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Informationen für Studierende

Studentisches Curriculum

​Ziel der Lehrveranstaltung

Die Strahlentherapie (Radioonkologie) ist nach der Operation die wichtigste Behandlungsmaßnahme in der kurativen Krebstherapie. Ca. 50 Prozent aller Tumorpatienten benötigen im Verlaufe ihrer Erkrankung eine Radiotherapie. Die Lehrveranstaltung bietet eine Einführung in das Fach Radioonkologie und vermittelt Wissen auf dem Gebiet der technischen und methodischen Grundlagen der Strahlentherapie bösartiger Tumoren und gutartiger Erkrankungen. Neben Vorlesungen und Seminaren in Kleingruppen werden auch Unterrichtsveranstaltungen am Krankenbett abgehalten. Die Veranstaltungen erfolgen zwar innerhalb des Querschnittbereiches 1, sind aber im Wesentlichen praktisch klinisch ausgerichtet.

Lehrinhalt

Physikalische Grundlagen

  • Entstehung und Eigenschaften ionisierender Strahlen, Elektromagnetische und Teilchenstrahlung sowie der in der Strahlentherapie wichtigen umschlossenen Radionuklide.
  • Bedeutung und Definition wichtiger physikalischer Parameter oder Phänomene wie z.B. physikalische Halbwertszeiten, Reichweiten oder Wechselwirkung ionisierender Strahlung
  • Messung ionisierender Strahlen: Nachweismethoden in der Medizin
  • Strahlenschutz-Grundlagen der medizinischen und physikalischen Bestrahlungsplanung
  • Eigenschaften und Qualität von Bestrahlungsgeräten (Linearbeschleuniger, Brachytherapiegeräte)
  • Dosisverteilung, Bestrahlungspläne.

Biologische Grundlagen

  • Grundkenntnisse strahlenbiologischer Phänomene wie z.B. Abhängigkeit der biologischen Wirkung ionisierender Strahlen von der Strahlenqualität oder zytogenetische und zelluläre Antwort auf Bestrahlung
  • Definition strahlenbiologischer Parameter wie z.B. der relativen biologischen Wirksamkeit (RBW)
  • Strahlenbiologische Grundlagen der Bestrahlungskonzepte wie Erholungsphänomene; Repopulierung; fraktionierte Bestrahlung; Abhängigkeit der Strahlenwirkung vom bestrahlten Organ / Gewebe und Volumen
  • Strahlenspätschäden; frühe und späte Strahlenreaktionen; Mutationen /Chromosomen-Aberrationen (Typen, Abhängigkeit vom Zellzyklus); Reparaturmec hanismen
  • Strahlenempfindlichkeit und Einflussgrößen wie Zellzyklusphase und der Sauerstoffkonzentration
  • Strahlenempflindlichkeit spezieller Gewebe und Organe ,Hämatopoetisches, gastrointestinales und zentralnervöses, Strahlensyndrom
  • strahleninduzierte Spätwirkungen beim Menschen; stochastische / deterministische Effekte (z.B. Degenerative Veränderungen, Hypoplasie, Gefäßwandveränderungen, Fibrosen, Kataraktbildung, Induktion maligner Neoplasien)
  • Wirkung kleiner Strahlendosen (auch bei gutartigen Erkrankungen)
  • Strahlenwirkung auf die pränatale Entwicklung; Keimabtötung vor der Implantation; Induktion von Fehlbildungen in Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium des Keimlings / Embryos / Fetus inklusive Wachstumsstörungen

Technische und Methodische Grundlagen der Strahlentherapie bösartiger Tumoren und gutartiger Erkrankungen

