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Aus unserem Schulalltag

Europa Direkt - Schüleraustausch

Freitag, 3. Mai 2019

Am Freitagmorgen spürten wir die gestrige Nacht noch in unseren Gliedern. Doch wir verzagten natürlich nicht und versuchten trotz Müdigkeit auch an diesem letzten richtigen Tag mit Energie dabei zu sein. Heute hieß es Koffer packen, die Woche auswerten und allmählich machte sich Abschiedsstimmung breit. Nach dem Frühstück versammelten wir uns wie immer in unserem großen Gruppenraum und ließen die Woche Revue passieren. Was war gut? Was war verbesserungswürdig? Auf ein großes Plakat, das wie eine Dart-Zielscheibe aufgebaut war, durften wir verschiedenen Kreuzchen bezüglich Themen wie Unterkunft, Verpflegung, Stimmung in der Gruppe, Erkundung der Region, die Sprachanimation etc. setzen. Das Prinzip: je näher das Kreuzchen in Richtung Mitte gesetzt wurde, desto positiver empfanden wir das jeweilige Thema. Vor allem die allgemeine Stimmung in der Gruppe, die Sprachanimation und Gruppen-Kooperationsspiele, die Erkundung Leipzigs, des UKLs und der MBFs schnitten hierbei besonders gut ab. Bad Sulza als abgelegener Ort der Drittbegegnung bekam einen Minuspunkt für die weite Distanz und die damit einhergehende Fahrerei nach Leipzig. Die Möglichkeit der Gruppenraumnutzung und der Außenanlage, wurde wiederum sehr gelobt. Die Jugendherberge an sich war natürlich kein High-Class-Hotel. Das sich die ein oder andere Ameise in unserem Schrank verkroch oder die Hochbetten bei Bewegung Geräusche von sich gaben, mussten wir aushalten und hielten wir aus! Ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle an das gesamte, wirklich sehr zuvorkommende und bemühte Team der Jugendherberge! Herr Rost, der Herbergsvater sprach uns als Gruppe ein großes Lob für unsere Rücksichtnahme auch gegenüber der anderen Gäste aus, was uns erfreute. Auf ein Blatt Papier zeichneten wir die Silhouette unserer Hand und schrieben in den Daumen, was super war, in den Zeigefinger, worauf man nächstes Mal Augenmerk legen sollte, in den Mittelfinger, was nicht so toll war, in den Ringfinger, was wir aus dieser Woche für uns mitnehmen und in kleinen Finger, was zu kurz kam. Anonym gaben wir diese Auswertung ab, doch da wir uns natürlich währenddessen trotzdem unterhielten, kann man vielleicht sagen, was wir alle mitnehmen: eine riesengroße Vorfreude auf unser gemeinsames Wiedersehen im Herbst in Frankreich und eine große Lust, die Sprachen besser zu können und zu üben! Verrückt für uns alle war zu erleben, dass es in dieser Woche für uns völlig normal geworden ist, alles Gesagte immer auf zwei weiteren Sprachen zu übersetzen und auch wirklich die Übersetzung abzuwarten. Ein lustiges Gefühl, wenn man selbst etwas erzählt und im Anschluss das Gesagte oft sogar mit ähnlicher Mimik und Gestik von den Dolmetscherinnen übersetzt wird. Es fühlte sich an, wie ein doppelter Spiegel der eigenen Sprache, da immer ein Stück weit Non-verbales mit transportiert wurde. An Unsere drei Dolmetscherinnen möchten wir an dieser Stelle ein riesengroßes Lob aussprechen! Ohne die positive Energie, euer Engagement und eure Sprachfähigkeiten, hätte die ganze Woche so nicht funktioniert! Danke, dass es euch drei gab - jede von euch hat mit ihrer authentischen Art dieses Projekt bereichert! Die komplett freie Freizeit, die in dieser Woche möglicherweise etwas zu kurz kam, wurde uns für den heutigen Tag eingeräumt und wir genossen, draußen „Werwölfe" auf Englisch zu spielen, gemütlich gemeinsam Tee und Kaffee zu trinken und Handynummern, Instagram- und Facebookaccounts auszutauschen. Zwischendurch mussten die Koffer gepackt werden und gegen Abend wurde der Grill angeschmissen, ein Lagerfeuer aufgebaut und nach Bratwurst, veganen Gemüsespießen und Nudelsalat, wurde Stockbrot über dem Feuer gemacht, geschnackt, gelacht, Musik gehört und sogar ein bisschen Zumba getanzt. Als es gegen 22:00 Uhr hieß, Abschied zu nehmen, weil die Franzosen am nächsten Morgen um 6:00 den Zug und die Litauen um 9:00 den Reisebus nehmen mussten, waren wir alle doch sehr traurig, uns nach dieser intensiven Woche voneinander verabschieden müssen. Tatsächlich waren einige von uns den Tränen nah, als zwei Französinnen uns ein Gedicht vortrugen, in dem sie sich für unsere Gastfreundlichkeit und die schöne Woche bedankten. Herzliche Umarmungen wurden unter uns allen ausgetauscht und angefüllt mit unglaublich vielen Eindrücken ging diese erste Woche des Austauschprojekts dem Ende zu. Wir alle freuen uns sehr auf die nächste Woche im Herbst in Frankreich und sagen: 

