Für eine Wiederherstellung des Gefäßlumens mit Hilfe eines Stents werden wir ihnen einen kleinen Gummischlauch, auch „Schleuse" genannt, in die Leistenarterie unter Lokalanästhesie legen. Hierüber können wir unter Röntgenkontrolle mit einem Katheter bis in die Halsgefäße gelangen. Sie werden nicht mehr als ein Wärmegefühl durch das Kontrastmittel verspüren. Die Engstelle wird mit einem Draht passiert, über den wir anschließend einen Stent vorschieben und freisetzen. Die Reststenose wird nachfolgend mit einem kleinen Ballon beseitigt. Nach den Kontrollaufnahmen wird die Schleuse entfernt und das kleine Loch in der Leistenarterie mit einem Verschlusssystem (Kollagenstopfen) verschlossen.
Für den Eingriff ist das Risiko einer Vollnarkose nicht erforderlich. Der Eingriff dauert meist eine Stunde und sie verbringen eine Nacht auf der Überwachungsstation der Neurologie. Um den Stent offen zu halten sind plättchenhemmende Medikamente, ASS (lebenslang) und Clopidogrel (ein Monat), erforderlich.

A: Darstellung der Engstelle (Stenose) der hirnversorgenden Arterie
B: Schematische Darstellung der ursprünglichen Arterie
C: Wiedereröffnung der hirnversorgenden Arterie nach Stent-Implantation
Aktuelle Studienlage:
Die Ergebnisse der CREST-2-Studie wurden am 21. November 2025 im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Die große US-amerikanische Studie hat prospektiv drei Behandlungen bei Menschen ohne Beschwerden, aber mit einer starken Verengung der Halsschlagader (70 % oder mehr) verglichen:
- Karotisstent + Medikamente: Führte zu weniger Schlaganfällen als Medikamente allein – der Stent zeigte einen messbaren Zusatznutzen.
- Operation (Karotisendarteriektomie) + Medikamente: Zeigte keinen klaren Vorteil gegenüber Medikamenten allein.
- Medikamente allein: Das Schlaganfallrisiko war insgesamt in allen Gruppen niedrig.
Viele Patienten mit asymptomatischer Karotisstenose können sicher allein durch eine gute medikamentöse Therapie behandelt werden. In bestimmten Fällen, besonders bei hochgradiger Stenose, kann jedoch ein Stent sinnvoll sein.