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Plötzlich Direktor in Leipzig und jetzt hier wirklich zu Hause<img alt="Ihm gelang es, die medizinische Mikrobiologie im Klinikum präsenter zu machen&#58; Prof. Arne C. Rodloff beginnt mit dem Monatswechsel zu Oktober seinen Ruhestand." src="/presse/PressImages/pic_20200929103440_06f52e9102.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2020-09-28T22:00:00ZLeipzig. Nach 26 Jahren an der Spitze des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie am Universitätsklinikum Leipzig geht Prof. Dr. Arne C. Rodloff Ende September 2020 in den Ruhestand. Der gebürtige Berliner konzentrierte und zentralisierte unter seiner Leitung die Leipziger Mikrobiologie, die er zudem näher ans Krankenbett brachte. <p>&quot;Wir sind Prof. Arne Rodloff für seinen großen, unermüdlichen Einsatz für die Mikrobiologie und seine hervorragende Arbeit, vor allem auch in der Auseinandersetzung und der Herausforderung der &#160;zunehmenden multiresistenten Bakterien, zu großem Dank verpflichtet&quot;, so Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand am UKL. &quot;Er übergibt ein sehr gut aufgestelltes und eng mit der Klinik verzahntes <a href="/einrichtungen/mikrobiologie">Institut</a> und hat viele Fachkräfte erfolgreich ausgebildet. Wir sind überzeugt, dass er auch in den kommenden Jahren eher nicht ruhen wird, und wünschen ihm für alle weiteren Unternehmungen viel Erfolg&quot;, so Josten.&#160;</p> <p>Prof. Arne C. Rodloff kam 1994 aus München nach Leipzig. &quot;Ich habe in dieser Zeit Tausende von Studenten ausgebildet, viele sehr gute Fachärzte und einige noch bessere Habilitanden&quot;, blickt der 66-Jährige zurück. &quot;Es gab Höhen und natürlich auch Tiefen. Insgesamt war es eine schöne, bewegende und erfolgreiche Zeit &quot; Dabei führte ihn sein Weg eher durch Zufall in die sächsische Metropole. Genauso wie die Entscheidung für die Mikrobiologie, denn eigentlich wollte Prof. Rodloff Gynäkologe werden.</p> <p>&quot;Wie das so ist nach dem Medizinstudium&quot;, erzählt er. &quot;Ich musste auf die Gynäkologenstelle warten und brauchte etwas zur Überbrückung. Da ging ich in die Hygiene, blieb dort hängen und wechselte von dort schließlich in die Mikrobiologie.&quot; Was ihm ausnehmend gut gefiel, so dass er die Facharztausbildung für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie absolvierte. Bis 1990 arbeitete er in seiner Geburtsstadt Berlin an der Freien Universität. Dann wechselte er ans Paul-Ehrlich-Institut, wo er Abteilungsleiter für Humanbakteriologie und damit zuständig für die Bewertung von Impfstoffen wurde. Hier wurde er Professor. Dann ging er in die Industrie und wurde in München Direktor der klinischen Forschung.<br><br></p> <p>Ende 1993 wurde Rodloff eingeladen, sich für die ausgeschriebene Stelle in Leipzig zu bewerben. Er kam, trotz des wenig überzeugenden ersten Eindrucks von der Stadt&#58; &#160;&quot;Naja, es war grau und trist. Alles nichts im Vergleich zu München. Auch die Arbeitsbedingungen - ein ziemlich verfallenes Gebäude neben der Pathologie - lockten nicht. Andererseits&#58; Man könnte etwas Neues aufbauen, ganz nach eigenen Vorstellungen. Der Umbruch in den 90-er Jahren war eine Chance.&quot;&#160;</p> <p>Der Berufung folgte viel Planarbeit für die Sanierung des Gebäudes, die letztlich alle am Bauzustand scheiterten. Es half nichts&#58; Neues ist manchmal nur in neuer Umgebung möglich. So nahm er das Angebot an, ins neue Forschungsgebäude, das einmal die alte Hautklinik war, umzuziehen. Wobei es dann letztlich 15 Jahre dauerte, ehe die neue Umgebung fertig war.