| Kraft schöpfen – Hoffnung pflanzen | Universitätsklinikum Leipzig
B
Schnelle Hilfe im Notfall Paul-List-Straße 27, Haus 4.1
04103 Leipzig Liebigstraße 20a, Haus 6
04103 Leipzig Mit der Aktion, die in diesem Jahr | <img alt="Krebspatient:innen, Angehörige und medizinisches Personal des UKL haben auf dem „Waldtag 2025“ in der Oranienbaumer Heide weitere rund 8.000 junger „Kraft-Bäume“ gepflanzt." src="/presse/PressImages/Pflanzaktion-Foto-Sandra-Michaelis-klein-691459f98fe58.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-11-11T23:00:00Z | Leipzig. Am vergangenen Sonnabend haben die Teams der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) sowie des Mitteldeutschen Krebszentrums (CCCG) gemeinsam mit Patient:innen und Angehörigen erneut zu Spaten und Gummistiefeln gegriffen und in der Dübener Heide weitere rund 8.000 junger „Kraft-Bäume“ gepflanzt. Mit der Aktion, die in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in Folge stattfand, wird nicht nur ein Zeichen im Kampf gegen den Krebs gesetzt und Raum für Kraft und Verbundenheit geschaffen, sondern die Aufforstung der Oranienbaumer Heide tatkräftig unterstützt. | <p>Inzwischen kann man schon von einer Tradition sprechen: Bereits zum dritten Mal trafen sich in diesem Jahr Krebspatient:innen, Überlebende, Familienmitglieder, Freunde, Angehörige von Selbsthilfegruppen und alle, denen der Kampf gegen den Krebs am Herzen liegt – insgesamt rund 90 Personen – , in der Dübener Heide und haben dort dafür gesorgt, dass der „Wald der strahlenden Hoffnung“ weiter anwächst. Indem sie mit eigenen Händen rund 8.000 neuer „Kraft-Bäume“ in die Erde brachten, unterstützen sie nicht nur die Maßnahmen zur Aufforstung in der Revierförsterei <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.mittelelbe.com/projekte/oranienbaumer-heide/">Oranienbaumer Heide</a>, sondern schaffen durch das bewusste Pflanzen jeden Baumes Raum für Kraft und Verbundenheit. Wie bereits in den Vorjahren wurden den Bäumen auch diesmal wieder kleine Tafeln mit ganz persönlichen Wünschen oder individuellen Momenten der Erinnerung mitgegeben.<br><br>„Bäume stehen für die Kraft des Lebens und für Nachhaltigkeit“, betont Prof. Nils Nicolay, Direktor der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/strahlentherapie">Klinik für Strahlentherapie</a> am <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/">Universitätsklinikum Leipzig</a> und Initiator der Aktion. „Sie symbolisieren damit wesentliche Eigenschaften beim Kampf gegen den Krebs – Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen, aber auch Geduld. Auf der anderen Seite sind sie Ausdruck von Hoffnung im Kampf gegen die Erkrankung und gleichzeitig ein Zeichen für Beständigkeit und Stärke. Indem sich viele Menschen, die auf unterschiedliche Weise von der Krankheit betroffen sind beziehungsweise mit ihr zu tun haben, einmal im Jahr zu der Pflanzaktion zusammenfinden, entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, das es dem Einzelnen erleichtert, neuen Mut sowie neue Energie und Vertrauen zu schöpfen.“<br><br>Begonnen wurde im Jahr 2023 mit rund 4.000 Setzlingen. Im vergangenen Jahr wuchs der neue Wald weiter an – auf eine mittlerweile fünfstellige Zahl kleiner Ahornbäume, Eichen und Vogelkirschen – allesamt trockenheitsresistente Arten, die gut mit sich ändernden klimatischen Bedingungen zurechtkommen. Auf lange Sicht soll so ein viele Hektar großer „Wald der strahlenden Hoffnung“ entstehen. <br><br>Unterstützt wird die Aktion durch die <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.krebshilfe.de/">Deutsche Krebshilfe</a> sowie die Revierförsterei Oranienbaumer Heide. Diese übernimmt die Vorbereitung und die langfristige Pflege der Bäume. Die Oranienbaumer Heide, ein ehemaliger Truppenübungsplatz, wurde 2023 als „Projekt des Jahres“ der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen ausgezeichnet.</p> |