Danke! Merci! Ačiū ! 

Bis bald! À bientôt! Viso gero !

Donnerstag, 2. Mai 2019:

Frisch erholt starteten wir in den Tag. Wie immer ging es los mit einer kleinen Sprachanimation, verpackt in einem lustigen Spiel draußen auf dem Hof. Wir übten grundlegende Begriffe für die später anstehende Besichtigung des Universitätsklinikums und unserer Medizinischen Berufsfachschule in Leipzig. Nachdem alle Grundlagen saßen, ging es mit dem Zug los. Angekommen am Uniklinikum, teilten wir uns in drei Gruppen auf. Gruppe Nr. 1 durfte auf die Chirurgische Intensivstation gehen, Gruppe Nr. 2 bekam die Möglichkeit, die Neurologische Intensivstation zu besichtigen und die letzte Gruppe konnte bei der Kinderintensivstation vorbeischauen. Die Führungen wurden von drei sehr engagierten Krankenschwestern bzw. Fachkrankenschwestern durchgeführt und von den Dolmetscherinnen begleitet. Die Franzosen und Litauer waren total begeistert von unserem Krankenhaus. Sie wiederholten begeistert immer wieder, wie modern alles sei. Besonders beeindruckt waren sie von unserer Rohrpostanlage, den Robotern, die die AWT-Wagen transportieren - Schlagwort: „Automatischer Transport, bitte gehen Sie zur Seite!"- und unserem Bekleidungsautomaten. Für uns war es ein schönes Gefühl, dass unser alltägliches Leben anerkennend bestaunt und anerkannt wurde - das gab uns einen wahrhaftigen Motivationsschub! Ein ganz großes Dankeschön an dieser Stelle für die tollen Führungen an die lieben Krankenschwestern, die selbst auch ganz interessiert an unsere Gästen und deren Arbeit waren! Nach einem kleinen Picknick im Park hinter dem Klinikum ging es zu unserer Medizinischen Berufsfachschule in der Richterstraße, wo uns Herr Seidel, einer unserer beiden Schulleiter, sehr herzlich empfing und einen kurzen Vortrag über unsere Schule und unsere Ausbildungsmöglichkeiten hielt. Auch Herr Schill von „Europa direkt" war vor Ort und hörte sich unsere positiven Eindrücke der ersten Tage an. Im Anschluss gab es für uns alle Saft und Kekse und gestärkt machten wir eine kleine Führung durch die Schule. Auch hier waren die Schüler sehr begeistert und interessiert. Gerade die Atmosphäre in den Pflegekabinetten und Aufenthaltsräumen erlebten sie als sehr gemütlich und freundlich. Nachmittags durften wir unsere Freizeit individuell gestalten und verstreuten uns in kleinen Grüppchen in die Leipziger Innenstadt. Um 19:00 Uhr trafen sich alle gemeinsam wieder im Leos zum Abendessen. Knapp 40 Leute - das war ein energiegeladener Haufen. Im ganzen Lokal war ein wilder Mix aus Litauisch, Französisch, Deutsch und Englisch zu hören. Es wurde sehr viel gelacht und wie tauschten uns über die Eindrücke des Tages aus und lernten uns noch viel besser kennen. „J'ai déjà eu… ou j'ai jamais…" - ein Spiel, das uns sehr viel gute Laune machte. Alles in allem war es ein wahnsinnig erlebnisreicher Tag und um 23:00 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg nach Leipzig. Eineinhalb Stunden Zugfahrt in der Nacht waren lang. Doch wenn man vom Schaffner durch die Lautsprecherdurchsage auf Englisch und Französisch verabschiedet wird, kann man sich nicht beklagen. Um halb eins in der Nacht den Bad-Sulza-Bergaufmarsch zu bestreiten, brachte uns an unsere Grenze, doch erfüllt fielen wir endlich in unsere Betten.

