Der Kliniksozialdienst (KSD) am UKL fungiert als Bindeglied zwischen der Klinik, dem sozialen Umfeld der Patienten und externen Einrichtungen oder Diensten. Im KSD-Team arbeiten Sozialarbeiter/Sozialpädagogen mit einem entsprechendes Hochschulstudium und gegebenenfalls Zusatzqualifikationen. Als Leiterin des KSD trägt Annette Keller die fachliche Verantwortung für alle am UKL tätigen Sozialarbeiter. „Wichtig für die klinische Sozialarbeit ist neben der fachlichen Kompetenz vor allem die Liebe zum Beruf, und die ist zweifelsohne bei allen Kollegen gegeben“, ist Keller überzeugt und verweist auf die geringe Fluktuation im Team. „Man wird nicht einfach so Kliniksozialarbeiter“, lächelt sie. „Wir brennen für unsere Arbeit und unsere Patienten.“
Die klinische Sozialarbeit ist abwechslungsreich, „eine anspruchsvolle Mischung aus ‚direkt dran am Geschehen‘ und administrativen Tätigkeiten“. Und sie ist sinnstiftend. „Wir geben Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt wieder eine Perspektive“, bringt es Annette Keller auf den Punkt.
Um das zu erreichen, besitzen Kliniksozialarbeiter ein breites sozialrechtliches Wissen und sind mit dem komplexen Sozialleistungssystem bestens vertraut. „Veränderungen in der Versorgungslandschaft und Gesetzeslage spielen eine große Rolle in unserem Beruf“, erklärt Kliniksozialarbeiterin Jane Strauch. „Da müssen wir immer am Ball bleiben.“
Fachlicher Austausch ist eine weitere Säule der klinischen Sozialarbeit. Innerhalb des Klinikums erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit anderen Professionen, um ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand von Patienten zu erhalten. „Mit den Pflegefachkräften besprechen wir zum Beispiel, welche physischen und psychischen Fähigkeiten bzw. Einschränkungen der Patient aktuell hat, mit dem Physiotherapeuten, welche Mobilität der Patient prognostisch wiedererlangen könnte“, erläutert Jane Strauch. Auch nach außen sind Sozialarbeiter sehr gut vernetzt, beispielsweise mit den städtischen karitativen Einrichtungen, welche die Patienten auch nach dem Krankenhausaufenthalt vor Ort unterstützen können.
Ganz besonders wichtig für die Sozialarbeiter ist die Kooperation mit Angehörigen. „Sie kennen den Patienten und sein Umfeld am besten“, so die Sozialarbeiterin. In gemeinsamen Gesprächen versucht man zu ermitteln, was der Patienten braucht, was zur Lösung beitragen kann bzw. welche Hilfestellungen notwendig sind. „In unserer Arbeit bekommt man viele Lebenseinblicke“, resümiert Jane Strauch.
Die „klassischen“ Aufgaben des Kliniksozialdienstes lassen sich in fünf Themenkomplexen zusammenfassen:
Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen und ambulanten bzw. stationären Angeboten nach Klinikaufenthalt, z. B.
- stationäre medizinische bzw. berufliche Rehabilitation
- Anschlussheilbehandlung, geriatrische Rehabilitation
- häusliche und stationäre Pflege
- Überleitung ins Hospiz, palliative Versorgung
Wirtschaftliche und sozialrechtliche Fragen
- Krankengeld, Entgeltfortzahlungen
- Berentung
- Pflegeversicherung
- Soziale Sicherung
Beratung zu persönlichen, finanziellen und beruflichen Problemen
- Arbeitsplatzanpassung
- finanzielle Hilfen
- gesetzliche Betreuung, Vorsorgevollmachten
- Schwerbehinderung
- arbeitsrechtliche Fragen
Psychosoziale Fragen
- Krankheitsbewältigung
- Veränderungen des beruflichen und sozialen Status
- Entwicklung von Zukunftsperspektiven
- Umgang mit Funktionsbeeinträchtigungen
- Kontaktaufnahme zu Selbsthilfegruppen
Soziotherapeutische Maßnahmen
- Einzel- und gruppentherapeutische Angebote
- Sozialkompetenztraining
- Pädagogische Arbeit
Erschienen in: Berufung Medizin – Das Mitarbeitermagazin der Universitätsmedizin Leipzig, Ausgabe 41 / Juli 2018