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Prof. Christoph Lübbert: „Rationaler Einsatz von Antibiotika und Antiinfektiva enorm wichtig!“<img alt="Unter Federführung von Prof. Dr. Christoph Lübbert vom Zentrum für Infektionsmedizin (ZINF) am UKL ist nun die verbesserte Neuauflage des Antiinfektiva-Leitfadens erschienen." src="/presse/PressImages/pic_20221118101143_50f1d53f87.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-11-17T23:00:00ZLeipzig. Der Schlüssel zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (AMR) in der Humanmedizin liege in gut strukturierten, nachhaltig angelegten "Antibiotic Stewardship" (ABS)-Programmen – als Ergänzung zur ärztlichen Verschreibungspflicht bei antiinfektiven Substanzen. Dies betont Prof. Dr. Christoph Lübbert vom Zentrum für Infektionsmedizin (ZINF) des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) anlässlich der World Antimicrobial Awareness Week (WAAW) vom 18. bis 24. November. <p>Es handelt sich hier um eine globale Kampagne, die alljährlich stattfindet. Sie soll beitragen, das Bewusstsein und das Verständnis für antimikrobielle Resistenzen (AMR) zu verbessern und bewährte Strategien und Praktiken in der Öffentlichkeit bei den Akteuren und politischen Entscheidungsträgern, die eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von AMR spielen, zu fördern. Als Europäischer Antibiotikatag 2022 ist vom European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) Freitag, der 18. November, ausgerufen worden.</p> <p>Aus diesem Anlass weist das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) auf die enorme Wichtigkeit des rationalen Einsatzes von Antibiotika beziehungsweise Antiinfektiva hin. Eine am Anfang des Jahres in der renommierten Fachzeitschrift &quot;The Lancet&quot; veröffentlichte systematische Analyse konnte zeigen, dass 2019 schätzungsweise 4,95 Millionen Todesfälle weltweit im Zusammenhang mit AMR auftraten, darunter 1,27 Millionen, die direkt auf bakterielle AMR zurückzuführen sind. Subsahara-Afrika mit 23,7 Todesfällen pro 100.000 Einwohner und Südasien gelten mit mehr als 20 Todesfällen pro 100.000 Einwohner als Regionen mit den meisten AMR-Problemen. In den westlichen Industrieländern liegt die Rate mit 13 Fällen je 100.000 Einwohner deutlich niedriger.</p> <p>&#160;</p> <p>&quot;Was es braucht, sind gut strukturierte, nachhaltig angelegte Antibiotic Stewardship (ABS)-Programme&quot;, betont daher Prof. Lübbert, <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/infektions-und-tropenmedizin">leitender Infektiologe des UKL</a>. Darunter versteht man das nachhaltige Bemühen einer medizinischen Einrichtung oder eines Gesundheitssystems, eine Verordnungspraxis von Antiinfektiva, wie beispielsweise Antibiotika, in einem rationalen Maß sicherzustellen und zu verbessern.&#160;</p> <p>Am UKL unterstützt ein <a href="/einrichtungen/zinf">interdisziplinäres Team aus Infektiolog&#58;innen, Mikrobiolog&#58;innen und klinischen Apotheker&#58;innen den bestmöglichen Einsatz der wertvollen Substanzen, ergänzt durch die Expertise des Teams der Krankenhaushygiene</a>. So erklärt denn auch die Leiterin der <a href="/einrichtungen/apotheke">UKL-Krankenhausapotheke</a> Dr. Yvonne Remane&#58; &quot;Durch den rationalen Einsatz von Antiinfektiva werden uns auch in Zukunft wirksame Therapien zur Verfügung stehen.