Mittwoch, 1. Mai 2019:

Heute ist der 1. Mai und die Mitte der Woche ist erreicht. Beim Frühstück an diesem Morgen sind wir alle noch etwas zerknautscht und haben Schwierigkeiten, unsere Augen aufzubekommen. Der Tag beginnt wie immer mit einer Runde Sprachanimation, für die wir heute nach draußen gehen, um unsere Energie aufzuwecken. Im Anschluss finden wir uns in trinationalen Gruppen zusammen, um in allen drei Sprachen die wichtigsten Wörter aus dem Klinikalltag zusammenzutragen. Allmählich ist es für uns ganz normal, zwischen Englisch und Französisch umherzuswitchen und uns mit unserem „Fradenglisch" gespickt mit litauischen Wörtern zu unterhalten. Der Vormittag steht unter dem Motto „Die Pflegeausbildung hier bei uns in Deutschland bzw. Sachsen" und mittels mehrerer Power-Point-Präsentationen bringen wir unseren Gästen unser System näher und stellen Gemeinsamkeiten, doch auch so einige Unterschiede fest. Während wir Deutschen ein sehr gutes Ausbildungsgehalt bekommen, doch dafür nur 30 Urlaubstage haben, dürfen sich die Franzosen und Litauer über zwei Monate Sommerferien plus eine Woche Weihnachts- und eine Woche Winter/Frühlingsferien freuen, werden dafür jedoch auch weniger vergütet. Auch in den Pflegetätigkeiten auf Station, im Pflegeschlüssel und im gesamten Pflegealltag unterscheiden sich die Länder an einigen Stellen. In Frankreich und Litauen gehört die Hilfestellung bzw. Übernahme der Körperpflege nicht wie bei uns in unser Aufgabengebiet, sondern wird von einer zusätzlichen Pflegekraft übernommen, die wiederum keine Medikamente und Infusionen vorbereiten darf. Wenn wir die beiden anderen Länder bereisen werden, können wir zu diesen Gemeinsamkeiten und Unterschieden sicherlich noch viel mehr erzählen. Nach dem Mittagessen in der Sonne - für Eierkuchen mit Apfelmus bekommt die Küche heute ein großes Lob von uns! - machen wir eine kleine Pause und einigen Fällen tatsächlich kurz die Augen zu. Am Nachmittag geht es mit einem „Europa-Projekt" weiter. Das Thema: Wie sehen wir drei Länder uns selbst und wie sehen wir die anderen? Erstaunlich und vielleicht auch etwas unangenehm dabei ist für uns zu erkennen, dass die Franzosen und wir Deutschen eigentlich keine Ahnung von Litauen haben. Das Wetter, so dachten wir, ist sehr kalt, doch im Grunde ist es ganz ähnlich wie bei uns in Deutschland. Wir schrieben den Litauen den Wodka zu, wohl in Zusammenhang mit Russland, was einfach nicht richtig ist, denn Litauen ist nun einmal nicht Russland! Aber wer hätte gedacht, dass die Litauer Feuer und Flamme für Basketball sind und eine kalte Rote-Bete-Suppe als kulinarische Spezialität einen hohen Stellenwert hat? Nun sind wir klüger und freuen uns schon so sehr auf unseren Besuch. Das Klischee, die Franzosen trinken Wein und essen Käse und Brot, ist vraiment vrai: „Ja! Genau das ist es, was uns hier fehlt", sagen sie. „Bon fromage et bon vin!" Na und mit was werden wir Deutschen verbunden? Von beiden Kulturen - tatatadam, wer hätte das gedacht? -  mit deutschem Bier und mit guten, qualitativ hochwertigen Automarken: VW, BMW, Mercedes-Benz. Zu unserer Persönlichkeit sagten sie, dass wir wirklich sehr viel reden und dass ihnen auffällt, was für eine harte Lautmalerei unsere Sprache mit ihren „Ks" und „Rs"hat. Eine Litauerin sagte mit einem verschmitzten Lächeln auf dem Gesicht: „Dem Klang der deutschen Sprache nach zu urteilen, müsstet ihr alle sehr wütende Menschen sein - doch das seid ihr ganz und gar nicht!" Was uns sehr erfreut hat, war, dass sie uns mit einem großen Lächeln auf dem Gesicht, ausgesprochener Höflichkeit und sehr gutem Planungsmanagement identifizieren und gern unsere Gäste sind! Da freuen wir uns natürlich sehr und dachten uns, dass wir den Tag an dieser Stelle doch perfekt mit einem Wellnessabend in der gelobten Toskana Therme Bad Sulza beenden könnten! Machten wir dann auch und genossen es, so lange unter der Dusche stehen zu dürfen, wie wir wollten, ohne dass Zimmernachbar Nummer fünf anklopft und auch mal ins Bad muss. Nachdem wir kurz zu Kindern wurden und uns eine Runde durchs Wasser jagten, konnten wir im Anschluss für einige Stunden wunderbar herunter kommen, entspannen und im angeleuchteten Whirlpool der Sonne beim Untergehen zuschauen. (Dass der anstrengende Bergaufmarsch unseren Körpern anschließend natürlich noch bevor stand, verschweigen wir an dieser Stelle einfach mal ;) ) 

