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Aktuelles

​ Fort- und Weiterbildung

Eine Übersicht über die Fort- und Weiterbildungen der Klinik für Neurochirurgie finden Sie hi​e​r​​​ [PDF]. 

 

 

Eine erfolgreiche Reise nach Cupertino, Kalifornien<img alt="Nach einer E-Mail aus Leipzig und ihrer positiven Antwort&#58; Die Entwickler&#58;innengruppe um Prof. Dirk Winkler (4.v.r.) und Privatdozent Dr. Ronny Grunert (3.v.r.) vor der Firmenzentrale des Technologiekonzerns in Kalifornien, nachdem sie zu einer Vorführung ihrer Software eingeladen worden waren." src="/presse/PressImages/pic_20240611110710_88660d31e3.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2024-06-10T22:00:00ZLeipzig. Neurochirurg:innen des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) entwickeln schon seit einigen Jahren eine chirurgische Navigationssoftware mittels Mixed Reality (MR) als Unterstützung für schwierige operative Eingriffe am menschlichen Hirn. Ein Prototyp ist bereits verfügbar, der mit allen derzeit verfügbaren 3D-Datenbrillen interagieren kann. Im Mai war es nun einer Entwicklergruppe gelungen, ihr Projekt in der Firmenzentrale des US-amerikanischen Technologieunternehmens "Apple" im kalifornischen Cupertino vorzustellen. Sie konnten die Software in die erst in Kürze überhaupt in Deutschland verfügbare Datenbrille "Apple Vision Pro" einbauen und ein exklusives Exemplar für die weitere Entwicklungsarbeit mit nach Leipzig bringen. Geholfen hat dabei eine E-Mail an Apple-Chef Tim Cook höchst selbst. <p>Wie vermittelt man einem weltweit bekannten und global agierenden Unternehmen, dass man an etwas Interessantem arbeitet, für das sich die nach Marktkapitalisierung größte börsennotierte Firma der Welt interessieren könnte? &quot;Ich habe Tim Cook, dem CEO von 'Apple' eine Mail geschrieben&quot;, sagt Privatdozent Dr. Ronny Grunert. Er arbeitet als Ingenieur gemeinsam mit seinem medizinischen Entwicklungspartner Prof. Dirk Winkler, stellvertretender Direktor der <a href="/einrichtungen/neurochirurgie">Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie</a>, seit etwa vier Jahren an der Software. Die E-Mail schrieb Grunert im Oktober 2023. 14 Tage später hatte er eine Antwort.&#160;</p> <p>&quot;Ich war selbst überrascht, dass dies so funktioniert hatte und wir eine Rückmeldung erhielten&quot;, berichtet Grunert. Die Antwort enthielt auch eine Einladung ins &quot;Apple&quot;-Hauptquartier. Anfang Mai war es nun soweit gewesen. PD Dr. Grunert und Prof. Winkler reisten mit weiteren Mitgliedern der Entwicklergruppe nach Kalifornien, stellten die Software vor, nahmen an einem Workshop mit Informatikern des Unternehmens teil und erhielten eine Führung über das Firmengelände. &quot;Diese Einladung betrachten wir als ein großes Zeichen an Wertschätzung, denn wir wissen so, unsere Arbeit wird gesehen&quot;, bekräftigt Klinikdirektor Prof. Erdem Güresir. Der Kontakt nach Cupertino ist nun geknüpft, die Leipziger Software in eine &quot;Vision Pro&quot; integriert, und im Juni steht ein weiteres (Online-)Treffen mit den Informatikern des US-amerikanischen Tech-Unternehmens auf Arbeitsebene an. Erst seit Kurzem ist bekannt, dass die Brille im Juli auf den Markt kommen wird. Dann sehen sich die Leipziger Neurochirurg&#58;innen in einer vorteilhaften Ausgangsposition.