&quot;&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Neue Leitfaden-Auflage als Kitteltaschenbuch und App</strong></p> <p>Pünktlich zur diesjährigen WAAW erscheint die 5. Auflage des erstmals 2014 herausgegeben Antiinfektiva-Leitfadens des UKL als Kitteltaschenbuch und als PDF-Dokument für das hauseigene Intranet. Außerdem steht eine darauf basierende, anwendungsfreundlich gestaltete App zum Einsatz von Antibiotika bzw. Antiinfektiva für iOS/iPadOS und Android zur Verfügung. Diese kann in den entsprechenden &quot;Download-Stores&quot; heruntergeladen werden. Die App ist von Fachmedien wie beispielsweise dem Deutschen Ärzteblatt bereits positiv bewertet worden.&#160;</p> <p>Eigene Forschungsarbeiten unter Federführung von Prof. Lübbert zeigen, dass ein mehrgliedriger Ansatz mit Kitteltaschenbuch, PC-Version und App für mobile Geräte notwendig ist, um mehr als 90 Prozent der Klinikärzt&#58;innen zu erreichen.&#160;</p> <p>Vor allem bei junge Kolleg&#58;innen gelinge es so, ihr Verordnungsverhalten bei empirischen Antibiotikatherapien positiv zu beeinflussen, resümiert er&#58; &quot;Daraus resultieren am UKL deutlich verbesserte Therapiestrategien, sinkende Verbräuche von Antiinfektiva und deutlich fallende Resistenzraten, gerade bei wichtigen Antibiotikaklassen wie Cephalosporinen und Fluorchinolonen. Hinzu kommt eine relevante Absenkung der Therapiekosten über mehrere hunderttausend Euro jährlich.&quot; Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in zwei größeren Arbeiten in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht worden.</p> <p>Zudem engagiert sich das Leipziger Universitätsklinikum in einer klinisch-wissenschaftlichen Partnerschaft mit dem &quot;Kiruddu National Referral Hospital&quot; sowie dem &quot;Infectious Diseases Institute&quot; (IDI) der Makerere-Universität in Kampala (Uganda) beim Aufbau von ABS-Programmen in Subsahara-Afrika, unter anderem durch Etablierung leistungsfähiger mikrobiologischer Laborkapazitäten nach deutschem Vorbild.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Hintergrund&#58;&#160;</strong></p> <p>Antimikrobielle Resistenz (AMR) tritt auf, wenn sich Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten im Laufe der Zeit verändern und nicht mehr auf Medikamente ansprechen, wodurch die Behandlung von Infektionen erschwert wird und das Risiko der Krankheitsausbreitung, schwerer Erkrankungen und des Todes steigt. Infolge von Arzneimittelresistenzen werden Antibiotika und andere antimikrobielle Medikamente unwirksam, die Behandlung von Infektionen somit immer schwieriger oder unmöglich.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>UKL-App &quot;Antibiotika - Antiinfektiva&quot;&#58;</strong></p> <p>siehe QR-Code für mehr Informationen&#160;</p> <p>&#160;</p>
Warum ist der Medikationsplan wichtig?<img alt="" src="/presse/PressImages/pic_20220907122343_bba9f41242.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-09-06T22:00:00ZLeipzig. "Mächtig, gewaltig – ich habe einen Plan!" - unter diesem vielsagenden und vielversprechenden Titel geht es in der September-Ausgabe der UKL-Vortragsreihe "Medizin für Jedermann" um das Thema "Sichere Verordnung mit dem bundeseinheitlichen Medikationsplan", vorgestellt von der Leiterin des Krankenhausapotheke am Universitätsklinikum Leipzig. <p>Jeder Patient hat Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn mindestens drei Arzneimittel vom Arzt verordnet sind. &quot;Diese Aufstellung der Medikamente mit Hinweisen zu ihrer Dosierung und dem Zeitpunkt der Einnahme soll es einerseits dem Patienten erleichtern, sich an die ärztlichen Verordnungen zu halten&quot;, sagt Dr. Yvonne Remane, Leiterin der Krankenhausapotheke im Universitätsklinikum Leipzig. &quot;Andererseits dient dieser Plan der Arzneimitteltherapiesicherheit, denn damit können unerwünschte Wechselwirkungen der verschiedenen Arzneien schnell von Arzt und/oder Apotheker erkannt werden. In meinem öffentlichen Vortrag am 14. September innerhalb der Reihe <a href="/patienten-besucher/weitere-angebote-am-uniklinikum-leipzig/vortragsreihe-medizin-für-jedermann">Medizin für Jedermann</a>, möchte ich Ihnen das anhand von praxisnahen Beispielen gern erläutern.