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Pressemitteilungen

 

 

Platz 6 in Deutschland: Erneute Spitzenposition für das Universitätsklinikum Leipzig in der TOP-100-Klinikliste von „FOCUS Gesundheit“<img alt="Nur fünf Kliniken in Deutschland werden besser bewertet&#58; Das Universitätsklinikum Leipzig belegt wie im vergangenen Jahr Platz 6 in der TOP 100-Klinikliste des Magazins „FOCUS Gesundheit“." src="/presse/PressImages/pic_20201023100107_977b532403.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-10-22T22:00:00ZLeipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) gehört auch in diesem Jahr zu den besten Krankenhäusern Deutschlands. In der neuen "Klinikliste 2021" des Nachrichtenmagazins "Focus", die am 20. Oktober erschienen ist, belegt das UKL unter 100 Kliniken erneut einen hervorragenden sechsten Platz und konnte somit seine Position halten. Vor dem UKL rangieren nur die Berliner Charité als Gesamtsieger sowie die Universitätsklinika Heidelberg, Schleswig-Holstein, Dresden und München (LMU). <p>Ermittelt werden die Platzierungen durch umfangreiche Untersuchungen eines unabhängigen Recherche-Instituts, das von der Zeitschrift beauftragt wurde. In die Bewertung fließen Fallzahlen, Behandlungserfolge bei OPs und Komplikationsquoten ein. Geprüft wurden zudem die technische Ausstattung, die Anzahl der Ärzte oder Qualifikation der Pflegenden. Sehr wichtig sind auch die Beteiligung an Qualitätsinitiativen, die Patientenzufriedenheit und der Hygienestandard. Wie externe Mediziner das UKL bewerten und wie oft sie es weiterempfehlen, spielt ebenfalls eine große Rolle.</p> <p>31 Fachbereiche des UKL sind in den Empfehlungslisten von FOCUS Gesundheit aufgeführt - 15 von ihnen sogar in der Spitzengruppe des jeweiligen Krankheitsbildes&#58;&#160;</p> <p>Risikogeburt, Hautkrankheiten, Diabetes (Erwachsene und Kinder), Kinderchirurgie, Darmkrebs, Leukämie, Nuklearmedizin, Prostatakrebs, Strahlentherapie, Adipositaschirurgie, Schlaganfall, Unfallchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie und Depression.<br><br></p> <p>17 Kliniken und Einrichtungen des UKL werden als TOP-Kliniken - zum Teil mehrfach - genannt&#58;</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Abteilung für Geburtsmedizin</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Endokrinologie, Nephrologie, Rheumatologie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Hämatologie, Zelltherapie und Hämostaseologie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Neurologie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Urologie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie</p> <p>· &#160; &#160; &#160; &#160; Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie</p> <p>&#160;</p> <p>&quot;Es ist uns gelungen, diesen hervorragenden Platz sechs unter den nationalen TOP 100 zu bestätigen - dieses tolle Ergebnis freut uns sehr&quot;, sagte Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. &quot;In diesem wegen der Corona-Pandemie sehr außergewöhnlichen Jahr ist das eine wohltuende Bestätigung für die mit viel Engagement geleistete Arbeit unserer Ärztinnen und Ärzte sowie aller Mitarbeiter aus anderen Bereichen, die zu dieser sehr guten Platzierung beigetragen haben.&quot;</p>
Spezialeinheit für Phase I-Studien an den Start gegangen: Optimierte Bedingungen für Entwicklung neuer Therapien und Medikamente am UKL<img alt="Privatdozentin Dr. Sabine Kayser (3.v.l.), Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Hämatologie, Zelltherapie und Hämostaseologie, leitet und koordiniert zusammen mit Klinikdirektor Prof. Uwe Platzbecker (3.v.r.) die Spezialeinheit für klinische Studien ECTUL am UKL. Die pflegerische Verantwortung liegt in den Händen von Stationsleiterin Antje Schill (2.v.r.) und ihrem Team." src="/presse/PressImages/pic_20200611112725_a47f991e30.