&#160;</p> <p>&quot;Ich habe von Anfang an gut ausgebildete und hoch motivierte Kollegen gehabt. Sie blühten auf mit den neuen Geräten, mit denen sie richtig arbeiten konnten&quot;, erinnert sich Prof. Rodloff. Schön war auch, dass seine Frau an der Ausbildung der Studenten im Institut für Mikrobiologie mitwirken konnte. &quot;Uns gab es nur im Doppelpack, und das wurde akzeptiert.&quot;</p> <p>Als eine Hauptaufgabe sah es der neue Institutsdirektor, Aufgaben und Arbeit zu konzentrieren. &quot;Jede große Klinik am UKL hatte ihr eigenes mikrobiologisches Labor. Das war über die Jahre entstanden, aber so konnte nicht effektiv gearbeitet werden&quot;, erzählt er. &quot;Ich habe die Arbeit und die Mitarbeiter zu mir ins Institut gezogen. Das war nicht ganz einfach, das Ergebnis hat aber überzeugt.&quot;</p> <p>Seine Ziele waren von Anfang an, erstens eine exzellente mikrobiologische Diagnostik für die Patienten aufzubauen, und zweitens Leipzig wieder auf der wissenschaftlichen Landkarte zu etablieren. Zu Punkt eins gehörte für Prof. Rodloff, auch klinisch am Krankenbett zu arbeiten. &quot;Das war damals ungewöhnlich und ist heute überall Standard. Aber ich brachte dieses Herangehen aus meiner Berliner Zeit mit&quot;, erklärt er. &quot;Wir sind mit Befunden auf die Stationen gegangen und haben mit den behandelnden Ärzten diese beraten. Das bringt viel&#58; vor allem für die Patienten, aber auch für das Miteinander von Mikrobiologen und Klinikern.&quot; Die Mikrobiologen kenne ja eigentlich keiner im Klinikum. Und was sie genau machten, sei Ärzten und Schwestern eigentlich egal. Hauptsache, sie untersuchten die Proben und brächten ein hoffentlich eindeutiges Ergebnis.&#160;</p> <p>&quot;Meine Bemühungen, die medizinische Mikrobiologie im Klinikum präsenter zu machen, hatten vielfach nur punktuelle Erfolge&quot;, so Prof. Rodloff. &quot;Erst mit den drei Buchstaben KPC wurde ich plötzlich ein gefragter Mann.&quot; Der Chef der Mikrobiologie koordinierte den Kampf gegen diese multiresistenten Darmkeime, die wahrscheinlich ein Patient aus Griechenland ins Klinikum eingeschleppt hatte.&#160;</p> <p>Zu seinen Meriten zählen der ISO-Standard für die Testung, wie Bakterien auf Antibiotika reagieren. Er leitete die nationale Kommission, die die Referenzmethode der Testung bestimmte. Zudem war Prof. Rodloff in einer DIN-Arbeitsgruppe, die sich mit der Resistenztestung von Antibiotika beschäftigte. Daraus entstand eine europäische Arbeitsgruppe, die nun europaweit die Beurteilung von Antibiotika festlegt. Dort war er zehn Jahre lang der deutsche Vertreter.<br><br></p> <p>Nach seiner Emeritierung wird Prof. Rodloff in Leipzig bleiben. &quot;Ich vermisse weder Berlin noch München. Leipzig ist wunderschön und meine Heimat geworden. Nur der sächsische Dialekt, der wird nie meine Sprache werden&quot;, lacht er. Als er nach Leipzig kam, damals 1994, war es schwer, eine Wohnung zu finden. Er fand im Umland ein Grundstück und baute sich dort ein Haus. Dort ist er zu Hause&#58; Er ist Gemeinderat von Borsdorf und stellvertretender Bürgermeister. Ehrenamtlich natürlich. Das ist seine Verwurzelung hier. Ebenso wie seine Mitgliedschaft in der Leipziger Communalgarde, einem historischen Schützenverein, bei dem er Schatzmeister ist.</p> <p>&quot;Ich übergebe das Institut in einem guten Zustand an meinen Nachfolger. Die Diagnostik kann sich mit jeder anderen Universität in Deutschland messen. Nur eines wünschte ich mir immer&#58; mehr Forschungskapazität. Das müssen nun die Nachfolgenden richten&quot;, sagt Prof. Rodloff.&#160;</p>
