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Pressemitteilungen

 

 

Bei laufendem Betrieb: Zentrale Notfallaufnahme des Universitätsklinikums Leipzig zieht am 4. Juni in neue Räume um<img alt="Die „neue“ Zentrale Notfallaufnahme des UKL ist ab Dienstag, 4. Juni, wieder leichter zu Fuß und per Fahrzeug erreichbar. Am Umzugstag selbst kann es zu Einschränkungen kommen, weil die neuen Räumlichkeiten bei laufendem Betrieb bezogen werden." src="/presse/PressImages/pic_20240531100159_e05fb01c4c.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2024-05-30T22:00:00ZLeipzig. Nach intensivem Umbau ist ein bedeutender Teilbereich der neuen Zentralen Notfallaufnahme (ZNA) des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) nun fertiggestellt worden. Patient:innen, Personal und Technik ziehen am Dienstag, 4. Juni, um – bei laufendem Betrieb. An diesem Tag wird es daher zu Einschränkungen in der Patientenversorgung kommen. Die Rettungsdienste sowie die Kliniken und niedergelassenen Ärzt:innen in der Stadt Leipzig und dem Umland sind vom UKL darüber informiert worden. Während des Umzugs in den Vormittagsstunden werden nur vital gefährdete Patient:innen aufgenommen. Menschen, die zu Fuß in die Notfallaufnahme kommen möchten, werden gebeten, an diesem Tag in eine andere Einrichtung auszuweichen. <p>Zwischen 9 und 13 Uhr erfolgt eine Teilabmeldung der ZNA für leichtere Fälle. Bis zum Morgen des 4. Juni gelangen die letzten Fälle noch über den derzeitigen Eingang in die alte Notfallaufnahme, ab Mittag werden die Patient&#58;innen dann ausschließlich in den neuen Räumlichkeiten aufgenommen. Ab etwa 13 Uhr steht die neue Notaufnahme auch für den Rettungsdienst uneingeschränkt zur Verfügung.&#160;</p> <p>&quot;Die große Herausforderung für uns ist der Umzug bei laufendem Betrieb&quot;, sagt Prof. André Gries, <a href="/einrichtungen/notaufnahme">Ärztlicher Leiter der ZNA.</a> &quot;Am Umzugstag ist mehr Personal - Ärzt&#58;innen, Pflegende und Dienstleister - als gewöhnlich im Einsatz, um diese große Herausforderung reibungslos zu bewältigen. Wir bitten hier dennoch um Unterstützung und vor allem darum, dies am 4. Juni zu berücksichtigen und statt der UKL-Notfallaufnahme gegebenenfalls eine andere Gesundheitseinrichtung aufzusuchen&quot;, erklärt er.&#160;</p> <p>Rettungs- und Notarztdienste, Kliniken, die niedergelassenen Kolleg&#58;innen sowie alle übrigen Notfallaufnahmen in Leipzig und Umland seien informiert, in dieser Zeit Patient&#58;innen möglichst nicht ans UKL zu verlegen. &quot;Unmittelbar vital gefährdete Menschen, die schweren Fälle, werden aber selbstverständlich ohne Einschränkungen weiter aufgenommen&quot;, betont Gries.<br><br></p> <p><strong>Modernes Monitoring erhöht Patient&#58;innensicherheit</strong><br>Im Mai 2018 hatten mit dem Abriss der sogenannten Liegendanfahrt die Umbauarbeiten begonnen. &quot;Nun freuen wir uns sehr, endlich den neuen Teilbereich in Betrieb nehmen zu können&quot;, meint Prof. André Gries.&#160;Fußläufige Patient&#58;innen erreichen die ZNA künftig über den komplett neugestalteten Eingang in der Paul-List-Straße, für Patient&#58;innen des Notarzt- und Rettungsdienstes steht ein &#160;separater Eingang zur Verfügung. Die Zufahrt mit dem Auto ist ab dem kommenden Dienstag wieder über die Paul-List-Straße sowie über die Philipp-Rosenthal-Straße möglich.