</p> <p>&#160;</p> <p><strong>&quot;Landkarte&quot; des Hirns direkt vor den Augen</strong></p> <p>Dass der Besuch in der Firmenzentrale des Unternehmens mit dem Apfel-Logo kein Selbstzweck oder Marketing-Aktion gewesen sei, bekräftigt Klinik-Direktor Prof. Güresir&#58; &quot;Unser Hauptziel ist, unsere bereits entwickelte Software in verschiedene Hardware integrieren zu können.&quot; Sein Fachbereich, die Neurochirurgie, sei im Übrigen prädestiniert, solche Technologie zu nutzen. &quot;Der Schädel ist ein unbewegliches Organ mit fester Hülle und sehr vielen Funktionen&quot;, sagt Prof. Erdem Güresir. &quot;Mit einer solchen Brille können wir Daten, aber auch Funktionen des Hirns einspielen, wir können live unsere Operationsstrategie anpassen und haben sozusagen unsere 'Landkarte' des Hirns direkt vor Augen&quot;, so der Klinikdirektor. Die Datenbrille zeigt einzelne Strukturen und ihre Position im Schädel an. Auch bei eingeführten Instrumenten gibt die Brille deren genaue Position sowie die umliegenden und teils funktionstragenden Strukturen.</p> <p>Grundlage dafür bilden Aufnahmen mit Computertomographen und Magnetresonanztomographen, die über die eigene Softwarelösung ausgelesen und mit Hilfe der Brille durch das Gewebe hindurch &quot;ins Gehirn&quot; projiziert werden. Sein Stellvertreter Prof. Dirk Winkler ergänzt&#58; &quot;Es ist für Chirurg&#58;innen einfach toll, beide Hände frei und so etwas wie ein GPS-System für den Kopf zur Verfügung zu haben.&quot;&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Datenbrille passt sich Nutzer&#58;innen an - nicht umgekehrt</strong></p> <p>Datenbrillen der neuesten Generation, wie jenes exklusive Modell, dass den UKL-Neurochirurg&#58;innen nun zur Verfügung steht, zeichnen sich nach ihren Angaben durch eine präzise Steuerung mit Gesten und Augenbewegungen aus. &quot;Weil es intuitiv funktioniert&quot;, erklärt Prof. Güresir, &quot;wird es vor allem für kommende Chirurgen-Generationen völlig normal werden, mit ihr zu operieren.&quot; Die Technologie unterstütze in hohem Maß bei einem Eingriff, erklärt der UKL-Experte, und nehme viel von der zum Teil heute noch notwendigen Vorarbeit der &quot;Vermessung des Schädels&quot; ab. Die von Ingenieur Grunert und seinen Mitarbeiter&#58;innen entwickelte Software müsse von Anfang an strukturell so aufgebaut sein, dass sie stets in die jeweils aktuelle Hardware eingefügt und mit immer mehr Datensätzen umgehen könne, so der Neurochirurgie-Klinikdirektor.&#160;</p> <p>Ingenieur&#58;innen und Mediziner&#58;innen hoffen nun, das neue Brillenmodell aus dem Hause &quot;Apple&quot; zumindest in Lehrveranstaltungen mit Student&#58;innen bald einsetzen zu können. Bis dahin werde zum Beispiel noch die Menüführung an medizinische Erfordernisse und an die Vorgaben späterer Nutzer&#58;innen angepasst. Prof. Dirk Winkler fasst es zusammen&#58; &quot;Die Brille passt sich im Bausteinprinzip an die Nutzer an, nicht umgekehrt.&quot;</p> <p>&#160;</p>
