| Interdisziplinäres Team von UKL-Expert:innen klärt über kindlichen Schlaganfall auf | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Je eher sie behandelt werden, desto | <img alt="Schlaganfall bei Kindern besser erkennen und behandeln - UKL führt als eines von wenigen Zentren Thrombektomien bei Kindern durch." src="/presse/PressImages/I-20250619078214-2-69ccf487a17e8.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2026-03-26T23:00:00Z | Leipzig. Wenn Menschen einen Schlaganfall erleiden, ist Eile geboten. Der Leitspruch „Time is brain“ („Zeit ist Gehirn“) gilt dabei für Erwachsene genauso wie für Kinder. Je eher sie behandelt werden, desto größer ist ihre Chance auf ein unbeschwertes Leben. Doch gerade Kinder werden eher selten mit einem Schlaganfall in Verbindung gebracht, was dazu führt, dass sich die Zeit bis zu ihrer Behandlung verlängert – mit teils dramatischen Folgen wie dauerhaften Lähmungen, kognitiven Einschränkungen, Sprach- und Sehstörungen. Um für den kindlichen Schlaganfall zu sensibilisieren, machen Expert:innen des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) aus den Bereichen Neuro- und Kinderradiologie, der Kinder- und Erwachsenenneurologie sowie der Kinderhämostaseologie, der Anästhesie und der Intensivmedizin ihn erstmals zum Thema einer Fachveranstaltung. Sie findet am 1. April 2026 statt. | <p style="text-align:justify;">Wenn sich ein dreijähriges, an sich gesundes Kind in der Kita plötzlich zurückzieht, kaum noch stehen oder seine Augen offenhalten kann, denken die meisten sicher, dass es vom Herumtoben mit seinen Freund:innen und den vielen neuen Eindrücken erschöpft und müde ist. Woran sie nicht denken, ist die Möglichkeit eines Schlaganfalls.</p><p style="text-align:justify;">„Kinder und Schlaganfälle passen für viele nicht zusammen“, sagt Dr. Janina Gburek-Augustat von der Klinik und Poliklinik für <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/kinderklinik">Kinder- und Jugendmedizin</a> des Universitätsklinikums Leipzig (UKL), die vor fünf Jahren einen ganz ähnlichen Fall betreut hat. Damals wird ihr ein kleines Mädchen vorgestellt – mit einem nach außen verdrehten rechten Auge, Lähmungserscheinungen im Gesicht und in der linken Körperhälfte. Schnell ist für die Oberärztin klar, „irgendwas ist nicht in Ordnung und im MRT war dann auch eine Veränderung im Hirnstamm zu sehen, was in dem Alter ungewöhnlich ist.“</p><p style="text-align:justify;">Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen beginnt: Da die hinzugezogenen <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neuroradiologie">Radiolog:innen</a> zu dem Zeitpunkt weder eine Durchblutungsstörung noch eine Entzündung ausschließen können, gehen Dr. Gburek-Augustat und Kolleg:innen zunächst von einer Entzündung aus – nicht zuletzt, weil „eine Entzündung in dem Alter einfach häufiger ist.“ Die Behandlung schlägt an: Die Symptome des Mädchens verbessern sich, verschwinden aber nicht. „Wir haben dann nochmal ein Verlaufs-MRT gemacht und da hat sich dann gezeigt, dass es doch keine Entzündung war, sondern dass da ein kleines Gefäß verschlossen war.“ Die Kinderärztin und ihr Team passen die Behandlung an und machen sich auf die Suche nach den Ursachen für den Schlaganfall. Sie finden ihn Wochen später in den Genen des Mädchens: ein fehlendes Eiweiß, welches sich medikamentös gut behandeln lässt.</p><p style="text-align:justify;">„Heute gilt unsere Patientin als klinisch gesund“, fasst  Gburek-Augustat den Fall zusammen, wohl wissend, dass es auch die anderen gibt: Fälle, in denen Kinder mit Schlaganfall nicht erkannt und entsprechend spät behandelt werden, „später als viele Erwachsene – mit den entsprechenden Folgen.