&quot;</p> <p>Der bundeseinheitliche Medikationsplan ist ein Dokument, das auf Wunsch des Patienten alle Medikamente - inklusive Selbstmedikation - auflistet, die er einnimmt. Dabei wird genau vermerkt&#58; Wirkstoff, Handelsnamen, Stärke, Darreichungsform (z.B. Tablette), Einnahmeregime (z.B. morgens, mittags usw.), Einheit (z.B. wie viel Stück), wichtige Hinweise zur Anwendung (z.B. nach der Mahlzeit) sowie den Grund der Einnahme (z.B. Bluthochdruck).&#160;</p> <p>Dr. Remane wird zudem erläutern, warum alle Patienten ihren Medikationsplan immer mit sich führen sollten. Bei ihrem praxisnahen Vortrag erklärt sie auch, warum im Uniklinikum bei Aufnahme zu einer geplanten Operation der Medikationsplan für der Krankenhausapotheke überprüft wird. Der Vortrag wird wieder online zu verfolgen sein.</p> <p>&#160;</p> <p>Bereits vorher können sich Interessierte Leipziger am Donnerstag, dem 8. September, über die Themen Medikamentensicherheit, Wechselwirkungen, Hausmittel versus Arzneien und vieles mehr in neuen Radio-Gesundheitsmagazin des UKL &quot;Einfach gesund - Medizin für Jedermann&quot; informieren. Zu hören auf <a href="https&#58;//www.radioleipzig.de/nachrichten/leipzig/">Radio Leipzig</a> (auf UKW-Frequenz 91,3) ab 16.50 Uhr.&#160;</p> <p>&#160; &#160;&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>UKL-Vortragsreihe &quot;Medizin für Jedermann&quot;</p> <p>Thema &quot;Mächtig, gewaltig - ich habe einen Plan! Sichere Verordnung mit dem bundeseinheitlichen Medikationsplan.&quot;&quot;</p> <p>am 14. September 2022&#160;</p> <p>von 18.15 bis 19.30 Uhr</p> <p>unter <a href="/">www.uniklinikum-leipzig.de</a></p> <p>&#160;</p>
Reise mit sächsischer Delegation nach Ostafrika: Achse Leipzig – Kampala gestärkt<img alt="Bei einem Besuch im „Kiruddu National Referral Hospital&quot; in Ugandas Hauptstadt Kampala unterzeichneten Prof. Christoph Lübbert (2.v.r.), Leiter des Zentrums für Infektionsmedizin am UKL, sowie Klinikdirektor Dr. Charles Kabugo (li.) und Dr. Michael Klingler (2.v.l.) von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine offizielle Absichtserklärung über den längerfristigen Betrieb eines neu errichteten mikrobiologischen Labors. Rechts Delegationsleiter Oliver Schenk, Chef der Sächsischen Staatskanzlei." src="/presse/PressImages/pic_20220707094522_16e5cf0acb.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2022-07-06T22:00:00ZLeipzig. Als sich im Juni eine offizielle Delegation des Freistaats Sachsen, mit dem Chef der Staatskanzlei Oliver Schenk an der Spitze, auf eine Reise nach Uganda begab, befand sich unter den Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auch Prof. Christoph Lübbert, Leiter des Zentrums für Infektionsmedizin am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). Er pflegt bereits seit mehreren Jahrzehnten beruflich und privat enge Beziehungen zu Uganda. Als Experte unter anderem für das Problemfeld Antibiotika-Resistenzen waren seine Landeskenntnisse und sein Wissen auf dieser Reise gefragt. <p>Es sind eine Reihe schöner Zufälle, die das UKL, den Freistaat Sachsen