Mit viel Power, Know-How und Spaß: Azubis und Studierende leiten eine Station in der Neurochirurgie<img alt="Für insgesamt vier Wochen haben sieben Studierende und Auszubildende „das Zepter in der Hand“ – und zwar auf der Station 4.2 in der Klinik für Neurochirurgie." src="/presse/PressImages/pic_20240318083928_3f27a32473.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2024-03-19T23:00:00ZLeipzig. Für insgesamt vier Wochen haben sieben Studierende und Auszubildende "das Zepter in der Hand" – und zwar auf der Station 4.2 in der Klinik für Neurochirurgie. Hier kümmern sie sich als Team um rund zehn Patient:innen, die teils wegen Bandscheibenvorfällen, aber auch Gehirn- oder Wirbelsäulentumoren behandelt werden. Während der Projektlaufzeit sind die Teilnehmer:innen sowohl für die Versorgung ihrer Patient:innen als auch für die komplette Organisation der Station zuständig. Begleitet wird das Projekt LIA von Ärzt:innen, Pflegekräften, Physiotherapeut:innen und Stationsapotheker:innen, damit die Sicherheit der Patient:innen zu jeder Zeit gewährleistet ist. Die ersten zwei Wochen hat sich der Nachwuchs bereits gut geschlagen. Das Herzensprojekt von Annett Huke, Pflegerische Leiterin des Departments für Operative Medizin, und Prof. Erdem Güresir, Direktor der Klinik für Neurochirurgie, entwickelt sich zu einem "Magneten" für Lehrende und Lernende gleichermaßen. <p>Das LIA-Team besteht aus jeweils zwei Auszubildenden der Pflege und der Physiotherapie sowie aus zwei Medizinstudierenden und einer Pharmaziepraktikantin. &quot;Ziel des Projektes ist es, den jungen Menschen so früh wie möglich das fach- und berufsgruppenübergreifende sowie eigenverantwortliche Arbeiten im Stationsalltag näherzubringen. Denn das ist später das A und O, um bestmöglich für unsere Patient&#58;innen da zu sein&quot;, erklärt Projektleiterin und Zentrale Praxisanleiterin Antje Köhler-Radziewsky, die LIA gemeinsam mit weiteren Zentralen Praxisanleiterinnen, dem Pflegeteam der Station A 4.2 sowie Dr. Florian Wilhelmy, Facharzt im Team von Klinikdirektor Prof. Erdem Güresir, ins Leben gerufen hat.</p> <p>Mit im Boot sind selbstverständlich auch Kolleg&#58;innen der <a href="/einrichtungen/akademie/Seiten/mbfs.aspx">Medizinischen Berufsfachschule</a> des UKL.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Tagesplan gibt Struktur und Orientierung&#160;</strong></p> <p>&#160;</p> <p>Während der vierwöchigen Projektzeit arbeitet das Team nach einem festen Plan, der die jeweiligen Aufgaben vorgibt und den Teilnehmenden als Orientierung dient. Zum Beispiel starten die Pflege-Azubis um 6.30 Uhr mit der Verteilung der notwendigen Medikamente, kontrollieren den Blutzucker der Patient&#58;innen und bereiten die Visite vor. Bevor es hiermit losgeht, besprechen sich alle vorab gemeinsam&#58; Um welche Patient&#58;innen handelt es sich? Läuft alles nach Plan oder gibt es Besonderheiten? Auf was müssen wir achten, was folgt als nächstes?&#160;</p> <p>Nach der Visite setzt das Team das Besprochene in die Tat um&#58; Pflegemaßnahmen werden durchgeführt und dokumentiert, Essenspläne überarbeitet, Mobilitätsübungen durchgeführt, Patient&#58;innen aufgenommen, Arztbriefe geschrieben und Untersuchungen angemeldet oder auch Fragen zu Medikamenten beantwortet. Nachmittags steht eine Fallbesprechung auf dem Programm. Hier darf jeder gleichberechtigt mitreden und erhält am Ende ein Feedback der fachlichen Projektbegleiterinnen, die stets im Hintergrund ihre Augen und Ohren offenhalten. &quot;Im Englischen bezeichnet man das Prinzip als 'Sit on your your hands and look outside the window'&quot;, sagt die Projektleiterin mit einem Augenzwinkern.