“</p><p style="text-align:justify;">Um das in Zukunft zu verhindern, wollen die Fachärztin und ihre Kolleg:innen den 1. Fachtag am UKL nutzen, um für den kindlichen Schlaganfall zu sensibilisieren. Im Ernstfall zähle jede Minute – in der Kita, zu Hause, aber auch im Krankenhaus.</p><p style="text-align:justify;"> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Fachveranstaltung „Der kindliche Schlaganfall“</strong></p><p style="text-align:justify;">1. April 2026, 17 - 19:30 Uhr</p><p style="text-align:justify;">Haus 1: Seminarraum 8/9</p><p style="text-align:justify;">Liebigstraße 12 | 04103 Leipzig</p><p style="text-align:justify;">  </p><p><strong>Mehr zur Spezialkompetenz des UKL bei kindlichem Schlaganfall</strong>:</p><p><a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/presse/Seiten/Pressemitteilung_8073.aspx">Schlaganfall bei Kindern besser erkennen und behandeln</a>  - UKL führt als eines von wenigen Zentren Thrombektomien bei Kindern durch / Ärzte des UKL entwickeln Leitfaden für seltene, aber gravierende Erkrankung</p><p> </p><p> </p><p> </p><p> </p> |
| Kürzere Untersuchungen, bessere Bilder – KI sorgt für Qualitätssprung in der Neuroradiologie des UKL | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Dank des Tools konnte das Team um | <img alt="Neuroradiologische Befundbesprechung im interdisziplinären Team am MRT." src="/presse/PressImages/I-20250619078215-klein-6967b0dcba3ba.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2026-01-14T23:00:00Z | Leipzig. Knapp sechs Monate nach Inbetriebnahme eines speziellen KI gestützten zertifizierten Tools zur Unterstützung der Magnetresonanztomographie (MRT) zieht das Institut für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) eine positive Bilanz. Dank des Tools konnte das Team um Institutsdirektor Prof. Dr. med. Karl-Titus Hoffmann die Zeit der Untersuchung deutlich reduzieren. Parallel dazu sorgt es für eine höhere Auflösung der gewonnenen Bilder. Dadurch lassen sich neurologische Erkrankungen wie Schlaganfälle, Multiple Sklerose oder Hirntumore am UKL in Zukunft schneller und besser diagnostizieren und damit auch schneller behandeln – eine Win-win-Situation für Patient:innen und Mitarbeiter:innen. | <p style="text-align:justify;">Untersuchungen mittels MRT gewähren tiefe Einblicke in das zentrale Nervensystem des Menschen: Gehirn, Hirnhäute und Rückenmark inklusive ihrer Gefäße sind detailliert darstellbar. Allerdings sind MRTs verglichen mit anderen bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder Computertomographie etwas zeitaufwändiger. Mit dem neuen KI-Tool des<a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neuroradiologie"> Instituts für Neuroradiologie</a> am UKL ändert sich das, denn die Hard- und Software verbessert nicht nur die räumliche Auflösung der gewonnenen Bilder, sondern kann auch die Untersuchung beschleunigen – laut Dr. med. Cordula Scherlach, der geschäftsführenden Oberärztin des Instituts, um bis zu 65 Prozent. Dadurch gewinne man bis zu 15 Minuten pro Untersuchung.<br> </p><p style="text-align:justify;">Von dem Ergebnis profitieren beide Seiten. „Zum einen ist es für unsere Patient:innen angenehmer, wenn sie keine halbe bis Dreiviertelstunde mehr still im MRT liegen müssen“, sagt die Neuroradiologin. „Zum anderen können wir durch die zeitliche Verkürzung insgesamt mehr Patient:innen mit sehr hohem Qualitätsstandard untersuchen.“ Der Bedarf dafür sei vorhanden, bestätigt Prof. Karl-Titus Hoffmann, der Direktor des Instituts. Ein MRT erhöhe die diagnostische Sicherheit, zudem gebe es immer mehr Therapien, die eine Kontrollbildgebung nach sich zögen. „Je differenzierter die Behandlungsmöglichkeiten, desto genauer muss man unterscheiden, welche Erkrankung vorliegt, um dann die optimale Therapieentscheidung zu treffen.