „Es hat maßgeblich dazu beigetragen, dass am UKL heute zahlreiche Organtumorboards etabliert sind, in denen Behandlungsentscheidungen konsequent evidenz- und leitlinienbasiert getroffen werden.“ Derzeit gibt es am UKL 15 spezialisierte Tumorboards beziehungsweise strukturierte interdisziplinäre Fallbesprechungen, die eine breite Palette an Organbereichen und Tumorentitäten abdecken – vom endokrinen Tumorboard über Boards für Lebertumore, gynäkologische, urologische beziehungsweise gastrointensinale Tumore bis zum molekularen Tumorboard und dem interdisziplinären Hämatologie-Board.</p> |
| Gescanntes Schädelimplantat führte auf die richtige Spur | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Geht es um die Ermittlung der | <img alt="Prof. Dirk Winkler, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, Katharina Scheidt, wissenschaftliche Mitarbeiterin, und Oberarzt Dr. Christian König (v. l.) betrachten das zu untersuchende Schädelimplantat." src="/presse/PressImages/I-20250606078184-68f7451fd05c1.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-10-20T22:00:00Z | Leipzig. Bei der Aufklärung unklarer Todesfälle erhält die Staatsanwaltschaft regelmäßig Unterstützung durch das Institut für Rechtsmedizin an der Universität Leipzig. Dies ist an sich nichts Ungewöhnliches. Diesmal half den Rechtsmedizinern jedoch eine innovative Methode auf die richtige Spur: Mithilfe eines neuen 3D-Scanners, der an der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie zum Einsatz kommt, gelang es erstmals, über die Bestimmung der Herkunft eines Schädelimplantats die Identität einer unbekannten Leiche herauszufinden. | <p>Geht es um die Ermittlung der Identität einer unbekannten verstorbenen Person, kommt es darauf an, spezifische, individuelle Eigenheiten zu identifizieren, anhand derer sich weitere Rückschlüsse ziehen lassen. Im vorliegenden Fall war es ein besonderes Implantat, das der verstorbenen Person in den Schädel eingesetzt worden war – und sich letztendlich als Schlüssel zur Lösung des Falls erweisen sollte.<br><br>Als Prof. Dr. Jan Dreßler, Direktor des <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/rechtsmedizin">Institutes für Rechtsmedizin</a> an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und seine Kollegen, die Oberärzte Dr. Carsten Babian und Dr. Christian König, von der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.justiz.sachsen.de/stal/">Staatsanwaltschaft Leipzig</a> den Auftrag erhielten, bei der Identitätsfeststellung einer unbekannten Toten mitzuwirken, lag es für sie angesichts der Spezifik dieses besonderen Falls nahe, die bestehenden guten Kontakte zur <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neurochirurgie">Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie</a> am UKL zu nutzen. Die Idee war, dass patientenspezifische Anfertigungen wie das Schädelimplantat laut Medizinprodukteverordnung vom Hersteller dokumentiert werden müssen und sich somit auch später noch eindeutig einer bestimmten Person zuordnen lassen.<br><br>Zwischen beiden Institutionen besteht schon seit längerer Zeit eine enge Zusammenarbeit und ein wechselseitiger Austausch. So nutzen die Neurochirurgie-Experten beispielsweise das Computertomografie-System der Rechtsmedizin für ihre Forschungsaufgaben. „Im Fall der Identifikation des patientenspezifischen Schädelimplantats waren wir froh, dass wir die Kollegen hier mit unserer Expertise auf dem Gebiet des 3D-Scans und des 3D-Drucks unterstützen konnten“, sagt PD Dr. Ronny Grunert, neben Klinikdirektor Prof. Dirk Winkler einer der Leiter des <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.legend-leipzig.de/home.html">3D-Druck Forschungslabors LEGEND</a> an der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie. Der Forschungsschwerpunkt von LEGEND (<strong>LE</strong>ipzig Neurosur<strong>G</strong>ical 3D R<strong>E</strong>search a<strong>N</strong>d <strong>D</strong>evelopment Center) liegt in 3D-Anwendungen für die Personalisierte Chirurgie. Dies umfasst Entwicklungen modernster Augmented-/Mixed-Reality-Anwendungen für Planung und intraoperative Navigation komplexer Operationen. Der zweite Schwerpunkt des Labors ist die Entwicklung und Fertigung patientenspezifischer Instrumente und Implantate unter Nutzung verschiedener 3D-Druck Technologien.