&#160;</p> <p>Die Räumlichkeiten der &quot;neuen&quot; ZNA sind nach Auskunft des Ärztlichen Leiters nun viel besser an die steigenden Patient&#58;innenzahlen angepasst. Auch wurden die Voraussetzungen geschaffen, zukünftig mit der am UKL angesiedelten kassenärztlichen Bereitschaftspraxis enger zusammenzuarbeiten. Klare und getrennte Wege für Selbsteinweiser und Rettungsdienste ermöglichen eine bessere Zuordnung. Die Ersteinschätzungsbereiche wurden vergrößert, die Behandlungsplätze nach aktuellen Standards aufgewertet.&#160;</p> <p>&quot;Um Prozesse zu optimieren, ist der neue Bereich mit modernster Informationstechnologie, einem neuen Patient&#58;innen-Monitoring zur Überwachung der Vital-Parameter sowie der e-Kurve, der elektronischen Patientenakte, ausgestattet worden&quot;, zählt Prof. Gries auf. &quot;Unsere Mitarbeitenden müssen nun viel weniger auf Papier dokumentieren. Bei 40.000 Patient&#58;innen im Jahr lohnt sich das&quot;, meint er. Das neue Monitoring erhöhe zudem die Patient&#58;innensicherheit&#58; &quot;Jede Person muss nur noch einmal am Anfang 'verkabelt' werden, egal, wie oft und wohin er oder sie innerhalb des Klinikums verlegt wird.&quot;</p> <p>Das medizinische und pflegerische Personal bereitete sich auf den Umzug mit Probeläufen vor&#58; &quot;Die Herausforderungen liegen klar auf der Hand&#58; neue Räume, neue Technik, neue Abläufe - das musste geübt werden&quot;, sagt Gries.&#160;</p> <p>&#160;</p> <p>Während die täglich rund 125 Patient&#58;innen ab Anfang Juni in freundlich-hellem Ambiente des neuen Anmeldebereichs &#160;empfangen werden, wird es auch für die Mitarbeitenden angenehmer, denn auch deren Umkleide- und Pausenräume sind im Zuge des Umbaus modern gestaltet worden.&#160;</p> <p>Mit diesem Neubezug ist der Umbau zu einem großen Teil, aber noch nicht endgültig abgeschlossen&#58; Mit der Fertigstellung wird dann zum Beispiel auch die CT-Diagnostik in der Notfallaufnahme verortet werden, was die Behandlung weiter verbessern kann und die Verweildauer für die Patient&#58;innen verkürzt. Geplant ist diese komplette Fertigstellung der Zentralen Notfallaufnahme des UKL bis Ende 2025.&#160;</p> <p>&#160;</p>
LIFEMED 2024: Was kann die Luftrettung?<img alt="Ein Schwerpunkt beim 11. LIFEMED-Notfallsymposium am UKL wird die Rettung aus der Luft sein. Ein Hubschrauber der DRF-Luftrettung wird für die Teilnehmer&#58;innen eine Zeit lang als Anschauungsobjekt vor Ort stehen." src="/presse/PressImages/pic_20240311103712_c3b99e8f92.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2024-03-10T23:00:00ZLeipzig. Schlaganfall, Herz-Kreislauf-Stillstand, ein schwerer Verkehrsunfall – in Notfällen sind schnell und notfallmedizinisch kompetent agierende Teams sowohl an der Einsatzstelle als auch in den Notaufnahmen und Kliniken erforderlich. Um die Teammitglieder auf dem aktuellen Stand zu halten, lädt das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) einmal pro Jahr zum Leipziger Interdisziplinären Forum für Notfallmedizin und Notaufnahme ein: LIFEMED verbindet Theorie und Praxis mit einem attraktiven Rahmenprogramm. Das wissen mittlerweile nicht mehr nur Fachleute aus der Region Leipzig zu schätzen. 