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Gutartige Erkrankungen

​Neben der Behandlung maligner Erkrankungen hat die Strahlenanwendung traditionell auch einen festen Platz in der Therapie gutartiger Erkrankungen. Bei dieser Therapieform werden deutlich niedrigere Dosen als bei einer Tumorbehandlung eingesetzt, wodurch Nebenwirkungen ausgesprochen selten sind.

Die Wirkung dieser Therapie basiert zum einen auf der Auslösung antientzündlicher Reaktionen im bestrahlten Gebiet verbunden mit einer Hemmung oder Modulation von Autoimmunprozessen durch die Strahlenanwendung. Dadurch können beispielsweise bestehende Gelenkschmerzen gelindert oder vollständig beseitigt werden. Andererseits hat die Strahlentherapie eine hemmende Wirkung auf Zellwachstum und Zellvermehrung. Dies kann in der Behandlung gutartiger Erkrankungen mit überschießendem Gewebewachstum, wie zum Beispiel Narbenkelloiden, ausgenutzt werden.

Bestrahlt wird bei degenerativ-entzündlichen Erkrankungen im Allgemeinen im betroffenen Bereich zunächst sechsmal über drei Wochen. Je nach Lokalisation erfolgt die Therapie entweder am Linearbeschleuniger oder Röntgentherapiegerät. Bei Bedarf wird diese Behandlung nach sechs bis acht Wochen wiederholt. Es können problemlos mehrere Bereiche gleichzeitig behandelt werden (zum Beispiel linkes Knie und rechter Daumen).

Die Strahlentherapie bei schmerzhaften, degenerativ-entzündlichen Erkrankungen des Skeletts ist eine sehr wirksame und kostengünstige Therapie. Das Risiko für Nebenwirkungen ist sehr gering. Sie ist eine Alternative und Ergänzung zu anderen, oft langwierigen konservativen Behandlungen. Aufgrund der Strahlenexposition mit einem wenn auch extrem geringen stochastischem Risiko für eine Tumorinduktion sollte eine Strahlentherapie insbesondere bei jüngeren Patienten nicht als Ersttherapie sondern nach Versagen anderer konservativer Therapien angewandt werden.

Bei wuchernden Bindegewebserkrankungen kommen andere Fraktionierungsschemata mit zum Teil höheren Gesamtdosen zum Einsatz. Die antiproliferative Wirkung der Bestrahlung wird häufig auch zur Verhinderung oder Linderung einer symptomatischen Brustschwellung unter antihormoneller Therapie (HAT) des Prostatakarzinoms (Gynäkomastieprohylaxe) eingesetzt. Hierzu werden beide Brustdrüsen mit jeweils drei Sitzungen innerhalb einer Woche behandelt. Die Strahlentherapie sollte entweder gleich zu Beginn einer längerfristig angedachten HAT oder frühzeitig bei einsetzenden Beschwerden angewandt werden.

Im Folgenden werden einige typische Krankheitsbilder beschrieben, bei denen eine Strahlentherapie gute Erfolgsaussichten bietet. Die Liste ist jedoch nicht vollständig. Viele weitere, seltenere Beschwerden kommen oft ebenfalls für eine solche Strahlenbehandlung in Frage.

Die folgende Übersicht fasst noch einmal die wichtigsten Indikationen zusammen:

  • Degenerativ-entzündliche Weichteilerkrankungen (Insertionstendinopathien)
  • Tennis- und Golferellenbogen (Epicondylitis humeri)
  • Schmerzhafte Schulter (Periarthritis humeroscapularis)
  • Schmerzhafte Ferse bei Fersensporn (Calcaneodynie)
  • Schmerzhafte degenerative Gelenkerkrankungen (Arthrosen)
  • Daumensattelgelenk
  • Fingergelenke
  • Schultergelenke
  • Kniegelenk
  • Hüftgelenke 
  • Wuchernde Bindegewebserkrankungen
  • Rezidivprophylaxe bei Narbenwucherungen (Kelloiden)
  • Verkrümmungen des Penis (Induratio penis plastica)
  • Knoten / Stränge der Hohlhand (M. Dupuytren)
  • Knoten / Stränge der Fußsohle (M. Ledderhose) 
  • Hetrotope Ossifikationen am Hüftgelenk
  • Prophylaxe der schmerzhaften Brustschwellung bei antihormoneller Therapie (Gynäkomastieprophylaxe)
  • Autoimmunerkrankungen mit Schwellungszuständen z.B. Morbus Basedow mit endokriner Orbitopathie

Unser wichtigstes Ziel ist es, Ihnen eine optimale Behandlung mit einem bestmöglichen Ergebnis anbieten zu können. In unserer Klinik behandeln wir regelmäßig Patienten mit gutartigen Erkrankungen und haben hierbei sehr gute Erfahrungswerte sammeln können.

Wenn Sie weitere Informationen über Radiotherapie  oder eine umfassende strahlentherapeutische Beratung wünschen, können Sie durch Ihren behandelnden Arzt oder durch direkten Kontakt mit uns einen Termin vereinbaren.

Wir werden Ihnen die Möglichkeiten und Grenzen der RT in einem Beratungsgespräch verständlich erklären und eine gemeinsame Behandlung planen.

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