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Pressemitteilungen der Neuropathologie

05.04.2019

Erkrankungsmechanismus chronischer Nervenschädigungen aufgeklärt

 Potentieller universeller Behandlungsansatz für Polyneuropathien

03.08.2018

Wissenschaftler entwickeln neuen Therapieansatz für bislang unheilbare neurologische Erkrankung

Nahrungsergänzungsmittel Lecithin als mögliche Option für Patienten mit Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung

 

 

 

 

Erkrankungsmechanismus chronischer Nervenschädigungen aufgeklärt<img alt="Elektronenmikroskopische Aufnahme eines an CMT1A erkrankten Nervs im Querschnitt (Vergrößerung 30.000 fach). An die innere mit Myelin (schwarzer Ring) ummantelte Nervenfaser lagern sich mehrere Schwann-Zellen ähnlich einer Zwiebelschale kreisförmig an" src="/presse/PressImages/uni_pic_839c5c431b20190403150400.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-04-04T22:00:00ZChronische Schädigungen des peripheren Nervensystems gehören zu den häufigen neurologischen Erkrankungen und werden durch Gendefekte, Entzündungen, Stoffwechselstörungen oder Medikamente verursacht. Erkrankte Menschen entwickeln eine langsam fortschreitende Neuropathie, die zu Gangschwierigkeiten bis hin zur Rollstuhlgebundenheit und zu Sensibilitätsstörungen wie Taubheit, Kribbeln und Schmerzen führen kann. In den allermeisten Fällen sind Neuropathien nicht heilbar, da auch die grundlegenden Erkrankungsmechanismen bisher kaum verstanden sind. Wissenschaftlern des Instituts für Anatomie der Universität Leipzig und der Abteilung für Neuropathologie des Universitätsklinikums Leipzig ist es nun gelungen, einen allgemeinen Erkrankungsmechanismus nachzuweisen, der womöglich einen universellen therapeutischen Ansatzpunkt für ein breites Spektrum chronischer Nervenschädigungen bietet. Die Ergebnisse haben die Forscher aktuell in der Zeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht. <p>Unser Körper ist von Millionen Nervenfasern durchzogen, die Strom leiten wie Kabel. So können beispielsweise Muskeln angesteuert oder Sinneseindrücke weitergeleitet werden. Wie Kabel sind die Nervenfasern elektrisch isoliert&#58; Durch spezialisierte Zellen, den Schwann-Zellen, die sie mit einer fettreichen Scheide, dem Myelin, ummanteln. Dadurch können Signale besonders schnell weitergeleitet werden. Bei Menschen, die an der häufigsten vererblichen Neuropathie, der CMT1A Erkrankung, leiden, ist die Interaktion zwischen Nervenfasern und Schwann-Zellen gestört. Nerven betroffener Patienten weisen im Querschnitt viele Fasern mit zahlreichen fehlerhaft angelagerten Schwann-Zellen auf. Dieses als „Zwiebelschalenformation“ bezeichnete Phänomen ist schon seit über 100 Jahren bekannt und dient Ärzten seither als wichtiges Diagnosekriterium. Ihre Entstehung ist aber komplett unverstanden.</p> <p><strong>Erkrankte Zellen dauerhaft im Reparatur-Modus</strong><br>Die Leipziger Forscher konnten nun herausfinden, dass Zwiebelschalenformationen Ausdruck eines aus dem Ruder gelaufenen Reparaturversuchs sind. „Das periphere Nervensystem hat die Fähigkeit, sich nach einer akuten Nervenschädigung, wie zum Beispiel einer Quetschung oder Schnittverletzung, selbst zu reparieren. Dabei ordnen sich die Schwann-Zellen hintereinander der Reihe nach an und bilden so ein langes Band, entlang dessen die Nervenfasern erneut auswachsen. Während dieser Zeit produzieren Schwann-Zellen den Wachstumsfaktor Neuregulin-1, ein zeitlich