Dienstag, 30.04.2019:

Frisch ausgeruht, starteten wir heute mal wieder mit einer kleinen Sprachanimation in den Tag. Da es heute nach Leipzig zur Stadt-Erkundung gehen sollte, lernten wir grundlegende Begriffe für eine Stadtbesichtigung, wie Bahnhof, Kirche, Straße und vieles mehr. Die französischen Vokabeln sitzen schon einigermaßen, aber Litauisch fällt uns zugegebenermaßen noch etwas schwer. Um 10:00 Uhr ging es dann nach Leipzig und wir starteten mit unserem Stadtrundgang. Die Verständigung klappte dank der Dolmetscher und zwischendurch etwas Englisch sehr gut und wir hatten großen Spaß unsere Stadt so präsentieren zu können. Nach dem offiziellen Teil konnten wir die Freizeit nutzen, um etwas Shoppen und Essen zu gehen. Am Schluss saßen wir alle gemeinsam bei bestem Wetter im Park und redeten wild durcheinander und tauschten unsere Eindrücken aus. Den Abend ließen wir gemütlich bei einer Runde „Werwölfe vom Düsterwald“ auf Englisch ausklingen.

Montag, 29.04.2019:

Der erste Morgen in Bad Sulza. Um acht gibt es Frühstück. Noch etwas verschlafen trudelt die ganze Mannschaft ein, es wird sich zugenickt und zugelächelt und dankbar werden die Kaffeekannen entgegen genommen. Nach dem Frühstück folgt der erste Programmpunkt des Tages: die morgendliche Sprachanimation, geleitet von den drei empathischen Dolmetscherinnen. Trinational sind wir hier in Bad Sulza in dieser Woche: deutsch, französisch und litauisch. Englisch sprechen können die meisten, doch nicht alle und so ist es insgesamt wirklich ein spannendes Projekt des Zusammenkommens. „Guten Tag / Hallo“, „Bonjour“ und „Laba diena“ ist neben sechs weiteren ersten Wörtern der Anfang der Sprachanimation. Jede Nationalität hat so seine Hürde. Litauisch klingt für uns Deutsche beinahe wie ein Sprache voller Zaubersprüche. Die Franzosen müssen sich mit dem Aussprechen des Buchstabens „h“ mühen. Ein bisschen spielerisch werden unsere Kenntnisse auf die Probe gestellt und wir haben viel Spaß, während wir kreuz und quer durch den Raum düsen und die Wörter fliegen. In trinationalen Gruppen sollen wir uns eine märchenhafte Geschichte über Bad Sulza ausdenken. Keine ganz leichte Aufgabe. Doch nach eineinhalb Stunden Arbeit mit viel Gelächter und Kommunikation mit Händen und Füßen, kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen und böse Prinzen, die „Bad“ heißen und schöne Prinzessinnen mit Namen „Sulza“ schweben durch den Raum und vereinen sich zu einem Königreich „Bad Sulza“. Abends dann ist Länderabend, wo wir unseren Gästen Deutschland, Sachsen und natürlich insbesondere Leipzig näher bringen wollen. Was ist eigentlich typisch für uns? In Form einer bildreichen PowerPointpräsentation zeigen wir unseren Gästen Leipzigs