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Orale Leukoplakien / Erythroplakien

​Die WHO (1978) definierte die Leukoplakie kurz und knapp als einen weißen Fleck oder Plaque, der klinisch oder histologisch keiner anderen Erkrankung zugeordnet werden kann*. So hat es natürlich in den letzten 30 Jahren nicht an Versuchen gefehlt, die vorgestellte Definition der Leukoplakien zu erweitern bzw. zu verändern. Die verschiedenen Ergebnisse dieser Bemühungen sind in Tabelle 1** dargestellt.
Solche Definitionen sind von erheblicher Bedeutung, da diese für Kliniker und Pathologen sowie für Epidemiologen wichtige Instrumente zur Beurteilung unterschiedlicher Behandlungsstrategien darstellen und dienen auch zur Prognoseabschätzung potenziell maligner Veränderung. Bei der Definition der WHO (1978) ging es vor allem darum, nicht alle weißlichen Veränderungen zusammenzufassen, von denen die meisten harmlos sind, sondern sich auf die zu konzentrieren, die ein erhöhtes Risiko zu malignen Transformationen haben.

So definiert die EAOM die Leukoplakie bzw. Erythroplakie wie folgt: „Der Terminus Leukoplakie sollte verwendet werden, um vornehmlich weiße Plaque mit fraglichem Risiko zu bezeichnen, bei denen andere bekannte Erkrankungen oder Störungen, die kein Risiko zur malignen Transformation tragen, ausgeschlossen werden."

Die Erythroplakie wird definiert als „feuerroter Fleck, der klinisch oder pathologisch keiner anderen Erkrankung zugeordnet werden kann". Es muss darauf hingewiesen werden, dass der Begriff der Leukoplakie ein rein klinischer Terminus ist und das Gewebe keine spezifische Histologie aufweist. Mikroskopisch könnnen diese Veränderungen Atrophien bzw. Hyperplasien (Akanthosis) zeigen; manche von ihnen zeigen Epitheldysplasien, manche auch nicht. Leukoplakien zeigen eine große klinische Variabilität mit abschätzbarer Tendenz zur malignen Transformation gegenüber den in Tabelle 2** aufgelisteten Differentialdiagosen auf. Bei den Begriffen der epithelialen Dysplasie oder zellulären Atypie handelt es sich um in der Pathologie gebräuchliche Begriffe, die zur Beschreibung des klinischen Aussehens der Leukoplakie keine Verwendung finden sollten.

*) World Health O. Collaborating Centre for Oral Precancerous Lesions. Definition of Leukoplakia and related lesions: an aid to studies on oral precancer. Oral Surg 1978;46 518 - 39.

**) T.W. Remmerbach: Potenziell maligne Veränderungen der Mundschleimhaut; Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift 2012; 67 (10): 649 - 56

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