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Mastzell-Aktivierungs-Syndrom (MCAS)

​Immer mehr Patientinnen und Patienten melden sich bei uns, da sie ein Mastzell-Aktivierungs-Syndrom (MCAS) bei sich vermuten. Wir möchten daher auch auf der Basis einer aktuellen Publikation (Weiler et al. J Allergy Clin Immunol. 2019 Aug 30) einige grundlegende Informationen zu diesem Krankheitsbild geben.

Manche Publikationen und die Laienpresse definieren die diagnostischen Kriterien für das MCAS sehr breit. Es werden z.T. Befunde nicht-validierter Laborteste mit untypischen Symptomen in Verbindung gebracht, um ein MCAS zu diagnostizieren. Hierdurch kommt es teils zu großer Verwirrung bei Betroffenen und bei ärztlich Tätigen. Dieses wird dann kritisch wenn unterliegende andere Erkrankungen, die nicht von Mastzellen vermittelt werden, undiagnostiziert bleiben.

Klinische Symptome, für die der Beweis für einen Zusammenhang mit einem MCAS fehlt, die aber dennoch häufig damit in Zusammenhang gebracht werden sind:

Müdigkeit / Abgeschlagenheit

Krankheitsgefühl 

Fibromyalgieartige Schmerzen

Dermographismus

Ödeme

Diverse Hautausschläge

Tinnitus

Lymphknotenschwellung

Verstopfung

Prostataentzündung

​Chronischer Rückenschmerz 

Kopfschmerz

Stimmungsschwankungen​

Angst

Posttraumatische Belastung

Gewichtsveränderungen

Schilddrüsenunter- / überfunktion

Polycythämie

​Psychiatrische/neurologische BeschwerdenAnämieElektrolytstörungen

​Erhöhte oder erniedrigte Bluteiweißspiegel


 

Ebenfalls könnten Beschwerden oder Symptome, nicht zur Diagnosestellung herangezogen werden, wenn sie isoliert vorhanden sind, z.B. Bauchschmerzen, Durchfall oder Hautrötung oder aber auch wenn sie eher chronisch und nicht anfallsartig auftreten.

Betroffene Organe und assoziierte Symptome, die von diagnostischem Wert für die Diagnosestellung sind (mindestens zwei von vier Organsystemen müssen betroffen sein, typischerweise anfallsartig):   

  • Kardiovaskulär: Blutdruckabfall, Herzrasen, Schwindel / Bewusstseinsstörung / Kollaps
  • Atemwege: Giemen, Atemnot, Stridor beim Einatmen
  • Haut: anfallsartige Rötung, Urtikaria, Juckreiz, Angioödem
  • Magen-Darm-Trakt: Durchfall, Übelkeit, Bauchkrämpfe

Charakteristisch ist zudem der Nachweis erhöhter Blutspiegel von aus der Mastzelle stammenden Überträgerstoffen wie der Tryptase. Sollte der Tryptasewert deutlich erhöht sein, so muss eine Mastozytose der Haut und weiterer Organe ausgeschlossen werden (Vorstellung ambulante Dermatologie und Hämatologie). Die Diaminooxidase-Messung im Serum hat keinen diagnostischen Wert im Hinblick auf das MCAS. Sollten Sie bemerken, dass bestimmte Nahrungsmittel oder Medikamente Ihre Beschwerden auslösen bzw. verstärken, so müssen diese gemieden werden.

Beim MCAS sprechen die Symptome typischerweise auf die  Behandlung mit Antihistaminika an, nur selten werden weitere Medikamente (z.B. Glukokortikosteroide, Omalizumab) zum Einsatz kommen.
Die Verordnung von Notfallmedikamenten kann sinnvoll sein.

Bei Verdacht auf zugrundeliegende Allergien raten wir Ihnen, sich wohnortnah bei allergologisch Tätigen vorzustellen. Sollten diese eine Überweisung befürworten, vergeben wir gerne Termine. Nicht zuletzt ist das MCAS eine Ausschlussdiagnose.
Wir sind nicht die richtigen Ansprechpartner für Beschwerden isolierter Organsysteme oder unspezifische Allgemeinsymptome.  

Philipp-Rosenthal-Straße 23, Haus 10
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 1 86 91
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