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Transplantationsbeauftragte Svitlana Ziganshyna

Im Jahr 2019 hat die Anästhesiologin und Intensivmedizinerin Svitlana Ziganshyna die Aufgabe der Koordinierenden Transplantationsbeauftragten am UKL übernommen. 13 Organspender hatte das UKL sowohl 2019 als auch 2020, im Jahr 2016 waren es nur sechs. Die 39-Jährige sieht vor allem die Änderungen im Transplantationsgesetz als Ursache dieses Anstiegs: „Die Strukturen besonders für die Detektion von möglichen Organspendern konnten verbessert werden. Das heißt beispielsweise, dass für jede Intensivstation ein Transplantationsbeauftragter bestellt werden muss. Wir haben am Klinikum vier solche Stationen, also gibt es vier Beauftragte. Allerdings arbeitet nur einer davon hauptamtlich und hat als Koordinator das gesamte Geschehen im Blick – diese Aufgabe habe ich übernommen“, erklärt Svitlana Ziganshyna, die seit 2002 in Leipzig lebt, hier Medizin studiert hat und seit 2009 am Leipziger Uniklinikum arbeitet.

Wichtig ist aus ihrer Sicht, dass alle Beauftragten Zugangsrecht zu den Intensivstationen und den Krankenakten haben. Nur so könne schnell und sicher identifiziert werden, wer als möglicher Organspender in Frage kommt. Zudem werden die Transplantationsbeauftragten zu den Gesprächen der Ärzte mit den Angehörigen hinzugezogen, wenn Patienten nach ärztlicher Beurteilung als Organspender in Betracht kommen.

Wie die Ärztin weiter erklärt, wird sie im Falle des Falles in die Hirntod-Diagnostik einbezogen und begleitet den weiteren Prozess bis zur Organentnahme. Forschung, Kooperation mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation, Qualitätsmanagement, Spenderregister, Datenauswertung und Archiv sind weitere Stichpunkte des Tätigkeitsfeldes der zweifachen Mutter.

„Zweimal täglich widme ich mich der Spenderidentifikation, indem ich die Befunde der Patienten der Intensivstationen begutachte“, erläutert Svitlana Ziganshyna. „Dazu kommen Rücksprachen mit den behandelnden Ärzten, Gespräche mit Angehörigen und Absprachen mit zwei transplantationsbeauftragten Psychologinnen. Zudem habe ich noch einen Intensivpfleger mit eingebunden, so dass auch die pflegerischen Aspekte mit einbezogen sind. Aus den Kontakten zu anderen Unikliniken und der DSO weiß ich, dass wir in Leipzig sehr gut aufgestellt sind.“

Wenn Patienten mit Zeichen des unwiederbringlichen Hirnfunktionsausfalls, also des Hirntodes eintreffen, wird schnellstmöglich mit den Angehörigen Kontakt aufgenommen, während die medizinisch gebotene Therapie erfolgt. Wenn sich aber im Verlauf der Behandlung der Verdacht des Hirntodes bestätigt, sind die behandelnden Ärzte auch verpflichtet, das Thema Organspende anzusprechen.

Das trifft die Angehörigen manchmal mit voller Wucht: Einerseits das bevorstehende Ableben eines nahen Angehörigen und dann noch die Frage nach einer Organspende. Da bin ich froh, dass auch Psychologinnen zum Team gehören, die in der Lage sind, die Familie zu unterstützen“, versichert die Medizinerin.

Mit Blick auf die 13 Organspender und die 41 entnommenen Organe des vergangenen Jahres erklärt die Ärztin, dass einerseits bei nicht allen potenziellen Organspendern die Bereitschaft zur Spende vorliegt und andererseits nicht von jedem Spender Organe entnommen werden können.

Denn erst nach dem Hirntod werden die notwendigen Untersuchungen durchgeführt, um zu klären ob eine Transplantation von Organen in Frage kommt. „Manchmal wird zum Beispiel ein bösartiger Tumor gefunden – dann ist natürlich keine Spende möglich. Bei anderen Patienten können aufgrund des Alters oder des gesundheitlichen Zustands nur einige Organe verwendet werden. Theoretisch könnten bei jedem Spender sieben Organe entnommen werden. Also bis zu sieben Patienten könnte durch einen Spender sehr geholfen werden. Aber in der Praxis sind es durchschnittlich drei Organe pro Spender, die verpflanzt werden können.“

Im deutschlandweiten Vergleich steht das UKL mit den jeweils 13 Organspenden in 2019 und 2020 gut da; damit gehört die Leipziger Einrichtung zu den fünf besten Unikliniken der Bundesrepublik. Die Zahlen der ersten Monate dieses Jahres lassen erwarten, dass – der Pandemie zum Trotz – in 2021 diese erfreuliche Entwicklung fortgesetzt werden kann.

ein Beitrag aus dem UKL-Gesundheitsmagazin "Liebigstraße aktuell",
Ausgabe 8/2021

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