<br><br>Solcherart ausgestattet mit modernsten technischen Geräten zum 3D-Druck beziehungsweise 3D-Scan und der dazugehörigen Expertise, nahm sich Katharina Scheidt, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des UKL, der Sache an. Und tatsächlich stellte sich heraus, dass das Implantat mit höchster Wahrscheinlichkeit aus dem Kunststoff Polyetheretherketon – abgekürzt PEEK – besteht und an einem 3D-Drucker hergestellt worden war. PEEK-Implantate werden unter anderem zur Rekonstruktion von Knochendefekten im Gesichtsschädel verwendet, so beispielsweise nach Unfällen oder nach der Entfernung von Tumoren. Da Implantate aus diesem Material am UKL selbst nicht hergestellt werden, begab sich die 3D-Expertin auf die Suche nach dem potenziellen Hersteller. Und siehe da: Nach nur einem Tag war Katharina Scheidt bereits fündig geworden – bei der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.3di.de/de/">3di GmbH,</a> einem Produzenten patientenspezifischer Implantante aus Jena. „Auffällig waren die typischen Zwei-Gruppen-Muster der Perforationen an dem Implantat“, beschrieb die wissenschaftliche Mitarbeiterin ihren „Fahndungserfolg“. Anschließend kam der 3D-Scanner zum Einsatz. „Mit seiner Hilfe erzeugten wir im Forschungslabor von dem Implantat ein virtuelles 3D-Modell, daraus eine OBJ-Datei – ein weit verbreitetes Format für 3D-Modelle – und schickten es an das Institut für Rechtsmedizin.“<br><br>Oberarzt Dr. Babian leitete diese Datei umgehend an die 3di GmbH weiter – verbunden mit der Bitte, ob der Medizintechnik-Anbieter einen Abgleich mit den in seiner Datenbank vorhandenen Implantaten vornehmen könne. Diese Suche ergab dann auch prompt einen Treffer. Da patientenspezifische Implantate über die Krankenkasse abgerechnet werden, war es anschließend ein Leichtes, den Namen der seinerzeit damit versorgten Person herauszufinden. Schlussendlich konnte das Unternehmen, das im Übrigen vor 25 Jahren aus einem Forschungsprojekt des <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.uniklinikum-jena.de/">Universitätsklinikums Jena </a>und der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.uni-jena.de/">Friedrich-Schiller-Universität </a>hervorgegangen war, die Staatsanwaltschaft Leipzig über die Identität der unbekannten Leiche informieren. Dank modernster technischer Ausstattung und enger interdisziplinärer Zusammenarbeit innerhalb der Leipziger Universitätsmedizin war der Fall gelöst!<br><br>„Für uns war es eine spannende Abwechslung neben unseren täglichen Aufgaben“, resümiert Dr. Grunert und weist noch auf einen interessanten Nebenaspekt hin: „Vor zwei Jahren besuchte uns der bekannte Kriminalbiologe und Autor <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://home.benecke.com/">Dr. Mark Benecke</a>. Damals besprachen wir unter anderem die Möglichkeit, mit Hilfe von 3D-Scans die Identität unbekannter Kriminalitätsopfer zu ermitteln. Er fand diese Idee sehr interessant. Ich finde es bemerkenswert, dass dieser Fall nun tatsächlich eingetreten ist.“<br><br><strong>Kontakt für fallbezogene Anfragen:</strong><br>Staatsanwaltschaft Leipzig<br>Staatsanwältin Vanessa Fink<br>0341 2136-703<br>vanessa.fink@stal.justiz.sachsen.de<br><br> </p><p> </p><p> </p> |
| Prof. Andreas Fichter leitet die Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig | <img alt="Prof. Andreas Fichter leitet die Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie am UKL." src="/presse/PressImages/pic_20241202173205_488330ba18.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2024-12-01T23:00:00Z | Leipzig. Seit 1. November 2024 leitet Prof. Dr. med. Dr. dent. Andreas Fichter die Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie (MKG) am Universitätsklinikum Leipzig. Der 45-jährige MKG-Chirurg wechselt vom TUM Universitätsklinikum rechts der Isar in München an die Pleiße und komplettiert das Team des universitären Kopf-Hals-Tumorzentrums und der Zahnmedizin in der Liebigstraße. | <p>Prof. Andreas Fichter bringt aus seiner langjährigen Erfahrung in der renommierten Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Technischen Universität München ein umfassendes und vielseitiges chirurgisches Spektrum an den Standort Leipzig. Seine Expertise ermöglicht es ihm, die bewährte, breit aufgestellte Ausrichtung der