“<br> </p><p style="text-align:justify;">Diese Entscheidung wird auch weiterhin von Ärzt:innen wie Prof. Karl-Titus Hoffmann und Dr. Cordula Scherlach getroffen werden. „Diese KI befundet nicht,“ stellt der Institutsdirektor klar. „Sie ersetzt nicht unsere geistige Arbeit, sondern sie erzeugt hochwertige und verlässliche Untersuchungsergebnisse und unterstützt damit unsere Arbeit.“<br> </p><p style="text-align:justify;">Wie diese Arbeit in Zukunft aussehen wird, wird sich zeigen. Aktuell liegt beim Einsatz von KI in der Neuroradiologie des UKL der Fokus auf Untersuchungen des Gehirns. Weitere Bereiche werden folgen.</p><p style="text-align:justify;"> </p><p style="text-align:justify;"> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Mehr zum Thema KI am UKL und Digitalisierungsstrategie:    </strong><a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/presse/Seiten/Pressemitteilung_8030.aspx">KI-Kompetenz in der Medizin bündeln</a>    <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://ukl-digitalisierung.de/">Digitalisierungsstrategie der Universitätsmedizin Leipzig</a></p><p> </p><p> </p><p style="text-align:justify;"> </p><p style="text-align:justify;"><strong>Institut für Neuroradiologie</strong></p><p style="text-align:justify;">Liebigstraße 20, Haus 4</p><p style="text-align:justify;">04103 Leipzig</p><p style="text-align:justify;">Tel.: 0341 / 97 17410</p><p style="text-align:justify;">E-Mail: <a href="mailto:neuroradiologie@medizin.uni-leipzig.de">neuroradiologie@medizin.uni-leipzig.de</a></p><p style="text-align:justify;"> </p><p> </p><p> </p><p> </p><p> </p><p> </p> |
| Schlaganfall bei Kindern besser erkennen und behandeln | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig UKL führt als eines von wenigen | <img alt="Um einen Schlaganfall bei Kindern besser erkennen und behandeln zu können, haben die beteiligten UKL-Mediziner:innen einen Leitfaden für diese seltene, aber gravierende Erkrankung entwickelt. Hintergrund: Das UKL führt als eines von wenigen Zentren Thrombektomien bei Kindern durch." src="/presse/PressImages/20250610-L-UKL-Kinder-Schlaganfall-16862b-2-684ac62d1b6ca.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-06-12T22:00:00Z | Leipzig. Ein Schlaganfall gilt als eine Erkrankung der zweiten Lebenshälfte. Doch auch Kinder können davon betroffen sein, wenn auch sehr selten. Die Neuroradiologen des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) behandelten allein im letzten Jahr zwei Fälle mit einer Thrombektomie, beide im Kleinkindalter, beide erfolgreich. Um in diesen seltenen Situationen optimal vorbereitet zu sein, haben die beteiligten Ärzt:innen ihre Erfahrungen nun in einem Leitfaden zusammengefasst. | <p>300 bis 500 Schlaganfälle bei Kindern werden jährlich in Deutschland diagnostiziert, wobei die Dunkelziffer hoch sein kann, da diese seltene Erkrankung bei Kindern oft nicht erkannt wird. Trotz der geringen Zahlen ist der Schlaganfall eine der 10 häufigsten Todesursachen bei Kindern, mehr als die Hälfte der Betroffenen behalten zudem dauerhafte Einschränkungen. „Kaum jemand denkt bei einem Kind, zumal einem kleinen, an die Möglichkeit eines Schlaganfalls“, beschreibt Dr. Manuela Siekmeyer die Herausforderung bei diesem Krankheitsbild. Die Intensivmedizinerin betreut schwerstkranke Kinder in der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/kinderklinik">Kinderklinik des UKL</a>, darunter auch jedes Jahr solche, die einen Schlaganfall erlitten haben. „Da die Symptome nicht ganz klassisch sind und sich kleine Kinder oft auch nicht entsprechend äußern können, dauert es teilweise lange, bis ein Schlaganfall überhaupt erkannt wird“, so die Ärztin. Oft ist es dann zu spät für eine wirksame Therapie, denn wie bei Erwachsenen zählt auch bei Kindern jede Minute.