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Konservative Therapie

Postthrombotisches Syndrom

​Thrombosen der tiefen Becken- und Beinvenen zeigen nach mehreren Monaten Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten und Kompression in der Regel eine gute Rekanalisation. Manchmal bleiben jedoch Residuen der Thrombose nachweisbar und können einerseits den venösen Blutstrom zum Herzen behindern oder die im Inneren der Venen lokalisierten Venenklappen in ihrer Funktion beeinträchtigen. Die Folgen können vielfältig sein und reichen von müden, schweren Beinen bis hin zu juckender, braun pigmentierter Haut, anhaltenden Schwellungen und Ödemen, Schmerzen bei längerem Gehen (Claudicatio venosa) und schlimmstenfalls zu offenen Beinen (venöses Ulkus).

Die Vielfalt dieser Symptome wird unter dem Begriff des Postthrombotischen Syndroms (PTS) zusammengefaßt.

Die Diagnostik des PTS stützt sich auf eine gewissenhafte Anamnese, Risikofaktorenanalyse einschließlich Labordiagnostik, die klinische Untersuchung, die plethysmographische Venenfunktionsdiagnostik und Ultraschalldiagnostik. Hierdurch kann exakt zwischen einem okklusiven (verschlossene Venen), refluxiven (defekte Klappen) oder einem kombinierten PTS differenziert werden und so eine ursachengerechte Therapie eingeleitet werden.

Abb. Gefäßultraschall. a) durch Blutgerinnsel mit der Gefäßwand verklebte schluß-unfähige Venenklappen (refluxives PTS). b) Venenklappen in geschlossener Position im Gerinnsel „gefangen" (okklusives PTS).   

Als Optionen kommen sowohl rekanalisierende interventionelle Verfahren (Katheter-basiert) als auch konservative Strategien (diverse Kompressionsverfahren incl. apparativer Technik) infrage. Diese Maßnahmen sind insbesondere bei Patienten mit nicht heilenden chronischen Wunden vielversprechend (s. Ulcus cruris venosum).

Varikosis

​Die Varikosis steht für ein Krampfaderleiden und ist Folge einer chronisch-venösen Insuffizienz. Die Ursache liegt meist in einer gestörten Venenklappenfunktion. Venenklappen sind im Inneren der Venen lokalisiert und sorgen durch ein Öffnen und Schließen dafür, daß das Venenblut entgegen der Schwerkraft von der Fußspitze bis zum Herzen transportiert wird. Sind die Klappen undicht, fließt ein Teil des Blutes wieder zurück, es kommt zu Pendelfluß. Patienten spüren dies oft als Schweregefühl der Beine, vor allem bei längerem Stehen oder Sitzen. Dauert dieser Zustand unbehandelt an, schwellen die Knöchel an, die oberflächlichen Venen werden immer weiter, manchmal sind sie dann als geschlängelte Adern äußerlich sichtbar.


Abb. Schematische Darstellung der Venenklappen. a) gesunde, dicht schließende Klappen verhindern den Rückfluß des venösen Blutes. b) Undichte Klappen lassen das Blut zwar herzwärts strömen, ein Teil fließt jedoch zurück und „pendelt". Die Venen fangen an, sich zu schlängeln.

Dies ist nicht nur kosmetisch störend, sondern kann auch ernstere Folgen haben, die von einer Venenentzündung über oberflächliche Venenthrombosen (sogen. Thrombophlebitis) bis hin zu tiefen Venenthrombosen und einem Ulcus cruris führen können. Die klinische Untersuchung mit gewissenhafter Eigen-, Familien-, Berufs- und Freizeitanamnese liefert erste Hinweise auf das Vorliegen einer Varikosis, mittels einfacher nicht-invasiver Untersuchungstechniken, z.B. Ultraschall und Plethysmographie, erfolgt die Diagnostik. Die therapeutischen Maßnahmen sind vielfältig und richten sich nach Ausmaß bzw. Schwere der Varikosis.

Vorbeugen kann jeder selbst, der Merksatz lautet: Lieber laufen und liegen statt sitzen und Stehen.

 Abb. Photoplethysmographie. a) normale Venenfunktion, b) Pendelfluß bei defekten Venenklappen.

Siehe auch Pelvic Congestion Syndrome 

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