&#160;</p> <p>Einmal in der Woche gibt es die Möglichkeit, das Erlebte zu reflektieren. Hier kommen alle Beteiligten zusammen und reden darüber, was gut gelaufen ist und was noch optimiert werden könnte. &quot;Wichtig ist es aber auch, zu fragen, wie es den Teilnehmenden geht und zu besprechen, ob sie an der einen oder anderen Stelle eventuell noch mehr Unterstützung benötigen&quot;, erklärt Dr. Wilhelmy.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>LIA als fester Bestandteil des Ausbildungsprogramms am UKL</strong></p> <p><br>Ganz neu ist der Ansatz des Projektes nicht&#58; In der Vergangenheit gab es bereits das Projekt 'Auszubildende leiten eine Station, das viele Jahre erfolgreich am UKL durchgeführt wurde. &quot;Die Idee zur Erweiterung des Projekts um Studierende hatten fast zeitgleich mehrere Bereiche im Haus und so begannen wir Praxisanleiterinnen gemeinsam mit der Klinik für Neurochirurgie unsere Idee weiterzuentwickeln. Das hat viel Spaß gemacht und uns während der Vorbereitungen zusammengeschweißt&quot;, so Köhler-Radziewsky. &quot;Ein Novum ist, dass wir nun die erste Klinik in Deutschland sind, bei der gleich vier Berufsgruppen auf einmal im Einsatz sind&quot;, ergänzt sie.</p> <p>&quot;Nach zwei Wochen Projektlaufzeit können wir bereits ein erstes positives Fazit ziehen. Wir sind sehr stolz auf unsere ersten Teilnehmer&#58;innen. Sie sind mit vollem Elan dabei und meistern ihre Aufgaben mit Bravour - und auch unsere Patient&#58;innen machen gut mit&quot;, freuen sich Dr. Wilhelmy und Antje Köhler-Radziewsky. &quot;Unser Ziel ist es, auch andere Stationen von unserem Projekt zu überzeugen und es nach weiteren Testläufen als festen Bestandteil in unser Ausbildungskonzept aufzunehmen.&quot;&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p>
Funktionelle Neurochirurgie: Moderne Technik für ein weitgehend schmerzfreies Leben<img alt="Prof. Dirk Winkler (re.), Leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor, und Dr. Martin Vychopen (Mi.) zeigen ihrem Patienten Uwe Dienst noch einmal das neue Generator-Modell, rechts in der Hand, und einen älteren Vorgänger im Größenvergleich. Das ältere Modell war batteriebetrieben und nicht wiederaufladbar. Das UKL kann als erster in Ostdeutschland den modernsten Generator implantieren." src="/presse/PressImages/pic_20240301104413_ef07f92717.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2024-02-29T23:00:00ZLeipzig. Ist das Nervensystem gestört oder erkrankt und sprechen medikamentöse oder konventionelle Therapien nicht an, bietet die funktionelle Neurochirurgie Möglichkeiten, die Lebensqualität von Menschen mit chronischen Schmerzen langfristig zu verbessern. Dazu wird bei der Rückenmarksstimulation eine feine Elektrode in den Rückenmarkskanal eingeführt. Durch elektrische Stimulation gelingt es, die Symptome zu lindern. Die Neurochirurgen:innen des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) verwenden als erste in den östlichen Bundesländern die neueste Generation dieser sogenannten IPG – Implantable Pulse Generators. Sie sind kleiner, leichter, müssen seltener aufgeladen werden, auch MRT-Untersuchungen werden nun viel leichter möglich. <p>Uwe Dienst ist Lokführer aus Leipzig. Im März wird er 63 Jahre alt. Er liebt seinen Beruf, und er kann ihn weiterhin ausführen, auch dank des modernen Generators, der seine chronischen Rückenschmerzen so weit abmildert, dass er fast schmerzfrei wieder arbeiten kann. Er ist der erste Patient in Ostdeutschland, der das Gerät der allerneuesten Generation implantiert bekommen hat. Ein Bandscheibenvorfall 2015 mündete trotz medikamentöser Behandlung, Physiotherapie und Operation in einen chronifizierten, also einen dauerhaften Rückenschmerz.