und das ostafrikanische Uganda miteinander verbinden. Prof. Lübbert bereist das Land schon seit 30 Jahren und ist Autor eines anerkannten Reiseführers. Seine Mitarbeiterin im <a href="/einrichtungen/medizinische-klinik-2/infektions-und-tropenmedizin">Bereich Infektions- und Tropenmedizin</a>, Oberärztin und Privatdozentin Dr. Amrei von Braun, ist ebenfalls seit zehn Jahren und schon vor ihrer Tätigkeit am UKL mit Projekten in Uganda aktiv. Und dann sucht der Freistaat Sachsen ein Partnerland unter den sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern, Uganda steht hier schon länger im Fokus der Landesregierung in Dresden.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Erst seit 1986 hat das Land begonnen, nach Bürgerkriegsjahren eine Zivilgesellschaft aufzubauen. Eine Demokratie nach mitteleuropäisch-westlichem Verständnis ist es noch nicht. &quot;Die Zivilgesellschaft dort zu stärken, daran hat Sachsen großes Interesse&quot;, sagt Prof. Lübbert. Eines der Themen dieser geplanten Partnerschaft und damit der Reise sei die Medizin und darin enthalten das sogenannte Antibiotic Stewardship-Programm (ABS). &quot;Hier wird Leipzig und das UKL eine führende Rolle spielen&quot;, bestätigt Lübbert.</p> <p>&#160;</p> <p>Unter &quot;Antibiotic Stewardship&quot; (antibiotic = Antibiotikum; stewardship = Verantwortung) versteht man das nachhaltige Bemühen einer medizinischen Einrichtung oder eines Gesundheitssystems, eine Verordnungspraxis von Antiinfektiva, wie beispielsweise Antibiotika, in einem rationalen Maß sicherzustellen und zu verbessern. Unter Leitung von Oberärztin Dr. von Braun baut das UKL ein solches Programm am &quot;Kiruddu National Referral Hospital&quot; in Ugandas Hauptstadt Kampala auf.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Auf Grund seiner langjährigen Kenntnisse des Landes hat Prof. Christoph Lübbert nach eigener Aussage auch ein gutes Gespür, wie sich Uganda entwickelt. &quot;Das Land hat sehr unter Corona gelitten&quot;, meint er. So seien im gesamten Land die Schulen von März 2020 bis Ende 2021 komplett geschlossen gewesen. Die Reise nun im Juni sei auch bereits eigentlich für 2021 geplant gewesen - die Pandemie ließ es nicht zu. Die fünf Tage vor Ort hätten, so Infektiologe Lübbert, der Delegation einen guten Eindruck vermittelt, wo das Land stünde. Die offiziellen Termine mit der Delegation führten nicht nur zur Gesundheitsministerin, sondern sogar bis hinauf zum ugandischen Staatspräsidenten Yoweri Kaguta Museveni.&#160;</p> <p>&quot;Wir haben das Interesse und den Grad der Nachhaltigkeit für unser ABS-Projekt durch diese Reise sicherlich stark verbessert, denn das Problem ist wie immer die Finanzierung&quot;, erklärt Prof. Lübbert. &quot;Und ich habe mich überzeugen können, dass das mit unserer Hilfe aufgebaute mikrobiologische Labor am 'Kiruddu National Referral Hospital' auch wirklich läuft.&quot;&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Im Rahmen einer Klinik-Partnerschaft zwischen dem Universitätsklinikum Leipzig und dem Infectious Diseases Institute der Makerere University in Kampala sowie dem Lehrkrankenhaus &quot;Kiruddu National Referral Hospital&quot; wurde bereits über einen längeren Zeitraum gemeinsam ein Konzept zur unmittelbaren und nachhaltigen Verbesserung der Versorgung von Patient&#58;innen mit bakteriellen Infektionen entwickelt. Über ein Projekt des Bund-Länder-Programms (BLP) wurde in diesem Krankenhaus in der ugandischen Hauptstadt nun zusätzlich ein modernes mikrobiologisches Labor aufgebaut. Als wichtiges Zeichen wertet Prof. Lübbert auch die Unterzeichnung einer offiziellen Absichtserklärung (&quot;Memorandum of Understanding&quot;) über den längerfristigen Betrieb des neu errichteten Labors.