| Hochmoderner Linearbeschleuniger am Universitätsklinikum Leipzig feierlich eingeweiht | Universitätsklinikum Leipzig
B
Schnelle Hilfe im Notfall Paul-List-Straße 27, Haus 4.1
04103 Leipzig Liebigstraße 20a, Haus 6
04103 Leipzig Das hochmoderne Gerät vom Typ ETHOS | <img alt="Feierliche Inbetriebnahme des neuen Linearbeschleunigers durch Staatsminister Sebastian Gemkow (3. v. r.), gemeinsam mit Dr. Robert Jacob (Kaufmännischer Vorstand UKL), Franziska Bell (Kaufmännische Departmentleiterin UKL), Prof. Dr. Christoph Josten (Medizinischer Vorstand UKL), Prof. Dr. Dr. Nils Nicolay (Direktor Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie UKL), sowie Jacqueline Sonnabend (Leitende Medizinische Technologin für Radiologie - v. l. n. r.)" src="/presse/PressImages/Linearbeschleuniger-C-Rico-Thumser-68d12e9b22d62.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-09-21T22:00:00Z | Leipzig. Am heutigen Tag (22. September, d. Red.) beginnt ein neues Kapitel der personalisierten Krebstherapie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL): Mit einem neuen ETHOS-Linearbeschleuniger steht der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie ein in Sachsen bisher einzigartiges online-adaptives Strahlentherapiesytem zur Verfügung. Sebastian Gemkow, Sächsischer Staatminister für Wissenschaft, nahm den Linearbeschleuniger in Anwesenheit von Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Gesundheitswesen feierlich in Betrieb. | <p>Das hochmoderne Gerät vom Typ ETHOS steht für einen innovativen Behandlungsansatz: Durch die Kombination aus schneller und hochauflösender Bildgebung, leistungsfähiger Rechenkapazität und künstlicher Intelligenz (KI) wird für die Patient:innen bei jeder Bestrahlungssitzung ein neuer, maßgeschneiderter Bestrahlungsplan erstellt. Dies geschieht unmittelbar vor Beginn der Bestrahlung und berücksichtigt aktuelle Veränderungen von Tumorgröße und Organlage, sodass die Strahlentherapie in Echtzeit auf die tagesaktuelle Situation angepasst werden kann. Dies bedeutet: Von der ersten Planung über eine eventuelle Anpassung direkt auf dem Behandlungstisch bis zur lückenlosen Überwachung des Bestrahlungsvorgangs kann die Therapie noch genauer an jede Patientin beziehungsweise jeden Patienten adaptiert werden. Dabei bewerten Fachärzt:innen und Medizinphysiker:innen des <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/">Universitätsklinikums Leipzig</a> gemeinsam mit dem System die aktuelle Bildgebung und steuern den Entscheidungsprozess, bei dem die KI konkrete Vorschläge zur Anpassung des Bestrahlungsplans unterbreitet, die dann ärztlich geprüft, nachjustiert und freigegeben werden.<br><br>Mit dem neuen Linearbeschleuniger erweitert sich das Spektrum der radioonkologischen Behandlungsmöglichkeiten am UKL, wovon vor allem die Patient:innen profitieren: Indem das Gerät in der Lage ist, eine taggenaue Anpassung unmittelbar während des Bestrahlungsprozesses durchzuführen, können die individuelle Anatomie der zu bestrahlenden Personen sowie die aktuelle Position des Tumors stärker als bisher berücksichtigt werden. Somit erhöhen sich für Patient:innen mit dem neuen Gerät die Chancen auf eine erfolgreiche und vor allem schonende Behandlung noch einmal deutlich.