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Pressemitteilung vom 24.02.2017

EndoProthetikZentrum am UKL erfolgreich zertifiziert

Nachweis für höchste Qualität endoprothetischer Versorgung

Leipzig. Das EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ist zertifiziert worden. Das zur Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie gehörende Zentrum weist mit diesem Zeugnis des Internationalen Zertifizierungsinstituts ClarCert nach, die höchsten Qualitätsvorgaben zu erfüllen. Die Zertifizierung stand am Ende eines anspruchsvollen Prozesses. Zuvor galt es, sehr viele Bedingungen und Anforderungen zu erfüllen.

Wofür steht eine solche Zertifizierung? Für Professor Andreas Roth, Leiter des Bereichs Endoprothetik / Orthopädie, ist die Antwort klar: "Die Endoprothetik am UKL genießt immer schon einen guten Ruf. Doch wir möchten zu den Besten gehören", so Roth. "Die Patienten gehen dahin, wo die Qualität ist. Wir möchten den Qualitätsanspruch der Patienten erfüllen. Dieses Zertifikat ist der Nachweis unserer Qualifikation", betont er und ergänzt: "Wir sind ein EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung, davon gibt es in Leipzig außer uns nur noch eins. Damit erfüllen wir noch höhere Anforderungen und sind unter anderem spezialisiert auf schwere Fälle, Wechseloperationen oder auch Infektionen."

Umfangreiche Anforderungen

Bei einem so genannten Audit hielten sich unabhängige Prüfer zwei Tage am Klinikum auf und arbeiteten einen umfangreichen Anforderungsbogen durch. Sie überprüften zum Beispiel, ob innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr vor der Zertifizierung bei jeder Operation immer mindestens ein Haupt- oder Senior-Hauptoperateur dabei gewesen war. Ein Hauptoperateur muss mindestens 50, ein Senior-Hauptoperateur mindestens 100 endoprothetische Operationen nachweisen können. Ausgewiesen als Hauptoperateur wurde Prof. Christoph Josten, Bereichsleiter Unfallchirurgie und Geschäftsführender Klinikdirektor. Als Senior-Hauptoperateure nennt das Zertifikat neben Prof. Roth auch die Oberärzte Dr. Mohamed Ghanem und Dr. Johannes Fakler. Alle Operationen müssen nach Beendigung besprochen und ausgewertet worden sein.
Zudem kontrollierten die Prüfer alle vorhandenen Qualitätsurkunden, Weiterbildungsnachweise und sämtliche Zertifikate der Prothesenanbieter. Unter die Lupe nahmen sie weiter alle internen Kooperationen, also wie die Zusammenarbeit der Endoprothetik beispielsweise mit den Anästhesisten, den Internisten, Radiologen, Rheumatologen, den Hämatologen oder auch den Notfallmedizinern funktioniert.

Akribische Prüfungen

Die unabhängigen Prüfer gingen außerdem willkürlich ausgesuchte 20 Patientenakten akribisch durch. Sie zeichneten unter anderem den Weg nach, den der Patient von der Ambulanz, über die Aufnahme, die Station, einer möglichen Operation bis hin zu einer eventuellen Physiotherapie gegangen ist.
"Die Anforderungen sind hoch, die Prüfung war streng, und nur noch leichte Korrekturen sind danach erlaubt", erinnert sich Prof. Roth. Neben dem Qualitätsnachweis sieht er noch weitere direkte Auswirkungen der Zertifizierung: "Nachdem alles auf den Prüfstand gestellt wurde, funktionieren die Abläufe nun noch besser. Die einzelnen Akteure sind jetzt stärker vernetzt, Wege wurden kürzer, alles geht zügiger." Aber auch neue Standards seien gesetzt worden, so der UKL-Experte, deren dauerhafte Anwendung helfe, Abweichungen schneller zu erkennen.

Beispiel Knieprothese: Patienten haben Anspruch auf Perfektion

Roth dankt vor allem Oberarzt Dr. Ghanem für die hervorragende Organisation und Vorbereitung des Zertifizierungsprozesses. "Aber auch alle Assistenten meines Bereichs haben tolle Arbeit geleistet", sagt er. Das Zertifikat ist gültig bis Mai 2020. Jedes Jahr steht allerdings eine Zwischenprüfung an.
Die Zertifizierung sei für ihn so etwas wie ein Handbuch für Qualität, meint Prof. Roth: "Wir können uns nun selbst überprüfen." Beispielhaft nennt er die Knieprothesen. Da habe sich im OP-Ablauf einiges verändert. Roth: "Die Standards am Knie sind viel komplizierter als zum Beispiel am Hüftgelenk. Ein Operateur muss alle Feinheiten kennen. Ein Knie verzeiht keine Fehler."

"Die Patienten sollen unsere Klinik mit einem Knie verlassen, welches wirklich perfekt ist", beschreibt er seinen Anspruch. Die Prothese müsse natürlich gut sein, aber auch die Implantation, also der "Einbau". Und diese hohe Qualität nachzuweisen, so Prof. Roth, dafür stehe dieses Zertifikat.  

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