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Behandlung von Brustkrebs

​Die systemische Therapie (Chemotherapie und Immuntherapie) erfolgt in Zusammenarbeit mit den Kollegen des Universitären Krebszentrums.

Operation

Die Operation ist nach wie vor Teil der Behandlung des Mammakarzinoms. Vielfach kann heute brusterhaltend operiert werden. Voraussetzung dafür ist ein einzelner, örtlich begrenzt wachsender Tumor. Darüber hinaus ist das Verhältnis der Größe des Tumors zur Größe der Brust entscheidend.

Ist der Tumor für eine brusterhaltende Therapie zu groß, kann er durch eine Chemotherapie zunächst verkleinert und dann entfernt werden. Diese Therapie wird als neoadjuvante oder präoperative Chemotherapie bezeichnet.

Wenn die gesamte Brust entfernt werden muss, hat jede unserer Patientinnen die Möglichkeit, sich über die Methoden der Wiederherstellung der Brustform zu informieren. Der Brustwiederaufbau kann mit Eigengewebe erfolgen, indem Haut- oder Muskelgewebe verschoben bzw. verpflanzt wird. Alternativ oder in Kombination können Implantate aus Kunststoffhüllen mit meistens Silikongel - Füllung eingelegt werden. Auch eine Brustwarze kann durch Hautverpflanzung und/oder Tätowierung rekonstruiert werden.

Soll die Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe erfolgen, kann sie sich dazu bei den Kollegen der plastischen Chirurgie im Haus informieren.

Die Lymphknoten in der Achselhöhle der betroffenen Seite werden sowohl bei der brusterhaltenden Operation als auch bei der Mastektomie zur histologischen Untersuchung entnommen. In den meisten Fällen wird der Wächter- oder Sentinel-Lymphknoten entfernt.

Bestrahlung

Die Bestrahlung der Brust mit energiereicher Strahlung dient dem Ziel, das Risiko für ein Wiederauftreten des Tumors zu vermindern und kann das Überleben nach einer Brustkrebserkrankung verlängern. Sie erfolgt nach nahezu jeder brusterhaltenden Operation und in Abhängigkeit des histologischen Befundes auch nach einer Mastektomie.

Die Bestrahlung erfolgt, sobald die Wundheilung abgeschlossen ist, also frühestens drei Wochen nach der Operation. Im Falle einer Chemotherapie wird erst nach deren Abschluss bestrahlt. Die Bestrahlung erfolgt an mehreren Tagen in der Woche nach individueller Planung am CT, um gesundes Gewebe weitgehend zu schonen.

Chemotherapie

Unter Chemotherapie versteht man die in der Regel die ambulante Verabreichung von zellteilungshemmenden Medikamenten (Zytostatika) als Infusion oder in Tablettenform. Die Stoffe entfalten ihre Wirkung im gesamten Körper (systemisch) und können so Krebszellen überall erreichen.

Bei ihrer Wirkung setzen sie auf eine besondere Eigenschaft der Krebszellen: ihre schnelle Zellteilung. Allerdings können auch andere schnell wachsende Zellen angegriffen werden. Dazu gehören blutbildende Zellen des Knochenmarks, die Zellen der Haarwurzeln, Magen- und Darmschleimhautzellen sowie Zellen der Mundschleimhaut. Dies erklärt die typischen Nebenwirkungen der Chemotherapie: Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall, Haarausfall und allgemeines Unwohlsein.

Eine Chemotherapie kann vor einer Operation als sogenannte neoadjuvante Chemotherapie eingesetzt werden. Prinzipiell ist das bei jeder Patientin möglich, bei der bereits vor der Operation feststeht, dass sie eine Chemotherapie braucht. Der Vorteil hiervon ist, dass durch die Beobachtung des Tumors festgestellt werden kann, ob dieser auf die Therapie reagiert (kleiner wird). Damit ist abhängig vom Tumortyp eine Aussage über die Prognose möglich und die Chance auf eine brusterhaltende Operation steigt.

Endokrine und endokrin basierte Therapie

​Eine endokrine Therapie erfolgt sequentiell zu einer Chemotherapie oder ausschließlich, wenn die Krebszellen Rezeptoren für körpereigene Botenstoffe wie Hormone (z.B. Estrogen und Progesteron) besitzen. Die Patientinnen erhalten Tabletten, die im Gegensatz zur Chemotherapie, mindestens über 5 Jahre eingenommen werden sollten.

In bestimmten Situationen wird die endokrine Therapie mit neuesten Medikamenten kombiniert, die einen speziellen Angriffspunkt in der Krebszelle haben, z.B. den CDK 4/6 Inhibitoren. Man bezeichnet diese Therapie dann als endokrin-basiert.

Immuntherapie

​Seit mehreren Jahren stehen in der Behandlung von Brustkrebs Antikörper zur Verfügung. Diese richten sich spezifisch nach dem "Schlüssel-Schloss-Prinzip" gegen Rezeptoren auf der Oberfläche von Krebszellen. Ein solcher Rezeptor ist z.B. HER2. Wird er nachgewiesen, kann durch die Behandlung mit Antikörpern zusätzlich zur Chemotherapie und zur endokrinen Therapie eine Verbesserung der Prognose erreicht werden.

Die Erforschung von weiteren Antikörpern und Medikamenten, die auf alternativem Weg die Rezeptoren beeinflussen, ist heute ein der wichtiges Gebiete für die Erarbeitung neuer Therapiekonzepte.

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