<br><br>„Das ETHOS-System bedeutet für uns einen weiteren großen Schritt in Richtung der Vision einer personalisierten Therapie“, betont Prof. Dr. Dr. Nils Nicolay, Direktor der <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/strahlentherapie">Klinik für Strahlentherapie am UKL</a>. „Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Schutz umliegender Organe wird verbessert, Nebenwirkungen werden reduziert und die Chancen auf einen Therapieerfolg steigen. Auch der Komfort für Patient:innen steigt, da aufwändige Zwischenuntersuchungen oder Bestrahlungsunterbrechungen durch Lageveränderungen entfallen.“<br><br>Für Prof. Christoph Josten, den Medizinischen Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, steht die Inbetriebnahme dieser technologischen Innovation beispielhaft für die enge Verzahnung menschlicher, medizinischer Expertise mit maschineller Intelligenz am UKL: „Der neue Linearbeschleuniger ersetzt nicht nur das bisherige Modell, sondern steht für einen Paradigmenwechsel in der Strahlentherapie: Weg von standardisierten, hin zu intelligent personalisierten Behandlungspfaden – unterstützt durch Künstliche Intelligenz und gleichzeitig getragen von ärztlicher Kompetenz. Er reiht sich damit ein in die Riege von Innovationen, die wir in den zurückliegenden Monaten als Weiterentwicklung unseres medizinischen Leistungsspektrums eingeführt haben – stets mit dem Ziel, unseren Patient:innen die modernste Technik, die fortschrittlichsten Behandlungsmethoden und somit die bestmögliche medizinische Versorgung zur Verfügung zu stellen.“ An Staatsminister Gemkow gewandt, dankte Prof. Josten dem Freistaat Sachsen ausdrücklich für die Unterstützung und für die Bereitstellung der finanziellen Mittel für diese umfangreiche Investition. „Wir schätzen es sehr, dass der Freistaat trotz angespannter Haushaltslage zuverlässig die materiellen Voraussetzungen für eine auch in Zukunft hochmoderne und hochleistungsfähige Leipziger Universitätsmedizin schafft“, so der Vorstand.<br><br>Sebastian Gemkow betonte: „Das<a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.smwk.sachsen.de/"> Sächsische Wissenschaftsministerium</a> hat allein seit 2020 zusätzlich zur regulären Finanzierung von zum Beispiel Universitätsklinika mehr als 100 Millionen Euro in Projekte der Gesundheitsforschung investiert. Das Engagement gilt auch und insbesondere der Krebsforschung und -therapie. Exemplarisch für diese Politik steht der Linearbeschleuniger, der jetzt seinen Dienst aufnehmen kann. Er ist eine konkrete Investition in die persönliche Zukunft der Patientinnen und Patienten. Damit wird Leipzig als Standort medizinischer Spitzenforschung und exzellenter Patientenversorgung weiter gestärkt.“</p> |
| Adaptive Strahlentherapie mit künstlicher Intelligenz schafft deutliche Erweiterung des Spektrums radioonkologischer Behandlungsmöglichkeiten am UKL | Universitätsklinikum Leipzig
B
Schnelle Hilfe im Notfall Paul-List-Straße 27, Haus 4.1
04103 Leipzig Liebigstraße 20a, Haus 6
04103 Leipzig Mit dem ETHOS-System verfügt das UKL | <img alt="Mit dem ETHOS-System verfügt das UKL jetzt über ein hochmodernes System, mit dem unmittelbar vor Behandlungsbeginn ein maßgeschneiderter Bestrahlungsplan erstellt werden kann." src="/presse/PressImages/IMG-0184-1-682de7d751240.