&#160;<br><br></p> <p>Seit etlichen Jahren ist er nun Patient bei Prof. Dirk Winkler, stellvertretender Direktor der <a href="/einrichtungen/neurochirurgie">Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des UKL</a>. &quot;Wir hatten unser Ziel der Schmerzarmut trotz Operation und vielfältiger Anwendungen nicht erreicht, wollten aber weiterhin möglichst eine Opiat-Abhängigkeit, verursacht durch eine Dauertherapie mit sehr starken Schmerzmedikamenten, vermeiden&quot;, sagte Prof. Winkler. &quot;Das Prinzip der Rückenmarksstimulation ist bereits seit langem bekannt, der Strom blockiert die Schmerzweiterleitung oder öffnet - im Fall von Durchblutungsstörungen - Kapillaren. Die Technik hat sich zuletzt sehr stark weiterentwickelt.&quot; 2016 erhielt Uwe Dienst sein erstes Stimulationssystem, einschließlich eines ersten Stimulationsgenerators. Und weil ihn Prof Winkler als geeigneten Premierenpatienten ansah, erhielt er nun im Februar 2024 seinen mittlerweile vierten implantiert und profitiert von den technischen Weiterentwicklungen. Der &quot;Eterna Generator&quot; ist kleiner als Vorgängermodelle, der Tragekomfort und das kosmetische Ergebnis für die Patient&#58;innen sind dadurch besser. MRT-Untersuchungen sind nun besser möglich, dies stellte bisher eine hohe Limitierung dar. Die Träger&#58;innen nehmen selbst Einfluss auf die Therapie, weil sie mittels eines Steuergeräts verschiedene Stimulationsströme individuell einstellen und jederzeit anpassen können. Weiterer wichtiger Punkt&#58; Der Generator muss nur noch wenige Male im Jahr aufgeladen werden.<br><br></p> <p>Uwe Dienst registrierte die Vorteile des neuen Geräts von Anfang an&#58; &quot;Schon am ersten Tag nach der Implantierung bin ich besser aus dem Bett gekommen als zuvor&quot;, berichtete er Prof. Winkler. &quot;Ich nehme auch nur noch selten Schmerzmittel&quot;, freute er sich. Das Stichwort nahm UKL-Neurochirurg Winkler auf und ergänzte&#58; &quot;Der Generator ersetzt natürlich auch eine Menge Medikamente und damit auch deren Nebenwirkungen.&quot;&#160;<br><br></p> <p><strong>Prof. Dirk Winkler&#58; &quot;Diese Möglichkeit der Schmerzreduktion sollte noch bekannter werden.&quot;</strong><br>Das Universitätsklinikum Leipzig gilt im Osten Deutschlands als Zentrum für funktionelle Neurochirurgie und als erste Anlaufstelle für viele Patient&#58;innen, die auf eine Linderung ihrer Schmerzen hoffen. Und doch betont Prof. Dirk Winkler&#58; &quot;Diese Möglichkeit der Schmerzreduktion beziehungsweise der Durchblutungssteigerung durch den Einsatz von Neuroimplantaten muss viel bekannter werden, um noch mehr Betroffenen helfen zu können.&quot;&#160;</p>