2014 ins Leben gerufen, hat sich das Symposium zu einer der zentralen Veranstaltungen auf dem Gebiet der rettungsdienstlichen Versorgung in Mitteldeutschland und darüber hinaus entwickelt. <p>Schwerpunkt des Symposiums vom 15. bis 16. März 2024 ist die Rettung aus der Luft. Dafür konnte das Organisationsteam um den Ärztlichen Leiter der <a href="/einrichtungen/notaufnahme">Zentralen Notfallaufnahme (ZNA)</a> des UKL, Prof. André Gries, die beiden größten Leistungserbringer auf dem Gebiet der Luftrettung in Deutschland gewinnen&#58; die ADAC- und die DRF-Luftrettung. Letztere ist mit einem eigenen Rettungshubschrauber vor Ort, den sich die Teilnehmer&#58;innen des Symposiums anschauen und erklären lassen können. Daneben hätten sie die Möglichkeit, ergänzt Prof. Gries, beim Crew Ressource Management mit der DRF-Akademie das Management von Notfallsituationen zu trainieren.&#160;<br><br></p> <p>Theoretisch und praktisch erfahren, was Luftrettung kann - darum geht es beim 11. Leipziger Interdisziplinären Forum für Notfallmedizin und Notaufnahme, denn die Bedeutung der Luftrettung wächst. &quot;Die Einsatzgebiete für die Luftrettung haben sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt,&quot; sagt Prof. André Gries, &quot;und in den Empfehlungen der Regierungskommission zur Reform der Notfallversorgung wird ganz klar auch gefordert, dass die Luftrettung weiter ausgebaut werden muss.&quot;<br><br></p> <p>Die Reform der Notfallversorgung ist ein weiterer Schwerpunkt des diesjährigen UKL-Notfallsymposiums. Ihr ist die LIFEMED-Podiumsdiskussion gewidmet. Dazu haben Prof. André Gries und sein Team den Ärztlichen Leiter der Notaufnahme der Berliner Charité eingeladen. &quot;Prof. Dr. med. Rajan Somasundaram ist berufenes Mitglied der Regierungskommission und wird mit Vertreter&#58;innen des Rettungsdienstes, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Zentralen Notaufnahmen und den Symposiumsteilnehmer&#58;innen über das Thema Notfallversorgung der Zukunft diskutieren.&quot;&#160;<br><br></p> <p>Neben Updates zu allen relevanten Notfallbildern wird das Programm von LIFEMED 2024 ergänzt von wissenschaftlichen Vorträgen zu aktuellen relevanten Entwicklungen und Herausforderungen in der Notfallmedizin, wie z.B. Digitalisierung, Fachkräftemangel und Fragen der Einsatzdisposition. Hinzukommen zahlreiche Workshops - vom klassischen Gipskurs über Handy-Sonografie bis hin zum Notfalltraining mittels Virtual Reality. Daneben haben die Teilnehmer&#58;innen des Symposiums immer wieder Zeit und Gelegenheit, um mit Referent&#58;innen und Workshopleiter&#58;innen ins Gespräch zu kommen - ob beim gemeinsamen Fitnesstraining mit dem SC DHfK Leipzig oder bei Angeboten wie Walk &amp; Talk. Organisator Gries freut sich auf eine Veranstaltung mit &quot;Leuchtturmcharakter&quot; und die Möglichkeit, das UKL mit seiner ganzen Kompetenz in Sachen Notfallmedizin vorzustellen.</p>
„Massenanfall von Verletzten“: Medizinisches Personal am Universitätsklinikum Leipzig übt Versorgung vieler Verletzter<img alt="Zum Glück nur eine Übung&#58; Nach einem angeblichen Unfall mit zwei Bussen werden professionell geschminkte Darsteller&#58;innen als „Verletzte“ in die Zentrale Notfallaufnahme des UKL gebracht. Auf dem Foto schaut sich der Triage-Arzt (2.v.l.) eine „Patientin“ an und entscheidet je nach Schwere und Art der Verletzung über die entsprechende Weiterbehandlung. Pflegende versorgen die „verletzte“ Person, und im Hintergrund beobachten zwei Experten der ASB-Gruppe aus Berlin den Vorgang, um ihn später in ihre Auswertung einfließen zu lassen." src="/presse/PressImages/pic_20240122120204_8d67c3e2dc.