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Pressemitteilung vom 13.10.2017

„Kein Kind sollte dauerhaft inkontinent sein“

Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig lädt zum Patienten-Informationstag des Kontinenzzentrums ein

Zum zweiten Male lädt die Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig zu einem Patienten-Informationstag zur Inkontinenz bei Kindern ein. "Wir wollen am 21. Oktober die Möglichkeiten vorstellen, gegen Harn- und Stuhlinkontinenz vorzugehen", so Prof. Dr. Martin Lacher, Direktor der Klinik. "Oft haben wir es mit Eltern zu tun, deren Kinder noch nicht optimal versorgt sind und die sich schon mit einer dauerhaften Inkontinenz abgefunden haben. Wir haben das Know-how, die Expertise und die Methoden, dass kein Kind zum Außenseiter werden muss. Auch in sehr schweren Fällen, beispielsweise wenn im Rahmen einer Fehlbildung der Schließmuskel kaum vorhanden ist, können wir bei fast allen Kindern durch Medikamente oder Darmspülungen zumindest eine soziale Kontinenz erreichen. Kein Schulkind sollte noch mit Windeln oder täglich verschmutzter Unterwäsche rumlaufen müssen."

Im Kontinenzzentrum für Kinder des Universitätsklinikums Leipzig werden jedes Jahr über 800 Kinder ambulant betreut. Die Kinderchirurgische Klinik ist auf die Korrektur von angeborenen Fehlbildungen im Enddarmbereich spezialisiert. Auch nach der Operation werden die Patienten vom Kontinenzzentrum weiterbetreut, da Fehlbildungen einer oft lebenslangen Nachsorge bedürfen.
"Ich werde die aktuellen Methoden vorstellen, mit denen wir den Kindern helfen können", kündigt Prof. Lacher an. "Ein weiteres wichtiges Thema sind neurogene Blasenfunktionsstörungen. Hier werden wir den Eltern Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten erläutern. Bei Morbus Hirschsprung werde ich unsere OP-Methode erläutern, die mit Hilfe der Laparoskopie sehr schonend für die kleinen Patienten vorgenommen wird. Zudem werden wir über gute Erfahrungen mit bestimmten Abführungsmitteln berichten, die ohne Probleme angewendet werden können. Wir freuen uns, dass PD Dr. Matthias Krause von der Klinik für Neurochirurgie über die Behandlung des tethered cord, auch als "gefesseltes Rückenmark" bezeichnet, referiert. Diese krankhafte Anheftung im unteren Bereich des Rückenmarks, die einen starken Zug auf die Nervenfasern verursacht, ist häufig mit anorektalen Malformationen assoziiert und beeinflusst die Kontinenz ebenfalls."

Das Pädiatrische Kontinenzzentrum Leipzig ist eines von vier deutschen Kinderchirurgischen Referenzzentren, die von der EU Kommission zertifiziert wurden (eUROGEN - European Reference Network on urogenital diseases and conditions) "Ziel ist die Weiterentwicklung unseres Zentrums. Und ich denke, diese Weiterentwicklung wird nur auf einem europäischen Level funktionieren. Deshalb bin ich stolz, dass unser zertifiziertes Kontinenzzentrum zur europäischen Liga gehört und wir international so gut vernetzt sind", so Prof. Lacher.

Beim Patienten-Informationstag wird der Selbsthilfeverein SoMA e.V., der mit der Klinik für Kinderchirurgie zusammenarbeitet, wieder seine Arbeit vorstellen. Der Verein unterstützt Familien mit Kindern, die unter angeborenen Fehlbildungen im Enddarm-Bereich leiden, mit Informationen, Tipps für den Alltag und der Gelegenheit, sich mit anderen Eltern auszutauschen.

2. Patienten-Informationstag " Kontinenzzentrum für Kinder"
Samstag, 21. Oktober 2017, 10 bis 14 Uhr
Universitätsklinikum Leipzig
Haus 6 (Frauen- und Kindermedizin, Kindernotfallaufnahme)
Besprechungsraum Cerutti / Trier
Liebigstraße 20a, 04103 Leipzig

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