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>&#160;&quot;Wir machen Projektarbeit auf Augenhöhe&quot;, erklärt der UKL-Experte. &quot;Wir bauen ein Labor auf, wir schulen Leute, wir tauschen Wissen aus. Aber wir übertragen Leipzig nicht 1&#58;1 auf Kampala, denn wir können auch von den Partnern in Uganda lernen. Mit Krankheiten wie tropischer Malaria beispielsweise haben die ugandischen Kolleginnen und Kollegen täglich zu tun und folglich viel mehr Erfahrung.&quot;&#160;Was den renommierten Arzt sehr freut, ist die Erkenntnis, dass die Menschen dort im Land zunehmend besser ausgebildet sind&#58; &quot;Viele von ihnen sagen, 'ich will hier in Uganda bleiben und hier was bewegen', das finde ich toll.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p>Sichtlich zufrieden war nach dem Besuch auch Staatskanzleichef Oliver Schenk. In einer Email dankte die Staatskanzlei Prof. Lübbert und Oberärztin von Braun&#58; &quot;Durch Sie haben wir in Uganda eine Anker-Aktivität, die in beiden Ländern neben dem Sachinhalt für hervorragende Resonanz sorgt.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Antibiotic Stewardship-Programm in Uganda / Besuch aus Kampala am UKL</strong></p> <p>Die Zahl antimikrobieller Resistenzen nimmt weltweit zu. Als eine Hauptursache gilt der zu hohe Verbrauch von Antibiotika. Diese Entwicklung aufzuhalten, gelingt nach Ansicht vieler Experten nur durch medizinische Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg.</p> <p>Mikrobiologische Diagnostik zur Identifizierung von Erregern und Resistenzen steht Patient&#58;innen mit Infektionskrankheiten in Kampala aktuell nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Proben müssen aufwendig verschickt werden, so dass Resultate nur verzögert vorliegen. Unter der unzureichenden Diagnostik leidet dann auch die Versorgung der Mehrzahl der Patient&#58;innen mit Infektionen erheblich, da auf diese Weise keine gezielte Therapie möglich ist.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Und die vielleicht gravierendste Folge&#58; Durch Therapien mit sehr breit wirkenden Medikamenten werden zunehmend Antibiotikaresistenzen provoziert.&#160;</p> <p>&quot;Es ist der Verdienst von Privatdozentin Dr. Amrei von Braun und ihres klinischen ABS-Projekts, dass nun bekannt ist, dass bis zu 80 Prozent aller Behandlungen mit Antibiotika in unserer Partnerklinik wegen Resistenzbildung gar nicht oder nicht mehr funktionieren&quot;, erklärt Prof. Christoph Lübbert. &quot;Diese Entwicklung zu kontrollieren oder aufzuhalten wollen wir nun gezielt weiterverfolgen.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p>Einige Tage vor Lübberts Reise nach Ostafrika besuchte eine Gruppe ärztlicher Kolleg&#58;innen aus dem &quot;Kiruddu National Referral Hospital&quot; das UKL. Während ihres einwöchigen Aufenthaltes nahmen sie an einem Workshop zum Thema ABS teil, der vom Team des Klinikbereichs Infektiologie und Tropenmedizin organisiert worden war. Dort diskutierten sie Fragen der Resistenzentwicklung und Maßnahmen dagegen. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung eines Konzeptes zur Einführung von ABS-Visiten am Hospital in Kampala, welche zukünftig eng von der UKL-Infektiologie aus betreut werden. Einen Eindruck, wie die verschiedenen Bereiche am UKL arbeiten, die sich mit ABS auseinandersetzen, erhielten die Besucher&#58;innen aus Uganda während eines Rundgangs auf der Internistischen Intensivstation, in der Mikrobiologie, der Virologie sowie der <a href="/einrichtungen/apotheke">Klinikumsapotheke</a>.</p>