beste Seite mit all den Seen und Sehenswürdigkeiten. Im Anschluss versuchen wir ihnen unseren Dialekt näher zu bringen und machen für sie einen kleinen sächsischen Sprachkurs. „Sglatschglei“ - das Wort des Abends. Untermalt von deutscher Musik durften nun endlich alle Köstlichkeiten verspeist werden und von Omas Apfelkuchen über „Knusperflocken“, „Ahoi-Brause“, Wiener Würstchen, Berliner bzw. Pfannkuchen und Käse-und Wurstbemmen durften die Gaumen sich deutsch-sächsisch verköstigen lassen. Mit Bier-Kostproben und deutscher Musik und sogar ein bisschen Tanz lassen wir den Abend feierlich ausklingen und allmählich ist die Sprachbarriere gar keine mehr. Das größte Kompliment ans gute alte „Sterni“: „C’est vraiment delicieux.“

Sonntag, 28.04.2019:

Heute geht die Reise los! Das erste Ziel: Deutschland mit uns als Gastgebern.
Um 15:00 Uhr treffen wir uns zur Abreise am Leipziger Hbf. Wir, zehn Schülerinnen und ein Schüler aus unserer Medizinischen Berufsfachschule samt Frau Petery und Frau Grötsch. Die litauische Gruppe trifft samt Dolmetscherin ebenfalls ein - 26 Stunden Fahrt haben sie zu diesem Zeitpunkt hinter sich und halten sich dafür erstaunlich gut auf den Beinen! Von Sachsen nach Thüringen soll uns die Reise führen. Nach einer guten Stunde haben wir unser Ziel erreicht. Hier trifft auch die französische Gruppe samt Dolmetscherin ein. Bad Sulza. Ein ruhiges Örtchen in Thüringen, in dem es hier und da nach Holzfeuer riecht und kaum jemand auf der Straße zu sehen ist. Es wurde ein Ort gewählt, der für uns alle neu ist. Der Weg zur Jugendherberge gleicht einem einzigen Bergaufmarsch. Zum Glück transportiert der Herbergsvater zumindest unser Gepäck. Angekommen, erwartet uns ein Gebäude, das ehemals ein Schlösschen war. Vor dem Eingang Tischtennisplatten, ein kleiner Spielplatz, Tische und Sitzbänke. Die Zimmer sind klein. Die Stockbetten einfach. Der Aufenthalts- und Speiseraum urig. Wir fühlen uns allesamt zurückversetzt an Klassenfahrtzeiten: ein bisschen aufgeregt auf das, was uns erwartet, gespannt auf die anderen Leute, besonders auf die Franzosen und Litauen. Wie werden wir uns verstehen? Sprachlich und menschlich? Nach der Zimmeraufteilung gibt es Abendbrot und im Anschluss ist Freizeit angesagt. Draußen vor dem Haus wird Tischtennis gespielt und immer mehr gesellen sich hinzu. Ein Französisch-Litauisch-Englisch-Deutsch-Mix schallt über den Platz. Es wird gelacht und trotz Sprachbarriere viel geredet. Tischtennisrundlauf ist im vollen Gange. Der Satz des Abends „Je suis elimnené(e)“! Am meisten haben sich nach knapp 30h auf den Beinen die Litauer das Bett verdient. Doch auch wir anderen sind froh, die Augen nun zuzumachen und die ersten Eindrücke sacken zu lassen.