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-06-10T22:00:00ZLeipzig. Seit einigen Wochen verfügt die Klinik und Poliklinik für Hämatologie, Zelltherapie und Hämostaseologie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) über eine Spezialeinheit für klinische Studien, genannt ECTUL - Early Clinical Trials Unit Leipzig. Solche Spezialeinheiten gibt es in Deutschland nur in ausgewählten großen Uniklinika. Dank der ECTUL vervielfachen sich am UKL klinisch-translationale Forschungsmöglichkeiten, die allen Fachgebieten der Medizin zur Verfügung stehen sollen. Auch können neue Medikamente und Therapien unter optimierten Bedingungen entwickelt werden. Die Besonderheit am UKL: Die Einheit ist in eine normale Station integriert. Die erste Patientin ist nun sicher behandelt worden. <p>Der Begriff Klinische Studie steht als Oberbegriff für alle medizinischen Studien. Ziel ist es, Medikamente, bestimmte Behandlungsformen, medizinische Interventionen oder Medizinprodukte auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit zu überprüfen. &quot;Ohne klinische Studien gibt es keinen Fortschritt in klinischer Forschung&quot;, sagt Privatdozentin Dr. Sabine Kayser, Oberärztin an der <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-1">Klinik und Poliklinik für Hämatologie, Zelltherapie und Hämostaseologie</a>. Zusammen mit Klinikdirektor Prof. Uwe Platzbecker leitet und koordiniert sie die ECTUL. &quot;Klinische Forschung wiederum kommt unmittelbar teilnehmenden Patienten zugute, denn sie profitieren von neuen Therapien, lang, bevor sie allgemein verfügbar sind&quot;, so die UKL-Medizinerin.&#160;</p> <p>Die Leipziger Einheit ist für so genannte Phase I- sowie Phase II-Studien vorgesehen. &#160;In Phase I-Studien wird ein neues Therapieverfahren, das in präklinischen Studien vielversprechende Ergebnisse erbracht hat, zum ersten Mal beim Menschen (First in Human) eingesetzt. Untersucht werden vor allem Verträglichkeit und Sicherheit des neuen Medikaments. Erweitert werden diese Ergebnisse in Phase II-Studien, in denen die Wirksamkeit eines Medikaments, eventuell in Kombination mit anderen Medikamenten, analysiert wird.&#160;<br>Für diese &quot;Early Clinical Trials&quot; gelten zudem besondere technische, räumliche und personelle Ansprüche, denen auch innerhalb des Leipziger Klinikums nicht jede Abteilung nachkommen kann. Forschungsmöglichkeiten in vollem Umfang wahrzunehmen, ist jedoch nur auf diese Weise möglich.&#160;</p> <p>Der kürzlich erfolgte Abschluss der notwendigen Umbaumaßnahmen gestattet nun die Beteiligung des UKL an früher Phase I/II-Studien zunächst vor allem im Bereich Hämatologie und Onkologie. &quot;Die ECTUL steht in Zukunft selbstverständlich auch für Patienten in klinischen Studien der Phase 1 anderer UKL-Kliniken offen&quot;, betont Prof. Platzbecker. &quot;Wir wollen insbesondere im Bereich zellulärer Therapien neue Akzente am UKL setzen&quot;.&#160;<br>Zum interdisziplinärem Team gehören neben Studienkoordinatorin Karolin Hubert auch Stationsleiterin Antje Schill und Study Nurse Cynthia Messerschmidt. Wesentliche Impulse im Aufbau der ECTUL wurden auch vom Leitenden Oberarzt, Prof. Eberhard Schleyer, gesetzt.</p> <p><strong>Vitalfunktionen können zentral überwacht werden</strong><br>Alle Ärzte, die Patienten während der Teilnahme an einer Therapiestudie begleiten sowie in den Ambulanzen anschließend die Nachkontrolle und Nachsorge übernehmen, sind speziell geschult und handeln nach den Regeln der sogenannten &quot;Guten Klinischen Praxis&quot; (GCP von englisch good clinical practice). Dies sind international anerkannte, nach ethischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten aufgestellte Regeln zur Durchführung von klinischen Studien.</p> <p>Die ECTUL am Universitätsklinikum Leipzig weist eine Besonderheit auf&#58; Sie ist in die Station F 4.1 integriert. Auf dieser Station werden hauptsächlich Patienten mit akuten Leukämien und Lymphomen behandelt. Aktuell sind nun zwei Doppelzimmer mit Möglichkeiten der zentralen Überwachung umgebaut worden. Dadurch können Herzfunktionen und andere Vitalfunktionen zentral überwacht werden. Zur Verfügung steht zudem ein spezieller Raum, in dem Proben der an Studien beteiligten Patienten bearbeitet werden können. Mittelfristig ist ein Ausbau auf acht Monitorbetten geplant.</p> <p>Mittlerweile ist die erste Patientin behandelt worden. Bei der 51-jährigen Frau mit akuter myeloischer Leukämie ließ sich nach Abschluss der konventionellen Chemotherapie noch eine messbare Resterkrankung nachweisen, wodurch das Risiko eines Rezidivs, also des Wiederauftretens, der Leukämie besteht. Im Rahmen einer First-in-Human-Therapiestudie, in der eine spezielle Antikörpertherapie geprüft wird, konnte diese Resterkrankung erfolgreich behandelt werden. Drei Tage war die Patientin stationär auf der ECTUL, die Therapie wurde von ihr komplikationslos vertragen.</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;</p>
