Ausbildung zur/zum Orthoptist/-in

​Die Aufgabe von Orthoptisten/-innen ist die Vorsorge (Prävention), Diagnose und Therapie von Störungen des ein- und beidäugigen Sehens, bspw. Schielerkrankungen, Sehschwächen oder Augenbewegungsstörungen. Ein weiteres Aufgabengebiet ist die Rehabilitation von Sehbehinderten und Patienten mit Sehstörungen nach angeborenen oder erworbenen Hirnschädigungen. Dabei werden Patienten aller Altersgruppen untersucht und behandelt.

Das sagen die Schüler:

Die Ausbildung im Fachbereich Orthoptik ist sehr abwechslungsreich. Als Auszubildende werden wir jeden Tag vor neue Herausforderungen gestellt. Theoretische Inhalte werden mit Fallbeispielen gefestigt und direkt am Patienten praktisch umgesetzt. Bereits als Auszubildende im 1. Lehrjahr werden wir im Klinikalltag integriert und dürfen selbstständig Untersuchungen durchführen. Es macht großen Spaß mit Menschen aller Altersgruppen zusammenzuarbeiten und die Patienten bis hin zum Therapieerfolg und darüber hinaus zu begleiten.

Im Laufe der berufspraktischen Ausbildung lernen wir alle Bereiche der Augenheilkunde kennen, wie bspw. die Arbeit in der Augenambulanz, -station und Augen-OP. Insbesondere die Einsätze in der Kognitiven Neurologie, Kinder- und Neuroophthalmologie und Funktionsdiagnostik schulen uns für das spätere Arbeitsleben.

In der Orthoptik ist die interdisziplinäre Arbeit mit Fachärzten aus der HNO, MKG, Neurologie und Augenheilkunde von großer Bedeutung.

Das macht den Beruf des Orthoptisten bzw. der Orthoptistin so einzigartig.

Bist du neugierig geworden? Dann findest Du hier weitere Informationen.

Die Ausbildung

​Ausbildungsdauer:​3 Jahre
Ausbildungsbeginn:​01.09.
​Ausbildungsplätze:​max. 15 Schüler (alle drei Jahre)
​Ausbildungs-voraussetzungen:
  • ​mind. Realschulabschluss (ausländische Bildungsabschlüsse und deren Wertigkeit müssen durch eine deutsche Behörde anerkannt sein z.B. Sächsische Bildungsagentur)
  • gesundheitliche Eignung (uneingeschränkte beidäugige Sehfunktion)
  • ausländische Bewerber Nachweis Sprachniveau Deutsch B2)
​Ausbildungsvertrag:​wird zwischen dem Auszubildenden und der Medizinischen Berufsfachschule abgeschlossen
​Ausbildungsvergütung:​nach Haustarifvertrag des UKL
​Schulgeld:​​entfällt
​Ausbildungsstätte:

für den berufstheoretischen Unterricht:
Medizinische Berufsfachschule am Universitätsklinikum Leipzig

für die praktische Ausbildung:
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde - Universitätsklinikum Lepzig

​Ausbildungsinhalte:

Berufstheoretische Ausbildung:

  • allgemeine Augenheilkunde
  • Augenbewegungsstörungen
  • Neuroophthalmologie
  • Orthoptik / Pleoptik
  • Physik / Optik / Brillenlehre
  • Spezielle Anatomie / Physiologie

Berufspraktische Ausbildung:

  • Anamnese- und Befunderhebung, Dokumentation
  • Therapieplanung und -durchführung
  • Gesprächsführung und -beratung
​Arbeitsmöglichkeiten:
  • ​Augenarztpraxen
  • Augenkliniken
  • Neurologische Kliniken
  • Frühförderstellen
  • Blindeninstituten
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • Forschung

Ihre Bewerbung

​Für Ihre Bewerbung benötigen wir folgende Unterlagen:

  • Bewerbungsschreiben
  • Tabellarischer Lebenslauf (lückenlos) mit Passfoto (bitte Tel.-Nr., E-Mail-Adresse angeben)
  • Kopie des letzten Zeugnisses, bei Gymnasiasten zusätzlich das Zeugnis der 10. Klasse (Hinweise für ausländische Bewerber/innen)
  • Attest über die gesundheitliche Eignung
  • augenärztliche Bestätigung zur Eignung für Orthoptik-Ausbildung (Status beidäugiges Sehen)
  • Praktikumsnachweise und -einschätzungen
  • bei minderjährigen Bewerbern eine Einverständniserklärung der Eltern zur Ausbildungsaufnahme
  • Erklärung des Bewerbers, ob bereits eine Berufsfachschule in demselben Bildungsgang besucht und evtl. eine Berufsfachschulprüfung in diesem Bildungsgang absolviert wurde und wenn ja, mit welchem Ergebnis

Bitte bewerben Sie sich über unser Bewerberportal. Hier geht es zur Online-Ausschreibung.