Auf Titelblatt einer US-Fachzeitschrift und erstmals doppelter Vortrags-Sieger bei deutscher Sektionstagung: UKL-Neurochirurg:innen zeigen ihr großes Potenzial – national und international<img alt="Dank der 3D-Datenbrille, die derzeit von der Arbeitsgruppe um Prof. Dirk Winkler (Mitte, hinten) entwickelt wird, können die Neurochirurgen Prof. Erdem Güresir (li.) und Dr. Johannes Wach die sogenannte „erweiterte Realität“ bei ihrer Arbeit nutzen. Das UKL-Expert&#58;innen-Team entwickelt derzeit zusammen mit Partnern ein virtuelles Navigationssystem für noch sicherere Eingriffe im Kopf." src="/presse/PressImages/pic_20240208113853_57f843a169.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2024-02-07T23:00:00ZLeipzig. Die Neurochirurg:innen des Leipziger Universitätsklinikums (UKL) machen derzeit mit ausgezeichneten Leistungen nicht nur in der Fachwelt auf sich aufmerksam. Gerade im aktuell stark diskutierten Themenbereich "Augmented / Mixed Reality" gehören die Ärzt:innen und Wissenschaftler:innen der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie um ihren Direktor Prof. Erdem Güresir zu den Innovationstreibern. Großes Potential steckt zum Beispiel im Projekt einer 3D-Datenbrille für den OP. Hier wird gerade an der Software geforscht. Die Entwicklungen werden nun auch verstärkt in der Fachwelt wahrgenommen und spiegeln sich in durchaus außergewöhnlicher Form wider. <p>So hat es Dr. Johannes Wach aus Prof. Güresirs Team geschafft, bei der Sektionstagung der &quot;Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie&quot; (DGNC) vergangenes Jahr im Herbst gleich in zwei verschiedenen Sektionen den Preis für den jeweils besten Vortrag zu erhalten. Das hatte zuvor noch keiner erreicht. Und auch international agieren die UKL-Expert&#58;innen erfolgreich&#58; Im Januar-Heft 2024 von &quot;Neurosurgical Focus&quot;, des vielbeachteten Publikationsorgans der amerikanischen Fachgesellschaft für Neurochirurgie (AANS), mit dem Schwerpunktthema &quot;Mixed Reality&quot;, gelang ihnen die Platzierung gleich dreier Beiträge. Und, quasi als &quot;Sahnehäubchen&quot;&#58; Auch die Gestaltung des Titelbildes auf dem Cover der Fachzeitschrift stammte aus einer der UKL-Publikationen.&#160;</p> <p>&quot;Alles dies zeigt - wir sind hier in Leipzig am Puls der Zeit und hochinnovativ&quot;, sagt <a href="/einrichtungen/neurochirurgie">Klinikdirektor Güresir</a>, stolz auf das, was in relativ kurzer Zeit erreicht wurde. &quot;Das stärkt unseren Standort hier am UKL.&quot; Prof. Güresir leitet die Klinik erst seit November 2022.&#160;</p> <p><br>Dr. Johannes Wach gewann auf der Fachtagung der deutschen Neurochirurg&#58;innen im Herbst 2023 in Weimar mit &quot;Eine Langzeitanalyse von Coiling und Clipping für gerissene zerebrale Aneurysmen&#58; Eine Meta-Analyse auf individueller Patientenebene zur Bewertung der Re-Ruptur-Raten&quot; den Preis für den besten Vortrag in der Sektion &quot;Vaskuläre Neurochirurgie&quot;.&#160;</p> <p>Auf der Weimarer Tagung konnte Dr. Wach dann gleich noch mit einem weiteren Referat begeistern&#58; Auch sein Vortrag &quot;IMAGINER - Verbesserung der Genauigkeit der Platzierung von externen Ventrikeldrainagen mittels Augmented Reality - eine Machbarkeitsstudie&quot; ist ausgezeichnet worden, dieses Mal als Bester in der Sektion &quot;Technik &amp; Innovation&quot;.<br><br></p> <p>Letztgenannte Publikation sowie zwei weitere UKL-Beiträge waren dann sogar Inhalt des Themenschwerpunktes &quot;Mixed Reality&quot; in der ersten Ausgabe des Jahres 2024 von&#160;&quot;Neurosurgical Focus&quot;. &quot;Ein solches publizistisches 'Schwergewicht' unserer Fachrichtung - und dann gleich mit drei Beiträgen aus Leipzig&quot;, unterstreicht Prof. Erdem Güresir die Bedeutung dieser Auszeichnung von internationalem Charakter.