Projektvorstellung:

An dieser Stelle wollen wir, Hannah und Katharina aus der Kinderkrankenpflege, Euch einen kleinen Einblick über unseren Schüleraustausch „Europa direkt“ geben und Euch täglich mit auf die Reise nehmen und unsere Eindrücke mit Euch teilen.

Vorab eine kleine Zusammenfassung, worum es in dem Projekt eigentlich geht:
Das Austauschprogramm ist so aufgebaut, dass sich jeweils 11 Schüler/Studierende der beteiligten Länder (Deutschland, Frankreich und Litauen) zu drei Terminen jeweils eine Woche treffen, so dass am Ende jeder einmal Gastgeber sein durfte und die anderen zwei Länder bereist hat. In der gemeinsamen Woche haben wir Gelegenheit, die anderen Gesundheitssysteme, die Ausbildung und natürlich die Kulturen kennenzulernen. Wir verbringen viel Zeit miteinander. Gesteuert und organisiert wird das alles vom Verein „Europa direkt“. Projektleiter und Dolmetscher sind immer anwesend und begleiten uns Teilnehmende. Eine einmalige Gelegenheit, die anderen Länder aus einer ganz besonderen Perspektive kennenzulernen.

Hannah Buddinger und Katharina T. Gückel (KK17b)

Orthoptik?!? - Ein Tag auf der "therapie - Leipzig"

Vom 07.03.-09.03.2019 hatten wir, als Schüler der Orthoptik, die Möglichkeit an der Therapiemesse in Leipzig mitzuwirken. Diese Arbeit zeigte uns die Wichtigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit therapeutischer Berufe.

Jeweils zu zweit unterstützten wir die Mitarbeiter des Berufsverbandes Orthoptik e.V. an ihrem Stand. Dabei führten wir viele interessante Gespräche, wobei häufig die erste Frage lautete: „Was ist Orthoptik überhaupt?", „Hat das etwas mit Orthopädie zu tun? Oder mit Optik?".

Im Allgemeinen beschäftigt sich die Orthoptik mit der Diagnostik, Prävention und Therapie von Sehstörungen, welche das beidäugige Sehen beeinträchtigen. Orthoptist*innen sind spezialisiert auf motorische und neurologische Augenbewegungsstörungen, Schwachsichtigkeiten und arbeiten Hand in Hand mit Augenärzten zusammen.

Auf der Messe wurden viele neue Therapiemöglichkeiten, -geräte und -ansätze der verschiedenen Fachbereiche vorgestellt. Unter anderem die der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und der Neurologie. Weiterhin war es möglich, sich Vorträge über spezielle Krankheitsbilder anzuhören oder selbst an verschiedensten Kursangeboten teilzunehmen.

Um den Teilnehmern der Therapiemesse das Berufsbild der Orthoptik nahezubringen, ließen wir unserer Kreativität freien Lauf. Dazu bastelten wir verschiedene Brillen, welche unterschiedliche Augenerkrankungen oder Doppelbilder simulierten. Damit sollten die Besucher beispielsweise ein Paket aufgeben oder Überweisungsscheine ausfüllen. Dadurch wurden die Einschränkungen der Patienten für den Gesunden erlebbar und nachvollziehbar. Sowohl Teilnehmer als auch Therapeuten, besonders im Bereich der Ergotherapie, zeigten ein besonderes Interesse. Dabei wurden viele Fragen geklärt und einige Kontakte geknüpft. Vor allem im Bezug auf die Früherkennung und Prävention von Sehstörungen bei Kindern konnten wir die Interessenten sensibilisieren.

Zudem hatten wir die Möglichkeit, uns einen Überblick über die Therapiemesse zu verschaffen. Die Vielfalt des Angebotes und den Fortschritt verschiedenster Behandlungsmöglichkeiten begeisterte uns.  Durch interessante Gespräche, Vorträge und die Stände verschiedenster Fachrichtungen konnten wir unser medizinisches Wissen erweitern, vertiefen und die Wichtigkeit des interdisziplinären Arbeitens,  für unseren weiteren Berufsweg als Orthoptist*innen, vor Ort erleben.