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-05-21T22:00:00Z | Leipzig. Mit der Inbetriebnahme des hochmodernen ETHOS-Systems hat am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ein neues Kapitel der personalisierten Krebsbehandlung begonnen. Ab sofort steht der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie ein in Sachsen bisher einzigartiges adaptives Strahlentherapiesystem zur Verfügung, das die Behandlungspläne in Echtzeit dynamisch an die tagesaktuelle Anatomie der Patient:innen anpasst und damit eine noch präzisere, wirksamere und individuellere Krebstherapie ermöglicht. | <p>Im Zentrum steht ein innovativer Behandlungsansatz: Durch die Kombination aus hochauflösender Bildgebung, leistungsfähiger Rechenkapazität und künstlicher Intelligenz (KI) wird täglich ein neuer maßgeschneiderter Bestrahlungsplan erstellt – unmittelbar vor Beginn der Behandlung. Das Verfahren berücksichtigt aktuelle Veränderungen von Tumorgröße und Organlage, sodass die Strahlentherapie in Echtzeit modifiziert werden kann. Dies bedeutet: Von der ersten Planung über eine eventuelle Anpassung direkt auf dem Behandlungstisch bis zur lückenlosen Überwachung des Bestrahlungsvorgangs kann die Behandlung noch individueller an der jeweiligen Patientin beziehungsweise dem Patienten ausgerichtet werden. Dadurch erweitert sich das Spektrum der radioonkologischen Behandlungsmöglichkeiten am UKL noch einmal deutlich. Für die Patient:innen haben sich dadurch die Chancen für eine erfolgreiche und schonende Behandlung weiter erhöht.</p><p> </p><p>„Das ETHOS-System bringt uns einen weiteren großen Schritt näher an die Vision einer personalisierten Therapie“, betont Prof. Dr. Dr. Nils Nicolay, <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/einrichtungen/strahlentherapie">Direktor der Klinik für Strahlentherapie am UKL</a>. „Indem das Gerät in der Lage ist, eine adaptive Behandlung direkt während des Bestrahlungsprozesses durchzuführen, rücken die zu bestrahlenden Personen mit ihrer individuellen Anatomie sowie die aktuelle Position des Tumors stärker als bisher ins Zentrum. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Schutz umliegender Organe wird verbessert, Nebenwirkungen werden reduziert und die Chancen auf einen Therapieerfolg steigen. Auch der Komfort für Patient:innen steigt, da aufwändige Zwischenuntersuchungen oder Bestrahlungsunterbrechungen durch Lageveränderungen entfallen.“</p><p>Die technologische Innovation basiert auf einer engen Verzahnung menschlicher Expertise mit maschineller Intelligenz. Medizinphysiker:innen und Fachärzt:innen des <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="/">Universitätsklinikums Leipzig</a> bewerten gemeinsam mit dem System die aktuelle Bildgebung und steuern den Entscheidungsprozess, bei dem die KI konkrete Vorschläge zur Anpassung des Bestrahlungsplans unterbreitet.</p><p>Das ETHOS-System ersetzt nicht nur das bisherige Modell, sondern steht für einen Paradigmenwechsel in der Strahlentherapie: Weg von standardisierten, hin zu intelligent personalisierten Behandlungspfaden – unterstützt durch KI, getragen von ärztlicher Kompetenz.</p> |
| Herzzentrum Leipzig und Universitätsklinikum Leipzig arbeiten bei neuer Therapiemethode für Herzrhythmusstörungen zusammen | Universitätsklinikum Leipzig
B
Schnelle Hilfe im Notfall Paul-List-Straße 27, Haus 4.1
04103 Leipzig Liebigstraße 20a, Haus 6
