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Atemgetriggerte Bestrahlung (Atemgating)

Allgemeine Informationen

​Die Bestrahlung in tiefer Einatmung (Inspiration) ist eine spezielle Bestrahlungstechnik, bei der die Strahlung jeweils nur beim Erreichen eines bestimmten Atemzustandes eingeschaltet wird. Diese neue Methode dient unter anderem der Verringerung der Herzbelastung bei der Strahlentherapie.

Bei tiefer Einatmung vergrößert sich der Abstand zwischen Herz und Brustwand, so dass auch die Bestrahlungsfelder zur Erfassung der linken Brust weiter entfernt vom Herzen verlaufen und damit das Herz mit einer geringeren Strahlendosis belastet wird.

Einsatzgebiete

Die sogenannte Atemgetriggerte Bestrahlung hat für verschiedene Bestrahlungsindikationen eine mögliche Anwendung. In unserer Klinik kommt sie zurzeit ausschließlich für die Bestrahlung bei linksseitigem Burstkrebs zum Einsatz, um eine größtmögliche Schönung des Herzens zu erreichen.

Behandlungsablauf

​Bei der Bestrahlung werden Sie auf dem Rücken gelagert. Um ihre Atmung für Sie sichtbar und kontrollierbar zu machen, wird ein spezielles Atemsensor-System verwendet. Es besteht aus einer Videobrille, dem Atemsensor und einem Mundstück. Dabei atmen Sie über ein Mundstück (vergleichbar wie beim Tauchen) in einen Atemsensor (Spirometer). Ihre Atemkurve ist über die Videobrille für Sie sichtbar. Wir können diese Kurve außerhalb des Bestrahlungsraumes auf einem Monitor überwachen. Während Ihrer normalen Atmung bekommen Sie Atemkommandos, die dazu dienen, den optimalen Atemanhaltebereich bei tiefer Einatmung für Sie zu finden.

Der Einsatz dieses Systems erfolgt in 3 Phasen: 1. Vorbereitungs- und Übungsphase, 2. Planungsphase mit Durchführung der CT-Untersuchung, 3. Behandlungsphase am Bestrahlungsgerät.

Wichtig ist, dass Sie in der Lage sind für eine gewisse Zeit (mind. 30 Sekunden) und mehrere Male sowohl für die Bestrahlungsplanung als auch bei der Bestrahlung selbst die Luft anzuhalten. Dies soll für Sie so komfortabel wie möglich sein. Die Prozedur ist schmerzfrei, erfordert jedoch Ihre aktive Mitarbeit. Für die Vorbereitung sind mehrere Übungstermine angedacht, damit Sie die Methode sicher beherrschen, bevor die eigentliche Bestrahlung beginnt.

In der Vorbereitungs- und Übungsphase wird entsprechend ihrer individuellen Lungenkapazität ein tiefes Inspirationsvolumen festgelegt, welches für Sie auch bei mehrmaliger Wiederholung gut erreichbar sein muss und Ihnen das Anhalten der Atmung für ca. 30 Sekunden möglich macht. Wenn dies zuverlässig durchführbar ist, erhalten Sie den nächsten Termin für die Durchführung der Planungs-CT-Untersuchung in tiefer Einatmung mit Atemanhalte. Spätestens nach der Bestrahlungsplanung können wir Ihnen sagen, ob Sie von einer Bestrahlung in Atemanhaltetechnik profitieren. Bei einigen Patientinnen liegen Herz und Herzkranzgefäße bereits bei normaler Atmung ohne tiefe Einatmung und Atemanhaltetechnik weit genug entfernt vom Bestrahlungsgebiet, so dass in diesen Fällen auf die beschriebene Atemanhaltetechnik verzichtet werden kann.

Falls Sie von der Atemanhaltetechnik profitieren, wird in der Behandlungsphase jede Bestrahlung in der beschriebenen Technik und Lagerung durchgeführt. Die Strahlung wird dabei erst gestartet, wenn der vorher festgelegte Einatembereich erreicht ist. Zwischen den einzelnen Bestrahlungsfeldern sind Pausen vorgesehen, bis Sie wieder Ihre normale Ruheatmung erreicht haben.       

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