Sie sind hier: Skip Navigation LinksUniversitätsmedizin Leipzig

​Nationales Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin zu Covid-19 (NUM)

Die Corona-Krise stellt das Gesundheitssystem vor enorme Herausforderungen. Um die Forschungsaktivitäten zu Covid-19 bundesweit zu bündeln und zu stärken, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Aufbau des Netzwerks Universitätsmedizin zu Covid-19, das von der Charité koordiniert wird, mit 150 Mio. EUR für ein Jahr. Die Universitätsmedizin Leipzig ist Teil dieses Netzwerks und trägt mit seiner Expertise dazu bei, konkrete Erkenntnisse für das Krisenmanagement und für die Behandlung der Patienten zu liefern.

Am Standort Leipzig wurde bereits im Mai 2020 eine lokale TaskForce des Nationalen Forschungsnetzwerks der Universitätsmedizin zu Covid19 eingesetzt, die die Vernetzung und den Austausch der Uniklinika zur Durchführung der Forschungsprojekte unterstützt, als Ansprechpartner für die Projektleiter zur Verfügung steht und die Umsetzung und Verzahnung der einzelnen Projekte vor Ort koordiniert. Zum Kernteam der lokalen NFN TaskForce gehören Herr PD Dr. Georg Osterhoff (Leitung), Frau Cornelia Naumann und Frau Dr. Tatjana Schütz, die unter nfn@medizin.uni-leipzig.de erreichbar sind.

Die Universitätsmedizin Leipzig ist an den unten stehenden Projekten des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) beteiligt.

Echtzeit-Versorgungsforschung mit dem AKTIN-Notaufnahmeregister (AKTIN-EZV)

​(Federführung in Leipzig: Prof. Dr. A. Gries)

Im AKTIN-Notaufnahmeregister sind universitäre und nicht-universitäre Krankenhäuser zusammengeschlossen, die Daten aus der klinischen Notfallbehandlung kontinuierlich und tagesaktuell erheben. Das Register verbessert die notfallmedizinische Versorgungsforschung, weil es Strukturen und Prozesse klinikübergreifend einheitlich sichtbar macht. Es soll genutzt werden, um das Versorgungsgeschehen aus der ersten Covid-19-Pandemiewelle zu analysieren und tagesaktuelle Daten aus Notaufnahmen bereitzustellen. Diese können für epidemiologische Auswertungen und Covid-19-spezifische Forschungsfragen genutzt werden. Gleichzeitig sind mit dem Register wiederkehrende Epidemiewellen und daraus möglicherweise resultierende Versorgungsengpässe im Sinne eines Frühwarnsystems frühzeitig zu erkennen.

Bundesweites Forschungsnetz Angewandte Surveillance und Testung (B-FAST)

​(Federführung in Leipzig: Frau Prof. Dr. I. Chaberny)

Surveillance umfasst die Beobachtung, Analyse, Interpretation und Berichterstattung von Gesundheitsdaten. Die Corona-Pandemie zeigt, dass unterschiedliche Test- und Überwachungsstrategien für die Gesamtbevölkerung, die Schulen und Kitas, eventuelle Risikobereiche und Kliniken benötigt werden. B-Fast entwickelt eine Plattform, in der solche Strategien erprobt werden können. Dafür führt es unterschiedliche Analysen und Bewertungen zusammen. So unterstützt es Strategien, die nicht nur in der akuten Krise helfen, sondern auch auf künftige Pandemien übertragen werden können. In Leipzig werden vorrangig Fragestellungen zur Entwicklung von Teststrategien bei chronisch kranken Patienten in einem Krankenhaus der Maximalversorgung bearbeitet.

Aufbau eines Covid-19 Evidenz-Ökosystems zur Verbesserung von Wissensmanagement und Translation

Aufbau eines Covid-19 Evidenz-Ökosystems zur Verbesserung von Wissensmanagement und Translation (CEO-sys)

​(Federführung in Leipzig: Dr. S. Laudi, Dr. F. Fichtner)

Evidenzbasierte Medizin garantiert die bestmögliche Versorgung, da sie auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. In CEO-sys wird ein nationales Evidenznetzwerk zu Covid-19 unter der Federführung von Cochrane Deutschland aufgebaut. Leipziger Ärzte sind daran beteiligt, den sich dynamisch entwickelnden Daten- und Erkenntnisstand zu Covid-19 fortlaufend aufzubereiten, zu bewerten und zielgruppengerecht zu vermitteln. Dies schafft eine Basis für individuelle Therapieentscheidungen sowie institutionelle und öffentliche Versorgungsstrategien.