04103 Leipzig Franziska Nägler (v. l. n. r | <img alt="Priv.-Doz. Dr. med. Sotirios Nedios, Priv.-Doz. Dr. med. Kerstin Bode, Daniel Hrivnak, Prof. Dr. Dr. med. Nils Nicolay, Dr. med. Franziska Nägler (v. l. n. r.)" src="/presse/PressImages/pic_20250204170234_46389f11f0.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-02-09T23:00:00Z | Das Herzzentrum Leipzig und das Universitätsklinikum Leipzig haben erfolgreich eine neue Therapiemethode bei einem Patienten mit einer potenziell lebensgefährlichen Herzrhythmusstörung angewendet. Bei der sogenannten "stereotaktischen Arrhythmie-Radioablation" (STAR) wird das betroffene Gewebe in einem hochmodernen Verfahren mit einer hochdosierten Strahlung in höchster Präzision behandelt, um die elektrische Erregbarkeit dieses Areals zu vermindern. Das neue Verfahren wollen beide Kliniken auch künftig gemeinsam anbieten. | <p>Patienten mit schwersten Herzerkrankungen, wie sie etwa nach einem Herzinfarkt auftreten, leiden häufig an Herzrasen aus den Herzkammern (ventrikuläre Tachykardie) - einer potenziell lebensgefährlichen Herzrhythmusstörung. Im Normalfall wird hier eine kathetergestützte Ablation durchgeführt, bei der die betroffenen Gewebeareale im Herzen gezielt verödet werden. Doch bei manchen Patienten sind diese Areale nur schwer zugänglich oder die Ablation zeigt keine ausreichende Wirkung. <br><br>Mit der stereotaktischen Arrhythmie-Radioablation (STAR) können genau diese Herausforderungen überwunden werden. Dabei handelt es sich um ein nicht-invasives hoch präzises Verfahren, bei dem die betroffenen Narbenareale des Herzens sehr genau und einmalig mit hochdosierter Strahlentherapie behandelt werden. Dies verändert die elektrische Erregbarkeit des Herzens und minimiert so das Risiko weiterer potentiell lebensgefährlicher Rhythmusstörungen. <br><br>Die Therapie ist möglich durch die enge Zusammenarbeit der Abteilung für Rhythmologie am <a href="https://www.helios-gesundheit.de/standorte-angebote/kliniken/leipzig-herzzentrum/">Herzzentrum Leipzig</a> unter Leitung von Priv.-Doz. Dr. med. Kerstin Bode und der zum <a href="/">Universitätsklinikum Leipzig</a> gehörenden <a href="/einrichtungen/strahlentherapie">Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie</a> unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Dr. Nils Nicolay. <br><br><strong>Für welche Patientengruppen kommt STAR in Frage?<br><br></strong>Die STAR-Therapie bietet sich insbesondere für zwei Gruppen von Patienten an:<br><br>- Patientinnen und Patienten mit schwersten strukturellen Herzerkrankungen, bei denen die medikamentöse Therapie und die vorangegangenen Ablationen nicht den gewünschten Effekt erzielt haben.<br><br>- Patientinnen und Patienten mit einer oder zwei mechanischen Herzklappen, bei denen eine kathetergestützte Behandlung aufgrund technischer Einschränkungen nicht durchführbar ist.<br><br><strong>Technik und Herausforderungen der STAR-Therapie<br><br></strong>Im Gegensatz zu statischen Organen wie Darm oder Leber bewegt sich das schlagende Herz ständig - eine der großen Herausforderungen bei der Planung und Durchführung der Bestrahlung. "Um die betroffenen Areale möglichst präzise lokalisieren zu können, fusionieren wir die Bilddaten aus der CT-Untersuchung mit elektrophysiologischen Mapping-Daten, die im Vorfeld erstellt wurden", erläutert Privatdozentin Dr. Kerstin Bode. "So können wir die krankheitsverursachenden Bereiche in der Bildgebung millimetergenau identifizieren und markieren. Ziel ist es, die umliegenden Gewebe bei der Bestrahlung so wenig wie möglich zu beeinträchtigen." Die aufwendige Vorbereitung wurde federführend durch Privatdozent Dr. Sotirios Nedios aus dem Herzzentrum und Dr. Franziska Nägler aus der Poliklinik für Strahlentherapie umgesetzt.