Röntgentherapie

Allgemeine Informationen

​Linearbeschleuniger mit den üblichen Photonenenergien zwischen 6 und 15MV (Mega-Volt = Millionen Volt) haben ein sehr hohes Durchdringungsvermögen und werden im Körper nur wenig abgeschwächt. Für oberflächige Befunde oder Zielgebiete mit geringem Durchmesser ist dies nicht unbedingt erforderlich. Für diese Fälle sind geringere Photonenenergien ausreichend und es steht in unserer Einrichtung ein Röntgentherapiegerät (DARPAC) mit Energien zwischen 20 und 150kV (kilo-Volt = tausend Volt) zur Verfügung.

Durch das geringere Durchdringungsvermögen sind die Strahlenschutzvorkehrungen des Bestrahlungsraumes weniger aufwendig und die Anpassung des Bestrahlungsfeldes kann individuell mit einfachen Bleigummis anstatt aufwendiger Multileaf-Kollimatoren erfolgen.

Einsatzgebiete

​Aufgrund der Strahleneigenschaften kommt die Röntgentiefentherapie in erster Linie bei gutartigen Erkrankungen zur Anwendung, die entweder sehr oberflächig liegen oder nur einen geringen Durchmesser haben.

Typische Anwendungsgebiete sind:

  • Degenerative Gelenks- und Skeletterkrankungen: Arthrose der Finger- / Handgelenke bzw. Zehen- / Fußgelenke
  • Insertionstendinopathien: Epicondylopathia humeri (Tennisellenbogen), Plantarfasciitis / Achillodynie (Fersensporn)
  • hyperthrophische Prozesse des Binde- und Stützgewebes: Narbenkeloid, Morbus Ledderhose, Morbus Dupuytren, Induratio penis plastica, aggressive Fibromatose

In seltenen Fällen können auch bestimmte bösartige Hauttumoren mit dem Röntgentherapiegerät behandelt werden. Typisches Beispiel sind lymphatische Erkrankungen der Haut wie die Mycosis fungoides

Behandlungsablauf

​Zunächst erfolgt die Vorstellung der Patienten in der Sprechstunde unserer Ambulanz. Hier prüfen die Ärzte, ob eine Indikation zur Radiotherapie besteht. Wichtig ist auch, dass eine entsprechende Bilddiagnostik des betreffenden Körperbereichs vorliegt. Während der Untersuchung wird die Größe des Bestrahlungsfeldes festgelegt. Sind individuelle Abschirmungen (Bleigummi) erforderlich werden entsprechende Zeichnungen angefertigt. Außerdem wird anhand der Tiefe bzw. Dicke des Zielgebietes die notwendige Energie festgelegt.

Die Behandlung erfolgt ambulant. Das Bestrahlungsfeld wird mit einem Metalltubus entsprechender Größe und evtl. individueller Abschirmungen (Bleigummi) direkt eingestellt. Die Bestrahlung selbst dauert nur wenige Sekunden.

Bei degenerativen oder entzündlichen Erkrankungen erfolgen in der Regel 2 Bestrahlungssitzungen pro Woche über einen Zeitraum von 3 Wochen (6 Sitzungen). Wurde eine teilweise Besserung erzielt kann die Therapie nach ca. 12 Wochen wiederholt werden. Mit größerem Abstand sind auch weitere Serien denkbar.

Bei anderen Erkrankungen kommen individuell andere Konzepte zum Einsatz. Detaillierte Informationen erhalten Sie währende des Aufklärungsgesprächs.

Bei gutartigen Erkrankungen erfolgt für die Fahrtkosten in der Regel keine Übernahme durch die Krankenkassen. Die Behandlungskosten selbst werden jedoch übernommen.

Stephanstr. 9a, Haus 5.2
04103 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 18400 (Sekretariat)
Leitstelle:
0341 - 97 18471
Fax:
0341 - 97 18409
Map