begrenztes Signal, das die Reparatur verletzter Nerven unterstützt“, erklärt Dr. Ruth Stassart von der Abteilung für Neuropathologie am Universitätsklinikum Leipzig, Seniorautorin der Studie. „In der CMT1A Erkrankung kommt es hingegen zu einer dauerhaften Produktion des Neuregulin-1 Signals in erkrankten Schwann-Zellen. Dies führt dazu, dass die Schwann-Zellen zahlreiche Reparaturbänder bilden, die jedoch in dieser Menge überhaupt nicht benötigt werden. So entstehen schlussendlich die zahlreichen Zwiebelschalenformationen, die wir in Nervenbiopsien von Patienten nachweisen können“, so die Wissenschaftlerin weiter.</p> <p><strong>Mögliche Therapie&#58; Signalwirkung des Wachstumsfaktors unterdrücken</strong><br>In genetisch veränderten Nagetiermodellen konnten die Wissenschaftler nun nachweisen, dass die dauerhafte Neuregulin-1 Produktion in CMT1A Schwann-Zellen nicht nur für die Zwiebelschalenformationen verantwortlich ist, sondern darüber hinaus auch den Krankheitsverlauf maßgeblich negativ beeinflusst. „Die genetische Unterdrückung der Neuregulin-1 Produktion bei erkrankten Mäusen bewirkte eine drastische Verbesserung des Krankheitsverlaufs. Durch die anhaltende Stimulation der Schwann-Zellen mit Neuregulin-1 verbleiben diese dauerhaft im Reparaturmodus und eben nicht im Funktionsmodus. Für das periphere Nervensystem ist das sehr schädlich.“, erklärt Dr. Robert Fledrich vom Institut für Anatomie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, Co-Leiter der Studie. Da die Forscher auch in anderen Neuropathieformen eine chronische Neuregulin-1 Produktion messen konnten, vermuten sie, einem universellen Schädigungsmechanismus auf die Schliche gekommen zu sein. Die Wissenschaftler arbeiten nun daran die neuen Erkenntnisse therapeutisch nutzbar zu machen. „Es gibt eine Reihe bereits klinisch zugelassener Präparate mit denen sich die Neuregulin-1 Signalwirkung lindern lässt, und wir erproben gerade einige davon“, erläutert Dagmar Akkermann aus der Abteilung für Neuropathologie am Universitätsklinikum Leipzig, neben Fledrich Erstautorin der Studie.</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Originalveröffentlichung in „Nature Communications“&#58;</strong><br>„<a href="https&#58;//www.nature.com/articles/s41467-019-09385-6?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed&#58;+ncomms/rss/current+%28Nature+Communications+-+current%29" rel="ext" target="_blank">NRG1 type I dependent autoparacrine stimulation of Schwann cells in onion bulbs of peripheral neuropathies</a>“, DOI&#58; 10.1038/s41467-019-09385-6</p>
Wissenschaftler entwickeln neuen Therapieansatz für bislang unheilbare neurologische Erkrankung<img alt="Im Vergleich zu gesunden Ratten (linkes Bild) sind in CMT Ratten (mittleres Bild) im Nervenquerschnitt weniger mit Myelin ummantelte Nervenfasern zu sehen, erkennbar als blaue Ringe. Eine Therapie von CMT Ratten mit Lecithin (rechtes Bild) erhöht die Anzahl myelinisierter Fasern." src="/presse/PressImages/uni_pic_20180731124241_6a773b0b59.