Bessere Informationen – Leipziger E-Health-Projekt „eMMa“ im Live-Probe-Betrieb<img alt="Arzneimittelbezogene Probleme rechtzeitig erkennen, bevor sie zu Risiken für den Patienten führen könnten – am Universitätsklinikum Leipzig (Foto, Haupteingang) und den Sana Kliniken Leipziger Land ist der Probetrieb für einen elektronisch erstellten Medikationsplan gestartet." src="/presse/PressImages/pic_20200304110319_340ccf2472.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-03-03T23:00:00ZAm Universitätsklinikum Leipzig (UKL) und in den Sana Kliniken Leipziger Land ist Anfang des Monats März der elektronisch erstellte Medikationsplan "eMMa" an den Start gegangen – zunächst als Testbetrieb unter Routinebedingungen. "eMMa" steht für "Patientenzentriertes eMedikationsmanagement als Add-On zum Medikationsplan". Entwickelt von Medizininformatikern, Ärzten und Apothekern, soll das Computertool helfen, den Prozess der Aufnahme von Patienten in das Krankenhaus zu optimieren. "eMMa" ist ein Verbundprojekt, das vom Freistaat Sachsen und der EU gefördert wird. <p>Kernstück ist der elektronisch verfügbare Medikationsplan nach dem Muster des Bundesmedikationsplans. Nutzen Patienten diesen und haben vor ihrem Klinikaufenthalt über eine App eine vollständige Übersicht ihrer aktuellen Medikamente erstellt, können danach alle Daten schnell und zuverlässig in das Kliniksystem übertragen werden. Für das Aufnahmegespräch bleibt so mehr Zeit. Außerdem soll es den Ärzten ermöglichen, arzneimittelbezogene Probleme frühzeitiger zu erkennen.</p> <p>&quot;Ab sofort weisen wir Patienten bei der Einladung zu unserem Apotheker-Arzneimittelgespräch auf die Möglichkeit hin, ihre Daten und Medikamente unter <a href="https&#58;//mein.klinikplan.de/">'mein.klinikplan.de'</a> einzugeben&quot;, erläutert Dr. Yvonne Remane, Direktorin der <a href="/einrichtungen/apotheke">UKL-Apotheke</a>. &quot;Wir sehen dieses E-Health-Projekt vor allem als Unterstützung für dieses Gespräch, welches es in solcher Form nicht an jeder Klinik gibt.&quot; &#160;Und Dr. Ralf Sultzer, Chefarzt im Geriatriezentrum Zwenkau erklärt&#58; &quot;Wir wollen mit 'eMMa' erreichen, dass unsere Patienten mit einem aktuellen Medikationsplan ins Krankenhaus kommen.&quot;&#160;</p> <p><strong>Patient steht im Mittelpunkt</strong><br>&quot;Dadurch sollen arzneimittelbezogene Probleme rechtzeitig erkannt werden, bevor diese zu Risiken für den Patienten führen&quot;, ergänzt Prof. Dr. Thilo Bertsche vom <a href="/einrichtungen/apotheke/zentrum-für-arzneimittelsicherheit">Zentrum für Arzneimittelsicherheit (ZAMS</a>), einer gemeinsamen Einrichtung von Uni Leipzig und UKL. Bertsche, der das ZAMS zusammen mit Dr. Remane leitet, fährt fort&#58; &quot;Wir wollen nun untersuchen, inwieweit hierdurch die Patientensicherheit verbessert werden kann.&quot;</p> <p>Durch &quot;eMMa&quot; soll zunächst das Aufnahmemanagement optimiert und die Ärzte im Krankenhaus und letztlich auch im ambulanten Sektor entlastet werden. Selbstverständlich können Ärzte und Apotheker die vom Patienten eingegebenen Informationen zur aktuellen Arzneimitteltherapie ergänzen und ändern.&#160;<br>Patienten stehen bei diesem Projekt unmittelbar im Mittelpunkt. Darauf hinzuweisen, ist allen Beteiligten wichtig - wissen die Erkrankten doch am besten, was sie tatsächlich einnehmen und welche Medikamente gegebenenfalls bei einer Selbstmedikation ergänzt werden sollten.