„Medizin für Jedermann“: Bakterien – Freunde und Feinde des Menschen<img alt="Prof. Arne Rodloff, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie am UKL, stellt Bakterien vor, die der menschliche Körper beherbergt." src="/presse/PressImages/pic_20171201101816_6f154417c4.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2017-11-30T23:00:00ZLeipzig. Um sehr kleine Lebewesen geht es in der letzten Veranstaltung des Jahres 2017 der öffentlichen Vortragsreihe "Medizin für Jedermann": Am Mittwoch, 6. Dezember, spricht Prof. Arne Rodloff, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie am UKL, über "Bakterien – Freunde und Feinde des Menschen". <p>Der Mensch beherbergt mehr Bakterien in seinem Körper als er Zellen besitzt, etwa zehn Mal so viele. Ihre Größe bewegt sich im Mikrometerbereich. &quot;Wir leben normalerweise in Frieden mit ihnen&quot;, sagt Prof. Rodloff, &quot;wir benötigen sie zur Aufspaltung unserer Nahrung, zur Herstellung von Vitaminen oder um unsere körpereigenen Abwehrfunktionen zu trainieren.&quot; Dies gelte, wenn die Bakterien dort blieben, wo sie hingehörten, fügt er hinzu.</p> <p>Gelangen sie jedoch in üblicherweise sterile Bereiche des Körpers, werden sie zu Infektionserregern. Solche Infektionen sind vielfältig&#58; &quot;Sie reichen vom Pickel auf der Nase bis zur akut lebensbedrohlichen Blutvergiftung, einer Sepsis&quot;, erläutert Prof. Rodloff.</p> <p>In der Öffentlichkeit würden, so der Experte, Krankenhäuser oft mit Infektionen in Zusammenhang gebracht. Tatsächlich seien es meist die Patienten selbst, die die Problemerreger mitbrächten. Aufgabe des von Rodloff geleiteten <a href="http&#58;//mikrobiologie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie</a> ist es daher, bei Infektionen die Erreger nachzuweisen und so eine optimale Therapie zu ermöglichen. Prof. Rodloff&#58; &quot;In einem Krankenhaus der Maximalversorgung, wie es das Universitätsklinikum Leipzig ist, ist das in Teamarbeit von großem Nutzen für den Patienten.&quot;</p> <p>&#160;</p> <p><strong>Medizin für Jedermann</strong></p> <p>&quot;Bakterien - Freunde und Feinde des Menschen&quot;</p> <p>Universitätsklinikum Leipzig</p> <p>Mittwoch, 6. Dezember</p> <p>18.15 Uhr - 19.30 Uhr</p> <p>Hörsaal, Haus 4</p> <p>Liebigstraße 20</p> <p>04103 Leipzig</p>
Patientenseminar „Nierentransplantation“ am UKL<img alt="Das Modell einer Niere" src="/presse/PressImages/pic_20171129133114_5b270a7636.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2017-11-28T23:00:00ZLeipzig. Die wichtige Aufgabe der Nachsorge steht im Mittelpunkt des diesjährigen Patientenseminars "Nierentransplantation" am 2. Dezember. Auf sie wird aus dem Blickwinkel verschiedener Fachdisziplinen wie Chirurgie, Nephrologie oder Dermatologie geschaut. <p>&quot;Langzeiterfolge nach einer Transplantation hängen wesentlich von der speziellen Erfahrung in der Transplantationsmedizin und einer guten Zusammenarbeit verschiedener Fachgruppen ab&quot;, betont Prof. Daniel Seehofer, Leiter des <a href="https&#58;//chirurgie2.uniklinikum-leipzig.de/ck2.site%2cpostext%2chepatobiliaere--transplantationschirurgie.html" rel="ext" target="_blank">Bereichs hepatobiliäre Chirurgie und viszerale Transplantation</a>, der die Veranstaltung gemeinsam mit Prof. Tom Lindner, Leiter der <a href="http&#58;//nephrologie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Sektion Nephrologie</a>, wissenschaftlich leitet.</p> <p>So referiert unter anderem eine Hautärztin zum Thema Nachsorge, weil Hauttumore eine der häufigsten Tumorerkrankungen bei Transplantierten darstellen. Zuvor sprechen UKL-Experten über chirurgische Frühkomplikationen und geben Nachsorgeempfehlungen aus nephrologischer Sicht.<br>Eine sehr oft gestellte Frage in Sprechstunden betrifft die zum Thema Impfen nach Transplantation. Empfehlungen und Richtlinien dazu - selbstverständlich impfen lassen, aber nicht im ersten halben Jahr nach einer Transplantation und keine Lebendimpfstoffe - wird ein Mitarbeiter des <a href="http&#58;//mikrobiologie.uniklinikum-leipzig.de/" rel="ext" target="_blank">Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie</a> erläutern.<br>Da in Zeiten des Organmangels die Lebendspende zunehmend an Bedeutung gewinnt - am UKL und deutschlandweit ist es mittlerweile jede dritte Niere - erläutert eine Expertin die psychologischen Aspekte einer solchen Lebendspende.<br>&quot;Natürlich stellen wir auch wieder Patientenfälle vor&quot;, sagt Prof. Seehofer, &quot;mit ihrer Hilfe wollen wir aufklären, Mut machen und die Angst nehmen.&quot;</p> <p><strong>Patientenseminar &quot;Nierentransplantation&quot;</strong></p> <p>Sonnabend, 2. Dezember 2017<br>10 bis 14 Uhr<br>Hörsaal im Haus 4<br>Liebigstraße 20<br>04103 Leipzig</p> <p>&#160;</p>