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2018-08-02T22:00:00ZDie Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung 1A, kurz CMT1A, ist die häufigste vererbliche Erkrankung des peripheren Nervensystems. Aufgrund eines Gendefektes entwickeln Patienten eine langsam fortschreitende Nervenschädigung, die zu Gangschwierigkeiten bis hin zur Rollstuhlgebundenheit und zu Sensibilitätsstörungen wie Taubheit, Kribbeln und Schmerzen führt. Die CMT1A Erkrankung ist bisher nicht heilbar, da die grundlegenden Erkrankungsmechanismen wenig verstanden sind. Wissenschaftler des Instituts für Anatomie der Universität Leipzig und der Abteilung für Neuropathologie des Universitätsklinikums Leipzig sowie des Göttinger Max-Planck-Instituts für Experimentelle Medizin (MPI-EM) haben nun die Ursachen der Krankheit erforscht und eine mögliche Therapie gefunden. Die Ergebnisse haben die Forscher aktuell in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht. <p>Etwa 30.000 Patienten leiden in Deutschland an der Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung, einer Erkrankung des peripheren Nervensystems. Die Fortsätze von Nervenzellen im peripheren Nervensystem, die Axone, sind über ihre gesamte Länge, vom Zellkörper bis hin zum Muskel, von Stützzellen umgeben. Diese sogenannten Schwannzellen umhüllen die Axone mit einer isolierenden fettreichen Schicht, dem Myelin, das eine schnelle Weiterleitung elektrischer Impulse ermöglicht. Mit Hilfe von genetisch veränderten Nagetiermodellen fanden Forscher der Leipziger Universitätsmedizin und des MPI-EM in Zusammenarbeit mit Neurowissenschaftlern aus Würzburg, Heidelberg und Aachen nun heraus, dass Schwannzellen in der CMT1A Erkrankung einen gestörten Fettstoffwechsel aufweisen. &quot;Um Myelin produzieren zu können, müssen Schwannzellen große Mengen Fett bereitstellen. Ist dies wie in der CMT1A Erkrankung gestört, verbleiben nach der Entwicklung viele Nervenfasern ohne die isolierende Myelinschicht, was die Funktionalität der Nerven nachhaltig einschränkt&quot;, erklärt Dr. Robert Fledrich vom Institut für Anatomie der Universität Leipzig und Erstautor der Studie.</p> <p><strong>Lecithin verbessert die Myelinisierung erkrankter Schwannzellen</strong><br>In der aktuellen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Netzwerkverbundes &quot;CMT-NET&quot; geförderten Studie verfolgten die Wissenschaftler die These&#58; Eine therapeutische Verabreichung von Lecithin könnte womöglich die beeinträchtigte Fettproduktion der Schwannzellen umgehen und somit die Myelinisierung in der CMT1A Erkrankung verbessern. Lecithin ist ein aus Soja oder Eigelb gewonnener Mix aus sogenannten Phospholipiden, ein weitverbreitetes Nahrungsergänzungsmittel und zudem ein Hauptbestandteil des Myelins.</p> <p>Zunächst konnten die Wissenschaftler in Zellkulturexperimenten nachweisen, dass der verabreichte Wirkstoff tatsächlich von Schwannzellen aufgenommen und für die Myelinproduktion genutzt werden könnte. In Therapiestudien mit an CMT1A erkrankten Ratten gelang es den Forschern zu zeigen, dass Lecithin die Myelinisierung bei der Erkrankung fördern und den Krankheitsverlauf maßgeblich lindern kann - und zwar unabhängig vom Behandlungsbeginn. &quot;Die vielversprechenden Daten aus dem CMT1A Tiermodell und insbesondere die erwiesene gute Verträglichkeit in Menschen prädestinieren Lecithin als Therapeutikum für die CMT1A Erkrankung und möglicherweise auch für andere demyelinisierende Neuropathien&quot;, verdeutlicht Dr. Ruth Stassart, Neuropathologin am Universitätsklinikum Leipzig und eine der beiden Letztautoren der Studie.