  • Bestrahlungsgeräte, Strahlenarten und Strahlenqualitäten (z.B. Photonen-, Teilchenstrahlung; Teilchenbeschleuniger, Behandlung mit umschlossenen radioaktiven Strahlen – Kontakttherapie, interstitielle / endoluminale Brachytherapie; Intraoperative Radiotherapie; Stereotaktische Strahlentherapie)
  • Bestrahlungsplanung Methoden der Tumorlokalisation (Therapie-Simulator, Computertomographie, Ultraschall, Kernspintomographie)
  • Begriffsdefinitionen (z.B. Tumorvolumen, Zielvolumen, Räumliche Dosisverteilung, Isodosen)
  • Bestrahlungsplan und -dokumentation
  • Bestrahlungstechniken (Einzelfeld-, Gegen- und Mehrfeldtechniken, Bewegungsbestrahlung und spezielle Bestrahlungstechniken, 3-D-Planung, intensitätsmodulierte Radiotherapie)
  • Feldbeeinflussung (Kompensatoren, Satelliten, Keilfilter, Moulagen, Multileaf-Kollimator)
  • Lagerungshilfen, Fixationen (Masken)
  • Felddokumentation und - kontrolle (Verifikation, Megavoltimaging)

Klinische Strahlentherapie und Radioonkologie

  • Radioonkologie maligner Tumoren (Richtlinien zur radioonkologischen Behandlung: multidisziplinäre Indikationsstellung, Erstellung eines Behandlungsplanes, Behandlungsbegleitung, Nachsorge, klinisches Krebsregister)
  • Therapieziele der Radioonkologie (kurative und palliative Behandlung, adjuvante Bestrahlung, primäre, prä-, intra- und postoperative Strahlentherapie)
  • Kombination mit anderen Therapien (Radiochemotherapie, Kombination mit hormoneller Therapie, Hyperthermie, Strahlensensibilisierende Substanzen)
  • Tumordosis: verordnete Strahlendosis (Gesamtdosis, Einzeldosis, Fraktionierung) als Funktion der Tumorgröße, Histologie, Sauerstoffversorgung, Lokalisation

Perkutane kurative Strahlentherapie

  • Grundlagen der Strahlenbehandlung von primären und sekundären Hirntumoren, Tumoren der Orbita, des Gesichtsschädels und Halses, maligne primäre und sekundäre Lymphome sowie hämatopoetische Erkrankungen, Bronchialkazinom, Mammakarzinom, Ösophaguskarzinom, Tumoren der Bauchhöle, urogenitale Malignome, Rektum- und Analkarzniom, Malignome der Haut, Weichteilsarkome, pädiatrische Tumoren.
  • akute Nebenwirkungen an gesunden Geweben, Spätfolgen

Palliative Strahlentherapie

  • Indikationen, Notfälle (z. B. akutes Querschnittssyndrom, obere Einflußstauung); Schmerzbehandlung von Knochen- und Weichteilmetastasen, Indikation bei Statikgefährdung

Strahlentherapie gutartiger Erkrankungen

  • Indikationen: entzündungs- und Reizbestrahlung, vaskuläre Strahlentherapie

Anwendung umschlossener Strahler

  • Wichtige Anwendungen der intrakavitären und interstitiellen Bestrahlung, Spickung; Kombination mit Perkutanbestrahlung: gynäkologische Karzinome, Tumoren des Gesichtsschädels, endobronchiale Bestrahlung, endoluminäre Strahlentherapie des Ösophagus-, Gallenwegs- und Rektumkarzinoms

Blockpraktikum - Unterricht am Krankenbett

Im Rahmen der studentischen Pflichtveranstaltung des vorklinischen Praktikums im 4. Semester erfolgt praktischer Unterricht am Krankenbett. Im Mittelpunkt steht die praktische Anwendung des vermittelten Wissens innerhalb des Kursus Strahlentherapie im 5. Semester (1. klinisches Semester) sowie den Vorlesungen im 6. und 9. Semester. Ziel der Lehrveranstaltung ist es, das erworbene Wissen fallorientiert anzuwenden und im Dialog mit dem Tutor am Krankenbett die Diagnose zu stellen, gemeinsame Behandlungskonzepte zu entwickeln, die Therapieerfolge sowie Nebenwirkungen zu diskutieren.
 