Zelltherapie-Einheit am UKL erhält europäisches Gütesiegel JACIE<img alt="Prof. Uwe Platzbecker leitet den Bereich Hämatologie und Zelltherapie am UKL, der jetzt erneut das anerkannte JACIE-Zertifikat erhalten hat." src="/presse/PressImages/pic_20200221110427_f52c16c93e.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-02-20T23:00:00ZLeipzig. Der Bereich Hämatologie und Zelltherapie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) hat erneut das anerkannte JACIE-Zertifikat erhalten. Es bescheinigt den Experten der Klinik und Poliklinik für Hämatologie und Zelltherapie, Internistische Onkologie und Hämostaseologie die Umsetzung internationaler Qualitätsstandards in der Stammzelltransplantation. Die JACIE-Akkreditierung ist eine wichtige Voraussetzung, um mit internationalen Partnern zusammenarbeiten zu können. <p>Bei einem Prüfbesuch wurden alle Abläufe und Richtlinien von externen Experten geprüft und für sehr gut befunden. JACIE steht für &quot;Joint Accreditation Committee International Society for Cellular Therapy and the European Group for Blood and Marrow Transplantation&quot; und ist ein international anerkanntes Qualitätssiegel.&#160;</p> <p>Diese europäische Zertifizierung erhalten zu haben, ist für Prof. Uwe Platzbecker, Leiter des Bereichs Hämatologie und Zelltherapie, die Belohnung für die einjährige Arbeit, die er und sein Team investiert hatten. &quot;Viele Richtlinien haben sich weiterentwickelt und sind noch komplexer geworden, um die Patientenversorgung und die Patientensicherheit weiter zu verbessern&quot;, sagt er. Deshalb hätten über 200 der so genannten SOP - Standard Operating Procedures, also standardisierte Verfahrensanweisungen - entweder neu geschrieben oder überarbeitet werden müssen. Denn wichtig ist&#58; Die Akkreditierung umfasst auch die Herstellung und Verarbeitung von Stammzelltransplantaten. &quot;Gerade für die neue CAR-T-Zelltherapie, die wir seit fast einem Jahr hier am UKL anwenden, erleichtert das JACIE-Zertifikat den Zugang zu Innovationen und Weiterentwicklungen für diese neue Krebstherapie&quot;, erklärt Prof. Platzbecker.</p> <p>Ebenso ist die JACIE-Akkreditierung wichtige Voraussetzung, um mit internationalen Partnern zusammenarbeiten zu können - in diesem Bereich der Medizin ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Denn wird ein passender Spender für einen an Krebs erkrankten Patienten gesucht, spielen Ländergrenzen oftmals keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Führt eine internationale Suche zum Erfolg, ist der Nachweis der erfolgreichen JACIE-Zertifizierung zwingend notwendig, um die Stammzellspende dann auch zu erhalten.&#160;</p> <p>Für ein großes Transplantationszentrum wie das UKL ist es wichtig, sich unabhängig prüfen zu lassen und dieses weltweit gültige und anerkannte Qualitätssiegel zu erhalten. &quot;In immer stärkerem Maß wird es auch für die Teilnahme an Studien, wie zum Beispiel für die CAR-T-Zelltherapie, erforderlich&quot;, erklärt Platzbecker, &quot;daher sind wir sehr stolz, diese Zertifizierung wieder erhalten zu haben.&quot; Die Akkreditierung ist nun vier Jahre lang gültig.</p>