UKL-Endoprothetiker entwickeln neue Checkliste für Behandlung von Infektionen<img alt="Prof. Andreas Roth, Leiter des Bereichs Endoprothetik/Orthopädie am UKL" src="/presse/PressImages/pic_20170906105907_ef059938ba.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2017-09-05T22:00:00ZLeipzig. Eine neue Checkliste zur Behandlung von Infektionen bei Endoprothesen wollen die Ärzte des Bereichs Endoprothetik der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL entwickeln. Dazu treffen sie sich am 8. und 9. September zu ihrer Klausurtagung "Implantat und Infekt". Hintergrund: Die Zahl schwerer Infektionen, auch mit multiresistenten Keimen, nimmt zu. <p>&quot;Wir erarbeiten uns unseren eigenen Standard&quot;, sagt Bereichsleiter Prof. Andreas Roth, &quot;und nutzen dafür die hohe Kompetenz und die interdisziplinären Möglichkeiten, die das UKL bietet.&quot; Ein infektiöser Patient bedeute jedes Mal Leid für den Patienten und hohen Aufwand für das Personal. Prof. Roth&#58; &quot;Wir müssen uns immer fragen&#58; Haben wir die Diagnose komplett gestellt oder fehlt etwas?&quot; <br>Im komplexen Räderwerk des menschlichen Körpers könne alles mit allem zusammenhängen&#58; &quot;Eine nicht bemerkte Entzündung an einem Zahn oder am Blinddarm kann zum Beispiel die Wundheilung einer Hüftprothese stören&quot;, erläutert Roth. Um so etwas noch schneller finden und behandeln zu können, sollen die Behandlungsabläufe nun optimiert werden.</p> <p>Zu ihrer Klausurtagung haben sich daher die UKL-<a href="http&#58;//oup.uniklinikum-leipzig.de/oup.site%2cpostext%2cendoprothetik-gelenkersatz-orthopaedie.html" target="_blank" rel="ext noopener">Endoprothetiker </a>Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen des Klinikums eingeladen, um gemeinsam mit ihnen zusammen eine erneuerte Checkliste zu erarbeiten und ein Netzwerk zu etablieren.</p> <p>So spricht etwa der Leiter der <a href="http&#58;//mikrobiologie.uniklinikum-leipzig.de/" target="_blank" rel="ext noopener">Mikrobiologie </a>am UKL, Prof. Arne Rodloff, über Erreger und ihre Bekämpfung durch Antibiotika. <br>Dr. Roberto Frontini, Direktor der <a href="http&#58;//apotheke.uniklinikum-leipzig.de/" target="_blank" rel="ext noopener">Klinikumsapotheke</a>, und Apotheker Dr. Donald Ranft erläutern medikamentöse Strategien bei einem Infekt und gehen vor allem auf erregerspezifische Medikamente ein, ihre Dosierungen und mögliche Nebenwirkungen. <br>Die Experten der <a href="http&#58;//nuklmed.uniklinikum-leipzig.de/" target="_blank" rel="ext noopener">Nuklearmedizin </a>um Prof. Osama Sabri erörtern, wie mit Hilfe des PET-CT die Frage geklärt werden kann, ob es im Körper noch andere Orte gibt, wo Entzündungen &quot;schlummern&quot;. <br>Prof. Christoph Lübbert, Leiter des Bereichs <a href="http&#58;//gastroenterologie.uniklinikum-leipzig.de/mk2gastro.site%2cpostext%2cinfektions--und-tropenmedizin.html?PHPSESSID=r556475q555qn60p7dcnl15eh5" target="_blank" rel="ext noopener">Infektions- und Tropenmedizin</a>, beschreibt, welchen Einfluss Ernährung, Rauchen, Diabetes oder Alkohol auf die Wundheilung haben können. <br>Eine Strategie zur Infektionsprophylaxe bei einem Gelenkersatz stellt Prof. Iris Chaberny, Direktorin des <a href="http&#58;//hygiene.uniklinikum-leipzig.de/" target="_blank" rel="ext noopener">Instituts für Hygiene / Krankenhaushygiene</a>, vor und erörtert Hygienestandards.</p> <p>Von den Vorteilen solch einer vernetzten Suche nach Infektionen und ihrer Behandlung profitieren natürlich in erster Linie die betroffenen Patienten. Diagnosen werden genauer und schneller gestellt, Therapien beginnen früher und können spezieller eingestellt werden. Prof. Roth fasst es zusammen&#58; &quot;Unsere Patienten sollen nicht länger liegen müssen als wirklich nötig.&quot;</p>