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2024-01-21T23:00:00ZLeipzig. Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat es am Sonnabend, 20. Januar, eine Übung zur Versorgung verletzter Patient:innen gegeben. Geübt wurde ein sogenannter "Massenanfall von Verletzten" (MANV). Als Szenario diente ein vorgeblicher Verkehrsunfall mit zwei Linienbussen im Leipziger Stadtgebiet. Die "Verletzten" wurden dabei von professionell geschminkten Auszubildenden der Medizinischen Berufsfachschule (MBFS) des UKL gespielt. Der Echtbetrieb in der Zentralen Notfallaufnahme lief unterdessen ungehindert weiter.<p>​​​​​​​​​​Kurz nach 14 Uhr am Sonnabend, 20. Januar, erreichte das UKL die dramatische Nachricht, dass sich ganz in der Nähe ein schwerer Busunfall ereignet hat. Erste Schätzungen gingen von 50 Verletzten aus. Glücklicherweise handelte es sich nur um eine Übung des UKL, bei der 20 Patient&#58;innen in rascher Reihenfolge per Rettungswagen in die Notaufnahme gebracht wurden. Bei den Patient&#58;innen handelte es sich um professionell geschminkte Darsteller&#58;innen mit ganz unterschiedlichen Verletzungen, von Schürfwunden bis hin zu schweren inneren Blutungen.</p><p> <br>Bei Eintreffen sind die Patient&#58;innen von einem Team aus Ärzt&#58;innen und Pflegekräften zunächst gesichtet worden, das heißt, je nach Art und Schwere der Verletzung zur entsprechenden Weiterbehandlung eingeteilt worden. Schwerverletzte kamen in den Schockraum, die Wunden nur Leichtverletzter wurden an anderer Stelle versorgt. Einige Patient&#58;innen konnten das Krankenhaus unmittelbar wieder verlassen, andere wurden stationär aufgenommen, die schwersten Fälle kamen gleich den OP. Diese Patient&#58;innen schnell voneinander zu unterscheiden, gilt als die besondere Herausforderung bei einem solchen Ereignis.&#160;<br>Insgesamt 40 Mitarbeiter&#58;innen waren aktiv an der Übung beteiligt. Die Notfall-Alarmierung per Telefon ist - als Übungsbestandteil - sogar bei insgesamt 650 Mitarbeiter&#58;innen verschiedener UKL-Kliniken ausgelöst worden.&#160;<br><br></p><p>Beobachtet und anschließend ausgewertet wurden die Abläufe von auf diese Art Übungen spezialisierten Expert&#58;innen des Berliner Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). In der <a href="/einrichtungen/notaufnahme">Zentralen Notfallaufnahme</a> wollte es das Szenario, dass das vermeintliche Unglück zum Zeitpunkt der echten Dienstübergabe von der Früh- &#160;auf die Spätschicht geschah. So war genügend Personal vorhanden, die Frühschicht konnte die Kolleg&#58;innen der Spätschicht auf diese Weise noch weiter unterstützen.&#160;</p><div class="ms-rtestate-read ms-rte-wpbox"><div class="ms-rtestate-notify ms-rtestate-read 80f3aaf6-573f-4c26-b029-5f070f85a29d" id="div_80f3aaf6-573f-4c26-b029-5f070f85a29d" unselectable="on"></div><div id="vid_80f3aaf6-573f-4c26-b029-5f070f85a29d" unselectable="on" style="display&#58;none;"></div></div><p>Bei einer kurzen Auswertung nach Übungsende sprach Prof. Sebastian Stehr, Direktor der <a href="/einrichtungen/kai">Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie</a> des UKL und Leiter der Krankenhauseinsatzleitung, allen Beteiligten seinen Dank für eine gelungene Übung aus&#58; &quot;Wir haben heute eine besondere Situation trainiert, und alle können stolz sein auf die gezeigte Leistung&quot;, sagte er bei einer Ersteinschätzung.