<a href="/einrichtungen/mkg">Mund-, Kiefer- und Plastischen Gesichtschirurgie</a> am UKL nahtlos fortzuführen und durch innovative Verfahren weiterzuentwickeln.</p><p>Ein zentraler Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der chirurgischen Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren, insbesondere der Therapie von Patienten mit Mundhöhlenkarzinom. Neben hochmodernen supermikrochirurgischen Techniken wie der Verpflanzung von Perforatorlappen, die eine besonders schonende Gewebeentnahme für mikrovaskuläre Rekonstruktionen ermöglichen, hat Prof. Fichter umfangreiche Erfahrung in komplexen knöchernen Rekonstruktionen, die dann notwendig werden, wenn der Tumor den Ober- oder Unterkiefer infiltriert hat. Dabei kommt  modernste Technologie zum Einsatz: In der Klinik werden Operationen für jeden Patientenfall individuell mithilfe computergestützter Planungsverfahren (CAD/CAM) simuliert und mit höchster Präzision im OP umgesetzt.</p><p>Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Behandlung von Fehlbildungen. Zu den letzteren zählt unter anderem die Versorgung von Neugeborenen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, die in Leipzig eine lange Tradition hat. "Mit diesen Spezialisierungen ergänzt Prof. Fichter hervorragend unsere Schwerpunkte und führt auch die langjährige erfolgreiche Arbeit der Klinik insbesondere in der Spaltchirurgie fort", sagt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. </p><p>Der neue Klinikdirektor will schon Medizin- und Zahnmedizinstudierende an die Arbeit mit dem Mikroskop in einem extra dafür eingerichteten "Skills-Lab" heranführen. "Hier wird es auch eine enge Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen in der<a href="/Seiten/uebersicht-zahnkliniken-alt.aspx"> Zahnklinik</a> geben, ebenso wie in der oralchirurgischen Versorgung von Patient:innen", so Fichter. "Da ist es ideal, dass es hier am Standort eine so große Zahnklinik gibt, in der alle Disziplinen vertreten sind."  Darüber hinaus plant er einen "virtuellen Spritzenkurs" in der zahnmedizinischen Ausbildung, in dem das Setzen von Betäubungsspritzen mit Hilfe von VR-Technologien ganz schmerzfrei geübt werden kann. </p><div class="embed-responsive embed-responsive-16by9">
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<p><br>Mit seinem Forschungsschwerpunkt in der rekonstruktiven Tumorchirurgie ergänzt Prof. Fichter zudem an wichtiger Stelle die Kompetenzen des
<a href="/einrichtungen/uccl">Universitären Krebszentrums am UKL</a>. "Unsere Ziele in der Kopf-Hals-Onkologie sind zum einen, den Tumor umfassend zu beseitigen, aber zum anderen auch, dies so zu tun, dass wir den Patient:innen eine möglichst vollständige Rückkehr ins soziale Leben ermöglichen können", beschreibt Fichter die Herausforderungen seiner Arbeit. Dafür seien ästhetische, aber auch funktionelle Lösungen erforderlich, die beispielsweise das Kauen, Schlucken und Sprechen erhalten oder wiederherstellen und so eine normale Teilhabe am Alltag ermöglichen können. Eine enge Zusammenarbeit mit dem
<a href="/einrichtungen/hno/forschung/iccas">ICCAS</a> und dem 3<a href="https://www.legend-leipzig.de/home.html">D-Druck-Forschungslabor "Legend Leipzig</a>" der
<a href="/einrichtungen/neurochirurgie">Klinik für Neurochirurgie</a> soll die Computer-assistierte Chirurgie als innovativen Ansatz vorantreiben. Ziel ist es, patientenspezifische, hochpräzise Rekonstruktionen zu ermöglichen, Forschungsergebnisse direkt in die klinische Praxis zu übertragen und so die Patientenbehandlung nachhaltig zu verbessern.</p><p>Das gelte natürlich auch für Rekonstruktionen nach Verletzungen, wobei der Bayer Fichter zuletzt vor allem vermehrt Sportverletzungen zu versorgen hatte: "Wir haben eine Zunahme von Fahrradunfällen, vor allem mit den doch schnelleren E-Bikes gesehen, aber auch mit E-Scootern und Fahrrädern insgesamt". Gerade ältere Menschen seien inzwischen mit E-Bikes so schnell unterwegs, dass Unfälle zu gravierenden Verletzungen gerade im Kopf- und Gesichtsbereich führen würden. </p><p>Hier spricht er auch als leidenschaftlicher Radfahrer, der sich nach dem Umzug samt Familie ins eher flache Leipzig nun vorgenommen hat, die neue Heimat mit dem Rad sowie dem Kanu zu erkunden. Fichter: "Ich freue mich auch deshalb, aber vor allem mit Blick auf das großartige Team der Klinik, mit dem ich jetzt zusammenarbeiten darf, sehr auf meine künftige Arbeit hier in Leipzig."</p> |