</p> <p><strong>Netzwerk erforscht Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung</strong><br>Die Neurowissenschaftler arbeiten nun daran, die neu gewonnenen Erkenntnisse für den Klinikalltag nutzbar zu machen. Dazu hoffen die Autoren auf eine Weiterförderung des 2013 gegründeten und seit 2016 vom BMBF geförderten deutschlandweiten CMT-Netzwerks (CMT-NET), welches 2019 ausläuft. Auf der <a title="Link zur Website (Link öffnet neues Fenster)" href="http&#58;//www.cmt-net.de/" rel="ext" target="_blank">Website des Netzwerks</a> können sich Patienten, Wissenschaftler und Ärzte über die Fortschritte bei der Erforschung dieser in Deutschland wenig bekannten Erkrankung informieren.</p> <p><strong>Originalititel der Veröffentlichung in &quot;Nature Communications&quot;&#58;</strong><br>&quot;<a title="Link zur Website (Link öffnet neues Fenster)" href="https&#58;//www.nature.com/articles/s41467-018-05420-0" rel="ext" target="_blank">Targeting myelin lipid metabolism as a potential therapeutic strategy in a model of CMT1A neuropathy</a>&quot;, DOI&#58; 10.1038/s41467-018-05420-0.</p>
Universitätsklinikum stellt Meningeome und Neurinome in den Mittelpunkt2016-06-02T22:00:00ZEin Zeichen zum Welthirntumortag am 8. Juni wird das Universitätsklinikum Leipzig mit einer Informationsveranstaltung für Patienten und Angehörige setzen. "Gemeinsam Zeichen setzen – das ist das Motto des Tages, der Aufmerksamkeit auf diese schweren Tumorerkrankungen lenken soll", so Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum. <p>Die Informationsveranstaltung, bei der die <a href="http&#58;//neurochirurgie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Neurochirurgen </a>von ihren Kollegen der <a href="http&#58;//neuropathologie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Neuropathologie</a>, <a href="http&#58;//radioonkologie.uniklinikum-leipzig.de/radioonko.site%2cpostext%2cstartseite.html" rel="ext" target="_blank">Radioonkolologie </a>und vom <a href="http&#58;//www.krebszentrum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Universitären Krebszentrum UCCL</a> unterstützt werden, richtet sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte. Im Mittelpunkt der Vorträge stehen Tumore im Bereich des Kleinhirnbrückenwinkels unter anderem das Akustikusneurinom,&#160; eine gutartige Wucherung, die im Schädelinneren von den Hüllen des Gleichgewichtsnervs ausgeht, und das Meningeom. Bei beiden Tumorarten sind häufige Symptome ein einseitiger Hörverlust, wie beim Hörsturz, Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwindel.</p> <p>&quot;Meningeome und Neurinome wachsen langsam&quot;, erläutert Prof. Meixensberger. &quot;Und die Mediziner haben im Prinzip drei Optionen&#58; Zum Ersten Warten und Nachuntersuchen, zum Zweiten eine mikrochirurgische Tumorentfernung und zum Dritten die Radiochirurgie und stereotaktische Radiotherapie. Welche Option gezogen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie vom Tumorwachstum oder vom Patientenwunsch.&quot; Zum Welthirntumortag werden die Experten des Universitätsklinikums erläutern, wie Tumore im Kleinhirnbrückenwinkel symptomatisch werden, wie sie operiert, bestrahlt oder im Einzelfall medikamentös therapiert werden können.</p> <p>Zur Verdeutlichung der Problematik dieser Tumoren&#58; Der Tumor wächst im sogenannten Kleinhirnbrückenwinkel. Von den insgesamt 13 Hirnnerven verlaufen neun durch genau diese Region. Diese Nerven steuern u.a. die Gesichtsmuskeln, die Kaumuskeln, die Zunge… &quot;Die chirurgische Operation ist derzeit die einzige Therapie, die den Tumor vollständig und dauerhaft aus dem Körper entfernen kann&quot;, so Prof. Meixensberger. &quot;Aber in jedem einzelnen Fall muss interdisziplinär und individuell abgewogen werden, welche Schritte und Therapie zu unternehmen sind.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Info&#58;</strong></p> <p>Informationsveranstaltung &quot;Welthirntumortag - Gemeinsam ein Zeichen setzen&quot;</p> <p>8. Juni 2016, 16 bis 18.15 Uhr</p> <p>Hörsaal im Medizinischen Forschungszentrum</p> <p>Liebigstraße 21</p> <p>&#160;</p>