&#160;</p><p>Auch die Beobachter vom ASB Berlin bestätigten, dass sie ein sehr engagiertes Team erlebt hätten, welches das ausgedachte Ereignis gut bewältigt habe. Prof. Christoph Josten, der als UKL-Vorstand ebenfalls der Übung beiwohnte, hob hervor, dass es ein gutes Gefühl sei, zu wissen, &quot;dass wir als Universitätsklinikum Leipzig so gut vorbereitet sind.&quot;&#160;</p><p> <br> <strong>Übung auch mit Blick auf anstehende Großereignisse wie Fußball-EM</strong><br>Jedes Krankenhaus sei verpflichtet, einen &quot;Krankenhaus-Alarm- und Einsatzplan&quot; zu führen, sagte Prof. Stehr. Darin sind unter anderem &quot;externe Schadensereignisse&quot; aufgeführt, wie eben das gleichzeitige Auflaufen von Schwerverletzten. &quot;Das Üben eines solchen Ereignisses fördert, dass Abläufe funktionieren und gut strukturiert sind. Nicht zuletzt mit Blick auf anstehende Großereignisse in Leipzig, wie die Spiele der Fußball-Europameisterschaften in diesem Sommer, sind sie eine gute Vorbereitung auf das nächste reale Ereignis&quot;, erklärt Prof. Sebastian Stehr.&#160;</p><p></p><div class="embed-responsive embed-responsive-16by9"> <iframe width="1920" height="1080" class="embed-responsive-item" src="https&#58;//www.youtube-nocookie.com/embed/4KyEWuY681g?si=iGhzE4MAYBTPi02_" frameborder="0"></iframe>&#160;</div>​ <br> <p></p>
Fachliche und wissenschaftliche Expertise gefragt: Ärzte des Universitätsklinikums Leipzig maßgeblich an Neufassung des Notarztindikationskatalogs beteiligt<img alt="Auch per Rettungshubschrauber sind Notärzt&#58;innen im Einsatz. Ob und in welchen Fällen sie angefordert werden müssen, können Disponenten in Leitstellen anhand des NAIK entscheiden. An der Neufassung mitgewirkt haben unter anderem zwei UKL-Experten." src="/presse/PressImages/pic_20231228110750_9b72b29352.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2023-12-27T23:00:00ZLeipzig. Die Bundesärztekammer hat den sogenannten Notarztindikationskatalog, kurz NAIK, überarbeiten und neu veröffentlichen lassen. Der NAIK bildet in Rettungsleitstellen und Notdienstzentralen die Grundlage für die Entscheidung, ob ein Notarzt zum Einsatz entsandt werden muss oder nicht. Wichtige Impulse bei der Neufassung kamen dabei aus dem Universitätsklinikum Leipzig (UKL): Mit Prof. André Gries und Prof. Christian Kleber waren zwei UKL-Experten im nationalen Arbeitskreis "Aktualisierung NAIK" der Bundesärztekammer (BÄK) vertreten. <p>Der Notarztindikationskatalog wurde erstmals 2001 veröffentlicht und 2013 angepasst. &quot;Seitdem wurden neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Leitlinien veröffentlicht, das nicht-ärztliche Rettungsdienstpersonal verfügt mit einer nun dreijährigen Ausbildung von Notfallsanitäter&#58;innen heute über eine deutlich höhere Qualifikation und auch die Möglichkeiten der telemedizinischen Unterstützung von Einsätzen sind weiterentwickelt worden. Dies, aber auch die immer weiter steigende Zahl von häufig medizinisch nicht notwendigen Notarzteinsätzen, machte aus Sicht der Bundesärztekammer die Neufassung des Katalogs notwendig&quot;, erläutert Prof. André Gries, Ärztlicher Leiter der <a href="/einrichtungen/notaufnahme">Zentralen Notfallaufnahme (ZNA)</a> des UKL.