 Auszubildende der Orthoptik, Klasse O17 

Auszubildende der Diätassistenten kochen mit Patienten

Ernährung bei Zystennieren

27. März 2019, Medizinische Berufsfachschule Leipzig

Es ist 18:30 und die sonst so vollen Gänge der medizinischen Berufsfachschule sind menschenleer. Nur in der Lehrküche der Schule herrscht ein reges Treiben und man hört viel Stimmen. Denn am Dienstag, 27. März, fand von 18:30 bis 21:00 die Veranstaltung „Zystennieren – kochen ohne Salz, das schmeckt doch nicht" statt.

Die Schülerinnen des Abschlussjahrgangs der Diätassistenz bereiteten diese Veranstaltung unter Aufsicht ihrer Lehrerin Frau Oehme vor. Mit insgesamt 11 Teilnehmern, die an dieser chronischen Nierenerkrankung leiden, wurden unterschiedliche Gerichte zubereitet. Neben einem Flammkuchen und zwei Dessert, stand auch ein selbst gebackenes Brot ohne Salz und dazu passende Aufstriche auf dem Speiseplan. Während dem Zubereiten der Speisen war reichlich Zeit, um sich über Erfahrungen und die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten auszutauschen. So konnten die Teilnehmer einige Tipps für zu Hause mitnehmen. Auch beim gemeinsamen Verkosten der Speisen kam man ins Gespräch und stellte fest, dass das Kochen auch ohne Salz möglich ist und schmeckt.

Ernährung bei Dialyse

14. April 2019, Medizinische Berufsfachschule Leipzig

Nicht nur die Marathon-Läufer taten am Sonntag etwas für ihre Gesundheit. Auch bei den Diätassistentinnen an der medizinischen Berufsfachschule ging es um das körperliche Wohlbefinden. Von 10 bis 13 Uhr fand die Veranstaltung mit der Dialyse-Selbsthilfegruppe statt.

Kurzinfo zur Dialyse:
Unter Dialyse versteht man die Nierenersatztherapie. Diese muss durchgeführt werden, wenn die Niere ihre Aufgaben, welche hauptsächlich das Filtern von Stoffen wie Harnsäure, Harnstoff, Kalium, Natrium und Phosphor ist, nicht mehr erfüllen kann. Ursachen für ein Nierenversagen können unter anderem eine Niereninsuffizienz, angeborene Nierenerkrankungen und andere vorausgehende Erkrankungen sein. Auch bei der Ernährung sollte man, abhängig von den Laborwerten, die Zufuhr von Kalium, Natrium (Kochsalz) und Phosphor senken.

 

Zum Einstieg bereiteten die Schülerinnen des Abschlussjahrgangs der Diätassistenz eine Präsentation vor, in der unter anderem Tipps gegeben wurden, wie die Ernährungsempfehlungen bei Dialyse umgesetzt werden können. Diese Hinweise wurden im Anschluss direkt in der Lehrküche angewandt. Die Teilnehmer bereiteten unter Anleitung der Schülerinnen ein Mittagessen mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert sowie zwei verschiedene Gebäcke zu. Während dem Zubereiten der Speisen war reichlich Zeit, um sich über Erfahrungen auszutauschen. So konnten die Teilnehmer einige Tipps für zu Hause mitnehmen. Auch beim gemeinsamen Verkosten der Speisen kam man ins Gespräch und stellte fest, dass das Kochen auch ohne Salz und mit speziellen Zubereitungsmöglichkeiten um die Reduktion des Kaliums zu fördern, möglich ist und schmeckt.

 Eindrücke:

 

Kann man Lernen lernen? – Lernberatung an der MBFS

Mathematik, Deutsch oder Biologie - so heißen die Unterrichtsfächer an allgemeinbildenden Schulen. In der beruflichen Ausbildung ist es jetzt anders. Da heißen die Fächer oft nicht mehr Fächer, sondern Themen- oder Lernbereiche. Auch die Bezeichnungen der Themenbereiche ist jetzt anders: der Themenbereich 1 heißt z.B. Pflegesituationen bei Menschen aller Altersgruppen erkennen, erfassen und bewerten.