</p><p> <br><strong>Seltene Therapie im Einsatz</strong></p><p>Dass eine solche Therapie schwierig, aber möglich ist, haben die UKL-Mediziner:innen im letzten Jahr zweimal gezeigt. Neuroradiologin Jun.-Prof. Dr. Cindy Richter konnte als Akutbehandlung bei zwei Kleinkindern die durch Blutgerinnsel verschlossenen Hirngefäße mit sehr kleinen Kathetern erfolgreich entfernen. Der letzte Fall ist beiden Ärztinnen noch sehr präsent: Ein Zweijähriger  wurde aus Thüringen nach Leipzig gebracht, mit Verdacht auf einen Schlaganfall - dank aufmerksamer Eltern und der Rettungssanitäter, die die Symptome richtig erkannt haben. Damit wurde kostbare Zeit gespart, und mit Hilfe der auf Kinder spezialisierten Bereiche am UKL wie der Kinderradiologie konnte die Erkrankung schnell diagnostiziert und durch die<a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neuroradiologie"> Neuroradiologen</a> im kurzen Zeitfenster auch behandelt werden. Dem Jungen geht es inzwischen sehr gut, die Lähmungen haben sich weitgehend  zurückgebildet.</p><p>Möglich wurde das durch das enge Zusammenspiel vieler, denn Schlaganfallbehandlung ist Teamarbeit: Sieben Fachdisziplinen kommen zusammen, um die Therapie gemeinsam zu besprechen und zu entscheiden. Zentren wie das UKL verfügen dabei auch über die speziell für die Versorgung von Kindern erforderliche Fachkompetenz und damit auch die Möglichkeit, einen pädiatrischen Schlaganfall mittels Thrombektomie behandeln zu können.   </p><p>Damit ist das UKL eines von sehr wenigen Zentren in Deutschland, an dem dieses Verfahren bei Kindern durchgeführt wird. „Anders als bei Erwachsenen gibt es kaum Erfahrungen mit solchen Fällen, wir mussten uns diese selbst erarbeiten“, sagt Junior-Professorin Dr. Richter. Inzwischen sind die Teams der Kinder- und Neuroradiologie, der Anästhesie und der Pädiatrie entsprechend geschult, sind die Abläufe in einem Leitfaden, einer Standardarbeitsanweisung (kurz SOP), festgehalten worden. Denn gerade weil die Fälle so selten sind, braucht es standardisierte Abläufe, damit es im Notfall dann schnell gehen kann. </p><p> </p><p><strong>Für Gefahr eines Schlaganfalls bei Kindern sensibilisieren</strong></p><p>„Uns ist es wichtig, auf die seltene, aber mögliche Gefahr eines Schlaganfalls bei Kindern hinzuweisen und auch darauf, dass in Zentren wie unserem gut geholfen werden kann“, erklärt Dr. Manuela Siekmeyer. Besonders gefährdet sind Kinder mit angeborenen Herzfehlern, Gerinnungsstörungen, Gefäß- oder Stoffwechselerkrankungen. Aber auch Infektionen des zentralen Nervensystems können einen Schlaganfall auslösen. „Deshalb möchten wir an Eltern, aber auch Kolleg:innen appellieren: Ziehen Sie bei entsprechenden Symptomen auch bei einem Kind in Betracht, dass es sich um einen Schlaganfall handeln könnte, und wenden Sie sich schnell an ein spezialisiertes Zentrum“, so Siekmeyer. „Im besten Fall können wir so gemeinsam dafür sorgen, dass die Kinder ohne Beeinträchtigungen wieder gesund werden und normal heranwachsen können.“    </p> |
| Mit KI die Akutbehandlung des Schlaganfalls verbessern | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig Wenn Patienten mit dem Verdacht auf | <img alt="Gemeinsam gegen den Schlaganfall: Marie-Sophie von Braun, Dr. Kristin Marie Starke, Prof. Dorothee Saur und Jun.-Prof. Cindy Richter ( v.l.n.r.) und ihr interdisziplinäres Team entwickeln eine KI-gestützte Entscheidungshilfe für die Akutbehandlung." src="/presse/PressImages/20250604-L-UKL-Radiologie-CT-KI-28180-klein-68492414c731e.