</p> <p>&quot;Mixed Reality&quot; bedeute auch mehr Patientensicherheit, erklärt der Klinikdirektor. &quot;Mit Hilfe von 3D-Datenbrillen, für die wir gerade die Software entwickeln, wollen wir selbst kleinere Eingriffe am Hirn sicherer gestalten.&quot; Ein laufendes Projekt hierzu erhielt im vergangenen Jahr die Zusage für weitere Förderung und konnte somit in die nächste Runde starten. Die Entwicklungsarbeit um die sogenannte erweiterte Realität erfolgt in der Arbeitsgruppe der Neurochirurgie des UKL um Prof. Dirk Winkler und Privatdozent Dr. Ronny Grunert, die dabei eng mit Ingenieuren und Softwareentwicklern zusammenarbeiten.</p> <p>&#160;</p> <p><a href="https&#58;//thejns.org/focus/view/journals/neurosurg-focus/56/1/neurosurg-focus.56.issue-1.xml">Neurosurgical Focus, Heft 01/24</a></p> <p><a href="/presse/Seiten/Pressemitteilung_7728.aspx">https&#58;//www.uniklinikum-leipzig.de/presse/Seiten/Pressemitteilung_7728.aspx</a></p>
„Augmented Reality“ im neurochirurgischen Operationssaal<img alt="Dank der Datenbrille kann Neurochirurg Prof. Erdem Güresir (li.) in den Modellkopf hineinschauen. Sein Team entwickelt zusammen mit Partnern ein virtuelles Navigationssystem für noch sicherere Eingriffe im Kopf." src="/presse/PressImages/pic_20230810100902_1594de14ee.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2023-08-09T22:00:00ZLeipzig. Ein Eingriff am Gehirn findet heute mit minimalinvasiven Verfahren, aber damit auch mit eingeschränkter Sicht für den Operateur statt. Den zu operierenden Bereich muss er sich anhand von vorherigen Aufnahmen und während der Operation mit Hilfe dreidimensionaler Bildinformationen vorstellen. Das wollen die Neurochirurg:innen am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ändern, und haben dafür eine Software zur Unterstützung mittels Augmented Reality (AR) entwickelt. Das Projekt geht nun dank einer hohen Förderung in die nächste Phase.<p>​Prof. Erdem Güresir steht im Operationsaal und sticht mit dem Finger in die Luft vor ihm. Dann wischt er die Luft etwas zur Seite. Der Kollege neben ihm tippt auch ins Leere. Was aussieht wie eine Szene aus dem Spielfilm &quot;Mission impossible&quot; ist die Vorbereitung für einen Testlauf des AR-Navigationssystems für neurochirurgische Eingriffe, an dessen Entwicklung Klinikdirektor Güresir und das Team der Klinik für Neurochirurgie zusammen mit dem Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz sowie der ISD Group arbeiten. Denn der Neurochirurg Güresir und der Ingenieur Kropla neben ihm im OP des Uniklinikums Leipzig tragen Datenbrillen, die sie gerade aktiviert und auf den vor ihnen auf dem OP-Tisch liegenden Modellkopf ausgerichtet haben. Der ist zwar äußerlich komplett unversehrt, dennoch blicken beide in ihn hinein&#58; Die Datenbrille zeigt auf Wunsch einzelne Strukturen und ihre Position im Schädel an. Führt Chirurg Güresir nun ein Instrument über eine kleine Bohrung in das simulierte Gehirn ein, zeigt die Brille auch dessen genaue Position sowie die umliegenden, teils funktionstragenden, Strukturen.