Vernetztes Denken wird von den Schülerinnen und Schülern an der Medizinischen Berufsfachschule von Anfang an erwartet. Vielen fällt das erst mal schwer. Neue und andere Lernkonzepte sind gefragt, um die Fülle an Lerninhalten effektiv und erfolgreich zu meistern. Hier hat sich ein Lehrerteam berufen gefühlt, den Schülern eine angemessene Unterstützung anzubieten. Seit September 2017 läuft das neue Angebot für alle.

Am Anfang der Ausbildung werden die Schüler in einem Seminar: „Lernen lernen" geschult. Es wird ein gemeinsamer Nenner gefunden. Beispielsweise wird im Seminar ausprobiert: wie geht eigentlich eine Gruppenarbeit? Erkenntnisse der Schüler sind dann oft: „Ach so geht das. Das ist ja viel effektiver als bisher in der Schule." Oder die „PQ4R-Methode" zum effektiven Erfassen eines Fachtextes. Das ist sehr wichtig, da sich das Lernen der Schüler nicht nur auf den Unterricht und die Informationen durch die Lehrer in der Schule beschränkt. Jeder ist für sein Lernen selbst verantwortlich. Lernen muss jeder selbst.

Für Schüler, die es dann noch genauer und auch individueller wissen wollen und an ihren persönlichen Lernkompetenzen arbeiten möchten, steht das Angebot einer individuellen Lernberatung zur Verfügung. Sieben engagierte Lehrer der Schule freuen sich darauf, die Schüler bei ihrem Lernen zu begleiten, zu beraten und zu unterstützen. Es können individuelle Beratungstermine vereinbart werden, bei denen individuelle Themen besprochen werden. Vielleicht ist einfach die optimale Lernmethode noch nicht gefunden, oder es gibt Probleme beim Zeitmanagement. Dieses Angebot wird auch schon rege angenommen. Wir bekommen viele positive Rückmeldungen.

Aber nicht nur für die Prüfungsklassen ist das Thema interessant. Ein effektives Lernen ist in jeder Phase der Ausbildung gefragt. Letztendlich ist jeder für sein Lernen selbst verantwortlich. Das Lernen an sich können wir nicht abnehmen, aber vielleicht kann eine andere Lernstrategie die eigene Zufriedenheit beim Lernen erhöhen.

Termine können unsere Schüler ganz einfach vereinbaren: eine kurze Mail genügt. Per E-Mail sind wir Lernberatungslehrer erreichbar. Wir freuen uns, wenn wir unseren Schülern weiterhelfen können.

 

Das Lehrerteam Lernberatung: Bianca Hünlich, Eveline Mutke, Jannicke Schickert, Elias Holzweißig, Hannelore Weidauer, Susanne Nebe und Kristin Heistermann.

Kreatives Lernen anatomischer Grundlagen

Zum Abschluss der Unterrichtseinheit „Vitalfunktionen – Atmen" sollten sich die Auszubildenden der Klasse 18a  noch einmal intensiv mit dem anatomischen Aufbau des Atmungssystems auseinander setzen. Hierzu konnten sie zwischen zwei Lernmethoden frei wählen: Entweder entwerfen sie in Kleingruppen ein Lernspiel nach eigenen Vorstellungen oder sie modellieren einen eigenen Bronchialbaum. Drei Gruppen haben sich für das Modellieren entschieden, zwei Gruppen haben ein Lernspiel entwickelt. Die Auszubildenden konnten ihre eigenen Aufzeichnungen sowie ein Lehrbuch der Anatomie nutzen und mussten sich noch einmal sehr intensiv mit dem Atmungssystem beschäftigen. Hier sind einige Ergebnisse zu sehen: Auf Bild 1 wird der Bronchialbaum von der Luftröhre (Trachea) bis zu den kleinen Bronchiolen dargestellt, auf Bild 2 sieht man den Kehlkopf (Larynx) und die Luftröhre (Trachea) bis zur Luftröhrengabelung (Bifurcatio tracheae).

Jannicke Schickert                  Fachbereichsleiterin Krankenpflegehilfe

Richterstraße 9 - 11, Gohlis
04105 Leipzig
Telefon:
0341 - 97 25100
Fax:
0341 - 97 25109
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