Ganzkörperbestrahlung

​Allgemeine Informationen

Die Ganzkörperbestrahlung kann bei Leukämien und Lymphomen im Rahmen der Konditionierung für eine Stammzelltransplantation zum Einsatz kommen. Dabei wird in Verbindung mit einer Hochdosis-Chemotherapie das eigene krankhafte Knochenmark und damit die Blutbildung mehr oder weniger vollständig ausgelöscht. Vorhandene Tumorzellen werden vernichtet. Das eigene Immunsystem wird unterdrückt, so dass die anschließend übertragenen gesunden Spenderzellen nicht abgestoßen werden und sich vermehren können. Dieses „neue" Immunsystem kann außerdem eventuell noch vorhandene bösartige Zellen unterdrücken. 

Man unterscheidet Konditionierungschemata, die auf eine vollständige Zerstörung des erkrankten Knochenmarks abzielen (myeloablative Konditionierung) von Konditionierungen mit reduzierter Intensität. Für die myeloablative Konditionierung sind eine intensivere Chemotherapie und eine höhere Strahlendosis erforderlich. Bei nicht-myeloablativen Konditionierungen ist die Strahlendosis geringer, da nicht jede Knochenmarksstammzelle abgetötet werden soll, sondern auch auf eine immunologische Reaktion des Spenderknochenmarks auf das erkrankte Knochenmark abgezielt wird.

Behandlungsablauf

Bei einem ersten Termin in unserer Ambulanz erhalten Sie eine detaillierte Aufklärung über die geplante Ganzkörperbestrahlung. Anschließend wird Ihr Körper für die Berechnung der geplanten Bestrahlung vermessen. Dazu sind auch einzelne CT-Schnitte an unserem Planungs-Computertomographen erforderlich.

Für die Bestrahlung werden Sie auf einer Spezialliege gelagert. Der Fußboden darunter kann zum zwei  Stockwerke tiefer gelegenen Bestrahlungsraum mit dem Linearbeschleuniger geöffnet werden. Durch den ca. 6,5m großen Abstand zum Bestrahlungsgerät kann der gesamte Körper  in einem Bestrahlungsfeld erfasst werden. Zum Ausgleich der Strahlenabschwächung im Körper erfolgt die Bestrahlung in Bauch- und Rückenlage. Eine Bestrahlungssitzung dauert ca. 20 Minuten.

Je nach Grunderkrankung und Konditionierungsprotokoll unterscheidet sich die Anzahl der notwendigen Sitzungen. Bei der myeloablativen Konditionierung erfolgen in der Regel 2 Bestrahlungsfraktionen pro Tag (Zeitintervall  ca. 12h) über 3 Tage, d.h. 6 Bestrahlungssitzungen. Die Bestrahlungsdosis beträgt dann 12 Gy.  Für diese höher dosierte Ganzkörperbestrahlung werden individuelle Bleiabschirmungen zur Dosisreduktion in den Lungen angefertigt.

Bei den nicht-myeloablativen Konditionierungen erfolgt in der Regel nur eine Bestrahlungssitzung.

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