Lernunterlagen

Bamberg M, Molls M, Sack H (Eds.) Radio-Onkologie. Lehrbuch Band I und II, Zuckschwerdt Verlag München 2003, 2004, 2009
DeVita, V., S. Hellman, S.A. Rosenberg: Cancer - Principles & Practice of Oncology, 6th Edition, Lippincott Williams & Wilkins 2001

Lehrveranstaltungen

​Die studentische Ausbildung im Fach Radioonkologie besteht aus Vorlesungen und Seminaren in Kleingruppen. Außerdem werden Unterrichtsveranstaltungen am Krankenbett abgehalten. Die Veranstaltungen erfolgen zwar innerhalb des Querschnittbereiches 1, sind aber im Wesentlichen praktisch klinisch ausgerichtet. Informationen zu den Lehrveranstaltungen und Terminen finden Sie im Studierendenportal der Universitätsmedizin Leipzig.

Lehrmaterialien

Sämtliche Lehrmaterialien der Vorlesungen und Kurse stellen wir Ihnen online zur Verfügung. Darüber hinaus kann das Wissen auf dem Fachgebiet der Radioonkologie anhand praktischer Fallbeispiele vertieft werden.

Die Vorlesungs- und Kursmaterialien können über das Studierendenportal der Universitätsmedizin Leipzig abgerufen werden.

Praktische Fallbeispiele

Anleitung zum Umgang

Die Fallsammlung ist für Studierende des 7. und 9. Semesters sowie für das Praktische Jahr bestimmt. Der Aufbau des Falls orientiert sich an den praktischen Fallvorstellungen auf der Station STR1 beim Unterricht am Krankenbett. Liegt noch kein Vorwissen im Hinblick auf die Tumorerkrankung vor, empfiehlt es sich, zunächst den entsprechenden Abschnitt im Teil Krankheitsbilder  durchzulesen bzw. in entsprechenden Lehrbüchern die Kenntnisse zu vertiefen. Es empfiehlt sich zudem, nach Fallbearbeitung die korrespondierende Präsentation durchzusehen. Die Präsentationen illustrieren den Fall durch Darstellung der Grundlagen und Hintergründe (z.B. Darstellung von Ergebnissen klinischer Studien, die die Vorgehensweisen des bearbeiteten Falles begründen).

Struktur der Fälle und Fallbearbeitung

Die Fälle sind chronologisch aufgebaut und folgen den Schritten Anamnese, Untersuchung, weiterführende Diagnostik, Diagnosestellung bis zur Therapie. Die Fälle basieren auf Informationen von Originalpatienten.
Die Grundstruktur der Folien besteht aus folgenden Unterpunkten:

  • Beschreibung des klinischen Szenarios
  • Hieraus resultieren Fragen, die auf den folgenden Folien beantwortet werden

Bevor diese folgende Folie bearbeitet wird, ist es ratsam, die Fragen im Vorfeld zu beantworten bzw. sich Notizen zur weiteren Vorgehensweisen zu machen und anschließend mit den tatsächlich durchgeführten Schritten bzw. Antworten zu vergleichen. Zu bestimmten Schritten werden Kommentare ergänzt, um die einzelnen Schritte detaillierter zu erläutern. Weiterführende Informationen zu den Krankheitsbildern finden Sie in den Lehrmaterialien der Strahlentherapie im Studierendenportal sowie im Abschnitt Krankheitsbilder dieser Website (direkte Links in der Tabelle).

ThemaWeiterführende Informationen​Fallbeispiele
​Mammakarzinom​​MammakarzinomFallbeispiel
​Prostatakarzinom​​Prostatakarzinom​Fallbeispiel
​RektumkarzinomRektumkarzinom​Fallbeispiel
Niedriggradiges Gliom​Niedriggradiges Gliom​Fallbeispiel

 

Weitere Kursmaterialien finden Sie im Studierendenportal.

Stephanstr. 9a, Haus 5.2
04103 Leipzig
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0341 - 97 18400 (Sekretariat)
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