</p> <p><br>Die BÄK bildete dann 2019 aus ausgewählten Expert&#58;innen den Arbeitskreis, dem neben Gries unter anderem auch Prof. Christian Kleber, Bereichsleiter Unfallchirurgie und Leiter des überregionalen Traumazentrums der <a href="/einrichtungen/oup/unfallchirurgie">Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie</a> des UKL, angehörte. Drei Jahre dauerte der gesamte Prozess. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie erzeugte jedoch Schwierigkeiten, waren doch etliche der Arbeitskreis-Mitglieder aktiv in die Bekämpfung der Pandemie eingebunden.&#160;</p> <p><br><strong>Sächsische Kooperationen bei Analyse von Unfalldaten</strong><br>&quot;Zur Beantwortung der Frage, wann braucht es einen Notarzt und wann nicht, lagen bisher für das deutsche Rettungsdienstsystem nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse vor&quot;, sagt Prof. Gries.&#160;<br>Und so kam es zur besonderen Rolle der Vertreter Sachsens in diesem Gremium&#58; Um an neue Daten zu gelangen, analysierte Prof. Kleber im Auftrag der Bundesärztekammer gemeinsam mit Dr. Michael Hetz und Prof. Klaus-Dieter Schaser vom UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie des &#160;Universitätsklinikums &quot;Carl Gustav Carus&quot; Dresden und der Verkehrsunfallforschung Dresden (VUFO) aktuelle Daten von Verkehrsunfällen und Unfallszenarien mit schweren Verletzungen anhand der GIDAS-Datenbank, um Szenarien, welche einen Notarzt benötigen, sicher vorhersagen zu können. GIDAS ist die Deutsche Studie zur vertieften Verkehrsunfalldatenerhebung und steht für &quot;German In-Depth Accident Study&quot;.<br>Die daraus abgeleiteten Konstellationen wurden im Fach-Journal &quot;Unfallchirurgie&quot; publiziert, sind dann in den neuen Katalog eingeflossen und können nun von Leitstellendisponenten abgefragt werden.&#160;<br><br></p> <p>Die Arbeitsgruppe von Prof. Gries wiederum beschäftigte sich zusammen mit Yacin Keller von der Branddirektion der Dresdner Feuerwehr und Anne Schrimpf vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Leipzig mit der statistischen Auswertung von über 75.000 Rettungsdiensteinsätzen in der sächsischen Landeshauptstadt. Ihre Bewertungsgrundlage bildete dabei das internationale &quot;Notfall-ABCDE&quot;-Schema und die zur Abwicklung der Einsätze erforderliche fachliche Kompetenz. Hieraus konnten sogenannte Patienten-Zustände herauskristallisiert werden, bei denen ein notärztlicher Einsatz erforderlich ist. ABCDE steht dabei für lebensbedrohliche Situationen der Atemwege beziehungsweise der Atmung selbst (A, B), des Kreislaufs (C), der neurologischen Funktionen (D) und für besondere Bedingungen bzw. Einsatzlagen (E).&#160;<br>&quot;Durch die Auswertung tausender Einsätze haben wir Kriterien für die Entsendung von Notärzt&#58;innen finden können, die in den neuen Katalog eingeflossen sind&quot;, berichtet Prof. Gries.&#160;</p> <p><br><strong>Neue Sicht&#58; Beispielsweise bei Verdacht auf Schlaganfall nun nicht immer Notarzt-Einsatz notwendig</strong><br>Der Leiter der Zentralen Notfallaufnahme am UKL nennt zwei Beispiele, die den praktischen Nutzen deutlich machen&#58; Im neuen NAIK entfallen sei beispielsweise der sehr unspezifische Zustand &quot;keine normale Atmung&quot;. Dieser Parameter wurde in der nun verabschiedeten und veröffentlichten Fassung des NAIK entfernt, sei der Begriff doch schwierig zu definieren und nur eingeschränkt durch Laien zu beurteilen.