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-06-10T22:00:00Z | Leipzig. Bei einem Schlaganfall läuft die Zeit – je schneller die erforderlichen Maßnahmen durchgeführt werden, desto größer ist die Chance, dass die Betroffenen ohne bleibende Schäden gesund werden können. Ein interdisziplinäres Team um UKL-Neurologin Prof. Dorothee Saur hat ein KI-Modell entwickelt, das im Akutfall bei der Entscheidung für oder gegen eine invasive Therapie die behandelnden Ärzt:innen unterstützt. Die Leipziger Eigenentwicklung wertet dazu Bilddaten und klinische Informationen aus und verknüpft diese zu einer patientenspezifischen Vorhersage. Das vielversprechende Projekt, dessen Ergebnisse gerade in der Zeitschrift Brain veröffentlicht wurden, erhält nun eine Förderung von 250.000 Euro, um in die klinische Anwendung überführt zu werden. | <p>Wenn Patienten mit dem Verdacht auf einen Schlaganfall in eine Klinik kommen, beginnt ein Rennen gegen die Zeit. Innerhalb kurzer Zeit müssen die Diagnose gestellt und wichtige Entscheidungen gefällt werden: Liegt ein Gefäßverschluss im Gehirn vor? Welche Bereiche sind betroffen? Wie schwer ist die Schädigung und ist noch Hirngewebe zur retten? Und schließlich – welche Behandlung ist die beste? Für zentrale Therapiemaßnahmen wie die Thrombektomie, eine minimalinvasive Gefäßeröffnung durch Bergung eines Blutgerinnsels, ist eine Behandlung in einem Schlaganfallzentrum erforderlich. Nicht alle Krankenhäuser verfügen über diese hochspezialisierten Einheiten. Da stellt sich dann oft auch die Frage – ist eine Verlegung nötig? „Diese Entscheidungen werden oft unter Zeitdruck vor Ort getroffen, von Kolleg:innen, die nicht in jedem Fall Schlaganfallspezialisten sind“, beschreibt Junior-Professorin Cindy Richter aus dem <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neuroradiologie">Institut für Neuroradiologie</a> am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) die Herausforderungen des klinischen Alltags. „Nicht jeder Schlaganfallpatient muss aber automatisch die Maximalbehandlung erhalten“, so die UKL-Neuroradiologin. Hier gelte es zu entscheiden, wer tatsächlich davon profitieren würde.</p><p> </p><p>Um dafür eine verlässliche Basis zu schaffen, hat Professorin Dorothee Saur, stellvertretende Direktorin der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/neurologie">Klinik für Neurologie am UKL,</a> zusammen mit Partnern aus dem Institut für Neuroradiologie sowie dem<a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://scads.ai/"> Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz ScaDS.AI Dresden/Leipzig</a> an der Universität Leipzig ein sogenanntes Deep-Learning-Modell als klinische Entscheidungsunterstützung entwickelt.</p><p>Diese im Leipziger Team um die Informatikerin Marie-Sophie von Braun entwickelte künstliche Intelligenz kann sowohl das Ausmaß des zu erwartenden Gewebeschadens als auch den klinischen Behandlungserfolg einer <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thrombektomie">Thrombektomie</a> mit hoher Genauigkeit vorhersagen. Dazu wertet die KI die Computertomographie-Bilddaten aus der Diagnostik aus und verknüpft diese mit klinischen Informationen. „Auf diese Weise erhalten wir eine patientenspezifische Einschätzung, welche Schäden zu erwarten sind und ob diese mit einer Intervention verhindert werden können“, erklärt Prof. Saur. „Unser Ziel bei einem akuten ischämischen Schlaganfall ist es, wichtige Gehirnfunktionen so weit wie möglich zu erhalten. Das neue Modell hilft uns zu erkennen, wie dies im jeweils konkreten Fall am besten gelingen kann“. Das Modell wurde mit ca. 400 Fällen aus dem UKL trainiert und in zwei unabhängigen Datensätzen aus den Unikliniken Leipzig und Dresden getestet. Die Ergebnisse wurden jetzt in