Team-Arbeit zum Wohle von Hirntumor-Patienten2016-05-18T22:00:00Z394 interdisziplinär versorgte Patienten, individuelle patientenspezifische Fallkonferenzen, eine psychoonkologische Betreuung, gemeinsame Sprechstunden von Neurologen und Neurochirurgen für die Betroffenen – "unser NeuroOnkologisches Zentrum, kurz NOZ, hat im ersten Jahr seines Bestehens viel erreicht und sich dabei zum Nutzen der Patienten weiterentwickelt", so Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie und Sprecher des NOZ. An der vor kurzem zertifizierten Einrichtung am UKL, die allen Patienten mit Tumoren des zentralen und peripheren Nervensystems im mitteldeutschen Raum offensteht, sind Neurochirurgen, Radioonkologen, Hämato-Onkologen, Neurologen, Neuroradiologen, Nuklearmediziner, Neuropathologen, Psychoonkologen und Palliativmediziner beteiligt. <p>Alle medizinischen Fachbereiche sind in die Diagnose, Therapie, Rehabilitation und Nachsorge jedes einzelnen Patienten miteinbezogen. &quot;Generell wird bei der wöchentlichen Tumorfallkonferenz jeder Fall individuell und unter Beteiligung aller Fächer interdisziplinär betrachtet&quot;, erläutert Prof. Meixensberger. &quot;Grundvoraussetzungen für unsere Arbeit sind natürlich die aktuellen medizinische Leitlinien und Empfehlungen zur Behandlung von Hirntumoren. Darüber hinaus beteiligen wir uns an klinischen Studien und wollen mit der experimentellen Neuroonkologie neue, erfolgreiche Ansätze für die Behandlung der Patienten suchen.&quot;<br>Neue Wege beschreitet beispielsweise die Leipziger <a href="http&#58;//neuropathologie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Neuropathologie</a> mit molekularen Analysen von Hirntumorgewebe. Damit sind genauere Zuordnungen der Tumorarten und damit auch eine exaktere Vorhersage für ein Therapieansprechen und des Verlaufs möglich.<br><br>Da bei Gehirntumoren häufig nicht nur neurologische Ausfallerscheinungen, sondern auch Veränderungen in der Persönlichkeit nach sich ziehen, wird allen Patienten und den Angehörigen eine psychoonkologische Beratung und spezifische Betreuung am Universitätsklinikum angeboten. Damit kann geholfen werden, mit der Diagnose umzugehen, mit den Ängsten leben zu lernen und dennoch den Blick in die Zukunft zu wagen.<br><br>Kern der Hirntumor-Behandlung ist die Operation zur Sicherung der Gewebediagnose und Entfernung - da ist die Kompetenz der <a href="http&#58;//neurochirurgie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Neurochirurgie</a> gefragt. Hochleistungsmikroskope, perioperative Planungseinheiten, intraoperatives Monitoring und das Können der Operateure sind die Grundlagen für erfolgreiche Eingriffe. Sie schaffen günstige Voraussetzungen für eine ggf. notwendige weitere spezielle Strahlenbehandlung und medikamentöse Therapie.<br><br>&quot;Bauen kann das NOZ auf die Expertise aller beteiligten Fachbereiche. Darüber hinaus möchte ich hervorheben, dass im Rahmen der individuellen Betreuung nicht nur spezielle Kenntnisse und Erfahrungen bei Ärzten und Psychologen, sondern auch bei Schwestern und Pflegern nötig sind&quot;, so Prof. Meixensberger. &quot;Wir arbeiten im Team und durch ärztliche und pflegerische Weiterbildung wollen wir die Qualität der Behandlung weiter erhöhen.&quot;</p>