Leichtes Spiel für neue „Supererreger“<img alt="Prof. Arne Rodloff und Dr. Christoph Lübbert forschen am Universitätsklinikum Leipzig zu Multiresistenzen." src="/presse/PressImages/pic_20170510164706_2d0e1beec7.jpg" style="BORDER&#58;px solid;" />2017-05-09T22:00:00ZLeipzig. Immer neue, gefährlich resistente Erreger beschäftigen die Infektionsmediziner weltweit. Die wirksamsten Waffen im Kampf gegen die durch solche Erreger ausgelösten Entzündungsprozesse, die Antibiotika, verlieren zunehmend ihre Wirkung. Woher kommen die neuen Supererreger, wie entstehen sie? – Diese Fragen beschäftigen die Mediziner, die auch in Deutschland immer häufiger mit bisher unbekannten Bakterien konfrontiert werden. Eine jetzt in der Fachzeitschrift "Infection" publizierte Studie der Infektionsmediziner am Universitätsklinikum Leipzig liefert dazu wichtige Antworten. <p>In einer Vorgänger-Studie fand der <a title="Infektiologie" href="http&#58;//gastroenterologie.uniklinikum-leipzig.de/mk2gastro.site%2cpostext%2cinfektions--und-tropenmedizin.html?PHPSESSID=r556475q555qn60p7dcnl15eh5" target="_blank" rel="ext noopener">UKL-Infektiologe</a> Privatdozent Dr. Christoph Lübbert bereits 2015 Belege dafür, dass multiresistente Erreger durch Reisende &quot;importiert&quot; werden. Besonders auffällig waren in der im &quot;International Journal of Medical Microbiology&quot; publizierten Untersuchung die hohen Raten einer Besiedlung mit den potenziell gefährlichen Bakterien bei Reisenden, die aus Indien zurückkamen. &quot;Asien erwies sich insgesamt als der Kontinent mit dem höchsten Risiko eines Kontakts mit multiresistenten Erregern&quot;, beschreibt Lübbert die Situation. &quot;Mehr als 70 Prozent aller Indienreisenden waren nach der Rückkehr Träger, bei Reisenden aus Südostasien waren es ca. 50 Prozent.&quot; Für Gesunde ist eine solche Besiedlung zunächst einmal unproblematisch. Kritisch wird es erst, wenn eine Erkrankung oder ein Kontakt mit kranken, immungeschwächten Menschen hinzukommt. Besorgniserregend war der Umstand, dass alle Betroffenen Träger wurden, ohne z.B. in einem Krankenhaus gewesen zu sein. &quot;Damit wird deutlich, dass die Erreger in den asiatischen Ländern offenbar direkt in der Umwelt bzw. in der Nahrungskette vorkommen müssen&quot;, schlussfolgert Lübbert.<br><br>Diesem Verdacht ging er in einer zweiten Studie nach. Gemeinsam mit Journalisten eines Rechercheverbunds von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung um Christian Baars (NDR) reiste Lübbert nach Indien und entnahm dort Umweltproben in der Nähe großer Pharmafabriken, die den Weltmarkt mit den wichtigsten Antibiotika versorgen. &quot;Wir wollten prüfen, ob sich möglicherweise hohe Konzentrationen von Antibiotikarückständen in der Umwelt finden lassen, und ob diese mit dem Auftreten multiresistenter Erreger verbunden sind&quot;, beschreibt Lübbert den Ansatz.<br><br>&quot;Grundsätzlich kennen wir die Mechanismen der Resistenzentwicklungen&quot;, ergänzt Prof. Arne Rodloff, Direktor des <a title="Mikrobiologie" href="http&#58;//mikrobiologie.uniklinikum-leipzig.de/" target="_blank" rel="ext noopener">Instituts für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie am Universitätsklinikum Leipzig</a>. &quot;Je häufiger Bakterien auf Antibiotika treffen, umso eher entwickeln sie Abwehrmechanismen und neue multiresistente Varianten von bekannten Infektionserreger können entstehen.