&#160;<br>&quot;Oder nehmen wir als Beispiel den Verdacht auf Schlaganfall&quot;, erläutert Prof. Gries, &quot;durch die typischen Symptome wie halbseitige Lähmung oder Sprachstörungen ist laut altem Katalog ein Notarzteinsatz erforderlich gewesen&quot;, erklärt er.&#160;<br>Die Neufassung mit ihrem Blick auf die ABCDE-Level gebe nun an, dass bei Schlaganfall-Symptomen (ausschließlich D-/neurologischer-Status, keine ABC-Problematik und somit ohne vitale Gefährdung), kein Notarzt benötigt werde. &quot;Viel wichtiger ist es in diesen Fällen, die Betroffenen durch den Rettungsdienst - nach der notwenigen Versorgung vor Ort - möglichst schnell ins Krankenhaus einzuliefern&quot;, hebt Gries hervor.<br><br></p> <p>Am Ende des Prozesses gehörten beide UKL-Experten gleichfalls der nur noch fünfköpfigen Redaktionsgruppe an, die sämtliche Rechercheergebnisse zusammenführte, sichtete und die nun auch veröffentlichte Fassung erarbeitete. Die beiden sächsischen Studien stellten dabei eine wesentliche Entscheidungsgrundlage für den neuen NAIK dar.</p>
Nur noch 26 Grad Celsius Körpertemperatur: An einem Tag gleich drei Patienten bei Herz-Kreislauf-Stillstand mit ECMO behandelt<img alt="Rettungsdienste (Archivfoto) brachten kürzlich an einem Tag drei Patienten ans UKL, die mit einer ECMO behandelt werden mussten, einem maschinellen Ersatzsystem für das menschliche Herz-Kreislauf-System, wenn dieses nach Infarkt oder starker Unterkühlung nicht mehr arbeitet." src="/presse/PressImages/pic_20231208110903_35ddec196a.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2023-12-07T23:00:00ZLeipzig. ECMO heißt ein Verfahren, bei dem eine Maschine außerhalb des Körpers teilweise oder vollständig die Pumpfunktion des Herzens und die Atemfunktion der Lunge von kritisch kranken Patient:innen übernimmt. Die Abkürzung steht für Extrakorporale Membranoxygenierung. Nicht jeder Klinik steht dies zur Verfügung. Vor einigen Tagen hatte das Cardiac Arrest Center des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) gleich drei Fälle zu verzeichnen, in denen dieses Verfahren zum Einsatz kommen musste - eine ungewöhnliche Häufung. Eingeliefert wurden – unabhängig voneinander, drei Männer (51, 42 und 36 Jahre) mit Herz-Kreislaufstillstand: Zweimal durch Herzinfarkt und in einem Fall durch ein beträchtliches Absinken der Körpertemperatur auf 26,2 Grad Celsius. <p>&quot;Dieser Mann war leblos am Hauptbahnhof aufgefunden worden. Vor Ort hatten schon Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen, ein ganz wichtiger Aspekt&quot;, berichtet Prof. André Gries, Ärztlicher Leiter der <a href="/einrichtungen/notaufnahme">Zentralen Notaufnahme/Beobachtungsstation</a> und Sprecher des Cardiac Arrest Centers (&quot;Cardiac Arrest&quot;&#58; Herzkreislaufstillstand). &quot;Bei einem Kreislaufstillstand spielt der Faktor Zeit die entscheidende Rolle&#58; Je schneller das Blut wieder zum Fließen gebracht wird, desto besser ist die Prognose für Betroffene. Deshalb ist in solchen Fällen das sofortige Einleiten von Wiederbelebungsmaßnahmen entscheidend&quot;, so Gries.