Neu am UKL: Neuropathologe Prof. Wolf Müller<img alt="Neu am UKL&#58; Neuropathologe Prof. Wolf Müller" src="/presse/PressImages/pic_20130226112018_c3c4a6331a.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2013-02-28T23:00:00Z <p><strong>Leipzig. Der Neuropathologe Prof. Dr. Wolf Müller leitet seit einigen Wochen die Abteilung für Neuropathologie am Universitätsklinikum Leipzig.&#160; Der 44-Jährige wechselt aus Heidelberg an die Pleiße, wo er Ende des Jahres auf die Professur für Neuropathologie berufen wurde.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; &#160; </strong></p> <p>Mit seiner klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunktsetzung in der onkologischen Neuropathologie verstärkt Prof. Wolf Müller den Krebsmedizinischen Schwerpunkt der Universitätsmedizin Leipzig. Sein Hautaugenmerk gilt dabei der Erforschung der Mechanismen der Tumorentstehung.</p> <p>Der auf das zentrale Nervensystem spezialisierte Pathologe untersucht Gewebeproben aus Hirn, peripheren Nerven und Muskeln auf krankhafte Veränderungen. Teilweise werden die Informationen dazu&#160; noch während einer Operation benötigt, damit die Neurochirurgen über das weitere Vorgehen entscheiden können. &quot;Die Neuropathologie ist dabei die Schnittstelle zwischen den Chirurgen, den Neurologen und den Neuro- onkologen und unterstützt die Kollegen als klinikinterner Dienstleister&quot;, beschreibt Prof. Wolf Müller.&#160;&#160;&#160;</p> <p>Der gebürtige Berliner studierte in Hamburg und war nach Stationen an der Charité seit 2006 am Universitätsklinikum Heidelberg in leitender Funktion in der Neuropathologie tätig. Seine wissenschaftliche Arbeit vertiefte er von 2003 bis 2005 als DFG-Stipendiat am Massachusetts General Hospital (MGH) der Harvard Medical School in Boston, USA. Sein Hauptinteresse gilt der Erforschung genetischer und epigenetischer Veränderungen auf Zellebene in der Tumorentstehung. Das Wissen um charakteristische zelluläre und molekulare Veränderungen und deren Auslöser sei u. a. wesentlich für die Entwicklung neuer Therapieansätze. &quot;Wir können auf der Grundlage unserer molekularen Untersuchungen Aussagen über die Tumorbeschaffenheit liefern, die entscheidend für die Prognose und mitunter auch für die Wahl der Therapie sind&quot;, erklärt Prof. Müller. Ein weiterer Focus seiner wissenschaftlichen Studien zur Tumorentstehung liegt darüber hinaus auf der Untersuchung epigenetischer Veränderungen der Erbsubstanz in den Tumorzellen. Anders als Mutationen können diese Veränderungen auf DNA- Ebene beeinflusst werden. &quot;Es gibt inzwischen Forschungsansätze, eine solche epigenetische, also nicht strukturelle Veränderung in einer Zelle gezielt wieder rückgängig zu machen&quot;, beschreibt Prof. Müller die Reichweite dieser Forschungen. &quot;Auf diesem Gebiet ist derzeit sehr viel im Fluss&quot;, so Prof. Müller, der sich sehr freut, jetzt an einem forschungsstarken Standort wie Leipzig arbeiten zu können.</p> <p>Nach mehreren Wochen ist Prof. Wolf Müller bereits gut in seinem neuen Leipziger Umfeld angekommen, dass er als &quot;sehr offen und angenehm&quot;&#160; erlebt. Als passionierter Segler freut er sich zudem auf den Sommer, &quot;dann werde ich hoffentlich die Seenlandschaft im Umland ausgiebig erkunden können.&quot;</p>

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