&quot;</p> <p><strong>Proben belegten hohe Konzentrationen in der Umwelt</strong></p> <p>Rodloff untersuchte die Proben, die Lübbert aus Hyderabad in Indien mitbrachte, im mikrobiologischen Labor. Analysiert wurde vor allem die Belastung mit Gram-negativen Bakterien. &quot;In mehr als 95 Prozent der Proben von insgesamt 28 Entnahmeorten fanden wir multiresistente Erreger mit wichtigen Resistenzmechanismen wie ESBL- oder Carbapenemase-Bildung&quot;, erklärt Prof. Rodloff. Ein weiteres Labor, das unter Leitung des Pharmakologen Prof. Fritz Sörgel stehende Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) in Nürnberg, untersuchte die Proben auf Rückstände von Antibiotika und Antimykotika (Pilzmittel). &quot;Es wurden in fast allen Umweltproben, die an 16 unterschiedlichen Stellen entnommen wurden, relevante Konzentrationen von Antibiotika und Antimykotika gefunden&quot;, so Rodloff weiter. Eine Probe aus einem Abwassergraben mitten im Industriegebiet Patancheru-Bollaram enthielt pro Liter 237 Milligramm des Pilzmedikaments Fluconazol. &quot;Das ist eine Konzentration, die 20-mal höher liegt als der Maximalwert, den schwerkranke Patienten im Blut haben dürfen &quot;, beschreibt Lübbert. &quot;Darüber hinaus ist das der höchste Wert, der jemals weltweit bei einem Medikament in der Umwelt gemessen wurde.&quot;<br><br>Erreger mit komplizierten Resistenzmechanismen wie VIM, KPC, OXA-48, NDM oder IMP-1 sind Namen, die in Europa noch wenig geläufig sind, aber Ärzte heute schon mit dem möglichen Ende der antibiotischen Ära konfrontieren&#58; &quot;Gegen manche dieser Erreger helfen nur noch ein, maximal zwei bis drei Antibiotika&quot;, erklärt Rodloff die damit verbundene Gefahr. &quot;Entwickeln sich auch dagegen neue Resistenzen, haben wir eigentlich nichts mehr in der Hand&quot;.<br>Dass solche Resistenzen drohen, belegt die Untersuchung der Leipziger&#58; Die in der Studie belegte hohe Belastung der Umwelt in Indien mit antimikrobiellen Wirkstoffen scheint direkte Auswirkungen auf die Entstehung und die Selektion von &quot;Supererregern&quot; zu haben. &quot;Auch wir Europäer sind verpflichtet, die Situation vor Ort in Hyderabad und anderen Zentren der Medikamentenherstellung in Schwellenländern zu verbessern und so uns alle zu schützen&quot;, ist Lübbert überzeugt. Einfache Lösungen gibt es sicher nicht, aber die Notwendigkeit zu handeln - wie die erhobenen Daten belegen.</p> <p>Eine Reportage über die Probensammlung und die Ergebnisse der Analyse wurde am 8. Mai in der ARD unter dem Titel &quot;Der unsichtbare Feind&quot; ausgestrahlt und kann in der Mediathek eingesehen werden.</p> <p><strong>In einem Vortrag berichtet Dr. Lübbert zusammen mit Kollegen aus Tübingen von seiner Arbeit&#58;</strong><br><br>11. Mai, 19 Uhr, Leipziger Missionshaus, Paul-List-Straße 19</p> <p><strong>Globale Herausforderung Antibiotika-Resistenz. Multire-sistente Erreger im Abwasser indischer Pharmafirmen und ihre Auswirkungen auf uns</strong></p> <p>Vortrag und Gespräch mit Privatdozent Dr. Christoph Lübbert, Leiter der Infektions- und Tropenmedizin des Universitätsklinikums Leipzig und Albert Petersen, Leiter der Fachstelle für pharmazeutische Entwicklungszusammenarbeit beim DIfÄM, Tübingen,</p> <p><strong>Originalpublikation&#58;</strong><br>Lübbert C et al. &quot;Environmental pollution with antimicrobial agents from bulk drug manufacturing industries in Hyderabad, South India, is associated with dissemination of extended-spectrum beta-lactamase and carbapenemase-producing pathogens&quot;, Infection 2017 Apr 26. doi&#58; 10.1007/s15010-017-1007-2</p> <p>&#160;</p>

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