der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://academic.oup.com/brain/advance-article/doi/10.1093/brain/awaf013/7961471">Fachzeitschrift <i>Brain</i></a> veröffentlicht. Sie sind so überzeugend, dass das Projekt nun seitens der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://sab.sachsen.de/">Sächsischen Aufbaubank </a>250.000 Euro für die Weiterentwicklung zur klinischen Umsetzung erhalten hat. „Als Informatikerin begeistert es mich, wenn aus technisch anspruchsvollen Algorithmen reale Lösungen entstehen. Gerade die enge Zusammenarbeit mit der Medizin zeigt, wie viel gesellschaftlicher Nutzen in interdisziplinärer Forschung steckt“, unterstreicht Marie-Sophie von Braun vom ScaDS.AI Dresden/Leipzig.</p><p> </p><p>„Unsere nächsten Schritte werden eine Validierung unserer Ergebnisse anhand weiterer Daten sein, mit dem Ziel, die von uns entwickelte Anwendung zu lizensieren und anderen spezialisierten Teams für den klinischen Einsatz verfügbar zu machen“, erklärt Prof. Saur. Die Leipziger gehören zu den internationalen Vorreitern in diesem Feld. Am Ende des Projektes soll eine Software stehen, die auch auf mobilen Endgeräten allen Akteuren bei der Schlaganfallversorgung Hilfestellungen für eine schnelle und sichere Entscheidung liefert. „Unsere Hoffnung ist, dass wir mittels KI in der Schlaganfallmedizin die Prozesse beschleunigen und gleichzeitig eine personalisierte Medizin ermöglichen, indem individuelle Konstellationen und potentielle Behandlungsergebnisse genauer eingeschätzt werden können“, skizziert Dorothee Saur ihre Vision. In drei bis fünf Jahren könnte es soweit sein.</p><p> </p><p><strong>Zu den wichtigsten Partnern:</strong></p><p>In dem Projekt arbeiten Neurologen und Neuroradiologen vom UKL mit Informatikern des ScaDS.AI Dresden/Leipzig, Center for Scalable Data Analytics and Artificial Intelligence Dresden/Leipzig (Universität Leipzig), zusammen.</p><p>Das ScaDS.AI Dresden/Leipzig ist ein Kompetenzzentrum für Data Science, Künstliche Intelligenz und Big Data mit Standorten in Dresden und Leipzig. Es ist eines der fünf neuen KI-Zentren in Deutschland, die im Rahmen der KI-Strategie der Bundesregierung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie vom Freistaat Sachsen gefördert werden. Das Zentrum ist als dauerhafte Forschungseinrichtung an beiden Standorten etabliert und eng mit den örtlichen Universitäten – der Technischen Universität Dresden (TUD) und der Universität Leipzig – verbunden.</p><p> </p><p><strong>Originalpublikation</strong></p><p>Die Publikation ist unter dem Titel „<i>Prediction of tissue and clinical thrombectomy outcome in acute ischaemic stroke using deep learning</i>“ von Braun et al. in der Fachzeitschrift <i>Brain</i> online veröffentlicht.</p><p>Link zur Publikation: <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://academic.oup.com/brain/advance-article/doi/10.1093/brain/awaf013/7961471">https://academic.oup.com/brain/advance-article/doi/10.1093/brain/awaf013/7961471</a></p><p> </p><p> </p><p> </p><p> </p><p> </p> |
| Gehirnrettende Medizin auf höchstem Niveau | Universitätsklinikum Leipzig
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04103 Leipzig "Das belegt die hohe Qualität unserer | <img alt="" src="/presse/PressImages/pic_20230607110818_7a84628c02.