</p> <p>Langfristig geplant sind weitere Anwendungsmöglichkeiten. Beispielweise soll der Arzt frühzeitig über das Auftreten unerwünschter Wirkungen von Medikamenten informiert werden. Dieser kann dann unverzüglich reagieren, um einem Risiko für den Patienten vorzubeugen.<br>&quot;Das Projekt unterstreicht eindrucksvoll die produktive Zusammenarbeit zwischen medizinisch-pharmazeutischer Wissenschaft und der regionalen Medizininformatikwirtschaft in Sachsen&quot;, freut sich Florian Meißner von der Leipziger Entwicklerfirma vital.services GmbH.&#160;</p> <p><strong>EFRE-gefördertes Projekt</strong><br>Das E-Health-Projekt &quot;eMMa - Patientenzentriertes eMedikationsmanagement als Add-On zum Medikationsplan&quot; ist ein Verbundprojekt wissenschaftlicher Institutionen (Universitätsrechenzentrum, Institut für angewandte Informatik, Selbstständige Abteilung für Allgemeinmedizin) der Universität Leipzig und des Zentrums für Arzneimittel-Therapiesicherheit (ZAMS) der Universität und des Universitätsklinikums Leipzig gemeinsam mit regionaler Wirtschaft (vital.services GmbH, Mogic GmbH) und anderen Akteuren der Region (HEALTHY SAXONY, Verein zur Förderung der Gesundheitswirtschaft, e.V., Sana Geriatriezentrum Zwenkau). Es wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Das Projekt befasst sich mit einem Schwerpunktthema des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS), das auf Telemedizin, E-Health und technischer Assistenzsysteme fokussiert. Ziel des Projektes ist eine &#160;Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit mittels elektronischen Medikationsmanagements, welches den Patienten aktiv in seine Therapie einbindet.</p> <p>Hier kann der elektronische Medikationsplan heruntergeladen werden&#58;<br><a href="https&#58;//mein.klinikplan.de/">https&#58;//mein.klinikplan.de/</a><br><br>Dabei werden keine personenbezogenen Daten übertragen, sondern werden nur lokal auf dem Gerät gespeichert, auf dem die Daten eingegeben wurden. &#160;&#160;</p> <p>&#160;</p>
Nur einnehmen, was wirklich benötigt wird: Die erste Untersuchung vor der OP gilt dem Medikationsplan<img alt="Das Apotheker-Arzneimittelgespräch hilft, Doppelmedikationen oder unplausible Dosierungen zu vermeiden." src="/presse/PressImages/pic_20190911104931_5173795697.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2019-09-10T22:00:00ZLeipzig. "Apotheker-Arzneimittelgespräch" mag ein schwieriges und langes Wort sein – als Instrument, die Sicherheit der Patienten des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) zu erhöhen, ist es jede Silbe wert. Wer als UKL-Patient vor einer geplanten chirurgischen Operation steht oder eine Augen-OP erhält, führt zuvor ein vertrauensvolles Gespräch mit einem Klinikapotheker über seinen Medikationsplan. Die pharmazeutischen Experten des UKL kontrollieren und analysieren die Liste der einzunehmenden Arzneimittel und korrigieren an den nötigen Stellen. <p>&quot;Dieses wirklich persönliche Gespräch mit jedem Patienten ist es, was uns von anderen Kliniken unterscheidet&quot;, sagt Dr. Yvonne Remane, Direktorin der <a href="/einrichtungen/apotheke" rel="ext" target="_blank">Klinikapotheke</a>, anlässlich des Welttages der Patientensicherheit am 17. September.<br>Bei diesem Gespräch schauen sich die klinischen Pharmazeuten zuerst genau an, welche Medikamente der Patient bekommt und einnimmt. &quot;Viele bringen Medikationspläne mit, die nicht der tatsächlichen Einnahme entsprechen&quot;, berichtet Dr. Remane, &quot;und etlichen ist die Diskrepanz zwischen ihrem Plan und dem, was sie wirklich zu sich nehmen, sogar bekannt.