Ansprechpartnerin

Frau Teichelmann
Telefon: 0341- 97 25105
E-Mail:  ines.teichelmann@medizin.uni-leipzig.de

Bewerbungszeitraum: 1. September 2019 - 31. März 2020

Fachbereichsleiterin

Katrin Obst
Fachbereichsleiterin

Telefon: 0341 - 97 25138
E-Mail:  katrin.obst@medizin.uni-leipzig.de

Projekte

Nichtsehen – Eine besondere Erfahrung Sehender

Für die meisten Menschen ist normales Sehen eine Selbstverständlichkeit. Doch wie erleben Sehbehinderte ihren Alltag?

Besonders für Orthoptistinnen ist diese Erfahrung für den Umgang mit blinden und sehgeschädigten Menschen von großer Bedeutung.

Aufgaben von Orthoptistinnen sind die Vorsorge, Diagnostik und Therapie von Schielerkrankungen, Sehschwächen, Augenzittern und Augenbewegungsstörungen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit prüfen sie das Sehvermögen, untersuchen die Stellung der Augen und die beidäugige Zusammenarbeit.

Neben diesen primär klassischen Aufgabengebieten ist die Orthoptistin auch in weiteren spezifischen Arbeitsbereichen tätig, z. B. in der Rehabilitation von sehbehinderten Patienten aller Altersgruppen (Low Vision).

Im Rahmen ihrer Ausbildung besuchten die Auszubildenden der Orthoptik der Medizinischen Berufsfachschule Leipzig im Juli 2019 das Berufsförderungswerk für blinde und sehbehinderte Menschen in Halle (Saale).

Hier wurde den angehenden Fachkräften die Aufgaben der Einrichtung vorgestellt. In der sensorischen Welt des Berufsförderungswerkes lernen blinde und sehbehinderte Menschen, mit Gefahren des Alltags besser umzugehen und Aufgaben des täglichen Lebens selbstständig zu bewältigen. Zur beruflichen Neuorientierung und dem Ziel einer dauerhaften Eingliederung in den Arbeitsmarkt werden blinden und sehbehinderten Menschen vielfältige Bildungsmaßnahmen angeboten.

Als nächstes erfolgte ein Rundgang durch den „unsichtbaren" audiotaktilen Erfahrungsraum. Dies ist ein Raum völliger Dunkelheit, in dem verschiedene Geländearten nachgestellt sind. Aufgabe der Auszubildenden war es nun, durch „Straßen und Wälder" den Raum zu durchqueren. Die meisten angehenden Orthoptistinnen waren doch sehr überrascht, wie schwer es ist, alltägliche Gegenstände nur mit Tast- und Gehörsinn zu erkennen. Aus Furcht vor dem Unbekannten wurde für die Bewältigung, dieser eigentlich alltäglichen Situation, wesentlich mehr Zeit benötigt.

 

Wieder zurück im Tageslicht konnten die Auszubildenden die Wirkungen von Farbfehlsichtigkeiten erleben: Wie sieht man mit solch einer Erkrankung und wie schwer ist es für Betroffene, Farben wie rot, blau und grün zu erkennen? Es wurden sprechende Geräte zur Erkennung von Farben an Kleidungsstücken vorgestellt, sowie Hilfsmittel zur Bewältigung des Alltages für Blinde.

Zum Schluss wurden durch Simulationsbrillen verschiedene Augenerkrankungen, wie z.B. altersbedingte Maculadegeneration, Glaukom, grauer Star oder Retinopathia pigmentosa vorgetäuscht. Mit diesen Brillen mussten verschiedene Aufgaben, wie beispielsweise die Größe eines Tisches ausmessen, erfüllt werden. So konnten bereits theoretisch gelernte Erkrankungen selbst nachempfunden werden.

 

Mit aufgeregten Diskussionen über die vielen Eindrücke erfolgte der Heimweg. Dieses Erlebnis prägte den Umgang mit Patienten und lies die Selbstverständlichkeit des eigenen Sehens in einem ganz anderem „Licht" erscheinen.

Katrin Obst, Fachbereichsleiterin Orthoptik

Richterstraße 9 - 11, Gohlis
04105 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 25100
Fax:
0341 - 97 25109
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