Bilanz nach den ersten acht Monaten: Angekommen im neuen Zeitalter der Zelltherapie<img alt="Der erste „Kymriah“-Patient am UKL erhält im Juni 2019 sein in einem Speziallabor behandeltes Zellmaterial per Infusion zurück. Ein bedeutender Moment auch für Prof. Uwe Platzbecker (im Hintergrund, Mitte)." src="/presse/PressImages/pic_20200130111208_80965ae22e.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-01-29T23:00:00ZLeipzig. Für Prof. Uwe Platzbecker, Direktor der Medizinischen Klinik I und Leiter des Bereichs Hämatologie und Zelltherapie, war es "ein wichtiger Meilenstein" – die erste Anwendung der Gentherapie "Kymriah" bei einem Patienten am UKL im Juni 2019. Zum Weltkrebstag 2020 am 4. Februar zieht der UKL-Mediziner eine erste Bilanz: "Die neue Zelltherapie ist am UKL angekommen." <p>Nach mehr als einem halben Jahr sei das Verfahren im besten Sinn zur Routine geworden, erklärt <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-1/Seiten/haematologie.aspx" rel="ext" target="_blank">Prof. Platzbecker</a>. Die Abläufe seien eingespielt, sein Team habe die nötigen Erfahrungen gesammelt&#58; &quot;Wir erhalten Zuweisungen aus regionalen und überregionalen Kliniken&quot;, so der UKL-Experte. Aktuell sei sogar eine Patientin aus Indien in Behandlung.<br>Bald werden es zehn Patienten sein, derzeit pro Monat mindestens einer. Mittlerweile können sie nicht nur mit der Gentherapie &quot;Kymriah&quot; behandelt werden, sondern auch mit &quot;Yescarta&quot;, einer weiteren zugelassenen CAR-T-Zelltherapie für fast deckungsgleiche Indikationen. CAR-T steht für &quot;Chimeric Antigen Receptor T-Zell-Therapie&quot;, da kein Antikörper die Krebszelle bindet und zerstört, sondern die Immunzelle, also die T-Zelle selbst.<br>&quot;Als eine der ersten Kliniken in Deutschland haben wir die Voraussetzungen geschaffen, beide 'lebenden Medikamente', wie sie auch genannt werden, anzuwenden&quot;, erklärt Prof. Platzbecker. &quot;Das ist mir sehr wichtig, zeigt und würdigt es doch die hohe Qualität meiner Mitarbeiter und die der klinischen Versorgung im Ganzen und macht stolz&quot;, so der Leipziger Mediziner.<br>Wie so oft in der hämatologischen Onkologie sind die Erfahrungen nach den ersten Behandlungen grundsätzlich positiv, doch dies nicht uneingeschränkt&#58; &quot;Insgesamt konstatieren wir eine gute Verträglichkeit der Medikamente. Doch leider hat nicht jeder Patient von der Behandlung profitieren können&quot;, sagt Prof. Platzbecker. Man dürfe nicht vergessen, dass die Therapien erst zum Einsatz kommen, wenn die Erkrankung sehr weit fortgeschritten ist und sich bei Lymphdrüsenkrebs auch während einer solchen Behandlung Mechanismen entwickeln, um sich dem Immunsystem zu entziehen, erläutert er. &quot;Der Krebs ist schlau&quot;, so Uwe Platzbecker.</p> <p>Eine der Konsequenzen aus dem ersten halben Jahr ist, dass nun im Rahmen von Studien der Einsatz der Therapie bereits in früheren Stadien der Erkrankung getestet wird. &quot;Weiterhin planen wir gemeinsame Forschungsprojekte mit dem Leipziger Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie&quot;, führt Platzbecker aus. So wollen die Ärzte und Wissenschaftler unter anderem die Lebensdauer der CAR-T-Zellen im Blut verfolgen. Neben einem Speziallabor in den USA ist es im Übrigen auch das &quot;Fraunhofer-IZI&quot;, an dem die &quot;lebenden Medikamente&quot; für die UKL-Patienten hergestellt werden. Geleitet wird die Einrichtung von Prof. Dr. Dr. Ulrike Köhl, die in Personalunion auch das<a href="/einrichtungen/immunologie" rel="ext" target="_blank"> Institut für Klinische Immunologie</a> am UKL führt.</p>
Mit dem molekularen „Staubsauger“ gegen Blutarmut bei Altersleukämie: Neues Medikament erfolgreich in internationaler Phase-III-Studie getestet<img alt="Prof. Dr. Uwe Platzbecker leitete die Studie zur Wirksamkeit des Medikaments Luspatercept" src="/presse/PressImages/uni_pic_e224c3dc9520200120083437.