&quot; Und so wundert es die Apotheker auch nicht sehr, wenn etliche Patienten gleich ihren gesamten Arzneimittelbestand mitbringen. Falls notwendig, telefonieren die UKL-Pharmazeuten auch gleich noch einmal mit dem jeweiligen Hausarzt.<br>Anschließend wird die nun hoffentlich vollständige Liste der Medikamente des Patienten analysiert&#58; &quot;Liegen Doppelmedikationen vor, also besitzen zwei Mittel unterschiedliche Namen, aber den gleichen Wirkstoff? Sind alle Dosierungen auch plausibel? Sind die Dosierungen an mögliche Organfunktionsstörungen, beispielsweise an Niere oder Leber, angepasst? Liegen gar Kontraindikationen vor, sollte der Patient das jeweilige Medikament also gar nicht bekommen?&quot;, beschreibt Dr. Donald Ranft, Leiter der Abteilung Arzneimittelinformation und Klinische Pharmazie.<br>Mit den Antworten auf diese Fragen und den übrigen Rechercheergebnissen stellen die Apotheker den Medikationsplan auf am UKL verfügbare Arzneimittel um und geben sämtliche aktualisierten Daten an die Anästhesisten und Operateure weiter. Dies alles geschieht meist bei<br>Voruntersuchungen und den Aufklärungsgesprächen, so werden Versorgungslücken in der medikamentösen Therapie bei Klinikaufnahme von Anfang an vermieden.</p> <p>Die individuell gehaltene Patientenberatung unterscheide das UKL von anderen Kliniken, hebt Dr. Remane hervor, &quot;doch gerade der persönliche Kontakt zeichnet unsere Medikationsanalyse aus. So wird auch der Apotheker und seine Tätigkeit sichtbar.&quot; Was verschiedene Fachärzte verschreiben, werde hier oft zum ersten Mal zusammengeführt und transparent gemacht, so die Direktorin der UKL-Apotheke. In einer Stunde seien vier bis fünf Patientengespräche in offener Atmosphäre möglich.<br>Seit 2017 bereits läuft das Projekt zur Verbesserung der Patientensicherheit bei den Chirurgen und seit Januar dieses Jahres nun auch in der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde. Eine Refinanzierung durch die Krankenkassen erfolge leider nicht, bedauert sie.</p> <p>Zeitliche Entlastung für Ärzte und Pflegende<br>Neben der Sicherheit des Patienten steht für Dr. Yvonne Remane noch ein wichtiger Aspekt im Vordergrund&#58; &quot;Wir entlasten Pflegende und Ärzte. Gerade Letztere vermitteln uns das auch.&quot; Das kann Prof. Petra Meier, stellvertretende Direktorin der UKL-Augenklinik, nur bestätigen&#58; &quot;In der Regel haben wir einen sehr hohen Patientendurchsatz mit in der Mehrzahl betagten Menschen, die oft zahlreiche Medikamente einnehmen. Unsere Pflegekräfte, Anästhesisten und Augenärzte entlastet diese Arbeit der klinischen Pharmazeuten zeitlich enorm. Durch sie werden zum Teil handschriftliche Zettel und kaum zu scannende Medikationspläne geordnet und bewertet.&quot;</p> <p>Seit Juni 2017 ist das <a href="/" rel="ext" target="_blank">Universitätsklinikum Leipzig</a> Mitglied im &quot;Aktionsbündnis Patientensicherheit&quot;, einer gemeinsamen Initiative von Vertretern der Gesundheitsberufe, ihrer Verbände und der Patientenorganisationen. &quot;Mit dem Apotheker-Arzneimittelgespräch&quot;, ist sich Dr. Remane sicher, &quot;leisten wir einen aktiven Beitrag. Die Sicherheit des einzelnen Patienten steigt. Manchmal wird dem Patienten erst durch das Gespräch bewusst, wofür ihm seine Medikamente verordnet wurden und wie wichtig die Einnahmetreue ist.&quot;</p>

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