Entwicklung, Testung und Implementierung von regional adaptiven Versorgungsstrukturen und Prozessen

​Entwicklung, Testung und Implementierung von regional adaptiven Versorgungsstrukturen und Prozessen für ein evidenzgeleitetes Pandemiemanagement koordiniert durch die Universitätsmedizin (EViPan)

(Federführung in Leipzig: Prof. Dr. Stehr, Frau Prof. Dr. I. Chaberny)

Um Covid-19-Patientinnen und Patienten zukünftig noch schneller und besser erkennen und behandeln zu können, wird ein nationales Pandemiemanagement benötigt. Es trägt auch dazu bei, Ansteckungen zur vermeiden und auf zukünftige Pandemien vorbereitet zu sein. Die Universitätskliniken stehen als international vernetzte Maximalversorger und Forschungseinrichtungen im Zentrum regionaler Gesundheitsnetzwerke. Im Projekt kooperieren sie mit dem Robert Koch-Institut und mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst und den Landesregierungen zur gemeinsamen Erreichung des Ziels. Die Leipziger Forscher beschäftigen sich mit Regionalkonzepten zum koordinierten optimalen Zusammenwirken verschiedener Leistungserbringer im stationären und ambulanten Bereich im Kontext eines regionalen Pandemiemanagements.

Nationale Forschungsdatenplattform (FoDaPl)

​(Federführung in Leipzig: Dr. T. Wendt)

In diesem Projekt wird eine bundesweit einheitliche, datenschutzkonforme Infrastruktur für die Speicherung von Covid-19 Forschungsdatensätzen geschaffen. In dieser Forschungsdatenplattform können beispielsweise Labordaten pseudonymisiert den Forschenden über sichere und transparente Verfahren zur Verfügung gestellt werden. Damit wird die Plattform eine zentrale Informationsquelle für unterschiedliche Forschungsarbeiten, die sich mit der Entwicklung besserer Behandlungsansätze für Covid-19 befassen. Eine zentrale Rolle beim Aufbau der Forschungsdatenplattform am Standort Leipzig spielt das Datenintegrationszentrum, das am UKL angesiedelt ist.

Nationales Pandemie Kohorten Netz (NAPKON)

​(Federführung in Leipzig: Prof. Dr. S. Bercker, Prof. Dr. H. Wirtz)

Das Projekt NAPKON schafft die Grundlage für ein besseres Verständnis des Krankheitsverlaufs bei Covid-19 und die Erforschung möglicher Therapien, indem es in wissenschaftliche Studien klinische Daten, Bioproben und Bildgebungsdaten zusammenführt. NAPKON ist eng verzahnt mit dem Aufbau der Nationalen Forschungsdatenplattform. Das Universitätsklinikum Leipzig bringt stationär an Covid-19 erkrankte Patienten in die sektorenüberreifende Plattform ein, d.h. es werden nicht nur während des Krankenhausaufenthaltes klinische Daten dokumentiert und Bioproben gesammelt, sondern die Patienten werden nach Entlassung über einen Zeitraum von einem Jahr weiterbeobachtet. Dadurch können neue Erkenntnisse zu den Langzeitfolgen der Erkrankung gewonnen werden.

Radiological Cooperative Network zur COVID-19 Pandemie (RACOON)

​(Federführung in Leipzig: Prof. Dr. T. Denecke)

RACOON ist die erste deutschlandweite Radiologie-Plattform. Hier werden Röntgenaufnahmen von Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Covid-19 zusammengeführt und mit den Krankheitsverläufen in Beziehung gebracht. Die Befunde werden mithilfe Künstlicher Intelligenz analysiert. Dadurch wird eine schnellere und präzisere Diagnose der Erkrankung und ihres Verlaufs möglich und eine Entscheidungsgrundlage für epidemiologische Studien, Lageeinschätzungen und Frühwarnmechanismen geschaffen.

Covid-19 Forschungsprojekte zur Messung sozialer und kontextueller Faktoren

​Methodennetzwerk zur Unterstützung von Covid-19 Forschungsprojekten bei der Messung sozialer und kontextueller Faktoren (MethodCOV)

Ob ein Mensch an Covid-19 erkrankt und wie die Erkrankung verläuft, hängt von sehr unterschiedlichen Faktoren ab. Durch das Projekt MethodCov wird ein Netzwerk von Expertinnen und Experten aufgebaut, die den Einfluss der sozialen Faktoren analysieren. Diese betreffen beispielsweise den Beruf oder das Lebensumfeld. Die Erkenntnisse aus diesem Netzwerk können neue Präventionsansätze und klinische Therapiekonzepte für von Bevölkerungsgruppen schaffen, die in der Pandemie einen besonderen Schutz bedürfen.

Das Nationales Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin zu Covid-19 wird gefördert durch das BMBF.

 

 

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Nationalen Forschungsnetzwerks.