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2023-06-06T22:00:00Z | Leipzig. Das 2020 gegründete Neurovaskuläre Netzwerk, zu dem sich das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) und die Kliniken in Borna, Altenburg und Altscherbitz zusammengeschlossen haben, wurde jetzt erstmals erfolgreich zertifiziert. Damit bekommt der Zusammenschluss nun die Bestätigung, dass die gemeinsame Arbeit in der Versorgung von Patient:innen mit Erkrankungen der Hirngefäße auf höchstem Niveau erfolgt. | <p>Das Netzwerk ist die erste zertifizierte Kooperation dieser Art in der Region. "Das belegt die hohe Qualität unserer interdisziplinären Zusammenarbeit", freut sich Prof. Joseph Claßen, Direktor der <a href="/einrichtungen/neurologie">Neurologie</a> am UKL und Sprecher des Netzwerks, über die Anerkennung der partnerschaftlichen Patientenversorgung. Um das zu erreichen, wurden im Netzwerk intensiv Abläufe abgestimmt und standardisiert, so dass im Bedarfsfall alle Beteiligten ohne Zeitverlust zielgerichtet handeln können. Denn gerade bei Schädigungen von Blutgefäßen im Gehirn, wie bei einem Schlaganfall, ist Zeit ein wichtiger Faktor. "Wir wissen aus den Erfahrungen der circa 15 in Deutschland existierenden zertifizierten Zentren, dass Kooperation die Versorgung der oft stark gefährdeten Patient:innen wesentlich verbessern kann", erläutert Dr. Katja Wartenberg, Oberärztin an der UKL-Klinik für Neurologie und Koordinatorin des Netzwerks. Gemeinsam kann für den jeweiligen individuellen Fall schnell entschieden werden, welche Art der Behandlung jeweils die geeignete ist. Dafür stehen innerhalb des Netzwerks der vier Kliniken medikamentöse, neurochirurgische und minimal-invasive kathetergestützte Methoden zur Verfügung. Besprochen wird dabei auch, ob die weitere Behandlung in einem spezialisierten überregionalen Zentrum erfolgen muss. Oft ist dies nicht erforderlich. Sollten aber hochspezialisierte Verfahren benötigt werden, können diese nach einer koordinierten Verlegung der Betroffenen ebenfalls schnell und gezielt eingesetzt werden. </p>
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<p>Ziel aller Bemühungen ist es, Gefäßverschlüsse und Gehirnblutungen schnellstmöglich lebensrettend zu behandeln und so auch bleibende Schäden der Gehirnstrukturen und damit Beeinträchtigungen durch Behinderungen zu verhindern. Davon profitieren ganz direkt die jährlich mehr als 1500 hier im Netzwerk behandelten Patient:innen und die Bevölkerung der gesamten Region. </p>
<p>Dr. Wartenberg schildert einen beispielhaften Fall: "In einem Klinikum wird ein Patient mit halbseitiger Lähmung und schweren Sprachstörungen eingeliefert. Die bildgebende Diagnostik zeigt einen Verschluss einer Hirnarterie. Dann wissen alle Beteiligten, dass hier eine neuroradiologische Intervention erforderlich ist. Ist diese vor Ort nicht verfügbar, wird schnell verlegt und schnell behandelt. Im Ergebnis kann der Patient überleben und Folgeschäden können reduziert oder verhindert werden."  </p>
<p>Die Grundlage für diese Art der kollegialen Zusammenarbeit ist Vertrauen und umfassende Fachkompetenz bei allen Partnern. Dass dies gegeben ist, wurde im Zertifizierungsverfahren von den Prüfer:innen aus drei Fachgesellschaften auch bei der Begutachtung des Netzwerkes besonders hervorgehoben.  <br><br></p>
<p>"Wir haben zusammen trotz der pandemiebedingten Restriktionen dank der hervorragenden Expertise jedes Netzwerkpartners sehr viel erreicht", betont Dr. Alexander Reinshagen, Chefarzt der Klinik für <a href="https://www.sana.de/leipzigerland/medizin-pflege/neurologie/unser-team">Neurologie am Sana-Klinikum Borna</a> und Stellvertretender Sprecher des Netzwerks. In einem nächsten Schritt möchten die Netzwerkpartner ihre sehr gute Kommunikation durch die Nutzung eines speziellen Messenger-Dienstes noch weiter beschleunigen. "Ein weiteres Zukunftsvorhaben ist die Verbesserung der Zusammenarbeit mit den prä- und nachklinischen Partnern aus den Rettungsdiensten und Rehabilitationsanbietern", sagt Dr. Wartenberg. "Und wir sind offen für weitere Partner", ergänzt Prof. Claßen. </p>
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