<br><br><strong>Genauigkeit im Millimeterbereich<br><br></strong>"Die Bestrahlung erfolgt unter Einsatz eines sogenannten Linearbeschleunigers der neuesten Generation. Wir erreichen dadurch eine hochpräzise Kontrolle der Strahlendosis mit einer Genauigkeit im Millimeterbereich", erläutert Prof. Nils Nicolay. "Durch die spezielle Konstruktion des Gerätes sind wir in der Lage, selbst kleinste Bestrahlungsbereiche sicher mit der notwendigen hohen Dosis zu versorgen. Zusätzlich ermöglichen es modernste Bildgebungssysteme im Behandlungsraum, in Echtzeit die Bewegung von Herz und Lunge zu überwachen und kleinste Abweichungen während der Behandlung sofort zu korrigieren." Die Behandlung ist für den Patienten absolut schmerzfrei und kann bei vollem Bewusstsein durchgeführt werden. <br><br>Bei dem ersten Patienten zeigte sich schon nach wenigen Wochen eine deutliche Beruhigung der Herzrhythmusstörungen. Dieser Erfolg - insbesondere, weil alle Therapien davor keine Besserung gebracht hatten - bestärkte Herzzentrum Leipzig und Universitätsklinikum Leipzig darin, weiterhin eng für die Behandlung dieser gefährlichen Rhythmusstörungen zusammenzuarbeiten. Ziel ist es, durch die Verbindung von fachlicher Expertise und hochmoderner Technik den Patienten diese vielversprechende neue Therapiemethode anzubieten und sie während ihrer Behandlung nahtlos begleiten zu können.<br><br><strong>Neue Lebensqualität<br><br></strong>Der Patient, der 37-jährige Daniel Hrivnak, war bei bester Gesundheit, als eine zunächst unentdeckte Herzmuskelentzündung sein Herz stark beschädigte. Er kollabierte im Schwimmbad mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen und musste reanimiert werden. Seitdem kämpfte der gebürtige Quedlinburger mit immer wiederkehrenden Herzrhythmusstörungen. Nach medikamentöser Therapie und mehreren Ablationen, die das Herzrasen nicht beheben konnten, wurde ihm zur Strahlentherapie geraten. "Mir wurde letztes Jahr, passend zu Weihnachten, neue Lebensqualität geschenkt - vom bettlägerigen Patienten werde ich langsam wieder zum alltagstauglichen Menschen. Seit dem Eingriff hatte ich keine einzige lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung mehr. Meine Familie und ich sind den Ärzten vom Herzzentrum Leipzig und dem Universitätsklinikum Leipzig unendlich dankbar", beschreibt Hrivnak. <br><br><strong>Für Rückfragen zur STAR-Therapie können sich Patientinnen und Patienten gerne wenden an:<br><br></strong>- Kommunikationscenter der Abteilung für Rhythmologie am Herzzentrum Leipzig: Telefon: (0341) 865-1413, -1431 oder per E-Mail unter termine.herzzentrum@helios-gesundheit.de<br><br>- Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Leipzig; Telefon: (0341) 97-18400 / E-Mail: strahlen@medizin.uni-leipzig.de<br><br>- Rhythmologische Ambulanz, Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig; Telefon: (0341) 97-12415 / E-Mail: kardiologie@uniklinik-leipzig.de</p> |
| UKL nimmt weiteren hochmodernen Linearbeschleuniger in Betrieb | Universitätsklinikum Leipzig
B
Schnelle Hilfe im Notfall Paul-List-Straße 27, Haus 4.1
04103 Leipzig Liebigstraße 20a, Haus 6
04103 Leipzig Mit dem "Go-live" – dem Beginn der | <img alt="Prof. Nils Nicolay, Direktor der Klinik für Strahlentherapie am UKL, und Jacqueline Sonnabend, leitende Medizinische Technologin für Radiologie, behandeln einen der ersten Patienten mit dem neuen Linearbeschleuniger." src="/presse/PressImages/pic_20250127091904_de7d2b90d5.jpg" style="BORDER:px solid;" /> | 2025-01-26T23:00:00Z | Leipzig. Mit dem "Go-live" – dem Beginn der Bestrahlung der ersten Patient:innen – hat an der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) in diesen Tagen ein weiterer hochmoderner Linearbeschleuniger den Regelbetrieb aufgenommen. Das Besondere an dem neuen Gerät: Mit ihm wird es möglich