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Fernmetastasen

Allgemeine Informationen

​Bei Fortschreiten einer Krebserkrankung kommt es häufig zur Absiedlung von Tumorzellen im Körper. Es kann sich um eine einzelne Metastase in einem einzelnen Organ, oder aber um sehr viele (multiple) Absiedelungen in mehreren Organen handeln. Die Metastasen können dann entweder asymptomatisch sein, oder eine ganze Reihe von unerwünschten Auswirkungen auf den Organismus haben. Grob unterscheiden kann man Weichteilmetastasen und Knochenmetastasen.

Von diesen hier beschriebenen Fernmetasen zu unterscheiden sind Metastasen in Lymphknoten in direkter Nachbarschaft zum Ausgangstumor. Diese benachbarten Lymphknotenmetastasen werden als regionäre Metastasierung bezeichnet und werden im Rahmen der Primärtherapie des Ausgangstumors mitbehandelt.

Wann kommt eine Bestrahlung zum Einsatz?

​Es muss unterschieden werden zwischen kurativem (Ziel Heilung) und palliativem (Ziel Symptomlinderung, evtl. Lebensverlängerung) Ansatz. Abhängig ist dies vom Status der Grunderkrankung, d.h. ob der eigentliche Tumor noch vorhanden und aktiv ist oder nicht und von der Anzahl der zu behandelnden Metastasen. Wurden im Körper nur wenige Fernmetastasen nachgewiesen spricht man von einer oligometastatischen Erkrankung. Bei kontrolliertem oder kurativ behandelbarem Primärtumor ist in dieser Situation auch ein kurativer Behandlungsansatz, d.h. Therapie mit Behandlungsziel vollständige Heilung, möglich. Die Bestrahlung erfolgt dann in Form einer stereotaktischen Radiotherapie. Eine genaue Grenzanzahl der Fernmetastasen gibt es dabei nicht. Die Möglichkeit des kurativen Therapieansatzes hängt vielmehr von verschiedenen Faktoren wie z.B. betroffene Organe, Verteilungsmuster, Größe der Metastasen oder Art der Grunderkrankung ab.

Bei einem palliativen Ansatz geht es häufig um die Linderung von Symptomen. Eine Behandlung wird durchgeführt, wenn die Metastasen eine Organdysfunktion hervorrufen, oder aber wenn Schmerz entsteht. Knochenmetastasen beeinträchtigen die Stabilität des Knochens und verursachen häufig auch starke bis stärkste Schmerzen. Beide Punkte stellen in diesen Fällen eine Indikation dar. Lungenmetastasen bzw. Lymphknotenmetastasen im Brustraum führen häufig zu Luftnot. Auch hier kann eine Bestrahlung der Metastasen Linderung verschaffen. Hirnmetastasen werden, wenn es mehrere gleichzeitig sind auch behandelt, wenn noch keine spezifische Symptomatik aufgetreten sind.

Welche Bestrahlungstechniken kommen zum Einsatz?

​Je nach Lokalisation und Anzahl der Metastasen, sowie der Prognose und dem Allgemeinzustand des Patienten wird eine einfache oder komplexere Bestrahlungstechnik gewählt. Als Beispiel für eine einfache Bestrahlungstechnik sei hier die Ganzhirnbestrahlung genannt, die das gesamte Hirn helmartig erfasst. Diese kommt bei multiplen Hirnmetastasen zum Einsatz.



​Maske zur Fixierung und Dosisverteilung einer Ganzhirnbestrahlung ​


Bei der Nachbestrahlung nach Operation einer einzelnen Hirnmetastase wird häufig eine intensitätsmodulierte Radiotherapie angewendet, um das Normalgewebe im Gehirn zu schonen. Des Weiteren gibt es in unserer Klinik die Möglichkeit der stereotaktischen Bestrahlung bzw. Radiochirurgie, die eher bei einzelnen bis hin zu vier Metastasen zur Anwendung kommt. Je nach Lokalisation und vor allem Größe handelt es sich um eine Einzeitbestrahlung oder eine fraktionierte Bestrahlung (mehrere Bestrahlungstage).

​Stereotaktische Bestrahlung von Hirnmetastasen


Bei der Stereotaxie handelt es sich um eine Hochpräzisionsbestrahlung, bei der sehr hohe Einzeldosen appliziert werden können, ohne das umliegende gesunde Gewebe zu schädigen. Kleine Hirnmetastasen aber auch insbesondere Knochen, Nebennieren, Leber- bzw. Lungenmetastasen können so schonend behandelt werden. Bei nicht resektablen Lebermetastasen kann eine interstitielle Brachytherapie in Frage kommen. Dabei erfolgt die Bestrahlung über das radioaktive Element Iridium-192, welches über einliegende Katheter in das Metastasengebiet eingebracht wird. Auch hier handelt es sich um Einzelbestrahlungen.

Welche Therapiekonzepte gibt es?

​Handelt es sich um einzelne Metastasen und soll entsprechend eine Bestrahlung in kurativer Intention erfolgen, wird meist stereotaktisch bestrahlt. Dies erfolgt je nach Größe der Metastase und Lokalisation als Einzeitbestrahlung oder aber als fraktionierte Bestrahlung, d.h. über mehrere Tage verteilt.

In der palliativen Situation möchte man erreichen, dass der Patient durch die Behandlung mehr Lebensqualität gewinnt und auch schon während der Bestrahlung selbst wenig Einschränkungen hat. Die Konzepte haben häufig eine höhere Einzeldosis bei niedrigerer Gesamtdosis im Vergleich zu konventionellen, kurativen Konzepten. So wird eine kurze Therapiezeit ermöglicht. Üblicherweise beträgt die Therapiedauer zwischen zwei und drei Wochen.

Verträglichkeit der Behandlung und Verhaltenshinweise

​Je nach Lokalisation der Metastasen kann es zu unterschiedlichsten Nebenwirkungen kommen, über die Sie der Strahlentherapeut vorher im Aufklärungsgespräch informiert.

Bei einer Bestrahlung des Gehirns kann es zum Beispiel zu Zeichen des erhöhten Hirndrucks kommen, welcher entsprechend behandelt werden muss.

Beim Bestrahlen von Knochenmetastasen, insbesondere bei großen Volumina, besteht die Gefahr der Hyperkalziämie, d.h. es wird vermehrt Kalzium aus den Knochen ins Blut abgegeben, was zu einem Ungleichgewicht der Blutsalze führt. Außerdem kann es zu einem Mangel an weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen kommen. Wenn die Gefahr dafür besteht, wird während der Therapie zur Kontrolle Blut abgenommen und die Werte auf Veränderungen überprüft.

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