</p> <p>Bei den anderen beiden Männern waren Herzinfarkte die Ursache für den Kollaps des Herz-Kreislauf-Systems. Auch bei ihnen sei sofort mit einer Reanimation begonnen worden - einmal sogar direkt durch die Nachbarn - hebt Prof. Gries positiv hervor.&#160;<br><br></p> <p>Die drei Fälle eint, dass sie nach Eintreffen in der Notfallaufnahme des UKL sofort an eine ECMO angeschlossen wurden - allerdings aus unterschiedlichen Gründen&#58; &quot;Zum einen entlastet die ECMO ein geschädigtes Herz&quot;, erläutert Prof. André Gries, &quot;denn manchmal ist es nicht optimal beziehungsweise möglich, ein geschädigtes Herz gleich wieder 'anzuwerfen' und voll zu belasten. Besser ist es dann, für eine gewisse Zeit den Umgehungskreislauf mittels der externen Pumpe zu nutzen.&quot; So geschehen bei den beiden Herzinfarkt-Patienten.&#160;</p> <p>Bei der stark unterkühlten Person half noch eine andere Eigenschaft des ECMO-Verfahrens&#58; &quot;Schwer unterkühlte Patient&#58;innen mit Herzkreislaufstillstand müssen erst wieder erwärmt werden, bis die Herzkreislauffunktion erneut stabil ist. Mit der ECMO kann also die Pumpfunktion des Herzens in dieser Phase ersetzt werden, aber zusätzlich eine kontrollierte Wiedererwärmung bis zur Stabilisierung erfolgen&quot;, erklärt der ZNA-Leiter Gries.</p> <p>Durch die extreme Auskühlung auf nur noch etwas mehr als 26 Grad Celsius versagte bei dem Mann das Herz-Kreislauf-System, und zur Stabilisierung war eben eine solche Wiedererwärmung notwendig. &quot;So konnten die Kolleg&#58;innen auf der Intensivstation mit der ECMO die Körpertemperatur wieder erhöhen, bis das Herz des Mannes wieder von allein anfing zu schlagen&quot;, sagt der UKL-Experte.</p> <p>Der vormals unterkühlte Mann stabilisiert sich laut Prof. Sebastian Stehr, Direktor der <a href="/einrichtungen/kai">Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin</a>, aktuell weiter auf der Intensivstation.</p> <p>Bei den beiden Patienten mit Infarkten war jedoch das Herz zuvor schon geschädigt. Einer der beiden Männer ist leider verstorben. Beim zweiten sei wegen der Vorerkrankung die Prognose noch unsicher, teilt Prof. Ulrich Laufs, Direktor der <a href="/einrichtungen/kardiologie">Klinik für Kardiologie</a>, mit.<br><br></p> <p>Dass dies so funktionieren konnte, wie es funktioniert hat - dafür müssten laut Prof. André Gries viele Rädchen reibungslos ineinandergreifen&#58; &quot;Die Zusammenarbeit der neben der Zentralen Notfallaufnahme beteiligten Fachrichtungen wie Kardiologie, <a href="/einrichtungen/internistische-intensivmedizin">Intensivmedizin</a> oder <a href="/einrichtungen/neurologie">Neurologie</a>, die bei uns am Klinikum im Cardiac Arrest Center strukturell organisiert sind, klappte hervorragend.&quot; Die Zertifizierung als CAC gilt als Nachweis, dass am UKL Patient&#58;innen, die wiederbelebt werden müssen oder unter laufender Reanimation ans UKL gebracht werden, hier gut therapiert werden können.</p> <p>Auch den beteiligten Rettungsdiensten dankte der UKL-Mediziner. Diese könnten auf Checklisten in ihren Wagen zurückgreifen, aus denen hervorginge, bei welchen Indikationen eine ECMO in Frage käme. &quot;Dies haben alle beachtet und die Patienten möglichst schnell zu uns ans Klinikum gebracht.&quot;</p>

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