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-01-19T23:00:00ZBei Menschen mit myelodysplastischen Syndrom (MDS), einer zumeist gutmütigen Form der Altersleukämie, produziert der Körper zu wenig funktionstüchtige Blutzellen. Sie leiden an einer Anämie, im Volksmund auch „Blutarmut“ genannt, die eine Vorstufe zur akuten Leukämie sein kann. Für die Patienten gibt es bisher außer regelmäßigen Bluttransfusionen kaum Behandlungsmöglichkeiten. Das Medikament Luspatercept, das im übertragenen Sinne wie ein „Staubsauger“ fungiert, konnte in einer Studie der deutschen MDS-Studiengruppe die Blutwerte von Betroffenen deutlich verbessern. Die weltweite Nachfolgestudie unter Leitung von Prof. Dr. Uwe Platzbecker hat die Wirksamkeit des Präparats bestätigt. Sie wurde kürzlich im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlicht. <p>MDS zählt zu den häufigsten bösartigen Bluterkrankungen des Knochenmarks, die vor allem ältere Menschen betrifft. Etwa 80 bis 90 Prozent der Patienten werden mit regelmäßigen Transfusionen von Erythrozytenkonzentraten, also roten Blutkörperchen, behandelt. Auf die Dauer kann das jedoch die Symptome nicht entscheidend verbessern und auch zu Eisenüberladung und Organschädigungen führen. Die Ursachen der Erkrankung sind multifaktoriell. „Wir wissen, dass ursächlich eine oder mehrere genetische Veränderungen in der Stammzelle des Knochenmarks vorliegen müssen, damit MDS entsteht. Parallel haben unsere Forschungsergebnisse auch gezeigt, dass die Knochenmarkumgebung und bestimmte Hormone, die sich negativ auf die Blutbildung auswirken können, ganz wesentlich zur Entwicklung der Erkrankung beitragen“, sagt Prof. Dr. Uwe Platzbecker, Professor für Hämatologie an der Universität Leipzig und Leiter des Bereichs Hämatologie und Zelltherapie am hiesigen Universitätsklinikum.</p> <p><strong>229 Patienten nahmen an der Untersuchung teil<br> </strong>In einer weltweiten Phase-III-Studie wurde nun das Medikament Luspatercept auf Wirksamkeit und Nebenwirkungen getestet. Die Substanz wirkt wie ein molekularer Staubsauger, in dem sie negative „Hormone“ aus dem Knochenmark entfernt und so die Blutbildung ankurbelt. 229 Patienten nahmen an der Untersuchung teil&#58; 153 von ihnen bekamen 24 Wochen lang das Medikament Luspatercept, die anderen 76 Placebo. Im Ergebnis benötigten rund 38 Prozent der Teilnehmer mit Luspatercept mindestens acht Wochen lang keine Bluttransfusion. In der Placebo-Gruppe waren es nur 13 Prozent. 28 Prozent der Patienten, die das Medikament einnahmen, waren sogar mehr als 12 Wochen transfusionsfrei (Placebo&#58; 8 Prozent). „Luspatercept kann für viele Betroffene eine gut verträgliche und vor allem hocheffektive Therapie sein. Viele Teilnehmer der Untersuchung blieben zum Teil über mehrere Jahre transfusionsunabhängig. Wir haben damit eine neue Therapieoption für eine Patientengruppe entwickelt, für die es bislang außer Transfusionen keine Behandlungsoptionen gibt“, so Platzbecker. Zudem zeichnet sich Luspatercept auch durch ein gutes Nebenwirkungsprofil aus&#58; Die Studienteilnehmer berichteten lediglich etwas vermehrt Müdigkeit, Durchfall, Übelkeit und Schwindelgefühle.</p> <p><strong>Medikament fängt Hormone ein<br> </strong>Das Präparat Luspatercept wird als sogenannte Liganden-Falle bezeichnet. Das bedeutet, dass es Hormone anzieht und einfängt, die die Bildung der roten Blutkörperchen im Knochenmark unterdrücken. Sind diese Hormone eingefangen, kann die Blutbildung wieder wie gewohnt ablaufen. Für das Medikament wurde nun die Zulassung in den USA und in Europa beantragt. „Wir hoffen, dass es Ende 2020 in Deutschland auf den Markt kommt“, so Prof. Dr. Uwe Platzbecker. In der Zwischenzeit plant die Deutsche MDS-Studiengruppe unter der Leitung von Prof. Platzbecker aktuell weitere Folgestudien, in denen der Wirkstoff mit anderen Substanzen kombiniert wird, um die Ansprechraten zu erhöhen. Die aktuelle Studie wurde von Celgene in Zusammenarbeit mit Acceleron Pharma unterstützt.</p> <p><strong>Originaltitel der Veröffentlichung in „New England Journal of Medicine“&#58;&#160;</strong><br><span style="background-color&#58;#ffffff;font-size&#58;14px;"><a title="https&#58;//www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1908892" rel="ext" target="_blank">Luspatercept in Patients with Lower-Risk&#160;</a></span><span style="background-color&#58;#ffffff;font-size&#58;14px;"><a title="https&#58;//www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1908892" rel="ext" target="_blank">Myelodysplastic Syndromes</a>, DOI&#58;&#160;10.1056/NEJMoa1908892</span></p>

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