&#160;</p><p>Die Grundlage dafür bilden Aufnahmen mit Computertomographen und Magnetresonanztomographen, die über eine von den Leipzigern selbst entwickelte Softwarelösung ausgelesen und mit Hilfe der Brille durch das Gewebe hindurch &quot;ins Gehirn&quot; projiziert werden. &quot;Das ist ein großer Gewinn, denn wir sehen so die Realität, angereichert um zusätzliche Informationen, die uns das Operieren immens erleichtern können&quot;, erklärt Prof. Güresir. Zum einen hat der Chirurg dank der Brille beide Hände frei, statt mit einer ein bildgebendes Instrument halten zu müssen. Und zum anderen können dank der eingeblendeten Lagebilder hochsensible Strukturen, die nicht berührt werden sollten, sichtbar gemacht und so noch besser geschützt werden. Kommt der Chirurg diesen zu nahe, wird das angezeigt - im Bild und per Warnton.&#160;</p><p>&quot;Bisher arbeiten wir beim Platzieren von Kathetern im Gehirn nach Erfahrungswerten und anhand von anatomischen Lehrbüchern praktisch freihändig&quot;, so der Direktor der <a href="/einrichtungen/neurochirurgie">Klinik für Neurochirurgie am UKL</a>. &quot;Das ist zu 70 Prozent korrekt, aber in 30 Prozent der Fälle gibt es eben doch individuelle Abweichungen. Und die würden wir gern besser sehen können.&quot;&#160;</p><p>Mit der Datenbrille wäre alles klar erkennbar, und zwar nach einem schnellen CT. Der Weg des Katheters durch das Gehirn würde als Trajektorie, also als Bewegungspfad, virtuell in das Sichtfeld der Neurochirurgen eingeblendet werden und sich über die reale Patientenanatomie legen. Gerade für Notfälle, so stellt es sich Güresir vor, wäre das ein enormer Gewinn. &quot;Da haben wir keine Zeit für aufwändige Bildgebung und OP-Planung, da muss ein verletztes Gehirn mit einer Drainage schnell entlastet werden, ohne dass wir wichtige Bereiche in Mitleidenschaft ziehen&quot;. Die Datenbrille könnte dabei direkt im Schockraum der Notaufnahmen zum Einsatz kommen und selbst mit wenig neurochirurgischer Erfahrung ein sicherer Eingriff erfolgen. Auch für Kliniken mit einer weniger modernen Ausstattung als in Europa wäre das eine gute Option für präzise Neurochirurgie. &quot;So eine Brille ist derzeit etwa 100-mal preiswerter als heutzutage übliche computergestützte Navigationssysteme für die Neurochirurgie&quot;, ergänzt Privatdozent Dr. Ronny Grunert.&#160;​</p><p></p><div class="embed-responsive embed-responsive-16by9"> <iframe width="1920" height="1080" class="embed-responsive-item" src="https&#58;//www.youtube-nocookie.com/embed/ajsuHpYcrEc" frameborder="0"></iframe>&#160;</div><div><p><br>Gemeinsam mit Prof. Dirk Winkler als medizinischem Entwicklungspartner arbeitet Ingenieur Grunert bereits seit vier Jahren an der Leipziger Universitätsmedizin an der geeigneten Software. Nun ist ein Prototyp verfügbar, der mit allen gängigen Datenbrillen interagieren kann. &quot;Wir haben die Machbarkeit bewiesen, nun müssen wir unsere Idee so weiterentwickeln, dass daraus ein Medizinprodukt entsteht&quot;, beschreiben die Neurochirurgen Güresir und Winkler das Ziel. Dafür stehen jetzt 1,4 Millionen Euro Fördergelder der Sächsischen Aufbaubank zur Verfügung. &quot;Wir sind sehr optimistisch, dass wir hier etwas Nützliches entwickeln, dass breit zugänglich sein wird und viele Leben retten kann&quot;, sagt Prof. Güresir. Dann tippt er in die Luft, befiehlt &quot;beenden&quot; und setzt die Brille ab.&#160;</p><p><br></p></div>

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