sein, eine so genannte adaptive Strahlentherapie durchzuführen. Dies bedeutet: Von der ersten Planung über eine eventuelle Anpassung direkt auf dem Behandlungstisch bis zur lückenlosen Überwachung des Bestrahlungsvorgangs kann die Behandlung individuell an der jeweiligen Patientin bzw. dem Patienten ausgerichtet werden. Dadurch erweitert sich das Spektrum der radioonkologischen Behandlungsmöglichkeiten am UKL noch einmal deutlich. | <p>Erst im September vergangenen Jahres war am <a href="/">Universitätsklinikum</a> ein neuer Linearbeschleuniger vom Typ Halcyon in Betrieb gegangen. Mit dem Halcyon 2 wurde nun ein fast baugleiches  "Zwillingsgerät" in Betrieb genommen - mit einem kleinen, aber wesentlichen Unterschied, nämlich der Möglichkeit zur adaptiven Bestrahlung in Echtzeit: Der neue Linearbeschleuniger verfügt über eine integrierte hochauflösende Computertomografie (CT)-Einheit, die laufend Bilder von Größe und Position des zu bestrahlenden Tumors wie auch der benachbarten Organe erstellt, während sich die Patientin bzw. der Patient auf dem Bestrahlungstisch befindet. Auf der Grundlage dieser Aufnahmen berechnet die Software des Gerätes mit Unterstützung künstlicher Intelligenz einen tagesaktuellen Bestrahlungsplan. Dadurch wird es den behandelnden Ärzt:innen sowie den beteiligten Medizinphysik-Expert:innen möglich, sozusagen "live" während einer Behandlung auf eventuelle Positions- und Größenveränderungen des Tumors zu reagieren. Bei der herkömmlichen Art der Bestrahlung musste bei auftretenden Lageänderungen jeweils eine neue CT durchgeführt und ein neuer Bestrahlungsplan erstellt werden, was zu zeitlichen Verzögerungen führte. Diese entfallen nunmehr. Von der noch präziseren Bestrahlung profitieren vor allem die Patient:innen. Für sie haben sich die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung weiter deutlich verbessert.<br><br>Für Prof. Nils Nicolay, Direktor der <a href="/einrichtungen/strahlentherapie">Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie am UKL</a>, liegen die Vorteile des neuen Linearbeschleunigers auf der Hand: "Mit der Fähigkeit des neuen Gerätes, eine adaptive Behandlung direkt während des Bestrahlungsprozesses durchzuführen, stehen die Patient:innen mehr denn je im Mittelpunkt. Indem die gesamte Strahlentherapie auf der individuellen Anatomie der zu bestrahlenden Person und der aktuellen Position des Tumors basiert, gehen wir den nächsten großen Schritt in Richtung einer personalisierten Behandlung."<br><br>Das für einen Betrieb im adaptiven Modus erforderliche Systemupdate wird voraussichtlich in wenigen Monaten erfolgen. Bis dahin wird der Linearbeschleuniger intensiv für hochpräzise Bestrahlungen in hoher Geschwindigkeit genutzt. Durch seine deutlich bessere Bildgebung garantiert er schon jetzt eine effizientere Strahlentherapie mit stark verkürzten Behandlungszeiten. Außerdem profitieren die Patient:innen von einem Plus an Komfort bei der Anwendung.<br><br>Mit Inbetriebnahme des neuen Halcyon verfügt Leipzigs größtes Klinikum nunmehr über zwei Geräte dieses Typs. Sie lösten die Vorgängermodelle vom Typ ARTISTE ab. "Obwohl diese über den vergleichsweise langen Zeitraum von 15 Jahren zuverlässig gearbeitet haben und wir damit tausende Bestrahlungen erfolgreich durchführen konnten, freuen wir uns, dass wir unsere Patient:innen nunmehr mit Hochtechnologie-Geräten, die den neuesten Stand der Technik verkörpern, behandeln können", sagt PD Dr. Christos Moustakis, leitender Medizinphysiker der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie am UKL.</p> |