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NaviPAD - „Navigation von Patientinnen und Patienten mit sozialen Anliegen in der hausärztlichen Praxis mittels Datenbank“

Viele Menschen suchen bei sozialen Anliegen wie familiären oder finanziellen Problemen, Krisen oder Einsamkeit ihre Hausarztpraxis auf, da vorhandene Anlaufstellen häufig nicht sichtbar sind. NaviPAD entwickelt eine öffentlich zugängliche Datenbank zu regionalen, sozialen Unterstützungsangeboten. Die kosten- und barrierefreie Website ermöglicht über intuitive Such- und Filterfunktionen eine schnelle und gezielte Identifikation passender Angebote. NaviPAD möchte somit den Zugang zu regionalen Unterstützungsangeboten verbessern und Hausarztpraxen entlasten. ​

Projektbeschreibung

Hintergrund

Viele Patientinnen und Patienten suchen bei sozialen Anliegen – darunter Armut, Migration, Einsamkeit oder komplexe Familiensituationen – ihre Hausarztpraxis als niedrigschwellige Anlaufstelle auf, oft bevor soziale Dienste erreicht werden. Gleichzeitig ist die soziale Beratungslandschaft stark fragmentiert. Geeignete Unterstützungsangebote sind zwar vorhanden, ihre Recherche ist jedoch mitunter zeitaufwendig und eher unstrukturiert. Hausarztpraxen fehlen die zeitlichen Ressourcen und eine aktuelle Übersicht regionaler Hilfsangebote, um ihre „Lotsenfunktion“ effektiv wahrzunehmen.

Ziel

Ziel des Projekts NaviPAD ist die Entwicklung einer öffentlich zugänglichen Datenbank zu regionalen, sozialen Unterstützungsangeboten, um die vorhandene Versorgungslücke zu überbrücken. Mithilfe intuitiver Such- und Filterfunktionen werden passende soziale Beratungs- und Hilfsangebote gebündelt und angezeigt. Das System schafft eine strukturierte Schnittstelle zwischen medizinischer Versorgung und sozialer Infrastruktur. Es erleichtert den Zugang zu Hilfsangeboten, reduziert Suchaufwand und stärkt die Handlungskompetenz der Praxen im Umgang mit komplexen Lebenslagen. So wird das medizinische Personal entlastet, die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitswesen und Sozialer Arbeit gestärkt und eine bedarfsgerechte Versorgung sichergestellt.

Das Projekt wird worerst mit vier sächsischen Landkreisen (Stadt Leipzig, Landkreis Leipzig, Landkreis Nordsachsen und Vogtlandkreis) zusammen erprobt, um die Bedarfe in städtischen und ländlichen Regionen zu erfassen. Langfristig soll das System auf weitere Regionen erweiterbar und potenziell auch bundesweit adaptierbar sein.

Zielgruppe

Die Datenbank soll vorrangig als innovatives Instrument für in hausärztlichen Praxen tätige Ärzt:innen und medizinische Fachangestellte dienen. Sie sind unmittelbar mit sozialen Problemlagen ihrer Patient:innen konfrontiert und haben eine Lotsenfunktion im Gesundheitssystem. Im Austausch über die Projektidee sind weitere Anwendungsmöglichkeiten sichtbar geworden: das Entlassmanagement in Krankenhäusern, der kassenärztliche Bereitschaftsdienst und Rettungsdienst, Onkologie, Pädiatrie und viele mehr. Gleichzeitig ist die Datenbank für alle kostenfrei nutzbar, die soziale Unterstützungsmöglichkeiten für sich selbst, Angehörige oder Patient:innen und Klient:innen recherchieren wollen. Das System wird gezielt modular gestaltet, um mit geringem Anpassungsaufwand auf andere Regionen und Anwendungskontexte übertragbar zu sein.​

Projektplan (Arbeitspakete)

Arbeitspaket 1 – Bedarfserhebung

Durch Literaturrecherche und Gruppendiskussionen mit Mitarbeitenden aus Hausarztpraxen, Patient:innen und Sozialarbeitenden werden relevante soziale Bedarfe in der Hausarztpraxis sowie bestehende Beratungsangebote identifiziert. Anschließend wird beides zusammengeführt und in eine Übersicht zu relevenaten Themebereichen strukturiert. 

Arbeitspaket 2 – Webbasierte Datenbank

Die Anforderungen an Inhalte und Funktionalitäten der webbasierten Datenbank werden zunächst in Gruppendiskussionen ermittelt und anschließend durch ein Pre-Testing des Prototypen gezielt angepasst. Darauf aufbauend werden Anbieter sozialer Unterstützungsangebote für die Einpflege ihrer Angebote gewonnen und die Datenbank bei potenziellen Nutzenden bekannt gemacht.

Arbeitspaket 3 – Datenauswertung und Publikation

Die Ergebnisse des Projekts werden im Rahmen einer Fachpublikation wissenschaftlich aufbereitet. Die Fortschritte und Ergebnisse des Projekts werden zudem durch Kongressbeiträge, Online-Updates zum Projektverlauf, Flyer und weitere Formate der Wissenschaftskommunikation einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Förderung

Gefördert durch den Europäischen Sozialfonds PLUS (ESF PLUS) und das Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vertreten durch die Sächsischen Aufbaubank im Rahmen der ESF Plus-Richtlinie des SMS – „Förderung von Beschäftigungschancen, Beschäftigung und Soziale Integration - Zukunftsplattform und Modellvorhaben“

Förderzeitraum: 01.2026 - 12.2027  ​

Termine

02.10.2026 Posterbeitrag beim DEGAM Jahres-Kongress in Göttingen

27.10.2026 von 11:30 – 12:00 Projektupdate (digital via Zoom) – bei Interesse melden Sie sich gern über navipad@medizin.uni-leipzig.de

27.10.2026 von 14:30 – 20:00Uhr Teilnahme beim Forum Soziale Innovation Sachsen

Kontakt

​PROJEKTLEITERIN
Dr. rer. med. Anne Marie Schrimpf

PROJEKTMITARBEITENDE
Dr. rer. nat. Annett Bräsigk                                                                           Stefanie Fischer                                                                                                Paula Fuldner

E-Mail senden​
0341 – 97 10257

Weitere Plattform: https://sinn-sachsen.de/navipad


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Philipp-Rosenthal-Str. 55, Haus W
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 15710 (Chefsekretariat)
Fax:
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